Über die Anfänge – Buch 9 : Änigmatische Spuren

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„Über die Anfänge“ könnte traditionell Gläubige enttäuschen und AtheistInnen zum Glauben anregen, haben beide ihre Positionen liebgewonnen, wird, im Interesse aller, vom Studium dieses Blogs abgeraten.-

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Datierung folgt dem achsenzeitlichen Zeitkalender – „n.A.“ nach der Achsenzeit, „a.A.“ after Axialage. Buch 8: Achsenzeit/Axial Age umfängt 22.02.2522 – 10.04.2523
Texte befinden sich teilweise noch im Korrekturmodus, sind work in progress.

29.09.2523

Teile von Pionieraufklärer und Philosoph Giulio Vaninis anti-anthropomorphem Gottes-Bild, wofür dieser grausam gefoltert und lebend verbrannt wurde in Toulouse (1619), gehen in die Änigmatische Bewegung, in die Theologie der Änigma, in die Änigmatologie über.

Wie sehr müssen die Angelogenen und Lügner die Wahrheit, an die Vanini rührte, gefürchtet haben, sich von ihr bedroht gefühlt haben, wie sehr muss sie ihre behagliche Fehlsteuerung ins Stocken gebracht, ihre scheinbare Inkontingenz angegriffen haben…- an einem einzigen Menschen delektierte sich ein riesiger katholischer Machapparat, der gerade auch nationalistisch Italiener hasste, überaus sadistisch, exzessiv gewalttätig. Toulouse konnte  sich an Vanini auch dafür rächen, wofür er in Paris niemals so hart bestraft worden wäre, wofür jetzt für alles, was in Paris an Gottes-Frevel geschah, einer zu büssen hatte, möglih geworden, weil sich Paris gerade in einem ganz anderen Machtkampf befand und die Vaninis gerade ihre Protektion verloren, angefangen mit der Meuchelung Concinis, rechte Hand der Königinmutter, 1617 vor dem Louvre.. Noch Descartes (1632) liess sich davon einschüchtern, der Frankreich längst verlassen hatte.

28.09.2523

Über autopoietisch erzeugten Wahnsinn in der Geschichte der Menschheit. Das, was Menschen in der Projektion anderen Kreisen an Üblem unterstellen oder wünschen, sucht sie in der Gegenprojektion als das Unterstellte heim. Will ich einem Menschen Übles oder lüge ich, was diesen betrifft, unterstellt es automatisch mit, dass sich dieser dagegen wehren, dass eine Reaktion folgen, die Wahrheit nicht ungesagt bleiben, man selber als Lügner entlarvt wird. Hegt Mensch schlechte Gedanken über andere Menschen, sucht einen das Schlechte heim, kriegt er ein schlechtes Gewissen, aus dem Verfolger wird der Verfolgte, ganz autopoietisch, ohne Zutat (Realität) des Anderen. Darum kann der reale Kontakt mit diesem zu einem wohltuenden Zusamnmenbruch des autopoietischen Wahnsinns führen- er kann aber auch sich dadurch verstärken und bestätigt fühlen so wie bei ideologisch gefestigten Nazis, trafen sie auf „Juden“. Zu sehr baute die eigene Identität und die opportune Anpassung an das soziale Umfeld auf dem Feindbild „Jude“ oder bei irren Muslimen auf dem Feindbild „Ungläubiger“ oder, historisch, bei irren Inquisitoren auf dem Feindbild „Satan“( Hexen), usw.. (Zum „Massenwahn“ vgl. die Studie von Hermann Broch).

27.09.2523

Für die Weltbevölkerung gilt in Zukunft immer mehr – entweder ordnet sie sich weltweit, global, der Disziplin und dem Vorbild der chinesischen Bevölkerungspolitik unter (Stichwort: Eins- maximal Zweikind-Familie) oder sie dezimiert sich in kleineren und grösseren Grossen Korrekturen. Dass Wohlstand die Bevölkerungsvermehrungsrate senkt ist kein Trost, ist kein Ausstieg aus dem Teufelkreis, in dem die Menschheit zirkuliert, sondern dessen Fortsetzung, wenn die Vermehrung des Wohlstands die weitere, wenn nicht erweiterte Verelendung und Verwüstung von Klima und Erde zur Folge hat. Der richtige Wohlstandsbegriff muss ein ganz anderer, umfassenderer werden. 

26.09.2523

Konsistenz und Konsequenz dieses Textes gewinnen, wird er chronologisch gelesen, studiert  – also im Blog statt von  „oben“ nach „unten“ von „unten“ nach „oben“. ÜdA, Buch 8 und 9 im Buchformat werden erstmals chronologisch „richtig“, in der gewohnten Leserichtung, publiziert, die anderen Bücher erschienen im Blog-Format. Japanische Texte, Bücher etc. werden von „hinten“ nach „vorne“ gelesen (die Seiten von oben rechts nach unten links).

25.09.2523

Wer mit dem Begriff  „Übunte“ nichts anfangen kann, sei auf Technopia (2017) verwiesen.

24.09.2523

Die Grosse Korrektur (Fortsetzung von 21.09.2523). Stellen wir uns vor (was in Form von Filmen, Video Games und Science Fiction bereits in irgendeiner Form geschieht – von Walking Deads über Terminator bis 12 Monkeys), nicht ein Virus, sondern ein Mensch, von der Zustimmung seiner Gruppe getragen, löst die Grosse Korrektur aus, bei der Milliarden Menschen sterben, um wenigen Millionen Überlebender Luft zum Atmen, freien Lebensraum, die Möglichkeit für einen Neustart zu schaffen (für die einen der Unmensch, schlimmer als Hitler, für die anderen der Segensbringer, besser als Paulus). Der Sirenengesang der Grossen Korrektur wird das letzte sein, was diese „Opfer“ für eine höhere Sache, für die Menschheit, vernehmen werden und in der ersten Strophe wird sie singen: Entschuldigt, liebe Mitmenschen, wir müssen euch „ermorden“, ihr wart zuviel, damit unsere Gattung und die Erde bestehen bleiben, damit wir überleben können. Nicht erst seit Hollywood, seit tausenden von Jahren begleitet ein Ausrottungs- und Wiederauferstehungs-Mythos dieser Art den Ausrotter der Ausrotter-Humanoiden, homo sapiens, der homo neanderthalis, heidelbergensis, denisova und andere gefressen, vertrieben oder einfach überlebt hat. Die Phantasie der Grossen Zerstörung und Wiedergeburt der Menschheit ist alt und fand auch im Abrahamismus seinen Niederschlag: Gott zerstört im grossen Stil den alten Menschen, damit der neue, verbesserte im grossen Stil aufersteht. Arche Noah, die Urübunte, schwimmend über den Leichenberg der Restmenschheit.

23.09.2523

Anders als Malthus sich das vorstellte, steigt mensch heute ja um das bei Malthus ein, was bei Marx aus, anstatt zu glauben, mit Marx‘ Malthus-Kritik sei das Kapitel Malthus so wie die Kritik an Marx beendet.

22.09.2523

Über die Anti-Kapitalisten. Wie lautet der Titel eines Buches von Ulrike Herrmann…

21.09.2523

Über Emanzipation der Emanzipation. Frauen, die beleidigt sind, wird mehr die Profitorientierung des Kapitals als die Politische Correctness  der Gesellschaft als Hauptursache für die maskulin vorgeprägte „Parität“ der Geschlechter benannt.  Selbstverwirklichung des Individuums (Urlaub, schicke Wohnung, teures Auto, Grüne-Parteimitgliedschaft, usw.) heisst unter konkurrenzkapitalistischen Bedingungen immer auch Maximierung des Konsums oder Ausdehnung der Kosten auf Kosten von anderen. Frauen zu „vollwertigen“ Funktionsträgern des Kapitals zu machen.  Wirkliche Emanzipation und Parität heisst somit auch wirkliche Emanzipation vom Konkurrenzkapitalismus – Transformation zu smarten kooperationskapitalistischen Verhältnissen (bzw. Redefinition, was Parität heisst, um was es geht bei Anerkennung von Gleichheit und Ungleichheit (neutral: Indifferenz und Differenz) unter Menschen, Kleinkinder, Uralte, Jugendliche, Mütter, Eltern (allein & zweierziehend), mehrheitlich cissexuell orientierte Menschen, Minderheiten; Verantwortliche in Behörden, Staat, Politik, Schulen, Forschung, Medien, Wirtschaft usw. wenn es um die tägliche Selbst- und Lebens-Grundlagen-Erhaltung (Luft, Erdatmosphäre/n, Klima, Land, Flora, Wasser, usw.) von vielen, für diesen Planeten zuvielen Menschen geht?! Darum überrascht Chinas Regierung, die fantasielos statt ihre strenge  Zweikind-Doktrin beizubehalten – die ein Vorbild für die ganze Welt ist, denn mit ihr sänke die Bevölkerung langsam, aber stetig – nun auch noch 3-Kinder-Familien erlaubt – statt kinderlose Singles und Einkind-Familien – Zwei- und Drei-Kind-Familien erzeugen die Ernährer und Betreuer der Alten – Chinas 3-Kind-Familie ist ein Rentenprogramm – dabei stellt China nicht in Rechnung, dass die „Alten“ in Zukunft nicht nur mehr, sondern jünger und gesünder, somit auch selbstversorgungs- und arbeitsfähiger werden, dass vor allem Medikamente gegen Demenz, Alzheimer und Krebs die Alten, die sich hauptsächlich wegen Demenz nicht mehr selber helfen können, von einigen grossen Lasten des Alters befreien werden. Noch sitzen der Instinkt oder Irrglauben in grossen Bevölkerungsteilen fest, sie müsse weiter wachsen, nein, wir als Gesamt-Menschheit in Afrika und Asien vor allem müssen weiter schrumpfen am besten global koordiniert, international orchestriert, nicht durch brutale Zäsuren oder „die Grosse Korrektur“ (s. 24.09.2523), zu der wir seit neuem technisch, militärisch fähig sind und irgendwann auch bereit, sollte unsere Unfähigkeit im Umgang miteinander obsiegen, was durchaus möglich ist.

PS. Eine Ausrottungs- und Rettungsphantasie könnte so aussehen (heute Verschwörungstheorie oder Science Fiction-Skript, morgen Realität): Die Miliitärs führen einen Krieg gegen „den Feind“ – tatsächlich aber gegen die zu grossen Bevölkerungsmassen, auch die eigene, intentional oder kolateral. Biologische Kriegsführung, Pandemie aus dem Militärlabor, vor der nur eingeweihte Eliten und isolierte Menschen geschützt sein werden. Bei Mormonen, Muslimen und vergleichbaren Ethnien wird eine strikte Familienpolitik auf Widerstsand stossen, zumal in jenen Kreisen, die naiverweise glauben, dass viel Nachwuchs langfristig den Sieg ihrer Religion befördert. Naiverweise, da sie z.B. ihren derzeitigen historizistischen Islam statisch in die Zukunft extrapolieren – ohne die Auswirkungen der post-abrahamischen Aufklärung, von Austritten, Reformen, usw. einzukalkulieren oder die Absicht anderer Kreise, gerade auch ihre Bevölkerung zu treffen (zu dezimieren). Man kann das „Faschismus“ nennen  und die Zivilgesellschaft muss darauf achten, dass solche Ausrottungs- und Rettungsphantasien nicht in Kreise geraten, die sie umzusetzen tatsächlich willens und imstande sind.

20.09.2523

Über exklusives Himmelsgehege und göttlichen Potlatch. Im Christentum (Matth. 13) finden sich Gleichnisse mit Menschen, die einen verborgenen Schatz finden und dafür alles veräussern, was sie sonst besitzen – solche „Gleichnisse“ sollen sie erbauen in ihrem Glauben an Jesus Christus (tatsächlich: der paulinisierte Jeshua) und andere ermutigen, ihr Judentum (Inbegriff für „die“ falsche Religion) zu veräussern, genauer: auszutauschen, da es doch nichts Wertvolleres als diesen Schatz gebe („eine Perle“, „ein verborgener Schatz im Acker„), eingehegt in ein göttliches Himmelsgehege, das nur dann zugänglich ist, werden die Eintrittsbedingungen erfüllt, wird der göttliche Türsteher überzeugt. Der Endzeit- und Parusie-Prediger verspricht seinen Folgern den göttlichen Potlatch (liefert ihn, veräussert sein Leben, opfert sein Blut für sie) als Lohn für ihre Folgsamkeit, für ihre persönliche Selbstveräusserung, Selbsthingabe, Selbstaufopferung – selber eine Art Potlatch -, für die Anpassung ihrer Lebensverhältnisse in der Genesis unserer Welt an die  „Wesensverhältnisse“ in der Genesis der Änigma – ein asymmetrisches Tauschgeschäft wird in den Himmel geschrieben: statt irdisches Lieben (endlich), himmlische Nächstenliebe (unendlich), statt Hingabe an Weltliches Hingabe an Göttliches, usw. Änigmatische erinnern an das göttliche Geschenk, das Jahwe Zebaot auf dem Berg Zion allen Menschen macht – egal, welchen Glaubens oder Unglaubens, welcher Moralität oder Unmoralität (Jesaja 25) – ein Festmahl und zum Dessert die Unsterblichkeit – dabei entfernt Jesajas Gott den beschenkten Verewigten die Nationalität (Volksstämmigkeit), die sich wie eine Hülle über sie gelegt hat, Matthäus Gott (Joshuas Vater) entfernt ihnen die Sexualität (Matth. 22). Sie werden – sind sie durch dieses Nadelöhr hindurchgegangen und auferstanden – weder freien, noch gefreit und „leuchten wie die Sonne des Vaters Reich“ (Matth 13) und „sind gleichwie die Engel im Himmel“ (Matth. 22)) – klar ist, soviel auch nicht klar ist, dass diese „Sonne“ nicht unsere, die der Genesis unserer Welt und diese Welt nicht „des Vaters Reich“ und ein lebender Mensch dieser Erde (noch) kein in die änigmatische Physizität transformierter „Engel im Himmel“ ist. Die Physizität der Genesis Änigma ist eine komplett andere als die der Genesis unserer Welt.

19.09.2523

Aus änigmatischer Sicht ist jede Religion dort Religion, wo sich änigmatische Spuren finden, die sich nicht „einhegen“ lassen.

18.09.2523

Über den Big Break. Wir gehen besser von einem Big Break als von einem Big Bang aus. Und von unserer totalen Überforderung, Anfang anders als nicht in irgendeiner Weise unserem Wesen nahe zu denken (Baumwurzeldenken, Genesis, Evolution). Alles Denken bewegt sich wie die Zahlenreihe – von 0 aufsteigend, absteigend, endlich, unendlich. Was Hegel „das Absolute“ nannte, ist lediglich ein Teich unserer Welt.

17.09.2523

Über den Anfang aller Anfänge nachdenken ohne Änigmatisches bleibt zu unterkomplex, zu eindimensional, soviel an die Adresse der heutigen Physik.

16.09.2523

Über Führerinnen. Für andere Frauen ist „nur“ das Arbeits-Dasein als Mutter und Kinder-Erzeugerin keine Option mehr, keine ausreichend lebenserfüllende oder finanzierbare – Mutter- und Berufs-Rolle sind zu harmonisieren- ein grosses Stück dieser Harmonisierung – Anlass, zu öffentlichen Debatten und Gegenstand von politischen Programmen – hat sich in modernen Gesellschaften bereits realisiert, die DDR war darin vorbildlich (genügend Kita-Plätze für Kinder von arbeitenden Mütter, Mitglieder des Arbeiter- und Bauern-Staats, etc.). Die Erfahrung im Führen und Erziehen von Menschen ist Müttern sicher nicht weniger, wahrscheinlich mehr als Vätern gegeben. Auch patriarchal dominierte Regimes wurden immer wieder von Regentinnen, Töchter oder Ehefrauen von Regenten, geführt. Hauptsächlich Sozialevolution, zusammengesetzt aus kollektiver Gewalt und Zustimmung (marxistisch: „Klassenkämpfe“), nur der Spur nach Gott, die Änigma, prägen unser Geschick und unsere Geschichte. Sogar im islamischen Machtbereich walteten,  vereinzelt, muslimische Herrscherinnen z.B. in Bhopal. Die erste muslimische Politikerin war Aischa, Mohammeds jüngste Ehefrau und Tochter des späteren Kalifen Abu Bakr, die sich in die grosse Kalifen-Politik einmischte, vielleicht auch in die Endredaktion des Korans. Hatte sie mit dem Verschwinden von Mohammeds Testament, das die Erbfolge und Zukunft des Islams bestimmen soll, zu tun? Wegen des Fehlens des Testaments von Mohammed – ein Gott der alles unter Kontrolle haben will, auch die Zeit, soll keines verfasst haben? Unwahrscheinlich! – ist islamische Führungspolitik bis heute Politik des Testament-Ersatzes und fehlenden Rechtfertigungsgrundes. Es entspricht sicher nicht dem Letzten Willen Mohammeds und Allahs, dass der Islam sich in Sekten trennt (ähnliches trifft für die christliche Kirche zu. Für die Hinterbringung eines Letzten Willens, der Weltmissionsbefehl, musste ihr Gott nach paulinischem Prinzip sogar auferstehen). Frauen wird besonders im akademischen Feld, im staatlichen Bereich und in grossen Wirtschaftsunternehmen Parität, die sich an Männern, die in Arbeit stehen, orientiert, gesetzlich zugesichert. Das „human capital“ der weiblichen Arbeitskraft der Bevölkerung soll intensiver kapitalisiert, profitwirtschaftlich nutzbarer gemacht werden, dabei wächst die weibliche Finanzkraft, und v.a. durch den wachsenden Anteil von Frauenproduktions- und -konsumleistungen am Bruttosozialprodukt, von Steuer-Einnahmen aus Arbeiten, die Frauen leisten, und Steuer-Ausgaben für Arbeiten, die Frauen leisten, gewinnen diese an staatlichem, politischem (juristisch, etc.) und gesellschaftlichem Einfluss. Die paritätische Gesellschaft ist eine Frage der Zeit und der Ökonomie.

15.09.2523

Wieviele Frauen unterordnen sich den islamischen Traditionen, weil sie die Gewalt ihrer Ehemänner, Brüder, Onkel, Tanten, Väter, Mütter, usw. fürchten und die Umwelt keine oder für sie nicht erreichbare Alternativen anbietet?  Wieviele Frauen schweigen, leben ohne sich gegen Ungerechtigkeiten im Arbeitsplatz zu engagieren, weil sie die Vorzüge des konservativen Weltprogramms: Mann geht arbeiten, Frau kriegt Kinder und kümmert sich um sie, geniessen? (Einige von ihnen sind mir bekannt. Sie kriegen lieber ein zweites und ein drittes Kind, schaffen sich dadurch Arbeit und Sinn des Lebens selber, als zur „entfremdeten“ Arbeit gehen zu müssen. Option die Männern und vielen Frauen nicht zur Dispositon steht oder einfach nicht gewählt, gewollt, gesucht wird).

14.09.2523

Über interaktive Dynamik der Tripolisation der Macht und Emanzipation von Frauen. Türkische, somalische, ägyptische, usw. Autorinnen im Kampf um persönliche wie kollektive Selbstbestimmung (gegen Zwangsverheiratung, Zwangsverstümmelung, usw.), um Emanzipation von männlich-herrschaftlicher Vormundschaft, die im islamisierten wie tradierten Patriarchat strukturell und präpositional angelegt ist: Lale Gül: Ich werde leben. Inci Y.: Erstickt an euren Lügen; Tuba Sarica: Ihr Scheinheiligen; Necla Kelek: Die verlorenen Söhne; Hülya Kalkan; Fatma B.; Ayaan Hirsi Ali; usw. Diese von der liberalen Umwelt ermutigte, bisweilen mutige Emanzipationsliteratur abwertend „Betroffenheitsliteratur“ zu nennen, auf diese Idee kam u.a. Christine Scharf-Haggenmiller (2017), die aus ihrer sicheren Sofaposition befindet, diese engagierte Frauenliteratur sei Teil eines mächtigen Machtdiskurses, ja, der so mächtig ist, dass die meisten dieser Autorinnen ihr Leben riskieren, Lale Gül untertauchen musste, Fatma B. nur anonymisiert publizieren konnte; Ayaan Hirsi Ali in die USA flüchtete, usw. Daneben publizieren auch angepasste „Vorzeige“-Türkinnen und -Kurdinnen, die sich auf moderate Weise selbstbestimmend fremdbestimmen liessen und damit ohne Risiko öffentlich agieren und propagieren: Melda Akbas, Hatice Akyün, Kübra Gümüsay. Zwischen diesen und den erstgenannten Autorinnen tut sich eine Kluft auf, die oft auch die heterogen emanzipierte Situation in den Regionen und Familien ihres Herkunftslandes, ihrer Herkunftsländer und weniger den Antagonismus zwischen modernem und konservativem Machtdiskurs als die Tripolisation oder tripolare Interaktion zwischen  post-islamischer Tradition und moderater und konservativer islamischer Tradition der Selbst- und Frembestimmung spiegelt. Nur Frauen, die innerhalb  der mindestens tripolaren Interaktivität von Selbst- und Fremdbestimmungs-Traditionen oder -Diskursen, von einer konservativen islamischen Tradition betroffen, bedrängt, allenfalls bedroht sind – während sie den anderen, alternativen Diskursen und Lebensentwürfen von anderen Frauen und Männern ausgesetzt bleiben – , stehen, sobald sie Widerstand ermutigt, selber widerständig zu sein, vor der Wahl, sich zu unterwerfen oder unter Einsatz ihres Lebens zu verteidigen und zu befreien, allenfalls auch von Brüdern, die für die Wahrung der Tradition und Ehre der Familie zu „Ehrenmorden“ ihrer Schwestern gedrängt wie willens sind. Erfahrungsgemäss mendeln und pendeln sich in Gesellschaften gaussche Mittelwerte ein, nicht unrobuste Extreme – das wird wohl auch bei dieser dynamischen Tripolisation zu beobachten sein. Gesellschaften sind bekanntlich im Fluss.

13.09.2523

Über den Anfang der Anfänge: statt Big Bang, genesianische Spur. Dass sich mit/aus genesianischem Bruch, bei weitem nicht gänzlich sondern aus einem im Getrennten, Disparaten, Inkommensurablen allseitig/beidseitig vorgespurten Bereich, eine Verbindung aufgrund der genesianischen Spur, aus dieser Änigma und Welt, „änigmatische Dimension“ entwickelte, das ist keine Figur aus der hegelschen Dialektik oder eine deleuzsche Figur. Genesianischer Bruch/änigmatische Verbindung/Dimension sind eine andere nicht-homogenisierte, kompliziertere, änigmatische, statt nur enigmatische Vorstellung des Weltanfangs/Spekulation über den Weltanfang – Spekulation, die sich eventuell an die Big-Bang-Spekulation unserer Physiker anfügen, in sie nicht bruchlos integrieren, „einbetten“ lässt (es bleibt offen, ob sich hier Physik mehr in Richtung (änigmatische) Philosophie bewegen muss oder (änigmatische) Philosophie in Richtung Physik).

12.09.2523

Über Akommunikation, Kommunikation und änigmatische Spur. Akommunikation besitzt ja nicht nur „minimale Familienähnlichkeit“ (Sloterdijk) mit Kommunikation, sondern durch Wörter und Buchstaben wiederholbare Identität mit ihr, Schrift/Sprache transformiert aussergewöhnlich Einmaliges in identisch Wiederholbares und, je nach Autor, identisch Wiederholbares in aussergewöhnlich Einmaliges. Das aussergewöhnlich Einmalige in einem einmaligen Kontext (Akommunikation) wird durch kommunikative Wiederholbarkeit dekontextualisierbar, disseminierbar (Derrida: „Schrift disseminiert!“), umgekehrt wird durch sie gewöhnliche Wiederholbarkeit aussergewöhnlich Einmaliges, kontextsingulär, kontextspezifiziert verstetigt.  Akommunikation wählt und nimmt den Weg unserer kommunikativen Mittel, dadurch wird das Akommunizierte kommunizierbar, wiederholbar, verbreitbar, missverstehbar usw. – Akommunikation tritt wie ein Traum überraschend und wie aus dem Nichts in unsere Welt. Im abrahamischen Religionskontext erscheint, erklingt Akommunikation wie das Wort „des Allmächtigen“ in der Sprach- und Sprecherautorität eines Herrschers, die an die von Müttern und Patriarchen gegenüber Kindern erinnert – eine „Famlienähnlichkeit“ für sich. Doch losgelöst von einem familienautoritär geprägten Gottesbild wird aus patriarchaler Sprecherautorität die Autoritätslosigkeit von Fremden, Unbekannten, die kein grosses Vertrauen geniessen können, vielmehr stellt die Autorität der Vorsicht ihre Sprechakte erst recht, solche, die wie aus dem Nichts stammen, unter besondere Beobachtung. Wer oder was spricht, schreibt?  Akommunikation besitzt Überrumpelungsautorität, bewirkt einen Überraschungseffekt, hier erscheint etwas, was nicht für möglich gehalten wurde, unüberhörbar, unüberlesbar wirklich. Akommunikation bringt sich zwar über vertraute Mittel zur Erscheinung, bricht aber mit dem Vertrauten, ist ein Einbruch in das Vertrauensverhältnis, das wir mit der Wirklichkeit  – Sprache, Kausalität, Gewohnheit, Umwelt – während Jahren aufbauten (aufbauen müssen) –  Akommunikation ist ein traumatisierender, die Wirklichkeit des Anderen, des Objekts, nicht des Ichs, des Subjekts betreffender Vertrauensbruch: ich werde mit „Du“ angesprochen, mit „Du“ bestätigt in meinem Ich!). Um in unserer Welt vernommen zu werden, wandelt sich Änigmatisches ihr und unserer Kommunikation an, das muss  nicht heissen, dass sie Familienähnlichkeit mit uns Menschen besitzt, sondern mindestens eine reduzierte Form davon herstellen kann. Insofern ist Gott, die Änigma, kein perfekter, kein vollkommener unperfekter, unvollkommener Mensch, kein Lebewesen unserer Genesis und ihrer Physizität, vielmehr ein Wesen ihrer Genesis und deren Metaphysizität, die wir der Spur nach an oder in uns tragen. Änigma.

11.09.2523

Über „modernes Islamverständnis“ und modernes Verständnis des Islam (post-abrahamisches, änigmatisches). Das eine versucht zu retten, was nicht zu retten ist, das andere sucht, was zu retten ist. Das gilt auch für die anderen Grosssekten.

11.09.2523

Über „modernes Islamverständnis“ und Feindschaft gegen Homosexualität in den abrahamischen Religionen. Seit Sodom und Gomorra zieht sich die antihomosexuelle Invektive durch die abrahamischen Religionen. Zu deren Profilierung gehört die Heteronormativierung des Sexuellen und ihr Antihomosexualismus auch als Abgrenzung gegen das „Heidentum“ (heidnische Praktiken). Der heterosexuelle Mann kommt im Islam mehr noch als im Judentum und Christentum auf seine Kosten und zwar mehr noch als bei ihnen auf Kosten von Frauen und Homosexuellen, sein koranverbürgter Privilegienkatalog reicht von Polygamie, Zweitfrau bis Sexsklavinnen. Wenn mit „modernem Islamverständnis“ die substanzlose Modernisierung, ein politisch korrektes Wenn-es nicht passt, wird-es-passend-gemacht verstanden wird, dann bewegt sich diese Sekte oder Religion im Modus der Selbstanlügung, der Verklärung und bei Homosexuellen in einer Art Stockholmsyndrom – nach fast zweittausendjähriger Homosexuellen-Plagerei-, Ächtung- ,-Verfolgung und -Ermordung drängen ausgerechnet Homosexuelle an die Altare der christlichen Kirche: als wollten sie Satisfaktion, Revanche, nicht nur die langersehnte soziale Akzeptanz und bürgerliche Gleichstellung in allen Bereichen, auch in religiösen. Die Änigmatische Bewegung akzeptiert sie von Anfang an- doch ihr fehlt, was viele Menschen mit gleichgeschlechtlich orientierter Sexualität seit eh begehren (man könnte es als „kleinbürgerlich“ abtun aus privilegierter Sicht): soziale Akzeptanz, Tradition, Altehrwürdigkeit, heterosexuelles Establishment.
In „guter“ abrahamischer Tradition nach Judentum und Christentum nennt der Koran, Homosexualität „das Abscheulichste“ (Sure 7), besonders männliche, Frauen wurde auch in dieser Frage für weniger „voll“ genommen – wobei es auch bei ihnen vereinzelt zu Steinigungen, zu öffentlichen Hinrichtungen kam (die letzte im unserem  Kulturkreis anfangs 18. Jahrhundert – vgl. Steidele, 2004). Ein modernes Islamverständnis, das wirklich „modern“ ist, ist ein postabrahamisches, änigmatisches. Es hat sich, sofern es religiös bleibt, von der antiken Grosssekte gelöst und das Göttliche in der änigmatischen Spur gefunden, die sich auch durch einen Islam ziehen kann.

10.09.2523

Nimm an Du hast einen Haustraum und begegnest zwei, drei Monate oder Jahre später diesem Haus. Du würdest das Haus irritiert, überrascht (wieder) erkennen – und – um sicher zu gehen – dass es „dasselbe wie im Traum“ ist – gespannt nachschauen, ob auf der linken Hauswand  mit grünem Spray „Tanne“ geschrieben steht  und ein Garten ohne Bäume liegt. Tatsächlich. „Tanne“ und baumlose Rasenfläche sind vorhanden, es muss dasselbe Haus sein wie im Traum. Der Zufall wird das kaum erklären. Deine Zeitvorstellung erhält mindestens einen kleinen Riss. Das muss aber nicht heissen, dass die Wirklichkeit an sich rissiger geworden ist, eher ist sie vollständiger, komplizierter, umfassender geworden oder verweist zumindest jetzt für Momente frappierend unverhüllt darauf. Es beginnt in Dir zu arbeiten, Du suchst nach Erklärungen.  (Zu Synchronizität siehe ÜdA 1-8 und C.G.Jung)

09.09.2523

Über die Entstehung „Gottes“ und der Welt aus dem Genesian: ihr Trennendes und Verbindendes. Die Evolutionen von Genesis Änigma und Genesis unserer Welt können wir uns in Parallelität so vorstellen, dass aus dem Ursprung beider Genesen und ihres Bruches, Abstands, eine Art Verbindung entstand oder ihr Ursprung diese Verbindung als auch der Grund ihrer Unverbindbarkeit, ihres Bruches ist – der Teil, der sie verbindet, diese mit jener anders als jene mit dieser, ist die änigmatische Dimension – ähnlich wie in der judäischen Bibel der „Heilige Geist“ – oder die genesianische Spur (Urgrund oder Genesian beider Genesen). Genesianische Spur/änigmatische Dimension ist mehr als die abstrakte Gemeinsamkeit von Mensch und Gott, nicht Nichts zu sein. Zu unserer Welt gehört sie ursprünglicher als die Aliens, über die die Von Däniken und Science-Fiction-AutorInnen spekulieren.

08.09.2523

Über Sinn und Unsinn von Akommunikationen.  Was will Gott, Änigma, von uns eigentlich? Warum mischt sie sich ein?  Warum werden Einzelne von uns akommuniziert? Aufgrund des genesianischen Bruchs – und grundhafter, grundtiefer geht aus änigmatischer Sicht nicht – und der äusserst formalen Gemeinsamkeit von Lebe- und Seinswesen, nicht Nichts zu sein – äusserlicher und formaler geht aus änigmatischer Sicht nicht -, ist nicht klar, was Akommunikationen tatsächlich wollen oder sollen in der Genesis unserer Welt. Wir unterstellen der Änigma – Formen von ihr, meistens maskulinisierte – gerne das Wohlwollen der Mutter, die jedes Kind, so wie es von ihr gezeugt, ausgetragen und gebärt worden ist, liebt (bevorzugt ChristInnen mit ihrer Jesus-Überidentifikation rufen ihre innere und verinnerte Mutter in Sätzen wie „Ich weiss, dass mich Jesus liebt (…), wie ich bin“ hervor), andere erfinden ihre Verlorenheit im Sein, die nur ein Retter eines anderen, besseren Seins retten, verwandeln, unendlich optimieren kann. Gehen wir davon aus, in einer Welt mit änigmatischer Dimension zur Welt zu kommen, gehören Akommunikationen „einfach“ zur Natur, zur Welt von uns, zu unserer änigmatischen Spur. Und die Frage, was sie sollen und wollen hier, können wir dann genausogut an uns stellen: was sollen und wollen wir hier eigentlich? Änigmatische haben Antworten darauf, sind die Antwort.

07.09.2523

Über das Inkommensurabel-Sein von Genesis unserer Welt und Genesis Änigma. Es ist also nicht von einer Gemeinsamkeit des Seins auszugehen – wie Heidegger – sondern von der reduzierten Form von „Gemeinsamkeit“, nicht Nichts zu sein, die Gemeinsamkeit von Genesis unserer Welt und Genesis der Änigma liegt in den Zeitlosen Äonen und trennt der genesianische Bruch (selbt dort, auf dem Grund der Gründe, liegt ein Bruch zwischen dieser und jener Genesis, nicht nur ihre Verbindung).

06.09.2523

Über Genesis unserer Welt und Genesis der Änigma – kleinste Gemeinsamkeit und grösste Verschiedenheit. Durch ihr Teilnehmen an uns, nehmen wir Teil an ihr – naheliegend wäre zu sagen „sind wir Teil von ihr, ist sie Teil von uns“. Akomunikation nimmt Teil an unserer Kommunikation, nimmt Teil am gleichen Sein. Der kleinste gemeinsame Nenner von Lebewesen unserer Art und Seinswesen dieser ist: nicht Nichts zu sein (vgl. Sloterdijk (2020, 46): „Es muss eine minimale Familienähnlichkeit geben, um zu stifen, was man ein „Verhältnis“ nennt“), sonst/ausserdem besteht/als Kluft// der seinsmöglichst grösste Unterschied, die von uns nicht einmal mehr denkbare Verschiedenheit //Andersartigkeit von///Genesis unserer Welt und Genesis Änigma.

05.09.2523

Mit einem feinen Gespür für das Änigmatische ihrer Welt und ihres Wesens  Schrift von heiliger Schrift, (änigmatische Spur in ihr), Kommunikation von Akommunikation unterscheiden.

04.09.2523

Nicht nur wir bringen den Himmel zum Sprechen (Sloterdijk), der „Himmel“ (die Änigma, änigmatische Dimension) bringt uns zum Sprechen.

03.09.2523

Über die Techne der Änigma. Das Wunderbare als das Machbare, das Machbare als das Wunderbare an der technischen Leistung, dass Menschen den Mond und den Mars erreichen, ist, dass wir es schafften, diese riesige Distanz mit ihren riesigen Problemen heil, schadlos, wiederholbar zu überwinden – ähnlich sollten wir uns Akommunikation vorstellen, dass es die Änigma schafft, uns über die riesige Distanz, die uns trennt und unterscheidet, zu erreichen – das ist das Genie, die „Göttlichkeit“ oder „Techne“ der Änigma.

02.09.2523

Über änigmatische Pfingsten. Pfingsten ist änigmatisch nicht nur christlicher, sondern globaler Feiertag der Akommunikation, wir feiern, dass es änigmatische Akommunikationen gibt, die sich wie fremde Zungen auf die Zungen der Menschen legen. In ihren Sprachen ihre Sprache/n sprechen (Änigma spricht, in dem sie in menschlichen Sprachen sprechen lässt. Vielleicht führ sie ein Selbstgespräch des Seins durch uns. Lässt es uns dadurch an ihm partizipieren, partizipiert es nicht nur an unserem Schicksal).

02.09.2523

Über Akommunikation oder wie der „Himmel“ uns zum Sprechen bringt. Der Titel von Sloterdijks Den Himmel zum Sprechen bringen, 2020, ist einseitig und unvollständig, aus änigmatischer Sicht lässt auch der „Himmel“, die Änigma Menschen in deren Sprache zum Hören, zum Lesen – zum Beispiel ihrer kraxeligen Handschrift in einer Raumprojektion -, und/oder zum Sprechen, zum Nachsprechen dessen bringen, was sie ihnen in ihrer jeweiligen nationalisierten wie individuierten Sprache als seiendes Wesen, Seinswesen, nicht als Lebewesen mitteilt. Ihre Mitteilung kann nur durch Lebewesen an Lebewesen und durch deren Sprache als individuierte, nationalisierte mitgeteilt werden, sie besitzt keinen anderen Access zu uns (ausser vielleicht am Weltende, wo die änigmatische Dimension über die Welt kommt, nicht das Nichts, doch dann existiert die Menschheit wohl kaum mehr). Die Änigma kann wahrscheinlich in allen nationalisierten Menschensprachen Menschen akommunizieren, spricht insofern alle Sprachen unserer Welt und keine: das  charakterisiert ihre „Sprache“, die „Sprache“ der änigmatischen Welt. Vielleicht erfolgt Akommunikation mehr durch eine Dimension als eine Person, einen Mechanismus als eine Intention – also in unserer Welt umwelt-bedingt, weltgeschichte-bedingt. So erzeugen auch wir ihre Rezeptivität, nicht nur sie ruft uns an, wir rufen sie hervor. Die Änigma, die nicht in unserem Jetzt und Hier festgehalten ist, akommuniziert über die nationalisierte individualisierte Sprache, die metasprachliche Vernunftebene und die meta-zeiträumliche Personalität (Gewordenheit) zu der im Jetzt und Hier festgehaltenen Person, deren Werden unerschlossene Zukunft in erschlossene Gegenwart und Vergangenheit transformiert (aus ihrer linearisierten Zeitperspektive). Die Akommunikation transzendiert als nationalisierte Sprache das Nationalisierte, aber auch die Person und deren Hier-und-Jetzt-Zeitraum für und innerhalb desselben (sonst würde sie es nicht verstehen, allenfalls als wirren Traum abtun).

01.09.2523

Über die Münchner Runde im Bayrischen Rundfunk (TV): Thema: Scheitert die Kirche an sich selbst?“  (oder welche göttliche Mutter erwartet uns in der Ewigkeit?) Gäste: zwei jüngere Damen und zwei ältere Herren. Ein Moderator und  vier Hardcore-Katholiken. Jacqueline Straub, kath. Theologin und Autorin, Clara Steinbrecher,  Sprecherin von Maria 1.0., der Augsburger Bischof Bertram Meier und Kai Christian Moritz, Systemopfer, Missbrauchter und Vertreter des Betroffenen-Beirats der deutschen Bischofskonferenz. Auf die Frage des Moderators an Moritz, warum er in der katholischen Kirche geblieben sei nach solchen Erfahrungen, antwortete dieser:  Das sollte man besser die Täter, nicht die Opfer fragen. Nun funktioniert die blosse Umdrehung einer Fragen nicht immer./////
Tatsächlich lässt sich an dieser Runde beobachten, wie diese Grosssekte an sich scheitert, aber auch, welche keineswegs neuen Wege und Strategien (man kann es auch Selbstverleugnung und -verblendung nennen) sie unternimmt, um ihr Scheitern möglichst auszuschliessen. Wirklich gläubige ChristInnen der paulino-christlichen Linie  (d.h. katholische, reformierte und orthodoxe – nicht änigmatische, post-abrahamisch aufgeklärte) verbinden mit der Apologie ihrer Kirche die Rettung ihres persönlichen Heils, auch deshalb ist eine „objektive“ Diskussion sowie eine historisch-kritische Lektüre der „Bibel“ mit ihnen nur beschränkt bis nicht möglich (Grund, warum Theologie nicht an Universitäten, sondern in Glaubenshäuser gehört).
Katholik Moritz ist offensichtlich nicht willens obwohl er gute Gründe hätte dafür, in der paulino-christlichen Sekte selbst einen prinzipiellen Defekt zu sehen, der für die hohe Konzentration von Pädophilen und Homosexuellen, die sich an Knaben vergreifen, Mit-Ursache ist, bevorzugt es vielmehr, die heilige Kirche und ihren Jesus Christus für unantastbar zu erachten und den prinzipiellen Defekt im Menschen zu verorten. Er verdrängt und verschiebt sämtliche Probleme der Sekte auf die der betroffenen Männer und der Moderator verzichtete einmal mehr mit einer kritischen Nachfrage die Grenzen´ oder Gültigkeit dieser Trennung zu hinterfragen und damit das Thema dieser Runde ins Gespräch zu bringen Die Priester-Pädophilen und Pädo-Homosexuellen bestätigen in einer selffulfilling prophecy eine Grundthese ihrer Sekte, nämlich dass alle Menschen Sünder seien und nur der göttliche Sündenbefreier die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben – ist er für sie nicht sogar den Opfertod gestorben. Das Böse hat sie in Versuchung geführt und erlösen kann sie nur der liebe Gott. Quod erat demonstrandum. Deswegen sind für sie die Beichte und Absolution die christlichere Lösung als Exkommunikation und strafrechtliche Verfolgung der Missbrauchskriminalität, plus gerichtlich verordnete Psychotherapie. Eine alte kirchen-staats-rechtliche Praxis prallt auf eine moderne strafrechtlich-sozialtherapeutische Praxis. Die Täter werden – wie der Bischof meinte – im schlimmsten Fall exkommuniziert: weil sie Gott beleidigten. Da das bislang so gut wie nicht geschah, bestätigte er unfreillig seine These, dass nicht die Rechtsgläubigkeit, sondern die Glaubwürdigkeit der Kirche „das“ Problem sei. Von sehr weit innen betrachtet, von aussen betrachtet, krankt diese „Kirche“ an prinzipielleren Problemen – zu ihrer antisemitischen DNA siehe …..2523.
Lèse majesté: Majestätsbeleidigung höchstens Grades findet statt, meint der Bischof, wenn Priester sich an Kindern vergehen. Nein. Sie beleidigen ihren Gott nicht, sie bestätigen seine Einsicht, dass sie sich ohne seine Hilfe – Luther nannte es „Gnade“ – nicht aus ihrem Sündenzustand befreien können. Ausserdem sind Anthropomorphisierungen des Göttlichen, der Änigma (Stichwort: Beleidigtsein) nicht nur für Änigmatische befremdlich.  Wenn die pädophilen Priester per se Sünder sind, dann sollen sie es auch per actu, also richtig sein – strafrechtlich betrachtet (seit neuem): Kriminelle – kirchenrechtlich (seit ewig): Sünder. Diese Sünden-Entsünder-Ideologie, die sich besonders gegen Sünden im Bereich Sexualität, Inzest und Homosexualität richtet, befördert in Wirklichkeit, was sie ideologisch indoktriniert: das Sünden in diesem Bereich (auch Selbstbefriedigung gehört dazu) und das Versprechen, ungeschoren davonzukommen – nicht durch ausschliesslich gute Taten, pelagianistisch – das sei vergeblich – , sondern durch schlechte, plus die Göttliche Gnade, dazu gehört die Vertuschung der Vergehen in Form von „Absolution“ im geheim gehaltenen Zwiegespräch der Beichtkabine. Und sollten die Täter-Priester tatsächlich exkommuniziert werden, treten sie nicht selber aus der Kirche: Was geschieht mit ihnen nach dem Tod?  Zuvor drohte ihnen die Hölle- wenn nicht Jesus Christus Barmherzigkeit sie vor dem Schlimmsten bewahrte (Jesus hätte auch Judas vergeben und ins Leben zurückholen sollen, der wegen seines Verrats an ihm aus Schuldgefühl und Scham Suizid beging. Der Auferstandene versäumte, das zu tun. Zu seiner Entschuldigung muss gesagt werden: vor seiner Himmelfahrt hatte er alle Hände voll zu tun. Dazu gehört: im See Genezareth schwimmen, dann nochmals flott darauf herumspazieren (wird ihm bestimmt fehlen im Himmel!) Wie es mit Joshua post mortem wahrscheinlich in Wirklichkeit aussieht, siehe ….. 2523 Über die am besten versteckte Leiche der Welt. Dazu, ,wie der christliche Potlatch den jüdischen ruiniert, vgl. 07.08.2523) Nochmals die Frage: Was geschieht mit den Exkommunizierten? Verfolgt sie der christliche Gott immer noch – oder erkennt er – perfekt organisiert, wie der Himmel ist -, dass ausser seinen Schafen alle anderen Menschen – tot und lebendig – nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen?  Wartet statt der Hölle, das Nichts auf sie? Wäre im Fall von schwerer Sünde, die keine höhere Gnade findet, der Hölle nicht ein Nichts vorzuziehen, also ein schneller Austritt aus der Kirche im Sterbebett? Offenbar müssen in die Hölle Unterscheidungen eingeführt werden, das haben die Scholastiker und Dichter Dante richtig erkannt. Eine Hölle für Sektenmitglieder muss separiert werden von einer für Heiden (Falsch-Gläubige). Und die Hölle für Sektenmitglieder muss nach der Schwere der Vergehen in Stufen oder Kreise unterschieden werden  – Dantes erster Kreis ist der Limbus, in den letzten Kreis verdammt er die Verräter, die Judase. Von den Juden, Altjuden, die diesen Verrat anzettelten, von dem verschwiegenen zehnten Kreis nicht zu sprechen, jedenfalls nicht offen, nur als ständiger anti-semitischer bzw anti-judaischer Subtext (zum „paulinisches Prinzip“ siehe….).
Ein anderes Problem, warum die katholische Kirche an sich scheitert, ist ihr Festhalten an der Verbindung mit Joshua. Eine Verbindung, die die Reformierten entkoppelten, weil mehr Gründe gegen als für sie sprechen. Auch aus religionswissenschaftlicher und post-abrahamisch aufklärender Sicht ist diese Verbindung mehr als fraglich. Fangen wir mit dem historischen Joshua an: Mit einem ihm wahrscheinlich identischen oder nahen Joshua, Mensch, aber akommuniziert, der auf die Parusie seines göttlichen Vaters, Moses Gott, wartet und sie ankündigt, ist kein Staat, ist keine Kirche zu machen – das haben die Paulinisten, nicht die Joshua-treuen Originalchristen (Ebioniten) und Anti-Paulinisten, klar erkannt und in praktische Konsequenzen und Prinzipien (in „das“ paulinische Prinzip) umgesetzt. Die katholische Paulinistin Clara Steinbrecher betonte, insistierte, der Glaube an Jesus Christus sei mit dem an die Katholische Kirche nicht zu trennen – sie sei von Christus gegründet, auf ihm untrennbar errichtet worden, passend dazu die Legende, dass der Vatikan auf Petrus Grab und Erbe steht.
Aus quellenkritischer und postabrahmisch-aufklärender Perspektive spielt sie auf eine Passage (Matth 16) in der paulinisierten Endfassung des Matthäus-Evangeliums an, dem wahrscheinlich eine ebionitische Version ohne die Kombination von Jeshuas Auferstehung und Gottsohnschaft, zugrunde lag, aber für die Erleuchtung des Paulus und, damit verbunden, die Rettung des Christentums in Form der göttlichen Überlegenheit des Jeshua über jüdische Propheten, als ihr mensch-göttlicher Vollender, äusserst wichtig und untrennbar war. Das Ganze beschrieb die Redaktion als Gespräch im „inneren Zirkel“: die Joshua-Redaktionsfigur fragt – rhetorisch – seine Jünger, wer er sei – nachdem die Namen so bedeutungsvoller jüdischer Propheten wie Elia und Jeremia und der zeitgenössischen Vorbereiterfigur Johannes der Täufer gefallen waren (offenbar war es so ganz klar nicht),  vollendet in diesem nachgedichteten Text die Petrus-Figur die Ekstase und sagt: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.„/Einheitsübersetzung (2016) „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ . Offensichtlich ist dieser Gott anders „lebendig“ als sein „Sohn“ und als der „tote“ Gott der Eliase. In Matth 22 wird er als „Gott der Lebenden, nicht der Toten“ vorgestellt. Für den interjüdischen Generationenkonflikt, der sich  am Anfang  des Christentums virulent abspielte (wir denken an die Äusserung, Jeshua sei nicht gekommen, um den Frieden, sondern das Schwert zu bringen, das Söhne und Töchter von Vätern und Müttern jüdischer Familien entzweit – was tatsächlich geschah), für ältere Generationen (und traditions bewusste Junge, die sich ihr anschliessen) war das eine schockierende, aggressive Botschaft: Wir sind nicht die Vergangenheit, die tote Religion der verstaubten, papierenen Propheten eines verstaubten, papierenden toten Gottes  Abrahams- sondern die Zukunft, die Religion des lebendigen Gottes und seines lebenden Sohnes im Widerstand und in der Überwindung des „Alten“:

  (Matth 16 „Du bist Petrus und auf diesem Felsen will ich bauen meine Gemeinde und die Pforten der Hölle [gemeint v.a. ältere Generation, Rabbis, d.V.] sollen sie nicht überwältigen„(Luth 1982) die Einheitsübersetzung (2016) macht aus dem lutherischen „Gemeinde“ kurzerhand das katholische „Kirche„: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben: was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein [….hauptsächlich auf diesem fragwürdigen, weil anachronistischen Schwenker von „Gemeinde“ zu „Kirche“ und Halbsatz fusst das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes von 1870]. dann befahl er den Jüngern niemandem zu sagen,  dass er der Christus ist.“ [gemeint: der prophetisch angekündigte, erwartete jüdische Messias aus dem Königshaus Davids. Doch dieser Wissens-Hintergrund ist hier gar nicht mehr erforderlich, „Christus“ steht für sich, der Text wurde wahrscheinlich lange nach der Gründerperiode des Jeshuanismus und nach 135 n.Chr.  z.B. in Rom geschrieben. Es geht in dieser Inszenierung des paulinischen Prinzips hauptsächlich oder „nur“ darum eine Überlegenheitsekstase über die jüdischen Propheten und die „Pforten der Hölle“ -gemeint v.a. Rabbis – zu manifestieren. Gefragt werden seine voreingenommenen, beeindruckten Jünger, die ihm sagen sollen, wer er in ihren Augen sei:  „Elia„, „Jeremia“ (Jesaja wird nicht erwähnt), „Johannes der Täufer“ – die Petrus-Figur wird sagen, du bist mehr: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn“ (gemeint Sohn des Gottes Abrahams, Isaaks, Jakobs und Moses, vier jüdische Ur-Patriarchen. Nein, kurzerhand wird ein „lebendiger Gott“ daraus, der ohne Namen bleibt, aber in Ankunft begriffen ist („Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht!“ (Matth 24)), es wird ein lebendiger Vater-Gott dieser (jungen) Generation von Juden und Jüdinnen sein. Hier klinkte sich Marcion im 2. Jh.n.Chr. ein mit der These, ihr Gott sei ein Gott einer eigenständigen Theologie, vom alt-jüdischen Gott und dessen Theologie zu trennen. Dabei gibt es auch im alten Judentum mindestens den jesajaschen Jahwe Zebaot und den mosaischen Jahwe, ausserdem hätte diese Trennung die geheime Kraftquelle des „Neu-Judentums“ und Testaments zerstört. Für die Paulinisten war deshalb Marcion – der viele Anhänger hatte -„der“ Häresiarch, ähnlich wie für die Ebioniten Paulus „der“ Apostat war .Doch in Jeshuas Testament  – wer es auch immer verfasste – steckte noch mehr Dynamit: Danach erklärte „Jesus seinen Jüngern“ -. wie es weitergehen wird –  er müsse nach Jerusalem gehen und von den …. ., Phärisäern, Rabbis vieles zu erleiden…..[nicht: Römer! Wurde der Text in Rom nach 135 n.Chr. entredigiert („nach dem Bar-Kochba-Aufstand wurde es für die Christen noch wichtiger, sich von den Juden zu distanzieren, um nicht den Zorn der Römer auf sich zu ziehen“ (Eriksen u.a. : Judenhass, 2005, S. 34)) das mit Argusaugen die neue „Judensekte“ beobachtete, die sich populistischer und niedrigschwelliger als die ältere Judensekte für Römer und Römerinnen öffnete? „Die christliche Propaganda war weit effektiver als die jüdische, weil sie ein besseres Angebot zu einem niedrigeren Preis offerierte, …“, ebd., S. 34], …..getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“ (2016). Petrus bittet ihn, das nicht zu tun, Jeshua, ermahnt Petrus. „Weiche von mir, Satan“ [lies: Rabbi, „normaler“ Jude], denn so zu denken sei menschlich (lies: alt-jüdisch), nicht göttlich (lies: judäo-messianisch): Will heissen, Jeshua lässt sich nicht von seiner göttlichen Mission, die seine Mörder erfüllen müssen, abbringen, nur „Satan“ (lies: Petrus, der sich kurz vergisst und zum alten Juden wird) will ihn daran hindern, er geht für seine Überzeugung, dass er Sterben und nach drei Tagen auferstehen muss als Sohn Gottes dorthin, wo seine Selbstinszenierung todsicher zum Tod führen wird – er betreibt wie einer, der sagt, ich werde mich jetzt von diesem Haus stürzen und sterben (oder nach drei Tagen aus dem Koma erwachen) und es dann tut mit den vorausgesagten Konsequenzen: Selffulfilling prophecy. Die ganze Passage folgt dem paulinischen Prinzip, d.h. wurde in der Regel geschrieben oder kann geschrieben werden, ohne stattgefunden zu haben oder „muss“ so geschrieben worden sein, weil diese Erzählung Jahrzehnte später Jesus in die Gegenwart zurückholt, aufleben und auferstehen lässt – Schrift als Auferstehungs- und Verewigungsmedium wird zur Religion selbst, zu „der“ Buchreligion (vgl. ….2523). An dieser paulinischen Nachdichterei, in dieser medialen Auferstehung durch das Auferstehungs- und Verewigungsmedium Schrift – die die Rettung, Auferstehung und Ewigkeit des Christentums enthält –  hängt die paulino-katholische Kirche und die Rolle des Papstes bis heute. Sie wird als wahre Akommunikation ihres Mensch gewordenen Gottes, Jesus Christus, interpretiert. Nach der lutherischen Lesart, die die Bibel ebenfalls naiv als Akommunikation sakralisierte, reichte eine Passage aus ihr nicht, sondern erst die „ganze Bibel“ und nicht der Papst, allein „Christus“ wie ihn Luther mediävistisch-paulinisiert las, bildete die „wahre“ Christenreligion. Damit kamen die Lutheraner flexibler und näher an den Text  – an die Schichten des Textes, damit aber auch in die „gefährliche“ Nähe ihrer Dekonstruktion – als die Alt-Kirchlichen, für die die lutherische Dialektik Ketzerei war, Gedankengut des Teufels, zunächst also das von Rabbis, jetzt das von Lutheranern, die des Teufels waren. Dasselbe sagte Luther vom Papst (der alte jüdische Generationenkonftlikt verschiebt und erneuert sich als Konflikt zwischen Altkirchlichen und Reformatoren). Anschauliche Exempla, Ereignisse, Wundererzählungenö, mit Guru, Heiler, Messsias und Sohn Gottes im Zentrum, sollen ausserdem ins Feld geführt werden und vor Augen führen wie änigmatisch, wie übernatürlich das Wirken ihres Jeshua ist. Die Passage (Matth 16) lebt abgeschlossen in einem Manichäismus, der scharf zwischen Himmel und Hölle trennt – und wenn es heisst, der Menschensohn kehre in aller Herrlichkeit zurück, dann könnte man glauben: als Personal-Union von Vater, Sohn und Heiliger Geist ,doch als der Menschensohn-Gott gefragt wurde, wann genau er zurückkehre, deutet er an, dass er nicht die höchte Instanz im Himmel ist, denn das wisse „nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Matth 24).
Die Maria 1.0- Anhängerin glaubt fest daran – beteuert mehrmals -, dass dem so ist, dass sich ihr bei der Lektüre des „heiligen Textes“nicht paulinische Kommunikation (Nachdichtung) sondern göttliche Akommunikation (Unmittelbarkeit) offenbare. Rezeptionsästhetisch soll der Text auch so wirken: er soll wie ein realistischer Roman Realität suggerieren. Originale O-Ton-Widergabe göttlicher Worte, Jeshuas Letzter Wille, notiert in Schrift und Archiv für die Ewigkeit. Tatsächlich ist es eher so, dass das Jahrzehnte später, lange nach dem Tod des Jeshua, sicher nicht in Jersualem, vielleicht in Rom, nach dem „paulinischen Prinzip“ rückprojiziiert und „rekonstruiert“ wurde – nach der Massgabe, ungefähr so muss es geschehen, muss es gesagt, verkündet, dann vollbracht worden sein – -jedenfalls für jene, die davon ausgehen, dass die Jeshua-Erscheinung des Paulus der in Jerusalem auferstandene Jeshua war (den Paulus nie gesehen, nie gekannt hatte – wie sehr muss er sich eine Begegnung mit ihm ersehnt, ja herbeigeträumt haben! Und wie sehr rief diese Begegnung nach einer Erzählung, die erklärt, wie Jeshua auferstand und dem Paulus und seinen Folgern die „Weltmission“ befahl, sein Testament in ihre Hände legte – vielmehr geschah in seinen Tagen bis zur Himmelfahrt nicht -jedenfalls wurde es nicht nach Matth überliefert….).
Wer wollte eine überzeugte paulinische Christin enttäuschen, wer könnte sie von diesem Glauben an einen Roman, der bloss ein Roman ist, abbringen? Wer wollte ihr quellenkritische Lektüre der Bibel erklären – dass sie diesen Text zunächst zu sortieren hätte – in die verschiedenen Joshua-Figuren aus verschiedenen Rezeptionsepochen. So dass Sie sich enscheiden müsste (oder könnte), an welchen Joshua sie sich orientieren möchte (oder müsste), um ihren Glauben zu retten, um ihn der historischen Wahrheit, der änigmatischen Spur gemäss (oder näher), zu erhalten, zu verlassen oder zu „opfern“, ihn nicht einmal mehr sicher zu finden? Weil die Christen ihren heiligen Text verpfuschten, und das echte Testament des historischen Jeshua zerstörten? Wer gibt sich mit einem nicht ganz so sicheren Glauben ab, der eh nicht ganz sicher ist darin, was er verspricht und erfüllt? Auf diesen Weg muss sie sich, müssten sich die Clara Steinbrechers und Kai Moritzens schon selber bringen oder sie bleiben und werden dort selig, wo sie sich angekommen und aufgehoben fühlen, wie umarmt von der göttlichen Mutter in Ewigkeit. Änigma.

30.08.2523  (Thema-passend verschieben u.a. zu Mathematisierbarkeit von Erfahrung)

Anmerkungen zur Vernunft als Teil von PAI. Ist die Vernunft Teil des zweiten Immunsystems der Physisteme, von PAI (Psycho/Placebo affine immunity), indirekt damit auch von ihrem ersten Immunsystem, von GAI (Gen affine immunity) ? Besonders in jenem Teil – wo sie über Vertraut/Fremd, Harmlos/Gefährlich – also auch emotiv über Angst differenziert und differenzialisiert? Inwiefern entstand „Vernunft“ durch die Spaltung von PAI und GAI?. Desweiteren – inwiefern ist „Vernunft“ Teil der dynamischen, Bewegung, ,Handlung und Ziel evozierenden und koordinierenden Physik der Physisteme? (Beispiel. bei Hunger – Ziel: Nahrungsbeschaffung, ähnlich wie das die Lunge mit Sauerstoffbeschaffung leistet – also dauerhaft und sicher, weil auf ausreichend Ressourcen zurückgreifend. Das Beispiel und die primäre Erfahrung einer sicheren Nahrungsbeschaffung findet die Vernunft der menschlichen Physisteme in sich selber! Von der Plazenta über die Muttermilch bis zur Atmung. Die Ökonomie der Fischerei, die Feldwirtschaft, die Haustierzucht – das ist Auslagerung innerer Erfahrung in die Arbeit mit der Umwelt zum Zweck und Ziel dauerhafter und sicherer Nahrungsbeschaffung wie eingeborene Teilsysteme der Physisteme sie in der Bearbeitung von Umwelt (Luft) dauerhaft und sicher realisieren. Hierbei entsteht ein erster vernünftiger Begriff von Arbeit und Arbeitswert als Lebensaufwand mit elementarem Lebenserhaltungswert) Wie berechnet „Vernunft“ Risiken, schätzt Vernunft Erfolgchancen einer notwendigen Zielbeschaffung (Arbeit) ein (Strecke sicher durchmessen, statt stürzen, Pilze sammeln, ohne sich zu vergiften (d.h. sie sicher unterscheiden können), Pfeil abschiessen, ohne das falsche zu treffen und das richtige Beutetier zu verfehlen, Kind hochheben, ohne es fallen zu lassen, etc.), wie plant sie zwar notwendige, aber realisationskontingente Zielverwirklichungen? Ein Teil dieser Antwort findet sich bei Piaget, der die Entstehung des „physikalischen Denkens“ beim Kind untersuchte. Ein anderer Teil geht weiter zurück, u.a. zu Ernst Mach und den „Vernunftökonomen“ sowie zur anthropologischen Philosophie.  Fazit: Es  existieren mindestens zwei Bereiche von „Vernunft“ der Physisteme: einen GAI-affinen, und einen Physik-affinen, einen psychologischen und einen physischen, beide lernen durch Empirie und Praxis besser zu werden, also schneller und sicherer, genauer und komplexer, einfühlsamer und/oder rücksichtsloser, usw. Zur ersten Empirie und Praxis der Vernunft gehört basal: Herumlaufen, Spielen, Arbeiten in bekannten, benutzbaren Umgebungen, beginnendes Sprechen, Sich-Austauschen, Einschätzungen-Mitteilen (Fingerzeig auf Objekt : „Ha–uuus“ ?  Rückversicherndes Feedback: „Ja, Haus!“ usw.) mit bekannten, vertraulichen Menschen (soziale Welt noch ohne Descsartsche Dämonen – sonst würde es, ausser den „Dämonen“ keine vernünftigen Menschen geben können, nur völlig verstörte lebensunfähige); Fürsorge für sich schaffen und parental empfangen (lernen, sich zu bedanken, Gefühl der Dankbarkeit, der Beglückung, Befriedigung, usw.), Fürsorge für andere lernen, üben u.dgl..) (vgl….. 2523).

29.08.2523

Über den Grund der Existenz der Vernunft (Vernunft der Jugend). Die Vernunft existiert deshalb, um dem Leben besondere Aufmerksamkeit zu schenken, den Gefahren und Gefährdeten, nicht dem Tod. Die Vernunft ist grundsätzlich fürsorgestrukturiert. Dabei ist die erste Fürsorge, die wir erfahren und unser Leben ermöglicht, die parentale Fremdfürsorge. Die Corona-Pandemie demonstriert uns das im Weltmassstab. Der Tod ist dabei das heimliche Zentrum oder der Schatten dieser Vernunft, die nicht für ihn geschaffen ist und wurde. Die den Tod nicht kennt, auch nicht dann, wenn sie ihn erfährt. Sie steht über ihm und denkt schon an die nächsten Besorgnisse. Wo der Tod einkehrt, hat sie nichts mehr zu suchen, dafür existiert sie nicht. Man kann über andere und sich mit ihr trauern, sogar Selbstmitleid ist nicht richtig mit ihr zu schaffen, sie will weiter, das Leben weiterführen. Sie hält auch nichts vom Thanataos-Trieb, der ihr Freud unterschob. Sie hält einfach gar nichts vom Tod.

28.08.2523 (4)

(um gut informiert hierhin zu gelangen, der Vortext beginnt bei 28.08. (1))

Menschen hinterlassen in der änigmatischen Dimension einen ewigen Eindruck durch die änigmatische Spur mit der sie zur Welt kommen. Die alten Spekulationen über Himmel, Hölle, Hades, Nirvana und dergleichen Orte, in die Menschen oder deren Seelen eintreten nach dem irdischen Leben, weisen alle auf diesselbe änigmatische Spur oder auf keine.

28.08.2523 (3)

Am Ende der Welt wird nicht das Nichts zurückkehren, sondern die änigmatische Dimension selbst über die Welt kommen.

28.08.2523 (2)

Aber glauben Sie tatsächlich, dass es am Ende der Welt Konkurrenz unter den Göttern gibt oder parallelverlaufende Sektoren, die durch Gesetze der jeweiligen Religionen das Ende der Welt bestimmen? Dass es nicht „das“ Ende, sondern die Enden der Welten (der Welt) gibt? Dass BuddhistInnen auf Buddha Maitreya, ChristInnen auf den Menschensohn, Muslime auf den Mehdi, Juden und alle Völker, die der Einladung folgen, auf Jawe Zebaot treffen? Und AtheistInnen auf Nichts? Aus änigmatischer Sicht weisen alle Religionen in ihren Weltendeprognosen auf die gleiche änigmatische Spur und Dimension oder auf keine. 

28.08.2523 (1)

Über Warten und Ankommen am Weltende. Die drei Abrahamismen erwarten eine Gottespersona am irdischen Weltende und seligen Neuanfang. Der Buddhismus wartet auf den Buddha der Zukunft (Maitreya). Die Änigmatischen sind angekommen, auch wenn die Ankunft nicht endet bis zum Weltende, sie warten nicht.

27.08.2523

Kein Dokument bezeugt die Fehlbarkeit des Papstes mehr (Sie können wählen: unverfrorener, unverschämter, schamloser, dreister, verblendeter, unfreiwilliger ironisch) als das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes (1870), der Zenit des Ansehens und der Macht der paulinischen Grosssekte wurde damit endgültig überschritten.

26.08.2523

-in Bearb – Über Grenzen der Modernisierbarkeit des Christentums und Änigmatische Bewegung. Wie limitiert die Modernisierbarkeit (nicht nur: Reformierbarkeit) des Christentums ist deutet F.V.Kutschera an in ders.: Was vom Christentum bleibt (2008), Kap. 4.1: Ansätze moderner Theologien, wird konsterniert konstatiert: „Ich berücksichtige nur solche Theologien, die sich um einen mündigen Glauben bemühen und insbesondere den Ergebnissen der Bibelkritik Rechnung tragen. Ein grosser Teil der gegenwärtigen theologischen Literatur erfüllt diese Bedingungen nicht.“ [im Jahr 2008, nicht 1950 oder 1908 geschrieben….]  (S. 106). Kutschera spricht hier offenbar einem anderen Glauben das Wort, das Christentum stürzte sich in seine grösste Existenzkrise, würde es der „Bibelkritik“ bis zur letzten Ziffer und Zeile Rechnung tragen. Offenbar ist Kutscheras mündiges Idealchristentum mehr ein philosophisches Colloquium als eine religiöse Sekte, die statt die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, die Unterwerfung unter Akommunikationen (Gottesworte) und Dogmen einfordert für eine Überlegenheitsekstase, die das endliche Leben aufhebt, und das (sich!) durch nichts anderes vermitteln und versprechen kann. Dass es dabei bleibt hat Gründe, die Kutschera nicht ergründet. Seinen Forderungen zu folgen, bedeutet für Christliche schnell, das Christentum ganz zu verlieren und zu verlassen- in das haltlose wie psychologisch unhaltbare Nichts, solange es keine Brücken, Netze und Auswege für sie gibt. Und für viele, je orthodoxer sie erzogen wurden oder sich selber erziehen, gibt es bis zum Lebensende nichts anderes als ihre Religion, keine andere erfährt und schenkt den gleichen Wahrheits- und Lebenswert. Seltene Ausnahme: der Islam lässt seinen zwei Vorgängern eine Türe offen, bemüht sich aber vor allem darum, nicht als gut gemachte Nachproduktion von ihnen dazustehen, sondern als ihr Vollender, der ihnen „eigentlich“ vorausgeht. Bei diesem rationalen „Rettungsversuch“ des Christentums kommt Kutscheras  good will an seine Grenzen, ausserdem gehorcht das für ihn „Mystische“ des Christentums, Stichwort: Wundernarrativ, tatsächlich einer rationalen Eigenlogik, der des paulinischen Prinzips, deren Dechiffrierung sich Über die Anfänge widmet (vgl. …..2523, ….2520). Die Änigmatische Bewegung ist so eine Brücke und ein Ausweg aus dem Abrahamismus, Buddhismus, Hinduismus, usw. aber auch aus der Anmassung des Atheismus. Alle, die sich in diese Richtung bewegen, als Brückenwesen, sind Änigmatische Bewegung.

25.08.2523

Über Louis Bautain, die Unfehlbarkeit des Papstes und Madame de Bovary. Bautain, der Wissenschaft (Philosophie) und Theologie autonom und nicht im Widerspruch begriffen verstand, wäre nicht als zeitweise suspendierter Professor der Philosophie an der Universität Strassburg und, nach Theologiestudium, als katholischer Priester unter Häresieverdacht nach Rom gegangen, um sich dort mit Erfolg zu rehabiliieren (also das zu tun, was seinem Vorbild, Félicité de Lamennais (1782-1854), der 1834 vom Vatikan verurteilt wurde, nicht gelang), wäre er vor dieser Zeit am hellichten Tag vor seinem Haus mit „Du bist Philosoph“ akommuniziert worden – was für ihn sicher soviel geheissen hätte wie: „Bleib, wo du bist, geh nicht nach Rom!“ Doch derlei ereignete sich in Bautains Leben nicht. Die Akommunikation hätte bei ihm auch nur auf Erfolg: also auf Akzeptanz und Konsequenz in der Praxis, stossen können, wäre sie im konservativ christianisierten Rahmen seiner Zeit und seines Lebenslaufs geschehen und geblieben. Allzu weltbewegend hätte sie nicht sein können. Sartres „Der Idiot der Familie“ rekonstruiert das urbane und provinzielle Milieu des Frankreichs des 19. Jahrhunderts von Gustave Flaubert, zugleich das erstickend katholisch-konservative Bürgermilieu, das Madame de Bovary umbrachte. In diesem Milieu gediehen dafür die Bautains. Nie hätte Bautain, auch akommuniziert nicht, die Theologie des christlich-katholischen Gottes zugunsten einer Theologie der Änigma verlassen und seine provinz-universelle Gläubigkeit durch eine global-universelle ersetzt. Er blieb in der katholischen „Suppe“ stecken, die die De Maistre und De Bonald anrührten, und zu Recht wird in seinem Wikipedia-Artikel (2021) darauf hingewiesen, dass er kurz vor der Dogmatisierung der Unfehlbarkeit des Papstes, 1867 verstarb, andeutend, dass Bautain vielleicht diese groteske Supermann-Attitüde und hybride Gottesmaske, die sich der Papst hauptsächlich als Reaktion áuf seine Entmachtung und Relativierung durch eine sich rasant verwissenschaftlichende und globalisierende Welt, überstülpte, abgelehnt hättte. Die Unfehlbarkeit im Urteil in „Gottesdingen“ und, implizit, in seiner Stellung, die die Papisten ihrem Papst zuschrieben  – das Wunsch -und Wunderdenken von Kindern hätte das nicht besser machen können -, sollte auch den Mangel überspielen, dass der machtstrategisch gewählte Führer einer post-originalen Grosssekte des Christentums weder akommuniziert gewählt, noch persönlich akommuniziert wurde, dass er auf der Basis eines fragwürdigen Titels, den ein Halbsatz (Akommunikation des Gottessohnes persönlich!) in der paulinischen Nachdichtung rechtfertigt, ein „normal“ kommunizierender Mensch war, ohne besondere Verbindung zu seinem Gott, die ihm nun per Dekret zugeschrieben wurde, so dass die Unfehlbarkeitserkärung des Papstes letzlich so dubios und fadenscheinig, um nicht zu sagen: scheinheilig und fehlbar ist wie seine Berufung überhaupt. Aus Sicht der postabrahamischen Kritik ist der Papst im Grundmotiv Folge und Folger des paulinischen Prinzips, eine jesuanisch-jüdische Religion und Überlegenheitsekstase über das alte Judentum zu behaupten, koste es, was es wolle (siehe hierzu…..2523).  Eine „akzeptable“ Akommunikation hätte bei Bautain, der auf den Spuren eines Lamennais und Chateaubriands in die Moderne wandelte, sicher zu einer noch tieferen Ehrfurcht vor seinem Gott, und von dem Glauben in die Gewissheit, dass er existiert, geführt, dabei bleibt spekulativ, wie weit aus seinem und in seinen Glauben, ob sogar über den Rand seiner fideistischen Anhänglichkeit und seines Ultramontanismus hinaus in oder über die christliche Kirche Calvins oder Luthers, der den Papst als „Satan“ ablehnte, auch wegen seiner nicht vorhandenen bis widersprüchlich abzuleitenden Legitimität aus dem kanonisierten Schrifttum. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aus post-abrahamischer religionswissenschaftlicher, politischer und grundrechtlicher Sicht, aber auch aus änigmatischer Sicht, lässt sich die Position des Papstes heute sogar noch weniger halten als zu Zeiten Luthers und Calvins, das gilt allerdings auch für deren Positionen. Ausgenommen die änigmatischen Spuren des Christentums, die sich, falls vorhanden, von keiner Zeit restlos verschütten, von keiner Historie für immer begraben lassen. 

24.08.2523

—–in Bearb -.——-Der Unterschied zwischen post-abrahamischer und abrahamischen Kritik am Neuen Testament ist, dass die post-abrahamische Kritik neutral redekonstruktiv vorgeht, also mit Distanz herausgearbeitete Brüche stehen und Widersprüche in den paulino-christlichen Texten stehen lässt, ohne das Bedürfnis, das Christentum zu „retten“.  Als ob Gott Rettung brauchte. Brauchen wir „Rettung“? Wovor? Vor dem Tod?  Vor dem Leben? Dass wir sind, zeugen, neues Leben schöpfen, und Gestorbene sein konnten auf einer  krönenden Position, statt Nichts zu bleiben oder als Bakterien zu vegetieren? Gott, die Änigma ist Teil der Welt. Zur Welt kommen heisst änigmatisch auch: zu Gott kommen, weil zur Welt mit änigmatischer Dimension kommen.

I — in BEarb————-nterne Kritik am Christentum von Gläubigen ist parteiisch und apologetisch, statt unabhängig und konsequent, so werden anstatt das Projekt in das historische Archiv zu versetzen, lieber „Modernisierungen“ vorgenommen, anachronistische Projektionen und liberale Wünsche an die antike Religion herangetragen, und ein konsistentes Narrativ rekonstruiert, statt ein vielfach inkonsistentes redekonstruiert, um den Glauben an die paulino-christliche Göttlichkeit und die Unsterblichkeit im Rahmen der christlichen Lehre

23.08.2523

Über abrahamische Sektenschriften: Das Neue Testament als „Prototyp“ einer Sektenschrift, die die absolute Unterordnung unter den Sektenführer fordert, der mit einem Bein in der endliche Welt und mit dem anderen in der göttlichen Welt, verklärt als das wahre „Leben“ (Matth 19), steht. Der Lebensbegriff wird auf den Kopf, das sekundäre Kulturleben vor das primäre Geborensein gestellt. Das materielle Leben gilt als „unecht“, als „sekundär“, als „unwahr“, als bald vergänglich, endlich, elend und verloren, indessen die Projektion auf einen Zustand nach dem Tod wird als „echtes Leben“ imaginiert:  Dieser radikalen Umstellung, bei der Mission und Submission identisch werden, soll die Endlichkeit des Lebens, das Grab für den gestorbenen Vater, die Liebe zu den Eltern, zu den eigenen Kindern, sogar zum eigenen Leben geopfert werden. („Und wer verlässt Häuser oder Brüder oder Schwester oder Vater oder Mutter oder Kinder – [Klammer auf: ja, verlass die mal, Klammer zu] oder Äcker [Klammer auf, oder Kühe, die dann keiner melkt und füttert, Klammer zu] um meines Namens willen, der wirds vielfältig empfangen und das ewige Leben ererben.“ – Matth 19). Die Domäne der Mutter, der mater-infans-Bereich, religiös: Magna Mager perminigiert und opfert der Himmelfahrtskommandant einer treuen Männerschar einer als unermesslich wertvoller betrachteten Domäne des ewigen „Lebens“ (die Domäne von Schrift und Archiv wird ihr weltliches Pendant und das beherrschten ebenfalls exklusiv Herren): denn „wer sein Leben findet, der wirds verlieren; wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden“ (Matth 10) als das „selige“ Leben, nicht das endliche, wäre klärend hinzuzufügen. Nicht nur der Sektenführer muss sich für die Menschen opfern (in erster Linie: Anhänger, Mörder und andere Sünder, nicht Starke und Gerechte – Matth 9), sondern diese sollen sich auch für ihren „Herr[n] im Himmel“ opfern – an erster Stelle: ihre hinfällige Liebe am Leben, an die irdische Familie („denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter“, der ist Member seiner seligen Familie, deren Gott, die Änigma, ein Patriarch ist). Man kann sagen. hier entsteht eine verschworene Truppe Tod- und Ewigkeitsgeweihter, die glaubt, kurz vor dem Exitus aus dem „niedrigen“ Leben und.dem Entree in das wahre selige Leben zu stehen: „Tut Busse, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ (Matth 4), später, da es dann doch nicht so nahe war, wird die Version hinzugefügt, der“Tag des Menschensohns“ könne, ungewiss, jederzeit, also auch (fast) zu keiner Zeit, hereinbrechen.  (Matth 25). Die Anhänger sollen deshalb nicht mehr ihrem „irdischen“ Willen, ihren Begierden, ihrer materiellen Vor-Sorge für den nächsten Tag, nicht weltlichen Reichtümern, dem Mammon (Matth 6) anhängen, sie sollen „Schätze des Himmels sammeln“, sie sollen den „Willen tun meines Vaters im Himmel“ (Matth 12, 6), auch  Nächstenliebe, sogar Feindesliebe sind keine Liebesformen mehr dieser Welt, sondern Einübung in die platonische Liebe, jetzt, auf Erden sollen sie sich schon als entsexualisierte Vollkommene des Jenseits in vollkommener Seelen-Nächsten-Liebe üben, sich, bevor sie tot, dann selig sind, als engelhaft-asexuelle Auferstandene simulieren (Matth 22: „sie werden weder freien noch sich freien lassen“): „Darum sollt ihr [in eurem Liebesverhalten zu Feinden, zu Heiden, etc. schon auf Erden] vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ oder „Kinder sein eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten...“ – Matth 5). Allerdings: Nicht mehr am Tag des Weltgerichts, wo zwischen Tag und Nacht, Paradies und Hölle, Licht und Dunkel manichäistisch stark unterschieden wird, wo schon Gastunfreundliche  – zu schweigen von Mördern – in das ewige Feuer zum Teufel und seinen Engeln gehen müssen (Matth 25). Wo ist die göttliche Feindesliebe geblieben? Für welche Sünden gab Jesus sein Leben – wenn nicht für diese Sünder?  Ist er doch gekommen „die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“ ? (Matth 9) und „sein Leben zu geben zu einer Erlösung von vielen.“ (Matth 20) und verfügt er doch über „des Menschen Sohn Vollmacht, auf Erden die Sünden zu vergeben.“ (Matth 9). Was ist dieses geopferte Leben, Jeshuas Sündenopfer-Tod am Kreuz – diese Erfindung des Paulinismus – wert, wenn sein Weltgericht dennoch erbarmungslos über die Sünder – schon kleinste – richtet? (Matth 25). Die Ausrede: Für Gott ist alles möglich, macht die Sekte zu einem postmodernen Anything-goes-Verein. Klar ist, hier ist nichts klar. Der Text ist überlagert von mehreren Schichten, von verschiedenen Joshua-Redaktionsfiguren aus verschiedenen Rezeptionsepochen des Christentums, die sich zum Teil widersprechen. Ursprünglich scheint sich Jeshuas Mission auf die „verlorenen Seelen des Hauses Israel“ (Matth 10), also auf Juden/Jüdinnen  bezogen zu haben, und – spätestens nach der paulinischen Endredaktion, mit Rückgriff auf Jesaja – auch auf Heiden (Matth 12 zitiert Jes. 42.4 „…..und die Heiden (….) werden auf seinen Namen hoffen.„),  nicht zitiert wird Jesaja 25, die Absolute Party, siehe….. 2523, …2520. (Ein Jeshua zitiert nicht mehrfach Jesaja auf das Komma auswendig, das ist Text, Redaktionstext!) Egal: vielmehr Todes-, Opfer- und Ewigkeits-Sekte mit allen logischen Dissonanzen, die in Sekten allgemein vorkommen, geht nicht –  Mörder werden potentiell entsündigt, dennoch bleibt: „ihr sollt nicht töten“ erstes Gebot (Matth 19), füge hinzu: und wenn ihr das Gebot brecht,  dann habe ich für eure Sünden mein Leben geopfert. Amen. (Der Koran – religiös auf Augenhöhe – wird die ambivalente Linie, die Töten rechtfertigt, nicht nur verflucht, erweitern). Im Paulinismus lautet der Tenor in den ersten Kapiteln von Matth: Folgt dem Willen meines Vaters im Himmel, später, Matth 25, wird „Vater vom Himmel“  durch Herrlichkeit des „Menschensohns“ ersetzt. Die paulinische Überlegenheitsekstase verstärkt ihre Projektion und Redaktion immer mehr auf eine Figur, auf eine Redaktionsfigur.
Zwischenresultat: Die Messlatte für sektenhaft radikale Unterordnung, als Korrelat zur Überlegenheit, die sie dadurch über das Judentum gewinnt, wurde spätestens nach der paulinischen Endredaktion des Matthäus-Evangeliums, das wahrscheinlich auf einer ebionitischen Originalversion aufbaut (vgl…), sehr hoch gelegt, der Islam hatte sich an ihr auszurichten, hatte diese zu „knacken“, zu überwinden. Was mit ein paar Zusätzen, dialektischen Wendungen und der Elimination von Schwächen wie die paulinische Nachdichtung bekanntlich gelang. Aus postabrahamischer Sicht sind beide Schriften erfolgreiche abrahamische Sektenschriften, in denen, neben oder ausser ihrer Dialektik von Unterordnung und Überlegenheitsekstase (erstens über die abrahamische Konkurrenz,  zweitens, über andere“Heiden“-Religionen und, drittens, über AtheistInnen) möglicherweise änigmatische Spuren vorhanden sind.

22.08.2523

  in Bearb ————-Über das Neue Testament als anti-judaische Agitationsliteratur. Warum und wo das Neue Testament weniger selbstlose Heiligenschrift als anti-judaische Agitationsliteratur ist, das zeigt sich z.B. in der Rede des Menschensohns an die Auferstandenen („Völker“) am Weltendgericht (Matth 25), der die Auferstandenen ——nach dem Masstab ihrer Solidarität oder Nicht-Solidarität für die „Geringsten“

(„Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt  mich gespeist…..Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet…. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

Ein Text, der Juden, das Altjudentum aus mehreren Gründen zur Weissglut treiben  musste – erneut wird der binaristische Manichäismus. das kompromisslose radikale Entweder-Oder, dass sich durch das ganze Evangelium zieht –  Credo, wer nicht für mich ist, ist wider mich – erstens weil hier Jeshua als „König“ (der Juden) inszeniert wird  – für Juden ein rotes Tuch,  für sie ist Jeshua ein falscher Prophet -, und zweitens reiche, mächtige Juden und  jüdische Gemeinden, die den Jeshuanern das Betreten ihrer Ortschaft verbaten, jegliche Gastfreundschaft verweigerten (Matth 8) – in die ewige Verdammnis schickt. Das ist späte „Revanche“ oder „Rache“.

interessant, dass in diesem späten Matthäus-Kapitel (25) der mehrfach geäusserte Verweis des Jeshua, dass es nicht um ihn, sondern um den, der ihn gesandt hat, ginge (Matth 10), ausgedrückt in Fomulierungen wie „mein Vater im Himmel“ (Matth 18) völlig verschwunden ist, ersetzt wurden durch den „Menschensohn“, der in seinre Herrlichkeit zurückkehrt zu den Auferstandenen.

Dabei steht im Hintergrund – teilweise aber auch im Vordergrund – denken wir an den Satz „Ich [Klammer auf: Neugeborenes, Klammer zu ] war nackt, und ihr habt mich gekleidet“- , dass, wenn diese Jesusfigur von den „Geringsten“ spricht /////ein frisch geborenes Kind, ein Kleinkind, das wir alle selber mal gewesen sind, mitmeint./// Dabei gilt

 //als — „absolute Inhumanität“, als der Super-GAU der Empathie- und Herzlosigkeit, zu der nur einige irre Menschen oder „normale“ Menschen in anonymen, deindividuierenden Gruppendynamiken (Stichwor: Stanford-Prison-Experiment) fähig sind, betrachtet (Tetens wird dieses seltene Extrem-Beispiel, Kleinkind-Ermordung – aus einem Straflager Nordkoreas – über fast vier ganze Seiten (von 90) schildern – um daraus zu verallgemeinern: „Wer sich nicht massiv (…) selbst betrügen will, weiss um die Übel und Leiden in der Welt“ (S. 58 – man hätte auch die Folterlager Assads und die Massenmorde (inkl. Hochzeitsfeiern) der Taliban erwähnen könne – jedesmal staatlich-politisch angeordneter, gruppendynamisch ausgeführter Extrem-Terror gegen Ohnmächtige). Nach der ausführlichen Beschreibung dieses Extrembeispiels, ohne tausende Gegenbeispiele mitzuerwähnen, erläutert Philosoph Tetens, der hier vom Aussagen-Logiker zum Psychologen, vom Wissenschaftler zum Rhetoriker mutiert: „Auch der religiös vollkommen (…) Unmusikalische vermag zu erkennen, wie sehr (…) die Erfahrungswelt eigentlich (…) erlösungsbedürftig ist und wie sehr (…) jeder von uns immer der Vergebung (sic!) und des Trostes bedarf.“ (58-59). Das ist katholische Ideologie: wie sehr „bedarf“ jeder Mensch heute tatsächlich einer Vergebung, muss in die Kirche um Absolution bitten? „Das ist christliche „Jeder Mensch ist Erz-Sünder-Ideologie“ Allein die Ersetzung von guten Argumenten durch Übertreibungen wie „vollkommen“, „wie sehr“, „eigentlich“ und zum zweiten Mal „wie sehr“ rücken diese Formulierung in den Bereich von Rhetorik und falscher Unterstellung. Weisen darauf hin, dass die Basis der Argumente, um zu solch einer Schlussfolgerung zu kommen, ungenügend sind, rhetorische Zusätze, deswegen ihr rhetorisch „nachgeholfen“ werden soll. Wo die Logik und Empírie nicht mehr eindeutig und eindimensional zu überzeugen vermögen – oder die indendierte Behauptung zu stark  konterkarieren -, soll es für Tetens & seine christliche Company- die Rhetorik, die Suggestion, die Emphase, die Sophisterei richten.

21.08.2524

Über den Enthusiasmus zu leben. Siehe „Unsere ewige Krönung“ (ÜdA 7: Buch Passion, 16.03.2521, S. 405).

20.08.2524

Über den genesianischen Bruch. Gegenüber dem Nichts besitzen Gott (Änigma) und unsere Welt die  minimalste Gemeinsamkeit, die geringste Gleichheit, nämlich nicht Nichts zu sein, gegenüber sich die grösste Ungleichheit, Fremdheit. Gegründet auf dem genesianischen Grund, heisst zugleich: auf dem genesianischen Bruch. Nicht nur Tetens begeht den Fehler, Gott und Mensch auf einer gemeinsamen Dimension, als unendliches und endliches Subjekt zu denken, also gerade die Andersdimensionalität, die änigmatische Dimension der Änigma nicht zu denken, d.h. ohne genesianischen Bruch.

19.08.2524

11.08.2523  (Rev.)

—in Bearb -.——-Die neuen Glaubensbefürworter in der Philosophie, meistens christlich getaufte ältere Herren wie John Perry, Holm Tetens und Volker Gerhardt kommen aus dem abrahamisch-christlichen Gottesbegriff nicht hinaus -ohne post-abrahamische Aufklärung, die Positionen des „herrschenden“ Christentums“  hinterfragt.. So verkommt bei Tetens  Gott zum Gott der christlichen Märchen (der „Kampf gegen die Übel der Welt“ kann nur einer richten und das ist der „Erlösergott„- , zugleich sei er „Schöpergott„, seien Menschen „seine Geschöpfe“  – die Beschreibung regrediert zu mittelalterlichen Formulierungen – von der Evolution im Grossen und den Müttern im Kleinen, einschliesslich des Beitrags der Zeuger, als „Schöpfer/innen“ des Homo sapiens ist hier nicht die Rede, sie werden permingiert durch den „Schöpfergott“. Sloterdijk übernimmt diesen Duktus und weist auf die hybride Struktur des Menschen als „ontologischer Zwitter„, der „die scharfe Asymmetrie zwischen Geschöpf und Schöpfer“ relativiere, „indem er, obwohl Geschöpf, in einem Aspekt seines Wesens mit Schöpferähnlichkeit ausgestattet“ werde. Weniger plump als Tetens ist Habermas (2019) Position, für ihn würde ohne ein die Welt Transzendierendes „die Vernunft selbst verkümmern“ (S. 807),  Sloterdijk Nach Gott, 2017, kommt ohne dieses Transzendierende aus, in einer  „absolut gesetzten Welt“, wenn „die Welt alles ist, was der Fall ist“, dann seien Gott und Seele bloss „Aspekte von Welt oder Attribute der Welt-Macht“ (S. 335). „Ohne transzendenten Rückzugspol sind wir dem Ungeheuer Welt eingefügt.“ (S. 342), das glaubte auch der Physiker Steven Weinberg (1977). Sloterdijks Position sei ebenfalls in den Worten Wittgensteins geantwortet: Wovon man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen (im Original darüber „muss man schweigen“ im Original).

 

aus: Minkin/Sydow Rezension Holm Tetens: Gott denken – in: Zs für philosophische Literatur 2017/2

Und selbstverständlich kann die Erfahrung von Leid und Unrecht zu Verzweiflung führen, unausweichlich scheint Verzweiflung jedoch erst, wenn es keinen Spielraum im Helfen und Gedenken
mehr gibt Umgekehrt ist es gar nicht so abwegig, die Hoffnung auf Erlösung zu problematisieren. Schließlich
liegt der Verdacht nahe, dass das Vertrauen auf eine zukünftige transzendente Erlösung der diesseitigen
Forderung nach Hilfe und Gedenken ihre Dringlichkeit nimmt.

 „also ist es im Vergleich mit dem Naturalismus vernünftiger (… ) Theist zu sein und auf Gott als Erlöser zu hoffen und zu vertrauen.“ (S. 79) – Tetens Gott wird eine Übermensch-, wird zu einer anthropomorphen Supermann-Konstellation – der göttliche Erz-Vater, der als Allmachtsprojektion über die volle Verfügungsgewalt über das Kleinkind „Mensch“ verfügt – das nennt Tetens „Gott denken“. , Seine Kollegen in der theologischen Fakultät werden ihm für seine „philosophische Unterstützung“ dankbar sein- Doch gehen wir genauer auf Thetens Argumentation ein -und untersuchen wir, ob die Schlussfolgerungen von Tetens ausgerechnet auf den christlichen Erlösergott hinauslaufen müssen – bzw. suchen wir die Stellen, wo und warum sie das – mit besseren Argumenten und Begründungen – nicht tun.

Literatur – Holm Tetens: Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie. Reclam 2016; Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie, Bd. 2, 2019; Peter Sloterdijk: Nach Gott, 2017;   Renger (Hg.): Erleuchtung: Kultur- und Religionsgeschichte eines Begriffs (2016). Wir kommen darauf zurück.

18.08.2524

Ergänzungen zum Lichtvers (Sure 24, 35). Ganz wenige Stellen im Koran beschreiben oder thematisieren objektivierend  Akommunikation, eine davon ist der Lichtvers (24,35) (Zirker, 2003): „Gott prägt den Menschen Gleichnisse“ und zwar den oder dem von ihm zum Licht geführten (Bobzin, 2010): „Gott prägt Gleichnisse für die Menschen“ „Gott führt zum Licht wen er will“ (Klammer auf: ob dieser Mensch will oder nicht. Klammer zu) und „Wir haben zu euch erhellende Zeichen hinabgesandt“. Die tatsächlich nicht nur erhellend, sondern erhellt sind, das „Zum Licht führen“ ist wörtlich zu nehmen. Bei Jeshua findet sich lediglich die Rede darüber, was er als Akommunizierter sah (und las?) und hörte (aramäisch?), seine primäre Himmelsvorlage war vielleicht der in ihm Fleisch und Geist werdende Text des Tanach. Ausführlicher zum sog. „Lichtvers“, 24,35, siehe ÜdA 7, S. 499-489. Dabei fällt auf, dass in den als schwer verständlich geltenden verschachtelten Gleichnissen sich änigmatologische Ontologie angelegt findet – für die Genesis der Änigma und die änigmatische Dimension: das Gleichnis einer von Glas umhüllten brennende Standleuchte in einer Nische, für die Genesis unserer Welt: das Gleichnis eines in sich leuchtenden, aber nicht brennenden Ölbaums („Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist einer Nische gleich, in welcher eine Standleuchte steht. Die Leuchte ist in einem Glas, das Glas [lies: die Trennwand und Verbindung der änigmatischen Dimension] gleicht einem funkelnden Gestirn, entflammt [lies z.B. via Big Bang] von einem segensreichen Ölbaum, …, sein Öl [die gewaltigen Kräfte der Atome, der Materie]  scheint fast zu leuchten, auch wenn das Feuer es nicht berührte.“ (Bobzin). Das heisst, dieser Gott steckt in seiner Nische und hinter seiner Glaswand fest, den Ölbaum, unsere Welt, kann er mit seinem Licht durch das Glas hindurch, die änigmatische Dimension, anleuchten und unsere Welt, unsere Galaxien, unser Leben spiegelt sich wiederum in dieser Dimension, funkelt in diesem „Glas“. Dabei verweisen der Fuss dieser Standleuchte und die Wurzeln dieses Ölbaums auf das Gemeinsame Dritte, auf das Genesian,. Auf diesem unterschiedlich von ihm abgehenden und doch gemeinsamen Grund, Urmuttergrund, Urgrund, steht und/oder entstand die Physizität und Differenzialität der Genesis Änigma und die Physizität und Differenzialität der Genesis unserer Welt. Vielleicht nahm es den Urgrund in den fortschreitenden Prozess auf (aufnehmen oder aufheben), vielleicht bleibt er bestehen (Buddhismus und Platonismus meinen eher letzteres). Wir wissen es nicht. Der Koran stellt vor, dass etwas von dem Urleuchten in die Standleuchte überging (er hält es sogar für identisch), dort brennt es lichterloh, aber gehemmt von Nische und Glas, und etwas, vermischter, „unreiner“ in den Stamm und die Verästelung des Ölbaums, in unsere Welt. Betont wird, dass „Gott“ nicht jede Medialität ist, erst recht nicht in unserer Welt, sondern die des Lichtes und zwar eines besonderen, das in beiden Welten leuchtet, das „Licht“ der änigmatischen Dimension, die die Genesis unserer Welt und die Genesis Änigma trennt und verbindet (dazu, dass dieser leuchtende Ölbaum – wahrscheinlich kaum zufällig – an den brennenden Busch aus Mose erinnert, vgl. ÜdA 7, a.a.O.).

17.08.2523

Über das, was vom Abrahamismus sicher bleibt. Für die Änigmatische Religion, Philosophie oder Sicht bleiben von den antiken abrahamischen Religionen die „änigmatischen Spuren“ – sollte es solche geben – gültig. Der historische Jeshua war möglicherweise von ihnen so stark traumatisiert, dass es ihn aus der Welt geradezu treiben musste. Und Mohammed machte aus seinen Träumen, in einer Umwelt, die seit langem auf solche befreienden Träume wartete, Akommunikationen, die ihn nach kurzen Widerständen in die Rolle eines arabischen Paulus/Jeshua mit einer sich explosionartig vergrössernden Glaubensgemeinde rückten. Über den „göttlichen Segen“ dieser letzten abrahamischen Überlegenheitsekstase für die Menschen, die grandiose Befreiung und die seelischen und materiellen Vorteile, an erster Stelle das Versprechen der Unsterblichkeit für jeden Araber, jede Araberin und nicht, wie seit Jahrhunderten, nur für jeden Juden und jede Christin, durch denselben Gott, siehe ÜdA 2-6. (Vgl. Kutschera: Was vom Christentum bleibt, 2008, vgl. ÜdA 7, 27.07.2520, Über den Untergang…, S. 493-494).

16.08.2523

Über die Unreformierbarkeit der katholischen Sekte. Zur Sendung auf Phoenix (02.06.2021 christl. Zeit) über die katholische Kirche. Anwesend keine post-aufbrahamisch aufgekärte Neutrale, keine fachkundigen KritikerInnen, nur Sektenvertreter, eine -vertreterin, und die Moderatorin, alles Paulino-Katholische, darunter ein Hardliner, der sich um Frauen von der Ordination auszuschliessen dogmatreu auf den Missionsbefehl des auferstandenen Jeshua an die elf Jünger beruft (der zwölfte, Judas, beging Suizid, Matth 27). Also auf eine erzählerisch „dünne“ Schlusspassage bei Matth, die zumal aus einer wissenschaftlichen Position als authentischer Bericht eher nicht durchgeht, was es auch nicht täte bei einer aufgeklärten Community, wäre die Grosssekte nicht an der Universität, in der Regierung, bei Promi-JournalistInnen und sonst in der medialen Welt omnipräsent – dauerpräsent in TV-Serien, Filmen, Dokus, usw. – so dass hier eine imaginäre, wahrscheinlich krude Welt in unserem Alltag permanent performativ naturalisiert und normalisiert wird. Denn nicht nur die Logienquelle Q (vgl. ÜdA 7, S. 358ff.), auch die Aversion von Ebioniten gegen Paulus (vgl. ÜdA 2 & 6)  weisen daraufhin, dass es sich bei der Kreuzigung als Entsündungs-Akt und der „kleinen“ Auferstehung – statt der „grossen“ Rückkehr mit dem Reich von Jeshuas göttlichem Vater – um eine paulinische Nachdichtung handelt (siehe.. 2523. Die am besten versteckte Leiche der Welt), nach dem paulinischen Prinzip um eine höchst sinnfällige, geradezu „notwendige“ Nachdichtung (Stichwort: Opfertod). Die Paulinisten holten sich mit dieser Erzählung die Herrschaft und die Kontrolle über den verschwundenen Jeshua und aus der drohenden Demütigung durch das Altjudentum die triumphierende Überlegenheitsekstase über es zurück (vgl. …2523). Allein mangels der Einsicht in diesen alten interjüdischen Konkurrenzkontext bleibt heute für viele der Auferstehungsakt als Wunder und grosses Rätsel stehen, das eine relativ sinnhaltige, tendenziell abstruse Geschichte (Stichwort: Opfertod für die Taten von Mördern?) erzählt. Je mehr sich der Kontext historisch aufklärt, desto weniger wunderbar erscheint das Ganze. Wahrscheinlich in Paulus, in Damaskus, nicht in Jerusalem, fand eine Auferstehung des „Jeshua“, ein akommunikatives, jedenfalls als solches kommuniziertes Ereignis statt – auch das eine „Notwendigkeit“ nach paulinischem Prinzip, Paulus kompensierte damit seinen „Mangel“, dem lebenden Jeshua nie begegnet zu sein und nie von ihm den Weltmissionsauftrag erhalten zu haben (der dem historischen Jeshua wahrscheinlich auch fremd war, es sei, er begriff sich als Nachfolger von Jesaja 25 – vgl. …2522). Paulus konnte sich den „göttlichen“ Missionsbefehl nicht selber geben, doch paulinische Nachdichtung. Das Ende des kanonischen Matthäus-Evangeliums (28) entstand nach Paulus, nicht vor, wie das originalere ebionitische, dessen Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz anders lautete. Ein anderer, mehr reformorientierter Paulino-Katholik – neben Promi-Journalist Prantl, der sich wie SPD-Aussenminister Heiko Maas nicht von der paulino-katholischen Sekte emanzipierte –  will sich auf den „wahren Jesus Christus“ und dessen „wahre Botschaft“ zurückbesinnen, auch das ist mehr eine Schimäre als eine Strategie, funktioniert nicht wirklich: erstens gibt es „die“ Botschaft nicht, dazu spricht diese Redaktionsfigur zu polyphon, zweitens werden Botschaften wie „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gerne verkürzt, verweltlicht und vereinfacht gedeutet: ohne ihren anti-judaischen, eschatologischen, parusischen und missionarischen Charakter (Kontext), drittens rückt dabei ein radikaler Endzeit- und Parusie-Prophet (der auch gesagt haben soll „Wer mehr seine Eltern, seine Frau, sein Kind, als  mich liebt, der ist meiner nicht würdig“ und letztlich am Kreuz scheiterte und aus Gründen des Respektes vor dem Toten und der Liebe für den Menschen in einem sicher versteckten Grab seine letzte Ruhe fand) immer mehr in den Vordergrund. Ausserdem ist der überlieferte Paulino-Christianismus bis in seine DNA, in sein Wundernarrativ (Stichwort: Über-das-Wasser-Laufen), in sein Hauptgebet anti-mosaisch, anti-judaisch- modern unpräzise gesagt: antisemitisch (vgl. …2523, ….2522). Diese Sekte soll bitte glauben, was sie meint, glauben zu müssen, auf Textgrundlagen, die sie und nur sie als solide einschätzt, doch bitte nur mit Beiträgen der Gläubigen finanziert und ohne Staatsverträge mit Universitäten. Danke. Wir wiederholen uns.

PS. Sicher ist auch: es wird noch zu harten Auseinandersetzungen kommen mit katholischen Hardlinern – mit Theologie-Professoren – und – professorinnen, die ihre ganze Karriere und Existenz auf dieser Religion aufbauen, aber auch mit Reformierten, mit Lutheranern, die nicht einsehen, dass Luther, Zwingli und Calvin auf der halben Strecke ihrer Reformen – in vielen Dingen im Paulinismus des 3. und 4. Jahrhunderts nach dem historischen Jeshua – statt bei diesem – stehen und stecken blieben.

15.08.2523

Es wird an die Präambel erinnert.

14.08.2523

Über sich selbst. Sie finden in Über die Anfänge Gott wenn Sie suchen, wenn Sie offen sind – die Änigma. Die Genese eines zur Welt gehörenden Gottbegriffes und eines zu Gottheit/Göttin/Göttlichkeit gehörenden Weltbegriffes. In einem annähernd grossen Umfang geschah dies das letzte Mal vor vielen Jahrhunderten, für jene vor zwei, für diese vor dreizehn, für andere vor zwanzig, für frühere vor fünfundzwanzig und mehr Jahrhunderten. Sie können auch einfach darüber hinweglesen und nichts finden. Es geht eh immer darum, was sich in Ihnen findet oder nicht findet (Seien Sie sicher, es findet sich in Ihnen!).

13.08.2523

Eintrag 03.08.2523 Über änigmatische Selbsterfahrungen wurde überarbeitet.

12.08.2523

Zu aktuell erwähnten oder indirekt angesprochenen Vortexten aus Über die Anfänge 7: Buch Passion, 2020, siehe 23.06.2521 Vor den Löwen I und 25.06.2521 Vor den Löwen II. (ebd., S. 319, S. 313-317). Zum historischeren, vorpaulinischen Jeshua der Logienquelle Q, ebd., S. 358ff. Zur Bedeutung von „Obligation“ für das Leben, ebd., S. 334, S. 356. In diesem Textbereich (Frühjahr 2020) beginnt auch das Tagebuch der Corona-Tagebücher. Der erste Eintrag zur „Absoluten Party“ nach Jesaja 25, siehe ebd. 04.09.2520, S. 467-468.

11.08.2523

Die neuen Glaubensbefürworter in der Philosophie wie Holm Tetens und Volker Gerhardt kommen aus dem abrahamischen Gottesbegriff nicht hinaus – vor allem, weil sie sich und ihren Gegenstand nicht der post-abrahamischen Aufkärung unterziehen – sie meinen, „drauflos“rationalisieren wäre der einfachere, der direktere Weg. So degeniert bei Thetens  Gott zum Gott der christlichen Märchen und der scholastischen Märchen (Theodizee) – dieses Wiederkäuen nennt Thetens „Gott denken“. , zum Märchen über die einmal irgendwie grundüblen, bösen, aber auch schwer leidenden Menschen und dem Papa-Gott, der als ihr „Erlösergott“ göttliche Nachsicht übtr, der über das Sterben und das Leiden der Menschen irgendwie herrscht, sich aber doch als „Erlösergott“ profilieren wird, der Mensch indessen wir als Gestalt geschildert
Literatur siehe Renger (Hg.): Erleuchtung: Kultur- und Religionsgeschichte eines Begriffs (2016). Wir kommen darauf zurück.

10.08.2523

(um gut informiert hierhin zu gelangen, die Vortexte sind 02.08. Über änimgatische Religiösität, dann 03.08. Über änigmatische Selbsterfahrungen)

Über die Charakteristik der Akommunikation . Aus änigmatischer Sicht ist für Gott, die Änigma, unsere Sprache eine Fremdsprache, nicht ihre „Muttersprache“. Die Änigma spricht bei sich „zu Hause“ nicht Sanskrit, Hebräisch, Aramäisch, Griechisch, Arabisch, Japanisch oder Deutsch, und selbst wenn sie alle Sprachen beherrscht, die in Babylon gesprochen werden und wurden, keine erlebt und spricht sie so wie Muttersprachliche sie können, wie Menschen sie sprechen. Um sich uns (allen) durch eine mitzuteilen, muss sie durch Grammatik und Vokabular der jeweiligen Sprache über den gleichbleibenden Logos (Programmiercode) der reinen Vernunft dringen , aber auch Inhalte und Grenzen unserer Anatomie im Kontext ihrer Innen- und Umwelt kennen (Gehirn, Gehör, Augen – Lichtstärke, Einfallswinkel für Schrift, usw.). Als ein fremdes Wesen mit uns Lebewesen zu kommunizieren, das stellt, aus unserer Sicht, vor unglaublich schwierigen Aufgaben, die wahrlich nur ein göttliches lösen kann! Als ein fremdes Wesen, das nur genesianisch und durch die Differenz, nicht Nichts zu sein, mit uns verbunden ist. Nach eigener und historischer Erfahrung erscheint Gott, die Änigma, bei einer Akommunikation nicht als sprechende Personalisierung, sie kommuniziert, erstens, bevorzugt über Licht und Gegenstände, Feuer eines nah einschlagenden Blitzes, brennender Busch am Gehweg, Leuchtschrift an der Schreibzimmerwand oder Lichtschrift im Raum eines Parkplatzes, und, zweitens, über individuierte Kommunikation (eigene Sprache, Handschrift, Stimme, vielleicht auch Gläubigkeit) des von ihr Akommunizierten, in dem sie ihre Akommunikation in einen dafür sich öffnenden Raum, Sichtraum, ist es Schrift, Gehörraum, ist es nur oder zusätzlich Stimme, stellt. Soll das die Akzeptierbarkeit dieses Fremdkörper-Kommunikats garantieren? Der Akommunizierte erkennt seine, ihm vertraute Handschrift in einem dafür unvertrauten Medium, hört zwar seine Stimme und Sprache, doch die Setzung des Satzes, der Worte ist änigmatisch, nicht seine. Für Psycholog*innen entspräche dem eine schizoide „zweite“ Stimme oder eine „schizoide“ zweite Schrift, die eine gespaltene Persönlichkeit sich selbst diktiert, damit wäre die Sache rationalisiert und pathologisiert, ein Thema von „mentaL health“. Diese überlegenswerte Option lassen wir hier beiseite. Die Tatsache, dass Gott, die Änigma, wie aus dem Nichts in den leeren Raum „hineinschreibt“ ist nicht nur Satire, Filmtrick oder ein Thema für die Psychiatrie, zumal aus Sicht von Metaphysik und Religion. Wir finden religionsgeschichtlich keine Akommunikation, die sich wie ein Gespräch unter Menschen anhört – Hiob führte Selbstgespräche, ein fingiertes, kein echtes Zwiegespräch mit Gott – für ein Wesen, das in der menschlichen Sprache nie ganz zu Hause sein wird, reduziert sich automatisch die Kommunikationsbreite oder. anders gesagt, für ein Wesen von unermesslicher Andersheit und Befähigung gibt es keinen Anlass, keinen Sinn – vielleicht aber auch nicht die freie Kapazität -, sich in unserer Welt auf unser Existenzniveau im Alltagsmodus weiter einzulassen, sie reicht, sie soll reichen für die Ansage von Umgangsregeln für Menschen („Du sollst…“) , für Existenzzuschreibungen („Du bist…“) und Traumbilder, die für diese Art von Mitteilungen sprechen, und nicht zuletzt für den Lohn der Gehorsamen – oder – nach Jesaja 25 – für alle, die der Einladung von Jahwe Zebaot auf den Berg Zion folgen -, das Grosse Versprechen (z.B. am Ende des Lebens, der Welt). Diese stark kanalisierte, reduzierte wie prägnante Charakteristik änigmatischer Akommunikation findet sich im Judentum z.B. bei der Mitteilung der Zehn Gebote an Moses (wer auch immer das war´, vgl. Lenzen, 2012) am Berge Sinai, neben Sätzen wie „Ihr seid  mein Volk!„, im Christentum dort, wo Redaktionsfigur Jeshua dem Rabbi versichert, er kommuniziere „nur“, was er gesehen und gehört habe (in aramäischer Sprache), darunter Sätze wie: „Du bist mein Sohn!“ [nach paulinischem Prinzip war klar, dass dieser Satz verkündet worden sein musste…!], und einem regelmässig akommunizierten Mohammed erschien in Traum und Raum arabisch Geschriebenes voller umgangsregulierender Anweisungen und Existenzzuschreibungen (Ich bin Der Einziger Gott (Klammer auf: ursprünglich eigentlich der Gott Abrahams, des jüdischen Patriarchen und des Jüdischen Volkes, Klammer zu), du bist mein letzter Prophet: tue das und jenes, negiere, unterordne oder töte, usw., am Ende wartet die Tafelrunde, an der die Änigma sitzt, und das Paradies auf dich und deine Brüder/Schwestern). In unserem Fall wurde zweimal in Traum und Realität synchronizitär in Wort, Tat, Gegenstand, Existenz- und Arbeitsprozess, Welt und Umwelt „Obligation“ und als einmalige Schrift- und Stimmakommunikation „Du bist Philosoph, Philosophi/e/n“ akommuniziert, neben weiteren translokalen Akommunikationen – dabei richtet sich dieses „Du bist Philosph/in“ eindeutig über den Zehnjährigen, der das Wort „Philosoph“ kaum verstand und dieses Erlebnis bald verdrängt hatte, an Erwachsene. Aus änigmatischer Sicht könnten alle Akommunikationen auf den gleichen Absender, auf die gleiche Absendende, die sich in Japan und anderswo ähnlich äusserte, hinweisen, für die ein Sprung über 3000 Erdjahre vielleicht so gut wie keine änigmatische Zeit- und Raum-Überwindung kostet oder enorme Überwindung, um von der Genesis ihrer Welt in die Genesis unserer durchzudringen – wir wissen es nicht, wie schwer oder leicht ihr, dieser änigmatischen Wesenheit mit einer eigenen änigmatischen „Physizität“, das fällt. Mit dieser Annahme hätten wir es immer, an jedem Ort und zu jeder Zeit, mit änigmatischen Spuren der änigmatischen Dimension unserer Welt und der Welt der Änigma zu tun (und nicht mit Erscheinungen für die mental health-Fraktion, wobei sich solche auch darunter mischen können). Änigma. 

09.08.2523

Über das Dilemma der Christlichen. Wollen heute Paulino-Christliche Aspekte ihres Christentums wie Anti-Judaismus, Anti-Homosexualismus, Anti-Emanzipismus, Anti-Vitalismus, usw., beseitigen, so stehen sie plötzlich nackt da, statt vor dem „wahren Kern“ ihres Glaubens, mit der Tendenz, sich ihr Christentum schön zu reden, schön zu schreiben, sich ein Christentum nach der Mode zurechtzuschneidern. Aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung ist das Paulino-Christentum Sache des Archivs und der wissenschaftlichen Untersuchung geworden. Es enthält, es verdeckt möglicherweise eine änigmatische Spur in sich, aber sicher kein Lebensmodell. Zu diesem wurde es erst durch den Paulinismus, das hat aber mit dem historischen Jeshua (fast) nichts zu tun, um den geht es aber! Um den ginge es aber! (zu einem vor-paulinischen Jeshua, der dem historischen näher steht, siehe die Einträge zur Logienquelle Q in ÜdA 7, Buch Passion, S. 358ff.).

08.08.2523

Über das Judenpogrom der Judenpogrome. Auschwitz hat das Judenpogrom nicht erfunden, sondern mit den  leistungsfähigen Mitteln des modernen Fabrik-, Transport-, Medien-  und Staatswesens auf die Spitze eines rund 2000 jährigen anti-judaischen Sch..Eisberges getrieben, den die AfD als 12 jährigen „Vogelschiss“ abgetan sehen möchte. Die längste, systematischste und verbreiteste Diffamierung einer Menschengruppe in der Europäischen Geschichte begann in Paulus Briefen und paulinisch endredigierten Evangelien, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Tausenden von Kanzeln verbreitet wurden (so wählte das schwarze Bayern in der „Judenfrage“ braun, so wurde „Der internationale Jude. Ein Weltproblem (…)(1922), herausgegeben vom weltberühmten Christ, Amerikaner und Autobauer Henry Ford ein deutscher Bestseller, drei Jahre vor Hitlers Mein Kampf). Der Anti-Judaismus ist in die DNA des Christentums, in den Paulinismus, eingeschrieben – bis in sein Hauptgebet („Und erlös uns von dem Bösen“ – dessen Inkarnation, „der Satan“, stand bei Paulus sowie der Jeshuafigur in Matthäus synonym für „Jude“) und bildet als paulino-christliches Erzressentiment die Voraussetzung von allem, was im christianisierten, wenn nicht christlichen Abendland gegen „Juden“ auch in pseudo-wissenschaftlich-rassistischen Pogromen von christlichen oder christianisierten Pseudo-Wissenschaftlern und Autoren entwickelt und umgesetzt wurde. Zum „Erfolgsrezept“ des national-sozialistischen Antisemitismus gehört seine polyphonische Anschlussbreite, die moderne, rassische und uralte religiode Anti-Judaismen zu einem populistischen, einfache Katholiken, überzeugte Lutheraner wie intellektuelle Atheisten ansprechenden „NS-Juden-Konstrukt“ amalgamiert – so konnten christianisierte anti-christliche Nazis wie christen-nahe Nazis ihren je eigenen Antisemitismus konstruieren  Das erkannte nicht nur der Ex-Auschwitz-Insasse Elie Wiesel, sondern der kath. Theologie-Professor und Habermas Freund Johann Babtist Metz (Kirche nach Auschwitz, 1993) (ausführlicher, mit Zitaten, siehe ….2523, …. 2522, ,…..). Weniger Thema bei diesen Autoren war die Verschärfung, die der national-sozialistische Antisemitismus durch seine politische anti-marxistische, anti-bolschewistische Dekonstrukionsqualität erfuhr (vgl….. 2522, ……).

07.08.2523

(um gut informiert hierhin zu gelangen, der Vortext beginnt bei 01.08.)

Über Revolten im Himmel: von Prometheus zu Jahwe Zebaot. Vielleicht wollte der göttliche Menschenfreund Prometheus in „Der gefesselte Prometheus“ des Aischylos (520-450 v.Chr.), dort, wo heute Lücken im Text klaffen, den Menschen nicht nur das Licht bringen, sondern, oh Frevel, die Unsterblichkeit, das Hauptprivileg, das Götter von Menschen unterscheidet, also den göttlichen Olymp nicht nur berauben, um den Menschen ein Geschenk zu machen, sondern ihn durch einen göttlichen Potlatch für sie ruinieren – und damit auch die Herrschaft von Zeus, sein Gott-Vater. Während der Achsenzeit Nachbarn unter persischer Herrschaft, werden sich altgriechische Naturphilosophie und israelische Theosophie in einem stillen Wettstreit darüber befunden haben, welcher göttliche Potlatch grösser, prächtiger und selbstruinöser ausfiel, ob ein ionischer oder ein israelischer. Die israelische Idee, dass ein Gott, Menschen die Unsterblichkeit schenkt –  inspiriert durch die ionische Idee, dass überhaupt ein Gott Menschen ein Geschenk macht – findet sich in der Jüdischen Bibel bei Jesaja 25 (vgl… .2522 Die Absolute Party), ohne Frage geht Jahwe Zebaots göttlicher Potlatch, ausnahmslos allen Menschen die Unsterblichkeit zu schenken, weiter als Prometheus göttliches Geschenk für sie, doch erst die abrahamischen Massenreligionen, das paulinische Christentum, der göttliche Menschenfreund Jesus Christus, der mit seinem göttlichen Potlatch für die Menschen (sein ganzes Blut soll er verausgabt haben für deren Sünden) die alte jüdische Ordnung des Gottes Abrahams ruiniert und sich daneben einen eigenen Vater-Gott schuf  (Stoff für Marcions Idee der Trennung beider Religionen, der Idee von zwei Theologien, nicht einer), werden mit dem von Prometheus inspirierten  jesajanischen Potlatch hausieren gehen, ihn in ihre moralische Ökonomie und Gemeindegrenze unter Kontrolle bringen und allein ihrer Glaubensgemeinde, unter Auflagen, zum Genuss anbieten (der Islam wird dieses Rezept für diesen göttlichen Potlatch erneuern) – alles in allem ein Grund mehr, unseren Zeitkalender auf die Achsenzeit umzustellen.

06.08.2523

Änigmatische Religiösität begleitet uns bis an das Ende der Welt und darüber hinaus.

05.08.2523

Über Paradies, Hölle und zeitlose Ethik. Die wunderlichen Dinge zwischen Himmel und Erde geschehen während des Lebens, was nach dem Tod ist, kann uns im Grunde egal sein. Es kann uns sogar nicht egal sein, ob es dann auch wirklich egal ist. Viele wünschen sich das positive Nichts, das im Buddhismus als Endziel des reinkarnativen Lebens und Todes angestrebt wird. Viele Menschen möchten im Tod nur noch ihre letzte Ruhe haben. Göttliche Fürsorge für Tote wäre ein überdehnter Fürsorgebegriff, zumal aus menschlicher Sicht. Schon im Christentum gibt es die Äusserungen, dass Gott ein Gott der Lebenden ist und die Toten die Toten begraben sollen, als ob hier von Magna Mater, von Gott, die Änigma, einmal unverdrängt die Rede ist. Die Grenzen zu Paradies und Hölle, überhaupt zum Jenseits sind undichter (und undichterischer) geworden. Was lange Zeit nur im Paradies oder in der Hölle denkbar war, realisieren wir heute auf der Erde, auch deshalb funktionieren das Versprechen des Paradieses und die Drohung mit der Hölle weniger denn je, dass gilt auch für Fundamentalisten, die bereit sind für ihren Manichäismus ihr Leben zu geben, auch sie holen dabei bloss die Hölle auf die Erde. Wir haben im 20. Jahrhundert christliche Zeit, im 25. Jahrhundert achsenzeiltliche Zeit den Unterschied von Paradies und Hölle irreversibel entgrenzt und auf die Erde geholt, fortan sind wir jene Wesen, die mitbestimmen, ja die Verantwortung dafür tragen, ob wir mehr in der Hölle oder im Paradies leben werden. Dass im Leben wie im Tod möglichst für das Paradies zu optieren und die Hölle auszuschliessen ist, ist obligative Ethik, die für den Frieden gilt, aber auch dann, wenn eine Menschengruppe anderen Menschen zur Hölle zu werden droht. Wir kennen fortan unsere oberste Obligation, die Änigma hat sie in wenigen Augenblicken als zeitlose Ethik akommuniziert, hierfür klappte sich für einen kurzen Moment die Gegenwart wie die Flügel eines Engels auf, atmete sich für Sekunden überzeitliche Zeit, vermittelte sich für Augenblicke ein Eindruck, ein Schwall, ja, die Wucht jener Äonen, die auf uns noch zukommen werden, die auf uns noch zukommen werden sollen. Im Bereich der änigmatischen Dimension bleibt, entlang der änigmatischen Spur jedes Menschen, ob sich bei allen oder bei einigen nicht auch im Sterben die Flügel des Engels öffnen (dem sei so, wurde mehrfach akommuniziert in der Vergangenheit).

04.08.2523

(um gut informiert hierhin zu gelangen, der Vortext beginnt bei 01.08)

Über Nietzsches Selbstbeschreibung am Vorabend des „Zarathustra„. Dass Nietzsche einen ungeheuren Drang zur Religionsgründung, ohne Religion, ohne Akommunikation erfahren zu haben, hatte, beweist seine Möchtegern-Religionsschrift:  „Also sprach Zarathustra.“ (1883-85) die ebensogut „Also lebe Zarathustra!“ heissen könnte, nachdem doch Gott tot ist. Als er in der Fröhlichen Wissenschaft (1882) vom „Reiz der Unvollkommenheit“ (79.) im unvollkommenen Dichter schrieb, schien er im blinden Flecken seiner selbst sich aufs Korn genommen und als Zarathustra-Autor beschrieben zu haben: „Sein (religiöses, d.V.) Werk spricht es niemals ganz aus, was er eigentlich sagen möchte, was er gesehen haben möchte; es scheint, dass er den Vorgeschmack einer Vision gehabt hat, und niemals sie selber: – aber eine ungeheure Lüsternheit nach dieser Vision ist in seiner Seele zurückgeblieben (…) und aus ihr nimmt er seine ebenso ungeheure Beredtsamkeit des Verlangens und Heisshungers. Mit ihr hebt er Den, welcher ihm zuhört, über sein Werk und alle „Werke“ hinaus und giebt im Flügel… als ob er sie zum Schauen des Heiligsten und Letzten geführt hätte, wie als ob er sein Ziel erreicht und seine Vision wirklich (…) gesehen und mitgeteilt hätte (spricht Nietzsche, ausser von sich, von Dante? von Hölderlin? Dann wäre der „vollkommene“ in dieser Hinsicht so unvollkommen wie der „unvollkommene Dichter“). Es kommt seinem Ruhm zu Gute, nicht eigentlich ans Ziel gekommen zu sein.“  Anders gesagt, er treibt zwar seine Kommunikation bis an das Heiligste und Letzte, aber Akommunikation vom Heiligsten und Letzten ist und wird sie dadurch nicht.

03.08.2523

Über änigmatische Selbsterfahrungen. Hätten mich nicht änigmatische Ereignisse frappiert, wäre ich heute metaphysisch-religiös wahrscheinlich zwischen Nietzsches ewigen Wiederkehr, Heralklits Logos und Einsteins kosmischer Religion zu verorten gewesen, alles in allem sowohl in papierenen, angelesenen Religiösitäten (wie die meisten Theologen, Buddhistinnen, Rabbis, Mullahs, usw., wobei änigmatische Spuren in ihren Sekten über Sektenhaftes hinausweisen) als auch in intellektuellen Anti-Religiösitäten (wie die Feuerbach, Fromm und Freud, wobei Aspekte ihrer Kritik überlegenswert bleiben, kreativ adaptiert werden wie z.B. dass Religion die erfahrungsblinde Mutter-Allmacht-Infans-Ohnmacht-Grunderfahrung als „innerer Boden“ ihrer Projektionen und Visionen eines allmächtigen Gottes benutzt, um nicht zu sagen, missbraucht), doch schon in der Jugend änderten die änigmatischen Ereignisse, die Spuren des Änigmatischen, die mich tangierten, alles, gaben Gewissheit, dass die „normale“ Zeit-Raum-Ordnung unserer Welt nicht die einzige ist, und versetzten real und näher in die bestehenden Religionen und die verschwundenen davor, ohne in einer zu verharren und in ihnen nicht nach Bleibendem zu suchen (und zu finden), dasselbe gilt für philosophische Metaphysiken. Leuten, die auf atheistischer Selbsterziehung und Annahmen bauen, kann ich versichern, dass sie das alles verwerfen können, es ist ganz anders, als sie es sich zusammenreimen, sobald sie sich aus der Genesis unserer Welt, die ihre „laizistische“, d.h. eigenlogische und eigenmächtige Autogenese besitzt, an ihre „Ränder“ oder „Risse“ bewegen. An diesen Orten, und die gibt es, zeigt sich Welt und Natur änigmatisch, nicht nur enigmatisch, nicht unbedingt irrational, eher änigmatisch rational (änigmatologisch). Änigmatische Religiösität bietet jenen, die nach ihrer Geburt inner- oder ausserhalb ihrer/einer Religion ins Bodenlose zu stürzen meinen, einen neuen, älteren, festeren Grund – eine Rückversicherung -, zumindest einen Einstieg, einen Aufstieg an. Sie versichert, unterstreicht aber auch die Gewissheit jener, denen ihre weltliche oder „natürliche“ Religiösität genügt, mit der sie zur Welt kommen und aus der Welt gehen. Die keine „sekundären Aufsätze“ von „Sekundärsekten“ brauchen, die wissen, dass das nichts bringen wird, es das Nichts, zu dem Geborene nach dem Tod nicht zurückkehren werden, und das Sein der änigmatischen Dimension, die nach dem Untergang der Welt bestehen bleibt, nicht verändern, nicht tangieren wird. Änigma.

02.08.2523

Über änigmatische Religiösität und christliche Religion. Markion als Profilierungshilfe des „Christentums“. Nicht nur die Löwenarenen der Römer, sondern Verurteilungen wie jene des Markion (2. Jh.) und der Markioniten halfen dem paulinischen Christentum, das die Ebioniten längst hinter sich gelassen hatte, zu „dem“ Christentum zu werden – komplett mit Altem und Neuem Testament, Profil aus Kanon und Indizierung der Häresien, funktionierende Hierarchie und wachsende Einheiltlichkeit in einem „Herrenclub“ und „performative Realität“ gewordenen kollektiven Illusionstheater, das für seine Glaubensgemeinde das kostbarste Versprechen, das der Menschheit je gemacht wurde, die selige Unsterblichkeit, von einem Menschen der als Gott aus seinem Grab auferstand, zu missionieren beauftragt worden zu sein glaubt (vgl.   2523 Über die am besten versteckte Leiche der Welt). Aus änigmatischer Sicht werden alle Menschen von Geburt und von dem Zur-Welt-kommen an mit der änigmatischen Spur und der Differenz zu Nichts „gezeichnet“, so ungefragt, wie wir gezeugt und geboren werden, für sie sind deshalb in irgendeiner Religionsgemeinde nach irgendwelchen Einweihungsritualen vorgenommene Segnungen von Unsterblichkeit, illusionäre Zusätze und sekundäre Diskriminationen von Menschen, die sich sekundär ein- und andere Menschen ausgrenzen. Die änigmatische Spur, die uns als Teil der Welt mit änigmatischer Dimension von dem Zur-Welt-Kommen an berührt und mit der änigmatischen Dimension unserer Welt verbindet, und die Differenz zu Nichts, die das Sein der Änigma und der Genesis unserer Welt auf andere Weise als uns betrifft, garantieren allen Menschen, dass sie nach ihrem Leben nicht in Nichts fallen und von der änigmatischen Dimension aufgehoben („tangiert“) werden. Das Blut und Wasser der Geburt ist die Taufe, die Abnabelung von der Mutter der Beschneidungs- und Verbindungsakt der Welt- und Seinsreligiösität, die allen Religionen zugrunde liegt. Soviel zum  Unterschied zwischen global-universeller änigmatischer Religiösität und provinz-universeller christlicher Religion, buddhistischer Religion, usw.

01.08.2523

Über das Christentum als Kompromissreligion zwischen Ebioniten und Markion, zwischen Ultra-Anti-Paulinisten (ca. 35 n.Chr.?, Quellen weitestgehend zerstört) und Ultra-Pro-Paulinisten (Markion (ca. 100-160 n.Chr.), Quellen weitgehend zerstört), wobei die anti-paulinischen Ebioniten, gefasst als Sammelbegriff für Originalchristen, nicht nur für eine der ersten neujüdischen Sekten, dem historischen Jeshua und seiner Folgerschaft, die statt zu schreiben auf die Parusie Gottes wartete, näher standen als Paulus. Über Markion publizierte die nicht-neutrale, insofern pseudo-wissenschaftliche Theologie Arbeiten von Klinghardt (2015), Vincent (2014) und Roth (2015): The Text of Marcions Gospel, u.a. rezensiert von Barbara Aland (2016), pseudo-wissenschaftlich auch deshalb, weil diese  BerufschristInnen dem paulinischen Christentum anhängen, sonst hätten sie die Professuren in Theologie, die sie inne haben, gar nicht erhalten. Die Sekte achtet darauf, dass linientreue Sektenangehörige über die Sekte „forschen“, das befördert mit der Zeit wissenschaftliche Forschungssterilität und Deformation. Diese Leute beginnen irgendwann statt wissenschaftlich zu bleiben, apologetisch zu werden – bewusst oder unbewusst. Wie aufgezeigt wurde (vgl….. 2523) ist die verschriftete Jeshua-Figur – egal, in welchem „Evangelium“ – das Redaktionsprodukt verschiedener Entstehungszeiten, Herkünfte und  Endredaktionen, eine uneinheitliche Redaktionsfiguration von Sprecherfiguren – also nicht die O-Stimme „des“ Jeshua -, die zum Teil sich widerspricht, und damit die Entwicklung der verschiedenen Endredaktionen von Passagen des Textes reflektiert, einschliesslich die Übernahme anderer, ebenfalls mehrfach endredigierter Texte. Im Kopf von ChristInnen muss es deswegen dauernd rotieren und kollidieren, was auf Zeit zu kontingenten Entscheidungen, die nur vorderhand die Sache beruhigen, führt, dann beginnt die wirre Rotation von neuem. Und so weiter.
Von der Sache ist das markionitische Evangelium nicht etwas völlig Neues, sondern eine auf die Spitze getriebene paulinische Endredaktion, die, erstens, die Paulus-Briefe (darunter Briefe von Pseudo-Paulus, wie wir heute wissen) und andere endredigierte Texte, darunter eine Version des Lukas-Evangeliums, zusammenfasste- nach Vincent (2014) damit einen Prototyp von Neuem Testament kreierend- und, zweitens, die Absetzungstendenz des Paulus gegen das mosaische Altjudentum zu einer der mosaischen Theologie überlegenen Theologie mit einem eigenständigen Gott abtrennte. Das Alte Testament sollte mit dem Neuen Testament nichts mehr zu tun haben. Was Markion in einen Selbstwiderspruch brachte, da sich die Göttlichkeit des Jeshua hauptsächlich durch das paulinische Prinzip, d.h. die inter-jüdische Verflochtenheit und Überlegenheitsekstase über die mosaische Überlegenheitsekstase und Theologie profilierte (Stichwort: Wundernarrativ, vgl. ….2523). Beides zu kappen, wie sich das Markion dachte, hätte bedeutet, dem paulinischen Christentum die innere Kraftquelle zu rauben, v.a. deswegen war Markion für die Paulinisten das, was Paulus für die Ebioniten war: „der“ Apostat.

30.07.2523

Über die Reform von Grundgesetz Art. 7 Religionsunterricht im Schulwesen. Aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung dienen Schulen, neben der Einübung der freiheitlich demokratischen Grundordnung bzw. demokratisch-staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten, in erster Linie der „Freiheit der Lehre„, der Förderung der Aufklärung, der Forschung, der Wissenschaft, nicht der Zementierung von Dogmen aus voraufklärerischen Zeiten.  Der Satz aus GG Art. 7 :“Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechts wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.“  wird sicher dem Vatikan und anderen Organisationen von etablierten Religionen gefallen, gewährleistet er doch, dass sich auch als obsolet erwiesene Grundsätze von Religionsgemeinschaften hinter einer modernen Verfassung verstecken und in staatlich finanzierten Schulen  verbreiten können, solange sie der staatlichen Aufsicht genügen, anstatt dass hauptsächlich der selbstkritische Umgang mit der eigenen Religion, in Übereinstimmung mit der wissenschaftlichen Religionsforschung, und die Toleranz mit anderen Religionen oder Weltanschauungen von der Verfassung (nach GG Art. 146) gefördert wird. Aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung ist spätestens in der neuen Verfassung nach GG Art. 146 der Religionsunterricht in allen Schulen abzuschaffen so wie Theologie aus den Universitäten zu entfernen, vielmehr in separaten Instituten unter staatliche Aufsicht zu stellen, das bedeutet, die Absätze 2 und 3 in GG Art. 7 streichen und ersetzen durch sinngemässe Satzungen wie  „In staatlichen wie privaten Schulen ist Philosophie ein ordentliches Schulfach“. so dass auch Ethiken, Religionen und andere Weltanschauungen im Sinne der freiheitlich demokratischen Grundordnung und Staatsbürgerschaft  behandelt werden. Der staatliche Umgang mit Religionen wird Teil von Art. GG 5: „Recht auf freie Meinungsäusserung“ , dort ein neuer Absatz 4 (Finanzierungsmodell, Staat übernimmt Lehrkörper, Ausschluss von ausländischen Grosspendern, usw.).

29.07.2523

Änigmatische Religion ist keine „Idee einer Meta-Religion„, eher Akommunikation der „Meta-Religion“ – beinhaltend, offenbarend: „sei Philosoph*, sei Philosophin*, sei Philosophie“ und Obligation, obligative Ethik in Leben, Wort, Gegenstand und Tat.

28.07.2523

Über Einsteins „kosmische Religion“ (1931). Sie glaubt vom Einfachsten bis zum Äussersten, was sie weiss und was sie nicht weiss, an die sich in Gesetzen der Physik entwickelnde Genesis unserer Welt, in der er eine „kosmische Intelligenz“ eine uns – lies: Physiker, lies: Einstein – sich offenbarende „überlegene Vernunft“, eine „einfache Ordnung und Harmonie“ oder einen „wunderbaren Bau des Seienden“ am Walten sieht,  eine Ordnung, die so „einfach“ sei, dass „wir sie nur unvollkommen“ erfassen könnten: offenbar doch nicht so einfach. Einstein beschreibt hier vor allem seinen Formalismus, sein Physik-Verständnis, seine Religion des Gottes der Physik – jenseits von „Furcht- und Moral-Religion“ -, in der die Natur und die Welt des Gedankens des Physikers „harmonisch“ zusammenfallen, für ihn die dritte und letzte Stufe „religiösen Erlebens„. Kein Wort davon, wie zurechtgestutzt und reduziert diese Natur wurde, bis sie „harmonisch“(gemacht) erscheint.  Die Behauptung im Wikipedia-Artikel „Einsteins kosmische Religion“ (2020), Einsteins universeller Geist könne auch „Personales mit einschliessen. Einer transpersonalen Deutung steht nichts im Wege.“ ist eine Hinzudichtung des Wikipedia-Autors. Einstein fehlt ein Begriff von Akommunikation und erst recht für das „religiöse Erleben“ von überraschender und traumatisierender Akommunikation. Aus änigmatischer Sicht macht Einstein sein Tun als Physiker zu einer „Religion“, zu einem „religiösen Erleben“ von enigmatischer Natur,  die Existenz einer änigmatischen Dimension in ihr ist ihm vage bewusst.

20.11.2522  (aus Buch 8: Achsenzeit/Axial Age)

Weltgeschichte ist mehr eine Geschichte von Permingationen und Gegenpermingationen als von hegelschen Aufhebungen (Marx: Klassenkämpfen). Im guten wie im schlechten.

19.11.2522 (aus Buch 8: Achsenzeit/Axial Age)

Das Ende der christlichen Zeit. Am Anfang und am Ende der christlichen Zeit standen Paulus und Hitler. Jeder auf seine Weise führte den grössten Anschlag auf das Judentum aus. Irgendwann später beschloss die Menschheit ihre Zeit, ihren Zeitkalender, auf ihre achsenzeitliche Zeit umzustellen.

27.07.2523

(um gut informiert hierhin zu gelangen, der Vortext beginnt bei 26.07.)

Über den änigmatischen Himmel. Für Änigmatische und Sympathisantinnen kommen alle Menschen in der Welt mit änigmatischer Dimension zur Welt, ihre änigmatische Spur und ihre Differenz zu Nichts bleiben über ihren Tod mit dieser Dimension verbunden, auch dann, wenn sie ihre „Weltlichkeit“, „Fleisch“ etc. vermodert, verbrannt, beerdigt, versenkt haben. Deswegen greifen Sprüche wie „Asche zu Asche“ oder „Wasser zu Wasser“ zu kurz.

26.07.2523

Über Kirtan, Gurus und änigmatische Spur. Die änigmatische Fürsorge-Spur, die sich aus der änigmatischen Dimension durch antike Religionen  – möglicherweise auch durch den historischen Jeshua – bis in die Änigmatische Bewegung zieht, von der wir nur wissen, dass sie die Verbindung zu uns herstellt, dass sie sich akommunikativ und involutiv öffnet und die Verbindung abzubrechen nicht vorhat, nicht vorhaben kann? (vgl. 21.07.2523) wird im Hinduismus seit rund drei tausend Jahren in devotionalen Gesängen (Kirtan) gefeiert, in Gruppengesängen mit Vorsingenden für und über verschiedene Gottheiten, darunter das Eine Liebende, Krishna (leider endet der Gesang häufig in glücklichen Sekten, die sich mit absurden Vorstellungen unter absurde Autoritäten gestellt „aufgehoben“ und aus dem „Weltstress“ genommen fühlen). Aus änigmatischer Sicht ist das Guru-Gehabe, dass Liebe der einzige Weg zum Gott der Liebe sei, eher befremdend, obwohl dieses Mantra nicht ganz auf der falschen Spur liegt,  suspekt, ein Guru, der aus seiner ausgezeichneten Geburt eine Religion macht, mit der er sich über andere Ausgezeichnete setzt, um ihnen von seiner Liebes-Botschaft etwas abzugeben und etwas zu erhalten (vor allem Gegenliebe, Devotion, Verehrung, Vergötterung – manchmal geht es nur oder auch um Ansehen, Geld und Sex). Das ist nicht der Änigmatische Weg. Wir sind alle Gurus oder keine/r. Akommunizierte Menschen fallen nicht zu abertausenden wie es „Gurus“ tun vom Himmel, (der Guru Baghwan/Osho, der Philosophie studierte, kommunizierte brillianter und war ausgefuchster als seine Kollegen  Durchschnitts-Gurus, deswegen ein Magnet für westliche Interim-Aussteiger wie Peter Sloterdijk). Es brauch keine Akommunikation für wohlfeil formulierte Guru-Gemeinplätze wie „Der Weg und das Ziel ist die göttliche Liebe.“ Die ganze Menschheit auf diesen Kurs zu bringen, ist eine Mammutaufgabe, eine grossartige, eine beglückende, die das Christentum an ihren Gott und an das Ende der Zeit verschiebt, weil es die Selbstheilungskräfte und  Selbstkorrigierbarkeit des Menschen nicht nur pessimistischer einschätzt als der Hinduismus – bei dem auch Gottheiten Menschen den Weg der inneren und äusseren Balance zu finden helfen, by the way -, sondern letztlich ganz ausschliesst. Eher rottet der radikale Vernichter-Gott, der Ungeduldige und Unduldsame mit einer Noah-Katastrophe nochmals die Menschheit aus und, drückt, als radikaler Schaffer-Gott, die Reset-Taste, um den Versuch mit einer neuen, die es besser machen soll, zu starten, als die Menschen in Ruhe milliardenfach in kleinen Schritten die menschliche Selbstverbesserung auf dem Weg der Liebe suchen, finden und geniessen zu lassen, auch mit Kirtan, mit Gottes-Gesängen, die erhört werden und alle, die sie vorurteilslos offenen Herzens hören, in positive Schwingungen und Vibrationen versetzen.  Selbsthilfetechniken wie Yoga und Meditation, Gesang und Musik und die Lehre der Vier Arme hält das rigide Christentum für unzureichend, um die unkorrigierbar schlechten Menschen von ihrem falschen Weg abzubringen, zu fest sitzen für es die sieben Todsünden in der DNA des Menschen (die Pelagianismus-Falle, die sich das paulinische Christentum selber grub), nur ein Gottes-, nicht ein Menschengericht könne die Schlechten von den Gerechten trennen, hier für die Gestraften ein Straflager schaffen, dort ein Paradies für die Guten und die Lieben. Im Christentum bestimmt auch im Jenseits eine obrigkeitliche Amtstelle , wo es mit seinen und nur seinen Gläubigen langgeht. Nicht das sich Muslime aus ihrem Paradies in das Paradies der ChristInnen verirren oder Ausbrecher aus der Hölle der Christen in das Paradies der Muslime und Muslima einbrechen. So dass sich die Vielfalt der Religionen auf der Erde im Reich der Toten spiegelt, was aus änigmatischer Sicht  nonsense ist. Der Himmel bestünde aus einem Durcheinander von Höllen-Straflagern, Paradies-Inseln, Nirvana-Endlagern, Atheisten-Tälern, Agnostiker-Ufern und Schleusen von Reinkarnationsreligionen, angeschlossen an einen Zentralcomputer, der die Geburts-, Konfessions-, Sünden -und Todesregister der Menschheit laufend absolut fehlerfrei aktualisiert bis zum Ende der Welt, das ihn ausser Betrieb setzt. Wer sieht die Fehler.

25.07.2523

Über Religionskritik aus änigmatischer Sicht mit Blick auf Rom (Porphyrios). Heute mag es für die „Kirche“ und andere etablierte Religionen ungewöhnlich, sogar empörend erscheinen, sich von religiöser „Konkurrenz“ herausgefordert zu sehen. Sowohl Konkurrenz und Kritik von Originalchristen, neuen Originalchristen, Nicht- und Anti-Christen ist sie zwar mittlerweile gewohnt und hat sie entweder systematisch bekämpft, einfach ausgesesssen oder reformatorisch antizipiert. An ihren Anfängen war sie eine kleine nicht-etablierte Sekte, die die grossen etablierten Religionen erst noch an ihre Existenz, Sendung und Kritik gewöhnen musste. Ähnlich wie eine Änigmatische Bewegung heute, sah sich vor zweitausend Jahren ein Bündel von jüdisch-jeshuanischen Sekten, darunter die paulinische, die das Zepter bald an sich reissen wird, scheinbar dauerhaft umgeben von und teilweise konfrontiert mit der seit Jahrhunderten herrschenden römisch-griechischen Religion und der jüdischen Religion, von der sie herkommt, und die ebenfalls von römischer Seite wenn nicht toleriert, verboten, verfolgt oder vertrieben wurde.-Die christliche Sekte – voran ein Paulus mit überlegenheitsekstatischem Sendungsbewusstsein – füllte eine Marktlücke mit einer Geschichte und Sendung, die ihre Konkurrenz auf dem Markt der Religionen nicht besitzen, nicht erzählen, nicht bieten konnte: erstens, das Versprechen jenseitiger Unsterblichkeit in Wonne und Glück, an den Plebs, an jedermann und jedefrau, nicht in erster Linie an Mächtige und Kaiser, zweitens, die Entsündung der Sünden der Gläubigen, weil ihr menschlicher, dann göttlicher Held sich für ihre Sünden  – egal, ob sie real oder imaginär vorhanden sind – Hauptsache, das Narrativ des Opfertodes klang heroisch und überzeugend – an einem römischen Hinrichtungsutensil „für sie“ geopfert hatte, dann auferstanden ist, um endlich doch noch – wie, bleibt völlig unklar – in den Himmel aufzufahren – in die änigmatische Dimension – um von dort auf sie väterlich-wohlwollend herabzublicken bis zu seiner endgültigen Rückkehr am Ende unserer Welt. Psychologisch und therapeutisch war das anschlussfähig an die totale Fürsorge durch eine Übermacht, die mütterliche Physisteme, in den ersten Lebenszeiten, die jeder Mensch in- und extrauterin erfuhr, und nun für Erwachsene auferstand in Bezug auf eine fürsorgene totale Allmacht in- und ausserhalb der Welt. Gott war allmächtig? Ja, jedenfalls auf den Spuren des Reentries einstmals erfahrener Abhängigkeit von einer fürsorgenden Allmacht, der Mutter, in den Glauben von Erwachsenen. Die von dieser Geschichte, die unbewusst an ihre anschloss, Überwältigten hatten keine Mühe andere mit dieser Geschichte zu überwältigen. Akommunikation, gemischt mit Effekten des Unbewussten, siegte über christenkritische Kommunikation, gemischt mit Platonismus, z.B. von Plotin-Schüler Porphyrios (ca. 290 n.Chr., Gegen die Christen), der feststellte, dass in dieser Sekte Irre in die Irre führten. Vor allem „führte“ es diese „Irren“ auf die Schlachtbank in Löwenarenen, nicht auf die Bänke von Symposien von Intellektuellen, was in der Bevölkerung nicht nur einen abschreckenden, sondern langfristig einen überzeugenderen Effekt für die Christen ausübte als philosophische Argumente gegen sie. Die erste Welle der Aufklärung des Christentums, die sich auf den Fluss von Tinte beschränkte, wurde vom Fluss von Tränen und Blut, das für es floss, „überschrieben“, überschwemmt. Erst in der Kombination mit der blutigen römischen Massenverfolgung des Christentums begann sich dieses massenhaft selber zu bemitleiden und den Glauben, den es glaubte, „richtig“ zu begreifen. Erst sie liess sie physisch, nicht nur intellektuell das Leid des von Römern gefolterten und hingerichteten Jeshua am eigenen Körper, im eigenen Leid und Selbstmitleid „nachempfinden“:; ja, er schien für sie tatsächlich „bei ihnen“ zu sein in solchen Momenten! War Christi Leid umso stärker das ihre, umso stärker glaubten sie, dass dessen Leiden, stellvertretend für ihr Leiden, auch ihre Erlösung und Seligkeit enthält. Jeshua am Kreuz wurde zu ihrem Kreuz, ihr Kreuz zu seinem, seine Passion und Erlösung zu ihrer. In jeder blutigen römischen Verfolgungswelle erlebten und erlitten Christen nicht die Szenen ihrer Vernichtung, sondern die Szenen ihrer Auferstehung nach paulinischer Lesart. Das Paradox war: Keine Missionstätigkeit förderte das Christentum mehr als die römische Christenverfolgung. Die Römer realisierten eigentlich nie richtig, dass sie mit ihren blutigen Christenverfolgungen statt zur Vernichtung zur Unbesiegbarkeit des Christentums beitrugen, und beschränkten sich darauf, sich ihm, zuletzt bis und mit dem Kaiser, zu ergeben. Nach guter alter römischer Sitte liess sich die  römische Oberschicht nicht in der Kirche, sondern auf dem Schlachtfeld von der Tauglichkeit des neuen Gottes überzeugen, was durch die ersten siegreichen Schlachten unter christlichem Banner gegen römische Truppen unter dem Banner des alten Kriegsgottes Mars bekanntlich auch gelang. Das Imperium erhoffte sich durch den neuen Glauben eine innere und äussere Stärkung und einen sozialen Kitt für seine bröckelnde und gebrochene Einheit. Das paulinische Christentum war seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. nicht nur auf dem Weg zur „Kreuztheologie“, sondern auf dem Weg zur imperialen Macht.
Paulinisches Christentum: Das war eine Passions-Geschichte, die sich mit Anfang, Ende und Weiterleben nach dem Ende des Lebens beschäftigte, mit der sich Menschen von der Taufe bis zur Traufe in einer moralischen Ökonomie, die ähnlich wie Erziehung mehr belohnungs- als bestrafungsorientiert ist, gut unterhalten, gut geführt und gut geborgen/aufgehoben/ fühlen sollen, immer behütet von einer allmächtigen Überperson. Andere therapeutische Programme in diesem Umfang und in dieser Tiefe gab es damals nicht. Wenn das keine Grosse Story, wenn das nicht Grosses Kino ist!
Aus änigmatischer Sicht dient Kritik am heutigen Christentum, Buddhismus, Hinduismus, usw., hauptsächlich der Selbstvergewisserung, warum Änigmatische und Sympathisantinnen religiös eben eher änigmatisch als etwas anderes sind. Warum sie sich im Grossen Kino unbehaglich, teilweise gelangweilt, teilweise schlecht unterhalten, teilweise ungerecht behandelt fühlen und dauernd zum Notausgang, wenn nicht zum Ausgang blicken. Warum sie glauben, dass jeder Mensch, der glaubt, prinzipiell etwas Wahres, kein Fake glauben will so wie jeder Wissenschaftler* prinzipiell nicht einem Irrtum aufsitzen. Der sich Christentum nennende Paulinismus soll wie Buddhismus und Hinduismus, usw., seine Kreise ziehen bis der Welt Ende. Nur aus Gründen, die auch wissenschaftlich Hand und Fuss haben sollen, nicht nur religiös-akommunikativ, ohne Änigmatische und SympathisantInnen. Änigma.

24.07.2523

(um gut informiert hierhin zu gelangen, die Lektüre zum Thema göttlicher Potlatch fängt bei 13.07. an)

Über die Feiertage der änigmatischen Religion verglichen mit den christlichen: – statt christliche „Pfingsten“ änigmatische „Spasima“. (23/24. Mai 2521):  Spasimatische Tage, Spasima, spasimo (alt-gr. Durchbruch) – Feier des Durchbruchs zur Idee des göttlichen Potlatch, von Gott, Änigma, Mutter aller Gottheiten – christliche Weihnachen – am 24. Dezember. Jüdisches Festmahl, solidarischer globaler Gedenk- und Trauertag für jüdische Opfer christlicher Pogrome und Permingationen, für Israel, am 25. Dezember: Feier- und Freuden-Tag für eine „komplettere“ „globalere“ Vernunft, Versöhnung, Verschwisterung.

23.07.2523

Für Änigmatische ist das christliche „Pfingsten“ das änigmatische „Spasima“ – ein änigmatischer Feiertag für den Durchbruch der Idee von Gott, die Änigma, als göttlicher Potlatch (altgr. spasimo – Durchbruch).

23.07.2523

Über die Pfingsten 2021 christliche Zeit. Vielleicht sendete der Heilige Geist persönlich – da er an diesem Tag eh die Erde besucht –  die Inspiration zur Idee, dass Gott, die Änigma, Gott (Göttin) des göttlichen Potlatch, seiner (des Heiligen Geistes) Selbstgeburt und göttliche Mutter des abrahamischen Gottes, des Nirvanas, von Shiva und allen anderen Gottheiten der änigmatischen Dimension ist. All das natürlich ungenügend anthropomorph formuliert („Geburt“, „Mutter“, usw.).

23.07.2523

Über das Ende von Pfingsten. Im christlichen Kalender ist Pfingsten die jährliche Feier der letzten Sitzung des auferstandenen Jeshuas mit seinen elf Jüngern (Klammmer auf: Judas beging Suizid. Wieso wurde er, wenn Gott wieder da ist, nicht grossherzig wiederbelebt und begnadigt? Klammer zu) an dem der Heilige Geist mit Jeshuas Missionsbefehl in die anwesenden Jünger fuhr. Wie sich erwiesen hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine paulinische Nachdichtung, mit der sich bis heute christliche Priester als geweiht mit dem Heiligen Geist und als „Jünger“ dieser Tafelrunde inszenieren. Es ist „der“ Selbst-Legitimierungs-Akt und -Tag der Priesterschaft des Christentums, der heutigen „Apostel“, „Apostel“ deshalb, weil Produkt der paulinischen Endredaktion, der paulinischen Motivation, sich nachträglich den scheinbar längst vorausgegangen Weltmissionsbefehl („Heidenmission“!) göttlich legitmieren zu lassen. In dieser Konzeption gibt es keinen Raum, keinen Platz für Frauen, zu Recht befolgt das der Vatikan bis heute. Auch nicht im massgeblichsten Text dieses Befehls, den Christliche „Evangelium“ nennen, im paulinisch endredigierten Text des Matthäus (Klammer auf: massgeblich auch deshalb, weil wahrscheinlich eine vernichtete „ebionitische“ Fassung dieses Textes „die“ Bibel der Originalchristen war, die nach Jeshuas Abgang seine endgültige Rückkehr mit dem Reich seines göttlichen Vaters erwarteten, nicht bloss seine, die zudem nur vorübergehend ist. Welche Enttäuschung! An Paulus gerichtet, den sie „Apostat“ nannten: welche Lüge! Klammer zu): „Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. [Klammer auf: ausser die, jetzt hier zu bleiben. Klammer zu. Klammer auf: ausser der Gewalt meines göttlichen Vaters, der eine Nummer über mir steht, wie es mehrmals betont wird im Matthäus-Text. Klammer zu]. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker [Klammer auf: dezidiert an Männer gerichtet! Wie schon zuvor dezidiert Männer angerufen wurden, „Weib und Kind“ zurückzulassen. Das ist eindeutig. Klammer zu], taufet sie...“ [Klammer auf, denn ich taufe sie nicht, kann/will nicht viel länger hierbleiben. De facto bin ich tot und liege in einem bestens versteckten Grab. Klammer zu], usw.  Mit diesem dünnen Vierzeiler – ohne Klammern – sendeten sich die Herren Weltmissionare auf Reisen. Das darauf die ganze christliche Mission basiert, das mutet, mit etwas Distanz betrachtet, heute schon etwas haarsträubend an, doch dieser Befehl war das Vehikel, um die Frohe Botschaft der Unsterblichkeit für jeden und jede unter das Volk zu bringen. Wer wollte da dem geschenkten Gaul genauer ins Maul schauen. Verifizieren liess sich das Versprechen eh nicht?!
Für Änigmatische und SympathisantInnen ist Pfingsten der Geburtstag der Idee des göttlichen Potlatch als „Mutter“ des abrahamischen Gottes, des buddhistischen Nirvanas, der hinduistischen Gottheiten, von Shiva. Gott Änigma ist änigmatische Physizität und Dimension des göttlichen Potlatch. Welche Gewalt ihr im Himmel und auf Erden gegeben ist (in unserer Welt jedenfalls kaum „alle„), erst recht in ihrer, wissen wir nicht, ist mehr als enigmatisch, ist änigmatisch, bis auf die sichtbar gewordenen Spuren, zu denen der paulino-christliche „Missionsbefehl“ eher nicht gehört.

22.07.2523

Wir glauben, Religion will unsere Unsterblichkeit sichern, tatsächlich besteht ihr einziges Existenzrecht darin, unsere Existenz zu sichern. Von Buddha bis Jesaja, von Christus, Mohammed bis heute – die Änigma akommuniziert Fürsorge (so deuten wir das in unserer Welt) wie aus einer sehr, sehr fernen Galaxie, wie aus einer uns sehr, sehr fremden „Welt“.

21.07.2523

Über die änigmatische Spur, die uns nicht verlieren „will“. Wenn etwas zu uns in unserer Sprache spricht, dann personalisieren wir es reflexhaft- ist es ein sprechender Roboter, dann standen Personen dahinter, die ihn nach ihrer Wesenart programmierten und konstruierten. Ähnlich ist es bei Akommunikationen, öffnet sich die änigmatische Dimension akommunikativ, dann „muss“ sie menschenartig sein, daraus folgte der spätere Umkehrschluss, der Mensch muss gottartig, Ebenbild Gottes sein. Doch das ist ein Trugschluss. Die einzige sichere Basis oder Gemeinsamkeit ist lediglich, dass Lebewesen der Genesis unserer Welt und Wesen der Welt der Genesis Änigma nicht Nichts sind – nichtssagender und geringer ist eine Gemeinsamkeit kaum vorstellbar, Gott Änigma, so scheint es, ist indessen nicht darin interessiert, dass diese geringe Basis, die das maximale Ausmass an Fremdheit enthält (nicht ausschliesst) „verloren“ geht.

20.07.2523

Der Gottesbegriff hinter dem göttlichen Potlatch ist – scheinbar oder tatsächlich – radikaler, entgrenzender, änigmatischer als von ihm abgeleitete „ordentliche“ „eingehegte“ Konzeptionen aus den bekannten etablierten Religionen (Grossekten), wobei sich diese Theologien unter den Vorbehalt der „Unermesslichkeit „und „Unergründbarkeit“ ihres Gottes setzen. Das asiatische Modell ging nur scheinbar weiter, machte es die Apersonalität des Schweigens, die Stille des Äthers zur änigmatischen Dimension, wäre Buddha verbal akommuniziert worden, dann wäre auch er aus Anthropmorphismen (Magna Mater, Herrgott u. dgl.) nicht hinausgekommen, so wie die Änigma nicht, will sie uns mit unseren Mitteln der Kommunikation erreichen (über andere erreicht sie uns nicht, erreichen wir sie nicht).

19.07.2523

Der göttliche Potlatch und Guy Debord.

18.07.2523

Bezeichnend, dass der einzige namhafte moderne Philosoph, der sich mit Potlatch beschäftigte, der situationistische Anarchist und Gesellschaftskritiker Guy Debord war. Doch ihm ging dessen änigmatische Dimension völlig abhanden. Wahrscheinlich hätte sie ihm eingeleuchtet (aber nur weil er Anarchist, nicht gläubig war).

17.07.2523

In Berlin ist ehrliche Mürrischkeit und das ehrliche Lächeln gleich daneben bundesrepublikweit wohl am weitesten verbreitet.

16.07.2523

Es wird an die Präambel erinnert.

14.07.2523

Vom göttlichen Potlatch zur änigmatischen Spur, zur Änigma, zur änigmatischen Sicht.

14.07.2523

Ergänzend zur Thematik siehe Wikipedia „Potlatch“.

13.07.2523

Der göttliche Potlatch und seine moralischen Einhegungsversuche oder Open Source-Anarchie und urheberrechtlich geschützte Zwangsnarrative (im Abrahamismus).  Aus änigmatischer Sicht und Sicht der post-abrahamischen Aufklärung oder geschichtswissenschaftlichen „Ent-Täuschung“ lässt sich der Christo-Paulinismus, der heute für das Christentum steht, nicht ausreichend begründen, keine Spur von änigmatischer Spur wäre wohl falsch gesagt, aber vor allem viel zu viel Willkür und Missverständnis steckt in ihm, das gilt auch für seine Mönchs- und Nonnenkultur, wie segensreich sie sich auch immmer für unsere Kultur erwies, letztlich hat sich hier bloss ein paulinisches Nachtragsnarrativ autopoietisch und -poetisch verankert und durchgesetzt, das das Originalchristentum permingierte (deswegen ist die Redaktionsfigur – ein Ensemble teilweise kontradiktorischer Figuren -, die in diesen Texten agiert und spricht, wahrscheinlich bis ganz sicher nicht der historische Jeshua), ausserdem das Konstrukt einer neu-jüdischen Überlegenheitsekstase (der Ankündiger ist der göttliche Messias der Juden? Nein, aller Menschen! Ich bin sein auserlesener Apostel!), die wie keine Religion zuvor in der Geschichte der Menschheit auf scheinbar einfachste Art und Weise jedem Menschen die Unsterblichkeit versprach (nur ein paar unverdauliche Kröten mussten geschluckt, ein paar unbezahlbare Preise bezahlt werden! Im Kleingedruckten, nicht in der plakativen Werbung!) Vorgeprägt wurde dieses grösste Versprechen, das der Menschheit je gemacht wurde, durch das Altjudentum, das nach der Zerstörung Jerusalems durch Rom (66 n.Chr.), mit dem gleichen Gott, ohne Gottes Sohn ebenfalls unter römischen „Heiden“ intensiviert expandierte, nur weniger stark und mit höherer Eintrittsschwelle als das Christianertum, das, zugespitzt gesagt, die jüdische Variante mit Gottes Sohn für den „pleps“ vertrat. Vgl. dazu H.H. Ben-Sasson: Geschichte des Jüdischen Volkes, 3. Aufl.,1995: „Die alten griechischen und römischen Religionen waren im Niedergang  begriffen und die Zeit war reif für die Einführung von neuen Glaubensformen und Riten aus dem Osten. Erleichtert wurde die jüdische Missionstätigkeit ferner durch die politische Einheit und Sicherheit des Imperiums sowie durch die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den einzelnen Reichsgebieten“ (S. 354). Das galt noch mehr für die paulinische Missionstätigkeit, da jüdische Gemeinden schon viel länger im Imperium wirkten, und damit indirekt auch auf den Nährboden ihrer proletarischeren „Konkurrenz“. Entgegen der These von Rodney Stark (Der Aufstieg des Christentums, 1997) wird dabei die Ansicht vertreten, dass der Sieg dieser Sekte, dieser Bewegung nicht lange prekär, unklar und kontingent, sondern spätestens mit ihrem Auftreten in Rom gerade von Rom so gut wie nicht mehr zu verhindern war. Keine Löwen in keiner römischen Arena waren ihr gewachsen, vielmehr wuchs sie in solchen Arenen erst recht über sich hinaus! (vgl…. 2523 Über die Löwen).
Als mächtigster Überwinder und Erbe des griechisch-römischen Religionstheaters, das jahrhundertelang hunderte und tausende Bühnen bespielte  – Rom ist mit diesen Göttern gross geworden -, lebt und spielt sie, ebenfalls jahrhundertelang, auf hunderten und tausenden Bühnen, die später „Kanzeln“ genannt wurden, für einen kleinen Eintrittspreis das Grosse Kino eines göttlichen Drehbuchs und Autors (anonyme Endredakteure aus verschiedenen Jahrhunderten) und die Aussicht auf den Grossen Jackpot vor, dabei nahm – und nimmt – Patriarch Gott in der Welt second order seine lieben „Schafe“ an die Kandare wie Eltern in der Welt first order ihre geliebten Kinder (wurden oder werden sie nicht nur nicht ideologisch missbraucht, sondern von in die Tausenden gehende Päderasten, wie heute bekannt ist, vgl…. 2523 Über Pädophilie).
Die Inklusion in dieses Grosse Kino war und ist privilegiert, werden Menschen nicht von Geburt an in diese, statt in jene Glaubensgemeinschaft und ihre moralische Ökonomie eingeschrieben (einschiesslich das Verbot, sie zu verlassen), besteht die Option mit einem Eintrittspreis in das Grenzgebiet der exklusiv reservierten Unsterblichkeit einzutreten  (zu „Obszönitäten der Taufe“ siehe….). Verdrängt wurde dabei, dass es weit kostengünstigere Alternativen gab, die das gleiche göttliche Geschenk jederman verschenkten ohne Prüfung der moralischen Bonität und Glaubenszugehörigkeit, dass es neben den urheberrechtlich geschützten Zwangsverträgen mit religiösen Domänen, die die Ressource der Unsterblichkeit zu besitzen glauben, Open Source-Zugänge in die Unsterblichkeit gab. In der  jüdischen Prophetie von Jesaja war es Gott Zeboath der am Weltende alle Menschen, egal, welchen Glaubens oder Unglaubens, welcher Nation und moralischen Bonität, statt zur Apokalypse, zur Absoluten Party auf dem Berg Zion einlud, um ihnen die Unsterblichkeit zu schenken  (Jes 25 – vgl.. 2523 Die Absolute Party). Doch die grossartige Szene und Idee dahinter wurde zu einer Episode verkleinert, in die Vergessenheit gedrängt, war und ist nicht ordentlicher, jüdisch-mosaischer Mainstream.  Für eine „ordentliche“ Religion mit einem „ordentlichen“ Gott und einer „ordentlichen“ moralischen Ökonomie  wäre radikales Vergeben, grenzenloses Spendieren von Unsterblichkeit an alle Menschen, die in ewiger Festlaune selber dem verschwenderischen Luxus, dem Überfluss frönten, ein ruinöses, ja selbstruinierendes Unterfangen. Eine radikal amoralisch und aökonomisch verfahrende grundsätzliche Grundsatzlosigkeit und Grenzenlosigkeit beim Verschenken des kostbarsten Gutes, das der Gott einer „ordentlichen“ Religion nur gottgefälligen Menschen in limitierten Dosen, in ihren Grenzen verschenkt – die Option heisst: Verdiene dir das Paradies oder fahr zur Hölle! -, wäre nicht nur Vergeudung und Verschleuderei, sondern eine existenzielle Bedrohung, ein ungeheuerlicher Skandal, eine radikale In-Frage-Stellung und Ruinierung ihrer geschützten Urheberrechte, Grundsätze und Ressourcen, kurzum, etwas, was ihre Exklusion-Inklusion-Monopole über Menschen  und moralischen Ökonomien auf manichäistischer Basis unterminierte. Eine Gottheit mit einem  masslosen Grad von Güte und Gnade für masslos jeden Menschen würde ihre Fundamente, Masse und Grenzen erschüttern, sie durfte es „einfach“ nicht geben. Allen Menschen das denkbar wertvollste Geschenk überhaupt, Überfluss an Lebenszeit, zu verschenken, egal, welche Taten oder Untaten sie begingen, egal, ob sie es verdienten oder nicht (sollte sogar ein Mörder von Millionen von Juden und Jüdinnen wie Hitler dieses Geschenk von Gott Zeboath auf dem Berg Zion erhalten?) und welchen Glaubens oder Unglaubens sie waren, diese göttliche Anarchie musste „unbedingt“ verhindert oder mindestens in zwei Bahnen gelenkt werden! Dafür war die Unterscheidung von Gut und Böse, von Belohnung und Bestrafung, wenn nicht hier, dann im Jenseits, vor dem Weltgericht, und das Privileg des „eigenen“ Glaubens  und der „eigenen“ moralischen Ökonomie zumal für die „eigene“ provinz-universelle Urheberrechtsexistenz unbedingt zu installieren und zu dogmatisieren.  .
Selbstverständlich war der Paulinismus – wie der mosaische Glaube und der Islam – ein absoluter Gegner dieser moralischen Anarchie, der bei Jesaja angedachten Vorstellung eines göttlichen Potlatch, der die Unsterblichkeit an jeden Menschen, allein, weil Mensch, veräusserte, verschenkte, ohne Ansehung seiner moralischen Bonität, seiner Glaubens- oder Unglaubens-Zugehörigkeit. Seine hochmoralische Jeshua-Figur erinnerte die Menschen vielmehr an die Selbstkontrolle ihrer Kommunikation, die verleumden, lügen und hetzen  („Du sollst nicht falsch Zeugnis geben“ (Matth 19)), aber auch heilsam wirken, Recht herstellen und Brücken bilden kann, gemahnte statt an eine Glauben und Unglauben indifferierende, Gut und Böse entgrenzende Anarchie oder Transzendierung, an eine auf seinen Glauben begrenzte strenge Ökonomie des gerechten Lohnes für richtiges Handeln und des gerechten Strafens für übles Handeln mit Sätzen wie „die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen.“ (Matth 13) und „Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden“ (Matth 12). Im Grunde „droht „dabei beständig in der Kontingenz nicht nur der Teufel, der in die Irre, d.h. nicht aus dieser strengen Ökonomie hinausführt, sie nur umdreht, sondern die göttliche Anarchie, der göttliche Potlatch. In die Sprache von Über die Anfänge übersetzt, ganz ohne Drohung, bloss als weiterführende Option: analytisch: statt Affirmation, Redekonstruktion der provinz-universellen abrahamischen, buddhistischen, etc. Grosssekten („Religionen“); religiös: statt eine provinz-universelle, die änigmatische Sicht; moralisch: statt die manichäistische, die obligative Ethik.

 

12.07.2523

Paulino-Christentum als Permingationsprodukt. Permingation der Änigma/Magna Mater, Permingation der Originalchristen, Permingation des Altjudentums.

11.07.2523

Der best mögliche Ausweg nach dem Desaster: Christentum (Heiden-Judentum) als Kompromissreligion.

11.07.2523  (neue Rev.)

Über paulinische Endredaktionen: Auferstehungs-Episode; erste Massenbegeisterung für die Sekte; Theologie. Unsere Kenntnisse über das Originalchristentum sind aus zwei Gründen ungenügend. Erster Grund: die schlechte Quellenlage. Die meisten Paulino-Christen vernichteten Quellen über es, überlieferten sie nicht wie Irenäus von Lyon (ca. 180), der Rest ging an sich zugrunde. Ebionitische Quellen waren explizit anti-paulinisch, paulinische Quellen (Briefe, Evangelien, Apostelgesch.) implizit und indifferent anti-ebionitisch. Die paulinistische Bewegung, je repräsentativer und richtungsbestimmender sie wurde, exkommunizierte abweichende Mitkonkurrenten und stigmatisierte das von ihnen übrig gebliebene Schrifttum. Später bestimmten Kanonisierung und Indizierung die sekteneigene Dialektik des Ein- und Ausschlusses. Paulus war für Paulinisten die Parusie des Jeshua, sein irdisches Double, sein weltliches Reentry – umso wichtiger war für diese Inszenierung, sein Alter ego göttlich zu gestalten. Das war ihr grosser Bonus, aber auch ihr festgesetzter Selbstzwang, ihr inflexibles Dogma, positiv: ihr Anker (de facto ein Redaktionsprodukt). Nach Jeshuas Tod war Paulus für viele Niedergeschlagene die Erleuchtung, ihr Retter in einer scheinbar ausweglosen Situation. Für die Originalchristen, die den historischen Jeshua kannten, war er ein Verräter, ein Apostat, der aus der Person und dem Tod Jeshuas eine irrwitzige Theologie machte (Im Buchformat folgen Fussnoten mit Quellenauszügen). Nach Jeshuas Tod spaltete sich die Sekte in Untersekten und in einen mehr als zwei Jahrhunderte währenden Streit um sein wahres Erbe, um die richtige Richtung, letztlich gewann ihn die Sekte mit dem glaubwürdigsten und grössten Opportunitäts-, Belohnungs oder „Heils“gewinn, deren Narrativ den Bruch zwischen Akommunikation und Kommunikation am besten verschwinden lassen, ja als Kontinuität simulieren und die Anschlussfähigkeit an die soziale Umwelt optimieren („öffnen“) konnte: Enter Paulus für die soziabelste, nicht die authentischste Christen-Sekte. Der von Jeshua sich akommuniziert glaubende Paulus, vormals anti-jeshuanischer Saulus, der kein Jünger des Jeshua war – ein Nachteil, den sein Berufungserlebnis mehr als kompensierte -, begann seine Mission auch geostrategisch aus einer Poleposition (siehe …..2523 Über Paulus). Ein Zurück in das alte Judentum gab es für diese Juden nicht mehr. Also „musste“ die massgebliche wie übermächtige Vorlage, die grosse jüdische Prophetie aus mosaischer Optik, allenfalls auch durch eine redaktionell zu „verbessernde“ Figur des Jeshua spirituell, textuell und intellekutell in Eigenregie hochnivelliert werden (das gleiche „philosophisch“, um Griechen zu gewinnen). Paulus, römischer Bürger, griechisch gebildet, religiös Jude, die neue Lichtgestalt der jüdischen Paria-Sekte, verfügte über die Kapazität und die Berufung – ähnlich wie in ihren Texten Jeshua gegenüber Rabbis als Repräsentanten des Altjudentum – Jeshuas theologische Überlegenheit über die römisch-griechische Überlegenheitsekstase gegenüber Nicht-Juden („Heiden“) überzeugend zu verkörpern. Akommuniziert mit dem göttlichen Erlösungsauftrag, mit Jeshua im Geist, wies er ausserdem jenen jeshuanischen Juden, die nach Jeshuas Tod an dessen Auferstehung zweifelten, mit neuer Kraft und Richtung den Weg in die Zukunft und aus vermeintlichen originalchristlichen „Irrtümern“. Die Ebioniten wurden permingiert. Evangelium reloaded.
Zweiter Grund: Jeshua schrieb nicht – nicht, weil er ein Analphabet war – der Todesengel des irdischen und Engel des himmlischen Lebens liess weltlichen Besitz liegen, legte fleischliche Begierden ab, auch Schrift, Schrift ist für die Zeit und Kommunikation der Welt gemacht, für die Parusie, in der Naherwartung Gottes, seines göttlichen Vaters, ist diese Zeit abgelaufen, menschliches Schriftwerk mit ihr. Der dreissigjährige Single hatte ja keine Kinder an Brust und Hand. Die Fürsorge für sie war abgelaufen. Angesichts der Parusie von Gottes Reich sollte seine männliche Anhängerschaft ihn und Gott mehr als ihre Eltern, Frauen und Kinder lieben (Matth 10). Ein Pendant zu den altjüdischen Essenern: die christlichen Mönche, die für Gott alles,  Vermögen, Sex, Familie, etc. hinter sich lassen, und sich täglich ihm widmen in Gebet und Bibelstudium? Nein, für diesen Jeshua wäre es das letzte, sich in Büchern zu vertiefen! Gerade ihnen sollte seine Religion entsteigen, in ein ent-sextes, himmlisches, engelgleich gemachtes Leben der Auferstandenen im Reich seines göttlichen Vaters (Was treiben die die ewige Zeit?) (Matth 22), das allerdings dem asketisch-junggesellenhaften Vertiefen in Büchern als „zeitlose Lebensform“ bei einem Glas Wein verdächtig ähnlich sieht. Das paulino-christliche Mönchs- und Nonnentum basiert zwar auf einem ideologischen Missverständnis, psychologisch: auf einer Übersprungs- und Ersatzhandlung, aber endet dabei, unbewusst und ungewollt, im gleichen Patt wie ihr vergöttertes Idol als jene, die es vergötterten: die paulinische Endredaktion.
Mindestens eine Jeshuafigur, die in diesem paulinisch endredigierten Text nur einen kleinen Raum neben anderen Jeshuafiguren belegt, bewegt sich in Richtung radikale Erlösungs-Sekte (Matth 17: „Wer sein Leben erhalten will, der wirds verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wirds finden“. Und als verwirrender Widerspruch: „Es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis dass sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.“ Man muss ihm also gar nicht in den Tod folgen, er kommt eh bald zurück, vorpaulinisch redigiert: mit dem Reich seines göttlichen Vaters, paulinisch redigiert: als Gott „Menschensohn“ mit seinem Reich. Doch auch das entstieg nicht seinem Grab). Gleich im Anschluss folgen als paulinische Korrektur Gleichnisse aus dem Gemeindeleben, die die weltliche Fürsorge für den anderen ins Zentrum stellen (Matth 18: „Das verlorene Schaf“, „Verhalten gegen sündige Brüder“, „Gemeinsames Beten„, etc.). denn mit radikaler Erlösung und Parusie, das wussten die Paulinisten, war, vor allem wenn sie nicht, wie angekündigt, eintrat, kein Staat, keine Religion zu machen. Die Ebioniten hatten ihre Chance gehabt, nun waren sie an der Reihe. Die paulino-christlich indoktrinierte Theologie , z.B. Karl Barth, spricht entsprechend überbetont von der Parusie des Jeshua – doch eine Redaktionsfigur, die dem historischen Jeshua wahrscheinlich näher steht, spricht an vielen Stellen von der Parusie seines göttlichen Vaters, dessen Reich, dessen Zeit sei „nahe„, nicht seine, so dass er, – hier nicht, paulinisch, Gott, sondern, arianisch, von Gott akommunzierter Mensch -, den nächsten Wein bereits „im Reich meines Vaters“ trinken werde (vgl. 05.07.2523). Später, nach Jeshuas Tod und Begräbnis wird die paulinische Redaktionsfigur in einer kurzen Einblendung, die als Auferstehung inszeniert wird, nochmals kurz das Wort ergreifen, als ob er „vergessen“ hatte seinen Jüngern den Weltmissionsauftrag einzubläuen (Matth 28). Diese wahrscheinlich nachgetragene Szene war wichtig, nicht nur, weil sie Jeshuas Göttlichkeit unterstrich, so wie sie die Paulinisten sahen, sondern um Paulus Weltmission von göttlicher Autorität beauftragt zu inszenieren und zu legitimieren (auch wenn er in der Szene als Jünger nicht anwesend war). Kurz, in dieser Szene der Auferstehung des Jeshua, der die Weltmission verkündet, von der ungesichert ist, ob sie stattgefunden hat, versteckt sich sicher die Auferstehung des Paulus als Weltmissionar, wenn nicht sicher die Wiedergeburt des Jeshua, die Neugeburt des Saulus als Paulus. Jenen Juden, die auf keinen Fall in das alte Judentum zurückwollten, dafür hatten sie sich schon zu weit für Jeshua aus dem Fenster gelehnt, musste, nach seinem Verschwinden (siehe 21.06.2523 -5 – Die am besten versteckte Leiche der Welt) die Schrift, die ihn virtuell lebendig vorstellt als den Jeshua der Präsenz-Parusie („ich bin bei euch!“ (änigmatologisch ist die änigmatische Spur immer „bei uns“)) und der Vollendungs-Parusie  („bis an der Welt Ende„, dann komme ich „real“ zurück (änigmatologisch denkbar für die änigmatische Dimension)) – wohl oder übel  „genügen“ – ein Jeshua, den man wie ein Gespenst performativ beschwörte (nach paulinischem Redaktionstext wird er im gemeinsamen Gebet „bei euch“ sein) und am Sankt-Nimmerleins-Tag erwartete – hingegen für die Heiden, die, unbedarft, aus römischen Religionskreisen, wo nur dem Kaiser der Himmel offenstand, hinzukamen, war dieser Jeshua, der den geringsten unter ihnen am ersten, am letzten den Reichen und Mächtigen („die ersten werden die letzten sein“) kaiserähnliche Unsterblichkeit versprach, religiös und sozial revolutionär, unerhörter als je Gehörtes. So folgte, wenig überraschend, der ersten Massenbegeisterung für diese Sekte die erste Christenverfolgung auf dem Fuss, was ihr ein noch stigmatischeres Profil, damit weniger Trittbrettfahrer, mehr Überzeugungstäter*innen verlieh – auch unter Heiden. Das Ganze wurde unterstrichen durch Szenen von Wundern, Heil- und Fürsorge-Wundern, einer Wunder-Sekte, die sich sowohl vor den Wundern eines Zeus, der sich vor allem zur Schädigung von Menschen, nicht zu ihrer Heilung, in einen Menschen verwandelte, als auch vor seiner römischen Grosssekte nicht zu verstecken brauchten. In jeder Hinsicht erfuhren Gläubige dieser jüdischen Sekte, die sich für „Heiden“ öffnete, eine ihr Leben aufregend machende, unterhaltsame und seligmachende Transformation zu einer neuen Selbst- und Weltverklärung, in der Roms Bürger und Bürgerinnen, ja sogar Sklaven und Sklavinnen die Chance erhielten, immerhin im Glauben und Tod zu den Göttern und Kaisern aufzusteigen. So bildete sich im Paulinismus nach dem Tod des Jeshua und seiner Auferstehung in Paulus im Wandel vom lokalen Neu-Judentum zum globalen, zunächst römischen und griechischen Heiden-Judentum – Theologie spricht von Heiden-Christentum – sein massentaugliches Weltformat, nicht ohne sozialrevolutionäre Akzente nach Innen und nach Aussen, aus. Für die schwindende Gruppe der Juden in der neuen Gemeinde war die paulinische Version des Jeshua-Glaubens, im Vergleich zu ihrer religiösen Herkunft, nicht nur zum lebenden Jeshua, das beste, was sie haben konnten, für die wachsende Gruppe der „Heiden“ in der neuen Gemeinde, im Vergleich zu ihrer religiösen Herkunft, unvergleichlich besser.
Ausser diesen kategorisch verschiedenen Wertungshaltungen und Herkünften innerhalb der zweiten und dritten Generation „Christen“, die sich in Richung der heiden-jüdischen Lesart der paulinischen Theologie, die immer anti-jüdischer wurde, verschob und abschliff (das zeigt sich z.B. in den antijudaischen Infektiven des Johannes-Evangeliums, das ca. 80 Jahre nach Matthäus endredigiert wurde), prallten mehrere, teilweise kontradiktorische Jeshua-Redaktionsfiguren aufeinander, was die Texte uneindeutig und verwirrend machte, dadurch zu Abwägungen und kontingenten, nicht ewigen Festlegungen und Klärungen anstiftete, was ihrer Haltbarkeit in einer Glaubensgemeinde, die per se an verwirrend Übernatürliches und Wunderliches zu glauben bereit war, eher förderlich als abträglich war, nicht nur für das unablässig im Kreis drehende Abwägen und Festlegen, Korrigieren und Neudeuten, um nicht zu sagen, wohlfeile akademische Gerede , Gelese und Geschreibe der Theologie, die auch an den Universitäten den paulino-christlichen Dogmen zu folgen hat.

10.07.2523

Über die Weltwende. Nach Untersuchungen von ÜdA erweist sich das paulino-christliche Gestell, bis auf ihre änigmatischen Gehalte, als „schlechte Ideologie“ oder „Grosses Kino“ – je nach Perspektive -, selbst ihre „gute Moral-Lehre“ basiert auf absurden manichäistischen Unterstellungen und ihre engelhafte „Nächsten-Liebe“ letztlich nicht auf einer Soziallehre für die Welt, sondern auf einer Eschatologie für ein angebliches Weltgerichts-Nachleben in engelhafter Weise. Das Scheitern der Menschheit in Krieg und Elend ist für sie beschlossene Sache – nur ganz wackere Treugläubige werden davonkommen. Sie macht es sich also doppelt und dreifach bequem unbequem im „Warten auf Godot.“ Allerdings besitzt sie, egal, ob keine Wahrheit oder viel, noch viel zu viel Einfluss, viel zu viele Hebel, die sie in Bewegung setzen kann, auch juristisch, um wirkliche Kritik an ihr nicht abperlen lassen zu können oder zu „neutralisieren“ – um es mal neutral zu formulieren. Grundsätzlich geht es in Über die Anfänge nicht um Kritik (mehr Redekonstruktion als Negation) an abrahamischer, buddhistischer, etc. Religion oder Grosssekten, es geht um viel Wichtigeres: Es geht um Philosophie für das Leben, um globale Religiösität, um die Zukunft und das Glücken, nicht Scheitern, unserer Gattung, um die Weltwende von der christlichen, buddhistischen, hinduistischen, usw. Ära in die globale achsenzeitliche Zeit.

09.07.2523

Über Zukunft und Ende der Theologie (dieser Text steht am Ende einer langen Auseinandersetzung, nicht am Anfang. Gedacht ist er für Leute, die mindestens ein Stück der Reise mitgingen). Fächer wie „Änigmatologie, änigmatische Philosophie“ ersetzen in Zeiten der Weltwende, in der die Menschheit ihren Zeitkalender von der christlichen zur achsenzeitlichen Zeit umstellt, am besten gleich ganz das Wort Theologie, weil „Theologie“ nicht nur in unserem Kulturkreis vorbelastet und überbelegt ist. Theologie – Evangelische Theologie, Katholische Theologie, Orthodoxe Theologie, usw. – ist zu sehr von abrahamischen Gott-Vorstellungen besetzt, zudem beschränkt auf einen zweifelhaften Text und ideologisch selbstbeschränkt in der wissenschaftlichen Herangehensweise. So dass sich Theologie mit Subfächern, obzwar immer noch an Universitäten sich aufhaltend (mit welcher Legitimität eigentlich?) schon längst aus dem hinausbefördert hat und im Begriff ist, es weiterhin zu tun, was dem Namen Wissenschaft und dem Platz in einer Universität gerecht wird (Frankreich und Italien haben gehandelt, teilweise Theologie aus den Universitäten entfernt). Das kling hart, ist aber so. Religion hat an Universitäten nichts, in ihrem Tempel alles zu suchen. Technisch ausgedrückt: Religion ist an Universitäten Objekt, nicht Subjekt der Wissenschaft. Aus änigmatologischer Perspektive ist der abrahamische Gott grösstenteils eine Permingation der Änigma/Magna Mater, folglich auch der Frau, der Mutter, der Geburt, der Geborenheit, nicht nur des Sexuellen, des Homosexuellen und des Juden (das hiesst nicht, dass auf der Oberfläche „moderner lifestyle“ auf Kirchensteuer-Basis vorgelebt wird, dass Anti-Semitismus „evangelisches Dauerseminar“ wurde, und natürlich kennen wir alle die Reförmchen, die feministische Theologie, die Mary Daly’s von „Kirche, Frau und Sexus“ (1970) und ehrenwerte Versuche der Metz‘ mit einer „Kirche nach Auschwitz„. Sie bleiben oberflächlich und greifen viel zu kurz). Immer weniger aus wissenschaftlichen, immer mehr aus politischen und sozial-fürsorgerischen Gründen wird uns Kirche und Theologie sicher noch länger erhalten bleiben, dafür sorgt, wenn nicht das Kirchenrecht, das Beamtenrecht. Irgendwann werden auch in Deutschland die ersten Universitäten die Theologie vor die Türe setzen, obschon hier knüppelharte Staats- und Kirchenrechtsverträge die sich Religion nennende Glaubensgemeinschaft in den Universitäten halten – werden sie ihr, wie den anderen Religionen, eine Art Fachhochschule zuweisen, ohne Lehrstühle. Es wird keine „Doktoren“ in „christlicher Theologie“ mehr geben. Ein absuder Titel weniger. Wohl aber in Geschichts-, Sozial-, Kultur-, Philosophie- und Religionswissenschaft Promotionen über die paulino-christliche Grosssekte und die von ihr verdrängte ebionitische Kleinsekte, die dem historischen Jeshua näher war; deren Geschichte, Soziologie und Kultur. Die christliche Kirche ist ein Goldenes Kalb geworden mit einem Jahresumsatz von 12 Mia. allein in Deutschland, mit einem Arsenal von Universitätslehrstühlen, mit etlichen Frauen-Professuren, auch hier modern, emanzipativ up to date, doch de facto ja nicht zu nahe hinschauen und ergründen, auf welchen sektiererischen Dogmen, das alles wackelt statt steht, ausser auf willkommenem Steuergeld. Schon längstens läuft auch eine Art „interne“ Auflösung, Entkernung der zentralen „Sekteninhalte“ (Unterstellung der Ursünde, Unterstellung des Opfertodes für diese Ursünde – welche das auch immer ist, usw.) dieser aufgeblähten Grosssekte, unter dem Druck der Anpassung und Kommodität an Forderungen von Gesellschaft und Wissenschaft. Bis endlich äussere Forderungen von Frauen und sie, damit auch sich unterstützende Männer*, die oberflächlich an den Inhalten und der Sekte hängen, sich intensiver und distanzierter – wissenschaftlicher, nicht nur philosophischer – den Inhalten zuwenden, spätestens dann wird es zum Exodus der Theologie aus den Universitäten, möglicherweise auch zum Exodus in grossen Schüben aus dieser Religion kommen, der in kleinen Schritten bereits läuft. Damit die Leute nicht in „Nichts“ fallen: Für die Überbrückungszeit, nach dem Austritt, stehen Brücken und Wege bereit.

08.07.2523

Von Gott sprechen. Gott wie der Sprecher – ausserhalb des christlich-kirchlichen Rahmens, allein in diesem Milliarden-Konzern ist von Gott-Sprechen pures Geld, inklusive lebenslängliche Verbeamtung, wert, nicht nur erkaufte Narrenfreiheit  – läuft Gefahr, für verrückt und sektiererisch zu gelten. In der Grosssekte feiern und finden derweil weit grössere Verrücktheiten ihre Abnehmer* und Abnehmerinnen.

07.07.2523

Gute, komplette Religionskritik ist jene, in der Religion gewonnen, nicht verloren, überbracht, nicht genommen wird.

06.07.2523

Aus änigmatischer Sicht besteht der wahre Kern hinter dem historischen Jeshua, „hinter“ den wir nie kommen werden, aus der änigmatischen Spur, die sich ihm kurz öffnete („kurz“ ist allein hier unermesslich lang), darin, dass Akommunikation (ist sie geschehen) mehr noch als Kommunikation aufersteht, mehr als Kommunikation in der Gesellschaft disseminiert, Endlichkeit transzendiert, von Menschenhand nicht zerstört werden kann (sie erscheint in anderer Gestalt, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit wieder), aber wertvoller als jeder Diamant, herzender als jedes Herz auf Erden bewahrt und weitergegeben wird – natürlich, als änigmatisches Wesen kann sie nicht wie Menschen unter Menschen herzen. Das ist die – die oder eine – „Botschaft“ hinter der Botschaft.

05.07.2523

Über den spinozistischen und hegelschen Monismus – provinz-universelle Verkürzungen (wir kommen auf Deleuze Kritik an Hegel und Spinoza zu sprechen).

05.07.2523

Hier sei an die Präambel erinnert.

05.07.2523

Über Obszönitäten der christlichen Taufe (+ Anhang I – III). Aus der mosaischen Wassertaufe des Johannes des Täufers machte die paulinische Grosssekte eine jesuanische Bluttaufe – wie im Über-Wasser-Lauf-Wunder schrieb sie den göttlichen Jeshua in das mosaische Wasser ein, überschrieb sie mit ihm die alte Taufe mit der neuen (Zum Über-Wasser-Lauf-Wunder siehe 21.06.2523 – 1). Das Kleinkind ihrer Sekte wird symbolisch – Wasser, geweiht mit Jeshua am Kreuz – mit dem Blut getauft, das der paulinische (nicht der ebionitische) Jeshua am Kreuz für die Sünden der Menschen vergoss. Für Änigmatische markieren Geburtsblut und Geburtswasser der Mutter die symbolische „Taufe“ der änigmatischen Spur und Existenz jedes Menschen, für die ein Mensch gezeugt, statt getötet werden „muss“, das am Rande bemerkt. Die erste oder nächste Obszönität an der paulinischen Taufe ist: Dass pauschal unterstellt wird, diese „Sünden“ betreffen alle frisch geborenen Menschen, das Kleinkind muss vorsorglich mit diesem „geweihten Wasser“ benässt werden, bevor es eine Chance erhält, zu beweisen, sein Leben wie die meisten Menschen ohne Sünden (unverzeiliche Vergehen) zu meistern. Im Rücken hat es den fiktiven „Helden„, der für seine „Sünden“, die es wahrscheinlich nie begehen wird, starb (nach Paulus) und die wahre Heldin, die Mutter, die sie gebärte, ernährte und erzog, fortan durch Schrift und Archiv, wo Frauen zwei tausend Jahre lang fehlten, überschrieb, überstrahlte, vergessen liess. Das paulinische Prinzip liess an seiner Jeshuafigur und ihrem Scheintod – unwiderrufbar tot war sie nach ihrer Logik nicht – nicht ein Wort und einen Tropfen Blut unverwertet, eigenlogisch konsequent und konsistent, das ist sie. Die zweite oder dritte Obszönität ist, dass sehr viel dafür spricht, dass Jeshuas Leiche auf weltliche Art aus seinem Grab verschwand, anstatt auf göttliche Weise aus ihm auferstand (siehe Anhang I – Die am besten versteckte Leiche der Welt. Anhang II – Über das Grab des Jeshua). Die Kreuzigung als Opfertod für „unsere Sünden“ erscheint unter diesem Aspekt  bloss als paulinische Nachdichtung, als Drehbuch für Grosses Kino, mit dem sich ein Teil der Menschheit in hunderten, tausenden Kirchensälen während Jahrhunderten unterhielt, eine Geschichte, die das Leben aufregend und, noch aufregender, einen Menschen, einen Mann, zu einem Gott machte (siehe Anhang III – Über Vatikan und Hollywood;  ergänzend: 23.06.2523 Von Kirchen zu Kinos. Über die Marvel-Comic’isierung und Supermannisierung des Blockbuster-Filmgeschäfts von Hollywood als Erbe und Fortsetzer des alteuropäischen Unterhaltungsmonopols des Christentums), doch letztlich der Realität, die sie behauptet, entbehrt, mehr nicht ist als ein Realität vorgaukelnder Spielfilm, in dem  lebenslänglich und darüber hinaus vorrangig jeder Zuschauer und Zuhörer, nachrangig Frauen und Kinder, von der Taufe bis zur Traufe in einem blutigen Drama und Weltgericht eine Rolle mit gutem Ausgang – dank des Gekreuzigten! – zu spielen scheinen. Amen. Wenn das nicht Grosse Kino ist! – und mit dem Akt des Taufe ging die Grosse Unterhaltung los, trat der Mensch in die Szene und Sekte ein. Die paulino-christliche Taufe ist, muss ernüchternd festgestellt werden, aus änigmatischer Sicht, aber auch aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung, wahrscheinlich bloss eine leere dramatische oder makabre Geste und stille performative Mutter-Geburt-Permingation (Überpinkelung), ohne änigmatische Spur.

Anhang I.

21.06.2523 (5)

Über die am besten versteckte Leiche der Welt. Warum Jeshuas Leichnam besser als gut versteckt wurde? Das Grab-Geheimnis gehütet wurde bis zum ewigen Schweigen? Weil viel, sehr viel auf dem Spiel stand. Aus späterer Perspektive: Weltreligion oder Reinfall. Triumph oder Verhöhnung. Aus näherer Perspektive: Totenstörung und Grabschändung oder Respekt und Letzte Ruhe. Die spätere Perspektive entspricht derjenigen eines Machtdialektikers wie Paulus, die nähere Perspektive derjenige einer Mutter, die ihren zu Tode gequälten Sohn heimführen und ihm eine dauerhaft, nicht nur scheinbar sichere letzte Ruhestätte verschaffen will und wird. Ungestört von seinen ersten Anhängern, die aus seinem Grab einen Wallfahrtsort für die Ankunft von Gottes Reich machen wollten (realistisch betrachtet wäre zu dieser Zeit an diesem Ort seine Grabstätte ein ständiger Unruheherd, ein Schlachtfeld des Bürgerkriegs gewesen) und von Feinden, die nichts anderes als seine Leiche schänden und sein Grab in alle Winde zerstreuen wollten. Um seine letzte Ruhe wirklich zu gewähren und zu schützen, durften weder seine Anhänger noch seine Feinde jemals erfahren, wo sie für ihn gefunden wurde. Beide Seiten konnten etwas überhaupt nicht gutheissen: dass auf Jeshuas letzten Ruhestätte Ruhe einkehrte. Die trauernde Mutter entschloss sich, das erste und das letzte Geheimnis des Christentums mit in ihr Grab zu nehmen, und hätte sie vernommen, dass gewisse Juden anfingen, ihren Sohn unter den Lebenden zu wähnen und er über sein Grab hinaus verkündete „Verkündet über mein Grab hinaus der Welt meine Botschaft“ und darauf statt in der Erde im Himmel glaubten, wird sie sich gedacht haben, ein besseres Versteck als dieses Gerücht gibt es für die letzte Ruhestätte meines Sohnes nicht.

Anhang II

25.06.2523

Über das Grab des Jeshua. Wer raubte und versteckte die Leiche des Jeshua? Gehen wir von zwei Thesen aus, erstens, dass sein offizielles Grab eine Störquelle des Friedens, ein Hort der Unruhe gewesen wäre, den die Schiedsrichterpartei zwischen den jüdischen Fronten, die Partei des Pilatus, die Partei der Römer, nach dem Aufruhr vor dem Tod, danach ganz bestimmt nicht weiter tolerierte, ganz bestimmt zu entfernen und zu beruhigen versucht hätte, und zweitens, dass die Dialektik des paulinischen Prinzips so beschaffen ist, dass sie Demütigungen und Schmähungen durch Altjuden – egal, ob passiert oder imagniert, jedenfalls passend zum Feindbild – in ihr Gegenteil, in Triumph (Gegendemütigung) und Überlegenheitsekstase über sie umdreht, dann ist es nicht auszuschliessen, dass die Römer die Leiche des Jeshua verschwinden liessen und die paulinische Redaktion benutzte diesen Vorfall, um, später, rückblickend, daraus sowohl die triumphalische Auferstehungslegende zu stricken, mit einem auferstandenen Jeshua, der exakt 40 Tage auferstanden bleibt (lesen wir die Zahl folglich symbolisch und als Verlegenheit) als auch das Altjudentum als jene zu denunzieren, die die wahre Auferstehung des Jeshua „natürlich“ leugnen und denunzieren liessen mit Geld, mit dem Mammon Geld, mit dem sie dafür Denunzianten (Spreader) dingten („Saget, die Jünger kamen des Nachts und stahlen ihn, während wir schliefen.“ (Matth 28)).  
Wahrscheinlich ist, dass die zwei oder drei „Schutzengel“ das Grab unauffindbar verlegten, von denen bereits die Rede war (21.06.2523 – 5) oder es waren die Römer, die den Leichnam insgeheim verschwinden liessen. Wo dieser lag, das interessierte Jahrzehnte später die paulinischen Christen nicht mehr. Sie deuteten das leergeräumte Grab Jeshuas längst nach ihrem Prinzip um, die Annahme eines Leichnams und Grabes von Jeshua war für sie Ketzerei geworden. Pilatus, der vielleicht tatsächlich diesen Jeshua zu töten, damit zu einem Märtyrer zu machen, für einen Fehler hielt (Matth 27), könnte um so mehr befürwortet haben, mit seiner Leiche die Grabstätte, den grössten religiösen Kriegschauplatz in seiner Präfektur, verschwinden zu lassen. Seine Nacht- und Nebel-Aktion verhinderte bekanntlich nicht lange, dass diesem jüdischen Religions- und Bürgerkrieg, der nach der Kreuzigung des Gurus kurz verebbte und viele Jeshua-Anhänger aus Jerusalem auswandern liess, der Nachschub und die Logistik fehlte und sich die Unzufriedenheit, die die neujüdische Sekte hervorbrachte, in Luft auflöste. Im Gegenteil. Jeshuas Grab blieb symbolisch ein religiöser Kriegschauplatz, der später, als die paulinischen Christen an der Macht waren, die Denunziation und Ermordnung Zehntausender von Menschen, die die Auferstehung für eine Legende hielten, rechtfertigte. Dabei gab und gibt es für die Annahme einer Himmelfahrt nur unzureichende Gründe, ohne änigmatische Spuren. Jene, die ihn wirklich liebten  – ohne den Guru in ihm  zu sehen -, machten nach seinem Tod keine Projektionsfläche mehr aus ihm, verspürten keine religiöse Ekstase, sondern persönliche Trauer über einen viel zu früh Verstorbenen, dem die minimale Würde und Letzte Ruhe, die jeder Leichnam verdient, gegönnt und gesichert werden sollte. Allerdings ist nicht zu bestreiten, dass die Schrift – das Auferstehungsmedium erster Wahl – der Paulaner dem Jeshua auf ihre Weise einen würdevollen Ab- und Aufgang bereitete, ihm ein Ende inszenierte, das für ihn glückselig im Himmel an der Seite seines göttlichen Vaters endete, und sollte sich eine änigmatische Spur in ihm befunden haben, so war sie und ist sie nicht zu beerdigen.

Anhang III.

29.05.2523

Über Vatikan und Hollywood. Dass die Marvel-Comic die Supermannisierung und Vergötterung des Jesus Christus auf Comic-Niveau herunterbrechen, sollte uns daran erinnern, sollte uns nicht vergessen lassen, dass im Mittelalter das Christentum „Grosses Kino“ war. HIer fetzte sich am Kreuz unter Qualen ein armes Männlein, um dann, keiner hätte es mehr erwartet, als der Supermann, als Weltretter aufzustehen – Clark Kent alias Superman? Peter Parker alias Spider-Man? – Erzengel flankieren seinen Flug, Im Hintergrund steigt der Teufel in den Himmel, Schlangen schlängeln sich in die Gemüter. Das Gute wird immer siegen! Die Leute waren von der Story so beeindruckt – wahrscheinlich eine blosse Nachdichtung, aber eine gepfefferte und gesalzene! – dass sie ihren Zeitkalender danach ausrichteten…. Rom war das Hollywood des Mittelalters, seine Kirchen waren die Schauspielbühnen, die Lichttheater für ein Massenpublikum. Zudem erfand man die Szenerie der freien Scheiterhaufen-Bühnen und die AutoDafes, um alle, die sein Programm nicht liebten, mit grosser Dramaturgie und Demonstranz zu vernichten, kurzum selber zum Teil des „Grossen Kinos“ zu machen.

05.07.2523

Globale Religiösität ist grundsätzlich wie nicht-deutsche, nicht-französische, nicht-chinesische Physik beschaffen.

05.07.2523

Über globale Religiösität und Physik. Hegel hat die Erkenntnisgrenzen, die Kant gesetzt hat, durch Aufhebungen weiter hinausgeschoben, nicht aufgehoben. Die Änigmatische Sicht die, vom hegelschen Rausch ernüchtert, auf „kantische“ Sichtbedingungen angewiesen bleibt, kann die Grenzen (und Inhalte) zwischen Genesis unserer Welt, änigmatische Dimension und Genesis Änigma dann erst erkennen, wennn änigmatische Spuren die gewohnte Zeit-Raum-Ordnung durchkreuzten, wenn die Grenzen des Gewohnten kurz ausgesetzt, durch Änigmatisches „aufgehoben“ werden, ansonsten bleiben sie mehr als die Spuren, die, sobald sichbar, einen engimatischen-weltlichen, nicht nur änigmatischen-ausserweltlichen Teil besitzen, änigmatisch, mit dem Gewohnten inkommensurabel und bei beobachteten Synchronizitäten reentrisch, d.h. aus der gewohnten Zeit-Raum-Ordnung austretend und wieder in den „normalen“ Fluss der Zeit eintretend. Ähnlich wie in der theoretischen Physik, die aus dem Dunkeln der Atome erst durch Theorien und Experimente Spuren erkenn- und erkärbar macht (d.h. mit sichtbaren Spuren, bestehenden Erkenntnissen in Verbindung setzt), werden änigmatische Spuren durch Modelle (Theorien) erkenn- und erklärbar. Nur können wir mit der änigmatischen Dimension keine Experimente anstellen und sichbare Effekte, die auf Unsichtbares schliessen lassen, provozieren, aber beobachten, wie Menschen in ihren Kulturen änigmatische Spuren wahrnehmen und wahr machen, als Wahrheit und Realität kultivieren. Theoretische Physik kommt nur durch Modelle der Reduktion (Theorien) zu methodisch reduzierten Erkenntnissen über „Spuren“ , über „Natur“, dank ihnen kommt sie soweit, aber zugleich dadurch nicht weiter. Änigmatische Philosophie sucht in sich eher die nicht willkürliche Entschränkung des Wissens als naturwissenschaftlichen Wissensreduktionismus und die „weltliche“ Grundlage  entschränkter Religiösität in jedem Menschen als das zusätzlich beschränkende Niveau einer provinz-universellen Religion.

04.07.2523

Die physische Welt, die Natur (Physis) selber hat einen metaphysischen Überschuss oder Einschuss, eine änigmatische Inzision, wie unsere Physisteme als ein Teil von beiden. Teilhabe oder teilhaft in welchem Modus, in welchen Modi? Wobei die Genesis der Änigma ebenfalls „Physisizität“ besitzt, aber ihre änigmatische, in einer für uns änigmatischen Zeit-Raum-Ordnung (ihre/unsere bleibt eine Differenz aus der Welt unseres Denkens, insofern unserer Welt).

Vgl. ÜdA Buch 6 [2. Aufl.]: Änigmatische Kreise, 2019, S. 63: „Der Mensch ist sehr aus der Genesis unserer Welt entstanden und in ihr stehend, die Änigma nicht. Sie ist primär Wesen ihrer Genesis, ihrer Dimension. Davon gehe ich aus.“

„Änigmatologie ersetzt Theologie – weil Theologie zu sehr von abrahamischen Gott-Vorstellungen besetzt und besessen ist. Aus änigmatologischer Perspektive ist der abrahamische Gott eine Permingation der Änigma/Magna Mater“

03.07.2523

Über änigmatische Sicht. Aus änigmatischer Sicht, blickend auf intensive Forschung und Auseinandersetzung, ist das herrschende Christentum, der Paulinismus, grösstenteils eine universal-provinzielle Illusionsmaschine auf nicht haltbaren Grundlagen, interessanterweise gerade dort, woran es sich besonders hält, worauf es sich besonders stützt (Stichwort: Wundernarrativ), das gilt mehr oder weniger auch für die anderen abrahamischen, buddhistischen, etc. Religionen, siehe die Einträge ab 29.04.2523. Andererseits enthalten (und halten) sie zwei starke, kategorial verschiedene, aber verbundene Momente, einen metaphysischen und einen psychologischen. Metaphysisch heisst: Sie sind von änigmatischen Spuren tangiert, die, erstens, anders als anders, quasi dichter und diamantener als jede Verdichtung und Vergänglichkeit der Genesis dieser Welt , weil von Genesis der Änigma, und, zweitens, oft verschüttet, verzerrt, wenn nicht bloss imitiert, und, drittens, nur entsprechend dem (einstmals) provinziellen Radius, in dem sie akzeptierbar waren, kommuniziert. Psychologisch heisst: Menschen, zur Welt gekommen in einer Welt mit änigmatischer Dimension, sind von Geburt an von änigmatischer Spur, nicht nur von der Differenz zu Nichts, gezeichnet, sie besitzen, wie ihre Welt, von „Natur“eine änigmatische Dimension, eine spirituelle Neigung, ein „Mehr-als-Physizität-Sein“, das kulturell seinen Ausdruck, insbesondere den religiösen, den künstlerischen, findet (wenn nicht im Sinnieren, im blanken Irritiert-Sein, im Abwehren dagegen (Verdrängen), im Sich-Betäuben darüber, usw.).
Die global-universelle – provinz-universelle Sichten (Religionen) – transzendierende änigmatische Sicht auf Phänomene des Religíösen, des Änigmatischen, wird einerseits philosophiewissenschaftlich, wissenschaftlich begründet – durch post-abrahamische, etc. Aufklärung -, andererseits durch existenziale Erfahrung, durch änigmatische Inzisuren, durch kryptische Impionierungen. Das ist ihre grosse Stärke und ihre grosse „Schwäche“. Überlegenheitsekstase, in dem sie sogar in der Unterlegenheitsekstase „überlegen“ ist, sie exkulpiert damit „einfache Überlegenheit“, es gibt in Bezug auf die „änigmatische Dimension“ unserer Welt die Kategorie „Überlegen-/Unterlegenheit“ und einen „religiösen Konkurrenzkampf“ um sie, nicht, das machten vor allem Männer, bezogen auf die Genesis unserer Welt, untereinander aus.

02.07.2523

Der Unterschied zwischen post-abrahamischer, post-buddhistischer, post-hinduistischer, usw. Aufklärung und Änigmatischer Sicht ist, kurz gefasst, die post-religiöse Aufklärung ist wissenschaftlich neutral und implizit-positiv religiös (änigmatisch) eingestellt, die Änigmatische Sicht explizit und konsequent.

01.07.2523

Änigma – etwas, was uns mehr als enigmatisch erscheint, die innere Form von uns einsetzen, also: auch aussetzen, kann –  steht auch für etwas, was unserer normalen Zeit-Raum-Ordnung entgeht, was in änigmatischer „Zeit“-„Raum“-Ordnung steht, und von dem gewusst wird, dass es ist (als Erscheinendes) und wirkt in und auf unsere normale Zeit-Raum-Ordnung. Das betrifft bereits das, was C.G.Jung unter „Synchronizität“ fasste.

01.07.2523 (2)

Fakten zu Synchronizität. Der Wikipedia-Art. dazu ist so gut wie unbrauchbar, die Bibliographie mangelhaft (es fehlt z.B. die Erwähnung des Aufsatzes in der Studienausgabe, Olten 1980, Bd. 2), Stand: Mai 2021. Mehr zu Synchronizität siehe ÜdA 1, 2 und 5, Synchronizität dort als änigmatische Akommunikation oder involutive Transaktion in Verbindung mit Akommunikationen anderen Formats gefasst.

30.06.2523

Hinweis zur Lektüre: Texte sind z.T. voraussetzungsreicher als sie erscheinen – viel Vorangehendes, Vordefiniertes, Vordeduziertes, sogar Erfahrenes steckt z.B. im Satz: „Intrainteraktion mit der Änigma erfolgt akommunikativ, nicht kommunikativ“ -, ausserdem chronologisch bzw. umgekehrt zu lesen, also eigentlich. von „unten“ nach „oben“, um die logische Schrittabfolge, Voraussetzungen und daraus folgende  Deduktionen zu erfassen. Das heisst, es besteht immer die Option, von einer „oberflächlichen Lektüre“ zu einem „wirklichen Studium“ überzugehen. Die Bücher 1 -7 von Über die Anfänge sind im Buchhandel erschwinglich (weil quasi unredigiert, roh) zu beschaffen (dafür dankt der Autor ausdrücklich). Buch 8 (Achsenzeit/Axial Age) soll erstmals in der richtigen, in der „Buchchronologie“ erscheinen.

30.06.2523

Ist die änigmatische Dimension ein Teil der Welt, kommen wir mit ihr zur Welt, macht und markiert das eine Differenz zu Nichts  u n d eine änigmatische Spur.

30.06.2523  (4)

Ist die änigmatische Dimension ein Teil der Welt, kommen wir mit ihr zur Welt, macht und markiert das eine Differenz zu Nichts und eine änigmatische Spur. Vielleicht schreibt sie sich allen Lebewesen des Universums ein, die über das Vermögen verfügen, dass sie sich mit ihnen über ihre Sprache (nicht direkt über die „eigene“) in Verbindung setzen kann, ohne die Idee einer Rückverbindung – an welche Adresse? welche Wesenheit? (Vermutlich kann die Änigma nur zu uns sprechen, nicht mit uns wie wir unter- und zueinander. Sie ist kein Mensch, ihre Wesenheit ist uns fremd, enigmatisch, und wir sind es ihr). Intrainteraktion mit der Änigma erfolgt akommunikativ, nicht kommunikativ. Für unseren Planeten gilt das jedenfalls für Homo sapiens (adaptiert sie sich an alle Lebewesen, intra-interagiert sie niveau- bzw. wesensentsprechend).

30.06.2523 (3)

Die mittelalterliche Sprechweise, heute noch in Kirchen üblich, dass Menschen eine Seele hätten, ist verwandt mit der änigmatischen Sprechweise, dass in Menschen eine änigmatische Spur eingeschrieben ist (die religiöse Beschneidung erübrigt sich auch deshalb). Auch wenn sich diese in unserer Welt allen einschreibt, aber sehr selten nur zu einer Akommunikation, zu einer involutiven Transaktion öffnet.

30.06.2523 (2)

Aus änigmatischer Sicht war der Griff in den Jackpott der Griff in das Leben, statt in das Nichts – die antiken Massenreligionen vergreifen sich: sie greifen höher und stürzen tiefer. Allein die ewige Differenz zwischen Nichtssein und Geborensein macht, dass wir zu nichts werden, zunichte.

30.06.2523

To be nothing or to be born makes an eternal difference, for ever. Nichts zu sein oder geboren zu sein macht einen ewigen und unermesslichen Unterschied – für immer. Jeder Mensch, jedes Menschenleben, hinterlässt einen ewigen Abdruck in der änigmatischen Dimension unserer Welt, sogar in ihrer physischen. Jedem Menschen ist diese Differenz als änigmatische Spur eingeschrieben.

29.06.2523

Die Massenreligion soll wie eine Mischung aus Versicherungs- und Lotterieanstalt jedem und jeder für einen kleinen Eintrittspreis einen Grossen Jackpot, einen schier unbezahlbaren, versprechen. 

28.06.2523

Der Paulus der Araber. Ähnliches wie für die Sendbriefe und Paulus und dessen Überlegenheitsekstase, gilt für die dritte und letzte abrahamische Überlegenheitsekstase, für den Koran und Mohammed, die, aus Sicht der postabrahamischen Aufklärung, von beiden grossen Vorgängern viel übernommen und gelernt hat, vor allem Fehler zu vermeiden und Stärken zu verstärken. In diesem Sinn ist das Koranische Testament die „verbesserte“ Version des jüdischen und des christlichen Testaments, die Mohammed, fixiert auf beide Vorbildreligionen, in einer Paulus-ähnlichen Erleuchtung  – mit weniger Nebenschauplätzen, mit weniger „überflüssigem“ Text, stärker konzentriert dafür auf das Wesentliche – die Unterwerfung in den eigenen Glaubenskreis und die Vermittlung der Frohen Botschaft, paradiesische Unsterblichkeit –  zustande brachte. Fortan konnten sich Araber neben den Schriftreligionen der Christen und der Juden mehr als sehen lassen, bei jedem Vers und Gebet in Überlegenheitsekstase triumphieren und ruhen über sie, anstatt wie bisher während Jahrhunderten sich allein durch ihre Existenz als minderwertige Heiden und Analphabeten kränken und kränken zu lassen. Mohammed brachte die Befreiung von dieser Last und Übermacht in ihr Land, in ihre Sprache und in ihre Gemüter.
Inszeniert als „letzter Prophet“ oder „Prophet der Propheten“ in der Galerie der abrahamischen Propheten, schrieb er sich und die arabische Sprache in die jüdische Religion des Gottes Jerusalems und die christliche des Gottes des Römischen Imperiums, und diese, vereint als der „Eine“, in die arabische  Welt ein. Annektierte, raubte den jüdischen Volksgott, den Christengott des Imperiums, stellte sein Engelspersonal in den eigenen imperialen Dienst, verwarf das arabische „Heidentum“ und unterwarf selbst Juden und Christen im Eifer des Behauptungsgefechts, um sie, etabliert, in Friedenszeiten zu akzeptieren als Vorgänger und Vorpropheten, dabei spielte die Tatsache, dass ähnlich Unverdauliches wie bei den Vorgängern zu akzeptieren war, nur im Klang, nicht im Inhalt, vertraulicher und verdaulicher gemacht, eine geringe Rolle, das Hauptgeschenk dieser Transformation, der Eintritt in das ewige Himmelreich für jeden und jede, überwog diesen Preis bei weitem.   

27.06.2523

Auf ein Glas mit Jeshua im „Reich meines Vaters“! Über die letzen Worte des Jeshua oder der paulinischen Endredaktion des Matthäus-Evangeliums (Matt 28). Die paulinische Redaktion machte die Auferstehung des Jeshua und die anschliessende Versammlung mit den Jüngern zum Letztauftritt der Messias, um ihnen den Auftrag zur Weltmission ins Stammbuch zu schreiben, Paulus konnte ihn sich ja nicht selber geben. (Matth 28). Keine Quelle von einem dieser Jünger oder einem ihrer Nachfolger verbürgt diese letzte Versammlung. Es gibt auch keine, fand sie „nur“ in der Realität des paulinischen Redaktionstextes statt, in dem die göttlichen Umstände, die zu ihr führten, dem paulinischen Prinzip folgten, von daher wahrscheinlich eine paulinische Nachdichtung. Eventuell wurden Gerüchte, Jeshua sei nach der Kreuzigung lebend gesehen worden, und die Tatsache, dass Unbekannte sein Grab tatsächlich leerräumten, in die Legende einverarbeitet, in einem Kontext, in dem Paulus, der Jeshua nie live erlebte, Jeshuas Traumerscheinung als eine tief erlösende und berufende Auferstehungserscheinung „erlebte“. Synchronizität erlebt sich prospektiv, Paulus traumerlebte retrospektiv, dennoch glaubte er sich akommuniziert, in Damaskus den göttlichen Real-Messias tag-traumhaft erlebt zu haben, der folglich, Jahre zuvor, in Jerusalem sein Grab verlassen haben muss – willentlich, vorgesehen und lebend, nicht willenlos, weil tot. Anders konnte und wollte sich das der tief Gläubige nicht vorstellen, rückblickend erschien dieses leere Grab in einem anderen Licht, statt als sinnlose Kreuzigung als ein Schein-Tod am Kreuz mit tiefer Sinnhaftigkeit. Alles, Wort, Fleisch und Blut dieses göttlichen Körpers und Geistes waren heilig und bedeutsam. Erst in diesem Nachtrag konstruierte, suggerierte, imaginierte die paulinische Redaktion – im Sinn von es „muss“ ungefähr so geschehen „sein“, wir sind es uns und Jeshua schuldig, es zu rekonstruieren – in einem imaginativ anspruchslosen Alltagssetting: Essen und Trinken mit Jüngern, und konsequent innerhalb des dialektischen Rasters des paulinischen Prinzips  -, die Szene mit der Figur des Christus, der als heroischer Opferheld für die „Sünden der Menschen“ am Kreuz sein Blut vergiessen, sein Fleisch martern lassen wird, mit Aussagen, die ihm rückblickend als „vorausblickend“ in den Mund gelegt wurden wie: „…Da sie aber assen nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden„. (Matth 26)) Die Einheitsübersetzung (2016) korrigiert den inakzeptablen Anachronismus („des neuen Testamens„(Luth 1982)) und übersetzt „Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden„. War das symbolisch Blutsbrüderschaft und Blut, das er für Sündenvergebung opfern wird? (Enger kannst du Männer nicht zusammenschweissen, liebe Frauen). Und für jene ohne nennenswerte Sünden, die zu ihrer Wiedergutmachung sicher keinen Opfertod eines Fremden benötigten, eher ein ehrliches „Entschuldigung!“, nicht opfern wird? Die anschliessende Passage weist darauf hin, dass diese Redaktionsfigur Jeshua nicht an ihre nahe Privatauferstehung denkt, sondern im Plan der grossen Vorsehung bleibend, ankündigt: „Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht dieses Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters.“ Will heissen: Unseren nächsten Wein trinken wir zusammen im Reich unseres Gottes, das nahe ist. Doch in den nächsten Passagen dieses Redaktionstextes kommt es, nach einem kurzen Kriminalroman (der weltberühmteste Kriminalroman) und Jeshuas Auferstehung (das weltberühmteste Wunder) abermals zu einer Zusammenkunft mit seinen Jüngern (ohne Judas, der angeblich Suizid beging). Wurde an ihr nicht wieder Wein getrunken? Trank er diesen jetzt mit ihnen im „Reich meines Vaters„? Nein, in diesem verschwand er bald darauf allein (seitdem lebt das Christentum als religiöse Neid- und Sehnsuchtsgesellschaft, alle begehren Jeshua nachzustreben in die himmlische VIP-Lounge namens „Olymp meines Vaters„). Tatsächlich bemühten sich Paulinisten der Scholastik, die Auferstehung des Sohnes als Beginn des „Reiches meines Vaters“ zu interpretieren, ein Stück der himmlischen VIP-Lounge auf die Erde zu holen, – in der Renaissance wurde das so ausgelassen betrieben, dass die Reformatoren, Savonarola, dann Luther, Zwingli und Calvin, die Bremse zogen – Wein in der Kirchen zu trinken hiess bereits ein wenig am „Reich meines Vaters“ zu nippen – wie sehr dieses „Reich“ sicher nicht aussieht, das zeigt uns indessen die neue Orgiensauerei von heute, mehrtausendfacher Kindsmissbrauch –  im „Reich meines Vaters“ wird es, so die Vision des Eremiten, Menschen ohne Fleisch geben, gleich wie Engel ohne Geschlecht und Sex (Matth 22). So sexy ist diese VIP-Lounge nicht -, kurzum,  was schon an sich nicht stimmig ist, passt erst recht nicht zum Schlusswort in dieser Passage (Matth 28), in der Jeshua, statt das „Reich meines Vaters“ zu allen Menschen oder Juden, die ihm folgten, zu holen wie ursprünglich gedacht, in ihm allein verschwindet, indirekt versprechend, mit ihm zurückzukehren. „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Schlusswort. Füge hinzu: …um dann mit dem „Reich meines Vaters“ bei euch endgültig einzukehren (Stichwort: Weltgericht). Dann trinke ich, wie angekündigt, „von der Frucht dieses Weinstocks„. Amen oder Prost! Wir bemerken, das alles passt nicht richtig. Das „Reich meines Vaters“, ja „die Zeit“ war jetzt nicht mehr nah, sondern denkbar fern, weiter entfernt als Weltende geht nicht. Vom Wahrheitswert der einzelnen Gehalte abgesehen, mischen sich hier inkompatible Textfragmente krud zusammen, die Jeshuafigur aus einer älteren, eher originalchristlichen, und einer neueren, sicher paulinischen Textschicht. Mehr schlecht als recht geglättet, ragen ihre Unverträglichkeiten immer noch heraus oder sind mit wenigen Handstrichen hervorkehrbar, verbietet man sich diese nicht aus Gründen der Opportunität, des bequemen Profitierens vom 12-Milliarden-Umsatz- Grossbetrieb (allein in Deutschland), der nur so krud ungeglättet und schlecht redigiert funktioniert, bis er auseinanderfällt und zumindest an unseren Universitäten den Platz räumt und freimacht für eine Religionswissenschaft, die diesen Namen verdient.

26.06.2523

Auferstehungsmedium und Auferstehungsreligion. Das Christentum, das unoriginale paulinische, nicht das ebionitische, ist in der Tat „die“ Schriftreligion unter den Schriftreligionen, keine von ihnen nutzte die Funktion des Mediums Schrift, Vorstellungen zu materialisieren um sie ewig auferstehen lassen zu können, radikaler, prinzipieller.

25.06.2523

Über das Grab des Jeshua. Wer raubte und versteckte die Leiche des Jeshua? Gehen wir von zwei Thesen aus, erstens, dass sein offizielles Grab eine Störquelle des Friedens, ein Hort der Unruhe gewesen wäre, den die Schiedsrichterpartei zwischen den jüdischen Fronten, die Partei des Pilatus, die Partei der Römer, nach dem Aufruhr vor dem Tod, danach ganz bestimmt nicht weiter tolerierte, ganz bestimmt zu entfernen und zu beruhigen versucht hätte, und zweitens, dass die Dialektik des paulinischen Prinzips so beschaffen ist, dass sie Demütigungen und Schmähungen durch Altjuden – egal, ob passiert oder imagniert, jedenfalls passend zum Feindbild – in ihr Gegenteil, in Triumph (Gegendemütigung) und Überlegenheitsekstase über sie umdreht, dann ist es nicht auszuschliessen, dass die Römer die Leiche des Jeshua verschwinden liessen und die paulinische Redaktion benutzte diesen Vorfall, um, später, rückblickend, daraus sowohl die triumphalische Auferstehungslegende zu stricken, mit einem auferstandenen Jeshua, der exakt 40 Tage auferstanden bleibt (lesen wir die Zahl folglich symbolisch und als Verlegenheit) als auch das Altjudentum als jene zu denunzieren, die die wahre Auferstehung des Jeshua „natürlich“ leugnen und denunzieren liessen mit Geld, mit dem Mammon Geld, mit dem sie dafür Denunzianten (Spreader) dingten („Saget, die Jünger kamen des Nachts und stahlen ihn, während wir schliefen.“ (Matth 28)).  
Wahrscheinlich ist, dass die zwei oder drei „Schutzengel“ das Grab unauffindbar verlegten, von denen bereits die Rede war (21.06.2523 – 5) oder es waren die Römer, die den Leichnam insgeheim verschwinden liessen. Wo dieser lag, das interessierte Jahrzehnte später die paulinischen Christen nicht mehr. Sie deuteten das leergeräumte Grab Jeshuas längst nach ihrem Prinzip um, die Annahme eines Leichnams und Grabes von Jeshua war für sie Ketzerei geworden. Pilatus, der vielleicht tatsächlich diesen Jeshua zu töten, damit zu einem Märtyrer zu machen, für einen Fehler hielt (Matth 27), könnte um so mehr befürwortet haben, mit seiner Leiche die Grabstätte, den grössten religiösen Kriegschauplatz in seiner Präfektur, verschwinden zu lassen. Seine Nacht- und Nebel-Aktion verhinderte bekanntlich nicht lange, dass diesem jüdischen Religions- und Bürgerkrieg, der nach der Kreuzigung des Gurus kurz verebbte und viele Jeshua-Anhänger aus Jerusalem auswandern liess, der Nachschub und die Logistik fehlte und sich die Unzufriedenheit, die die neujüdische Sekte hervorbrachte, in Luft auflöste. Im Gegenteil. Jeshuas Grab blieb symbolisch ein religiöser Kriegschauplatz, der später, als die paulinischen Christen an der Macht waren, die Denunziation und Ermordnung Zehntausender von Menschen, die die Auferstehung für eine Legende hielten, rechtfertigte. Dabei gab und gibt es für die Annahme einer Himmelfahrt nur unzureichende Gründe, ohne änigmatische Spuren. Jene, die ihn wirklich liebten  – ohne den Guru in ihm  zu sehen -, machten nach seinem Tod keine Projektionsfläche mehr aus ihm, verspürten keine religiöse Ekstase, sondern persönliche Trauer über einen viel zu früh Verstorbenen, dem die minimale Würde und Letzte Ruhe, die jeder Leichnam verdient, gegönnt und gesichert werden sollte. Allerdings ist nicht zu bestreiten, dass die Schrift – das Auferstehungsmedium erster Wahl – der Paulaner dem Jeshua auf ihre Weise einen würdevollen Ab- und Aufgang bereitete, ihm ein Ende inszenierte, das für ihn glückselig im Himmel an der Seite seines göttlichen Vaters endete, und sollte sich eine änigmatische Spur in ihm befunden haben, so war sie und ist sie nicht zu beerdigen.

24.06.2523

Unsere Kenntnisse über das Originalchristentum sind aus zwei Hauptgründen so ungenügend und lückenhaft, erstens, weil die meisten Paulino-Christen sie nicht wie Irenäus von Lyon (ca. 180) in wenigen Zitaten, überlieferten, sondern vernichteten, physisch, nicht nur, wie später, relegativ, exkommunizierten, aus der Kommunikation entfernten. Grob gesagt: ebionitische Quellen waren explizit anti-paulinisch, paulinische Quellen implizit anti-ebionitisch. Paulus war für die Paulinisten und sich selbst die Parusie des Jeshua, der Retter, nach desen Tod, die neue Lichtgestalt. Zweitens  Jeshua schrieb nicht, weil „Schrift“ für die Zeit der Welt gedacht und gemacht ist, doch durch die Erwartung der nahen Parusie des Gottes, seines göttlichen Vaters, war diese Zeit abgelaufen. Die „wissenschaftliche Theologie“, die christlich-gläubig und vom Paulinismus geprägt ist, z.B. Karl Barth, spricht notorisch von der Parusie des Jeshua – dabei sprechen die angeblich von ihm stammenden Worte mehrmals deutlich nicht von seiner Parusie, sondern von der Parusie seines Gottes, seines göttlichen Vaters, dessen Reich, dessen Zeit „nahe“ sei, so dass er den nächsten Wein bereits „im Reich meines Vaters“ trinken werde. Später,  nach seinem Tod, wird die paulinische Redaktionsfigur – über das Grab des Jeshua hinaus – nicht  mehr von dem lebenden Jeshua vor der Kreuzigung sprechend, quasi aus dem Grab und über das Grab hinaus -in einer kurzen Einblendung nochmals das Wort ergreifend, von dessen Nicht-Verschwinden, von dessen Präsenz-Parusie („ich bin (lies: hier und jetzt.) bei euch“!) und dessen Vollendungs-Parusie – ich erschienen am Ende der Welt, sprechen – Für die Juden, die auf keinen Fall in das alte Judentum zurück wollten und konnten, musste dieser Jeshua „genügen“, musste dieser Jeshua „reichen“ – einer, den man bei sich dachte, erinnerte, und am Sankt- Nimmerleins-Tag erwartete – und für die Heiden, die hinzukamen, war dieser Jeshua mehr als alles, was sie davor kannten, vor allem aber einer, der ihnen bei treuer Gefolgschaft die Unsterlichkeit versprach. Das reichte, das genügte bei weitem. So „arrangierte“ sich der Paulinismus seinen Glauben zurecht. Für die schwindenden Juden in der neuen Gemeinde war die paulinische Version des Jeshua-Glaubens, im Vergleich zu ihrer Herkunft (und zu anderen Versionen jeshuanischen Glaubens), das beste, das was sie haben konnten, für die zunehmenden Heiden in der neuen Gemeinde war der paulinische Jeshua-Glauben, im Vergleich zu ihrer Herkunft, unvergleichlich besser. Zwei oder drei unverträgliche Jeshua-Figur-Konzeptionen prallen im gleichen Text aufeinander, machen den Text eindeutig uneindeutig und verwirrend, stiften zu Abwägungen und kontingenten, nicht ewigen Festlegungen an, was seiner Haltbarkeit in einer Glaubensgemeinde, die an das verwirrend Übernatürliche und Wunderliche glaubte, eher förderlich als abträglich war, nicht nur für das unablässige Abwägen und Festlegen, Korrigieren und Neudeuten in der heutigen Theologie

23.06.2523

Auf falschem Kurs. Fehlkonstruktionen des Abendlands: Christentum und Auto. Ähnlich wie das Christentum ist das Auto seit Beginn eine Fehlkonstruktion, weil der Kutsche nachgemacht, egal, wie viele Milliarden Menschen und wie viele Jahrhunderte ihr aufsitzen. (Zum Auto, siehe Technopia (2017). Es scheint, dass erst das fliegende Auto diese Fehlkonstruktion am Boden durch Aerodynamik im Design aufheben wird).

23.06.2523

Von Kirchen zu Kinos. Zur Marvel-Comic-isierung und Supermannisierung des Blockbuster-Filmgeschäfts durch Hollywood als Fortsetzer des abendländischen Unterhaltungsmonopols des jesuanischen Christentums – Stichwort: Kinos statt Kirchen -, siehe 29.05.2523 Über Vatikan und Hollywood. Eine zahlkräftige weibliche Zuschauerschaft soll nun im gleichen Narrativ mit „Superwoman“ zum Griff an den Geldbeutel und Gang in Kino und Heimkino, wie auch in die „gleichberechtigte Integration“ dieses Narrativs animiert werden. Wer sieht den Fehler.

22.06.2523

Ascension of Christ or About the best hidden corps of the world.

22.06.2523

Bis zum Wechsel von der christlichen zur achsenzeitlichen Weltzeit: Immer am Tag von „Christi Himmelfahrt“, die von Christlichen gefeiert wird (13.05.2021 christl. Zeit), rezitieren Änigmatische, Aufklärende und Sympathisant*innen den Text „Über die am besten versteckte Leiche der Welt„. Will heissen: Es ist für sie kein Tag der änigmatischen Spur, der spirituellen Besinnung (die es im verschütteten Christentum gibt), es ist ein Tag, es ist ein Anlass für das nicht endende Studium generale.

21.06.2523 (1 – 7)

Über Jeshuas Grab und die Letzte Ruhestätte des Christentums. Wird die interjüdische Fehde als heuristisches Raster auf die „Wunder“, die Jeshua zugeschrieben werden, gelegt, so erweisen sich diese wie die ihm zugeschriebenen Gebote (vgl. 27.04.2523) allesamt als anti-oder syn-thetische Referenzen und Korrespondenzen mit den mosaischen Wundern und Geboten, und dieses Raster selbst als Schlüssel für ihr Verständnis, ihre Herkunft und ihre Absicht. Ohne die Kenntnis dieses inneren Kontextes bleiben diese Wunder unverständlich, einzigartig und isoliert, abgetrennt von ihrer teils sichtbaren, teils unsichtbaren Kraftquelle: die interjüdische Fehde und Überbietungskonkurrenz, Fundament ihrer religiösen Selbstbehauptung und Überlegenheitsekstase. Ein klassisches Beispiel für ein überlegenheitsekstatisches Ereignis dieser interjüdischen Fehde und Überbietungskonkurrenz  ist das in Über die Anfänge mehrfach thematisierte „Über-Wasser-Lauf-Wunder“, das das mosaische Meer-Spalt-Wunder gleichnishaft u n t e r  sich lässt,  symbolisch und real mit Füssen tritt. Hier wird nicht, wie im Text der mosaischen Redaktion, der Herr des Wassers angerufen, hier, im Text der paulinischen Redaktion, demonstriert er seine Herrschaft über es persönlich. Das ist nicht nur grosse Schriftstellerei, das ist paulinisches Glaubensprinzip, das in der Darstellung und Mission ernst macht mit der Überzeugung, dass Jeshua „der“ leibhafte, nicht wie in Jüdischen Prophezeiungen der papierene Gott-Mensch, Sohn-Gottes, Messias und König der Juden, Rabbi aller Rabbis, kurz „der“ Supermann war, der seine treue Gefolgschaft von Sünde und Fleisch „befreien“ und ihr eine änigmatische, d.h. an die Welt der Änigma angepasste Unsterblichkeit schenken wird (ohne Geschlecht, ohne Sex: „sie sind gleichwie die Engel im Himmel“ – Matth 22). Jeder Schritt des Jeshua auf der Wasseroberfläche entspricht einem Schriftzug der Jeshuafigur auf der Papieroberfläche, der zweite soll, stellvertretend für den ersten („echten“), dem moses-gläubigen Juden, der Jeshuas Messianität ablehnt, ein grosses Ärgernis und dem Jeshua-Jünger und der Jeshua-Jüngerin eine fantastische Erbauung sein. Die Szenerie des Über-Wasser-Lauf-Wunders gehört wahrscheinlich zur paulinischen Nachdichtung, die das Bild der übernatürlichen Göttlichkeit von Jeshua festigen soll, nicht in die originachristlich-ebionitische Entstehungsphase des Christentums. Ähnliches gilt für „Die Speisung der Fünftausend“ (Matth 14), das jesuanische Brotwunder. Lässt der jüdische Volksgott im Text der mosaischen Redaktion des Nachts auf zauberhafte Weise vom Himmel Manna auf das jüdische Volk fallen (2 Mos 16), so zaubert im Text der paulinischen Redaktion Joshua am hellichten Tag aus fünf Laibern Brot Brot für Fünftausend hervor. Die in Überbietungskonkurrenz und Überlegenheitsekstase gestellte Parallelität beider Wunder ist nicht zufällig. Gab es diese 5000 Brotesser? In der Realität der Schrift und des Glaubens sicher so wie es sicher 5000 Juden gab, die an das mosaische Manna-Wunder glaubten. Das Prinzip blieb sich bei allen Schilderungen von Jeshuas Wundertaten gleich. Die Transformation vom mosaischen Manna-Wunder zum jesuanischen Brot-Wunder, vom unsichtbaren Gott Abrahams zum Mensch gewordenen Sohn Gottes folgte dem paulinischen Glaubensprinzip, der von Paulus missionierten Vergötterung von allem, was über Jeshua berichtet  oder geglaubt wurde. Es entsprach dem, was seine Jünger in Jeshua sehen oder in ihn projizieren wollten, als auch einem Vorstellungs- und Schreibprinzip, das autonom ausgeführt werden konnte, deshalb mussten das Über-Wasser-Lauf- und Brotwunder so nie stattgefunden haben, genauso wenig wie das mosaische Wasser-Trennungs- und Manna-Wunder (dasselbe gilt sogar für das Auferstehungswunder). Erzählungen über Jeshua wurden nach dem paulinischen Glaubensprinzip geschaffen und in einer geschlossenen Autopoiese und -poesie ab dem 4. Jh. n.Chr. kanonisiert und sakralisiert geglaubt, von Herren über Schrift und Archiv beherrscht.
Wenn mosaische Juden nur an das Wasser-Trennungs-Wunder glaubten, glaubten paulinisierte Juden und Heiden-Juden ausserdem an das Über-Wasser-Lauf-Wunder und wenn an das mosaische Manna-Wunder auch an die „Speisung der Fünftausend“, für sie war die paulinische Theologie nicht der Widerspruch zur, sondern die Vollendung der mosaischen Theologie, und das war Teil und Ausführungsbestandteil des paulinischen Prinzips. Für sie war der göttliche, nicht der „arianische“, der von Gott gezeugte, nicht der „nur“ akommunizierte Jeshua zu ihnen gekommen und von ihnen gegangen bis er er am Jüngsten Tag mit dem Reich seines Vaters zurückkehren wird. Die altjüdischen Propheten Elias, Jesaja, Moses, und Zeitgenossen wie Johannes der Täufer, eine „Bodensatzfigur“ des paulinischen Prinzips und Narrativs, werden aufgehoben von der Überlegenheit des Mensch gewordenen Gottes, Gott Abrahams Sohn, zumindest von der Überlegenheitsekstase des paulinischen Glaubensprinzips.

II.

Das grösste oder fundamentalste Wunder des paulinischen Christentums ist Christi Auferstehung und alle anderen Wunder im Umfeld seiner Kreuzigung, die selbst zu einem Wunder der Entsündung, des Opfertodes für die Menschen erklärt wurde.  Die paulinische Theologie hatte sich weit entfernt von den ersten Christen und Anti-Christen, die noch nicht einmal Christianer hiessen und wahrscheinlich Teil einer jüdischen Endzeitsekte waren. Sie waren wie Jeshua gläubige Juden, denen die Hebräische Bibel, der Glaube an den Gott Abrahams und Moses – eine „redigierte Figur“ mosaischer Redakteure (Lenzen, 2012), auch hierhin, im textuellen Konstruieren symbolträchtiger Figuren, taten es ihnen die christlichen Redakteure bald nach -, die Geschichten um den Auszug aus Ägypten, usw., mehr als geläufig, Alltagspraxis und gelebter Ritus war, darunter der Sabbat, den der Reformator Jeshua aufhob (Matth 12). Das war Kontextwissen und Kenntnisse über jüdische Religion und Kultur, über die in der Grossblüte des Heiden-Christentums die meisten Christen, ehemalige „Heiden“, nicht mehr verfügten, der jüdische Hintergrund verblasste, ausser dem, der tendenziös in die paulinischen Schriften einfloss und das Bild des christlichen Antisemitismus grundlegend prägen wird (zu diesem siehe …….2523)..
Die ersten Follower des Christentums, des Originalchristentums, waren hauptsächlich jüngere Juden und Jüdinnen aus der Unterschicht (Holl), die kaum ein schriftliches Zeugnis hinterliessen, ausser dem, dass für sie Paulus „der“ Apostat, nicht „der“ Apostel war (Unsere Kenntnisse über das Originalchristentum sind so fragmentiert und lückenhaft wie seine wenigen erhalten gebliebenen Quellen, die paulino-christliche Autoren wie Irenäus von Lyon (ca. 180 n.Chr.) überlieferten, statt, wie viel häufiger geschehen, vernichteten). Das Originalchristentum bleibt zum grössten Teil ein stummmer Zeuge, ein ungeschriebenes Palimpsest, ein grosses Rätsel, vielleicht aber auch „die“ änigmatische Spur im Hintergrund des verschrifteten Christentums. Denn es wären Akommunikationen, sollten sie Jeshua tangiert haben, nicht anders deutbar, ja, auch kommunizierbar gewesen als im kommunizierten Netz ihrer judaisch-mosaischen Religion (alles andere hätte sich selbst exkommuniziert) und nach dem jesuanischen Glaubensprinzip, für das Paulus missionierte, wurden Worte zu Fleisch, Ankündigungen zu Erfüllungen, unsterbliche Erzählfiguren zu lebenden Menschen der mosaischen Religion und lebende Menschen, darunter Jeshua und Paulus, zu unsterblichen Erzählfiguren ihrer „Vollendung“ für die einen, ihrer „Abwegigkeit“ für die anderen.

———in BEARB —–
Originalquellen aus der interjüdischen Zeit des „Originalchristentums“ fehlen, weil, erstens, nicht geschrieben wurde, wie Jeshua sahen die Ebioniten keinen Grund dafür: Schrift steht für Welt und weltliche Zeit, mit deren Ende erwarteten sie, das Eintrittsbillet dafür in den Händen, den Beginn einer neuen Zeit, von Gottes Reich ohne Schrift, ohne Schreibende, alle (Christlichen) waren „gleichwie die Engel“ und Gott war „ein Gott der Lebendigen„, (Matth 22), und zweitens, wurden sie zerstört von denen , die Jeshua komplett vernichten, ungesagt und vergessen machen wollten, im Gegensatz zu jenen Juden, die Jeshua unbedingt aufleben und verewigen, das heisst, im Medium der Schrift auferstehen lassen und im Archiv hüten wollten. Setzen die Ebioniten mit Jeshua radikal auf Schriftlosigkeit, setzen die Paulinisten radikal auf Schrift. Allein aus Vergeltung, Motor und Teil ihrer Überzeugungsekstase, waren sie bereit, aus jeder Anekdote über Jeshua eine Wundergeschichte, einen Beweis für seine Messianität, für seine göttliche Abkunft zu machen, und damit alten Judentum einen Schlag zu versetzen, den Ältesten der Juden zu zeigen, dass sie – jünger und die “ besten“ Jünger des Jeshua – im Recht waren. Es mit jedem neuen „Zeugnis“ für seine Wundertaten der Leugnung seiner Zeugnisse heimzuzahlen.
Auch musste einigen von ihnen klar gewesen sein, Jeshuas Grab und Leichnam kämen nie zur Ruhe, es wird in Jerusalem kein Heiligtum, kein Tempel des letzten Propheten und einzigen „christos“ des Judentums geben, Römer und Offizielle ihres Volkes hätten das niemals zugelassen (später liessen es auch die paulinischen Christen nicht mehr zu! Es konnte, es durfte ein Grab von ihm nicht existieren!), zudem warteten die Grabschänder auf seinen Tod, auf seinen Leichnam. Seine Beerdigung musste heimlich geschehen, die Lage seines Grabes geheim bleiben, am besten für den Schutz von Jeshuas Letzter Ruhe war, es existiert offiziell nicht. So paradox das klingt, die Legende der Auferstehung von Jeshua aus dem Grabe, die soviel Unruhe erzeugte, nutzte dem Schutz seiner letzten Ruhe. Und sein schlichter Grabstein, ein Holzpflock, ein römisches Hinrichtungsuntensil, wurde in der Öffentlichkeit versteckt, ein besseres Versteck gibt es nicht. Kein Grabstein ist bekannter geworden in der Welt. Man kann also sagen, die Auferstehung Christi – ein retrospektives redaktionelles Auferstehungsgeschehen im primären Kommunikationsmedium der Auferstehung: der Schrift – fand auch im Geist der Vergeltung, der Rache, alles in allem im Geiste des paulinischen Prinzips statt.

Genau wissend, hätte seine Feinde – für sie etablierte, reiche, gebildete, regierende Juden – Jeshuas Grabstätte gefunden, wäre es irgendwann vernichtet und die Leiche geschändet worden, Demütigung, Verhöhnung und Respektlosigkeit in einem für sie, doch ebenso wissend, dass kein Grab des Jeshua, seine Unauffindbarkeit, die Auferstehung – en passant das Zeugnis für seine Göttlichkeit – ein doppelter Schlag in das Gesicht seiner Grabschänder, ein Ärgernis, ein Schlag in ihre Magengrube wäre.. Spätestens als kolportiert wurde, Jeshua sei des Tages unter Leuten gesehen worden, bildeten, neben Versteck und Verschwiegenheit, solche Gerüchte, die denkbar beste Tarnung seiner letzten Ruhestätte.

——————in BEARB ———————Die paulinische Wunderlegende wollte es, dass er, nachdem der auferstanden Jeshua – als Redaktionsfigur im paulinischen Text – seine – um den Unfreitod des sich selbst bestrafenden Verräters Judas reduzierte – elfzählige Jüngerschar – rückprojiziert nach Jerusalem -,  zum letzten Mal versammelte und ihr den Weltmissionsauftrag vermittelte („Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden [Klammer auf- ausser die, jetzt hier zu bleiben, Klammer zu], darum gehet hin und machet zu Jüngern (…) alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters [Gott Abrahams und Moses], von mir (Gott-Sohn) und des heiligen Geistes [Vermittler]. Bis an der Welt Ende bleibe ich bei euch, dann kommen wir zurück. Amen und Auf Wiedersehen! Matth 29), auf dass er den Grabschändern davonflog gen Himmel, ein leeres und ein unauffindbares, gar unerreichbares Grab zurücklassend.
Nach Matth 28 kam ein Engel vom Himmel und rollte den Stein vor Jeshuas Grab weg,  ein wahrer Kern mag darin stecken: tatsächlich könnten ihn „Schutzengel“ weggerollt haben, vielleicht die Freundin und ein Bruder des Jeshua, die für eine sichere letzte Ruhestätte seines Leichnams sorgten und ihr Wissen, gleichsam zu Jeshua in den Himmel gehend, ins Grab mitnahmen. Erst für das paulinische Christentum gibt es keine, darf es keine letzte Ruhestätte des Jeshua auf Erden geben, stattdessen Christi Himmelfahrt. Für die wenigen Eingeweihten indessen, die einige Jahre länger als Jeshua lebten und die Wahrheit in ihr Grab mitnahmen (mittlerweile hätte kein Christ sie ihnen geglaubt) nutzte der Glaube an Joshuas Auferstehung und seine Himmelfahrt – eine Überhöhung, ein Verschwinden und ein Erscheinen nach paulinischem Prinzip  – dem Schutz und der Bewahrung der letzten Würde des Gestorbenen, des letzten Respektes vor ihm und der letzten Ruhestätte, die gross genug ist, um dort auch dem paulinischen Christentum, vereint mit ihm, die  Letzte Ruhe zu erweisen.

21.06.2523 (2)

Über die letzte Ruhestätte des Christentums. Das Christentum wird seit 2000 Jahren von einem Gespenst heimgesucht, Gespenster sind Wesen, die ihre letzte Ruhe nicht gefunden haben. Helfen wir ihnen, den Weg dorthin zu finden. Machen wir ChristenInnen klar, dass ihr Jeshua zwischen Himmel und Hölle, vor allem aber geschützt vor Grabschändern, längst seine letzte Ruhe gefunden hat. Das sollte sie beruhigen, ihnen helfen, sich von ihrem Spuk zu befreien.

21.06.2523 (3)

Über die Wunder des Christentums. Wie uns die Entschlüsselung der „Wunder“ des Christentums zeigt (siehe (1)), geraten heutige Christen und Christinnen in eine Lese- und Praxisschablone, die vom altjüdischen Testament und einer interjüdischen Fehde zweier Überlegenheitsekstasen geprägt ist, ob sie das wissen und wollen oder nicht, sie werden Parteigänger-, -gängerinnen einer sehr alten Fehde.  Man kann sich über den Erfolg dieser interjüdischen Fehde aus der Antike, die bis heute weltweit die Gemüter beschäftigt, entweder nur wundern oder findet auch hierfür solide, rationale Gründe, ohne viel Geheimnis. Aus änigmatischer Sicht ist tatsächlich wenig änigmatisch an diesen „Wundern“, aber sektenlogisch, überlegenheitsekstatisch viel plausibel.

21.06.2523 (4)

Der genuine, historische Jeshua, der aus Gründen des Schutzes vor Grabschändern heimlich beerdigt werden musste, der in einem Versteck, das noch sicherer war als eine Pyramide von der Oberfläche verschwand, auferstand umso stärker, umso lebendiger als Figur auf der Papieroberfläche, im klassischen Medium des unsterblichen Wiederholens und Auferstehens, in der Schrift.

21.06.2523 (5)

Über die am besten versteckte Leiche der Welt. Warum Jeshuas Leichnam besser als gut versteckt wurde? Das Grab-Geheimnis gehütet wurde bis zum ewigen Schweigen? Weil viel, sehr viel auf dem Spiel stand. Aus späterer Perspektive: Weltreligion oder Reinfall. Triumph oder Verhöhnung. Aus näherer Perspektive: Totenstörung und Grabschändung oder Respekt und Letzte Ruhe. Die spätere Perspektive entspricht derjenigen eines Machtdialektikers wie Paulus, die nähere Perspektive derjenige einer Mutter, die ihren zu Tode gequälten Sohn heimführen und ihm eine dauerhaft, nicht nur scheinbar sichere letzte Ruhestätte verschaffen will und wird. Ungestört von seinen ersten Anhängern, die aus seinem Grab einen Wallfahrtsort für die Ankunft von Gottes Reich machen wollten (realistisch betrachtet wäre zu dieser Zeit an diesem Ort seine Grabstätte ein ständiger Unruheherd, ein Schlachtfeld des Bürgerkriegs gewesen) und von Feinden, die nichts anderes als seine Leiche schänden und sein Grab in alle Winde zerstreuen wollten. Um seine letzte Ruhe wirklich zu gewähren und zu schützen, durften weder seine Anhänger noch seine Feinde jemals erfahren, wo sie für ihn gefunden wurde. Beide Seiten konnten etwas überhaupt nicht gutheissen: dass auf Jeshuas letzten Ruhestätte Ruhe einkehrte. Die trauernde Mutter entschloss sich, das erste und das letzte Geheimnis des Christentums mit in ihr Grab zu nehmen, und hätte sie vernommen, dass gewisse Juden anfingen, ihren Sohn unter den Lebenden zu wähnen und er über sein Grab hinaus verkündete „Verkündet über mein Grab hinaus der Welt meine Botschaft“ und darauf statt in der Erde im Himmel glaubten, wird sie sich gedacht haben, ein besseres Versteck als dieses Gerücht gibt es für die letzte Ruhestätte meines Sohnes nicht.

21.06.2523 (6)

Über Jeshuas Mutter oder Freundin oder N.N., heimliche Wegbereiterin, zugleich heimlicher Beerdiger des paulinischen Weltreligion-Christentums.

20.06.2523

Die spezifizierte Pandemie-Formel – upgedatet mit den Gen-Code- etc. Daten des Invasors – bringt die Präventivmedizin der Zukunft in die Lage, die Impfnotwendigkeit oder Immunmodulation der Physistemen ihrer Kundschaft individuell zu bestimmen.

19.06.2523

Über die Zukunft ohne kollektive Überimpfung (aus physistemisch-philosophischer Sicht). Zur Einführung in die laterale Immunmodulationsforschung siehe Ronald Grossarth-Maticek. Prof. für Präventive Medizin : Systemische Epidemiologie und präventive Verhaltensmedizin chronischer Erkrankungen. Strategien zur Aufrechterhaltung der Gesundheit, 1999. Wobei Grossarth-Maticek sich nicht in der Welt und Sprache des Gencodes bewegt. Zur „modernen psychosomatischen Ursachenforschung“ wird kritisch schlussgefolgert: „dass die Methoden der Beweisführung dieser Disziplin in der Regel geeignet sind, Arbeitshypothesen zu entwickeln, nicht aber zum Beweis ursachlicher Zusammenhänge.“ (13)  Viel von dieser Art Forschung bewegt sich in Tautologien wie „Ein sich gut regulierendes System kann einen Negativfaktor, sogar eine Kombination von Negativfaktoren besser ausgleichen als ein schlecht funktionierendes System. “ Wobei gerade dieses innere Funktionieren von PAI und GAI interessiert. Die Funktionsmodi „gut“ und „schlecht“ (neutralisieren) kommen polykausal und polyvial (lat. via – Weg) zustande und zu extrem unterschiedlichen Resultaten (neutralisieren/ausschliessen/reintegrieren: Leben/nicht neutralisieren/desintegrieren: Tod). Die hohe Polyvialität der Corona-Erkrankung wird erforscht, Gründe für sie sind bekannt – sie geht nicht nur über die Lunge, auch über das Herz, das Nervensystem und andere innere Organe-, und korrespondiert mit der hohen Andockfähigkeit, Invasivität und Evasivität des Virus. Für die Physisteme meiner 84-jährigen Mutter war Corona eine mittlere Grippe, kein tödliches Desaster (auch nicht, um repräsentativere Beispiele zu nennen, für die TV-Bekanntheiten Jauch, Kerner & Kröger). Dabei wird ihre gesunde Lebensführung wenig dazu beigetragen haben, eine Minderheit von Frauen ihres Alters starb trotz gesunder Lebensführung, eher ihre Immunrenitenz und Krankheitsgeschichte, die Grippen, die ihr Immunsystem neutralisiert hat und es geprägt haben. Wissenschaftlich gesichert ist für die Corona-Erkrankung eine signifkant höhere Mortalität bei älteren Männern (temporal fortgeschrittener männlicher Genchromosom XY) als bei älteren Frauen (XX), zudem steigt –  innerlich allenfalls durch Verkürzungen von Proteinsträngen im Zeitprozess – die Sterberate im Zeitprozess,  ab 60, 70 Altersjahren deutlich an). Pädiatrische und gerontologische Faktoren – u.a. vergleichserermittelt – und der Gechlechtsgencode (man sieht bei Frauen allein die Verdoppelung des Geschlechtschromosoms (XX) als einen Renitenz.- und Immunitätsvorteil an) sind Faktoren, die wir in unser Impfkalkül heranziehen, ansonsten reichen oberflächliche Analysen und das grobe Bilanzieren von positiven und negativen Faktoren (z.B. Stress, Fehlernährung, Umweltbelastung, erbliche Belastung) nicht weit genug ins entscheidende Geschehen hinein, das polykausal und polyvial abläuft (d.h.nicht nur zwischen Viren und T- und L-Lymphozyten, die, wenn sie überschiessen (Zytokinsturm) viel gefährlicher werden können für die Infizierten als ihre Primärerkrankung). Negative Faktoren hinterlassen in der Physisteme bleibende und vorübergehende Spuren: Stress und Fehlernährung in Blutwerten, „erbliche Belastung“ im Gen-Code. Doch die scheinen über Leben und Tod nicht zu entscheiden bei Corona. Wieviel ausschlagebender sind positive Faktoren, die in diesem Fall immer noch genügen ein Leben zu retten, in jenem nicht mehr? Und was genau sind diese Faktoren und in welcher dynamischen Synergie wirken sie zusammen? Um bessser spezifizieren und individuieren zu können, wer keine Corona-Impfung braucht  – bis zur aktuellsten Mutante (Stand Mai 2021) sind es bei Corona Jugendliche bis 30 Jahrealso ohne Impfung fast zu 100% Immunität aufbaut und wer sie  oder, im Fall einer Erkrankung, spezifische Medikamente, benötigte – müssen wir am inneren Geschehen der mit Corona infizierten Physisteme selbst, das teils synergetisch, teils additiv, teils stabil, teils evasiv, bei manchen Erkrankten chronisch wird, erforschen – grob läuft es darauf hinaus, genau zu verstehen: warum die Physisteme dieser 84-Jährigen die Corona-Infektion schadlos überlebte, jene mit vorübergehenden, jene mit bleibenden Schäden, diese gar nicht.  Wir erhalten hierbei – neben der jungendlichen Durchschnitssphysisteme, bei der Corona auf eine PAI & GAI-Konstellation trifft, die ihr keine Zukunft, ausser vielleicht, unbemerkt im Gaumen lässt – ein Paronama von „Screaning-Typen“, die ganz unterschiedlich auf eine Corona-Infektion reagieren. An welchen Gen-Codes, Lymphozyten- und Protein-Spuren und -Qualitäten insgesamt: an welchen Werten und -leistungen von PAI und GAI sind diese Typen festzumachen? Je genauer Wissenschaft das von der betreffenden Person analysieren (und in Vergleich mit Idealtypen/Erfahrungswerten setzen) kann, desto genauer wird ihre Prognose ausfallen, wie die betreffende Physisteme auf Corona reagieren wird.
Noch nicht in dieser Ausdifferenziertheit finden wir diese Typologie in jugendlichen Physistemen, in denen ein Typ vorherrscht, nämlich der, in dem Corona keine oder keine dauerhaften Andockchancen findet, umso genauer ist der extrem seltene Todesfall unter Teenagern zu screanen, um einen noch besseren Abdruck von dem gesunden jugendlichen Physistemezustand,der keine Impfung braucht,  ein Durchschnittsidealwert als informative Vorlage zu erschaffen und damit ein Diagnoseinstrument, ein Entscheidungsinstrument dafür, wer von den Jugendlichen – im Idealfall von Menschen jeden Alters – eine Impfung als lebensnotwendige Immunsystemunterstützung – braucht, wer nicht. So entwickelt sich eine pädiatro-, gero-immuno-viro-epidemio-logische Medizin – eine laterale oder globale Immunmodulationsforschung – die nach Analyse und Begutachtung gewissen Menschen individuell zugeschnittene Impfempfehlungen aussprechen kann. Der Staat muss für diese Personen keine Impflicht einführen, weil sie, impfen sie sich trotz der Empfehlung nicht, eine relative Gefahr für sich und eine noch relativere für andere darstellen. Relativ, weil dann tödliche Erkrankungsverläufe durch spezifische Medikamente verhindert werden. In diesem oder einem vergleichbaren Szenario könnte sich die Zukunft ohne kollektive Überimpfungen wiederfinden.

18.06.2523

Über Überimpfung. 98 % brauchen keine Impfung gegen Corona – von Jugendlichen brauchen 99,9 % keine Impfung – um das Corona-Virus wie die Herren Jauch, Krömer, Kerner & Co. und meine 84 jährige Mutter (geb. 1937) – nach etwas Fieber und Husten – schadlos zu überstehen. Eine ganze Bevölkerung wird massiv überimpft, um eine kleine Minderheit vor dem Tod oder vor Langzeitschäden zu schützen, 90 % von ihr ist über 70 Jahre alt, Alterungsprozesse in Kombination mit spezifischen Negativverstärkern verkleinerten um ein entscheidendes Teil ihre Immunleistung. Die Wissenschaft ist differenzanalytisch noch nicht so weit, eine individuierte Impfnotwendigkeit zu entdecken und auszusprechen, so dass auch über 70 und 80 Jährige nicht mehr pauschal geimpft werden, nur noch nach individuiertem Befund.  Ausserdem liegt sie weit in der Erforschung und Förderung der Immunmodulation, die auch Altersprozess bedingte Mängel tangiert, zurück, ebenso in der Entwicklungs spezifischer Medikamente für die Behandlung von an Covid-19 schwer Erkrankten – wobei an dieser Front intensiv geforscht wird -, so dass gegen Corona nicht mehr geimpft werden wird, stattdessen erhalten (Noch-Nicht)-Infizierte eine laterale Immunmodulation, die Förderung von PAI (Psycho- affine immunity) als umfassenderes System von GAI (Gen affine immunity) im Zentrum steht. All das beinhaltet nicht, dass wir die Impfforschung nicht weiter brauchen werden, aber dass sie ihren Stellenwert, den sie heute hat, an die PAI & GAI-Forschung, an die laterale Immunmodulationsforschung abtritt.

17.06.2523

Statt über den Ausschluss von Homöopathie aus der Medizin, sich Gedanken machen über das Reentry der Homöopathie, homöopathischer Grundsätze, in die Medizin. Beide müssen dafür das gleiche (vergleichbare, angleichbare) Anschlussniveau erreichen: Schulmedizin muss philosophischer, Homöopathie wissenschaftlicher werden.

16.06.253

Über die homöopathische Behandlung der Schulmedizin. In der teilweise hasserfüllten Heftigkeit der Kritik an Homöopathie, deren idealisierte, allenfalls nicht realisierte Methode, die Förderung der Selbstheilungskräfte – einschliesslich  GAI-Placebo-Effektivität – mit minimalen Zusätzen in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, im Prinzip zeitlos modern ist und einerseits an Psychotherapie, andererseits an unsere Impftechnologie erinnert, die erfolgreich dem homöopathischen Leitprinzip, Ähnliches durch Ähnliches zu bekämpfen, folgt, kommt ein eigenartiger Eifer zum Vorschein – der anti-pelagianistische Eifer der alten Orthodoxie? – nicht bloss das heitere Auslachen von Selbstgetäuschten oder Scharlatanen durch rationale Aufklärer, für die Homöopathie zu willkürlich, zu wenig nachweis- und überprüfbar ist. Im Idealfall bewegt sich der Heileffekt homöopathischer Behandlung im „weichen Bereich“ von PAI und im „harten Bereich“ von GAI, eine gute homöpathische Ärztin weiss beides zu unterscheiden und wann der Moment gekommen ist, die Patientin an die „Schulmedizin“ zu überweisen. Selten bis nie trifft man den umgekehrten Fall an, in jener Medizin zumal, die einen unterentwickelten Begriff von PAI und einen überentwickelten von GAI kultiviert. Vielleicht liegt ein Teil der Erklärung dieses unerklärlichen Eifers in der Kritik an Homöopathie in tieferliegenden kollektiven Memen unserer Gesellschaft christianisierter Kultur, verdrängt dieser Eifer mit Schlagseite eine Lücke, verdeckt er eine Blösse, einen grundsätzlichen Korrekturbedarf, muss Medizin, Schulmedizin von heute in Bezug auf Ganzheitlichkeit – moderner formuliert: Umwelt und Physisteme- und Selbstheilungskräfte – PAI und GAI – weit „homöopathischer“ werden als sie es sich vorstellen kann oder will. Ob sie das kann und will hängt allerdings auch mit der Qualität philosophisch-theoretischer Angebote von globaler Komplexitätssteigerung zusammen, die in der Medizin integriert, anschluss- und funktionsfähig gemacht werden soll.

15.06.2523

Für Leute, die über Ebola und dergleichen Massen-Killer-Viren forschen, gibt es keinen anderen Weg als den über GAI. PAI reicht auch bei einer Sepsis niemals so weit wie Antibiotikum. Allerdings kennen die nichts anderes als GAI. In unseren Kulturen influenct vielmehr PAI als GAI (siehe Buch 8: Achsenzeit/Axial Age – 08.09.2522).

14.06.2523

Über Impftechnokratie und Selbstheilung, Täufer und Pelagianer, eine jahrhundertalte Debatte bringt sich in Erinnerung. Vielleicht wird in Zukunft nicht geimpft gegen Corona, weil spezifische Medikamente schwere Fälle gut in Griff kriegen, alle anderen Infizierten wird eine Immunmodulation, angereichtert mit Vitamin D, verschrieben:  im Zentrum steht die Behandlung und Förderung von PAI. Nur Technokraten, die ausschliesslich auf Impfmittel und GAI setzen, wollen die Immunkräfte der Phyisteme durch Labore ersetzen, anstatt diese zu fördern von „Impfmitteln“ abhängig machen, neben sozialem und kommerziellem Benefit, vielleicht auch, weil das ihrem „inneren Empfindungs- und Verhaltensmuster“, wie Sicherheit und Misstrauen, Krankheit und Heilung zusammenhängen und zu differenzialisieren seien, entspricht. Jedenfalls ist in  der heutigen christianisierten Kultur, die jahrhundertelang ein Misstrauen gegen menschliche Selbstheilungskräfte kultivierte, angeführt von Regierung und Forschung, fast ausschliesslich von Impfen die Rede (Immunmodulation kennt sie fast nicht, hat sie nicht in der Hand, ist auf Kraut-und-Rüben-Forschungsniveau. Eine PAI-orientierte Pandemie-Politik wäre weit angstfreier, suchte gezielt, die Förderung der Herdenimmunität, setzte neben passiven Schutzmassnahmen die aktive Förderung der Immunmodulation und der Selbstbestimmung in den Vordergrund. Ausgerechnet die Pandemiepolitik des Hypersozialstaats Schweden zeigt Ansätze davon). Historischer Höhepunkt der christlichen Kultur des Misstrauens gegenüber Selbstheilung war die Exkommunikation von Pelagius, der ein durch Selbstkräfte (lebenslänglich: Gute Taten!) erreichbares Heil propagierte. Bis heute wird der Pelagianismus in der christlichen Kirche geächtet – auch Luther musste überlegen, ob er sich letztlich überflüssig macht oder auf die Taufe und die Sünde, also auf ein Menschenbild des Defektes setzte. Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer – die grosse Reparation, die grosse Reparaturanstalt hatte auch in ihm einen Befürworter. Die Kirche setzt ganz und ausschliesslich auf die Taufe, sonst sei der Mensch mit seinem Übel verloren. Selbstheilung komme an ihre Grenzen – ohne sie genauer zu kennen oder kennen zu wollen – das war das pessimistische Credo dieser Tauf-Gläubigen, das kaum zufällig an das der heutigen Impf-Technokratie erinnert. Neben Impfen wird die Medizin der Zukunft andere Wege wissen und gehen, befördert durch Regierung und Forschung, auch die PAI-geförderte Selbstheilung.

13.06.2523

Über christliches Metanarrativ und Corona-Pandemie. Die christianisierte Metamatrix – Hayden White spräche von „Metanarrativ“ – unserer Kultur nimmt und gewinnt auch Einfluss auf die Diskurse und Praxis der Corona-Pandemie durch ihre Tendenz zum Manichäismus (Gut-Böse), zur Skepsis gegenüber Selbstheilungskräften und zur Erlösung durch die Taufe. Das Virus, das für fast 99 % der Bevölkerung weder tödlich noch langzeitschädlich ist,  besitzt bei weitem nicht die Tödlichkeit von SARS, aber eine deutlich höhere als Grippe, und tritt im Netz dieser mehr latenten als manifesten Metamatrix als das Böse auf und die Impfung als die erlösende Taufe. Nur diesmal sind wir, ist nicht Gott, ist die aufklärende Wissenschaft, nicht die verklärende Theologie, der Gott der Heilkräfte, das Wesen, das sich selber „tauft“. Dass Forschung und CDU-Politik wenig Energie und Wert auf die Verbesserung und den Einsatz der Selbstheilungskräfte legen – obwohl sie bei den meisten Menschen bei Corona bestens funktionieren -,  und z.B. der kontroversen Ansicht sind, es müsse die totale Überimpfung und die zweite Impfung sein -Subtext: gegen den Teufel richtet nur die ganze, nicht die halbe Taufe etwas aus – , das können Momente sein, in denen diese Metamatrix unserer Kultur Einfluss auf die Gestaltung der Pandemie-Bekämpfung, auf kollektive Unbewusstseine und Mentalitäten nimmt. Allerdings nur begrenzt, die Wissenschaft emanzipiert sich nach ihrem Funktionsbegriff (Wissensorientierung/-schaffung) von mindestens subtextuell präsenten Matrixen dieser Art.  Das „primitive“ Überimpfen wird der Vergangenheit angehören, solbald die Wissenschaft noch besser differenzieren und in den Physistemen ablesen (abgleichen) kann, wer auf seine Selbstheilung zählen kann – allenfalls befördert mit einer PAI-Stimulation – und wer aufgrund spezifischer Eigenheiten unbedingt eine GAI-Impfung braucht, gehen wir davon aus, dass unsere Physistemen zwei unterschiedlich mit Umwelt und sich interagierende Immunsysteme haben: GAI (Gen-affine immunity) und PAI (Psychological/Placebo-affine immunity) (siehe Buch 8, 08.09.2522).

12.06.2523

Zerstören geht einfacher als Erschaffen nur solange Erschaffenes vorhanden ist. Am Ende muss das Zerstörerische in seine Röhre gucken, es betreibt auf seinem Weg der Zerstörung Selbstzerstörung. Das Prinzip der Entropie ist ein Sekundärprinzip.

11.06.2523

Beim Virus-Super-Parasit handelt es sich um ein freies Radikal, das sich als Parasit auf dem Rücken weniger freier Parasiten „weiterentwickelte“.

10.06.2523

Mensch und Virus – Parasiten unterschiedlicher Ordnung. Prinzipiell lebt das Virus als Super-Parasit nach dem gleichen Prinzip wie sein Wirt, der ebenfalls ein „Parasit“ ist – Menschen parasitieren ihre Umwelt, sie evoluieren nicht primär als Symbionten, sondern als Räuber, Nutzer und Ausnutzer ihrer Umwelt. Evolutiv mag diese parasitäre Lebensform, die auf „Überfluss“ entstand (Überfluss an Sauerstoff, Elemente, Wasser, Erde, Nahrung, Wärme, Trägheit, usw.) einen befristeten Vorteil geniessen, aber langfristig zum Ende dieser parasitären Lebensform führen, mutiert sie sich nicht entscheidend in eine symbiotischere Spezies. Alle Parasit-Lebensformen der Erde vernichten sich wegen den begrenzten Ressourcen und Wirten irgendwann selber. Zur Fürsorgestruktur unserer Intelligenz als Teil unseres physistemisch befähigten Überlebens gehört der Blick für Nachhaltigkeit und Vorsorge, insofern evoluieren wir in der Anlage bereits als hybride Parasit-Symbionten im Unterschied zur komplett reduzierten Anlage des Virus, das solche „Zusatz-Überlebens-Leistungen“ nicht im Programm hat, sondern drauflos parasitiert und entweder mit dem Wirt zugrunde geht oder in und mit ihm überlebt – bis zur Escape-Mutante.

09.06.2523

Reentrizität ist ein Charakteristikum von Lebewesen – sie leben nicht nur linear und exponentiell, sondern reentrizitär, das heisst, als ein Teil ihrer Umwelt, die durch Wiedereintritt in sie zu einem (Spezies-) Teil von ihnen wurde. Die DNA-Reentry-Helix hat nicht nur doppelte, verdoppelnde, sondern reentrizitäre, wiederholende Struktur, sie wiederholt sich in sich und durch sich – das Virus ist als reduzierteste Lebensform der Super-Parasit, der seine Reproduktion, Selbst-Verdoppelung und -Multiplikation fast gänzlich mit und in der Infrastruktur und Energie des Wirts generiert.

08.06.2523 (2)

Am Anfang war das Wort, dann Gott. Gesetzt, die Welt kommt mit der änigmatischen Dimension zur Welt, so kamen Menschen erst mit der Kognition und Fähigkeit der Sprache in Interaktion mit dieser und sie – personalisiert als Gott, die Änigma – in wahrnehmbare Interaktion mit uns. Erst durch Kommunikation wurde Akommunikation möglich. Aus dieser Sicht enthält das Credo „Am Anfang war das Wort“ eine neue Facette, eine tiefere Wahrheit. Gott, die Änigma, die änigmatische Dimension unserer Welt, konnte  sich erst „spät“ in unsere Kultur einbringen, mittels unserer Sprache und Kognition uns offenbaren. Im Nachhinein sich an den Anfang der Genesis unserer Welt setzen, das schrieb in der Achsenzeit eine jüdische Redaktion ihrem Gott zu. Aristoteles fixierte an den Uranfang eine paradoxe Figur, den unbewegten Beweger, die/das unbewegte Bewegende. Aus änigmatischer Sicht liegt am Ursprung und Urende der Genesis unserer Welt das Genesian, gedacht als die Änigma der Änigma, die Magna Mater der Genesis Änigma und der Genesis unserer Welt (als inkontingente von kontingenten bzw. möglichen Welten). Das Genesian, die änigmatische Spur aller Spuren, bleibt uns noch änigmatischer, rätselhafter und fremder als Gott (Änigma), doch sie alle sind in ihrer änigmatischen Seinsform nicht Nichts.

08.06.2523

Die Whorp-Sapir-These und der Nativismus bestätigen auf ihre Weise, dass Denken und Sprechen, als Teil unserer Umwelt durch Reentry eingeboren und einkultiviert in unsere Physisteme, in erster Linie dem Überleben der Physisteme in dieser Umwelt zu entsprechen und genügen haben, so wie Extremitäten, Herz, Lunge und Geschlecht, ist das Gehirn ein diesem Zweck dienendes synthetisiertes Evolutionsprodukt. Ein Sektor in der Wahrnehmung der natürlichen Umwelt und ihrer Referenzialität (Zusammensetzung der Luft, Schwerkraft, Dichte des Planetenbodens, Lichteinstrahlung, Temperaturskala, stellare Konstellation, etc.) bleibt sich identisch, variiert in einem naturgesetzten Rahmen- egal, ob für den Steinzeitmenschen oder unsereins: der Stein fällt oder ruht, der Vogel sitzt auf dem Ast oder nicht. Ich hab Hunger und Durst, dafür Nahrung und Flüssigkeit oder nicht. In welcher Weltdeutung auch immer, gilt es, zu jagen, zu arbeiten, zu atmen, Wasser zu beschaffen, zu schlafen, ein vertrautes, befriedetes Umfeld zu schaffen, zu flüchten, zu kriegen (Begehrtes wegzunehmen, statt zu teilen, Untäter zu sanktionieren), je stärker die Interferenz mit Fremden, sich zu arrangieren, zu handeln, usw.

07.06.2523

Die einen lesen „Jesus – Die am besten versteckte Leiche der Welt“ (siehe 29.04.2523), während Christliche „Christi Himmelfahrt“ feiern, und sie sehr weit weg im Himmel wähnen. In einer Enfernung von uns, die sich nicht in Zeit-Raum-Kategorien unserer Welt, sondern in änigmatischen „bemessen“ liesse (auch Begriffe wie „Entfernung“ und „bemessen“ sind kategorial unserer Welt zuzuschreiben, nicht der änigmatischen, wie überhaupt alle Begriffe – Heidegger glaubte ja noch, das Verb „sein“ privilegieren zu können, Derrida trifft es besser, nennt er den Quasi-Begriff aller Begriffe „différance„).

06.06.2523

Für Christen ist Christus änigmatische Spur, différance (aus Sicht änigmatischer Philosophie/Theologie).

05.06.2523

Die einen studieren „Jesus – Die am besten versteckte Leiche der Welt“ (siehe 29.04.2523), die anderen jubilieren über „Christi Himmelfahrt“ und denken sich Jeshuas Leiche im Himmel seines himmlischen Vaters entsorgt. Christi Himmelfahrt ist für sie die Ent-Sorgung des Todes.

05.06.2523

Zwischen postabrahamischer Aufklärung und abrahamischer Überlegenheitsekstase liegt ein Gegensatz, ein Abbruch (ein Divergat, ein Inkommensurat) und liegen änigmatische Spuren.

05.06.2523

Zwischen postabrahamischer Aufklärung und abrahamischer Überlegenheitsekstase (über die eine, die jüdische Überlegenheitsekstase, oder als muslimische über die jüdische und die christliche, oder als jüdische über die christliche und die islamische, keine lässt sich an sich, nur für sich von der anderen hegelianisch „aufheben“) liegt ein Gegensatz, ein Abbruch (ein Divergat, ein Inkommensurat) und liegen änigmatische Spuren.

04.06.2523

Katholische Kirche und Kindsmissbrauch: Wäre diese Sekte nicht so verbreitet, hätte man sie schon längst verboten.

03.06.2523

Im Wikipedia-Artikel über das Christentum (Frühchristentum, etc.) kannst du vor allem gut studieren, wie paulinisierte Christen über Schrift und Archiv herrschen und diese über sie herrschen… 

(ÜdA 5: Buch Leben, 02.08.2518 S. 66)

30.05.2523

Was dem einen als gut jesuanisch gilt, wird vom andern als Produkt der gäubigen Redaktion bezeichnet.“ (A. Holl: Jesus in schlechter Gesellschaft (EA 1971), 2012, S. 23):

Jeder Begriff….ist in eine Kette oder in ein System eingeschrieben, worin er durch das systematische Spiel von Differenzen auf den anderen, auf die anderen Begriffe verweist.“ (Derrida: Randgänge. Différance, S. 37)

30.05.2523

Über Jeshua als änigmatische und historische Spur. Über Jeshua reden, heisst heute über eine Spur, eine änigmatische und eine historische Spur von einem Menschen und eine Figur in Texten reden, die zwischen Redaktionsfigur und Realfigur, zwischen Drehbuchschreiber im Hintergrund und Schaupielfigur im Vordergrund schillert.

II.

Prinzipiell ist jeder Jeshua im Text eine Redaktionsfigur – als „Realfigur“ gilt hier jene Figur, gelten hier jene Figuren, die nicht für Gott erklärt werden und das mit Schildungerungen von gott-gleichen Wundern unterstrichen wird, sondern aus früheren Endredaktionen entstammen und der historischen Person näher sein könnten.

30.05.2523

Über Jeshua als Realfigur und Redaktionsfigur. Über Jeshua reden, heisst heute über eine Spur, eine änigmatische und eine historische Spur von einem Menschen und eine Figur reden, die zwischen Redaktionsfigur und Realfigur, zwischen Drehbuchschreiber im Hintergrund und Schaupielfigur im Vordergrund schillert, dabei agiert die Figur so, als ob sie als Spur eines echten Menschen in von ihr herbeigeführten Szenen und Dialogen spricht, nicht in Texten von „religiösen Redakteuren“ (Holl),  die bei ihrem Versuch der schriftlichen Mumifizierung von als authentisch Betrachtetem, besonders bei einer Person, die nicht schreibt, deren Worte in ihrer Hand behalten, noch mehr gedrängt und verführt werden, nicht nur Archivare und Redigeure, sondern Autoren und Regisseure zu sein. Je besser die Redaktionsfigur die Illusion und Täuschung eine reale Figur zu sein, verkörpert, desto „besser“ ist ihre Schauspielkunst, ist ihre illusionierende Überzeugungsleistung. Für apologetische Literatur diesen Zuschnitts geht es nur darum, nicht um distanzierte Objektivität (allein darum gehört Theologie nicht an Universitäten). Ihre eingeschworenen Leser und HörerInnen sind zufrieden damit, sie wollen von dieser Figur, wandelt sie im Text über Wasser und spricht sie zu einer Figur (Petrusfigur) im Boot, nicht daran erinnert werden, dass das nicht Gegenwart ist, die eine Drohne filmte und in einer Cloud für die Nachwelt archivierte, dass diese Figur in Texten Szenen spielt, die andere Jahrzehnte später sich vorgestellt und geschrieben haben, stets nach einem gleichen Schema: a) in einem intertextuellen Konkurrenzbezug zur jüdischen Überlegenheitsekstase und b) nach dem paulinischen Prinzip, Jeshua zu vergöttern und die Überlegenheitsekstase der neu-jüdischen Sekte über die alt-jüdische zu garantieren (was für sie rund 2000 Jahre gelang). Die gläubigen Redakteure wollten die Redaktionsfigur so wahr wie ihren Glauben machen und für die Gläubigen lief keine Figur über Wasser, sondern jener Herr-Gott über die Wasser, der sie für Moses trennte (siehe hierzu …..2523).
Ob Jeshua schreiben und lesen konnte wissen wir nicht sicher – die Meinung wird kontrovers diskutiert – Lüdemann (2013) verneint – hält die Realperson für einen aramäisch sprechenden, nicht hebräisch schreibenden Handwerker -, andere wie Reiner Riesner (Jesus als Lehrer, 1981) halten Jeshua in Sachen Tanach für hochbelesen, könnten dabei aber die Realfigur (genauer: den historischen Menschen dahinter) mit der Redaktion der Redaktionsfigur verwechselt haben, die sicherlich in Sachen Tanach hochbelesen war, somit befähigt, Jeshua für den geltenden Religionsdiskurs auf Rabbi-Niveau anschluss- und für diese Theologie wie prophezeit einigermassen „messianisch“ bzw. vollendungsfähig zu machen -, dass er Jude war, beschnitten wurde, wie seine Eltern jüdische Rituale befolgte, folglich ihren Sinn kannte, mündlich in Grundsätze seiner Religion eingewiesen war, an den Gott Abrahams und Moses glaubte, davon ist auszugehen – wenn die Realfigur, identisch mit der Redaktionsfigur, sich als König der Juden präsentiert, wissen wir nicht, ob die Real- oder die Redaktionsfigur damit studiertes Glaubenswissen präsentiert, Textstellen aus dem Tanach (Jeremia 33, Jesaja 25, usw.).
Von den  Redaktionen ist vor allem die paulinische Endredaktion der Jesus-Macher, der Jesus-Vergöttlicher, die Kanone des kanonisierten Bildes, die bis heute schiesst, zugleich, ohne es wahrzuhaben, der optimale Jesus-Beerdiger, Jesus-Verstecker. Dabei ist die männliche Bestallung der Redaktion eher jünger als alt vorzustellen und im Unterschied zu ihren Eltern, Grossvätern, Grossmüttern, Onkeln und Tanten, von Jeshuas Ausserordentlichkeit, z.B. dass er kraft ihres Gottes  akommuniziert wurde und über involutive Kräfte verfügte, überzeugt.  Er war ihr „König der Juden“, ihr Held, für ihre Eltern der falsche Prophet. Gerade die Redaktionen gehörten nicht den Fischern und Huren, sondern einer elitären Minderheit der jüdischen Gesellschaft an, die schreiben, lesen und Rabbis Paroli bieten konnten mit theologischen Argumenten oder persönlichen Überzeugungen (Zeugnissen), die für Jeshuas Ausserordentlichkeit sprechen und damit auch dafür, dass sie Recht haben, nicht ihre Eltern.
Die Redaktion schuf, sie verewigte idolatrisch den geschriebenen Jeshua, die Redaktionsfigur Jeshua und war als Herr über Schrift und Archiv letztlich Herr über Jeshuas Worte. Insofern haben wir es bei diesen Texten an erster Stelle mit einer religiös rebellischen wie ultra-konservativen Redaktion zu tun, die in einem Generationenkonflikt „ihren“ Jeshua auf ihrer Seite weiss oder zieht, fast allem, was über ihn berichtet wird, glaubt und dem alten Judentum nichts oder fast nichts mehr.

//////////// – – in BEARB -.——-Spätestens unter ihrer Hand wird die Realfigur, die selber unter Projektionen Realitäten schafft, nicht nur zur Redaktions- und Projektionsfigur, sondern zur Kampffigur eines über sie ausgetragenen Generationkonfliktes und Meinungsstreites innerhalb der jüdischen Gesesllschaft – zwischen etablierten moderaten Konservativen und ultra-konservativen Progressiven (in späterer christlichen Zeit ähnlich den Reformatoren), die ihre Religion als entfremdet, abgestanden, leer, abgespult, missbraucht, papieren, statt mit Geist und Leben erfüllt erleben und sich in jugendlicher Ungeduld eine grundsätzliche Reform, eine Revitalisierung, Erneuerung und Vertiefung ihrer Religion wünschten. In dieser kollektiven Wunsch- und Erwartungszene, in dieser Crisis der Gesellschaft und ihres gesellschaftsprägenden Religionskultes traten die Reformatoren und Vollender, die Täufer, die Johannes, die Jeshuas auf den Plan und offene Türen ein. 

Die meisten Leute sprechen heute von der Redaktionsfigur wie wenn sie identisch mit dem historisch verbürgten Menschen wäre -, —————dabei entfernte sich die paulinische Redaktionsfigur nur räumlich und zeitlich, auch inhaltlich, immer mehr sowohl von früheren Redaktionsfigur/en, als auch vom historischen Jeshua. Sie wurde immer göttlicher – aus änigmatischer Sicht: Jeshuas Letzte Ruhestätte wurde immer versteckter, verborgener – je wahrscheinlicher den Christen leuchtete, dass Jeshua gen Himmel fuhr, desto unwahrscheinlicher lag er für sie irgendwo in der Erde, desto mehr Tabu lag über solchen Gedanken.
Der historischen Person näher, realer, scheint die frühere Redaktionsfigur ebionitische Evangelien, die verschollen sind, zu sein, die sich vom Akommunizierenden, für sie Gott des jüdischen Volkes, akommuniziert und als dessen Cruise missile präsentiert: „die Zeit ist nah“, heisst auch: die Zeit dieser Welt ist bald abgelaufen.  Aber ihr müsst euch nicht entsetzen, folgt mir, seid bei mir und meinem Vater: Alles wird schöner! Seliger, friedlicher! Eine Art Nirvana ohne Sex, ohne Verwandtschaft, ohne diese Gesellschaft – jeder wird sich platonisch nur noch wie den nächsten und alle sind die nächsten, lieben. Eine andere Akommunikation hätte keinen Anschluss an seine religiöse Kommunikation, an seinen Glauben, an ihn gefunden (es hätte ihn höchstens aus der Bahn und der jüdischen Arena geworden, aus der Gesellschaft „verrückt“), und wenn das so war, dass das Akommunizierende sein Gott war, und für ihn konnte das nur so sein, dann „muss“ er der prophezeite Gesalbte, der von Gott eingesetzte König der Juden aus dem Könighause Davids sein. Dann ist in ihn göttliche Macht delegiert (akommuniziert) worden, die er vor allem mit Taten und seinem Wort umzusetzen, zu respektieren und respektieren zu lassen hat, fürderhin gilt. Wer gegen ihn ist, ist gegen Gott, wer für ihn ist, ist für Gott. Amen.
Ein bürokratischer Makel wies Jeshua von Anfang an auf. Seine Abstammung vom Königshaus Davids war nicht gegeben, das bedeutet bis heute, dass rechtgläubige Juden und Rabbis Jeshua nie und nimmer als legitimen Messias und König der Juden akzeptieren werden. Doch für auswärtige, weniger belesene, einfache, nicht von Abstammung und durch Bildung privilegierte, pharisäisch von Gesetzen und Regeln umgebenen Leute, für die „schlechte Gesellschaft“ (Holl), spielte Jeshuas Herkunft keine oder eine zweitrangige Rolle, vielmehr, dass er aramäisch wie sie sprach, nicht hochgestochen hebräisch schrieb und mit Handauflegen Heilwunder, Wunder Gottes, vollbringen konnte. Sie waren die ersten, die akzeptierten, dass Jeshau von Gott, d.h. ihrem jüdischen Volksgott, begnadet, akommuniziert worden war- sie waren sein „wahres Königshaus“ und wollten viel lieber ihn als ihren König haben als jemanden aus Davids Königshaus. Die paulinische Endredaktion behob Jeshuas Abstammungsmakel – heute wird diskutiert, ob er als Bastard galt, als Marias uneheliches Kind -,  in dem sie ihn, ohne seine Mutter oder seinen Vater zu fragen, vom Heiligen Geist persönlich zeugen liessen. Im Zustand dieser Überlegenheitsekstase wurde damit signalisiert- unser Gott steht, was seine Abstammung betrifft- weit über dem Königshause Davids. Das Christentum, wie wir es heute kennen, entwickelte sich aus einem jüdischen Bürgerkrieg,  in dem sich eine neue jüdische Überlegenheitsekstase gegenüber der altjüdischen unter der Regie von Paulus in Tarsus und der Endredaktion, die in Jerusalem blieb. Setzte schon Jeshua die Schwelle für seine Followerschaft tief – es waren Zöllner, Fischer, Prostituierte und Kinder aus guten jüdischen Familien, die die Rebellion liebten, so ging Paulus noch weiter und öffnete diese kleine jüdische Paria-Sekte, der er als Römer, Pharisäer (Philosoph) und Jude in der „natürlichen“ Chefposition beitrat, für das Heidentum und damit den Weg zur zweiten abrahamischen Überlegenheitsekstase und Weltreligion – aus änigmatischer Sicht: der Weg von der Kleinsekte zur Grosssekte. Nur am Rand, im Übergangenen steht bei Paulus, dass nach Jesaja (25) Gott Zebaoth auf dem Berg Zion alle Menschen, Gläubige und Nicht-Gläubige zum Grossen, zum Ewigen Festmahl, zur „Absoluten Party“ einlud (vgl. 16.11.2522). Jeshua, zumal der paulinische, verteilte die Einladungskarten dafür. Dort  werden sie sein Brot essen, aber auch das Brot Gottes, das sie unsterblich machen wird.

02.06.2523

Über Pädophilie. Über die  multiple Regression und Mehrfachautoerotisierung der Pädophilie oder die Reaktivierung präpupertärer Protosexualität durch die Sexualität von Erwachsenen (Männern) – Beitrag zur psychodynamischen Phänomenologie oder interund-intra-physistemischen Pschodynamologie  (siehe Wikipedia „Pädophilie“ , die dort aufgeführten Erklärungsansätze u.a. der Charite, sind uns zu oberflächlich, zu wenig global).

I. Über die Entstehungsmechanismen pädophiler Ereignisse. Aus psychophysistemischer Sicht wird der pädophile Mann – als Mittelwert, als heuristisches Modell – durch die postpupertär codierte Erinnerung an das präpupertär erotisierte Kind, das er selber war, vom fremden Kleinkind (bewusste Schutzbetonung auf „fremd„, egal, ob Enkelkind des Onkels oder Erstkommunionskind des Prälaten)  und von sich,als erotisiertes Selbst-Kind-Imago, erotisiert, wobei diese Erotisierung und Autoerotisierung – weil post- nicht mehr präpupertär – stark phallocodiert ausfällt.  Die erotisierte Erinnerung an das eigene erotisierte Kind richtet sich bei ihm auf ein anderes Kind alias sich selber, nicht, wie bei den meisten Männern, auf die das Kleinkind, das man war, rundum wohlig-erregend erotisierende Mutter alias eine andere Frau, die man später erotisch und rundum wohltuend empfindet (potentiell eine Person für die Liebe, nicht nur für Sex).  Aus psychodynamologischer Sicht „lieben“ Pädophile nicht Kinder, die primäre Spurung autorerorisiert und fixiert sie dafür zu stark auf ihr (auto-)erotisiertes „inneres Kind“ qua erinnertes Kinder-Imago, das zieht sie in die Regression von der Postpupertät, mit reduzierter Codierung, in die Protosexualität, wodurch sie erst jetzt „richtig“, weil jetzt phallocodiert, auf den erotischen Geschmack auf Kinder (und damit auf sich) kommen. Phallocodiert durch pupertäre Autoerregung, erste selbstherbeigeführte ejakulative Orgasmen, deren Erregungsphantasien mehr nackte Kinder als nackte Frauen betreffen u. dgl. mehr (das wäre genauer zu untersuchen). Aus dieser Spur kommen sie nicht, sie verbleiben im regressiven Status des „Erotischfindens und projektiven „Begehrens“ von Kiindern (die erwachsene Mutter wird ihnen nicht entwachsen); dafür, für „Liebe“ ist die Pseudobeziehung eines Pädophilen zu einem Kind zu regressiv phallocodiert und zu asymmetrisch. Die „Heildiagnose“, ohne massive Inverventionen, ist bekanntlich bei Pädophilen extrem schlecht – das ist der Grund dafür aus unserer Sicht. Der allo-auto-erotische Pädophilie-Typ glaubt aber, tiefe Gefühle (für das Kind) zu empfinden oder zu begehren, was psychodynamologisch gesehen, ja auch zutrifft, nur sieht er nicht oder unterschätzt den autoerotischen Anteil und ihre Fundierung, ihre grundbewusstseinsbildende Spurung dabei.

II. Grundbewusstsein ohne Phallokrat und Ödipus. Beide, Kind und Mutter liegen in dieser grundbewusstseinsbildenden protosexuellen Symbiose wie sie es auch vor und nach der Geburt taten sehr eng beieinander, kaum zu trennen, sich nahe bleibend, trotzdem völlig andere Andockstellen, Anspurungen, Repräsentationen und Werdegänge im Leben einprägend und vorbildend (der Vater hat in diesem heuristischen Szenario bei der Grundbewusstseinsbildung des Menschen überhaupt keine bedeutende Rolle, er tritt hier nicht wie im Freud-Szenario als Kastrations-Drohung, als grosser game changer, als Spiel-und Szenen-Wechsler, als ernsthafter Beginn der „Realitätsprüfung“ etc. auf. Hier, im Herd des Grundbewusstseins, zugleich Störungsherd, mehr als anderswo, in der Grundbewussseinsbildung und Libidoprimärbesetzung, die über grundbewusste protosexuelle Kind-Mutter-Symbiose geht, finden wahrscheinlich „Fehler“, „Abweichungen“, „Verwechslungen“, „Übersprungaktionen“ u.dgl. statt. Der „Phallus“ kehrt erst später, in der postpupertären Codierung, allo-sexuell post-pupertär oder auto-erotisch protosexuell, an den Ort seines grundbewusstseinlichen Ursprungs zurück.

III. Deswegen entstehen wohl auch in Zukunft immer wieder „Päderasten/Pädophile“,  medizinisch: Männer mit pädophilen Störungen. Psychodynamologisch oder psycho-physistemisch heisst das: die postpupertäre Regression in die präpupertäre Protosexualisierung des betreffenden päderastisch „veranlagten“ Mannes fällt auf auto-erotisierend päderastische Spurungen (das Kind der Symbiose, der Infansteil des Grundbewusstseins), anstatt auf die unmittelbar „daneben“ liegenden allo-erotisierenden maternalen Spurungen (die Mutter der Symbiose, der Parensteil des Grundbewusstseins) , wie bei den meisten Menschen, die sich deshalb auto-sexuell und phallocodiert kaum, höchstens präpupertär-episodisch, für Kinder interessieren werden. Das alles findet im Bewusstsein begriffen in Interaktion mit prä-/post-pupertärer Grenzerfahrung und grundbewusstseinscodierten Spurungen und Erotisierungen entlang der synchron präsenten, horizontbildenden Dauergedächtnisspur zu den grundbewusstseinlichen Spurungen („Störungen“) statt, Bereich den Freud dem Unbewussten und Es zuordnet. Die „Veranlagung“ ist diese Spurung, sind die Spurungen in der grundbewusstseinsbildenden protosexuellen Symbiose, die später, im postpupertären Bewusstsein als Teil der Physisteme, ihres Bewusstseins und des gebildeten Horizonts der Dauergedächtnisspur fortlebt – nicht nur in bewusst abrufbaren Erinnerungen. So ist auch Mutter in dieser Szene mit dem pädophilen Mann präsent:

IV. Sie, das erogenste Alteregoobjekt  (noch früher als der Vater als erogenstes Alteregoobjekt) – jenseits der Erziehungs-Mutter, der Moral-Erzieherin -, die den Sohne-Mann einst erotisierte und mit ihm machen konnte, was sie wollte (prinzipiell Gutes), nun ist er das imaginiert selber,  in dem er mit dem Kind macht, was er multierotisiert angetrieben tun will (prinzipiell Schlechtes), das Kind wird für einen Moment entindividuiert, objektiviert und „assimiliert“, ein verlängerter Teil der erogen erinnerten Mutter-Kind-Symbiose, zum anderen eine autoerogene Projektion: Der Phädophile erotisiert sich, einerseits, erinnerlich „Mutter/Vater“ in ihrer Mächtigkeit zu sein. d.h. er zieht nicht nur seine Hose runter, sondern für den Moment auch das Habit des Onkels, des Prälaten, etc. ab, und, andererseits, durch Erinnerung an sich als erotisiertes ohnmächtiges Kind. Das Kind in ihm erotisiert ihn mit dem fremden Kind in seiner Hand, wird es zu sich, wird er es und es seines. Er auto-erortisiert sich doppelt oder multipel, in die Szene tritt das Reentry einer früheren invers „ähnlichen“ Szene. Sich am Kleinkind zu vergehen reizt ihn somit mehrfach, der autoerogene Anteil ist hoch, der pädophile Mann hoch erregt, das Kind als Objekt reicht, dazu kommt der Reiz, an ihm machen zu dürfen, seine schwache Gewalt zu brechen, was er nicht darf, aber hoch autoerogenisiert oder -genisierend tut.

V. Fazit: Der Täter wird zum halben „motherfucker“,  das „Kind“ zu einer „Penisumhüllung“: „Vagina“ und „Riesenpenis“ in einem . An einem Ort, in einer Projektion, in einer Verdichtung findet mit „seinem“ „kleinen Ding“ (Kind) solange der Akt stattfindet: ein (ersatz) inszestuöser, ein auterotisch-masturbatorischer (er fickt sich), ein trans-oder intersexueller, ein bisexueller, ein heterosexueller, ein homosexueller Akt, eine Vergewaltigung und eine „Siegesbefriedigung“ mit sadistischer Note, kurz, ein multi-autoerotisierender Akt aus dem Kabinet von De Sade statt (die Kombinationvarianz der Pädophilie ist dementsprechend gross: Diesen reizt mehr den Vergewaltigungs- und den bisexuellen Aspekt (er missbraucht Jungs und Mädchen), diesen den inszestuösen, den auto- und den homosexuellen (er „nimmt“ nur Jungs), dieser glaubt, durch seine „feine Art“ eine mutter-kind-symbiose-affine Liebesbeziehung mit dem Kind zu stiften, usw.)- all das, die ganze erotisch-sexuelle Verdichtung bricht nach dem Höhepunkt meistens schnell zusammen, wird leer, schal und eitel,  der Kick war gesetzt, die Wirkung kurz, aber intensiv – jetzt beruhigt sich „das Triebhafte“ und die Besinnung, aber auch die Vorsicht (vor Sanktionen etc:) gewinnen wieder an Raum  – bis zum nächsten Mal, sagt der „multipel-sexsüchtige“, „erniedrigungssüchtige“, „kindheits- und kindsüchtige“ postpupertär in die präpupertäre Regression gefallene Wiederholungstäter, der sich asymmetrisch-autoerotisch den multipel stimulierten Sexual- bzw. Selbsterregungs-und-Abregungs-Akt“ gibt, nicht den variationsreichen Akt in postpupertär bleibender („erwachsener“) mono-, bi- oder tri-erotischer Interaktion.

(Die Untersuchung der Psychodynamogenese von heimlich Verbotenes-Tun, Tabu-Verletzen, Verbrechen-Begehen, das Moralische, Ethische, Gewissenhafte, Schuldbewuste, statt als Hemmung, als Effektverstärker, wäre tiefer zu untersuchen).

VI. Multiple Auto-Erotisierung und volle Macht, die einst Ohnmacht war, stimulieren die pädophile Sexualität. Überdurchschnittlich hohe, intensive Autostimulation weniger am Kind als mit dem Kind an sich selbst findet statt, das erklärt sich aus der kurz angeführten Verdichtung mehrerer Lüste. Pädophilie wird als pervers geil empfunden und als ungewöhnlich abartig vertraut (dem Inneren, dem erinnerten Erotisierernden, dem „Urempfinden“ nahe), während sie Normalsexuelle als ungewohnlich abstossend und unvertraut empfinden, zumal nicht bereit oder fähig sind, andere Empfindungen zuzulassen (Empirisch können wir das aus Täterinterwievs entnehmen und theoretisch für den heuristischen Modellfall bestätigen und ansatzweise erklären).

VII. Sexuelle Präferenz. Das Ausrichten der sexuellen Richtung, das Umschlagen in postpupertäre heterosexuelle (andere Bsp. s.u.) oder präpupertäre pädosexuelle Richtung, in diese oder jene erotisierende Objektbindung oder libidonöse Bindungspräferenz, liegt im gleichen psychogenetischen Erfahrungs-, Erinnerungs- und, freudianisch gesprochen, Es- Bereich wie derjenige, in dem entweder in homo- in hetero-sexuell-geneigte Objektorientierung und Neigungsstärke entschieden wird – oder in transmenschliche, diverse (Die Genetik hinter dieser Psychodynamik wäre zu vertiefen) – insofern bestehen Affinitäten unter all diesen Bereichen: sind „normale Männer“ ganz schwach affin pädophil (man kann auch sagen: kinderliebend, ohne starke phallische Codierung), Pädophile schwach affin postpupertär normal, Heteros schwach affin Homos, Homos schwach affin Heteros und einzelne, darunter Transmenschen, ungefähr gleich bi- oder tri-affin. Unterschiedliche sexuelle Präferenzen liegen nahe beieinander und trotzdem Welten voneinander entfernt – stellt die Gesellschaft das Heteronormativ auf den Sockel. Sie unterscheiden sich durch zwei, drei „Schaltkreise“, schalten eins, zwei Unterscheidungen anders aus oder ein als die meisten anderen.

VIII.
Die Zwangs- oder Pseudo-Therapierung von Homosexuellen wurde in aufgeklärten Staaten verboten, zurecht, denn die psychogenetischen Schaltkreise, in denen diese Bahnen (Spurungen) generiert ´bzw. so statt so entschieden und gebildet wurden, lassen sich, ähnlich wie die heterosexualisierenden Bahnen, nicht psychotherapieren. Die Menschen müssten sich schon gentherapieren lassen um von ausgeprägt Homo- zu Hetero-, oder von ausgeprägt Hetero-zu Homosexuellen zu werden. Evolutiv wird Homosexualität seit langem in verschiedenen Physistemenarten produziert, fortpflanzungsunlustig und -beschränkt wie sie in natura ist, bleibt sie marginal, diese Marginalität sichert zugleich ihren Bestand. Insofern wird Homosexualität solange Heterosexualität lebt, nicht aussterben. Bei rückfälligen Pädophilen werden statt den unlängst noch in osteuropäischen Staaten praktizierten physischen Kastrationen (nach Zustimmung der Delinquenten), medikamentöse Therapien (Hormonblocker etc.) eingesetzt, wobei Psychotherapie, für das Coaching der Selbstkontrolle und Verhaltensteuerung, hinzugezogen wird oder werden sollte.

siehe Buch 6 (2.Aufl.) Änigmatische Kreise, 2019, z.B. S. 148-151, dort auch Kritik an freudscher PA und katholischen Grosssekte.

01.06.2523

Leben ist volles Programm. Es ist der entzückendste Wahnsinn und der schrecklichste Verzweiflungswahn. Du durftest leben, kannst du vor der Heimkehr, Rückkehr, Einkehr sagen. Und jetzt lasst mich in die Tiefe sinken. Physisch, aber auch symbolisch.                                                    

(aus ÜdA, Bd. 6 (2. Aufl.), S. 152)

29.05.2523

Über Vatikan und Hollywood. Dass die Marvel-Comic die Supermannisierung und Vergötterung des Jesus Christus auf Comic-Niveau herunterbrechen, sollte uns daran erinnern, sollte uns nicht vergessen lassen, dass im Mittelalter das Christentum „Grosses Kino“ war. HIer fetzte sich am Kreuz unter Qualen ein armes Männlein, um dann, keiner hätte es mehr erwartet, als der Supermann, als Weltretter aufzustehen – Clark Kent alias Superman? Peter Parker alias Spider-Man? – Erzengel flankieren seinen Flug, Im Hintergrund steigt der Teufel in den Himmel, Schlangen schlängeln sich in die Gemüter. Das Gute wird immer siegen! Die Leute waren von der Story so beeindruckt – wahrscheinlich eine blosse Nachdichtung, aber eine gepfefferte und gesalzene! – dass sie ihren Zeitkalender danach ausrichteten…. Rom war das Hollywood des Mittelalters, seine Kirchen waren die Schauspielbühnen, die Lichttheater für ein Massenpublikum. Zudem erfand man die Szenerie der freien Scheiterhaufen-Bühnen und die AutoDafes, um alle, die sein Programm nicht liebten, mit grosser Dramaturgie und Demonstranz zu vernichten, kurzum selber zum Teil des „Grossen Kinos“ zu machen.

28.05.2523

Aus änigmatischer Sicht ist der Jesus Christus des Paulus, der glaubt, der Paulus des Jesus Christus zu sein, eine Nachgeburt des Jesaja, eine Permingation des schon von den mosaischen Juden an den Rand, in die Episodenhaftigkeit, in die Zwischenkapitel gedrängten Jesaja. Es geht weniger um Paulus, als um die Restauration und Rehabilitation des Jesaja (vgl. 16.11.2522 Änigmatische Religion und Jesaja (Das Freudenmahl)).

27.05.2523

Warum besonders Christliche auf Impfung, weniger auf Selbstheilungskräfte setzen? Warum die Öffentlichkeit in Deutschland permanent von den 0,5 % Sterbenden oder Lang-Zeit-Beschädigten, auffällig wenig von den 99,5 % das Virus Überlebenden spricht – darunter meine 83 jährige Mutter, die Corona in 10 Tagen wie eine Grippe weggehustet hat? – weil die Selbstheilungskraft im Christentum traditionell denunziert, Impfung – die Taufe – traditionell überthematisiert wird. Allerdings erlösen wir uns durch Wissenschaft und Technik mittlerweile selber von fehlenden Kräften unserer Natur – schaffen wir uns die Heilmittel für sie, für uns. Ähnlich „erlösen“sich Änigmatische mittlerweile vom paulinisierten Christentum.

27.05.2523

Christliche der paulinischen Richtung glauben sich mit ihrer Geburt einen metaphysischen Fluch, eine Verfluchung ihres Wesens, eine Erbsünde einschreiben zu müssen, die nur ein metapyhsischer Entflucher, ein göttlicher Dämonenaustreiber entfernen könne – sich selber durch gute Taten davon befreien zu können, das sei der Irrglaube des Pelagius  und seiner Folger und halben Folger gewesen – ohne metapysische Hilfe ginge das nicht – allein schon deshalb taufen sie sich,- sonst bleibe man „im Sein der Sünde“ – selbst schon der zweijährige Otto, die einjährige Anita, Taufen ist das Impfen gegen die Verfluchung, das Sündensein, viele assozierten einfach auch „Sterblichkeit“ damit und wer will sich dafür den kleinen Piks in den Arm, die kleine Wasserschippe auf den Kopf entgehen lassen? -, denn damit tritt symbolisch, im Wasser geweiht, Paulus Jesus am Kreuz auf die Bühne. In seinem Namen sei getauft, in den Tod von Christi sei getauft, in den Opfertod für unsere Sündenhaftigkeit, sodass dich die Taufe vor „dem Sein der Sünde“ „rettet“, weil uns der Heiland-Retter, der für „uns“, für „dich“ am Kreuz starb, rettete.  Danke, vielen Dank, lieber Retter. Amen. Aber hätte ich deine Hilfe wirklich gebraucht? Bin ich von Geburt an schlecht? Ist ohne Dich das Sein ein Sein der Sünde? Eine steile These! Dass damit dem Tod des Jeshua  grösste Sinnhaftigkeit zugeschrieben wird, das rettete damals das am Boden liegende Christentum, das war Paulus Eingebung und Konversion zu „verdanken“ – ihm zufolge war es auch dieser Jesus am Kreuz, der sein Grab eigenständig verliess um in den Himmel zu steigen – zuerst aber seine Jünger versammelte und ihnen mitteilte, tragt meine Botschaft über mein Grab hinaus in die Welt – man kann sagen an dieser virtuellen Konferenz nahm mindestens der im Homeoffice sitzende Paulus teil. Das Problem an dieser Konstruktion beginnt mit ihrer Voraussetzung oder blanken Unterstellung – das Schlechtreden von allem, die Sündenhaftigkeit des Sein an sich, die Natur, die Geburt der Mutter, alles wird mit „Sünde“ überschrieben (eine Denunziation, ein Ressentiment gegen das Leben, das schon Nietzsche ärgerte) Woher kommt diese Sünde überhaupt- ist sie metaphysisch, müsste sie vom gleichen Gott abstammen, der sie uns später wieder nimmt. Das klingt nicht nur nach Verschwörungstheorie, das ist die Basis-Verschwörungstheorie des aktuellen Christentums.  Mit dieser Unterstellung steht und fällt das ganze paulinische Gebäude, die Sündenbock-Theorie (einer muss für uns sterben, dann geht es uns besser), sublimiert als Opfertod-Theorie (einer opfert sich für uns, dann geht es uns besser), eine Verschwörungstheorie, die zwei unnötige Dinge unterstellt: eine unheimliche Selbstdiskreditierung unserer Natur und einen überirdischen Kreditgeber. Änigmatische gehen davon aus, dass in uns von Geburt an keine Sünde eingetragen ist – die den Einsatz des Priesters und den Opfertod des Gottes auf den Plan rufen „muss“ -,  uns tangieren änigmatische Spuren, einzelne von uns, die sie an andere weitertragen, ihnen kommunizieren.

////////// — in BEARB ——–Nicht auszuschliessen ist, dass den historischen Jeshua, der ein tief in die jüdische Religion verankerter Junggeselle war, eine änigmatische Spur traf, die ihn aus dem Häuschen, aus der Bahn warf innerhalb der jüdischen Arena – wenn ihm „Gott“ akomunikativ, involutiv// begegnet, „muss“ das für ihn der Gott der Juden, der von Abraham und Moses sein. Eine andere Akommunikation hätte keinen Anschluss an seine religiöse Kommunikation, an seinen Glauben, an ihn gefunden, und wenn das so ist, und für ihn kann nur so sein, dann „muss“ er der prophezeite, von Gott eingesetzte König der Juden aus dem Könighause Davids sein (diese Abstammung war nicht gegeben, das war von Anfang ein Problem: zumal für rechtgläubige Juden und Rabbis, die Jeshua nie und nimmer als legitimen Messais und König der Juden akzeptieren würden///, indessen für auswärtige, weniger belesene, einfache,  nicht von Abstammung privilegierte Leute spielte Jeshuas Herkunft keine Rolle: sondern die Heilwunder, die er zu vollbringen imstande war: für sie stammte er von Gott, nicht vom Hause Davids ab… – tatsächlich lösten die paulinischen Christen dieses „Legitimierungs- und Abstammungsproblem“  in dem sie ihn, ohne seine Mutter oder seinen Vater zu fragen, vom Heiligen Geist persönlich zeugen liessen… Das alles entstand in einer hitzigen interjüdischen Kampfsituation, in der sich eine neue Überlegenheitsekstase gegenüber einer alten durchsetzte. Setzte schon Jeshau die Schwelle für seine Followerschaft tief – es waren Zöllner, Fischer, Prostituierte und Kinder aus guten jüdischen Familien, die die Rebellion liebten so ging Paulus diesen Weg weiter und öffnete diese jüdische Paria-Sekte komplett für alle Heiden um damit den Weg von einer jüdischen Paria-Religion zur zweiten grossen abrahamischen Weltreligion und Überlegenheitsekstase zu öffnen und zu bahnen.

26.05.2523

Der änigmatische Mensch weiss, ich bin geboren, mit der Geburt getauft, zum Leben auserkoren worden, und alles, was daraus folgt, an Gutem und an Schlechtem, geht auf mich, auf meine Kappe, ist nicht „Schuld“ eines guten oder bösen Gottes – wie sagte doch Heraklit in der Achsenzeit: „Die eigene Art ist des Menschen Dämon“ (B 119), aber auch des Menschen Paradies.

25.05.2523

Wir erinnern bei dieser Gelegenheit an die Präambel.

24.05.2523 (4)

Profi-Christen, Profi-Christinnen, die es sich bequem eingerichtet haben in ihrer Sekte – aus änigmatischer Sicht: Grosssekte- aus ihrer Sicht: Weltreligion -, und denen allmählich dämmmert, dabei einem Spuk, einem Rausch aufzusitzen, den Nachwehen einer Überlegenheitsekstase, die ihre Erfrischung, ihre Erneuerung, ja ihre „wahre Auferstehung“ in Paulus feierte (in Paulus, nicht in Jerusalem). Aus änigmatischer Sicht feiert sich hier die Nachgeburt der „Absoluten Party“, die Jesaja auf dem Berg Zion zusammen mit allen Menschen, egal, welchen Glaubens oder Nicht-Glaubens, zusammen mit allen, die eingeladen und gekommen waren, feierte – „Und er...  [Herr Zeboath – änigmatisch: die Änigma, Magna Mater]… wird den Tod verschingen auf ewig und Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen“ (Jes. 25), eine Kopie, eine Wiederholung dieses Textes, der in der Achsenzeit endredigiert wurde, findet sich im „Neuen Testament“ in der Offenbarung des Johannes, Ofb. 21,4, der zwischen 100 und 150 n.Chr. endredigiert wurde: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein.“. Aus änigmatischer Sicht reden wir hier von e i n e r Feier für a l l e oder von keiner Feier für niemanden.

(siehe 16.11.2522 Änigmatische Religion und Jesaja (Das Freudenmahl), auch ÜdA, Bd. 7 Buch Passion, 04.09.2520 Über die Abschaffung des Todes; 03.09.2520 Änigmatische Bewegung und die drei abrahamischen Überlegenheitsekstasen, S. 468-471)

24.05.2523 (3)

Über Kritik an der Kritik. Anhang II.

Über das Taufen. Warum aus änigmatischer Sicht, aber auch schon aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung das jüdisch-christliche Taufen, wegen des dahinter steckenden, wegen des ihm unterstellten Menschenbildes prinzipiell abzulehnen ist, für sie die Taufe durch das Geburtswasser der Mutter – der Prototyp von Taufe – „die“ Taufe schlechthin und von jedem Menschen ist, siehe ……2522.

24.05.2523 (2)       

Über Kritik an der Kritik. Anhang I.

Über die am besten versteckte Leiche der Welt. Warum Jeshuas Leichnam besser als gut versteckt wurde? Das Grab-Geheimnis gehütet wurde bis zum ewigen Schweigen? Weil viel, sehr viel auf dem Spiel stand. Aus späterer Perspektive: Weltreligion oder Reinfall. Triumph oder Verhöhnung. Aus näherer Perspektive: Totenstörung und Grabschändung oder Respekt und Letzte Ruhe. Die spätere Perspektive entspricht derjenigen eines Machtdialektikers wie Paulus, die nähere Perspektive derjenige einer Mutter, die ihren zu Tode gequälten Sohn heimführen und ihm eine wirklich, nicht nur scheinbar sichere letzte Ruhestätte verschaffen will – und wird! Ungestört von seinen ersten Anhängern, die aus seinem Grab einen Wallfahrtsort für die Ankunft von Gottes Reich machen wollten (realistisch betrachtet wäre zu dieser Zeit an diesem Ort seine Grabstätte ein ständiger Unruheherd, ein Schlachtfeld des Bürgerkriegs gewesen), und von Feinden, die nichts anderes als seine Leiche schänden und sein Grab in alle Winde zerstreuen wollten. Um seine letzte Ruhe wirklich zu schützen durften weder seine Anhänger noch seine Feinde jemals erfahren, wo sie für ihn gefunden wurde. Beide Seiten konnten etwas überhaupt nicht gutheissen: dass auf Jeshuas letzten Ruhestätte Ruhe einkehrte. Die trauernde Mutter entschloss sich, das erste und das letzte Geheimnis des Christentums mit in ihr Grab zu nehmen, und hätte sie vernommen, dass gewisse Juden anfingen, ihren Sohn unter den Lebenden zu wähnen und er über sein Grab hinaus verkündete „Verkündet über mein Grab hinaus der Welt meine Botschaft“ und darauf statt in der Erde im Himmel glaubten, wird sie sich gedacht haben, ein besseres Versteck als dieses Gerücht gibt es für die letzte Ruhestätte meines Sohnes nicht.

(siehe 29.04.2523 (1-6) die ausführlichere Version von Über die am besten versteckte Leiche der Welt)

24.05.2523

Über Kritik an der Kritik von KatholikInnen, die mit ihrer Grosssekte hadern, aber nicht fähig oder willens sind in und durch die postabrahamische Aufklärung zu gehen. KennerInnen von Über die Anfänge wissen, es ist keine Polemik, wenn aus änigmatischer Sicht diese „Kritik“ am Katholizismus – wie sie aktuell in Blaetter, ARD, ZDF und Zeit verbreitet wird –  viel zu wenig fundamental und konsequent ausfällt – „wes Brot ich fress, des Lied ich sing“ – gilt hier doppelt –  und Über die Anfänge allen, die sich eines Besseren oder Verbesserten besinnen wollen (updatet sich Gott von Zeit zu Zeit?), erstens ohne Garantie eines Führers, der allen, die ihm treu bis in den Tod folgen, nach der Versündung die Entsündung und die schöne Unsterblichkeit verspricht, und, zweitens, ohne Sekte, die als Reservat für kranke „Sünder“ abertausende Kinder missbraucht, die wahrscheinliche Wahrheit in Aussicht stellt, dass wir nicht in Nichts fallen, und die mehrfach akommunizierte Sicherheit, dass unsere Welt eine „änigmatische Dimension“, wir sagen auch: die Dimension von Gott Änigma, nicht nur thermodynamische „Physik“, besitzt. Die änigmatische Sicht lenkt ihr Misstrauen auf die vielschichtigen, zusammengepappten, fragmentierten, disparaten bis inkommensurablen Texte, auf eine genauere Untersuchung der spätantiken Endredaktionsprodukte, die ChristInnen oft und gerne naiverweise vortragen als ob es „Live-Reportagen“ sind (jüngst etwa in Hope-TV). Aus änigmatischer Sicht gibt es keine Prophetie, es gibt akommunikative Ereignisse – wie in jeder Religion, die nicht nur auf Suggestionen und Täuschungen beruht, Religion definiert als „Akommunion“. Änigmatische Bewegung kann eine religiöse Heimat oder eine Brücke von der „Kommunion“ zu einer „Akommunion“ sein und liefert dafür gute Gründe, durchaus wissenschaftliche, und wahre Berichte. Wir teilen die Sicht von orthodoxen Katholiken, dass sich die paulinische Grosssekte nur beschränkt verändern kann. Die meisten katholischen Katholizismus-KritikerInnen sind Leute, die nur das eine und andere Reförmchen wollen oder Forderungen erheben, die sich nicht mehr auf den Grundsätzen ihrer Religion, ihrer Sekte befinden: Auch hier wie in allen Industriezweigen geht es um Verdienst- und Wirkplätze für Frauen, um das Abschaffen der „Gläsernen Decke“, die im Katholizismus eine Eiserne ist, und um entschränkte Öffnung und globale Diversität, darunter das Absegnen von homosexuellen Ehen – ohne Rücksicht auf die Fundamente, die Paulus und die Evangelien legten, ohne zu beachten oder jetzt erst entsetzt zu realisieren, wie antik und anti-homosexuell, ja, anti-sexuell und patriarchalistisch beschaffen diese Sekte, diese abrahamische Überlegenheitsekstase ist und sein muss, sich sonst in postmoderne Beliebigkeit verlöre. Dennoch bleiben die meisten dieser Profi-Christen und -Christinnen, auch wenn sie sich religiös- ideologisch bereits auf einem anderen Boden bewegen – wir würden sagen: auf oder nahe dem änigmatischen -, ihrem Religionsbetrieb treu, in ihrer Berufsbiographie, in ihrem Betrieb hängen, parteiisch involviert in einen 12-Milliarden-Umsatz-Grossbetrieb, der sogar an Universitäten für seine Bekenntnisdarbietungen in Form von „Forschungen“ über andere Bekenntnisdarbietungen, eine endlose Schlaufe der Glaubens-Autopo(i)esie, Lehrstühle mit Professuren und Studiengängen bestücken kann, und dessen Dienstleistungen, Predigen, Taufen, Verheiraten, Seelsogen, eine Leistung ist, die in der Gesellschaft, im christlich-gläubigen Teil, nachgefragt und bezahlt wird. Wenn die Änigmatische Bewegung an die Stelle von abrahamischer Religion, im asiatischen Bereich von buddhistischer und hinduistischer Religiösität, treten soll, dann muss sie über Aufgaben wie „Seelsorge“ und „Sterbebetreuung“ nachdenken, über Aufgaben, die in den Grenzbereich von Welt und änigmatische Dimension, von Leben und Tod fallen. Doch soweit ist sie nicht. Heute ist es das Goldene Kalb des Christentums, die soziale Attraktivität des milliardenschweren Grossbetriebs, die Verführung, sich am Grossbetrieb namens „Katholische Kirche“, „Reformierte Kirche“, „Orthodoxe Kirche“, „Lutherische Kirche“ usw. – an dieser traditionellen Antisemitismus-Maschine (Über christlichen Antisemitismus siehe Jan Süselbeck (2021), für ihn immer noch ein „Tabuthema„, und Eintrag… 2523) und traditionelle Überlegenheitsekstase – sich seinen Teil für die soziale Selbstversorgung und das eigene „Seelenheil“ abzuschneiden, dafür ein halbes Leben lang eine Menge Unsinn und schiefe Märchen zu erzählen, Narrative, die viel zu oft einer näheren Untersuchung nicht Stand halten, und Performative der sozialen Empathie und Mitfühlung anbieten- das hat zwar mit dem „historischen Christentum“ nichts zu tun (gelesen als radikale End-Zeit-Sekte, die prophezeite, dass „die Zeit nah“ ist), aber „Liebe deinen Nächsten“ soll jetzt mehr und mehr damit auch den „Fernsten“ meinen –  irdisch-sozial orientiert, nicht himmlisch-eschatologisch. Im Moment scheint das das Los dieser Kritik zu sein.

23.05.2523

Über Wurmlöcher als „Synchronizitäten“. Der Beweis von „Wurmlöchern“ in unserer Gegenwart sind wahrscheinlich „Synchronizitäten“, über die C.G.Jung zwei Aufsätze schrieb mit Berichten von Menschen, die „Déja Vus“ erlebten. Es beugt, rafft, ent-setzt und ver-setzt die lineare Zeit der eigenen Lebenslinie, die in die Zukunft führt, für eine kurze Episode, dann erlebt sich Zeit wieder wie gewohnt entlang einer hellen Augenblicklinie von einer Dunkelheit in die andere.  In Jungs Sammlung fehlt mein Bericht über eine Synchronizität, die nach unserem Zeitmass gut  5 Jahre „kurzschloss“ oder „verband“, ein „Wurmloch“, das einen Traumeinblick von 1975 mit 1980 oder ein Realitätsumfeld  von 1980 mit dem Traumeinblick von 1975 verknüpfte oder über die änigmatische Dimension eine Einsteinsche Blackblox, die synchron Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft enthält, in Kontakt brachte. Neben dem ausserordentlichen oder änigmatischen Bedeutungsgehalt des Gesamtgeschehens scheint von ebenso ausserordentlicher Bedeutung zu sein, dass „Obligation“ (moral obligation, Wertpapier, obligative Ethik in Wort und Tat), neben dem Kind, das nicht wusste, was „Obligation“ heisst und nicht Schreibmaschinenschreiben konnte, und dem Jugendlichen, der fünf Jahre später im Büro einer Bank mit seiner Schreibmaschine an einer „Obligation“ tippt, im Mittelpunkt dieser Synchronizität steht.

22.05.2523

Postabrahamische Aufklärung, Bruno Bauer und Karl Marx (1844) Zur Judenfrage.

21.05.2523 (3)

Über Gesetze. Gesetze sind Inhalts- und Willensrepräsentationen über technische Operationen, natürliche Aktivitäten und menschliche Taten/Tätigkeiten in einer Gesellschaft, die zum Zweck der Beeinflussung und Stabilität der Gesellschaft von dieser unter Recht und Unrecht gesetzt werden (deswegen „Gesetze“). Dabei versucht die politische Steuerung durch (regierungsnahe) Medien, das Parlament und das Rechtssystem zu regieren und ihre Gestaltungs- und Steuerungsmacht zu erhalten. Sie erlässt zu diesem Zweck populäre Gesetze  und verstetigt im Rechtsystem nebst den Repräsentationen auch Repräsentanten, worauf sie ihre Mehrheit und Macht baut, zum Beispiel, durch die Ernennung von konservativen US-BundesrichterInnen, die lebensänglich ihres Amtes walten, die Ersetzung von regierungspartei-feindlichen Richtern und Richterinnen wie in Polen und Universitäts-Professoren und Professorinnen wie in Ungarn oder die Wahl eines deutschen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten, der Regierung und Mehrheit im Parlament, die ihn in das Amt wählten, allein dadurch verbunden bleibt (bedeutende Ämterwechsel im Regierungs- und Staatssystem sind immer ein Politikum, bahnen sich bekanntlich meistens während Monaten und Jahren an, sortieren und fokussieren potentielle KandidatInnen lange vor dem Amtsantritt)

21.05.2523 (2)

Über Rechts- und Geschichtswissenschaft: Rechtswissenschaft beschränkt sich auf Gegenwart und die Konzentrierung auf Recht/Unrecht, ihre Hauptfunktion ist: Recht (statt Rache), Moral (statt Willkür) und Ordnung (statt Anarchie) für die Gesellschaft und ihrer Teilsysteme, Bürger und Bürgerinnen zu gewährleisten und zu fördern im Sinne von verfassungsgesetzter „Gerechtigkeit“. Geschichtswissenschaft beschränkt sich auf Vergangenheit, auf vergangene Gegenwarten, und erforscht und kommuniziert Entwicklungen der Menschheit lange bis kurz vor der Gegenwart (und darüber hinaus bei einem reentrizitären Zeitbegriff und bei „longue durée“- Entwicklungen). Ihre Hauptfunktion des Generierens und Beförderns betrifft Wissen (statt Unwissen), Wahrheit (statt Irrtum) und Orientierung und Aufklärung (statt Ignoranz und Aberglauben) von der Urzeit bis zu zeitnahen Kontexten, die in aktuelle einwirken. Da HistorikerInnen ihrer Gegenwart verbunden sind, bilden sie in ihrem historischen Abbild auch diese ab, zu ihrer Professionalität gehört deswegen, Anachronismen gewahr zu werden und zu vermeiden, dafür braucht Geschichte einen möglichst genauen und umfassenden Begriff von Gegenwart so wie Rechtswissenschaft einen möglichst genauen und umfassenden Begriff von Geschichte.  Denn für die Eigenfunktionalität der Rechtswissenschaft, die sich doppelt einschränkt, temporal und heuristisch, insofern funktional „oberflächlich-präsentistisch“ und stark „diszipliniert“ operiert, ist die Verknüpfung an das Tiefenwissen der temporal und heuristisch uneingeschränkt operierenden Geschichtswissenschaft, woraus die Rechtswissenschaft zum Beispiel den Holocaust-Begriff ableitet, unentbehrlich. Ähnliches gilt für ihre Anknüpfung an Medizin (Rechtsmedizin) und andere Disziplinen (Wissenschaften) und Fachexpertisen. Die allgemeine Fürsorge -und Ordnungserhaltungsaufgabe des Rechtssystems (durch Rechtssetzung, .durchsetzung, und -verteidigung u.dgl.) ist, um seinen Hauptfunktionen „gerecht“ zu bleiben, sowohl auf Eigenspezialisierungen und andere Disziplinen als auch auf die Öffentlichkeit und das politische System, wovon es die Legislative und die Exekutive ausmacht, verwiesen. Das Rechtsystem formt massgeblich die Steuerung der Gegenwart und Gestaltung der Zukunft der Gesellschaft mit, parallel zum u konnektiert mit dem politischen System, das den Willen der Bevölkerung erfasst und steuert, dem öffentlichen Mediensystem und dem wirtschaftlichen System, das den Erhalt des Lebens und die Finanzierung des politischen Willens gewährleisten soll.

21.05.2523

Über den Unterschied zwischen Rechts- und Geschichtswissenschaft: Erste schauen, ob der Holocaust gerechtfertigt, verherrlicht wird, zweite, wie er gerechtfertigt, verherrlicht wurde. Erste ahnden eine Straftat, zweite generieren eine Erkenntnisleistung.

20.05.2523

Über systematische Massenmorde durch Osmanen, Sowjets und Nazis oder das Denken des „Undenkbaren“ (ausführlicher siehe 14.05.2523). Allein der zum „Weltproblem„, zur „Judenfrage“ sich hinzufügende Diskurs über die „Lösung der Armenierfrage„, ein Völkermord durch Osmanen, über den Hitler 1930 publizierte, und die Meldungen über das staatlich organisierte Massenmorden in der Sowjetunion, dahinter für Antisemiten „das“ „Weltproblem„, „der Jude“ steckte. sowie die von Marxisten benutzte Unterscheidung von „objektiven“ und „subjektiven“ Feinden  (in den antisemitischen Kontext übertragen: die Müllers nebenan sind subjektiv freundlich, aber objektiv Juden, sprich „das Weltproblem„) senkte in den 1920er Jahren die Hemmschwelle für ein weiteres Verbrechen mindestens diesen, wenn nicht noch grösseren, „intensiveren“, „konsequenteren“ Ausmasses. Die Senkung der Hemmschwelle dafür, das vermeintlich Undenkbare lag in der Luft, in der vergifteten Luft“ und einer, der sie besonders tief ein- und ausatmete war Adolf Hitler.

18.04.2523

Über Martin Bubers „Ich und Du“ (1923) und änigmatische Spur. –

19.05.2523

Denken – menschliches Ingenium – im Lichtkegel der Schreibtischlampe: Technik, Strom, Lampe, Schrift, Computer und Einsteins Relativitätstheorie. Ingenium der Genesis unserer Welt im Lichtkegel der Sonne – Elemente, Sterne, Planeten, Wasser, Lebewesen. Ingenium des Genesian: Genesis Änigma, genesianischer Bruch, änigmatische Spur, Genesis unserer Welt.

18.05.2523

Zwischen der Genesis unserer Welt und der Genesis der Änigma gibt es mehr Brüche, Dislokationen, Inkommensurabilitäten, als sich gegeneinander anschmiegende, anlehnende Grenzen. Wenn wir über die Genesis der Änigma nachdenken stossen wir an Grenzen, nicht an Brüche, erreichen also noch nicht einmal den Gegenstand „adäquat“. So bleiben selbst die Einsteins im Lichtkegel ihrer Schreibtischlampe stecken. Einzig tangential kontaktieren änigmatische Spuren wie seltene Kometen, die durch unsere Erdatmosphäre brechen, unsere Welt, Da- und Bewusstseine einzelner Personen.

17.05.2523

Über Gott, die Änigma, und genesianischer Bruch. „Gott“ hilft uns, uns besser selber zu helfen. Insofern ist die Änigma gut. Fern und anders wie sie ist – so gut, wie sie es für uns sein kann. Uns trennt der genesianische Bruch zwischen der Genesis unserer Welt und der Genesis Änigma, uns verbindet nicht nur die änigmatische Dimension.                               

(Erstpub. einer Version davon, siehe ÜdA, Band 1, 2017, S, 439)

16.05.2523

Über Erscheinungs-, Rezeptions-, Relevanz- und Permingationsgrösse publizistischer Tätigkeit: In den Medien der Frühen Neuzeit waren Personen mit grosser Followerzahl Autoren von gedruckten, im Handel verbreiteten und verkauften Publikationen (Bücher in grossem, kleinem Format, Hefte, Flugschriften, Flugblätter usw.), darunter lokale Autoren und solche, meistens gebildete Männer, mit mehreren Auflagen, Neuausgaben, Raubkopien und Übersetzungen. Die Erscheinungs -und Rezeptionsgrösse definierten das Mass der Reichweite und Länge ihres Einflusses auf Personen sowie das Ausmass der praktischen und institutionellen Folgen ihrer publizistischen Aktivitäten. Luther gehörte zu den Promis mit Millionen von Followern. Die überaus grosse Erscheinungs-. und Rezeptionsgrösse war mit der Relevanzgrösse seines Werkes unmittelbar verbunden, verstanden als das Mass für die Grösse der sozialen Relevanz und Kraft der Aussagen seines Werkes. Informationsgehalt verstanden als das Mass für die Irritation und Neukalibrierung von Bekanntem, allenfalls mit der Qualität der Aufgabe desselben und Grundierung von Unbekanntem (Neuigkeitswert), zusätzlich zur Informationsrelevanz- erhält diese Literatur dann sogar eine Gründungs- oder Fundierungsrelevanz (Paradigmawechselqualität). Deshalb ist es wichtig für die Geschichtswissenschaft bei historischen Publikationen deren „Erscheinungsgrösse“ (Anzahl Aufl., Übers., etc.)  und „Rezeptionsgrösse“ einzuschätzen. Es gibt nicht nur ein Buch mit einem Erscheinungsdatum, in es eingeschrieben sind seine Erscheinungs-, Rezeptions -.und Relevanzgrösse, die sich im Lauf von Jahrhunderten ändern kann. Zur Rezeptionsgrösse gehört die Rezeptionsdisziplin, wenn ein fachlich diszpliniertes Buch in der adressierten Fachdisziplin den Löwenanteil seiner Erscheinungs-, Rezeptions- und Relevanzgrösse generiert, allenfalls auch die „Permingationsgrösse“, also welche Literatur mit welchen Auswirkungen durch eine Literatur permingiert wird. Luther kritisierte und permingierte einen grossen Teil der altkirchlichen Literatur, eignete sie sich durch Überschreibung und eigene Marke an. In das ganze Bedeutungsgebiet (christliche Religion) wurden neue Marken und Grenzen eingeschrieben – die Duftmarken des Luthertums -, dabei wurden nicht beseitigte Teile ersetzt und rekalibriert oder bestehen gelassen.

15.05.2523

Languishing ist das Fade-Awaying der Corona-Pandemie.

14.05.2523

Über osmanische, sowjetische und nationalsozialische Massenmorde zu Beginn des 20. Jahrhunderts christl. Zeit. Hitler, Liman von Sanders (1855-1929)  und die Verbindungen zwischen der „Lösung der Armenierfrage“ und der „Lösung der Judenfrage„. Auch wenn das die These der absoluten Einzigartigkeit des Holocaust relativiert (das an sich „Erschütternde“ daran wird nicht um eine Erschütterung gemindert) oder, je nach Perspektive, den Holocaust noch besser, noch tiefer in seinen historischen Kontext versetzt -, zu viele Fakten sprechen dafür, dass nicht auch die „Lösung der Armenierfrage“ (siehe Wikipedia „Völkermord an den Armeniern„), über die Hitler 1930 publizierte, in die Idee der „Lösung der Judenfrage“ eingeflossen ist. Der Genozid der Armenier steht mit dem Holocaust der „Juden“ in Verbindung, auch semantisch, seit den 1920er Jahren kursiert in Deutschland die Formel „Lösung der Armenierfrage“  – gemeint war der Völkermord („organisierter Völkermord“ ist ein Pleonasmus). Eine neue Schärfe kriegte die alte, schon von Bruno Bauer und Karl Marx (1944) traktierte „Judenfrage“ und deren „Lösung“  in dem sie in den 1920er Jahren dem öffentlichen Bewustssein als „Weltproblem“ präsentiert wurde  („Welt“ meint hier einen westlich-christianisierten, nicht ostasiatisch-buddhistischen Kontext) nicht zuletzt befördert durch einen weltberühmten Amerikaner, durch das Buch „Der internationale Jude. Ein Weltproblem. Das erste amerikanische Buch über die Judenfrage. Herausgegeben von Henry Ford. In’s Deutsche übertragen von Paul Lehmannn. Vierte Auflage. Leipzig 1922, das 1937 in der 33. Auflage erschien und vordem mit anderen Publikationen parallel zu Hitlers Bestseller „Mein Kampf„(1925/27), der eine „adäquat“ umfassende, ja eine gründliche deutsche  „Lösung“ dieses „Weltproblems“ propagierte und zu einem wichtigen Punkt im Programm seiner anti-jüdischen und anti-marxistischen politischen Partei wahren „Deutschtums“ und „Ariertums“ machte. Das öffentliche Nachdenken über „die Judenfrage“ als „Weltproblem“ und deren „Lösung“ (warum nicht noch vehementer über das „Problem“ des „Christentums“ und dessen „Lösung“ nachgedacht wurde, mag aus heutiger Perspektive, aus post-holocaustischer und post-abrahamischer Sicht, verwundern) wurde in der deutschen Öffenlichkeit zu Beginn der 1920er Jahre verschärft durch die Publikationen über die im Osmanischen Reich masenmörderisch durchgeführte „Lösung der Armenierfrage„, – über die Hitler erstmals 1930 publizierte – 3 Jahre entfernt von der Machtergreifung und 12 Jahre  von der Wannseekonferenz, an der sich leitende Funktionäre der Hitler-Regimes, trafen um die endgültige „saubere“ „Endlösung“ dieses „Weltproblems“ zu beschliessen, eine „Lösung, die die osmanischen Massaker der Armenier und die systematischen Massaker in der Sowjetunion an Wille, Effizienz und Organisation weit übertrafen.

Seit den 1920er Jahren zirkulierte in der deutschen Öffentlichkeit auch die Nachricht  –  einer ihrer bekannten Kanäle war der aus Russland geflüchtete Iwan Iljin, ein führender politischer Gegner Lenins – , dass in der Sowjetunion systematisch Kirchen zerstört, Priester abgeschleppt und zusammen mit politischen Feinden ermordet werden, dass die Zahl der sytematisch staatlich Ermordeten in der Sowjetunion in die Zehn-, in die Hunderttausende ginge – und dass der „internationale Jude„, „das Weltproblem“ hinter den Mördern von Moskau stecke, fügten die Henry Ford-, und die Hitler-LeserInnen dazu. Denn sie dachten den Durchblick zu haben. Um den grössten Mördern, um dem „Weltproblem“ Herr zu werden, reichte nur die denk- und machbar gründlichste „Lösung“ heran – die endgültige Vernichtung – ähnlich dachten Sowjets über Priester, Mönch, Nonnen und andere „objektive“ „Klassenfeinde“, und gewisse Osmanen über Armenier, einschliesslich Kinder und Frauen, die in die Tausende gehen. So schloss sich der sich selbst bestätigende Wahnsinn, die Veschwörungstheorie einer geschlossenen Weltanschauung, in welcher „der Jude“ (im westlich-christianisierten Kontext -, „das Weltproblem„, im Mittelpunkt steht, als das Übel aller Übel erscheint (in Wahrheit war, wenn überhaupt, die westlich-christianisierte Welt, die mit der Denunziation von Juden zur Welt kam, das tatsächliche Übel). Das vereinfachte den Kampf gegen den Kommunismus, der reale, nicht der virtuelle politische „Feind“ der Nazis, ungemein, national wie international. Der „internationale Jude“ wird zum Sündenbock und Mülleimer für alle Probleme der Welt, die Reduktion der Weltkomplexität auf dieses „Weltproblem“ macht die Welt zu einer scheinbar beherrschbaren, überschaubaren und von jederman begehbaren Sache. Dieser Antisemitismus war angelegt wie Aufklärung, was dabei herauskam, war Anti-Aufklärung und Massenmord. Allein der zum „Weltproblem„, zur „Judenfrage“ sich hinzufügende Diskurs über die „Lösung der Armenierfrage„, ein Völkermord durch Osmanen, über den Hitler 1930 publizierte, und die Meldungen über das staatlich organisierte Massenmorden in der Sowjetunion, dahinter für Antisemiten „das“ „Weltproblem„, „der Jude“, steckte. sowie die von Marxisten benutzte tödliche Unterscheidung von „objektiven“ und „subjektiven“ Feinden  (in den antisemitischen Kontext übertragen: die Müllers nebenan sind subjektiv freundlich, aber objektiv Juden, sprich „das Weltproblem„) senkte in den 1920er Jahren die Hemmschwelle für ein weiteres Verbrechen dieses Ausmasses an einem Kollektiv. Das vermeintlich Undenkbare lag in der Luft, in der vergifteten Luft“ und einer, der sie besonders tief ein- und ausatmete war Adolf Hitler. Hitlers „Lösung“ „der Judenfrage“, der organisierte Massenmord von einer“ordentlich“ bürokratisch“, scheinbar „objektiv“ konstruierten Ethnie (die Geburtsurkunde im Register der staatlichen Zivilverwaltung wird zum Fahrschein nach Auschwitz oder zur Freifahrt), – öffentlich millionenfach als „das Weltproblem“ gebrandmarkt -, wird indessen nicht türkisch-osmanisch ausfallen, eher als hegelsche Synthese von türkisch-osmanisch und staatlich-sowjetisch, mit allen Tugenden und Untugenden des „Deutschen“, der deutschen Staats- und Industriegewalt zu Ende gebracht. Das heisst, geordnet bürokratisch, nicht chaotisch, bestens durchorganisiert, nicht schlecht (über beide Schwächen des Osmanischen Staates regte sich von Sanders besonders auf), untertänig und diensteifrig, statt eigenwillig und unzuverlässig, zudem ehrgeizig ideologisch fundiert – religiös und rassenfundamentalistisch – und konsequent bis zur letzten Unbeirrbarkeit und Irrheit durchgeführt. Waren „die Armenier“ potentielle Verräter, Überläufer z.B. zu den Russen (Feinde im 1. Weltkrieg und Christen) und aus Sicht des Heiligen Krieges, den das Osmanische Reich 1914 erkärte, schlicht „Ungläubige“, so waren für Hitler, den gründlichen Deutschen, „die Juden“ die Zersetzer, Verräter und Unrasse des Lebens und für den Christen, der sich oft und gerne von der Vorsehung bestimmt inszenierte, das Böse schlechthin. Nicht die Nazis, nicht die  Sowjets, Osmanen im Ausnahmezustand des Weltkrieges, Bürgerkrieges und Heiligen Krieges sind die „Erfinder“ der Todesmärsche. Obwohl Sanders das ganze Ausmass der „Lösung der Armenierfrage“ nicht wahrhaben wollte, die Auslieferung von armenischen Soldaten unter seinem Kommando soll er verboten haben – Sanders war keine kleine Nummer im deutschen Offizierskorps des Osmanischen Reiches, ihm wurde sogar das Protektorat über ganz Syrien angetragen -, hielt Gerüchte darüber für eine Übertreibung der deutschen Publizistik, und wiegelte auch den „Heiligen Krieg“ in der Form von Strassenumzügen auf den Strassen von Konstantinopel  ab, der am 20. November 1914 in einer kleinen Kristallnacht endete: „…und zerschlugen zum Schluss, am 20. November, sämtliche Scheiben und Spiegel des Hotels Toklatian, dessen Besitzer armenischer Herkunft, einige Zeit vorher die russische Staatsangehörigkeit angenommen hatte.“ (S. 50). Was sonst noch zerschlagen wurde in dieser Nacht, ist jedenfalls Von Sanders nicht zu Gehör gekommen. „Ein ernstlicher Wert wurde diesen Kundgebungen nur von Fremden und infolge übertriebener Berichterstattung, auch in Deutschland, beigemessen.“ Damit hatte sich für ihn das Thema „Armenierfrage“ erledigt. Obwohl er die ernste Bedeutung des 1915 beschlossenen und durchgeführten Massakers an den Armeniern nicht sehen konnte und wollte, war mindestens ein Aspekt seiner Prognose zutreffend: „Vielleicht kann einmal der heilige Krieg in Zukunft eine ernstere Bedeutung als im Jahr 1914 gewinnen, und schliesslich in Christenmassakern seinen Ausdruck finden“ (51) Dabei dachte Sanders an die von vielen Osmanen gehassten Griechen, weniger an  Armenier. Ihm war bewusst, dass allein die Präsenz der christlichen Verbündeten, vornehmlich des deutschen Offizierskorps in der Osmanischen Exekutive ein Hemmschuh für ein offenes Massaker von Christen war, zumindest musste man es vor den christlichen Verbündeten hier verschleiern, dort stadt- und kasernenweise aussetzen. Weiter heisst es:  „Jetzt….– gemeint 1920 bzw nach 1918, Ende des WK 1 -… stehen der Türkei keine verbündeten christliche Parteien wie damals zur Seite, welche eine starke, nach aussen gehende Bestätigung des Islams von vornherein unwahrscheinlich machten.“ (ebd.). Kurz, Sanders, der ein stark eingespannter Militär im Krieg, kein frei herumflanierender Historiker auf Feldforschung war, hielt den Völkermord an den Armeniern mindestens bis 1918 für unwahrscheinlich und prognostizierte im Jahr 1920 zukünftige Dschihads wie die von Taliban, Al-Qaida und IS, allerdings nicht den gegen Muslime (Im Nachwort schreibt Von Sanders, dass es die Türkei nicht verstanden habe „ihre Ziele im Einklang mit ihren Mitteln“ zu bringen. Aber das genau geschah nach seiner Abreise aus dem Osmanischen Reich durch Kemal Atatürk, der u.a. die Griechen nach mehreren Schlachten aus dem Land warf und gegen Sultan und Allierte die Autonomie der neu- türkischen Republik errang (Vertrag von Lausanne 1923). Dass Von Sanders den Exekutions-Dschihad gegen die Armenier nicht  sah oder nur davon hörte und es als Übertreibung abtat, das erinnert an die deutsche Bevölkerung, die vom Holocaust nichts sah, nicht sehen wollte oder nur vage davon hörte und es als Übertreibung abtat (sogar einem Petr Ginz in Theresienstadt 1942, bevor er in einen Zug nach Auschwitz verladen wurde, erging es so, wohl mit einem unguten Gefühl verbunden). Man kann also sagen, auch das Verheimlichen eines Massenmords war nicht die Erfindung der Nazis.
Der Genozid der Armenier steht mit dem Holocaust der „Juden“ in Verbindung – subtextuell, unterschwellig, wenn nicht offen („offen“ heisst geschichtswissenschaftlich, die Quelle liegt in den Archiven, und mit „Juden“ sind zu  NS-Juden reduzierte Menschen gemeint). Einen Quellenhinweis darauf, dass die Wirren des Krieges, dass der Erste Weltkrieg  selber, die Unmenschlichkeit und Willkür durch türkisch-osmanische Behörden beförderte – in diesem Fall im türkisch-osmanisch besetzten Syrien – liefert wiederum unser deutscher Marschall: „Die Vorbedingung einer wirkungsvollen türkischen Einwirkung auf die Bevölkerung, eine geordnete und zuverlässige Zivilverwaltung, fehlte. [eine Vorbedingung für das Nazi-deutsche Morden, d.V.] Jahrhundertlange Misswirtschaft, die Verderbnis der hohen und niederen Beamten – mit einigen wenigen Ausnahmen und der geradezu zuchtlose Zusand der türkischen Gendarmerie hatten eine allgemein Unzufriedenheit im Lande geschaffen. Die ärmere Bevölkerung, ganz gleich welcher Religion sie angehörte, wsar jeder türkischen Willkür und Brandschatzung ausgesetzt, welche die Verhältnisse der Kriegszeit nur gesteigert (…) hatten.“ (295).  (Nebenbei bemerkte er auch, warum die Zivilverwaltung der Osmanischen Reiches in Syrien nicht funktionieren konnte: Osmanen, er erwähnte die Richter, konnten die Landessprache, arabisch, nicht).

13.05.2523

Über Europa-Armee und Brexit. Im April 2021 – wenige Monate nach dem Brexit – heisst es, dass die Britische  „foreign & security policy“ keine „institutionelle Kooperationen“ mit der EU bilden werde, sondern auf bilaterale Abkommen setze.  Kurz davor erkärte sie Russland zu einem grossen Sicherheitsrisiko (z.B. für Unterwasserkabelverbindungen mit den USA), wie die meisten europäischen Staaten, z.B. die baltischen. Die britische Regierung tut so, als ob sie die Europäische Armee verhindern will, in der sie mit Frankreich eine herausragende Rolle spielen würden und de facto auch schon spielt, in einer modernen Armee, die in ihrem Stab („Spitze“), nicht pyramidal-hierarchisch, sondern parallel-hierarchisch organisiert ist, also per se viel Teilsouveränität besitzt, so dass sie fast sogar Nationalisten und solche, die von Nationalarmee und Nationalstaaten direkt profitieren, akzeptieren können…. Jenseits von sensationell neu und national souverän, sind solche Meldungen letztlich nur die Fortsetzung der Brexit-Politik und viel Blabla, denn sicherheitspolitisch geht auch im United Kingdom nicht mehr viel allein, geht fast nichts ohne Kooperation, sitzt es, erstens, mit der Nato in einem Boot und schliesst es, zweitens, schon lange bilaterale Sicherheitsabkommen ab  z.B. mit Frankreich und damit indirekt auch mit der EU. Solche Meldungen gehören zum Brexit-Populismus und hoffentlich bald der Geschichte an, dann nämlich, wenn sich die Mehrheit der Briten ehrlicher gemacht hat. Statt in Europa eine Chance zu sehen, eine Gefahr mit Deutschland im Zentrum, das ist der paranoide, beleidigte Nationalismus des United Kingdoms, der schon den Brexit beförderte, ganz abgesehen von wirtschaftlichen Interessen. Als Berliner und Doppel-Staatsbürger der Schweiz und Deutschlands – meine Mutter ist Berlinerin – hier gut gemeint for the future three advices for Britisch politians:

  1. Sent the nationalists into retirement
  2. For studying European History – begin with Primeminister Churchill’s speech in Zurich 1946
  3. Put the europeanists in charge.

12.05.2523

Jan Patocka, der über die Überlegenheitsekstase des Christentums nicht hinauskommt, es „nur“ neu“ oder „ganz zu Ende“ denken will, dabei blind auf den undurchdachtesten Unterstellungen dieser Ekstase rumtümpelt, ähnlich wie ein Kind, das letztlich doch die gewohnte, liebgewonnene Komfortzone von Mama nicht verlassen kann und will. Das ist weder postabrahamische Aufklärung, noch änigmatische Sicht, nicht globaler Universalismus.

11.05.2523

Über verräterische Blässe (Auferstehung & 40 Tage Warten auf Godot). Allein an der Blassheit der Erzählung und der Kürze der Botschaft ist erkennbar, ist nahelegbar, dass der ganze Teil des Textes des Evangeliums, der die Erzählung der Auferstehung und des vierzigtägigen Aufenhalts des Jeshua vor seiner Himmelfahrt enthält, eine semantische Nachgeburt, eine paulinische Nachdichtung ist, geschrieben nach der Logik des paulinischen Glaubensprinzips: Das leere Grab hat eine einzige einleuchtende Erklärung. Wenn Jeshua in mir, Paulus, im Traum auferstanden ist, dann muss das in Jerusalem leibhaftig! geschehen sein. Und sollte er vor seiner Kreuzigung sein Testament nicht verkündet haben, dann wird er das als erstes, vielleicht als einziges nach seiner Auferstehung verkündet haben! Ich Paulus schreibe ja „nur“ sein Testament fort, also muss es geschrieben, muss es verkündet worden sein! Das paulinische Glaubensprinzip holt und erzählt die Geschehnisse nach, die ihm zufolge in Jerusalem geschehen sein „müssen“. Darauf konzentriert und reduziert sich der „Erzählkern“. Es muss dort von Jeshua Jeshuas Letzer Wille, sein Testament verkündet worden sein, dafür muss er zurückgekommen sein. Es darf nicht fehlen! Ich, Paulus, bin doch der leibhafte Beweis! Self fulfilling prophecy! Um nach dem paulinischen Glaubensprinzip dies zu schlussfolgern und zu verkünden, dafür brauchte es Inbrunst die als akommuniziertes Erleben erlebt wird, Glauben, Logik und deutlich weniger literarische Darstellungskraft und Phantasie als Joanne K. Rowling.

10.05.2523

Aus änigmatischer Sicht besteht der wahre Kern   . siehe 7.7.

29.04.2523 (5)

Über die am besten versteckte Leiche der Welt. Warum Jeshuas Leichnam besser als gut versteckt wurde? Das Grab-Geheimnis gehütet wurde bis zum ewigen Schweigen? Weil viel, sehr viel auf dem Spiel stand. Aus späterer Perspektive: Weltreligion oder Reinfall. Triumph oder Verhöhnung. Aus näherer Perspektive: Totenstörung und Grabschändung oder Respekt und Letzte Ruhe. Die spätere Perspektive entspricht derjenigen eines Machtdialektikers wie Paulus, die nähere Perspektive derjenige einer Mutter, die ihren zu Tode gequälten Sohn heimführen und ihm eine wirklich, nicht nur scheinbar sichere letzte Ruhestätte verschaffen will – und wird! Ungestört von seinen ersten Anhängern, die aus seinem Grab einen Wallfahrtsort für die Ankunft des Reich Gottes machen wollten (realistisch betrachtet wäre zu dieser Zeit an diesem Ort seine Grabstätte ein ständiger Unruheherd, ein Schlachtfeld des Bürgerkriegs gewesen), und von Feinden, die nichts anderes als seine Leiche schänden und sein Grab in alle Winde zerstreuen wollten. Um seine letzte Ruhe wirklich zu schützen durften weder seine Anhänger noch seine Feinde jemals erfahren, wo sie für ihn gefunden wurde. Beide Seiten konnten etwas überhaupt nicht gutheissen: dass auf Jeshuas letzten Ruhestätte Ruhe einkehrte. Die trauernde Mutter entschloss sich, das erste und das letzte Geheimnis des Christentums mit in ihr Grab zu nehmen, und hätte sie vernommen, dass gewisse Juden anfingen, ihren Sohn unter den Lebenden zu wähnen und er über sein Grab hinaus verkündete „Verkündet über mein Grab hinaus der Welt meine Botschaft“ und darauf statt in der Erde im Himmel glaubten, wird sie sich gedacht haben, ein besseres Versteck als dieses Gerücht gibt es für die letzte Ruhestätte meines Sohnes nicht.

09.05.2523

Zwei Monotheismen der Achsenzeit. Völlig unterbelichtet ist ja die Konkurrenz und wechselseitige Inspiration zwischen den griechischen Naturphilosophen und den anonymen Philosophen des Hebräischen Testaments in Israel zur Hochblüte der Achsenzeit, also räumlich zwischen Nachbarn im östlichen Mittelmeerraum, die zeitweise unter der gleichen Herrschaft, unter den Persern lebten. In dieser Zeit entstand im israelischen und im griechischen Kontext u.a. die anthropomorphe Idee der Ebenbildlichkeit Gottes mit dem Menschen, genauer: des Mannes (Adam) mit Gott: „Der Mann heisst kindisch vor Gott wie der Knabe (…) vor dem Mann“ (Heraklit, B 79), und zwar eines Gottes als Super-Mann, als Super-Adam, dessen Kräfte und Qualitäten unsereins niemals erreichen wird:. „Der weiseste Mensch erscheint neben Gott [Singular] wie ein  Affe an Weisheit, Schönheit und in allem sonst.“ (B 83). Das narzistische Bild steht, ambivalent, in einem kränkenden Vergleich. Auch Heraklit verortete den Menschen zwischen Tieren (Affen) und Gott, dem Supermann, unter anderem machte er „Zeus“ (B 32) daraus („Eins (…), das einzige Wesen (…), lässt sich nicht und lässt sich doch mit dem Namen des „Zeus“ (des „Lebens“) benennen.“ (B 32 Übers. B. Snell). Nicht nur Heraklit, auch das Judentum bekundete Probleme mit der Bezeichnung dieses Einen, liess die Bezeichnung zum Teil als Bezeichnungslücke stehen, oder nannte es (unter Heraklits Einfluss?) „Leben“ (JHWH).
In der Achsenzeit gab es mindestens zwei Monotheismen, einen griechisch-naturphilosophischen, der lose wie Papyrus herumflatterte, und einen hebräisch-religiösen, der in Schriftrollen kultisch eingebunden war. An anderer Stelle in ÜdA wird erforscht, dass Buch „Genesis“ wahrscheinlich auch unter naturphilosophischem Einfluss stand, beide, wohl im gleichen Zeitgeist stehend, favorisierten, in Distanz zum Polytheismus, die Idee des Einen Gottes, obzwar sie sich in der Ausgestaltung unterschieden (Aus änigmatischer Sicht ist das globale Göttliche, ohne anthropomorphe Supermannallüren, nur mit eigentümlichen Fähigkeiten, die „naturbedingt“ ausser unserer Reichweite stehen: Gott, die Änigma). In der Zeit Platons und Aristoteles vergrösserten sich nicht nur geographisch und politisch, auch inhaltlich die Distanzen zwischen beiden Kulturnationen: jene philosophisch-religiösen Endredaktionen konsolidierten (verarbeiteten, verwerteten) einzelne Schriften ihrer Bibel, diese philosophisch-metaphysischen Endredaktionen einzelne Schriften – mehr als uns überliefert blieben – der vorgängigen Naturphilosophie. Erst gut 1000 Jahre später, vor allem in der Scholastik, kamen sich beide Kulturen, kamen sich die alten Nachbarn hauptsächlich in der Verbindung von christlicher Bibel, eine konsolidierte Form des Judentums, und Aristoteles, eine konsolidierte Form der Naturphilosophie, wieder mehr als nahe.

08.05.2523

An Volkhard Krechs Die Evolution der Religion (2021) ist zu begrüssen, dass er Religionswissenschaft, wo Religion historisch und bis in unsere Gegenwart relevant wird, mit der Achsenzeit beginnen lässt. Ähnlich wie Habermas Philosophiegeschichte (2018) konsequent einen achsenzeitlichen und damit auch einen globalen Standpunkt vertritt. Er sollt nicht mehr eurozentrisch sein, aber für Europäer und Europäerinnen europäisch bleiben.

07.05.2523

Big Father is watching you! Als Wesen von änigmatischer Provinienz wäre es unmenschlich, uns Menschen falsche Versprechungen zu machen – hätten wir solche von einem solchen Wesen nötig oder den Hang, solche von einem fremderen als fremden Wesen anzunehmen – und unmöglich, wenn es durch uns zu uns zu kommunizieren imstande ist, nicht auch mit uns (einzelnen, allen?) unser Leben mitzuerleben, mitzufühlen – ohne es so zu tun, wie wir hier Geborenen es tun. So entstand ja auch der Gedanke, dass Gott (Änigma) uns näher ist als wir uns je selber sein können – aber dann doch nicht so, wie wir hier Geborenen uns es sind – sondern letztlich „nur“ wie ein Wesen von änigmatischer Provinienz – und eine ständige Innenpräsenz, unsichtbare Gegenwart in unserer Gegenwart einnimmt.  Zählt die änigmatische Dimension zur Genesis unserer Welt, kommen wir mit ihr zur Welt, enthielte dieser Gedanke, der in unserer Kulturgeschichte vor allem innerhalb des orthodoxen Christentums und Islams zur religioiden Massenparanoia (Big Father is watching you!) ausarten konnte, einen wahren Kern sowie eine Erklärung, zumindest einen Anhalt dafür, warum einzelne von uns Synchronizitäten erleben (C.G.Jung) oder zum Beispiel ein Zwölfjähriger Akommunikationen in eigener Kraxelhandschrift in den Raum projiziert sieht, überrumpelnd erfährt, die er fast nicht vom Inhalt und überhaupt nicht vom Hergang her versteht.

06.05.2523

Aus psychoanalytischer Perspektive resultiert der parentale Gottbegriff aus einer Übertragung -im Rahmen einer Aktualisierung wiederholt sich eine infantile Konstellation oder das Reentry einer solchen im Rahmen eines erwachsenen Ichs, neu besetzt mit übernatürlichen Assoziaten. Aus änigmatischer Sicht kann Gott die Änigma mit uns anders als in einer Übertragung, Übersetzung und Anpassung an Konstellationen, die uns grundlegend prägen, nicht akommunizieren. Falsch wäre allerdings daraus, dass sie sich uns ähnlich, in der Sprache sogar identisch machen muss, will sie in unserer Welt mit uns verbal auf Du gehen, ihre Menschenähnlichkeit abzuleiten. Der Glaube, dass wir ein Ebenbild von Gott, die Änigma, sind, beruht wahrscheinlich auf einem Übertragungsfehler (auf einer narzistischen Verblendung von Männern).

05.05.2523

Postabrahamische Aufklärung: Warum hat Gott Auschwitz nicht verhindert? Weil „er“ zu einem beträchtlichen Teil die Grundlagen und Möglichkeit dazu schuf: den jahrhundertalten, fast zwei Jahrtausend lang auf das Abendland einwirkenden christlichen Antisemitismus. Der sei immer noch ein „Tabuthema„, so Jan Süselbeck 2021 christl. Zeit. (mehr dazu siehe 15.04.2523 Über christlichen Antisemitismus).

05.05.2523

Postabrahamische Aufkärung und „Wo war Gott?“ in Auschwitz? (Papst Joseph Ratzinger 2006). Parentale Gottesprojektionen sind in der Menschheit deshalb so eingängig und erfolgreich (sowohl im Abrahamismus als auch im Buddhismus), weil uns Akommunikation (wie Kommunikation) nur über die verinnerlichte primäre Ich-Du-Beziehung erreicht, sie strukturiert Emotionen und Erinnerungen, Bewustsein und Sprache (nach Martin Bubers Einsicht (1923), die Sloterdijk (1998) zurecht auf die sich intrauterin entwickelnde Mutter-Kind-Dialogizität zurückführte). Hinter der heute noch geläufigen Hintergrundannahme des Gottes als allmächtiger Übervater oder von Gott Änigma, als Supermutter-Transzendenz steht die Projektion des ohnmächtigen Kleinkindes im Erwachsenen auf den Erfahrungsraum allmächtig erscheinender Eltern (um hier den Ansatz von Feuerbachs Religionskritik kreativ aufzugreifen und zu relativieren. Auch für Krech ist nicht ausgeschlossen, dass „Religion psychisches Erleben und physische sowie organische Sacheverhalte thematisieren kann. Das tut sie allerdings, indem sie diese als Teil ihrer Umwelt fremdreferentiell adressiert und mit religiösem Sinn ausstattet“ (18)). Dabei kann eine Form anschlussfähiger, sozialevolutiv erfolgreicher Täuschungen, Selbsttäuschungen und Suggestionen in klassischen Mustern entstehen wie z.B. In Gottes Hand fühl ich mich aufgehoben oder der Barmherzige wird nur bei Ungehorsam unbarmherzig. Das zu erkennen  – die dualisierte Grundlage unserer Kommunikation, die formbildende Anthropomorphisierung und die reentrizitäre Umadressierung einer frühen Lebenserfahrung – befreit von naiven, anthropomorphen Gottvorstellungen, löst sie aus der Vagheit kollektiv personalisierter Erinnerungen und familienähnlicher Erwartungen aus der Frühkindheit ab, die an ihn, an den Papa Gott, gestellt werden. Mama-Gott sorgt, kommt, schützt und tut Gutes für mich – hauptsächlich auf dieser infantilen Resonanzfolie, dem späteren Reentry zu ihr und von ihr in unser späteres Ich, baut sich dieses populäre Gottesimago, das Imago des transzendenten Übervaters, auf. Deshalb ist es ein völliger Unsinn zu fragen, „warum“ Gott Auschwitz zugelassen habe, oder, ernsthaft wie Papst Joseph Ratzinger (2006) „Wo war Gott?“ zu fragen. Man macht es sich zu einfach, anstatt an sich und die Menschheit die richtigen, die unangenehmen Fragen zustellen, an eine transzendente Instanz die falsche.

(Aus änigmatischer Sicht gilt für jeden Menschen das Gebot der Gebote, das Gott die Änigma uns (einem Akommunizierten) akommunizierte:  „Obligation“ in Geist und Tat (moral obligation, Verantwortung für dich, für das Leben, für deine Lebensgrundlage, sei für dich selber verantworlich, sei Philosph*in, sei sapiens homo sapiens.)

04.05.2523

Statt Luhmanns (1987) „Es gibt keine Kommunikation mit Gott“ müsste es aus änigmatischer Sicht heissen: „Es gibt nur Akommunikation von Gott (Änigma), keine Kommunikation von oder mit Gott“.

04.05.2523

Statt Luhmanns (1987) „Es gibt keine Kommunikation mit Gott“ müsste es aus änigmatischer Sicht heissen: „Es gibt nur Akommunikation von Gott (Änigma), keine Kommunikation von oder mit Gott“ – allerdings wissen wir nicht, wie dicht die Abgrenzungen, wie gross die Schranken zwischen ihr und uns und uns und ihr sind.

03.05.2523

Über Religionswissenschaft ohne und mit Religion. In memoriam Jacques Derrida. Der Religionswissenschaftler Volkhard Krech: Die Evolution der Religion. Ein soziologischer Grundriss (open access) Transcript Bielefeld 2021, kann nicht anders als mit „methodologischem Agnostizismus“ evolutionstheoretisch-systemsoziologisch an Religion vorbeireden. Er will ja nicht einen „Himmel“ in seine „Wissenschaft“ einbeziehen, denn das sei, heisst es in der Einleitung, aus der Sicht von Krech (und Luhmanns, 1987), keine Wissenschaft mehr. Da sich ihm der „Himmel“ nicht öffnete, nicht erschloss, kann er ihn auch nicht wissentlich und wissenschaftlich erschliessen, kann er seine Definition von Wissenschaft nicht erweitern, nicht weiter öffnen wie z.B. die Scholastik, er bleibt ausgesperrt (mit dem Potential des Agnostikers Kommunikation an Akommunikation anzuschliessen, also „die Affirmation des Abwesenden“ (34) (nicht irgendeines, sondern des Anigmatischen) persönlich zu machen) und erklärt diese Aussperrung vom Himmel zur Wissenschaft über diesen, über das Produkt des Himmels: als Religion (Zur Diskussion in der Religionswissenschaft über Innen- und Aussen-Perspektive siehe Krech, S.  19 und FN 32). Zwischen den Ausgesperrten, die sich Agnostiker nennen – sich zu AtheistInnen zu erklären wäre zuviel Behauptung: dass das Änigmatische existieren kann, ist wissenschaftlich und gesellschaftlich unkontroverser zu behaupten als seine Negation. Auch wenn Krech „Hintergrundannahmen“ und „Metaphysik“ ablehnt, ohne „das Transzendente“ bzw. Änigmatische, eine Annahme oder akommunizierte Gewissheit, auf die weitere Annahmen bauen oder die auf weitere Schlüsse abzielt, bleibt Religionswissenschaft äusserliches, selbstlimitiertes, unterhalb ihres Gegenstandes operierendes Wissenschaftskommunikat. Findet in der Religionswissenschaft Religion z.B. nur als Kommunikation, luhmannianisch nach der Leitdifferenz „immanent/transzendent“ statt, dann wird aus änigmatischer Sicht der Unterschied zwischen Kommunikation und Akommmunikation damit  nicht eingeholt,  der entscheidende Unterschied, der den Unterschied zwischen religiöser und nicht-religiöser Kommmunikation macht, markiert als  „A“ in „Akommunikation“. Akommunikation wird kommmuniziert, in Kommunikation eingebettet, überschrieben, redigiert, manipuliert, permingiert und unvollständig archiviert:  so dass TextarchäologInnen (Religionswissenschaft, etc.) herausgefordert sind, in akommunizierten Palimpsesten die „akommunikativen“ von den „kommunikativen“ Bestandteilen  zu unterscheiden, zu redekonstruieren.  Anders gesagt: Transzendentes ist per definitionem gegeben, wenn es blosse, also weltliche Kommunikation transzendiert und disseminiert. Abrupt, unkontrollierbar, wie es in der Immanenz, in der Genesis unserer Welt, im Erleben und Erinnern „auftaucht“ und „verschwindet“, seine änigmatische Spur hinterlassend. Jüdische Propheten, Buddha, Mani, Jeshua, Mohammed, Miki Nakayama, die der „Elterliche Gott“ akommunizierte, sind Beispiele für Einbrüche von Akommunikation in die Kommunikation. (Dazu, ob die Akommunikation „wahr“ oder „unwahr“ ist, ob Religion erodieren kann wie ihr Wahrheitsanspruch, siehe unten.)  Aus änigmatischer Sicht beschäftigt sich Religionswissenschaft mit Akommunikationen in Differenz zu Kommunikationen, mit änigmatischen Spuren in Differenz zu enigmatischen, mit dem Immanenten, das auf Transzendenz bzw. die änigmatische Dimension verweist, sich änigmatisch als Spur in unser Wahrnehmungs- und Kommunikationsgeschehen einschreibt. Akommunikation, die neben ihrer selbstreferentiellen Anschluss- und  Durchsetzungschance, aufgrund der disseminativen Strukturalität, Heterogenität und Komplexität von Sprache, Kommunikation und Gesellschaft heutzutage kaum noch durch homogene Kommunikationskontrolle z.B. durch „die“ „science community“ (frühere Bsp.: Japanisches Religionsamt, Christliche Inquisition, Israelische Rabbis, Ägyptische Priester) ganz und für immer verhindert oder exkommuniziert werden kann. Aus änigmatischer Sicht ist Zur-Welt-kommen Zur-Welt-mit-änigmatischer Dimension-kommen, trennen sich Genesis der Welt und Genesis Änigma nicht absolut in Immanenz und Transzendenz. Es verbleibt in ihnen, tangierend auch uns, unsere Physisteme, eine Relationalität (das Dritte, die änigmatische Dimension), die auf die Grundlage der kategorialen Differenz zwischen Genesis unserer Welt und Genesis Änigma, auf das Genesian verweist, was nicht ausschliesst, das von Grund auf unterschiedliche Welten (Genesen) enstehen können und Verbindungen zwischen ihnen abbrechen, schwierig oder nur einseitig herzustellen sind (Menschen können nicht in Gott Änigmas Welt hineinsprechen, diese kann es in unserer Welt nur in einer unserer Sprachen tun, usw.) So dass Hegels „Wissenschaft der Logik„, Synthese von Nichts und Sein in Etwas und Werden, – volle Verbindung und Aufhebbarkeit voraussetzend – bereits auf einer späteren „organisch“ vereinheitlichbaren Weltordnung, Gedankenordnung operiert, in einer provinz-universellen Welt des Absoluten Geistes, das am Rande. In Immanenz ist ein Teil von Transdendenz eingeschrieben oder in Transzendenz ein Teil von Immanenz, unsere Welt ist ein Teil der änigmatischen oder diese „Welt“ ein Teil von unserer. Wir denken eher letzteres, wahrscheinlich ist eher ersteres. Zurück zu Krechs Arbeit.

Der zweite Fehler oder Argumentationsmangel bei Krech. Er behauptet einfach, eine Gesellschaft könne nicht ohne Religion auskommen, da „letztinstanzliche Kontingenz“ nur sie „bearbeite“. Ist das so? Dann könnte eine Gesellschaft noch weniger ohne Philosophie auskommen, die den Begriff von „letztinstanzlich“ und die Idee von Kontingenz erst einführte. Es müsste eine sehr philosophische Religion demnach sein. Vordergründig führt Krech die Metayphysik der ersten und letzten Gründe aus und über die Hintertüre wieder ein. Gläubige glauben kontingent an Inkontingentes, kommunizieren über Akommunikation, daran sich die änigmatische Dimension unserer Welt hängt, in und mit der wir zur Welt kommen. Änigmatische Akommunikation kann auch „philosophisch“, statt „religiös“ genannt werden, vor allem, wenn sie sich selbst so bezeichnet:  Die Akommunikation  „Du bist Philosoph, Philosphin/-ie“, heisst zunächst: Das bist du (Mensch) für die Änigma  – verstanden als globale Definition von Menschsein und, implizit, von Gottsein – bevor du zum Christ, Agnostiker, Muslim, zur Buddhistin usw. gemacht wirst, bist du gebürtiger geburtswasssergetaufter, nabelbeschnittener, mit der änigmatischen Dimension der Welt zur Welt gekommener homo philosophus, homo sapiens: Philo-Soph, Philo-Sophia. 

Akommunikation, die ihren epistemischen Status nicht mitkommuniziert, kann als Gesetz gedeutet werden. Für die paulinische Theologie und Glaubensgemeinde ist die überlieferte Akommunikation des abrahamischen Gottes an Jeshua  „Du bist mein Sohn“ göttliches Wort, für andere Kontingenz (Nachdichtung), etc. Auch Akommunikation besitzt Disseminativität, begrenzte Kontingenz, Interpretationsspielraum, Missverständnispotential. Es sei, die Quelle oder Kraft dieser Akommunikation, die Änigma als „prinzipiell nicht darstellbare Transzendenz“ (86), für uns jedenfalls nicht ausserhalb unserer Kommunikations- und Wahrnehmungsform, verfügt über geheime (änigmatische) Einflüsse von naturgesetzähnlichem (involutivem) Charakter auf unsere Wesensart, Lebensart, Kommunikation, sie agiert auf der Basis der Inkontingenz der Kontingenz unserer Welt? Dass Gott involutiven Einfluss hat, der Allmächtige ist, dessen Worte den Status weltlicher Naturgesetze überbieten, wurde ja früher geglaubt und duch Wunder kommuniziert („bestätigt“ , „bewiesen“, „unterstrichen“). Heute ist Skepsis gegenüber prätentiösen Hintergrundannahmen und die Annahme einer genesianischen Genese, die in Beziehung zur Genese (relativen Autopoiese) unserer Welt und der Genesis Änigma, zugleich Brückenteil von unserer Welt.

Aus änigmatischer Sicht ist Religion Kommunikation über Akommunikation, änigmatische Akommunikation, für Akommunizierte verhaltensbeeinflussende, aufwühlende, traumatisierende, existentiell gewordene/werdende. Besonderer Kommunikationsdrang, Mission kann daraus resultieren. Sie macht Menschen, die Welt, „änigmatischer“ und das Änigmatische für Akommunizierte sicher gewusst (anerkannt) und solche, die das änigmatische Angebot, das sie kommunizieren, annehmen, gut informiert, aus Überzeugung geglaubt – akommuniziertes Wissen und Erleben vermittelt Akommunizierten die Einsicht, dass Änigmatisches existiert und durch ihre Sinne und Sprache zu ihnen kommuniziert (mehr „a-kommunikativ“ als „kommunikativ“, einseititg, one-way-kanalisiert, asymmetrisch, abrupt), mehr nicht -, obwohl Akommunikation im Modus menschlicher Kommunikation (Sprache, Wahrnehmbarkeit) geschehen muss (operativ geschlossene Bewusstseine, Sprachen, Wahrnehmungsformen). Diese Formnotwendigkeit, an die sich die Änigma halten muss, will sie Menschen errreichen, ist etwas ganz anderes, als Krechs Definition von Religion als eigenlogisch-autogenerative Kommunikation „zwischen“ Kommunizierenden – mauerblümchenhaft wird ein „Transzendentes“ eingeräumt, doch letztlich folgt der Luhmannianer Luhmanns Credo: das auf der Differenz „säkular/religioid“ oder „immanent/transzendent“ baut, aus änigmatischer Sicht, eine alltagspraktische, jedoch wissenschaftlich unzureichende, dekonstruierte, illusorische Differenz. Nach Luhmann (1987) ist Religionssoziologie „eine säkulare Veranstaltung des Wissenschaftsystems, nicht dazu bestimmt, zu missionieren oder auch nur Glaubenssicherheit zum Ausdruck zu bringen (Luhmann SozAufl.4, S. 227: „Lässt unsere Gesellschaft Kommunikation mit Gott zu?“). Für uns wäre die zielführendere Frage:  Kommuniziert das Änigmatische, Gott Änigma, durch unsere Sprachen mit unserer Gesellschaft? Sie tut es!
Akommunizierte erfahren Akommunikation im selbst- wie fremd-referentiellen Status der doppelten Selbsterfahrung (einer vertrauten, begreifbaren und einer unvertrauten, befremdlich-rätselhaften), Kommunikation darüber erfährt sie im Status der Fremderfahrung, sie kann das Gewusste, Gesehene, Erlebte nur aus zweiter Hand erfahren und glauben, es sei, Kommmunikation über änigmatische Akommunikation enthält änigmatische Spuren, eine besondere Disseminativität, die kommunikativ „infiziert“, machen nicht allein Wunsch, Suggestion und Erwartung aus Fremd- Selbsterfahrung, Scheinselbsterfahrung.
Eine offene Frage ist, ob die Akommunikation wahr oder falsch, echt oder eine Täuschung ist. Ob ich vom kontrollierbaren Bereich der Kommunikation – an deren Grenze der Agnostiker stehen bleibt – in den unkontrollierbaren Bereich der Akommmunikation, ob ich vom Agnostizismus zum Glauben als Wissen über ein Wissen, das nicht nur glaubt, das Inkontingentes enthält, zu Recht oder zu Unrecht übertrete. Deswegen gibt es zwischen Wissenschaft und Religion keinen Dissens: Beide wollen nicht falsch liegen, nicht einem Irrtum, Betrug oder einer Täuschung aufsitzen. Kein Gläubiger will etwas Falsches glauben, einem Fake aufsitzen. Wetten? Wir sollten darüber Umfragen anstellen, den Schreibtisch hin und wieder verlassen: um einen epistemisch präzisen wie kollektiv repräsentativen Begriff von „Religion“ zu erhalten.
Eine andere offene Frage ist, wieviel Disseminativität und Kontagiösität steckt in Akommunikation und wie müsste die „Wissenschaft religiöser Kommunikation“ , wie die „Akommunion „oder „Kommunion“ der Wissenschaft aussehen, um ihrem „Gegenstand“ gerecht zu werden?  Wie oder warum Luhmannianer ihren Wissenschaftsbegriff so definieren, wie sie ihn definiert, warum bei ihnen Wissenschaft über Religion „nur“ Kommunikation sein kann und Religion Kommunikation über letztinstanzlich Inkontingentes im Kontingenten in einem eigenlogisch operierenden Bereich innerhalb des Gesamtbereichs – das zu wissen, ist das eine – warum aber Akommunikation einerseits inkontingenter als kontingente Kommunikation, anderseits disseminativer als disseminative Kommunikation ist (in ihr „disseminiert“ ja nicht nur Innerweltliches)- das ist das andere, das Änigmatische, nicht nur das Enigmatische der „Religion“der Religionen.

02.05.2523

Von Gott sprechen – Gott wie der Sprecher –  ausserhalb des christlich-kirchlichen Rahmens, allein in diesem Milliarden-Konzern ist von Gott-Sprechen pures Geld, nicht nur erkaufte Narrenfreiheit, läuft Gefahr, für verrückt und sektiererisch zu gelten. In der Grosssekte feiern und finden derweil weit grössere Verrücktheiten ihre Abnehmer.

02.05.2523

Über änigmatische Sicht. Die änigmatische Sicht kann helfen, aus alten Religionen und modernen Anti-Religionen hinauszukommen und in die Religion, in die Religiösität, in die Philosophie des Änigmatischen, in Philosophie als änigmatische Spur hineinzukommen, ohne den Glauben an die Wissenschaft zu verlieren.

01.05.2523

Über Geist und Lichtgeschwindigkeit. Die Idee, dass die Welt soweit reicht wie das Licht, ist mit dem Organ des Auges in die Welt gekommen, das einzige Organ, das mit der Lichtgeschwindigkeit in Kontakt treten kann und zu zwei kategorial unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Erkenntnisformen führte, zu einer quasi-ewigen, in die Zukunft (unseres potentiellen Nahraums) blickenden, und einer quasi-endlichen, den Nahraum begreifenden. Eine Unterscheidung, die weder in Kants Kritik der Vernunft noch in Merleau Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung (1945) – um hierbei Husserl und Heidegger mitzumeinen – eine Rolle spielt, als blinder Flecken ihres Denkens überspielt, übergangen, ignoriert wird. Mit dem Auge und dem Licht führte sich wohl auch der Eindruck als Unterscheidung in der Selbst-, nicht nur in der Welt-Wahrnehmung ein, dass unser „Geist“ und „Körper“ (Vorhandenheit) getrennte Daseinsformen in unterschiedlichen Zeitordnungen sind (Mit den Gedanken fliege ich, mit dem Blick, mit Plan und Vision bin ich schon hundert Kilometer weiter, am Ziel, während ich mit dem Körper, in der Physizität meiner Physisteme, Schritt für Schritt noch Stunden brauche, um mich bis zum Ziel zu schaffen. Im Nahbereich beweg ich mich in der Newtonschen Physik, im Fernbereich, der sich im Licht- und Sichtfeld (der Vernunft, der Wahrnehmung) erschliesst, hab ich die Gravitation und die lineare Zeit-Räumlichkeit quasi-transzendiert, die „Physik“ des Licht -und Sichfeldes ist eine komplett andere als die newtonsche. Insofern ist Einstein tatsächlich in seinem Denken nicht viel weiter als bis zur Lichtgeschwindigkeit, bis zu seiner eingeschalteten Schreibtischlampe gekommen. Doch was heisst: „nicht viel weiter?“ Zu seinen spekulativen Gedanken über die „Blackbox“, die synchron Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit enthält, wir würden sie der änigmatischen Dimension zuschreiben, siehe ÜdA Bd. …2519.

30.04.2523

Über Nietzsches „Gott ist tot“.  Gott kann nicht tot sein, noch lebt er, das sind zu anthropomorphe Kategorien. Ontologisch gehören der Mensch, der lebt, zeugt, stirbt, und das Göttliche, das west, einem extrem unterschiedlichen Sein an – wir, dem Sein der Genesis unserer Welt, das Änigmatische, dem Sein der Genesis Änigma – einem Sein,  das eine sehr abstrakte Gemeinsamkeit besitzt: nicht Nichts zu sein, überdies eine änigmatische Dimension, eine änigmatische Spur, die unserer Ansicht nach auf ein urgründliches Selbstsein hinweist, das „Genesian“, das als etwas zwischen Anaximanders Apeiron und Aristoteles Unbewegt Bewegendem west. Dieses Genesian begründet, ermöglicht die Genesis des Weltlichen und die Genesis des Änigmatischen, als höchst Verschiedenes. Durch das Genesian läuft änigmatische Spur als causa prima, erste Seinsdifferenz, Sein, Differentsein, das die Genesis der Welt und der Änigma generiert.  Ob die Genesis der Änigma unserer „Physik“ folgt ist genauso zu bezweifeln, wie dass sich in ihr Zeit und Raum wie in unserer Welt differenzieren, ausgenommen in der änigmatischen Dimension, in die eine Verbindungstangente mit „Kontaktpunkten“ ragt.

II. Für uns ein Rätsel, Änigma, noch mehr Rätsel: Genesis Änigma, das Andere des Anderen unserer Welt.

III. In unserem Sein (Genesis unserer Welt mit änigmatischer Dimension) zeigen sich ontologisch unterschiedliche Seins- und Entstehungs, Beziehungs- und Verbindungs-, Trennungs- und Differenzierungsformen.

30.04.2523

Über den Übermenschen. Nietzsche wurde wie die meisten Menschen nicht von einer änigmatischen Spur merklich gestreift, akommuniziert, erleuchtet, dennoch oder vielleicht gerade deswegen simulierte er Erleuchtung und schuf in dieser Simulation eine Ersatz-, eine Popanz-Religion, Also sprach Zarathustra. Besser, gesünder vielleicht auch, und sicher weniger anmassend wäre es gewesen für den Philologen, statt den „Anti-Christ“ zu schreiben – nebst einer Todesanzeige für Gott und einer Geburtsanzeige für den Übermenschen – sich als Archäologe auf die Suche nach dem versteckten Grab des Jeshua zu machen.

29.04.2523  (1-6)

28.04.2523 (2)

Der Klassiker unter den akommunizierten Käufmännern, unter jenen, die das „Himmelreich“ gefunden haben oder von ihm gefunden worden sind, ist Mohammed. Er war ja immer auch Geschäftsmann, nie Prophet und heiliger Krieger allein. Er verwaltete seinen Reichtum, den ihm der Himmel schenkte, die Perlen, die Schätze des Himmels, mit extremem Besitzerstolz und der Bereitschaft, ihn mit jeder dafür notwendigen Gewalt zu verteidigen und zu bewahren. Dieben schlug er die Extremitäten, den Kopf ab. Nur einen Diebstahl konnte er nicht verhindern, den seines Testaments, dessen Diebe sich die Köpfe fortan gegenseitig abschlagen (Konsequenz der Vernichtung, des Verlustes eines Testaments, das die Nachfolge nach Mohammed regelte, war ein mörderischer Nachfolgerkrieg, der den Islam spaltete, ausgetragen in einem expansiven Umfeld spätantiker, patriarchaler Sklavenhaltergesellschaften der Arabischen Halbinsel, im Glauben die beste, wahrste, letzte und siegreichste der abrahamischen Überlegenheitsekstasen zu repräsentieren und zu missionieren).

28.04.2523

Über Gleichnisse für änigmatische Akommunikationen und Akommunizierte in der Christlichen Bibel: Schatz im Acker (Bauer) und kostbare Perle (Kaufmann) (Matth 13). Aus änigmatischer Sicht wird das Gegenteil daraus: Der Finder des „Himmelreichs“ oder der vom „Himmelreich“ Gefundene wird den Schatz, die Perle nicht für sich behalten, er wird ihn allen zugänglich machen, ihn der Menschheit wie ein Potlach verschenken.

27.04.2523

I. Über die Ebioniten. die vedrängten und permingierten Originalchristen. April 2021 christl. Zeit der Wikipedia-Artikel „Ebioniten“  ist zwar besser, sachlicher geworden, doch immer noch bleiben wesentliche Dinge unerwähnt, etwa, erstens, dass unter diesen Originalchristen Leute waren die im Gegensatz zu Paulus den historischen Jeshua und dessen Familie persönlich kannten, deswegen stand es für sie ausser Frage, ihm wunderliche Dinge wie Jungfrauengeburt, Göttlichkeit und den Tod des Sündenbefreiers aller, auch Nicht-Juden, die an ihn glaubten und für die er gestorben sein soll, zu unterstellen, und, zweitens, dass das ebionitische Matthäus-Evangelium nicht  der „paulinisierten“ Version, die nach Nicäa kanonisiert wurde und heute als „das Matthäus-Evangelium“ betrachtet wird, entsprechen kann, dafür enthält diese Version zuviel paulinische und zu wenig ebionitische Theologie.

II. Über Ebioniten, teilweise als Sammelbegriff für alle Originalchristen (seit/im 19. Jh.) , teilweise als originalchristliche Sekte, siehe die Einträge in allen Bänden von Über die Anfänge.

26.04.2523

Über die Archivierung des Christentums: Zur inter-jüdischen Dauerfehde im Neuen Testament. Hier wird davon ausgegangen, dass die Fehde zwischen einer neuen aufsteigenden paulinischen Überlegenheitsekstase, die sich von der jüdischen Klein- zur judenheidnischen Grosssekte, zur „Weltreligion“ öffnet, und der etablierten jüdischen Überlegenheitsekstase, das Neue Testament massgeblich prägt und sowohl die Berichte über Hass und Todfeinschaft von Juden gegen den Juden Jeshua, der sich als Gottes Sohn, zumindest als akommunizierter König aller Juden, präsentiert, wie ihn die jüdische Prophetie ankündigte (ein Profil, in das Jeshua hineingemurkst wurde, ähnlich wie das Alte Testament in das Neue), als auch die Berichte über blinde Bewunderung und abergläubige Zustimmung für ihn, nicht nur einen wahren Kern, sondern den Kern der Wahrheit des Christentums enthalten. Ohne den antisemitischen Topos „des Juden“ als Gottesmörder zu bedienen, gab es in der Tat Leute unter diesen antiken Juden, später auch Heiden (ehemalige Anders- und Nicht-Gläubige), die für Jeshua sterben und ihn am liebsten verewigen und andere Juden, später auch Römer, die Jeshua am liebsten für immer tot und vergessen sehen würden. Wahrscheinlich erst die paulinische Nachdichtung machte aus diesen Juden „Hassobjekte“ für das Christentum, stilisierte sie zum Satan bzw zur grössten Gefahr für alle, die glauben, dass Jeshua „das ewige Wort“ und damit ihr ewiges Heil besitzt, im Gegensatz zu jenen etablierten Juden, die Jeshuas Messiasanspruch (später, in paulinischer Nachdichtung: Gottsohnschaft) als Gotteslästerung zurückwiesen und seine prätendierte Fähigkeit zur Weissagung verhöhnten  Vgl. Matth 26 „Siehe jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Da spien sie in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht und sprachen. Weissage uns, Christe, wer ist’s der dich schlug?“ und. Joh. 8 „Ich weiss wohl, dass ihr Abrahams Kinder seid, aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum bei euch. Ich rede was ich von meinem Vater gesehen habe (eine Akommunikation, eine Traumvision) und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. (d.h. Moses Akommunikationen).“ Diese Jeshua-Figur erinnert hier gläubige Juden, die Moses Akommunikationen folgen, daran, dass er ebenfalls Akommunikationen von Abrahams Gott folge, von daher die gleiche Autorität und Gefolgschaft wie Moses verdiene. In solchen Dialogen, die allesamt „Stellvertreterbeschreibungen“ von Vorfällen, die stattgefunden haben könnten, sind, fällt auf, dass sich die Jeshua-Figur nicht wie vor seinen Followern als Gott inszeniert, sondern, arianisch, „bloss“ als (von Abrahams Gott) akommunizierter Mensch („Der mich gesandt hat ist mit mir“). Joshuas Spiessrutenlauf durch das alte Judentum und Römertum kulminierte bekanntlich in der römischen Strafrechtspraxis und der daraus folgenden Kreuzigung – später machte die paulinische Theologie einen Triumphzug der Passion Gottes daraus. Es öffneten sich Türen für ihn, vor allem bei unbedarften Leuten, andere schlossen sie, und warfen Steine auf ihn wie auf einen tollwütigen Hund. Joh 10 „Da hoben die Juden abermals Steine auf, dass sie ihn steinigten“. Wo er nicht als Wundermann auftrumpfen konnte, begegnete ihm jüdische Heimtücke, satanische Hinterlist und Falschheit der Rabbiner. Luk 20 „Und sie stellten ihm nach und sandten Leute aus (Spione, Geheimdienstler), die sich (ver)stellen sollten , als wären sie fromm, auf dass sie ihn in seiner Rede fingen damit sie ihn überantworten könnten der Obrigkeit und Gewalt des Landpflegers.“ Er hingegen folgte seiner Mission und forderte Gottestreue zurück:. Luk 19 „Mein (…) Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber habts gemacht zur Räuberhöhle“. Aber die Rabbiner (Hohepriester) und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten danach, ihn umzubringen.“ (Das „mein“ weist auf eine paulinische Nachdichtung hin, davon ausgehend, dass der historische Joshua sich als von Gott akommmunizierter Mensch, nicht als Gott begriffen hatte). Die „Jeshua-ist-Mensch-Linie“ zieht sich in den Evangelien zwar durch, parallel zur oder überlagert von der „Jeshua-ist-Gott-Linie“, die im 3. Jahrhundert n.Chr. besser zur nicäischen Überlegenheitsekstase passte, darunter die Vorstellung der Auferstehung und Himmelfahrt wie der Begriff „Christi/Christus“ statt Jeshua. Je mehr sich die christliche Bewegung mit schnell wachsendem Zulauf im 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. etablierte und sich vom historischen Jeshua entfernte, desto mehr wurde dieser vergöttert und dessen Sterben zum Dauerszenario (Eucharistie, Weihnachten, Ostern, usw.). Neben dieser Verklärung zieht sich durch die Evangelien auch die negative jüdische „Mörderlinie“ oder „Strafaktionslinie“. Ein grosser Teil des jüdischen Establishments sah in ihm bloss einen Häretiker mehr, einen Erzverbrecher, einen Gotteslästerer, zudem kritisierte er ihre Finanzgeschäfte unter dem Deckmantel der Religion ähnlich wie Luther die Finanzgeschäfte des Papstes unter dem Deckmantel der Religion kritisierte, ja, für des Teufels erkärte und die Tempel, jetzt die Kirchen von ihrem un(zu)gehörigen Dekor teilweise im Sturm befreite wie Jeshua die Tempel von ihren Händlertischen. Auch auf Luther wurden Fangfragen und Häscher abbestellt, auch gegen ihn hegten konservative Religionsverwalter Pläne, den Häretiker zu töten, da passte dann auch für Luther in dieser paulinischen Konstellation einen „gesunden“ Hass auf Juden zu entwickeln, nicht nur auf den Papst und seine teuflischen Mitläufer. Luther blieb immer brav in der paulinischen Konstellation, sozusagen bei Nicäa und Konstantinopel stehen, auch mit seinem Judenhass, er ging nicht an die vorpaulinischen Ursprünge, vor die Kreuztheologie in die ebionitischen Fragmente zurück, wo der Judenhass wahrscheinlich eine kleine Rolle spielte, dafür der Hass auf oder die Furcht vor Paulus als „der Apostat“ die grosse.  Wohlgemerkt unter Christianern bzw. ebionitisch-originalchristlichen Sekten. Wie radikal die Verhältnisse in dieser jüdischen Jugendbewegung und Endzeitsekte um den historischen Jeshua tatsächlich gewesen waren, davon könnten einige Passagen in den Evangelien zeugen, siehe z.B. Luk 14:  „Es ging aber viel Volks mit ihm und er wandte sich und sprach zu ihnen. So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.“ Auch diese Ausssage steht im Kontext der inter-jüdischen Fehde, siehe Matth 5, wo in der Figur Jeshuas, die Anti-Thesen oder „neuen Thesen“ (Einheitsübers. 2016) zu Ehebrechen, Schwören und Feindesliebe vorgetragen werden : in diesem Fall ist es die Anti-These gegen das vierte („Du sollst Vater und Mutter ehren„) der Zehn Gebote, die angeblich Moses akommuniziert wurden – auch diese Gebotstafel war für Jeshua nicht mehr heilig, als Gottes update setzte er Gottes update darüber, präziser, im überlegenheitsekstatischen Glauben an ihn machte das die paulinische Endredaktion, Jahrzehnte nach dem historischen Jeshua. Ihr Jeshua dreht den Spiess um, sein Gebot hiess: Ihr – gemeint waren Männer – sollt eure Eltern hassen und mich mehr als euer Leben, eure Kinder und eure Ehefrauen lieben. Lies: Denn sie alle werden bald weltlich tot sein, ihr Fleisch verlieren und als Seelen in das Reich seines Vaters eingehen, himmlisch leben, nach Johannes-Evang. bewahrt er sie sogar vor dem Gericht, d.h. vor der Hölle (was will man mehr!). Die Paulinische Endredaktion der grossen Konzile im 4. Jh.n.Chr. etablierte einen Kompromiss zwischen Männern, die die Ablösung von der Welt (Eltern, Familie, Frau, Sex, etc.) als Zeichen der geistigen Verheiratung mit Jeshua und der von ihm verheissenen Ewigkeit wählen, die seine Jünger werden, und den Alltags- oder Normalmenschen, die wegen der Hoffnung auf Unsterblichkeit und Paradies, an Jeshua wie Versicherungsnehmer an eine Versicherungsgarantie glauben, ansonsten dem jüdischen „liebet und mehret euch “ folgen, d.h. anti-homosexuell und un-monastisch, in heterosexueller Verehelichung, usw. Aus änigmatischer Sicht geht uns diese historische, im antiken Nahosten und Römerreich zu verortende interjüdische Fehde, eine Fehde zwischen zwei abrahamischen Überlegenheitsekstasen, die sogar Jeshuas Auferstehung und Himmelfahrt zugrunde liegt (vgl. 08.04.2523) und anderen Wundern, die er begangen haben soll (vgl. ….2522), nicht mehr viel an, sie ist in das historische Archiv zu überführen, ausgenommen änigmatische Spuren, sollten sie sich in ihr, im Christentum, im Judentum, verbergen, die jedes weltliche Archiv sprengen, transzendieren.

25.04.2523

Auf der Suche nach der Wahrheit des Christentums. Die Bewegung „Maria 2.0.“ will „Jesus“ „richtig kennenlernen„, will „richtig hinhören“ „was Gott [Abrahams und Jesus] wirklich gesagt“ hat (Zitate aus TV-Interview).  Das einzige Mittel, der einzige Weg dorthin aus änigmatischer Sicht ist aber kaum Meditation, bis sich die „richtige“ Erleuchung und Eingebung einstellt, sondern Studium, quellenkritische und geschichtswissenschaftliche Kompetenzen, detektieren und kombinieren von Spuren, direktes und indirektes logisches Schliessen und wahrscheinlichkeits-kalkulatorisches Approximieren, was zu Einsichten führte und führen würde, die „Maria 2.0“ mit Sicherheit nicht erwarteten, ja, befremdeten und enttäuschten. An welchen Jesus wollen sie denken, welchem „richtig zuhören“, wenn der, den sie kennen, eine kanonisierte Endredaktion und Glättung teilweise inkompatibler Fragmente und Palimpseste, keine Abschrift von Originalaufnahmen von Aussagen eines Juden ist, der wahrscheinlich weder von einem Heiligen Geist duch eine verkappte Vergewaltigung seiner Mutter gezeugt, noch nach seiner Kreuzigung wiedergeboren und  vierzig Tage später gen Himmel teleportiert wurde, viel wahrscheinlicher, viel naheliegender ist, dass er, um ihn endgültig vor rachsüchtigten Grabschändern, seinen Hassern und Mördern unter den Juden zu schützen, äusserst heimlich vergraben werden musste und als Revanche und Genugtuung dafür jetzt erst Recht zum Messias, zu einem Himmelgänger verklärt wurde, dass m.a.W. in diesem paulinischen Christentum unterschwellig eine nicht abgeschlossene inter-jüdische Fehde herrscht  – voller Überlegenheitsstreben, Rachemotive, Schadenfreude und Nächstenhass -, in die die Gläubigen auch 2000 Jahre später hineingezogen werden, ob sie es bemerken oder nicht.  Wie „Maria 2.0“ ist auch die änigmatische Sichtung interessiert daran, einen akommunikativen Gehalt, eine änigmatische Spur in diesem riesigen Durcheinander, das sich „Christentum“ nennt, zu finden. Das Resultat dieser Untersuchung bleibt allerdings offen, sucht möglichst nicht das am Ende hervorzuschaffen, was zuvor in es hineingelegt, hineinprojiziert wurde.

24.04.2523

Papst Benedikt XVI. bzw. kath. Theologieprofessor Joseph Ratzingers „Die Rede in Auschwitz“ (2006 christl. Zeit) als Zeugnis für die Ignorierung des christlichen Antisemitismus, ein Zeugnis dafür, was Süselbeck (2021 christl. Zeit) „immer noch ein Tabuthema“ nannten. Statt post-abrahamische wissenschaftliche Aufklärung ein falsches Märchen, eine rhetorisches, von den Bösen in Form der Nazis, die mit dem Volk den Gott der Juden, damit auch der Christen, in Auschwitz, Sobibor, etc. vernichten wollten.

—–in bearb.—-  Über Paulinismus als Inszenierung als „Christentum“.  /Sueselbeck / 

Joseph Ratzingers Rede in Auschwitz voin 2006 christliche Zeit  (Benedikt XVI.  Wo war Gott? Die Rede in Auschwitz Mit Beiträgen von Elie Wiesel, Wladyslaw Bartoszewski, Johann Baptist Metz. Freiburg u.a. 2006, 59 S.) ///// // Ein Stück Verdrängung und Verblendung im Kapitel „christlicher Antisemitismus ist Ratzingres Rede in Auschwitz von 2006. Anstatt sich den Tatsachen zu stellen   – war es Ratzingers Strategie, statt Hitler, Eichmann und andere Nazis, nationalsozialistische Christen

Theologieprofessor Ratzinger, den die Oberen seiner abrahamischen Grosssekte, 2005 bis 2013 christliche Zeit zu ihrem Führer machten, den sie „Papst“  oder „Papa“ nennen, hielt 2006 in Auschwitz die kurze Rede „Wo war Gott?“ – mit den sektenüblichen provinz-universalisierten Gottesprojektionen und Metaphern („….nur (…) Gott kann unsere Herzen (…) auftun (…) und reinigen (…)..“), die wie in diesem Beispiel in den paulinischen Zirkelschluss der Versündigungs-Unterstellung (Seelen-Verdreckung) für „uns“ (Sektenangehörige) und der Entsünder-Unterstellung für Gott (Seelen-Reinigung), lies: jüdischer Gott Abrahams, führt – Gott  fungiert hier wie die Mama, die das Kleinkind reinigt und sauber hält, auch seinen Urin und Kot wegputzt, was ohne ihre Hilfe nicht ginge – heutzutage wechseln auch Väter die Windeln ihrer Kinder.  – durch die Göttliche Waschschleuse, durch den Seelenwolf lässt das Fleischliche, das mit dem Sündigen, Schmutzigen in eins gedacht wird in dieser Sekte  – vollkommen Seelenrein — oder verdreckt in die Kloake fallen..

//nicht durch –  spült es uns vollkommen vollkommen reine Seele in den Himmel, oder es lässt uns vollkommen verkotet in die Kloake fallen.  In dieser Rede wird nicht einmal das Wort „Jesus Christus„, dafür immer das Wort „Gott“ genannt : „Der Gott, dem wir glauben, ist ein Gott der Vernunft…..die eins mit der Liebe, mit dem Guten ist.“ (14) aus änigmatischer Sicht ist auch diese Aussagen nicht mehr als ein Anthropomorphismus aus dem infantilen Erinnerungsspeicher, sie steht im inneren Resonanzraum der Erinnerung an die allmütterliche Mutter, die in der ersten Phase des Lebens die Schöpferin, die Hüterin, die Vesorgerin, die Reinigerin, die Liebe und das Gute in einem war. Der einzige Satz, die einzige Aussage aus dieser Rede, der vom „änigmatischen Rasiermesser“ nicht entfernt wird, ist der Satz, ist die Aussage „Wir können in Gottes Geheimnis [lat. aenigma, Gott Änigma] nicht hineinblickenwir sehen (…) nur Fragmente“ (13). Das meiste sonst, was über „Gott“ geredet wird, sind Anthropomorphismen und weitere unzulängliche Projektionen.

unsensiblel gegenüber dem Kontext, vor allem gegenüber dem christlichen Antisemitismus, der seinen Beitrag an Auschwitz  …………- von Ratzinger

, dass er überfordert ist mit der „Schuldfrage“ sowohl als Deutscher als auch als paulinisierter Christ  – ein doppeltes Kreuz…. – allerdings eine ganz andere als metaphysische, ausserdem wäre es verständlich gewesen, dass das Auschwitz-Kuratorium einen Auftritt des Papstes, Führer einer juden-heidischen Sekte, die Juden während Jahrhunderten permingierte, denunzierte, schlecht redete, als Sündenbock benutzte, für pietätslos und obszön- stattdessen heisst es pathetisch „Ich musste kommen.“ (…) um „Die Gnade der Versöhnung zu erbitten“ -ausserdem rammte er die paulinische Kreuztheologie der mit dem historischen Jeshua nichts, mit dem christlichen Antisemitismus viel zu tun hat, performativ- symbolisch// in Auschwitz in den Boden) :

 

und dass er den Gefolgsmann seiner Sekte und die bizarren Gedankenverrenkungen eines Rudolf Krause, der es mit viel Rosa Brille und Scheuklappen schaffte Paulus – der Begründer des christlichen Antisemitismus -als „ersten grossen judenchristlichen Ökumeniker“ schönzureden und umzudefinieren – da Papier alles annimmt, was jemand schreiben will.

23.04.2523

Was werden wir unseren Freunden und Freundinnen in 500, in 5000 Jahren aus unserer Zeit mitteilen können? Dass wir grosse Gesangskunst, grosse Filmkunst genossen? Dass wir traurig sind, dass George Michael, Whitney Houston und John Lennon (wir könnten auch Amy Winhouse, Jim Morrison, Janis Joplin, Jimi Hendrix und Brian Jones nennen) und  so früh gegangen sind? Dass Millionen, Milliarden zu früh gegangen sind? Dass wir die erste globale Pandemie durchmachten? Dass die militärische Aufrüstung zügellos weiterging? Dass die Zerstörung der Erde zügellos weiterging? Dass wir auch für sie, für sie dagegensteuerten?

23.04.2523

Häusliche Schiffe, Übunten, sind die schwimmenden Höhlen-Schiffe-Häuser der Zukunft (zu Übunten siehe Technopia (2017)). Sie bewegen sich im Unterdeck im Urmedium Wasser, im Zwischendeck im Urmedium Wasser/Luft und im Oberdeck im Urmedium Luft.

22.04.2523

Corona und die Sesshaftigkeit des homo sapiens. Der Ruf ging um die Welt: Zurück in eure Höhlen! Und  alle taten, was geboten war! Die Pandemie, die einen grossen Teil der Menschheit aufgrund akuter Gefahrenabwehr mit erstaunlich wenig Widerstand zu fast zweijähriger Sesshaftigkeit in der Heimat-Höhle, zum Nest-Hocken, zum Home-Office, zum  Aussitzen der Belagerung zwingt, kann als Beleg dafür genommen werden, dass Homo sapiens, länger und ursprünglicher als gedacht, ein sesshaftes Wesen mit sicherem Revier, das Gefahr von ausserhalb gewohnt ist, kein genuin nomadisierendes Wesen ohne feste, sichere Heimat ist. Genuin ist allerdings auch die Beweglichkeit und der Aufenthalt zwischen dem Auszug aus und dem Einzug in die nächste Höhle, das interimische Nomadisieren, das wir heute in der Form von „Abenteuerreisen“ und „Urlaubmachen“ als endogenes, aber auch von „Arbeitsuchen“ und „Partnersuchen“ als exogenes Nomadisieren am Laufen halten. Mit der Zeit wird die Höhle und ihr Revier zu klein für alle – dazu braucht es keinen freudschen Aufstand der Söhne gegen den Patriach: irgendwann, je älter und erwachsener sie (und die Töchter) werden, fehlt der Platz für alle, drängt der Drang nach aussen, das Läufige zum Laufen. Heute gibt es fast kein unbekanntes Auswärts mehr, auch keine Türe, vor die wir uns oder andere setzen können (obwohl das gemacht wird und vor diesen Türen Stauzonen entstehen: z.B. an der Grenze USA-Lateinamerika und EU-Afrika/Naher Osten), wir sitzen alle im gleichen Boot, zeitweise in der gleichen Höhle und von Anfang an auf dem gleichen Planeten.

21.04.2523

Über verschleierte Urheimat. Der Weihrauch in katholischen Kirchen, in denen neben Unterwerfungsgesten vor dem Alpha-Tier meta-kannibalische Rituale vollzogen werden – der Übermächtige wird einverleibt, der Machtlose Teil des Übermächtigen -, ruft Erinnerungen an die archaische Urheimat des komplexesten Eingeborenen und Rudelwesens dieses Planeten wach.

20.04.2523

Kirchen, Moscheen und andere gottgeweihte Hohlräume sind Über-Höhlen und Über-Uteruse, Reminiszenzen an unsere Urheimaten, Sloterdijk (1998) sprach von „Mutterbäuchen„. Es ist also in Kichen eher urchig als metaphysisch, aber da dieses Urchige so urzeitlich alt ist, verschwindet der Unterschied zwischen Übernatürlichkeit und Urzeitlichkeit in Rauch und Schatten.

19.04.2523

Über den Exodus der Menschheit aus den Höhlen: von der Höhlensesshaftigkeit zur Hüttensesshaftigkeit. Stammesgeschichtlich sind Uterus, Fruchtblase und steinerne Höhle Ur-Heimaten und -Behausungen des homo sapiens, selten war und ist unsere Erst-Umwelt das offene Feld, der unbedachte Raum. Statt von „Säugetieren“ spricht die Biologie auch von „Amnioten„, engl. amniotic sac – Fruchblase. Die Höhle ist nach Verlassen der Blase oder uteralen „Höhle“ die erste Umwelt mit amniotischen Attributen – gewölbt, hohlräumig, lichtabgewandt, rundum gleichähnlich, mit einem Ausgang ins Freie, usw., für den amniotischen Homo sapiens war die Höhle während mindestens hundertausend Jahren der Prototyp von häuslicher bzw. amniotischer Sesshaftigkeit, von Heimat. Wir sind nicht der verbreiteten Meinung wie sie Carl Schmitt und jüngst wieder Peter Sloterdijk (1998, S. 276) vertreten, erstens, dass der Wechsel von Nomaden zu Sesshaften eine treffende Vorstellung unserer Urgeschichte ist und, zweitens, dass „der Raumtypus Heimat“ nach diesem Wechsel entstand, verstanden als  „frühe bäuerliche Bodenfixierung„: „wo Vorräte Projekte möglich machen und wo tote Ahnen ihre Wiederkehr-Reviere abzirkeln, dort bildet sich der neue Raumtypus Heimat.“ (1998, S. 276). Unsere These lautet: Der neue „Raumtypus Heimat“ hatte sich in der Höhlenzeit der Menschheit, viele zehntausend Jahre früher als wie bisher angenommen ausgebildet, in der Höhlenkultur, die an die Jagd- und Sammelökonomie angebunden war, lange nach der Baumkultur des Vormenschen und lange vor der Bauernkultur des Homo sapiens nach dem Exodus der Menschheit aus den Höhlen – von der Höhlensesshaftigkeit nach und nach zur Hüttensesshaftigkeit. Heimat  – symbolisiert in Venusfigurinen, die die Jäger und Sammlerinnen mit sich trugen – war die Höhle, die Grotte, der Ort, an dem Menschen aus der Höhle in ihrer Mutter zu ihrer Höhle in der Welt kamen. Zur Oberklasse zur Bourgeoisie zählten die privilegierten HöhlenbewohnerInnen – alle anderen mussten sich in Erdlöcher verkriechen oder sich ganz aus dem Revier der Höhlengemeinde „verpissen“. Vielleicht entstand Höhlenkunst zu einer Zeit, als der Exodus der Menschheit aus den Höhlen unumkehrbar geworden war. Verlassene Höhlen wurden zu den ersten Ateliers der Menschheit, nicht nur zu Ställen, Waffenkammern, Räucherhäusern und Speichern umfunktioniert, die photo-realen Tiere, die vor 40 000 Jahren abgezeichnet wurden, standen dabei teilweise tot oder lebendig in der Höhle Modell. Oft finden sich Abdrücke von Menschenhänden neben diesen Steinzeitmalereien – der Urtyp der Künstlersignatur. Hände, die anzeigen: ich regiere über die Bilder der Tiere und die Tiere: ich permingierte sie, d.h. ich markiere mein Revier über sie, ich bilde sie nicht nur ab:  ihr gehört mir und in mein Revier, ich schreibe euch in meine Heimat ein. Der Mensch war nicht zuerst ein Nomade und wurde dann sesshaft, er war ein sesshafter Höhlengänger und ein wandernder Höhlensucher, ein Wanderer zwischen seiner Höhle und der nächsten, bis er für immer aus der Höhle trat, bis das Verhältnis zwischen Menge von Höhlen und von Menschen, die sie bewohnen wollten, immer stärker auseinanderklaffte und sie sich After-Höhlen bauten, mobile und stationäre. Erst als er imstande war, die Höhle auf die Jagd mitzunehmen wurde der Mensch zum Voll-Nomaden, und blieb es bis heute in Teilen der Mongolei und Afrikas, bis ins 19. Jahrhundert lebten die Indianer Nordamerikas als solche jagenden Voll-Nomaden, Urahnen, auch sie, des Exodus der Menschheit aus den Höhlen in Hütten mit Wällen, Burgen auf Felsen, Städten mit Steinmauern und fahrende Zelte.

18.04.2523

Wo sich der Mensch herausnimmt oder herausgenommen wird, wird er mit Spott, Hohn und Neid zurückgenommen. Dabei kann Neid bereits auf dem Weg der Bewunderung sein, zunächst einmal wird beneidet, dass er herausgenommen wurde oder sich herausnimmt, dann wird der Neid wegbewegt und hinbewegt bewundert. Auch Talente und Genie entstehen selten in zwischenmenschlicher Kommunikation, im genetischen Erbprozess und in eigentümlicher Selbsterfahrung, die in der Fremderfahrung ihre Entdeckung, ihren Neid und ihre Bewunderung findet.

18.04.2523

Die Professur, die ich anstrebe, ist die Professur für Änigmatologie oder Änigmaontologie, erreichen kann Mensch sie durch ihn erreichte Akommunikation, nicht allein durch Erreichen bestimmter zwischenmenschlicher Kommunikation.

17.04.2523

Frühstücksei mit Küng oder Christentum so, dass dir der Appetit darauf vergeht.

17.04.2523

Schwadronieren mit den Küngs. Wir erinnern uns, dass Jan Süselbeck noch 2021 christl. Zeit meinte, der „christliche Antisemitismus“ sei nach wie vor ein „Tabuthema“ .  Wie das vor dreissig Jahren war, wie darum herumgeredet wurde, das macht Hans Küng: Das Judentum (1991) vor. Küngs unerträglich geschwätzige Art, sich sein „Gottesverständnis nach Auschwitz“ (714 ff.) so hinzubiegen, dass er danach mit erneuertem christlichen Gottvertrauen und Appetit zum Frühstücksei übergehen und sich sein Gehalt als christlicher Theologieprofessor weiterhin guten Gewissens überweisen lassen kann…. Beispiel: „Und weil (…) Menschen (…) sogar in Auschwitz gebetet haben, ist das (…) Gebet nach Auschwitz zwar nicht leichter geworden, aber sinnlos, nein, sinnlos kann es jedenfalls deshalb nicht sein.“ Lies. Aber sinnlos, nein, sinnlos kann das Christentum jedenfalls deshalb nicht sein, auch wenn das nach Auschwitz nicht leichter geworden ist… Statt mit dem real existierenden christlichen Antisemitismus, der von der „offenen“ Denunziation bis zum „versteckten“ Subtext im christlichen Hauptgebet reicht („…und erlös uns von dem Bösen (lies: den Juden)“) redekonstruktiv aufzuräumen und moralisch abzurechnen, bevorzugt es Küng, an dieser Stelle mit der „Theologie des Schweigens“ (727) einzusetzen. Amen. Dort, wo Über die Anfänge mit der „postabrahamischen Aufklärung“ beginnt, setzt beim Berufschrist „die Theologie des Schweigens“ (oder das Schwadronieren) ein. Küng war sich durchaus bewusst, dass das paulinische Christentum von seiner Überlegenheitsekstase über jene des Judentums lebt. Er zitierte den Aufsatz von A. Eckardt, J. Moltmann, the Jewish People, and the Holocaust (JoAAofRel, 1976) und kommentierte: „In der Kritik am Triumphalismus der christlichen Theologie gegenüber den Juden sind wir uns eins, das heisst aber nicht, dass man jeden Versuch einer christlichen Eigenprofilierung schon als offenen oder vesteckten Triumphalismus brandmarken darf, wie dies Eckardt gegenüber Moltmann tut.“ (S. 875, FN).  Wieviele  und welche dieser „Versuche“ den christlichen Triumphalismus ausmachen, wird indessen nicht weiter befragt und hinterfragt, während Über die Anfänge, nach Analysieren und Evaluieren des „offenen und versteckten Triumphalismus“ im Christentum, zur Erkenntnis vorstösst, dass die wesentliche Eigenprofilierung des Siegerchristentums (Stichwort: paulinische Kreuztheologie) tatsächlich seine Überlegenheitsekstase, der von Hass und Gegenhass, von Konkurrenz und Permingation getriebene „dialektische“ bzw. paulinische Triumphalismus „gegenüber den Juden“ und den ersten originalen Christensekten (ebenfalls Juden) ist – von Geschehnissen (Wunder!), Geboten bis Gebeten  – siehe dazu 07.04.2523 Über Auferstehung, das Grab des Jeshua und änigmatische Spur im Christentum). Und so weiter, bis zu den Konsequenzen, die daraus gezogen werden. Über die Anfänge und änigmatische Erfahrungen ziehen ganz andere daraus als Küng & Co., uns ist der Appetit auf Christentum vergangen, Küng schwadroniert so lange, bis seiner wieder hergestellt ist. Uns eint mit Küng & Co. zwar die Freundschaft mit Israel, politisch, ethisch, solidarisch und human begründet, einschliesslich einer radikalen Abrechnung mit dem ideologischen Apparat, der im Abendland während Jahrhunderten die Judenprogrome latent und manifest am Laufen hielt, möglichst ohne theologische Augenwischerei und süffisantes Schwadronieren.

16.04.2523

Über postabrahamisch Aufgeklärte. Die AfD wünscht die Abschafffung der Minarette in Deutschland  – die Schweiz stimmte vor Zeiten für ein Minarett-Verbot (nicht: Moschee-Verbot!) -, doch auch die Kirchtürme verfügen über keine schriftliche Architekturanweisung Gottes. Luther riss in den Kirchen das Dekor herunter, weil es nicht in der Bibel verbürgt sei, doch er vergass die Kirchtürme abzureissen, die sind auch nicht verbürgt in ihr. Wir wollen auch diese phallokratischen Symbole nicht, jedenfalls nicht aus solider post-abrahamischer Wissens- und Glaubensperspektive. Dagegen wünscht Herr Bülent mehr konservative, pro-Erdogan-gesonnene Muslime im Deutschen Bundestag. Aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung, erst recht aus änigmatischer Sicht sind weder konservative und progressive „historizistische“ Muslime, noch „paulinistische“ Christen und Christinnen im Deutschen Parlament (und jedem anderen) zu wünschen, sondern post-abrahamisch Aufgeklärte,  denen geläufig ist, was in diesem Zusammenhang unter „historizistisch“ und „paulinistisch“ zu verstehen ist.

15.04.2523

Über christlichen Antisemitismus (und änigmatische Spur). Dieser sei immer noch ein „Tabuthema“ meinte Jan Süselbeck aktuell, 2021 christl. Zeit: “ Dass das Christentum seit den judenfeindlichen Kirchenvätern, den Pogromen des Mittelalters und auch dem fanatischen Judenhass des späten Martin Luther einer der maßgeblichen Multiplikatoren des Antisemitismus war, ist bis heute ein Tabuthema geblieben.“ (literaturkritik.de). Das entspricht nicht ganz der Forschungslage. Süselbeck relativiert seine Aussage mit dem Hinweis auf Norbert Mecklenburgs Luther-Biographie (2016), die von einem „Geburtsfehler“ des Christentums ausgeht (zu den „Anfangsparadoxa“ der drei abrahamischen Religionen siehe 08.04.2523), den christliche TheologInnen mit Retouchierungen nur scheinbar, nur oberflächlich beheben könnten, sei es mit einer „Bibel in gerechter Sprache“ oder mit einer von Antijudaismen purifizierten Bibel, die sicher bald erscheinen wird. Dass das paulinische Christentum wesentlich aus einer inner-jüdischen Überbietungskonkurrenz (zweier religioider Überlegenheitsekstasen) entstand., „wesentlich“ heisst: bis in zentrale Geschehnisse (Wunder!), Gebote und Gebete hinein (siehe hierzu ….2521), muss auch wegen des Goldenen Kalbes, das das real existierende Christentum für viele heutzutage ist (s.u.) opportunerweise möglichst verleugnet und marginalisiert werden. Die „tiefste Hassquelle des christlichen Antisemitismus“ war für Mecklenburg der Umstand, dass jeder theologisch bewanderte Jude das Fundament der christo-paulinischen Theologie zum Zusammenbruch bringen könne. Das ist so nicht richtig. Gehasst, von Paulus als „Satan“ bezeichnet, bei Matthäus als Satan und Rabbi inszeniert, wurde der ins paulinische Blickfeld gestellte „konservative Jude“, weil er die Mission von Jeshua als auch von Paulus ablehnte, mithin aufs schärfste verurteilte. Paulus machte „Verrat“ und „Mord“ durch Alt-Juden daraus, was Ebioniten als Gottes Vorsehung und Plan betrachteten. Vielleicht beruhte Paulus Hass auf Juden  – ein Stück Selbsthass, vielleicht berechtigte Sorge – auf Gegen-Hass heftigster Art. Was werden orthodoxe Juden über ihn gedacht haben, wenn selbst Originalchristen, die Ebioniten, ihn „der Apostat“ nannten? Allgemein lehnt jeder Jude, jede Jüdin das christliche Gedanken- und Glaubensgerüst, vornehmlich darin die Rolle des Jeshua als ihr Messias ab. Dabei fällt das Gerüst für Christen nicht zusammen. Vielmehr steht die Frage im Raum: Woher nimmt der Germanist diese steile These? Seit 2013 wird sie jedenfalls in Über die Anfänge eher breiter als steiler behandelt und getwittert. In Andreas Pangritz Studie Theologie und Antisemitismus: Das Beispiel Martin Luther, 2017, wird Mecklenburgs Darstellung neben anderen referiert. Jedoch weder Süselbeck noch Pangritz erwähnen die Verdienste von Johann Baptist Metz für den Themenkreis „christlicher Antisemitismus“. In Metz Vortrag „Kirche nach Auschwitz“ (1991, publ. 1993) ist die Rede von einem „geheimen Antisemitismus….in psychologischem und metaphyischem Gewand“ „seit Anbeginn“ des Christentums. Wobei er unter „Anbeginn“ merkwürdigerweise die „Tage des Markion“ und „der Einbruch der Gnosis“ (2., 3. Jh. n.Chr.) versteht, nicht Paulus, die Evangelisten und Jeshua , der „Weiche von mir, Satan!„, gesagt haben soll und eigentlich „Jude“ oder „Rabbi“ meinte. Immerhin zitiert Metz Elie Wiesel, gläubiger Jude, Autor und Auschwitzüberlebender, der in der Kritik am Christentum eine Radikalität aufbrachte, die offensichtlich Metz als Berufschrist, der von dem und für das Christentum lebte, fehlte: „Der nachdenkliche Christ weiss, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk gestorben ist, sondern das Christentum“ (engl. 1978) – eine Inspiration auch für Mecklenburg? Erste Publikationen über den christlichen Antisemitismus/Antijudaismus nach Auschwitz erschienen in den 1960er Jahren, zu einer Zeit in der generell die jüngere Vergangenheit und ihre Verdrängungen erstmals aufgerollt wurden. Darunter Arbeiten von D. Runes: Die Wurzel der Judenverfolgungen (1968, dt. 1981). die er seiner Mutter widmete, die in Auschwitz ermordet wurde; von Pinchas Lapide (1967): Rom und die Juden („Auschwitz war einfach Anus Mundi, das Letzte im Ausscheiden des Übels, das die Christenheit bis zum Völkermord hatte anwachsen lassen“) –  wir nennen Auschwitz  die Spitze des (S..)Eisbergs des antisemitischen Christentums – und Friedrich Heer (1968, 2. Aufl. 1989): Der Glaube des Adolf Hitler. Anatomie einer politischen Religiösität, der den „kirchlichen Antisemitismus“ für nicht unwesentlich hielt, ohne viel weiter darauf einzugehen (siehe Über die Anfänge 8 (2020), S. 519), neben Fachmonographien wie z.B. Raimund Baumgärtner (1977): Weltanschauungskampf im Dritten Reich. Kirche in Auseinandersetzung mit Alfred Rosenberg oder Claus-Ekkehard Bärsch (1998): Die politische Religion des Nationalsozialismus. Die religiöse Dimension der NS-Ideologie in den Schriften von Dietrich Eckart, Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler. Ian Kershaw, zitiert von Daniel Goldhagen (1996): Hitlers willige Vollstrecker, wies darauf hin, dass das schwarze, erzkatholische Bayern in der „Judenfrage“ braun wählte, Thüringens nationalsozialistischen Christen feierten in Hitler den Messias. Solche christlichen Provinzen, auch ausserhalb Deutschlands, waren „Brutstätten eines bösartigen volkstümlichen Antisemitismus“ (Kershaw). Hitler selber sprach oft von Vorsehung, gemeint die christliche, die er für sich vorsah (Bärsch), und auch Adolf Eichmann bekannte vor den zutiefst gehassten „Juden“, kurz bevor er gehängt wurde, dass er als guter Christ sterbe (und mordete). Das war nicht Plakete,  bis zuletzt glaubten diese manichäistisch durchgedrehten Christen und Rassisten, ihre Mission sei, für ihre Rasse und ihren Glauben das Böse zu töten, nicht zu tun. Von „christlicher Antisemitismus“ als Tabuthema kann nicht die Rede sein, wóhl aber von einer beflissenen Verdrängung und Schönrednerei des Themas einerseits von Menschen, die in dem Grossbetrieb Kirche, der in Deutschland jährlich über 10 Milliarden Euro umsetzt, irgendein Schäfchen oder Pöstchen an Land zogen oder ziehen wollen – allein für dieses „Goldene Kalb“ der aktuellen Kirche wird sie fortschreitend anachronistisch „zweckangepasst“, „modernisiert“, entkernt – und andererseits von Menschen, die an diesem jüdischen (vermeintlichen) „Gottmenschen“ und Glauben an ihn, trotzalledem, hängen. In Über die Anfänge wird an der Emanzipation von solchen Abhängigkeiten, ohne metaphysische Verluste, gearbeitet, sowohl durch postabrahamische Aufklärung – im asiatischen Bereich: postbuddhistische, posthinduistische Aufklärung, …, – als auch die änigmatische Sicht auf das Aufgeklärte, dazu gehört die „Sichtung“ änigmatischer Spuren, technischer ausgedrückt, die Entwicklung einer Matrix für das Erkennen von akommunikativen und involutiven Ereignissen.

14.04.2523

Über Ökologie und Katastrophe. Rudolf Bahros Bestseller Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Ungekürzte Studienausgabe. Köln/Frankfurt a.M. 1979 [EA 1977] und Fridays For Future (2018).  Ein Jahr vor Erscheinen des berühmten Berichts des Club of Rome „Grenzen des Wachstums„, 1978, erschien im Westen Deutschlands Rudolf Bahros Bestseller, der 12 Jahre vor der kompletten Demolation des real existierenden Sozialismus unter der Regie Moskaus dessen komplette Demolation und Renovationsbedürftigkeit voraussah. Für diese Leistung kerkerte ihn die DDR in eine eigens für ihn präparierte Gefängnisanlage ein, anstatt sich zu reformieren, reformierte sie bloss die Unterdrückung der Reform, anstatt sich an die Reform, die Bahro vorschlägt, zu machen, zeigte sie der Welt, wie mental eingekerkert sie war. Basierend auf DDR-Erfahrungen in allen Gesellschaftsbereichen spricht Bahro von massenhafter Unterwürfigkeit, von „Subalternität“ als „Daseinsform“ und fordert deren Überwindung und eine „Kulturrevolution“ (321). Ausserdem erkennt er, dass es zwischen Westkapitalismus und Realsozialimus ökologisch gleichermassen katastrophal zu und her geht („Unser gesellschaftliches Leben ist hüben wie drüben so organisiert, dass den arbeitenden Menschen das zweite Auto näher ist als die einzige Mahlzeit des Slumbewohners und des Bauern auf der Südhalbkugel der Erde.“ (313)). Und dass die „Masse und Vielfalt an Gütern und Genüssen, die sich der Konsumtion aufdrängen“ geeignet sein kann „die Quellen der Emanzipation zuzuschütten“ und eine „parasitäre Mentalität“ zu erzeugen, zudem liege im technokratischen und scientifistischen Glauben „der Fortschritt von Wissenschaft und Technik auf seinen eingefahrenen Bahnen werde die Probleme der Menschheit lösen“, „eine der lebensfeindlichsten Illusionen der Gegenwart„. Man muss zur Erklärung von Bahros Alarmismus hinzufügen, dass sich die Welt von 1977 nicht nur in einer schleichenden ökologischen Katastrophe, in einem ökologischen Ungleichgewicht, sondern mitten in einem atomwaffen-strotzenden Kalten Krieg, in einem politischen Ungleichgewicht befand. Ausserdem deutet Bahro an, dass auf anderen als „eingefahrenen Bahnen“ Wissenschaft und Technik sehr wohl ökologischen Fortschritt, statt Zerstörung, befördern können. Kapitalismus und Realsozialismus befänden sich in einer „extensiven Phase“, die „so oder so, im Guten oder im Bösen„, zu Ende gehe, beide kämen nicht umhin „kollektive Rücksicht gegenüber dem Naturzusammenhang“ (315) zu lernen. „Der ganze Typus von erweiterter Reproduktion, den die europäische Zivilisation in ihrer kapitalistischen Ära hervorgebracht hat, diese lawinenartig anschwellende Expansion in allen materiell-technischen Dimensionen, beginnt sich als unhaltbar darzustellen. Der Erfolg, den wir  mit unseren Mitteln der Naturbeherrschung hatten, droht uns und alle anderen, die er unbarmherzig in seinen Sog reisst,  zu vernichten (…). Die gegenwärtige Lebensweise der industriell fortgeschrittenen Völker bewegt sich in einem globalen antagonistischen Widerspruch zu den natürlichen Existenzbedingungen des Menschen.“ (310). „Die Idee des Fortschritts überhaupt muss radikal anders interpretiert werden, als wir es gewohnt sind.“ (311). Er schlägt u.a. eine politisch gewollte, wirtschaftlich organisierte Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik vor. Kriege die Menschheit nicht rechtzeitig die Kurve zu einem organisierten Gleichgewicht zwischen Menschengattung und Umwelt – Bahro äussert skeptisch: eher sei an den „Exodus aus diesem Sonnensystem zu denken“ als an „eine kühne Neuorganisation der menschlichen Existenz auf dieser Erde“ (312) -, werde sie im schlimmsten Fall „unter den Schlägen katastrophaler zivilisatorischer Zusammenbrüche, im Zeichen barbarischer Kämpfe und Diktaturen, dahin gezwungen werden.“ (315). “ Später wird Bahro – als Mitgründer der Grünen in Deutschland – sich zwischen Fundis und Realos in einer Form des spirituellen Ökologismus davonmachen und 1987 das Buch Logik der Rettung: Wer kann die Apokalypse aufhalten? Versuch über die Grundlagen ökologischer Politik, publizieren. Heute,  ein halbes Jahrhundert später, zählen Bahros Arbeiten, auf diesem oder jenem Weg, zu den Grundlagenwerken nicht nur der Fridays For Future-Bewegung (2018). 

13.04.2523 (letzter Eintrag zu Weil – erster  siehe 11.04.)

Bis zum letzten Schritt wollte Simone erhobenen Hauptes gehen, den eigenen Kadaver, die tote Maschine vor Augen, und ihr frei rotierendes Ich Gott schenken, nicht der Gosse. Dabei mobilisiert sie christliche, meistens brave paulinische Theologie, kleisterte sich ihren Geist mit ihr zu, produziert obskurantische Fehlschlüsse, sophistisches Gerede und rein rhetorische Paradoxa („Rien de ce qui existe et absolument digne de l’amour. Il faut (…) donc aimer ce qui n’existe pas (…).“)- bis die Philosophin auftaucht. Aus änigmatischer Sicht können wir mit ihr einiggehen, dass „Liebe“ ein Begriff für die Bewertung unserer Beziehung zur Änigma, vielleicht auch der Änigma zu uns ist (wenn das nicht zu anthropologisch gedacht wäre) – siehe dazu den Eintrag vom 11.04.2523 – und dass Wissenschaft – theoretische Physik, Philosophie, Änigmatologie, Kulturgeschichte, Mathematik – auf ihre Art einen Weg zu Gott sucht – wir sagen: zur änigmatischen Dimension unserer Welt und sprechen eher von „Tangenten“ als von „Wegen“. („La science ne présente que trois intérêts: 1 les applications techniques; 2 jeu d’echecs; 3 chemin vers Dieu.“).

13.04.2523

Simone Weils christliche Theologie der Opferung des Ichs und änigmatische Spur. Simone Weil – in ihrer letzten Lebenszeit  – Radikal-Cartesianin und Christin am äussersten Limit, betreibt, gedrängt in die Ecke des Sterbens, mit ihrem existenzialistisch-privattheologischen Diktum: „Zerstöre dein Ich für Gott“ performativ, rational, martialisch, ohne Opferattitüde, Selbst-Opferung als Opfer für das Christentum, seine privatierte Ad-absurdum-Führung. („Offrande: on ne peut pas offrir autre chause [à Dieu, d.V.] que le je…„] Performativ, der private Glaubensakt ist zugleich öffentlicher Schriftakt, opfert sie ihr Ich dem Christentum, dem christlichen Gott, und opfert dabei das Christentum, macht sie aus ihrer Letztzeit die seine, oder das Anreden und Anrennen gegen eine Mauer des Schweigens, die sie „Gott“ nennt, dieser Mauer. Wo nackte Authentizität zu erwarten wäre, kommen zu häufig angelesene Klischees vor. Unfreiwillige Tragik mischt sich mit offensichtlicher. („Dieu ne peut étre présent dans la création que sous la forme d’absence.“) Wo der Kontakt zum Anderen des Anderen unserer Welt fehlt, im gläubigen Wissen, dass die Änigma nicht Nichts ist, ersetzen ihn Selbstgespräche, Suggestion und Behauptung. Auch Krankheit kann „das Ich“ schleichend zerstören, nicht nur folternde Schmerzen („Rien est pire que le extrême malheur qui du dehors (…) détruit le je, puis-que dès lors on ne peut plus le détruire soi-même...“) Das schlimmste sei nicht die äusserliche Zerstörung des Ich an sich, sondern dass es dann nicht mehr Gott geopfert werden kann. Zerstört es mir mein Ich, kann ich es nicht mehr für die Liebe Gottes vernichten (seine Liebe geht nicht so weit, um auf dieses Opfer zu verzichten!?) – Simone Weil treibt nicht rationalisiertes Selbstmitleid, nicht Angst, sondern die blosse Fixierung auf den letzten Strohhalm, der aus der änigmatischen Welt (eine dogmatisierte Textwelt bei ihr, die merkwürdig unkritisch, dafür umso emphatischer zitiert wird) in ihr viel zu früh und zu schnell zu Ende gehendes Leben hineinragt, in ein Leben, das keine Verantwortung für andere Menschen, für Kinder, nur noch sein Privatissimum für die Ewigkeit und die Perfektionierung seiner „Seele“ („âme parfaite“) zu befürsorgen hat, übersetzt in einen scheinbar letzten freien Willens- und Selbstopferungsakt für ein änigmatisches Wesen, das nach Liebe, Opfer und Unterwerfung von Menschen begehre und auffordere. Hinter der Zerstörung des Ichs steht immer die Zerstörung des eigenen Lebens wie der Suizidphilosoph und Auschwitzüberlebende Jean Améry feststellte, auch das kein freier Akt, lediglich einer, der in der Selbstbestimmung die Unvermeidbarkeit des Zerstörtwerdens, die Fremdbestimmung, in das Ich einholt, das sich „frei gewählt“ zerstört. Gott, Änigma, fordert keine Opfer, keine Unterwerfung „unter“ sie, unsere Welt unterwirft schon genug, sie hilft einerseits dein Ich aufzubauen und zu wahren und akommunizierte mir, Mensch („Du!“) sei Philosoph, Philosphin, sei homo sapiens, mit Betonung auf „sapiens“, und, andererseits, dich in die akommunizierte „Obligation„, in deine Verantwortung zu nehmen für dein Leben, das Leben schafft, für die Erde, für unsere planetare Heimat. Das ist viel, das geht an das äusserste Limit und darüber hinaus. Die Ewige Mutter, die dich ewig umarmt: weiter hinaus in das Andere und weiter zurück zu dir geht es nicht, kann es für uns nicht gehen.

12.04.2523

Simone Weils (ca. 1942) religiöse Quintessenz lautet: „Das ist es, was wir Gott geben, das heißt: zerstören sollen. Es gibt durchaus keinen anderen freien Akt, der uns erlaubt wäre, außer der Zerstörung des Ich.“ Wer ist mit „uns“ gemeint, wer/was „erlaubt“ und „verbietet“ „uns“? Und wie geht die „Zerstörung des Ich“? Wer, was hat es aufgebaut? Wie geht sein Aufbau? Weil ist offenbar in eine Sekte geraten. Gott, die Änigma, wäre die Letzte, die die Zerstörung des Ichs erlaubte, offenbar spricht sie von einem anderen „Gott“. Befindet sie sich in einer alarmierenden Form des Selbst- und Realitätsverlustes? (Weil starb kurz darauf an Tuberkulose und Magersucht). Weil antizipiert den radikalen jüdischen Weltuntergangspropheten, der die aktuellen Zustände bereits unter der Perspektive des allgegenwärtigen Todes und der vollkommenen Aufgabe und Auflösung der (jüdischen) Welt im nahenden Reich seines Vaters und Gottes (der Juden) betrachtet – ist in diesem das Ego-Ich und die Begierde/Lust/Libido („désir“) aufgelöst, also eigentlich alles, was uns ausmacht und erhält? Todes- und Verheissungsengel in einem: „Die Zeit ist nah!“ (Matth). Bereits in der Nächstenliebe ist das Selbst aufgeben, in den Himmel abgegeben, Gott gegeben worden. Deswegen eignet sie sich auch nicht für weltliche Sozialprojekte, für die sie heute missverstanden wird, ihre Konzeption ist zu missionarisch und eschatologisch dafür.

Kurzer Blick auf das französische Original – unter dem Kapitel „Moi“ (Ich) – erster Eintrag: „Nous (lies: ich, kartesianische Christin am äussersten Limit) ne possédons rien au monde – car le hasard peut tout nous ôter – sinon le pouvoir de dire je. C’est cela qu’il faut donner à Dieu, c’est-à-dire détruire. Il n’y a absolument aucun autre acte libre [freier Willensakt] qui nous soit permis, sinon la destruction du je. Nächster Eintrag: Offrande (Opfergabe): on ne peut pas offrir autre chose que le je… (détruire verstanden als sich aufopfern für…). Weil ist nicht nur Christin am Limit, ihre radikale Emphase bringt auch das Christentum ans Limit, opfert nicht nur ihr Selbst dem Christentum, sondern das Christentum selbst, führt es ad absurdum.

11.04.2523

Suggestion und änigmatische Spur. Ich spürte Gottes Präsenz, schrieb Simone Weil über ihre Erfahrung in einer christlichen Kirche als Gläubige, also affiziert von der ideologischen Form, für die dieses Gewölbe, diese Bühne der Suggestion und Identifikation in Form von Andacht und Hingabe konstruiert wurde –  Leib und Geist tief umfassend. Sicher ist, alles, was sie spürt in diesem „Uterusgewölbe“ basiert auf der verinnerlichten Kleinkind-Mutter-Beziehung, die an jedem Ort zu jeder Zeit die Basis jeder anderen Dialog- und Empfindungs-Beziehung, jedes anderen Liebes- und Geborgenheitsgefühls, Leib und Geist tief umfassend, bildet. Aus dieser Sicht wird im Raum der Kirche die Erinnerung an den Uterus der Mutter (siehe Sloterdijk: Sphären) und in der einseitigen Beziehung der Gläubigen zu Gott – besonders gut eines personellen -,jene des Kleinkindes zu einer Mutter, die ausserhalb und innerhalb des Uterus waltet, die Trost und Geborgenheit spendet, reinszeniert. Du meinst in der Kirche ganz zu dir zu kommen und zu Gott, so kommst du sicher zu deiner Kind-Mutter-Beziehung, die dir als Gläubige in den Leerstellen und Assoziationen des Bewusstseins mit „Ich und Gott“ gefüllt, zu Bewusstein kommt. Psychologisch ist das das erste, naheliegendste Gefühl, liegt mir ein Gefühl von mir und einem Anderen nahe. Für distanzierte Denkende die hinlängliche Erklärung, für hingebungsvolle Gläubige das unerreichbare Geheimnis dafür, warum die Gegenwart „Christi“ oder „Gottes“ so innig personalisiert, so urtümlich, so kollektiv erfolgreich in christlichen Kirchen „gespürt“ und „gesucht wird – sogar Simone Weil liess sich düpieren, gab sich, gut konditioniert dafür, dieser Reevokation und Suggestion hin. Tatsache ist aber auch, dass die Änigma aus ihrer Dimension uns in unserer Welt nur welt- und menschangepasst begegnen kann, sie muss sich in uns einfühlen können, will sie uns erreichen, dabei tangiert sie unvermeidlich in einer Form des Umgangs unsere verinnerte Mutter-Kind-Beziehung (vgl. Martin Buber: Ich und Du (1923)). Tiefe Suggestion und änigmatische Spur laufen auf gleichen, leicht verwechselbaren Bahnen.

10.04.2523

Ende von Buch 8: Achsenzeit/Axial Age – das Buch wird überarbeitet und als das erste von Über die Anfänge chronologisch „richtig“ aufgestellt  – also von „vorne „nach „hinten“ zu lesen sein, nicht wie der Blog von „hinten“ nach „vorne“. Aus Buch 7: Buch Passion (2020) wird das Kapitel über die Mathematisierbarkeit der Erfahrung überarbeitet übernommen.

09.04.2523  (letzter Eintrag von Buch 8: Achsenzeit/Axial Age)

Aus Sicht der heutigen Achsenzeit, die sich global „Globalisierung „nennt, gibt es wenig gute Gründe, die globale Zeit auf den christlichen Zeitkalender einzuschränken, dafür umso bessere Gründe, sie für den Zeitkalender der letzten historischen Achsenzeit der Menschheit zu öffnen, sie auf einen wirklich globalen Zeitkalender zu setzen. In der letzten Achsenzeit  vor rund 2500 Jahren enstand in der Endredaktion der Jesaja-Urkunde die Idee des göttlichen Geschenks der Unsterblichkeit an alle Menschen, nicht nur an Pharaonen und Berufeneeine popularisierte Versicherungsidee, ein kollektives Versprechen, das wahrscheinlich am massgeblichsten das Christentum und den Islam zu den grössten Religionen der Menschheit machte. So gesehen wiederholt Jeshua, der seinen Gott „Vater“ nennt, in erneuerter Konstellation, Versicherungskonstellation, den Jesaja aus der letzten Achsenzeit, der seinen Gott „Herr Zebaoth“ nannte (siehe…  2522 Die Absolute Party)

08.04.2523 (2)

Küng war ein Berufs-Christ und damit von Beruf ein Ideologe, kein „Prophet der Religionskritik“ (FAZ), nicht einmal ein unvoreingenommener Religionswissenschaftler – auch wenn er unparteiisch-wohlwollende Bücher im Geiste des erasmischen Christentums schrieb z.B. über das Judentum. Nie wäre es in Küngs Gedankenhorizont gestanden einen Text zu schreiben wie „Anfangsparadoxa des Abrahamismus“ (12.01.2522 – Buch 7):

Anfangsparadoxa des Abrahamismus. Wir beobachten bei dem, was sich heute Christentum und Islam nennt, strukturell dasselbe Anfangsparadox. Je mehr sich die Spuren ihrer historischen Gründer und ihre – im Christentum ausschliesslich mündlich geäusserten – Ersttestamente verloren, desto mehr gewannen Jahrzehnte später die Herren über Schrift und Archiv, ihre Nachfolger mit der überlegendsten Überzeugung und Macht, an Fahrt. Der Islam, dem das Testament Mohammeds mit Allahs letztem Willen und Wort abhanden kam (existierte es, was wahrscheinlich ist, dann wurde es vernichtet), dieser „testamentlose“ Islam, der daraus entstand, wusste seit seinem unrettbar verlorenen Anfang, dass er wegen seines „Geburtsfehlers“ eine Wiedergeburt brauchte, einen al-mahdi.  Die Spaltungen in sunnitische, shiitische und andere islamische Fraktionen können nicht dem Ersten und Letzten Willen Gottes, nicht dem Testament Mohammeds entsprechen, und Muslime, die ehrlich zu sich sind, können sich darüber nicht hinwegtäuschen: ihre Religion ist seit Mohammeds Tod ein kopfloser Torso, die Fraktur einer idealen Form, ein grosses Fragment. Sie wissen, dass etwas in ihren religiösen Grundlagen nicht stimmt und fehlt. Ähnlich ergeht es Christen und Christinnen, die sich in katholischen, evangelischen, orthodoxen und anderen Sekten absondern und ihren Sektor pseudouniversalisieren. Jeshua und seine Originalchristen, die später „Ebioniten“ genannt wurden, Männer im engsten Kreis haben nicht geschrieben, auch nicht archiviert, dafür bestand für sie kein Bedarf, dafür war „die Zeit“ zu nah. Das Problem mit dem Anfang, das Anfangsparadox betriff auch das Judentum. Zum Beispiel lebten die Patriarchen Moses und Abraham entweder gar nie oder nicht so, wie sie überliefert wurden (Lenzen, 2012). Zudem mussten die ältesten Quellen, die damals gerne älter gemacht wurden als wie waren, geschichtswissenschaftlich immer mehr nach vorne datiert werden, zu Endredaktionen in der Achsenzeit (Tora, Jesaja, usw.) und in der hellenischen Epoche. Das Königreich Davids erwies sich als anders und viel kleiner als angenommen, auch die Grenzen des alten Judäa sind nicht sicher, es gibt de facto keine gesicherte historische Grundlage, die sich instrumentalisieren liesse für eine moderne israelische Expansionspolitik. Und so weiter. (Dabei sei nicht Israels Existenzrecht in Frage gestellt, eher, die Grösse der historischen Unbestimmtheit angedeutet, je weiter in die Vergangenheit gegraben wird) Nicht unerheblich zu dieser Erkenntnis beigetragen haben die Ausgrabungen von Finkelstein und Silberman. Aber auch hier wie beim paulinisierten Christentum und historizistischen Islam werden orthodoxe Traditionalisten des Judentums lieber weiterhin an ihre Märchen glauben, wie sie die Endredaktionen der Jüdischen Bibel in der Achsenzeit und der Talmude in hellenistischer Zeit zum besten gaben.

08.04.2523

Hans Küng ist gestorben. Der Weltethos-Frömmler, der als paulinisierter Christ in Glaubenssachen fast überall auf halbem Weg stehen und stecken blieb (ähnlich wie Luther). Würdigungen sind leicht erreichbar anderswo zu lesen.

07.04.2523

Über Auferstehung, das Grab des Jeshua und die änigmatische Spur im Christentum: der akommunizierte Joshua im Johannes-Evangelium (2. Jh. n. Chr.). Im populistischsten und antisemitischsten der vier Evangelien blickt die Endredaktion, die unter dem Autor-Titel „Johannes“ fungiert, voller Stolz und Begeisterung auf ihre expandierende heiden-jüdische Sekte, die allen Menschen die Unsterblichkeit durch den Retter der Welt verspricht („Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“ (Joh 3)) – keine Werbekampagne dieser Erde könnte den Menschen ein begehrenswerteres Produkt anbieten als eine Unsterblichkeitsgarantie durch einen Supermann (die heilbringende Impfung gegen Corona ist ein schwacher Abklatsch davon). Im Text dieser Endredaktion finden sich arianische und anti-arianische Positionen, erste stellen Jeshua als einen Mensch/en vor, der, von Gott akommuniziert, im Geist neu geboren wurde, zweite stellen ihn als Gottes Sohn vor, der im Geist und Fleisch neu geboren wurde, gezeugt durch den Heiligen Geist, und Gottebenbürtigkeit erlangte. („Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10)). Arianisch heisst, dass sich, erstens, Jeshua Gott unterordnet, die Differenz zu ihm (aus änigmatischer Sicht die Differenz zwischen Genesis der Welt und Genesis Änigma) betont, in sich integriert, aber nicht aufhebt oder gleichstellt, und, zweitens, sich als ein Mensch jüdischen Glaubens erklärt, der akommunikativ im Geist, nicht im Fleisch, neu geboren („berufen“) wurde. Doch offenbar reichte das mit der Zeit nicht, verwandelten die Anhänger der dominanten paulinischen Richtung Jeshua immer mehr von einem Boten zu einem Gott des Himmels, zu dem auch die Vorstellung der Himmelfahrt passte. Anstatt zuzugeben, dass er beerdigt wurde, was den Hohn, Triumph, Hass und die unablässige Grabschändung durch aufgestachelte Juden nach sich gezogen hätte, wäre das nicht absolut heimlich und bestens versteckt geschehen, kehrten die neuen Juden mit der „These“ seiner Himmelfahrt die Überlegenheit der jüdischen Kritiker in ihr Gegenteil um: in ihre, statt in deren religiöse Genugtuung und Überlegenheitsekstase. Vermutlich löst der in Matth 24 eingeführte Traum des Joseph, in dem der Heilige Geist sich als Begatter der Maria outet, Jeshuas Abstammungsproblem, ein wesentliches Legitimitätsmerkmal des wahren Messias der Juden: statt ein vaterloses, unehelich gezeugtes Kind, weit weg vom Haus König Davids, aus dem nach jüdischer Prophezeiung der echte Messias kommen werde, erkärt sich der Heilige Geist, der göttliche Vater als Vater des Kindes der Maria, dessen Adel unermesslich höher steht als der eines menschlichen Königshauses. Auch hier entzog eine „Gegenstrategie“ absehbaren und erfolgten Attacken und Vorwürfen der alten Juden den Boden (für die neuen Juden war es blasphemisch, Jeshua die Göttlichkeit abzusprechen, für die alten Juden, dass sich ein Mensch zu Gott machte). Joseph solle deshalb, so flüstert es ihm der im Traum bzw. im Matthäus-Text auftretende Heilige Geist ein, die schwangere Maria nicht verlassen und den von Gott gezeugten Jeshua adoptieren. Neben dieser Gottvaterschafts- und Adoptions-Legende findet sich, nicht nur im Johannes-Evangelium, eine Jeshua-Figur, die seine „leibliche“ Familie  auf Distanz hält und dasselbe auch seinen Followern rät, zudem viele jüdische Familien in Befürworter und Ablehner seiner Person und Messianität spaltet (hierbei fällt das berüchtigte Zitat, dass er nicht Frieden bringe, sondern das Schwert (Matth 10)). Kurzum: seine Worte sind nicht nur die Wiedergabe propositionaler Inhalte, sondern expressive Taten mit sozialer Spreng- und Vereinigungskraft: sie trennen in Kinder, in „Schafe„, die ihm, dem „Hirten„, folgen, und in Eltern, die ihn als Verführer, Gotteslästerer und falscher Prophet ablehnen. Wie es sich für eine radikale Sekte ziemt, fordert ihr Guru von seinen Anhängern, vor allem von den Männern: sondert euch von euren leiblichen Familien, von eurer alten Religion ab, folgt mir, der euch absolute Befreiung verspricht („Ich bin die Tür zu den Schafen… Niemand kann sie aus meines Vaters Hand reissen„) dafür absolute Unterwerfung fordert:: Wer seinen Vater und seine Mutter mehr liebt als mich…. Verlasst Weib und Kind.…Und so weiter. Paulus wird diese Radikalität – möglicherweise eine authentische, die des historischen Jeshua – abfedern und die für Heiden geöffnete Sekte  – auch das eine radikale Wendung – ins Familienfreundliche zurückführen. In all diesen Texten halten die fingierten Juden vergeblich dagegen. Sie werden nicht nur als Staffage vorgeführt, ihre Textfunktion ist, Konstrast und Tiefe im Bild zu erzeugen, Jeshuas akommunikative Überlegenheit gegenüber der kommunikativen Vernunft, die sie repräsentieren, seine Identität als wahrer Messias Israels, zu bestärken, begleitet von der wunderbaren Kraft der Schrift, zu überleben nicht nur mit Figuren, die beim Lesen und Andenken auferstehen, sondern mit „der“ Auferstehungsfigur  man kann sagen, es gibt keine historische Person, die von Schrift abhängiger und untrennbarer ist, die ihr virtuelles Auferstehungswesen vollkommener inkarniert als die Auferstehungsfigur Jeshua. In der Realität mag er auferstanden sein oder nicht, in und dank der „Schrift“ (andere danken Gott dafür, sicherer ist, ihr zu danken!) tut er es noch heute. Die Juden um ihm und sie, um diese Körper-Schrift-Transe, Schrift-Person-Transzendenz Jesus Christus treten bei jeder Lektüre als die auf, die ihn/sie zu ermorden planen, ihm/ihr Steine nachwerfen, verbale Fallen stricken, ihn/ihr als Betrüger enttarnen, als Schwindler entzaubern wollen – doch alles, was in dieser Apologie die kommunikative Vernunft gegen die akommunizierte Vision ins Feld führt, fällt auf ihre Füsse, sind negative Feedback- Schleifen, Eigentore.  Jeshuas Narrativ ist, zusammen mit Odysseus, der auch über alle Wasser, durch alle Klippen kam, der antike Prototyp des Superhelden-Comic. Jeshua kommt immer davon, ist immer ein Schritt überlegener, klüger, mächtiger als jeder Jude, als jeder Rabbi, der auch in der Figur des Satan (beide ziehen am gleichen Strick: sie wollen Jeshua zu Fall bringen) inszeniert wird. Besonders am Kreuz, Symbol für Roms Macht zu richten und zu töten, übertrifft sie Jeshuas Macht, Symbol für Gottes Macht zu richten und zu verewigen – die ihm Christus-gläubiger Endredakteure, inbesondere Paulus von Tarsus zuschrieb. Christliche Kanon-Texte zelebrieren eine religiöse Überlegenheitekstase über die jüdische  – Küng (1991) sprach vom „Triumphalismus der christlichen Theologie gegenüber den Juden“ (vgl. Buch 9, 17.04.2523), die nie an Jeshuas Messianität und Passion glauben werden. Paulus-Texte inszenieren dasselbe bei griechischen Philosophen, sie werden wie die Juden abgewatscht. Alle jüdischen Kommunikationen prallen an der Akommunikation, die Jeshua „gottgleich“ auszeichnet, ab oder verfehlen sie wie die Steine, die sie ihm nachwerfen (Joh 8), sie steht wie ein Fels in der Brandung und es scheint, dass sie Jeshuas Followern mit der Zeit, mit dem wachsenden Erfolg und Zulauf in ihre Sekte, etwas zu sehr in den Kopf gestiegen ist. Ein wirklicher Messias konnte nicht gewöhnlich sterben wie Abraham oder Johannes, der Täufer. Die ontologische Differenz, die sich durch Akommunikation und Kommunikation zieht, „muss“ sich auch durch Leben und Tod von Akommunizierten (Heiligen) und Kommunizierenden ziehen. Sein Tod musste in der Unsterblichkeit enden, und statt in der elenden Grabschändung, in der ewigen Grabverehrung, komme, was wolle. Vgl. Paulus Kor 1.15. „Ist Christus nicht auferstanden, ist unser Glaube vergeblich“ – anders formuliert: wurde Jeshua nicht akommuniziert, ist unsere Glaubenskommunikation leer, aber unser Glaube „darf“ nicht vergeblich sein. Jeshua als Christus darf nicht sterblich, muss auferstanden, dann gen Himmel gefahren sein. Das alles ist post-hoc Wunschdenken eines Paulus in Tarsus, der die Kreuztheologie und die nach Jerusalem rückprojizierte Auferstehungsphantasie wie die Sündenbock-  und Passionsgeschichte Jesu: mein Leben ist da, um die den Menschen unterstellten Sünden und deren natürliche Sterblichkeit mit meinem Spiessrutenlauf durch das Judentum und dem – mit Verrat und Mord durch Juden assoziierten – Opfertod zu „bereinigen“  – benutze, um die nach der Kreuzigung des Jeshua am Boden liegende Sekte durch seine Deutung der Kreuzigung und im Traum erlebte Auferstehung des Jeshua auferstehen zu lassen (siehe … 2522 Über Paulus) und auf diese als ultima ratio einzuschwören. Eine paulinische Einschwörung von der sich bis heute die christliche Theologie nicht befreien konnte, wie kürzlich ein Artikel über die Auferstehung des Theologen Peter Dabrock im „Philosophie magazin“ zeigt.

„Überall können sich aus menschlichem Trachten nicht ableitbare Auf-Brüche ereignen. Sie machen das vermeintlich Letzte zum Vorletzten, bringen ungewollte Dynamik ins Leben – und diese Neujustierung tut uns gut. Auferstehung als Hoffen jenseits aller Vorbereitungen für geplante Zukünfte heißt eben auch: „Wir müssen nicht das Letzte sein oder machen.“ Denn egal, ob Auferstehung im christlichen Sinne mir „Trost im Leben oder Sterben“ schenkt (so der Heidelberger Katechismus) oder ich in diesen Tagen – wodurch auch immer – erlebe, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht jedes Mal ein entgegenkommender Zug ist – man darf damit rechnen, unverhofft anders sehen zu können, wenn man darauf hofft, dass aus dem Nichts oder dem vermeintlichen Alles noch Neuartiges kommen kann. Das ist realistische Auferstehungshoffnung“ (01.04.2021)

Im Prinzip hat Dabrock Recht, Involutionen/Akommunikationen können plötzlich passieren, nur ist gerade das Fake-Narrativ der Auferstehung, auf das Paulino-Christen soviel setzen, kein gutes Beispiel dafür. Zu offensichtlich ist, dass die Auferstehung passieren musste – das veränderte alles, aus der vermeintlichen Niederlage wurde ein Triumph – in Tarsus, nicht in Jerusalem -, zu offensichtlich, dass sie nicht passierte, aber dass Jeshuas Grab versteckt werden musste, lange bevor es nicht einmal existieren durfte.
Doch zurück zum Johannes-Evangelium, das zwischen arianisch und anti-arianisch schwankt. Arianisch sind Äussserungen wie: „Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich [von Gott, d.V.] höre, so richte ich.“ (Joh. 5) oder „Nun aber sucht ihr mich zu töten („ihr“ meint die Todfeinde, „die Juden“), einen solchen Menschen (…), der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe“ (Joh. 8)  – zweimal ist hier von akustischer Akommunikation die Rede. Vor ablehnend bis feindlich gesonnenen Juden nennt sich diese Jeshua-Figur selber bescheiden einen Menschen, der allerdings akommuniziert wurde, was ihn vor allen Juden auszeichnet, denn das, was er prophezeit ist „von Gott“ nicht „von ihm“ gekommen („Wäre [Abrahams] Gott euer Vater, so liebet ihr mich, denn ich bin ausgegangen und komme von [Abrahams] Gott, denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt“ (Joh 9): so beschreibt sich eine Akommunikation, die nie von einem selbst, sondern „einseitig“ und „plötzlich“ von Änigmatischem, das sich im Raum als Raum oder Traum öffnet, kommt, und der Status des Akommunizierten gegenüber Nichtakommunizierten, also auch die Rolle z.B. des akommunizierten Koran-Autors Mohammed, des Buch Mormon-Autors Joseph Smith, der Ofudesaki-Autorin Miki Nakayama und anderer. Doch das ist nicht das einzige Gesicht des Jeshua.  In dieser Textfassung wird auch ein Jeshua vorgestellt, der vor seinen Anhängern und vor „einfachem Volk“ nicht als akommunizierter Mensch, sondern als „Sohn Gottes“ (Joh 10) auftritt, der ein Heil-  oder Almosen- Wunder nach dem anderen vom Stappel lässt. Es ist die Jeshuafigur, an die die Endredaktion dieses Textes selber glaubt und dementsprechend favorisiert. Diese Evangelien, wird dabei wieder in Erinnerung gebracht, sind ja nicht objektive Berichte für eine wissenschaftliche Fakultät, es sind apologetische Tendenzschriften einer heiden-jüdischen Sekte oder Religion, die sich mehr und mehr von und auf Kosten der jüdischen, über sie triumphierend, absetzt. Die Dogmen von Nicäa (4. Jh.) bauen die paulinischen Vorstellungen, die Vergötterung von Jeshua aus und drängen die arianischen, die Vermenschlichung, an den Rand – als ob je ausschliesslicher ihr Gott ein Gegenstand der fleischlosen Kommunikation wird, er desto stärker als fleischlicher Gegenstand kommuniziert werden soll – was auch die Überlegenheitsekstase dieser heiden-jüdischen Sekte auf der Basis eines Wundermannes, der allen Menschen die Unsterblichkeit vormacht und verspricht, unterstreicht. Die Ekstase, ist die Hemmung des Rationalen einmal beseitigt, trieb diese Herrschaften – diese Endredaktionen – zu Übertreibungen, darunter eine verkappte Vergewaltigungsphantasie (s.o.). Der Akommunizierte soll gesagt haben: „Wie mich der Vater gelehrt (lies: akommuniziert) hat,so rede ich„. (Joh 8). Leider fehlt uns auch nur die vageste Beschreibung dieses „Vaters„, er bleibt änigmatisch, er ist aus änigmatischer Sicht, Gott Änigma oder eine Suggestion, die im abergläubigen Milieu mehr als anschlussfähig war. „Wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und.. (EXTRARABATT Leute!) …der kommt nicht ins Gericht.“ (Joh 5). Kein Wunder, dass bei solch einem Wunderangebot die Menschen in Scharen in die Sekte liefen: ausserdem sollten ihre Follower nicht nur Jeshuas akommunizierten Worte, die im Namen seines Herrn im Himmel kommuniziert wurden, aufnehmen, ja, schlucken, sondern auch seinen akommunizierten Leib, denn nicht nur seine Worte, er selbst ist gekommen wie das „Brot, das vom Himmel gekommen ist„, um sich wie sie unter den Menschen zu verteilen –  die Mensch gewordene „Physizität“ der änigmatischen Dimension, das Manna des Supermanns, wird kannibalisch aufgefressen.

07.04.2523

Über die änigmatische Spur des Judentums. Die änigmatische Spur des Judentums zieht sich durch fast alle Religionen, die kollektiv jedem, jeder auf der Strasse die Unsterblichkeit versprechen – sozusagen eine theologische Versicherungsanstalt darstellen – siehe Jesajas bzw. Herr Zebaoths Absolute Party, das Festessen auf dem Berg Zion, die in der Achsenzeit entstandene Gottes-Idee und Idee Gottes, allen Menschen – egal welchen Glaubens oder Unglaubens – Unsterblichkeit zu schenken, siehe…..2522)

Über die änigmatische Spur des Christentums.  Der historische Jeshua, die Sprechfigur im Matth- und Joh. Evangl, gibt sich als Akommunizierter zu erkennen und spricht von seinen Akommunikationen vgl. „ich komme im Namen [lies: im kommunizierten Auftrag] des Herrn„, oder z.B. Matth 21 „Die Frage nach Jesu Vollmacht“ (lies: mich bevollmächtigen göttliche Akommmunikationen, so zu kommunizieren, so zu handeln, so mich zu hervorzuheben, ich bevollmächtige nicht mich selber, ich bin bloss Diener, Bote, Übermittler der Botschaft des göttlichen Vaters) Matth 22 „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen“ [lies: nur Lebende können akommuniziert werden, nicht Tote], Petr 1 „so euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist„; Joh 3 „wahrlich, was vom Geist geboren ist, ist Geist: Ihr müsst von neuem [lies: durch Geist bzw. Akommunikation] geboren werden, … Du hörst (…) ein Sausen, aber du weisst nicht woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeglicher, der vom Geist geboren ist:“ [Lies: so ergeht es jedem, der akommuniziert wird, der Akommunikationen erfährt, sie kommen aus dem Änigmatischen, ihr Raum öffnet sich im Raum oder im Traum, und sie verschwinden in ihm]. Wir reden was wir wissen und bezeugen, was wir gesehen haben“ „Meine Lehre ist nicht mein sondern des, der mich gesandt hat“ (Joh 7)) – lies: dem/der, die mich akommuniziert hat.

Über die änigmatische Spur des Islam (wenn denn Mohammed nicht in traumhafter Sebsthypnose und -suggestion den befreienden „Bibelton“, auf den lange gewartet wurde auf der Arabischen Halbinsel, anschlug)

Über die änigmatische Spur des Buddhismus

Über die änigmatische Spur der Tenryko; usw.

06.04.2523

Aus änigmatischer Sicht besitzen Religionen änigmatische bzw. änigmatisch akommunizierte Spuren oder sie sind erfolgreiche Fake-Narrative, erfolgreiche Hinsuggerierungen bzw. Wegsuggerierungen bzw. realitätssuggerierende hypnopsychologische Kommunikationen.

05.04.2523

Giorgio Agambens Philosophie des KZ’s liegt als Quelle aus erster Hand Primo Levis Auschwitz-Berichte vor, Agambens philosophische Phantasie über „nacktes Leben“ (zur Kritik siehe….2519) reflektiert auf Levis prosaischen Bericht über „nackte“ KZ-Insassen von Auschwitz („als ich nackt und eingezwängt unter meinen nackten Gefährten, mit meiner Karteikarte in der Hand, darauf wartete, vor der Kommission zu erscheinen..“ – ders.: Die Untergegangenen und die Geretteten, it. 1986, dt. 2018, S. 153), wobei hier „reiner“ Arbeitswert oder -unwert für die Kriegsindustrie über Leben oder Tod dieser Nackten entschied, zudem enthält Levis Buch eine Hommage auf einen anderen KZ-Insassen von Auschwitz, Jean Amery, der mit dem Judentum nichts zu tun hatte („Für einen Juden hält er sich nicht“ (a.a.O., S. 134), bis er propagandistisch und staatsbürokratisch zu einem NS-Juden gemacht, in dieses Arbeits- und/oder Vernichtungslager eingepfercht wurde, das er wie Levi überlebte.

04.04.2523

Aus änigmatischer Sicht ist es irre, dass Deutschland nach Auschwitz immer noch das paulinisierte Christentum abfeiert, das für die Erzeugung und Verbreitung des Antisemitismus die grösste historische Rolle spielt, anstatt es dorthin zu stecken, wohin es gehört: in die Sektenecke und in das historische Archiv. Aus dieser Sicht bleibt vom Christentum die Möglichkeit einer änigmatischen Spur übrig, jenseits eines inner-jüdischen Textes und Subtextes, in dem es grösstenteils steckt und stecken bleiben wird.
Einführende  Literatur zum Thema: Dagobert D. Runes: Die Wurzel der Judenverfolgungen. Darmstadt 1981 (engl. The War against the Jew, 1968). In die Präambel schrieb Runes, der den Wurzeln des Holocaust seit den Anfängen der Judenpogrome im christlichen Abendland nachging: „Dem Andenken an meine Mutter, Opfer des wahnsinnigen antisemitischen Voruteils.

03.04.2523

Die änigmatische Ablehnung der Osterfeier wird eines Tages so geläufig sein wie unter Christen ihr Anlass. Stichworte: Postabrahamische Aufklärung dieser abrahamischen Überlegenheitsekstase über die jüdische bzw. Juden; Änigmatische Konfession.  uferstehung (Traumerscheinung) u Idee,dass Tod Jeshuas tieferen Sinn,entstand in Paulus, in Tarsus,nicht in Jerusalem. Urchristen, Ebioniten, waren entsetzt über Paulus („der Apostat“), nicht nur Juden „ein Ärgernis„. s gibt nichts zum Feiern.

Auferstehungsgeschichte war der geniale Coup um eine Sekte am Boden auferstehen zu lassen, historisch: Fake-Narrativ für die Überlegenheitsekstase paulinischer Christen über Juden
 
Die änigmatische akommunikationsfähige Kraft, Gott Änigma, ist nicht „tot“ – tot oder lebendig sind anthropologische Kategorien aus der Genesis unserer Welt, nicht ihre
richtige Fragestellung wäre aus änigmatischer Sicht: ist Gott Nichts o nicht Nichts, banaler: gibt es so etwas wie ein Wesen der änigmatischen Dimension unserer Welt o nicht. Für dieKonfession der Änigmatischen Bewegung ist die Antwort klar.
 
weniger Fundament erkennbar wird im Christentum, desto mehr hängen „Christen“ ihre silbernen Kreuz-Kettchen und ihr Bekenntnis, dass sie „Christ“ seien an die öffentliche Glocke.
 
03.04.2523
 
Jesus ist nicht aus dem biologischen Tod auferstanden, sein Vater-Gott hat die ganze Zeit, die seinen Tod umfasst, in seine Lebzeit zurückversetzt. Er lebte erstmals nach dem Tod und nochmals vor dem T

02.04.2523

Über Atheistische, Agnostische und Änigmatische. Über die Anfänge und die Änigmatische Konfession liefern Änigmatischen und vielleicht anderen, Unentschlossenen, die sich über sich, die anderen und die Welt aufklären wollen, den Schlüssel zur Erklärung, warum sie nicht jüdisch, christlich, islamisch, aber auch nicht anti-christlich, etc, sondern post-abrahamisch, nicht buddhistisch oder anti-buddhistisch, sondern post-buddhistisch und wegen des Wissens oder Glaubens an das änigmatische Wissen und Unwissen, nicht atheistisch, sondern post-athetistisch sind. Atheismus begriffen als pupertäre Form des Agnostizismus (wobei an betonter Selbstbehauptung an sich nichts auszusetzen wäre, wenn denn Behauptung, erstarrt auf sich fixiert, nicht in leeres Behaupten übergeht). Aus änigmatischer Sicht verbleiben, verharren, versperren sich Atheistische in einer trotzigen Neinsagerphase: Nein, denken und sagen sie, es gibt kein Göttliches, es gibt „nur“ die Genesis unserer Welt!:„Nein, ich lass mich von Nichts überzeugen, was dagegenspricht!„. „Nein, für mich ist das Göttliche – verstanden als das Änigmatische – eine These, die ich nicht brauche!“  Reifere und reflektiertere AtheistInnen werden mit der Zeit zu AgnostikerInnen, da sie – auch gegenüber sich skeptischer geworden – sich und anderen eingestehen, nicht wirklich zu wissen, was es „zwischen Himmel und Erde“ (Goethe) gibt und nicht gibt.

II. In der Frage des Göttlichen, besser: Änigmatischen, bleiben Agnostiker unbestimmt, allenfalls offen, oder werden, in einem letzten Schritt, Änigmatische, sie glauben (wissen) nicht nur das, was Wissenschaffende vom Enigmatischen, sondern Akommunizierte vom Änigmatischen wissen, durch Akommmunikationerfahrungen bezeugen müssen und können. Deren Nicht-Wissen ist vom Wissen des Änigmatischen zwar affiziert, aber sonst wie das Nicht-Wissen jedes anderen beschaffen. Änigmatische wissen, dass es die mit ihnen über menschliche Sprache und transspatiale und synchronizitäre Träume kommunizierende änigmatische Dimension gibt, die Zeit, Raum und Logik anders als unsere Standardwelt differenziert. Zu Urzeiten entwickelte sich mit der menschlichen Physisteme ein Begriff von notwendiger physisch einverleibt genutzter und mit dem Leib (Händen, Füssen, Geschlecht, Augen, usw.) zu nutzender materialer Um-, sozialer Kontakt- und mentaler Innenwelt  so wie ein Erleben von sich und anderen als ein Enigmatisches und Eigenes, das auf sich baut, aus sich evoluiert als Auswuchs und Folge von etwas, was wir Genesis unserer Welt nennen. Das Änigmatische, das Menschen akommuniziert, ist anders als wir und wir sind anders als es, was uns auch sonst trennt und verbindet, je nach Seinsart, nicht Nichts zu sein, gehört dazu. Allein in der unserer Welt und Wesensart gegebenen Weise reicht das Änigmatische „in“ (zugleich „aus“ seiner „Welt“) oder an unsere Welt. Ähnlich wie wir gewisse wesensnahe Tiere in der einseitigen Nachahmung ihrer Sprache, darum „akommunikativ“, nicht unnachahmlich individuiert in unserer Dialogsprache, „erreichen“ oder gar nicht erreichen. Was uns ausserdem mit dem Änigmatischen verbindet, ist, dass es mit uns und unserer Welt zur Welt gekommen ist, ansonsten besitzt es das Vermögen, sich in unsere Welt einzupassen (z.B. in einer unserer Sprachen zu kommunizieren), während uns das Vermögen, uns in seine/ihre „Welt“ einzupassen (z.B. in ihrer „Welt“ in ihrer „Sprache“ zu kommunizieren, wobei wir mit Vorstellungen wie  „Welt“ und „Sprache“ in Anthropologismen stecken bleiben) fehlt.

01.04.2523

Die Änigmatische Konfession ist kein oberflächlicher religiöser Eklektizismus, kein global provinzialisierter, d.h. in Religionsprovinzen aufgeteilter Multi-Fundamentalismus, sondern ihre universelle Kehrseite, änigmatisch überlegenheits- und unterlegenheitsekstatisch.

30.03.2523

Über Änigmatische Konfession. Aus änigmatischer Sicht ist jeder Mensch mindestens dreifaltig definiert, er ist von Geburt an nicht Christ, Muslim, Jude, Hindu, Buddhist, Sikh, Daoist, Konfuzianer, Nietzscheaner, Heideggerianer, Marxist, Atheist, Agnostiker*in, usw., sondern, erstens, von der Änigma, der Welt und der Mutter (durch Geburtswasser) „getauft“ und „ausgezeichnet“ (ein Vater-Gott-Setting spielt hierbei keine oder eine geringe Rolle), zweitens, spätestens seit einer Akommunikation in den frühen 1970er Jahren christliche Zeit – änigmatisch akommuniziert – Philosoph/Philosophin, und, drittens, im wahrsten Sinn des Wortes: homo sapiens, was Auszeichnung und Bürde zugleich ist.
Wir sind das einzige Wesen dieses Planeten, das seit dem 25. Jahrhundert achsenzeitliche Zeit (Stichwort: Atomwaffen) sein Leben, sein Gedeihen oder sein Verderben, ganz in seine Hand nehmen kann und muss – mit dem oft gesprochenen Zusatz: „so wahr mir Gott helfe„. Aus änigmatischer Sicht besteht akommmunizierte Hilfe der Änigma wesentlich aus „wahrer“ Hilfe zur Selbsthilfe. Nicht sie ist es, die die Entscheidungen über unser Schicksal trifft, aber die weiss – zu wissen scheint, ein Schein, der unsere Zukunft synchronizitär Revue passieren lassen kann – , was es braucht, um die richtige, statt die falsche zu treffen: sie akommuniziert, Homo sapiens, nimm die Herausforderung an, den philosophischen, den weisen Weg (sapientia, dt. Klugheit, Weisheit) zu suchen, zu finden und zu gehen ganz in der Pflicht, in der Obligation gegenüber dir und dem Leben. Du lebst und stirbst nicht für ein Wesen der änigmatischen Dimension, du lebst und stirbst für dein Wesen, für die Genesis deiner Dimension, wovon die änigmatische ein Teil ist. Wir sind tangiert von dieser Dimension so wie es die Genesis unserer Welt ist.

29.03.2523

Vom Stammtisch-Witz zur Histopie: Nachtrag zu Christan Krachts histopischem Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten  (1998) (vgl. 30.02.2523 Über histopische Literatur). Ziemlich weit vorne unter den literarischen Vorlagen von Krachts histopisch-sowjethistorischer Umdeutung des Réduits   -„des Schweizers liebstes und teuerstes Spielzeug“ (1982, S. 125) – findet sich die realutopisch-militärhistorische Behandlung des Réduits im Roman Die Künstliche Mutter (1982) von Krachts Deutschschweizer Schriftstellerkollegen Hermann Burger (1942-1989), der, statt wie Thomas Mann übererdig in die Berge des Engadins, untererdig in das Réduit der Innerschweizer Alpen ein „Kurgebiet“ voller geschwätziger PatientInnen (S. 129) verlegte, – Kracht – lakonische Antithese zur hyperbolischen Literatur Burgers – beliess es bei einem „Atelier“ voller für sich sprechender Bilder –, und witzelte, anlässlich der Niederlage von Truppen General Suworows gegen Truppen General Massénas in einer Schlacht in den Schweizer Alpen (1799), woran bis heute in der Nähe des Réduits ein „Russendenkmal“ mit „russischer Inschrift“ (S. 126) gedenkt: „einmal wenigstens, haben wir  [Schweizer, d.V.]...., wenn auch nur dank Napoleon…, die Sowjets geschlagen.“ Im Jahr 1982, ein Jahr der heissesten Zeit des Kalten Krieges, verstand jeder in der anti-sowjetisch gestimmten, NATO-assoziierten „neutralen“ Schweiz, überhaupt in der literarischen West- und Ost-Welt, diese anachronistische Anspielung, diesen Schweizer Stammtisch-Witz von Stumpen-Burger (deshalb der Name, weil die „Villiger“ Schweizer Stumpen sind, benannt nach den Villiger, aus deren Dynastie Burger stammte. Sein letztes Werk „Brenner“ sinniert u.a. über den verbrennenden Stumpen [Zigarre] als Symbol für das sterbliche Leben oder, aus heutiger Sicht, für einen aussterbenden Typ von Männertum – dessen Protagonist in Burgers Roman eigentlich  „um Licht und Schönheit zu trinken“ (S. 136) zur Welt kommen wollte, stattdessen zur Welt kommen musste als Sohn einer Rabenmutter und als Krüppel mit einer Penisverunstaltung, die vierjährig operiert werden musste (S. 138). Kracht wird in Eurotrash (2021), – rumkurvend zwischen den Bergen des Réduits, seine Heimat -, die geglückte dialoghafte Mutter-Sohn-Beziehung (teilinvalid, teildement war hier nur die Mutter, an der bloss der Darmausgang künstlich war) – als Antithese zu Burgers missglückten, deprimiert-solitären – ins Zentrum stellen). 16 Jahre nach Die Künstliche Mutter hatte sich die Welt komplett verändert, der Kalte Krieg und die Sowjetunion waren Geschichte. In Krachts Histopie konnte Lenin, der in Bern, dann in Zürich im Exil lebte, nicht, wie es 1917 tatsächlich geschah, nach Russland eingeschleust werden, weil der Tunguska-Explosion (1908), die sich auf Zerstörungen in einem Gebiet in Sibirien beschränkte, eine atomkriegartige Verwüstung Russlands angedichtet wurde (1998, S. 58). Zudem versammelte sich im Umfeld der Schweizer Zimmerwald-Konferenz nahe Bern, 1915, neben Lenin, auch Trotzki und führende Menschewiki. Aus diesem Spitzenpersonal der Russischen Revolution, das in Krachts Histopie aus genanntem Grund nicht nach Russland zurückreiste, zusammen mit den Führern und Führerinnen des Schweizer Generalstreiks von 1918 und der Räte Republiken im deutschen Reich, das gerade den Krieg und das Kaiserreich verlor, machte Kracht – ohne alle naheliegenden Assoziationen explizit auszuführen: die Lesenden einladend, im geöffneten Raum historische Realitäten und Fantasie selber zu kombinieren und ergänzend hinzuzudichten – das Spitzenpersonal des „Schweizer Krieges“ gegen deutsche und englische „Faschisten“ (Mussolini wird kurzerhand auf die Insel verlegt) und der schweiz-kommunistischen Revolution gegen die Kolonialherrschaften in Afrika, das sich auch am Ende von seinen hellhäutigen Befreiern befreite, als fiktive Afrikanische Sowjetunion unter der Leitung Neu-Berns gleichsam das Schicksal der realen Eurasiatischen Sowjetunion unter der Leitung Moskaus simulierend. Zunächst ein aufblitzender Stammtisch-Witz, literarisch ausgeweitet  zu einer Histopie.

28.03.2523

Der Ozean des Lebens. Es ist, als ob es dich aus dem Ozean an die Oberfläche schwemmt ohne Kompass: du musst dich am Ende selber orientieren, Orientierung wird dir zunächst und vorübergehend von anderen verschafft. Sie legen dir – je nach Welt- und Familienbezirk, in dem du zur Welt und zu den Menschen kommst – einen „religiösen“ Kompass in die Wiege, den du übernehmen sollst, der in den ersten Jahren in dich eintrainiert, eingeritzt, bis ins Fleisch eingeschnitten wird – aber letztlich weisst du, auch dieser Schnitt in dein Fleisch, der dich in ein religiöses „Revier“ einschreibt, ist Menschenwerk. Du kannst es verlassen. Du verlässt aber nie, wohin du auch gehst, die Welt und ihre änigmatische Dimension, deine Geborenheit, deine Abnabelung, deine Geburtswasser-Taufe.

27.03.2523

Ewigkeit und Künstlerinnen. Sinead O’Connor und Cat Stevens, zwei grosse Musikschaffende der Menschheit, beide berührte die Ewigkeit, beide retteten sich in den Islam – aus unterschiedlichen Motiven, Sinead irrlichtert seit langem zwischen Religionen herum. Neigt sie wegen den Missbräuchen, die sie in der Kindheit erleiden musste, besonders zu Ideologien mit grossem Missbrauchs- und Autoritätspotential? Das Gegenteil wäre zu erwarten. Cat irrlichtert mit Ressentiment gegen sich und seinen Ruhm als Yusuf Islam von den Dshihadisten, die Al Kaida unterstützen und die Moderne hassen, zurück auf die musikalische Bühne als Cat Stevens/Yusuf, wir hoffen, dass er vom Geld der Moderne, der „Ungläubigen“ lebt, ohne es wieder gegen sie zu investieren. Warum diese Konversionen zum Islam? Weil sie in seinen Seelenbunkern am ehesten, am stärksten, ihre Beruhigung, ihre Aufgehobenheit, ihren seelischen Ausgleich finden? Erlösungsgefühl und Halt (Sinead), Machtgefühl und Halt (Cat) ? Wir wollen ihnen diesen Glauben nicht absprechen (zu den Qualitäten der dritten abrahamischen Überlegenheitsekstase siehe andere Stellen in ÜdA), den sie mit Milliarden Menschen teilen – vielleicht hilft zusätzlich der Gedanke an die grosse Glaubensgemeinschaft, der sie angehören, ihre Unsicherheit zu betäuben, ihre Angst zu beseitigen, an die Wahrheit ihres Glaubens zu glauben, so wie die Römer an die Millionen RömerInnen mit dem gleichem Glauben an Zeus dachten und dabei sich in ihrer Religion und Religiösität bestätigt fühlten, zumal während einigen Jahrhunderten, bis der ganze Religions-Kult relativ schnell während des 4. und 5. Jahrhunderts christliche Zeit verschwand (zu Symmachus siehe….. 2519). Sagen wir: Es ist ihre Privatsache! Aus änigmatischer Sicht ein Rettungsanker, der auf weniger Grund stösst, als sie glauben. Wir werden sehen, ob bzw. wie lange die labile Sinead, die erst 2018 zum Islam konvertierte (zu einer historizistischen Islam-Variante – zur Kritik daran, siehe …..2522), ihm treu bleiben wird. Was passiert, wenn sie realisiert, dass es sehr einfach in den Islam führt, sehr schwierig aber aus ihm, die Erlösungsanstalt plötzlich eine Zwangsanstalt wird, ähnlich jener, die ihr in der Jugend die Hölle heiss machte? Soviel dazu: dass sie jetzt zu erkennen glaubte, dass sie schon immer Muslima war, wie ein islamisches Propagandavideo auf Youbtube über sie verkündet. Aus änigmatischer Sicht ist sie wie alle Menschen, erstens, von Geburt an von der Änigma, von der Welt und von der Mutter  „getauft“ (ein Vater-Gott spielt hierbei eine erstaunlich geringe Rolle, wird sie erst später permingativ spielen), zweitens, seit der Akommunikation, die in den frühen 1970er Jahren chr. Zeit geschah, änigmatisch akommuniziert, eine Philosophin, und, drittens, im wahrsten Sinn des Wortes homo sapiens. Vielleicht entdecken diese zwei grossartigen Song-Writer im Lauf ihres Lebenabends ja doch noch ihre und der Welt angehörende Änigmatische Dimension auf eine andere als antik-abrahamische Weise. Andere, die von der Ewigkeit geküsst wurden wie die Beatles flottierten aus dem Christentum heraus auf Hohe See, der eine von ihnen ging bei Asiatischen Religionen an Land, ein anderer fand bei einer Japanerin und Künstlerin körperlich-seelische Muse und Musse (dazu, dass in Japan Frauen Religionen gründen, siehe 22.03.2523).

26.03.2523

Das Sein zum Sein. Wir leben unsere Gewordenheit und Verwordenheit für das Leben, nicht für den Tod. Heideggers Sein zum Tode kommt immer erst nachträglich, sekundär.  Das Sein ist nicht für Nichts, Sein ist an sich und für sich, alles, was ist, hat nicht den äussersten und innersten, sondern einen weltlichen und einen änigmatischen Seinsgrund, Seinszweck in sich, alles, was ist, ist zunächst die Genesis unserer Welt, aber auch das Änigmatische: klar ist nur – also: nicht-enigmatisch -, auch das Änigmatische, auch „Gott/Änigma“ ist, d.h. ist nicht Nichts. Es gibt ein ontologisches Sein, das das Sein der Genesis unserer Welt und der Genesis der Änigma „tangiert“. Denken wir über das Verhältnis von Weltgenese und Änigmagenese und diese Tangente, die in unser Leben ragt, nach, kommen wir schnell an unsere Erkenntnisgrenzen.

25.03.2523

Wir kommen aus der Welt, die immer ist, nicht aus dem Nichts, wie in das Leben so zur Welt, und wenn wir tot sind, kommt die Welt, die immer ist, nicht das Nichts, wieder zu uns. Insofern ist es nicht nur eine religiöse Ausmalung, sondern basiert auf einem wahren Kern, dass wir im Tod „Ewigkeit“ erlangen.

In den stillen Grund, in die Ewigen Gründe versinken. Änigmatische wollen nicht ihre Asche im Wasser verstreuen, wollen nicht verbrannt werden, sondern in die Tiefen des Weltmeeres, die letzte Zeit auf Archeübunten des Lebens und Sterbens geniessend, verwerdend das werdende und liebende Leben vor Augen, in die Ewige Ruhe und Stille des Wassers, aus dem das Leben kam, versenkt werden.

Zu Übunten, Archeübunten, siehe Technopia.

24.03.2523

Wenn du erkennst, erfährst, es dich tief ergreift, dass du weltlich und in einer Welt des Änigmatischen bist, dass es eine eben nicht nur natürliche, sondern änigmatisch akommunizierte Philosophie und Religion gibt, in der dich diese Natur und Welt zur Welt bringt, in der sie dich in sie und aus ihr bringt. Änigmatische Religion als „die“ natürwüchsige, als „die“ weltwüchsige Religion als Beziehung zum Anderen des Anderen dieser Welt begreifen, für immer im Leben erkennen, erfahren, erspüren, dass wir mit der Änigmatischen Dimension der Welt zur Welt kommen. Das ist ein Prozess, der Jahre, Jahrzehnte dauern kann, vielleicht erst im Sterben sich erfüllt. Vielleicht immer als „Abweg“ verkannt wird, aus änigmatischer Sicht verwehrt sich dabei der Mensch, ganz zu sich und zur Genesis seiner Welt zu kommen, weil er abwegigeweise glaubt, damit „ganz“ bei sich zu bleiben. Es gehört aber zu unserer „Ganzheit“, dass sie vorübergehend ist, dass unsere Nichtganzheit unsere Ganzheit ist.

23.03.2523 (3)

Wenn er sich als „Philosoph*“ begreift, vor Geburt, seit Geburt und nach dem Tod, ist der Mensch in der Religion aller Religionen angekommen, in der änigmatischen.

23.03.2535 (2)

Wenn ihn die Abnabelung „beschnitt“, ist der Mensch in der Religion aller Religionen angekommen.

23.03.2523 (1)

Wenn ihn das Geburtswasser „taufte“, ist der Mensch in der Religion aller Religionen angekommen.

22.03.2523

Zu den ersten Frauen in der Moderne, die akommuniziert wurden, gehören die Japanerinnen Miki Nakayama (1798-1887), die Gründerin der Tenryko-Religion, und Nao Deguchi (1837-1918), die auf der Basis ihrer Akommunikationen die Omoto-Religion gründete, fortgeführt von ihrem Schwiegersohn und ihrer Tochter Sumi (1883-1952), es folgten weibliche Führerinnen. Aus änigmatischer Sicht sind alle Akommunikationen änigmatisch, egal, in welcher Ausformung, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt in der menschlichen Kultur passiert, stammen also aus der gleichen Quelle: die änigmatische Dimension unserer Welt, Göttin/Gott/Gottheit, die Änigma, jenseits von Betrug, Täuschung oder Selbsttäuschung, mächtige Quellen für „Religionen“ auch sie! Ähnlich wie Mohammed den Koran und Joseph Smith Das Buch Mormon (1830) – der Neochrist gab vor, es nur ins Englische übersetzt zu haben, was einer genaueren Überprüfung nicht standhielt – verfasste Nao Deguchi unter dem Akommunikationseinfluss eines Gottes, der in verschiedenen Gestalten Karriere machte, den Ofudesaki, ein akommuniziertes Buch, das u.a. Pilgeranweisungen enthielt, die ihre FollowerInnen bis heute befolgen. Womöglich war hier hauptsächlich beseelte Verrücktheit und anschlussfähige Entrückung im Spiel, die im Zeitalter grossen Umbruchs, der Öffnung des kaiserlichen Japans zum Westen, auch westlich-christliche und nahöstlich-muslimische Religionsideen wie z.B. der Messias bzw. Mahdi als Welterneuerer, mit örtlichen Religionstraditionen verknüpfte. Dafür spricht die Distanz der Omoto-Religion zu dem etablierten Kaiser- und Shinto-Kult. Ebenfalls Akommunikationen und Involutionen – ab ihrem vierzigsten Lebensjahr – erfuhr die grosse Vorgängerin von Nao Deguchi: Miki Nakayama (1798-1887). 1838, göttlich erleuchtet -zu einer Zeit also, in der in den USA Joseph Smith sich unter Aussteigern aus dem Establishment als neochristlich Akommunizierter und Kommunizierender etablierte -, soll sie zur Mönchin geworden, ihr Vermögen verschenkt haben und in einen Schrein eines örtlichen Gottes gezogen sein. Die Gründerin der Tenryko-Religion war Ehefrau, Mutter, Nählehrerin, Handwerkerin, Liederkomponistin, Dichterin, Autorin (Ofudesaki), Heilerin, Geburtshelferin und wurde als verkörperte Gottheit verehrt. Aus änigmatischer Sicht ist auch in ihrem Werk vor allem von Interesse, was tatsächlich, nicht nur vorgeblich, änigmatisch akommuniziert ist.

21.03.2523

Permingation und Habermas. Im Kampf des stärkeren Arguments gegen das schwächere hallt nicht nur Habermas Idealismus, sondern das Faustrecht zwischen Herren, der archaische Permingationskampf nach – verpiss dich mit deinem schwächeren Argument, das früher als meines die Marke setzte, ich übermarkiere dich jetzt mit einem stärkeren, besseren. Vom Permingationskampf der Pinkler, des Penis, ging es in der menschlichen Kultur über zum Permingationskampf des Pinsels, des Pensils.

20.03.2523

Mit einem den philosophischen Revierherren grössten Namens ebenbürtigen Brecheisen und ihnen gewachsenen Gründerspirit machten sich Simone de Beauvoir, die neben Jean Paul Sartre arbeitete, und Judith Butler, die über Hegel promovierte, Platz, schufen sie sich bleibende Eigenmarken und Reviere im ewigen Permingationskampf der Philosophie, der seit der Achsenzeit eine Herrschaft über Schrift und Archiv durch Schrift und Archiv innewohnt, vor allem weil hauptsächlich Herren die Öffentlichkeit beherrschten und viel regelmässiger und häufiger als Frauen Lesen und Schreiben lernten. Frauen, die sich in diesem öffentlichen Feld behaupteten – das Feld der Kleinkindheit, des Sprechen-Lernens, behaupteten vor allem Mütter – , kamen zwar selten, aber immer wieder vor (Christine de Pisan, Moderata Fonte, Madame de Gournay, usw.), heute sind ihre Plätze in Professuren und Öffentlichkeit selbstverständlich geworden, eine patriarchalische Gegenpermingation wie sie in Teilen Afghanistans vorgenommen wird, ist zum Scheitern verurteilt.

19.03.2523

Permingation des Eherings als Marke. Auch der Ehering am Finger markiert ein Revier, eine Ordnung mit Regeln, ein erfolgreicher Eroberungswettbewerb, eine intakte Fortpflanzungsressource und -einheit (Familie) an. Anbaggern eines verheirateten Menschen in einer Ehegesellschaft ist eine Form der Permingation, ein Permingationsversuch, dabei kann es zum heimlichen Seitensprung kommen, ohne die ganze Ordnung umzuwerfen, neue Revierherrschaften und besitzlose Alleingänger zu produzieren oder der Ehering verändert das Verhalten des anderen, er lässt das Anbaggern bleiben, das besetzte Revier wird respektiert, allenfalls wird flüchtig getestet, wie fest die Personen in fester Hand sich halten (Ehemänner/-frauen, die beim Fremdgehen ihre Eheringe verstecken oder Frauen, wie meine Schwester, die sich in Italien mit Ehering zeigt(e), um deutlich weniger angemacht zu werden). Ist es ein sehr loses, freies Verhältnis, das auf sexuelle Treue wenig gibt, zeigt der Ehering aber immer noch den Besitzanspruch auf die besondere Bindung zu einem anderen, allenfalls zur gemeinsamen Familie an, von allgemeinen Vorteilen, die die Ehegesellschaft Ehen einräumt, abgesehen.

18.03.2523

Permingation mit scharfen Krallen, markierenden Penisen – Prototypen des Stifts, des Pensils – und die Herr-Knecht-Dialektik in Hegels Phänomenologie des Geistes (1807).

17.03.2523

Permingation als Redekonstruktion der Herr-Knecht-Dialektik, eine andere Lektüre. Unter Löwen drängt es den einen, ohne Revier, aber wie jeder ausgewachsene Löwe, unter Fortpflanzungsdrang, die Marke des Reviers eines anderen entweder zu respektieren oder zu markieren, zu überpinkeln  (lat. permingere). Die fremde Duftmarke deutet für den bestehenden Revierherrn, der die geltende Marke setzte, den Anspruch eines Rivalen auf sein Revier, auf Revierherrschaft, auf den Willen eines anderen zur permingativen Aneignung seines im permingativen Kampf Angeigneten an, im nicht endenden Permingationskampf will der neue Verdränger den alten Verdränger verdrängen. Der bestehende Revierherr kann diese Permingation akzeptieren und flüchten oder gegenpermingieren, damit dem Rivalen den bestehenden Anspruch auf dieses Revier signalisieren, der Permingierte permingiert den Permingierer, er markiert seine überpinkelte Marke, statt sich zu „verpissen“, er erneuert und bestätigt seinen Besitzanspruch – signalisiert die Bereitschaft, ihn zu verteidigen -, statt sich widerstandslos überschreiben und in die besitzlose Alleinigkeit verdrängen zu lassen. Lässt es der Rivale bei der zweiten Anmahnung nicht bewenden, missachtet er auch die Gegenpermingation des anderen, kommt es statt zum symbolischen Kampf um Anerkennung zum direkten, physischen oder zur Flucht des alten Revierherrns, der mehr als Gegenpermingation, nämlich eine direkte Konfrontation, nicht riskieren will. Der Marxist bringt also immer wieder „Marx“ zurück, wenn er weggewischt, vergessen oder übergangen wurde, gegenpermingiert (markiert, bezeichnet) dabei – aus seiner Sicht – die Ignoranten, Irregeführten oder Plagiatoren. Zum offenen Kampf um Anerkennung der Marke und damit des Reviers  – bis einer tot ist oder in die Flucht geschlagen -, kommt es also nur dann in der Tierwelt, die Reviere markiert, wenn Permingation und Gegenpermingation zur Behauptung eines neuen oder alten Reviers und Revierherrns nicht ausreichen – die Kämpfe müssen dabei nicht tödlich ausgehen: sie markieren die Duftnote statt an den Baum, in das Fleisch des Verlierers, der, überlebt er diesen Kampf, diesem Revier und seinem alten oder neuen Revierherrn fortan seinen Respekt zollt, sich davontrollt und, im Fleisch markiert, Marken anderer Revierherren und Reviere permingiert. Die scharfe Kralle – nicht nur der Penis – des Raubtiers ist der Prototyp des Schreibstifts. In der Intellektuellenwelt der Menschen bleibt es (meistens) bei „vernichtenden“ Kritiken, „schlagenden“ Argumenten und kommt es, ausgehend von Macht und Machtmissbrauch, unsichtbar oder nur sichtbar für die permingierte Person, zu herabwürdigenden Anspielungen, beleidigenden Überschreibungen, uneinklagbaren Plagiaten, unsanktionierbaren Übergriffen, bewussten Übergehungen, beredten Todschweigeversuchen, usw. – immer mit der Gefahr, eines Tages gegenpermingiert zu werden, d.h. entdeckt, vorgeführt, angeklagt, sanktioniert, aberkannt, öffentlich demaskiert und „gezeichnet“. Im Zirkel des intellektuellen Permingierens und Gegenpermingierens geht es um den Kampf zwischen mächtigen Marken mit mächtigen Revieren „guter Ideen“ (archaisch: Fortpflanzungsressourcen) und – über sie hinaus – um die Markierung/Behauptung der Eigenmarke eines Gedankenreviers, dem sich Follower – potentielle Reviergründer, Permingierer und Gegenpermingierer – anschliessen. Auch der Rechtstaat setzt Marken für Reviere, in denen Gesetze herrschen. Werden sie „übergangen“, wird auf sie „gepisst“ oder „geschissen“, setzt sich eine rechtmässige Gegenpermingation in Kraft. Auf Straftat, die Spuren (Marken) hinterlässt, folgt Strafe, die möglichst die Spuren beseitigt, Schaden entschädigt, und den Straftäter markiert („fürs Leben und die Gesellschaft zeichnet“).

16.03.2523

Über Ausserirdische und Erich von Däniken. Statt Erzengel, die auf die Erde hinabsteigen, Ufos von Ausserirdischen, die die Erde besuchen, von Däniken macht aus dem himmlischen Aberglauben einen irdischen Glauben mit einem wahren Kern. So gibt es Stellen in der NASA die auf Dänikens Spuren im Kosmos nach Ausserirdischen suchen, die es wahrscheinlich gibt, denn die Zahl habitabler Zonen im Kosmos ist sehr gross. Heute behauptet kaum noch jemand, dass unser planetarisches Leben das einzige im Kosmos ist, insofern arbeitet die Zeit für Däniken, auch wenn seine „Beweise“ sich zerschlagen, von seinem Werk nicht viel übrig bleibt, wird der Weizen vom Spreu getrennt. Aus änigmatischer Sicht ist die Existenz der änigmatischen Dimension in unserer Welt und von Akommunikationen (das, was jede Religion fundiert), insofern die Existenz der Genesis des Änigma, der Inbegriff des „Anders-als-Irdischen“, gewiss.

15.03.2523

Der Prophet, der weiss, dass er die änigmatische Akommunikation sah  – alle anderen sahen, lasen und hörten sie nicht, aber wollten und konnten ihm glauben – , flösste ihnen die Wahrheit ein (ironischer Unterton).

14.03.2523

In der Frühkindheit „die Wahrheit erfahren“ (ergo: einen Überlebenwert) ist also wie „Mutters Milch trinken“ und ein „objektives Zustandsgefühl, das kommt und geht“ empfinden. Ausserdem liegt der Prototyp der wissenschaftlichen Analyse (die die Wahrheit von Dingen herausfinden will) in unserer Physisteme selbst. Sie zerlegt Mutters Milch in ihre Elemente, sie stellt ihre „Echtheit“, ihren Nährwert fest, sie differenzialisiert Licht in Farben – so wie wir Jahrtausende später, äusserlich Milch in ihre chemischen Bestandteile zerlegen und Farben in ihre Spektralität – was hier Chemiker und Optiker machen, das hatte unsere Physisteme, ihre physiologische Chemie und Physik, seit Jahrtausenden innerlich „gemacht“. Wir bleiben also mit unseren Naturwissenschaften zum grössten Teil im physistemischen Horizont, auch, in dem wir aus ihm in sie eintreten.

13.03.2523

Über Gewissheit. Über die Anfänge kommt nicht umhin, sich mit Wittgensteins „Über Gewissheit“ zu beschäftigen. Was Wittgenstein notorisch übersieht bei seiner Beschäftigung mit „Sprachspielen“ ist ihre unsichtbare Vernetzung mit „Seh- und Hörspielen“, ist die Codierung von Sprachspielen mit dem visuell und akustisch codierten Gedächtnis der Physisteme. Das Wort „wissen“ stammt von lat. visio, Blick, lat. videre, sehen, ab. Das Wort „blau“ hat einen visuellen Code als Schriftwort und einen akustischen Code als Lautwort. Neben der „Grammatik“ der Sprache gibt es eine „Grammatik“ des Sehens und Hörens, beim Kind des Hörens und Sehens, wenn es zum Beispiel das Wort  „Mama“ hört und gleichzeitig den Finger der Mama sieht, der auf „Mama“ zeigt, oder den Anblick, der sich beim Hören von  „Mama“ wiederholt und regelmässsig ins Sichtfeld schiebt. Kognitiv wird das Sehen und das Hören, wenn das Kind zum Beispiel „weiss“, was „blau“ ist. „Wissen“ heisst in diesem Fall, es kann in der Anschauung „blau“ sehen, es kann „blau“ erkennen, unterscheiden, es kann das Sprachspiel, das Sprech- und Hörspiel „blau“ mit dem erinnerten Sichtfeld „blau“ assoziieren. Verbindet das Kind, das Schreiben und Lesen lernt, das akustische Hör- und visuelle Schriftbild „b l a u“ mit dem visuellen Objektbild „blau“, dann versichert ihm eine doppelte visuelle und einfache akustische Interferenz im Sprach-, Sicht- und Hörspiel das Wissen, was blau und was nicht blau ist. Mehrfach wird physistemisch gesichert, dass ich mich nicht „täusche“ in der Farbe. Bei einer Farbenblinden liegt ein Defekt in der Physisteme vor, der die visuelle Codierung des Sprachspiels mit dem Seh- und Hörspiel bzw. des Seh- und Hörspiels mit dem Sprachspiel mit „blau“ verhindert, bei ihr ist diese Mehrfachsicherung und -codierung des Seh-, Hör- und Sprachspiels mit Farben von Objekten oder als Objekt Farbe verhindert/ nicht möglich – die Farbblinde könnte höchstens „raten“, dass ein Objekt blau ist, um „Gewissheit“ darüber zu erlangen, müsste sie jemanden fragen, der nicht farbenblind und ausreichend sprachkompetent ist, und dem sie vertraut, der sie also nicht anlügt und sie in einer falschen Sicherheit darüber wiegen lässt, welche Farbe das Objekt besitzt, das in Frage steht. Mit der Zeit „weiss“ die Farbenblinde, welchen Objekten standardmässig die Zuschreibung „blau“ gilt, sie kann das nicht überprüfen, sie muss das glauben. Wissen ist hier „Sehenkönnen“: ich weiss, dass das blau ist, heisst. ich kann sehen, dass das blau ist. Farbenblindes Wissen erscheint dagegen bloss „abstrakt“ oder unvollständig, weil nur wort-, nicht sicht-, weil nur glaubens- , nicht wissenscodiert (Parentalpersonen kann ich vertrauen: ich brülle sie ehrlich aus Hunger an, sie füttern mich ehrlich mit Milch, sie täuschen nicht Milch durch weiss gefärbtes Wasser vor, Täuschung, die nicht meine kleinkindliche Kognition, aber meine Physisteme „bemerken“ würde. Sie sagen mir vertrauenswürdig, dass mein Pyjama „blau“ und mein Teddybär „braun“ ist). Eine Farbenblinde wird nie „wissen“, was „blau“ ist, nur, dass es im Sicht- und Lichtraum Farben gibt, darunter eine, die „blau“ heisst, aufgrund eines sehphysiologischen Defektes, ein Alzheimer-Kranker wird es „vergessen“ aufgrund von zerebraler Zerstörung. Von daher ist es zutreffend mit Wittgenstein zu sagen „dass ein Sprachspiel nur möglich ist, wenn man sich auf etwas verlässt.“ (S. 221), in diesem Fall auf die im Sprach-, Hör- und Sehspiel wiederholt vollzogene (d.h. erfolgreich bestätigte) mehrfache Erinnerungscodierung in der menschlichen Physisteme.

12.03.2523

Über die aufgeklärte Religion. Über die Anfänge eröffnet einen redekonstruktiven, nicht nur differenzierten Weg in die etablierten Religionen. Auf diesem Weg der Aufklärung erklärt sich, warum die gegenwärtige Kirche, der gegenwärtige Islam, das gegenwärtige orthodoxe Judentum, die herrschenden Buddhismen, der Hinduismus, usw. grösstenteils – nicht ganz –  Sekten sind – ideologische Programme, deren Fundamente zum Beispiel nicht gegeben sind, bloss unterstellt wurden und die wesentliche Dinge ausblenden wie Alternativen, Lücken, Strategeme, Suggestionen, Übertragungen und Permingationen (im und als Text). Über die Anfänge kann helfen, einen klareren freieren Weg zur Religion, die man nicht verlassen will, zu schaffen oder den Ausgang aus ihr, allenfalls den Übergang zu finden in die änigmatische. Generell kann Über die Anfänge die Existenz der änigmatischen Dimension und von Akommunikationen, die Religionen fundieren, aus persönlichen Erfahrungen bestätigen, insofern ist Atheismus aus änigmatischer Sicht ebenfalls bloss schlechte, nicht zu Ende gedachte Ideologie, modernes Sektierertum.

11.03.2523

Viele Äusserungen an dieser Stelle  – wir befinden uns in Buch 8 von Über die Anfänge – setzen Kenntnisse (Definitionen, etc.) aus den früheren, vorausgehenden Büchern voraus. Ausserdem folgt der gedankliche Zug und Entwicklungsweg der Chronologie der Einträge (wäre also von „unten“ nach „oben“ oder von „hinten“ nach „vorne“ zu lesen).

10.03.2523

Wir können von Gott (die Änigma) wissen, nicht Gott kennen, zumal Akommunizierte: sie wissen, sie kennen nicht.

09.03.2523

Über änigmatische Religion („geheiligt werde dein Name“).  Änigma ist nicht nur der „Gott der Philosophen“, akommuniziert sie einem Kind in dessen Sprache und Kraxelhandschrift vor dessen Nase und Umwelt ein „Du„: „Du bist Philosoph/in.Philosophie„, zudem bezeugt sie damit die Existenz der änigmatischen Dimension dieser Welt. Dabei verzichtet sie auf eine Selbstbezeichnung. Bleibt änigmatisch, für uns das Undefinierte, das uns zu definieren sich anmasst in unserer Sprache: homo sapiens: Du bist sapiens. Der Inbegriff „des Philosophen“ war Aristoteles, Scholastiker ehrten ihn mit dem grossgeschriebenen Eigennamen Philosophus und integrierten sein weltliches Wissen in ihr christlich-theologisches. Nun ist es jedoch kein Mensch, sondern das Andere des Anderen dieser Welt, ein Rätselhafteres als Rätselhaftes, die Änigma, die diesen Titel allen Menschen verleiht, die uns „Philosoph/in“ nennt.
In die änigmatische Sicht übersetzt, bedeutet das christliche „geheiligt werde dein Name“ „geheiligt werde die Akommunikation“, werden die Sprech- und Schrift-Akte, in denen Gott, die Änigma, Menschen akommunizierte von Sanskrit über Hebräisch bis Deutsch. Die Änigma muss ihren für uns gedachten/errechneten „Sinnimpuls“ in unsere Sprache übersetzen können, diejenige in der sie einen Menschen akommuniziert, verstehen, die Zukunft, für die das Akommunizierte gelten wird, voraussehen, sich in unseren Verstand, in unsere Sprache, in unsere Welt „physisch“ einloggen können, will sie uns erreichen (Warum? Wofür? Für eine Verbesserung des Verlaufs unserer Geschichte? Zu unserer Bewahrung und Beruhigung?). Aus änigmatischer Sicht ist das christliche „geheiligt werde dein Name“ zu anthropologisch, ausserdem anti-semitisch,  d.h. wie  so oft im paulino-christlichen Text, versehen mit einem anti-judaischen Subtext, der lautet: seht, Juden, für euch ist der Namen eures Gottes eine heilige Leerstelle, unser Mensch gewordene Gott füllt diese als Individuum, wir glauben nicht mit einem leeren Glauben an eine Leerstelle, bei uns ist der Glaube erfüllt mit einem Namen, den wir „heiligen“.

II. Über „Obligation“.

Für  Änigmatische ist akommmunizierte „Obligation“ – obligative Ethik (siehe ….2522)  nicht etwas, was du nur im Kopf hast, sondern in der Hand, was du schaffst – praxeologische Ethik, mit akommunizierten Gebote wie „Du sollst nicht morden!„, „Du sollst nicht stehlen!“ – Du sollst die Schöpfung, deine Existenzgrundlage nicht zerstören. Aus änigmatischer Sicht ist mit „Göttlichkeit“ keine abrahamische Gott-Assoziation und Allmachts-Phantasie zu verbinden, ist Gott, die Änigma, zunächst das Andere des Anderen dieser Welt, das Änigmatische des Enigmatischen, das mit einem besonderen Kraftaufwand sich in der Genesis unserer Welt bemerkbar machen kann. Die Differenz zwischen Gott der Philosophen und Gott des Glaubens, des christlichen, islamischen, jüdischen, buddhistischen, hinduistischen, usw., wird in der änigmatisch akommunizierten Anrufung: „Du bist Philosoph. Philosophin. Phiosophie“ (implizierend suche und liebe die Weisheit, das Wissen) aufgehoben – -du bist durch diesen heiligen Akt, wenn er heilig, nicht bloss änigmatisch oder wenn änigmatisch gleich heilig ist, nicht nur für dich kommunikativ, sondern änigmatisch akommuniziert glaubende Philosophin, philosophierende Gläubige, dank dem Wissen von und Glauben an Akommunizierte, einerseits privilegierte Wissende (nicht: Kennende), das Rätsel des Rätselhaftesten Wissende, andererseits vom Einbruch der Änigma geschockte, überfallene, missbrauchte, traumatisierte Menschen, meistens Männer oder Knaben wie der zwölfjährige Mani, von dem die Christen den „Manichäismus“ übernahmen oder der den ihren mitprägte. (Vgl. Josef Ratzinger: Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen. Ein Beitrag zur theologia naturalis, 2004).

08.03.2523

Über dem Wasser.  Eine fürsorgliche Urszene, die wir alle erlebt haben, ist die Basis einer Urszene in der paulino-christlichen Literatur, in der Jeshua auf dem Wasser läuft und dem Petrus, der ihm nach wenigen Schritten wie ein ängstliches, verunsichertes Kleinkind bei seinen ersten wackligen Schritten folgt, die Hand reicht (Matth.). Ergreife sie, rette dich, glaube an das Wunder, glaube an mich, Petrus, dann versinkst du nicht, dann tut es in dir Wunder und du tust Wunder. Es ist wohl davon auszugehen, dass diese uneigentliche oder fantasierte Szene eigentlich nicht auf Wasser, sondern auf der Grunderfahrung unserer parentalen Primärfürsorge baut. Das erklärt die schier „wunderbare“ Wirkung und Verbreitung dieser Parabel, dieses Wundermärchens und ihre Glaubwürdigkeit unter Christlichen, die sich in ihr irgendwie wiedererkennen. Das wahre Wunder dieses christlichen Wundermärchens ist in der Tat sein Fundament, die fürsorgliche Urszene, die wir alle erlebt  haben, jenseits von Schrift und Archiv.

07.03.2523

Aufklärung über Aufklärung schliesst Religion ein, nicht aus (egal, ob postabrahamische oder postbuddhistische Aufklärung), zumal änigmatische Religiösität, in der sich reflektiert die Grunderfahrung der kindlichen Behütetheit (Erstfürsorge) durch Mutter, Vater und darüber hinaus das Andere des Anderen, das vertraut gemachte Fremde, das Änigmatische von Gott, die Änigma, erfährt.

06.03.2523

Über das Thales-von-Milet-Syndrom (vgl. als „akademischer Diskurs“: Thomas Fuchs: Verteidigung des Menschen. Grundfragen einer verkörperten Anthropologie. suhrkamp 2020). Aus änigmatischer Sicht ist der Wissenschafts- und Wissens-Optimismus eines Naturwissenschaftlers wie Lee Smolin übertrieben und anmassend, Szientifismus, Ideologie, doch da, änigmatisch akommmuniziert, Homo-Sapiens-Sein Sapiens-Sein ist, treibt auch dieses die Selbst- und Weltaufklärung bis über und an die Grenzen der Erkenntnis, um damit vor allem die Rückbesinnung auf uns und unsere Welt, auf unsere primären Obligationen (Pflichten, Verantwortungen) zu verstärken. Wissenschaft ist zu erden, soll sie nicht vor lauter Blick in den Himmel, in die Grube vor ihren Füssen fallen (Thales-von-Milet-Syndrom). Erst in unser Zeit ist der Blick in den Himmel ein Blick in sein Ozonloch, in die Flugzeugstreifen, in den Stadtsmog, ein Blick in unseren Spiegel, auf uns. Immer weniger ist zu übersehen, dass wir zum Grundproblem dieses Planeten und von uns selber wurden, davon die Wissenschaft ein Teil ist, nicht nur seiner Lösung.  Paradigmatisch seit Thales von Milet, seit der letzten Achsenzeit bis zur Neuzeit ist das rück-besinnungslose Ausser-sich-Geraten, fundamentale Selbstausblendung und – vergessenheit, begleitet vom Gelächter der Magd, vom Sound und Spott des Elementaren, nicht nur Grunderrungenschaft, sondern das Grundproblem der Wissenschaft, spätere Formen dieses Grundproblems nahmen die Gestalt von Hybris, von fundamentaler Überschätzung und Fehleinschätzung an. Sollte uns ein Teil der anderen Welt egal sein, änigmatisch akommunizierte Akommunikationen, die uns ansprechen, sind es gewiss nicht: sie lösen, in der ersten Reaktion, Überraschung, Irritation, Verwunderung, beim Kind, sieht es vertraute Projektionen, eher Staunen und Neugierde als Angst und Schrecken aus, später, in der Reflexion, vielleicht Euphorie, religiöse Ekstase, Gefühle der Verbundenheit mit sich, mit anderen, mit der Welt und ihrer änigmatischen Dimension. Änigmatische Sicht wird Fröhliche Wissenschaft, die zur wissenschaftlichen Aufklärung und religiösen Ekstase führt, beides zugleich.

05.03.2523

Über Wissenschafts-Glauben. Die Holzhacker-Naturwissenschaft würde gerne die Änigmatische Welt – genauer: die Genesis unserer Welt mit ihrer änigmatischen Dimension und die Genesis der Welt der Änigma – zur einen enigmatischen Wirklichkeit zurechtstutzen und kleinmachen, und erklären oder glauben, dass diese reduzierte Welt voll erklärbar ist. Dabei immer den Reduktions-Fallout mit sich mitschleppend, sich selber zurechtstutzend und reduzierend. Das nennt sie Wissenschaftsoptimismus, tatsächlich hat sie damit seinen „Universalismus“ auf unser nächstes Umfeld, der Wald, das Holz, das Feuer, das wir in der Tat vollständiger als alles andere begreifen – begreifen lernen mussten – borniert und ins Unermessliche, äh, Pardon, ins vollständig Messbare extrapoliert.

04.03.2523

Über Zukunft als Form der Gleichzeitigkeit (Synchronizität). Aus Perspektive P (ab) ist die Zukunft von a – a wird, um die Hausecke gehend, b treffen – ein synchronistischer Prozess im Raum (im Licht, im Lichtgeschwindigkeitsraum), keine Zukunft, keine unbekannte, offene Zukunft.  Von P aus wird die Zukunft von a und b „voraus“gesehen, gewusst. P sieht von Position P aus, was auf a und b zukommen, was a und b demnächst passieren wird, dass für a (vor der Hausecke) das Ereignis „a trifft b“ und für b das Ereignis „b trifft a“ „in der Zukunft“ (um die Hausecke) stattfinden wird (sieht P auch die innere Motivation von a und b und die Qualität der Erfahrung dieser Begegnung? Zukunft ist hier ein Wert  von vollständigem Wissen, dort ein Wert von noch nicht möglichem Wissen. P verfügt über ein Wissen, über das a und b noch nicht verfügen – weil es für sie noch in der Zukunft liegt, noch nicht erfahren ist, und so weiter: von P aus ist ihre Zukunft ausgelöscht, ein synchronistischer Prozess, sukzessiver Ablauf, keine für P, aber eine für a und b. Eine Synchronizität, die a im Traum erfährt, blickt insofern nicht unbedingt in die Zukunft von a, sondern erfährt ausschnitthaft Einblick in die Dimension P von a, die eine deterministische Funktion erfüllt. In Synchronizitäten erfährt sich „P von a“ als „Zukunft“ von a ausschnitthaft, unvollständig, mit riesigen Zeitraum- und Kausalmengenrelationen-Lücken in der Form von Traumwahrnehmung, in diesen Momenten bricht die Kausalkontinuität für einen Augenblick (im wahren Sinn des Wortes)  in Form von Energie/Information ein, was in der klassischen Raum-Zeit-Kontinuität materialiter nicht übersprungen werden bzw noch nicht eintreffen kann. In P (syn.) von a und b ist Zukunft von a und b keine Zukunft, sondern „sichtbar/wissbar/erinnerbar“ determiniert und passiert. P (syn. ) aller Menschen, nicht nur von a und b, also P (syn. A) ist, weil ihr eine nicht-klassische Zeit-Raum-Differenzierung zugrunde liegt, wahrscheinlich Teil der änigmatischen Dimension unserer Welt, somit auch der Welt der Änigma. Ein Teil davon wird uns wahrscheinlich engimatisch, nicht nur änigmatisch bleiben, insofern teilen wir den Optimismus des Quantenphysikers Lee Smolin (2019) nicht, „dass die universelle Macht des Denkens, die jeder von uns besitzt, im Verein mit unseren gewaltigen Einbildungskräften und unserer Fähigkeit, neue Ideen zu erfinden, ausreichen wird, um das Universum zu vestehen.“ (S. 349). Denn gleichzeitig werden wir immer besser verstehen lernen, warum wir vieles nicht verstehen werden, und die Genesis unserer Welt ein Teiluniversum ist, zudem ist und bleibt uns die Genesis der Welt der Änigma enigmatischer als enigmatisch und sind wir selber ein Teil des Änigmatischen, nicht nur des Enigmatischen.

02.03.2523

Anmerkungen zu TAZ futurzwei Ausg. 16 (2021) Thema: „Irre“ – Hg. Sozialpsychologe Welzer im Interview mit Sloterdijk.

01.03.2523

Über „Gott“ aus änigmatischer und heideggerscher Sicht. Was in Heideggers Seinsphilosophie ein leere Phrase, „die Wahrheit des Seins“ oder seine übliche Unterstellung der Seinsvergessenheit, Theologen hätten bei der Vorstellung ihres Gottes als „das Seiendste alles Seienden“, das „Sein selbst“ vergessen, ist in der änigmatischen Philosophie und Theologie die Akommunikation „Du bist Philosoph/-ie/-in“. Ein zutreffender Hinweis Heideggers ist es, Gott der Dimension des Seins, nicht des Nichts zuzuweisen – auch wenn seine Seins-Vergessenheit aus änigmatischer Sicht eine Form der Nichts-und der Änigma-Vergessenheit beinhaltet. Die Seinsform der Änigma ist für uns für sich seiend, wenn wir denn absolute Gewissheit darüber hätten, wo sich „für uns“ von „für sich“ trennt, was erschöpfend „für uns“ ist, – ist, mit anderen Worten, änigmatisch, und zugleich gemeinsam nicht nicht-seiend, wie different unser (weltliches und änigmatisches) Sein auch ist, es ist in einem gewissen Grad indifferent nicht Nichts (Auch Heideggers „Sein“ ist im Modus des Nichts-Sein sein, oder es ist nichts). Heidegger (Brief über den Humanismus, 1946) meint sagen zu können, „dass das Heilige (Göttliche) erst zum „Scheinen“ kommt, wenn zuvor und in langer Vorbereitung das Sein selbst sich gelichtet hat und in seiner Wahrheit erfahren ist.“ Denn „erst aus der Wahrheit des Seins lässt sich das Wesen des Heiligen denken.“ (zit. aus: Hans Köchler: Skepsis und Gesellschaftskritik im Denken Martin Heideggers, 1978, S. 32 – Kap. 2 „Die Konfrontation mit der Frage nach „Gott“). Die Formulierung „in langer Vorbereitung“ – ist eine Märchen unter Vorstellungen und Zeit-Raum-Konditionen aus unserer Welt. Übersetzt in die änigmatische Sicht: erst in der Genesis unserer Welt lässt Gott, die Änigma, für uns eine unserer Welt angepasste, in unsere Sprache durch unsere Sprache erscheindende Erscheinung von „ihr“, eine akommunikative, involutive Erscheinung der Genesis der Änigma differenzialisieren d.h. wahrnehmen und wahr machen.

30.02.2523

Über histopische Literatur: zur Realutopie und Histopie des Réduits. Fragte sich Christian Krachts Histopie (2008): Was wäre, wenn Lenin 1917 in Zürich geblieben und dort, nicht in Leningrad (Petersburg) die Sozialistische Revolution ausgebrochen wäre (S. 58), so stellt Robert Harris Bestseller-Histopie Vaterland (1992) die Frage: Was wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte und das Dritte Reich Europa dominierte?  Krachts Histopie Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (2008) handelt von einem neuen Hundertjährigen Krieg in Europa seit der Grossen Sozialistischen Revolution von 1918, die in eine Schweizerische Sowjetrepublik (SSR) und, im Verbund mit „Alliierten“ (S. 28) in einen permanenten trotzkistischen „Schweizer Krieg“ (S. 55) gegen „Faschisten“ (S. 26) mündete. Kracht treibt histopische Spiele mit sozialistischen Ideen und literarisches Recycling mit dem grössten Schweizer National-Mythos des Zwanzigsten Jahrhunderts, das Réduit („Kern, Nährboden und Ausdruck unserer Existenz (…)“ , S. 98), dabei mehrfach andeutend, dass in neuester Zeit dessen Narrativ mehrgleisiger wurde, ja nicht mehr so einfach funktionierte: „Die Geschichte der Schweiz, die durch die Fresken [eingemeisselt in die Tunnels des Réduit, d.V.] erzählt wurde, schien hier oben ins Stocken gekommen zu sein; die lineare Abfolge von Ereignissen, Schlachten, Aufmärschen, Paraden – denn es war naturgemäss (…) eine Geschichte des Krieges – wurde nach und nach von einer sonderbaren Gleichzeitigkeit (…) der Darstellung abgelöst.“, S. 122). Auch nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in der Schweizer Stammtisch-Geschichte blieb die Schweizer Alpenfestung, das Réduit [dt. „Redui“, letzter Rückzugsort], für Jahrzehnte der nationale Mythos der geistigen Landesverteidigung. Angesichts der Übermacht der Deutschen Wehrmacht plante die Schweizer Armee im Fall ihres Angriffs – das ist reale Geschichte, nicht Histopie! – das Mittelland aufzugeben, auf die Verteidigung des Gros der Bevölkerung im Flachland zu verzichten,  stellvertretend für alle, im Alpenréduit allein sich selbst zu verteidigen, sich hinter dem Bollwerk der Alpenstollen zu verbarrikadieren und alle Verbindungen durch die Alpen zu kappen, durch die bis dahin auch (plombierte) Züge mit Güter (nicht mit Truppen) für das Reich fahren durften. Dieser mutig-verwegene wie irrwitzig-verzweifelte, im Ernstfall sich möglicherweise schnell als utopisch entpuppende Plan, in dem das Réduit wie eine Mimikry der Abschreckung und Fata Morgana der Rettung der Freiheit im Zentrum steht, sollte Hitlers Reich, gerade im Zweifrontenkrieg gegen zwei Grossreiche begriffen, signalisieren, dass eine Blitzeroberung der Schweiz sich nicht so einfach durchführen liesse, ihre Armee, geschützt vom Alpenbunker, maximalen Schaden und maximale Verzögerung und Bindung von NS-Truppen plante, mit anderen Worten, für es eine neutrale Schweiz, die ihre Dienste anbietet, von grösserem Nutzen sei als eine, die, nun widerborstig, statt wie bisher entgegenkommend, umschaltete auf die Résistance ihres Réduit und die Sprengung des Gotthardtunnels. Auch in Krachts Buch, das sich in drei Teile unterscheiden lässt, in einen vor (Kap. I – VII), im (Kap. VIII – X) und nach (Kap. XI – XIII) dem Réduit, liegt das Réduit im Zentrum. Sein Buch greift diesen – Hülle („Propaganda„, „leeres (…) Ritual.„, S. 127) und Geschichte gewordenen – Nationalmythos auf  („Wir führen hier oben keinen Krieg mehr nach aussen, wir verteidigen die Bergfestung“, S. 110) und füllt ihn mit neuen Inhalten und Histopie –  etwas Ähnliches, aber realutopisch, nicht histopisch, tat Hermann Burger in Die Künstliche Mutter (1982) – , verbunden mit der Biographie des Hauptprotagonisten und Icherzählers, eines namenlos bleibenden „Parteikommissärs“ der SSR aus Afrika, der von beiderlei Erfahrungen mit Rassismus berichtet, von dem von Afrikanern, die sich über Weisshäute, und dem von Weissen, die sich über ihn als Schwarzer lustig machen oder von Schwarzen Befehle anzunehmen als gewöhnungsbedürftig bezeichnen. („Wir müssen uns erst noch daran gewöhnen, dass Menschen wie Sie auch Anweisungen geben.“ S. 35, sagte Favre, die mit ihm später eine Affaire hat). Am Ende von Krachts Histopie – ein zwischen Wahnwitz und Alternativwelt schillerndes Gedankenexperiment über eine um einige Grade Fiktionalität verschobene Welt  – erhängt sich Architekt und Eid-Genosse „Jeanneret“  – ein schweiz-sowjetischer Le Corbusier – nach seiner Fahrt in das „Hinterland“ der SSR, nach Afrika, währenddem bei Brazhinsky, bevor er sich selber verstümmelte, statt eine Hymne auf den „neuen Menschen“ anzustimmen, kriegsverdrossen, desillusioniert und auf der Kippe zum Wahn, Kritik am sowjetischen Rassismus und reaktionäre Resignation äusserte: „Sie sind ein Sklave der Schweiz, Sie und Ihr Volk sind Kanonenfutter“ „Die weissen Affen ohne Fell beherrschen die schwarzen Affen ohne Fell.“, „so wird es immer sein“ (S. 128). Öffnete ihm Brazhinski, bevor er sich in seine Augen stach, die Augen? Favre erwähnte das Ungewohnte, von einem Schwarzen Befehle anzunehmen, Brazhinski nennt ihn und seinesgleichen ein Volk von Sklaven. Entscheidend war die desolate Kriegslage  ohne „Doomsdaymaschinen“ (Zitat aus Kubriks Dr. Strangelove), – der  Glaube an „Wunderwaffen“ (S. 127) erwies sich als Propaganda -, statt zu seinen Vorgesetzen zurückzukehren, dem „monströsen Bombardement des Réduits“ durch einen seiner verborgenen Ausgänge im südlichen Alpenhang zu entkommen. Auch bleibt unklar, warum Jeanneret so drastisch endet, ausser dass der Roman drastisch enden soll – sah er sich seiner letzten sozialistischen Hoffnungen beraubt? Die von der Schweiz, nach Siegen von Schweizer Truppen über Afrikas alte Kolonialherrschaften, suizo-sozialistisch sozialisierten und vor allem für den „gerechten Krieg“ rekrutierten Afrikaner, die in einem Kontinent lebten, in dem „nie gekannte Gleichheit herrschte “ (S. 77), hatten jedenfalls seine am Reissbrett geplanten Städte verlassen („ihre afrikanischen Einwohner kehrten, .., in ihre Dörfer zurück„,  S. 148) und ihre Unabhängigkeit vor Augen  – nach der Vision und Mission des heimkehrenden Hauptprotagonisten, des Politkommissärs, dessen Augen immer blauer werden („Meine Augen, sie waren nun vollständig blau geworden, nein, ultramarin“): „Der Frachter trug mich über das Mittelmeer hin und durch den Kanal, der nun (…) uns Afrikanern gehören würde.“ (S. 146) „Und die blauen Augen unserer Revolution brannten mit der notwendigen Grausamkeit“ (S. 147) – Doctor Manhattan, Stalin und Nelson Mandela in einer Person.  Der Schlussatz des Romans mit dem Bild von Jeannerets aufgehängter Leiche, deren Füsse, nachdem sie paar Tage hing, Hyänen frasen, lautet im Subtext: „Voilà, meine letzte Szene, verfilme mich!“. Viel mehr „message“ liegt Krachts Buch, als dass man es zu einem anregenden Film mache, wahrscheinlich nicht inne, aber immerhin.
In dieser mit der realen Historie vielfach verknüpften Histopie finden der Schweizer Robert Grimm, der 1915 die Zimmerwald-Konferenz organisierte und den Landestreik von 1918 anführte, Bakunin, der Anachist und Marx-Übersetzer (Kommunistisches Manifest in Russisch), der in Bern beerdigt liegt (1876) und die Juraföderation (1871) beiläufig Erwähnung (S. 49), aber auch Anspielungen auf „Steckdosen“ in den Achsenhöhlen der Divisionärin Favre (S. 46) und ihres ehemaligen Geliebten, des „Oberst“ (S. 103) Brazhinski (S. 129), wie wir sie von Androiden aus Blade Runner kennen. Ausser Anspielungen auf Science Fiction-Filme und Szenen aus Western mischt Kracht Mystik in seine Histopie: von Zen-Buddhismus, der Atome erreicht, bis telekinetische Sprache („Rauchsprache“ oder „neue Sprache„, die bei jenen, die sie wie Brazhinski, eine „magnetische Persönlichkeit“ (S. 106) beherrschen, räumliche und physische Willenswirkung erlangt. Allein durch sie wird unser Parteikommissär, der Brazhinski im Auftrag des „Obersten Sowjets der Schweiz“ verhaften sollte, entwaffnet („sein Wille drückte mir, …, die Waffe aus der Hand„, S. 108). In der Tiefe und Ausführlichkeit nicht weiter gehend als es das Tempo und die Kürze eines Drehbuchdialogs zulassen. Eine Histopie, deren Fiktion geschichtswissenschaftliche Kenntnisse beflügeln nicht ersticken dürfen, verbindet Kenntnisse der vergangenen Wirklichkeit mit der Fähigkeit, eine kontingente Version davon durch ein Narrativ mit Figuren und Szenen plastisch zu simulieren. In Histopien sollen nicht bloss utopische Realitäten wie in Science Fiction, sondern realistische Utopien entstehen, die bewusst Bezug nehmen auf die reale Geschichte als Metanarrativ und ihren Kontingenzraum, dabei aber nicht wie im historischen Roman die möglichst grosse Annäherung an die Geschichte anstreben, sondern die möglichst grosse Autonomie des Simulacrums.

23.02.2523

 Eintrag nur hier  zur  Bearbeitung —–   Die Zukunft steht fest. Zumal für die nächsten Tausenden von Jahren, was die Drehung/en der Erde – kreuzt kein riesiger Meteorit ihre Bahn – , der Sonne, der Galaxien und deren Ausdehnung, aber auch die Verschiebung unserer Erdplatten – kurz: alles Grobe und Feste in groben und festen Gesetzen der Logik und Natur betrifft, wo kontinuierliche einfache Bewegungen in festen Formen für uns beobachtbar, berechenbar und extrapolierbar sind. Jedoch im Griffbereich, im zeitlichen Nahbereich, im hochdynamischen, fluiden Lebensweltbereich auf der Erdoberfläche, der unseren Existenzkreis ermöglicht und betrifft, scheinen Zufall und freier Wille für die grösstmögliche Unbestimmtheit und Offenheit der Zukunft zu sorgen.

Viele Wege liegen uns schon vor, sind vorgelegt, auf denen wir gehen oder nicht, viele öffnen sich, weil sie sich öffnen und gehen lassen, andere nicht. Das scheinen auch synchronizitäre Erfahrungen zu bestätigten, werden sie über die Zukunft, die sie „vorgesehen“ haben, hinaus extrapoliert. Dieser Extrapolation zufolgte ist die Zukunft auch im Nahbereich, nicht erst ab der Grössenordnung von Planetenumdrehungen festgelegt. Doch was heisst „festgelegt“? Ein Mann, eine Frau, die sich in zwei Tagen im gleichen Wartezimmmer  begegnen, haben die Termine dafür schon vor Zeiten festgesetzt. Sie werden sich verlieben, das steht fest. Ohne davon gewusst zu haben: das lag in „ihrer Zukunft“.  Ist die Zukunft für uns ungewiss, unseren Informationen nicht voll zugänglich, heisst das nicht, dass sie nicht, von einem bestimmten „Beobachterstandpunkt“ aus – für Christen und Muslime besetzt der abrahamische Gott alle – bestimmt ist, auch nicht, dass wir nicht in sie eingreifen, sie mitbestimmen, ja, durch unsere Einwirkungen auf uns und andere, bestimmte Folgen und Ursachen für weitere Folgen nicht auslösen oder ausschliessen würden, auch wenn Zukunft hier als intransparentes Komplexitätsdickicht erscheint, das wir „informativ“ nie ganz durchdringen werden – bis an die Grenze der änigmatischen Dimension unserer Welt, in der Intransparenz und änigmatische Transparenz durch Akommunikation ihr höchstes Mass erreichen – und das sich in gewissen Bereichen laufend erneuert und stark verändert, in anderen Bereichen nicht oder fast nicht.

Anders gefragt: Wieviel Gesetzmässigkeit und soziale Determinismen bestimmen also gesellschaftliches Leben? Der Marxismus beschäftigte sich im Rahmen des Historischen Materialismus am längsten mit gesellschaftlichen Gesetzmässigkeiten, mit Unterbau- und Überbau- Determinismen (Verschiebungen) und sekündlich Millionen von technisierten Arbeitsoperationen  und Einkaufshandlungen von KonsumentInnen, von Handlungen von Nahrungsmittel-Produzenten, Zwischenhändlern, Lieferanten, Bauern- und Milchproduzenten, von Autoproduzenten, von Öl- und Gas-Lieferanten, von Stromlieferanten, von Postsendungen, von Finanzkapital- und Zahlungstransaktionen, von kreativen Innovationen und innovativen Rationalisierungen, die neue Arbeitsgänge schaffen und alte abschaffen, immer, um in der Gewinnzone zu bleiben (Stichwort: Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate).

T

Für diese Beobachter ist es nicht vorhersehbare Zukunft, für andere in der gleichen Zeit einsehbare: Denke an einen Beobachter im Hochhaus gegenüber, der schon sehen und absehen kann, wohin auf der Strasse ein Fussgänger, der um eine Hausecke laufen will, laufen wird, nämlich gegen eine Absperrung, und ihm zuruft, er könnte sich den restlichen Weg sparen – er sieht „in die Zukunft“, die der andere noch nicht, erst in der Zukunft, die um die nächste Ecke liegt, sieht. Sehen verbindet sich mit dem schnellsten Medium der greifbaren und unbegreifbaren Welt, mit Licht, deswegen ist unser Gehirn mit dem Sehen in einer leiblosen Dimensionalität der Zukunft zu Hause so wie mit Handgriff und Fusstritt im Raum der leiblichen und materiellen Dreidimensionalität.

Mit der fast raum- und körperlosen Gegenwärtigkeit und Geschwindigkeit von Licht im lichtdurchfluteten Raum, der mit dem Weltraum-Horizont der Sonne, des Kosmos verschmilzt, sehen wir schon, antizipieren wir eine distante Gegenwart (Gegenständigkeit) , wo wir in der Geschwindigkeit des Leibes, des Fussgangs, usw.  sein werden, wo sich physisch-zeiträumlich unsere Physisteme leiblich-sinnlich befinden und den Raum „füllen“ wird – um ein paar Stunden gealtert, einen Zeitraum durchmessen haben wird. In der Physisteme antizpieren sich zwei komplett verschiedene Dimensionen von Geschwindigkeit, Bewegung, Raum und Zeit, aber auch von Empirie: von abstrakter Fern- und konkreter Naherfahrung. Über den Sehsinn und das Licht bildet sich ein innerer Anschauungs- und Vorstellungsraum, der Geist – ein anderer Bereich des Seh-Gehirns – , in dem Begriffe das abstrakt leisten, was, in einer Dimension der Materialitäten, der Fülle vor Ort, in der physischen Präsenz, konkret der Handgriff, der Tastendruck, usw. leistet. Die Physisteme selbst produziert die Differenz und den Eindruck, unser Wesen trenne sich in immateriellen Geist und materiellen Körper, mit Descartes gesprochen, in den Bereich der res cogitans (Materielosigkeit, Raumleere, Zeitlosigkeit, in der sich die Zukunft des Daseins und Eingriffs des materiellen Körpers absehen und einschätzen lässt, objektives Denken der Vorstellungskraft, Erfassen und Interiorisieren geometrisierter Räumlichkeit, uniform, ohne Farbe, Ferne-Physik und Meta-Physik möglich wird) und den Bereich der res extensa (Materiefülle, Dreidimensionalität, Chronometrie, in dem Nah- und Präsenzphysik waltet), in der die Physisteme physisch, sensuell, handgreiflich, vor Ort, im Greifraum, in der chronologischen und dreidimensionieren Physik der Physisteme sich aufhält. Im Sichtraum befindet sich Kants Ganzes aller möglichen Erfahrung und alle unserer Erkenntnisse (Einsichten) und in der allgemeinen Beziehung auf diesen Sicht- und Lichtraum, verinnerlicht Vorstellungsraum, besteht „die transzendentale Wahrheit, die vor aller empirischen vorhergeht, und sie möglich macht“ (KdV A.147).

In Merleau-Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung finden sich 

29.02.2523

Nachtrag: neu eingetroffene Bücher (Antiq.): Herbert A. Strauss: Über dem Abgrund. Eine jüdische Jugend in Deutschland 1918-1943. Frankfurt/New York 1997.  Ein weiteres Buch über den Berliner Untergrund in der Nazi-Zeit, über einen Kreis heterogener Menschen, der Juden und Jüdinnen vor Ort zu überleben und aus ihm zu entkommen half, „Juden“ das waren durch eine allgegenwärtige Nazi-Propaganda und -Ideologie exkommunizierte Menschen, eingeschüchterte Bürger und Bürgerinnen, die nach und nach realisieren mussten, dass in pogromlogischer Abfolge und Auswirkung auf ihren Alltag und ihr Leben, die Nazis mit „Juden“ sie meinten, erst durch Ausgrenzung und Verfolgung die verschiedensten Menschen, darunter Individuen mit keinem Bezug mehr zum Judentum,  zu einer homogenisierten Gruppe, zu einem paranoialogisch fundierten Denunziat machten. Über den Wandel von einem abstrakten Wissen, das man sich vom Leib hielt, zur totalisierenden Erfahrung, die über das Wissen hinaus die ganze Existenz betraf, schrieb Strauss: „allzu abgehärtet war ich gegen die schrille Nazi-Propaganda, gegen Hitlers Lügen, gegen die unsagbare Dummheit ihrer Rassentheorie. Ich hatte gelernt, all dies nicht an mich heranzulassen, … . Es schien schlicht unfassbar, ja geradezu phantastisch, dass unschuldige Menschen von ihren Mitbürgern, …, „vernichtet“ würden…. Ich weiss nicht mehr, wann die Zweideutigkeiten des „Wissens“ nach und nach der Panik und dem niederschmetternden  Eingeständnis wichen, dass ich „akzeptieren“ musste, was für alle Zeiten inakzeptabel war.“ (S. 250). Das Buch liefert auch Einblicke in die Schweiz als Grenzland des Krieges seiner Nachbarländer im generalmobilgemachten Verteidigungsmodus, im Réduit (das Krachts Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (2008) zum Zentrum seiner Histopie machte). Strauss, der ein paar Wochen nach Lotte die Schweiz erreichte, erlebte das Internierungslager im Schweizer Jura als neu gewonnene Freiheit, was verständlich war angesichts der realen Todesbedrohung, der sich der Fünfundzwanzigjährige durch Flucht und Glück – auch Glück des Timings – gerade noch entziehen konnte. Interniert wurden von der Nazi-Verfolgung geflohene Juden; vom Krieg Geflüchtete wie z.B. eine französisch-polnische Teilarmee und deutsche Deserteure (keine aus SS-Divisionen); Geflohene aus deutscher Kriegsgefangenschaft, darunter Russen, sowie ein paar notgelandete US-amerikanische Militärpiloten. Sein Buch hilft heute, die Vorstellung zu konkretisieren, wie schwierig und gefährlich es war, wieviel Panik, Vorsicht, Klugheit, Planung, Hilfe (Beziehungen: d.h. Risikobereitschaft fremder Menschen) und trotz alledem auch Glück es brauchte für flüchtende Juden wie Strauss, im Juni 1943 von Berlin bis an die Rhein-Grenze und über sie hinaus zu gelangen. An der Schweizer Grenze gab es zudem Juden – zu NS-Juden denunzierte Menschen -, die abgewiesen wurden. Ab Juni/Juli und verschärft im Herbst 1942, war ihre Abweisung offiziell,  was eine kontroverse Diskussion im Land auslöste und vereinzelt zu zivilem Ungehorsam von Zöllnern mit Zivilcourage oder krimineller Geldgier an den Grenzen zu Deutschland (Deutsches Reich), Frankreich und Italien führte. Sie durchbrachen die Bürokratie und das Gesetz und liessen trotzdem „Juden“ passieren oder schmuggelten sie sogar ins Land, damals, legalistisch betrachtet, Verbrecher, heute, ethisch betrachtet (Obligation!), Helden der Menschlichkeit, Gerechte.

28.02.2523

Über den Holocaust. Der Doku-Roman des Journalisten Friedrich Strindberg  – eigentlich Friedrich Uhl-Wedekind – Under jorden i Berlin –  Im Untergrund in Berlin – auf Deutsch 1944 geschrieben- in Schweden in schwedischer Übersetzung 1945 (2. Aufl. 2002) publiziert – berichtet auch von den Vernichtungslagern der Nazis in Polen und von BerlinerInnen, die Juden versteckten und schützten, statt, wie üblicher, denunzierten und verfolgten. Als einer der ersten Journalisten überhaupt kam Strindberg Ende 1942 zu einschlägigen Informationen über den Holocaust (erstmals im Dez. 1942 berichtete internationale Presse darüber), die bei den Straussens, die sich mehrmals bei ihm und seiner Frau versteckt hatten, wie eine Bombe einschlugen. Herbert Strauss (1997):  „Doch Strindberg war auch der erste Mensch, der mir mit der Autorität des Eingeweihten erzählte [1942], dass die Nazis alle Juden systematisch ausrotteten, …  Strindberg hatte bei einem Treffen ausländischer Korrespondenten konkrete Fakten gehört.“ (S. 249). Beide Straussens schrieben später Autobiographien (publ. 1997), mit Strindbergs und anderer Unterstützung flohen sie in die Schweiz (siehe nächster Eintrag). Bis heute wartet die deutschsprachige Leserschaft (und Geschichtswissenschaft) auf die Publikation des Originalmanuskripts – falls in Strindbergs Nachlass, der in London liegen soll, noch vorhanden – oder eine Rückübersetzung aus dem Schwedischen.  Frieda Uhl – offiziell noch verheiratet mit dem berühmten Dramatiker Strindberg – zeugte Friedrich  – geb. 1897 –  mit dem berühmten Frank Wedekind in Berlin. Strindberg war d’accord damit, dass Friedrich, der bei seiner Grossmutter in Sachsen aufwuchs, wie seine leiblichen, d.h. von ihm gezeugten Kinder, seinen Namen trägt und einen schwedischen Pass erhält, was ihm wahrscheinlich später das Leben retten wird, da sein leiblicher Zeuger, Frank Wedekind, der 1918 in München starb, von den Nazis als halb-jüdisch/entartet taxiert wurde. Nicht die Berliner Humboldt-Universität, aber z.B. die Universität Halle verbrannte 1933 dessen Literatur. Zu Wedekind, der in meiner ersten Heimat  (zweite ist Berlin, Mutter ist Berlinerin), in der Schweiz, im Aargau aufwuchs, – meine Grosstante, Sophie Hämmerli-Marti, später eine berühmte Mundart-Dichterin, ging bei den Wedekinds, denen das Schloss Lenzburg gehörte, ein und aus -, siehe Arnold Regnier: Frank Wedekind (2008).

29.02.2523

Von „Corona überleben“ zu „mit Corona leben„. Die Zukunft mit Corona und klinisches System der Gesellschaft: Die standardisierte Einrichtung von Ecmo gehört zur Systemanpassung der Kliniken an den neuen Extremparasiten Sars-CoV-2 als aktuell lebensgefährlichste Mutante unter den Coronaviren (Zu Virus als Extremparasit siehe ÜdA 7). Allgemein haben sich Staaten und Gesellschaften auf noch gefährlichere neue Viren und Mutationen von bekannten dauerhaft einzustellen (inklusive Infektionsschutzgesetze und Katastrophenpläne) sowie auf einen Wettlauf zwischen Mutation und Impfanpassung, der erst in Zero-Zonen aufhört.  Eine regelmässige Nachimpfung, die das Leben schützt und die Verbreitung des Virus verhindert, macht Sinn und wird sinnvollerweise wahrscheinlich für viele Pflicht werden. Ähnlich wie sich ab den 1950er Jahren die Bevölkerung auf einen möglichen Nuklearkrieg einzustellen hatte, haben wir uns heute   – neben anderen Desastern  – auf die nächste Epidemie bzw. Pandemie vorzubereiten (Stichwort: FFP2-Maske) was in Ansätzen seit AIDS (1984) geschieht (Stichwort: Kondome). Realistische Katastrophen-Szenarios sollten mindestens von der Tödlichkeit des SARS-Virus (rund 10 % der Infizierten) und der Verbreitungsfähigkeit des Corona-Virus ausgehen und durchrechnen, was dann am besten zu tun und zu lassen sein wird, wie z.B. den Ausnahmezustand ausrufen, sofort Schutzonen abriegeln – die dafür definiert und vorbereitet wurden z.B. mit Quarantäne-Zonen im Grenzgebiet  –  später vielleicht Lazarette aufbauen, die Grundversorgung im Notfallmodus organisieren und in den Schutzzonen gewährleisten. Internationalen Verkehr, öffentliches Leben, Schulen und Arbeitsplätze in den Lockdown-Modus versetzen. Und so weiter.

29.02.2523

Mit der Corona-Pandemie leben heisst für unsere Krankenhäuser  – die das zum Teil immer noch nicht kapiert haben – stationäre oder mobile Ecmo zur Standard-Ausrüstung und -Ausbildung  zu machen, als lebensrettende Nothilfe-Massnahme in ihr Behandlungsprogramm aufzunehmen, sofern Medikamente, die in der Entwicklung begriffen, aber noch nicht verfügbar sind, diese Behandlung nicht überflüssig machen  (Stand: März 2021). Nach einem Jahr Pandemie gibt es für Kliniken, die Corona-Patienten aufnehmen und sich die Soft- und Hardware für Ecmo nicht erworben haben, keine Ausreden mehr für die Unterlassung einer faktisch möglichen und medizinisch indizierten Hilfeleistung  mit dem sachlich überholten Hinweis, dass vor Corona das Ecmo sich nicht „lohnte“ oder kein Personal dafür vorhanden oder Ecmo zu teuer sei –   Personal ist dafür auszubilden und ein mobiles Ecmo für 80’000.— € kostet nicht mehr als ein paar Anti-Krebs-Tabletten. Bei Corona geht es nicht nur um Atemgeräte, es geht um Ecmo, als Standard-Ausrüstung jeder Klinik, die Corona-Patienten aufnimmt.  Kliniken nur mit Atmungsgeräten, ohne Ecmo, mögen für Patienten mit Keuchhusten ausreichen, für PatientInnen mit Corona sind sie nicht geeignet. Siehe Aerzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/116907/COVID-19-Mehrheit-der-Patienten-ueberlebt-mit-ECMO

29.02.2523

Über die Pandemie-Formel. Die „Pandemie-Formel“ besteht aus mindestens 5 Faktoren: Faktor 1: virusbedingte Sterblichkeit (nach Peak, tendenzieller Fall); Faktor 2: Ansteckungsinzidenz durch Anzahl Kontakte (nach Peak, tendenzieller Fall); Faktor 3: Rate der Herdenimmunität (tendenzieller Anstieg); Faktor 4: Impfrate (tendenzieller Anstieg) und Faktor 5: Sicherheitsmassnahmen (Berechnung basiert z.B. auf Verbreitung und Häufigkeit der Tests, Anzahl FFP2-Maske, Grösse des Abstandes, Anfang und Länge des Lockdowns, des Ausgangsverbots,  Grösse der Flucht (heute nahe bei 0, früher, bei Pest bei 0,5 bis 0,9). Faktor 4 (Impfrate) wird separat berechnet, ist aber maximierender Teil von Faktoren 3 und 5 und minimierender von Faktoren 1 und 2.
Die Pandemie-Formel reflektiert ein dynamisches, endogen beeinflusstes (z.B. durch Mutation) und exogen beeinflussbares Geschehen der Verbreitung und Einschränkung des Ansteckungsgeschehens vom Anfang bis zum Ende. Da in der Corona-Pandemie nach der 2. Welle Faktor 4 dazu gekommen ist und Faktor 1 tendenziell fällt (viel sind gestorben, die an Corona sehr wahrscheinlich bis sicher sterben, damit sinkt statistisch diese Wahrscheinlichkeit für die Nichtgestorbenen), zudem Faktoren 4 und 3 steigen, und Faktor 5 nicht oder nur langsam verkleinert wird – hat das Infektionsgeschehen seinen absoluten Peak überschritten – ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Faktor 1 Nahe 0, Faktor 2 Nahe 0, Faktor 3 Nahe 1, Faktor 4 Nahe 1 und Faktor 5 angepasst an Faktor 1 (z.B. durch Nachimpfen).
Ausser diesen fünf Faktoren ist ihre jeweilige Gewichtung und die Veränderung derselben innerhalb der Formel, ihr Faktorenwert, der auf die Beschleunigung der Eindämmung und Ausser-Kraft-Setzung des Ansteckungsgeschehens Einfluss nimmt, zu berücksichtigen und zu berechnen: steigt Faktor 5, sinkt Faktor 2, usw. Letalität und Verbreitung (Infektiösität) sind weiter auszudifferenziern. Extrem letale Viren – ohne „versteckte“ Latenz – lassen dem Wirt wenig Zeitraum zur Verbreitung, das Virus schränkt sich schnell selber ein, da sein Wirt schnell stirbt (Ebola) – wobei die schnellen Flugzeuge und die globalisierte Verbundenheit der Menschen den Weg von Epidemien zu  Pandemien sehr infektiöser und letaler Virenstämme befördern. Für jedes Virus als Extremparasit (siehe dazu ÜdA 7) gibt es fortpflanzungs- und selbsterhaltungstechnisch einen „Optimumfaktor„, zu dem es mit der Zeit tendiert – z.B. als stabile Erhaltung in einer Tier-Wirt-Population, führen aktive und passive Faktoren nicht zur Ausrottung, zur Zero-Zone.

26.02.2523

Über Qanon – eine antisemitische Sekte des reaktionären After- oder Fundamentalisten-Christentums. Das Christentum wurde erst erfolgreich, als Paulus eine Verschwörungstheorie in es einschrieb: Alle Menschen sind versündigt und nur ein Heiliger, der sich dafür opfert – dafür wurde die Kreuzigung umgewertet, von einfach sinnlos zu höchst sinnvoll umgeschrieben – , kann uns retten, ausserdem uns die Unsterblichkeit schenken. Mit seinem Tod sterben wir und mit seiner Auferstehung auferstehen wir. Amen. Die Verschwörungstheorie von Qanon klingt anders. Sie lautet: unter uns lauern die Kinderfresser und nur Qanon kann diese Kinder vor dieser Erzsünde, die im Reich der Reichen (der reichen Juden!) systematisch betrieben wird, befreien (denken wir doch an den Mädchenhandel des Juden Epstein!). Über die massenhaften Kindermissbrauchs-Fälle in der katholischen Kirche, in der abrahamischen Grosssekte, was ja mal ein realer Ansatz wäre, kümmert sich die Qanon-Sekte merkwürdigerweise keinen Deut, nicht eine Sekunde lang, aus ihrer Sicht lenkt das bloss vom „wahren Verbrechen“ ab, hinter dem UNICEF, UNO, UFO, CIA und Mickey Mouse – alles Juden des Weltjudentums – stehen. Qanon kocht die alte antisemitische Saga aus dem anti-judaisch getrimmten Christentum, dass Juden Kinderfresser sind, wieder auf –  das ist ihr antisemitischer Insider-Code, mit dem sie fischen geht, nur für die ganz Blöden, die an ihrem Haken hängen, ein Fakt. Qanon wird so auch zum organisierten Versuch, „christlich-kirchliche“ Realitäten mit Antisemitismus, mit einem über Social media global verbreiteten Gegendiskurs zu permingieren.

25.02.2523

Traum: Komplettes Referat über die Bedeutung der Astrologie in der Frühen Neuzeit, warum es sogar Hofastrologen gab. Im 16. Jahrhundert wurde der Lehrstuhl für Astrologie an der Pariser Universität abgeschafft, der Anfang vom Ende der Pseudowissenschaft, die für geraume Zeit in Kombination mit Astronomie u.a. von Kopernikus (1543) bis Kepler (1571-1630), der die Bewegungsgesetze der Planeten entdeckte und als Mathematiker des Kaisers Horoskope errechnete (verfasste), weiterbetrieben und -entwickelt wurde (heute setzen Esoterikerkreise dieses damals gläubig-abergläubig rationalisierungsbemühte, heute nur noch unseriöse Sehergeschäft, den Betrieb dieser Pseudowissenschaft fort). Die Ablösung  der Astronomie von der Astrologie erfolgte unter wechselseitigem Einfluss, nicht einseitig, von der Astrologie übernahm die Astronomie und in ihrem Gefolge Newtons Physik die deterministische Vorstellung, aus den aktuellen Daten alle Abläufe und Zustände in der Zukunft berechnen zu können. Aus einem spekulativen Vorsehungskalkül aus Daten von himmlischen Grundkonstellationen (vgl. lat. stella: der Stern) und Lebensläufen von Menschen, aus der Idealisierung der Astrologie, machte Newton ein empirisches Vorausberechnungskalkül für den Verlauf der Dinge, das Ideal der klassischen Physik. Newton wusste, neben der Genesis unserer enigmatischen Welt, von deren Physik er  „Naturkonstanten“ in ewig gesetzten Verhältnissen (angeblich) für jeden Ort und Zeitpunkt des Weltraums enträtselte, gibt es eine änigmatische Dimension. Seine esoterischen Spekulationen waren sich klar darüber, dass seine Physik nicht die „ganze Welt“ beschrieb, zu wenig Metaphysik war. Einstein wird später zeigen, Newtons Physik ist „nur“ ein Sonderfall, dabei die Illusion erzeugend, seine Physik sei der „erschöpfende“ Allgemeinfall, dass die Enträtselung der Welt und damit die Aufhebung der Differenz „enigmatisch/änigmatisch“ kurz bevorstehe. Für gewisse Menschen mag es kränkend und frustrierend sein, dass sie an dieser Aufhebung scheitern weil nie die Genesis der änigmatischen Welt, das faktisch Änigmatische, vielleicht nicht einmal die Genesis unserer Welt ganz begreifen und enträtseln werden. Dass „Ä“ die Transzendenz der „transzendenten Zahl“ bleibt (Kants Kritik der reinen Vernunft (1781) kam zu einem ähnlichen Resultat).Was nichts daran ändert, dass verbessertes Wissen so wie nützlich eingesetzte Technonologie lebensnotwendig sind für die Erledigung unserer existentiellen Hausaufgaben (Obligation!) – Michael Sandel (2020) sprach von echter „Politik des Gemeinwohls„.
Für Astrologie: fünf Begründungsblöcke, darunter das Bedürfnis, wichtige Ereignisse der nahen Zukunft zu kennen (wissend, dass es diese Zukunft gibt mit Optionen, die eher und eher nicht eintreffen) und Horoskope, die sich als in Kommunikation übersetzte Himmelswissenschaft, als Imitationen von Offenbarung, von Akommmunikation verkaufen (War Nostradamus eine Ausnahme, kommunizierte er synchronizitäre Erfahrungen? Wegen der hochabergläubigen Zeit,  in der er lebte, schwer auszumachen). Aus änigmatischer Sicht ist das Zulassen der änigmatischen Dimension der Welt, zu welcher der zu seiner geistigen Dimension kommende Mensch kommt (nicht: das wie oder wozu dieser Zulassung) die Hauptberechtigung der Astrologie, eine regressiv-progressive Vorform änigmatischer Philosophie.

24.02.2523

Über gloriose und düstere Zukunftsperspektiven. Auch hier gibt es viele für uns nicht bestimmbare Variablen, vielleicht dezimiert es die Menschheit aus einem pandemischen Unglück und der überlebende Rest konzentriert sich dann auf humantechnologische Fortschritte (neuer, viel langlebigerer Menschentyp). Vielleicht muss es mit unsereins ganz schlimm werden, bevor es besser wird.

22.02.2523

Von der letzten Achsenzeit zur aktuellen Achsenzeit. Als der Mensch das Begründen und Erklären entdeckte, Phänomene im Zusammenhang und Entstehen begriff, bis dieses Begreifen in sein Fleisch überging und für sein Leben und Überleben ein evolutiver Vorteil, ein lebensnotwendiger Bestandteil wurde, als der Mensch den Grund zu erkennen, die Ursache einer Wirkung von der Wirkung zu unterscheiden und damit sich selber, bald die Welt, bald den Kosmos in Reihen von Gründen und Ketten von Wirkungen zu stellen begann, waren die Voraussetzungen geschaffen für die in Schrift und Archiv sich niederschlagende Kulturexplosion, Kulturkulmination der letzten Achsenzeit der Menschheit, zu der unsere Achsenzeit und deren Kulturexplosion in deren Schriften und Archiven (Google, Windows, www,  Gencode-Entzifferung, Elementarteile- & Astropysik, usw.) in tiefer Verbindung steht.

21.02.2523

Als sich der Mensch als sterbender Mensch zum Problem wurde, als er sich als verblühender Mensch, der aufblühende Menschen schafft, die als verblühende Menschen aufblühende Menschen schaffen, als ihm sein Existenzkreis nicht mehr reichte, ihm zum Problem wurde, schuf er sich Lösungen – die männliche Variante, die weniger in ihn einverleibt war, mehr als die weibliche – bis zum Punkt, ihn und sich als Glied seiner Kette zu verfluchen (Erbsünde!) und für einen „ideelen“ aufzulösen im Geist, zumal im buddhistischen und abrahamischen. Die Idee des ewigen Lebenszyklus, jetzt „Ewigkeit“, und des Glücks und Unglücks blieb bei der Übertragung in das Jenseits bewahrt, sogar die dominierende Regierungsform, die Monarchie oder, buddhistisch, eine entpersonifizierte Instanz der Gnade (Barmherzigkeit) und der Strafe, beim Abrahamismus, Einkehr in die Hölle, beim Buddhismus, Rückkehr in die Welt, in den Existenzkreis. Viel spricht dafür, dass es sich hierbei vor allem um Rituale und Rhetoriken der List und Selbstüberlistung handelt – dass es uns besser gehen kann, wenn wir das Leben schlechtreden und dem Sterben ein weiteres Mal seine Endgültigkeit absprechen -, doch wahrscheinlich ist auch, zumal aus änigmatischer Sicht, dass  die Änigma unseren Existenkreis als Obligation und Grundform unseres philosophiehaften Grundwesens, als Grundbasis auch ihrer Dawesenheit für uns betrachtet. Sie erinnert uns an unsere Pflicht (obligative Ethik) und Weisheit, unseren Existenzkreis zu bewahren und damit auch unsere Partizipation zur änigmatischen Dimension unserer Welt als lebende und Leben schaffende Physistemen, die in der Einkehr, in der Kehre („Sein zum Tode“ als „Sein zur Kehre“ verstanden), in die änigmatische Dimension, in die Umarmung des Ur-Mütterlichen (Änigma, Magna Mater, Genesian) zurückkehren.

21.02.2523

Als der Mensch zu fragen und nach Antworten zu suchen, seinen äusseren zum inneren Dialog zu machen begann, sich im Grund und Wesen zum Problem (quaestio, obstaculo) wurde (warum bin ich, und so, nicht so? Dass-Frage, Warum-Frage, Wie-Frage, Wer-Frage, Wozu-Frage), schuf er sich Philosophie und Wissenschaft. Offen bleibt, wann sich der Mensch von der änigmatischen Dimension dieser Welt oder diese im Menschen erstmals ein Bewusstsein (von sich) schuf. Vielleicht war dem Animismus mehr bewusst von ihr als uns, leben wir (eventuell weniger gewisse Hindu), oberflächlicher und reduzierter als unsere Ahnen, in einer enigmatischen Welt der „Änigmavergessenheit“ (übrigens auch Heideggers Seinsvergessenheit).

20.02.2523

Als der Mensch sich zur Pest, zum Drachen und zuviel wurde. Das erste Problem, das sich der Mensch wurde, war, als er sich und seinesgleichen mit Seuchen anzustecken begann, als der Mensch sich und dem anderen zur Pest wurde (Stichwort: Pandemie, Ausrottung). Das zweite Problem, das sich der Mensch wurde, war, als er alle Raubtiere ausser den Menschen zu beherrschen begann, als der Mensch sich zum Raubtier der Raubtiere wurde, in unserem Kulturkreis versprichwörtlicht mit „homo homini lupus est„, im chinesischen Kulturkreis symbolisiert als Drache (Stichwort: Krieg, Sklavenhandel, Verbrechen an der Menschheit). Und das dritte Problem, das sich der Mensch wurde, war, als sich der Mensch als Mensch der Erde zum Problem wurde (Stichwort: Bevölkerung, Wirtschaft, Ökologie).

19.02.2523

Sicher ist auch die Corona-Pandemie ein Weltdesaster für die Menschheit ähnlich wie ein Weltkrieg und ein Übungsfeld für sie, mit noch grösseren Weltdesastern umzugehen. Die eh schon grosse Resilienz, Lebenszähheit und -willigkeit, die in uns steckt, zu befördern.

18.02.2523

Nicht das Klima, der Mensch ist sich unübersehbar selber zum Problem geworden.

17.02.2523

Über das Grosse Weltdesaster. Für die Prophezeiung eines Grossen Weltdesasters („The Great Mess“ oder „The Great Disaster“) braucht es wenig, da reicht ein Griff zum aktuellen Bericht der UNEP (2019): Global Environment Outlook 6 – und zur aktuellen Studie der Heinrich-Böll-Stiftung (Bd. 24)  „Jenseits des Wachstums – Auf dem Weg zu einem neuen ökonomischen Ansatzhttps://www.boell.de/sites/default/files/2021-02/Boell-Stiftung_Jenseits-des-Wachstums_V01_kommentierbar.pdf?dimension1=division_sp  In Über die Anfänge geht dieser „Weg“ vom Konkurrenz- zum Kooperationskapitalismus. Wobei angesichts des kommenden Grossen Weltdesasters Fatalismus, Defätismus, Jammern und/oder Aberglauben von Apokalyptiker-Sekten, darunter etablierte Grosssekten, die Leben für ein Spiel, einen Übergang zum „richtigen Leben“ halten, dabei übersehen, dass es ohne das „falsche“ überhaupt kein Leben, auch kein „richtiges“, gibt, keine nachhaltige Überlebensstrategie, keine sozial und evolutiv zufriedenstellende Option für unsere Gattung sind – wir müssen am Problem, das wir selber sind, nicht scheitern, sondern es fest- und richtigstellen, und dadurch uns und die Umwelt auf die richtige Bahn, in die richtige Balance bringen. In der erwähnten Böll-Studie heisst es zum Grossen Weltdesaster und zu den unterschiedlich radikalen Lösungsansätzen,  u.a.:

Ein Wirtschaftssystem, das auf fossilen Brennstoffen beruht, Formen einer intensiven und auf Fleisch basierenden Landwirtschaft aufweist und die globalen natürlichen Ressourcen unbegrenzt ausbeutet, ist auf Dauer nicht tragbar. Der Klimawandel, die Luft- und Meeres-verschmutzung sowie der Zusammenbruch des Ökosystems beeinträchtigen bereits das Leben und die Existenzgrundlage von Millionen Menschen in aller Welt. Wenn wir die gegenwärtig vorherrschenden Formen der Produktion und des Konsums nicht radikal (…) verändern, drohen uns in den nächsten Jahrzehnen katastrophale Schäden für unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften.“ (S. 23)

„Die natürliche Umwelt. Die neoklassische Wirtschaftslehre versteht Umweltzerstörung als eine Form von Marktversagen, wobei Umweltgüter nicht preislich fixiert sind. Deshalb ist sie bemüht, einen Geldwert zu ermitteln für Umweltressourcen oder den ihnen zu-gefügten Schaden, und will Umweltabgaben oder andere Anreizmechanismen (wie Systeme handelbarer Genehmigungen) nutzen, um die externen Kosten zu «internalisieren» und so das Marktversagen zu korrigieren.105 Doch dieser Ansatz kann die Verbreitung von Umweltzerstörung weder genau erklären noch ihr entgegenwirken. Umweltökonomen bieten eine grundlegendere Erklärung.106 Sie haben dargelegt, dass die Wirtschaft in Wahrheit eine Teilmenge des biophysischen Systems der Erde ist: Sie ist darauf angewiesen, dass die natürliche Umwelt ihr Ressourcen bereitstellt, ihre Abfälle aufnimmt und nicht zuletzt verschiedene lebenserhaltende Leistungen liefert wie Nährstoffrückgewinnung und Klima-regulierung. Diese Prozesse unterliegen den Gesetzen der Thermodynamik, die sicherstellen, dass alle Ressourcen wieder in Abfall zurückgewandelt werden, und zwar in einen Zustand höherer «Entropie» oder Unordnung (weshalb es häufig zu Umweltverschmutzung kommt). Natürliche Systeme verhalten sich nicht linear, sondern weisen eine Reihe von Schwellen- und «Kipp-Punkten» auf, bei denen das Risiko besteht, dass sie – wenn sie überschritten werden – katastrophale Umwelt-veränderungen zur Folge haben, manchmal auf lokaler Ebene und manchmal (wie der Klimawandel) auf globaler Ebene.Aus diesen Gründen wollen die Umweltökonomen erreichen, dass sich die Wirt- schaft wieder innerhalb der «Tragfähigkeitsgrenzen» oder «planetaren Belastungs-grenzen» befindet, in denen sich die ökologischen Systeme auf natürliche Weise regenerieren können.107 Dafür reichen die marginalen Veränderungen, die beim Konzept des Marktversagens postuliert wurden, nicht aus, sondern es muss eine komplette Umwandlung (…) der ökologischen Strukturen der heutigen Volkswirtschaf-ten stattfinden: Zu den Problemen gehören die Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger, zu viele Autos in den Städten, die intensive Landwirtschaft sowie die Übernutzung von Böden, Wäldern und Fischgründen. Um diese Umwandlung voranzutreiben, werden viele politische Instrumente gebraucht, die weit über die notwendigen Umweltabgaben hinausgehen.108″

16.02.2523

Über die Zerstörung Jerusalems  (70 n.Chr). (zur Beförderung des Christentums durch die Mission von Paulus siehe 12.02.2523 Über das Ende des Paulinismus und 14.10.2522 Über Paulus). Für das sich von Jerusalem räumlich, geistig und emotional zunehmend distanzierende Paria-und Heiden-Judentum, das an den hingerichteten und auferstandenen Jeshua als ihr Christus glaubte und aus dem das Christentum entstand, war die Zerstörung Jerusalems und des Haupttempels der Juden durch die Römer (70. n.Chr.) eine Bestätigung ihres Glaubens, dass sie sich religiös auf dem richtigen Weg befinden und die alten Juden auf dem falschen, ja, man konnte im Rückblick als Christ glauben, wäre man in Rom nicht selber unter blutiger Verfolgung durch Neros Schergen gestanden (was der paulinischen Auslegung, an einen Märtyrer zu glauben, der von Römern ermordet und von Gott reanimiert wurde, Vorschub leistete, siehe … 2522), dass ihr Gott sein Zerstörungswerk, das er am Tag der Kreuzigung seines Sohnes in Jerusalem begann, durch die Römer vollenden liess (Wahrscheinlich ist es bloss eine paulinische Nachdichtung mit Reminiszenz an die Zerstörung Jerusalems von 70 n.Chr., dass am Tag von Jeshuas Kreuzigung in Jerusalem die Erde bebte und Häuser zusammenfielen. Erst paulinische Christen gewannen ein Interesse daran, in ihrer apologetischen Literatur die Kreuzigung zu überdramatisieren).
Die Zerstörung Jerusalems, der Tempelanlage, die Verschleppung heiliger Gegenstände nach Rom war für die Juden eine Katastrophe, die zum Himmel schrie und nach Klärungsbedarf mit ihrem Glauben rief, und für zunehmend anti-judaisch gestimmte Christen, die Jerusalem nur aus ihrer Literatur kannten, eine gerechte Strafe Gottes. Auch die Römer, die ihr Religionsnarrativ mit dem Erfolg des Imperiums abglichen und für die eine Offenbarung Gottes ein Kriegserfolg, kein Colloquium war, sahen sich durch den militärischen Erfolg in Judäa in der Überlegenheit ihrer Religion über die des Judentums und Christentums bestätigt. 

15.02.2523

Urbeziehung enthält immer Nicht-Nichts-Sein. Vom ersten Sein bis zum letzten Sein. Wir sind wie Gott (Änigma) und andere Wesenheiten in dieser Urbeziehung Seiende. Auch wenn die Urbeziehung Alteritäten zulässt, nach welchen Kriterien und Alterisierungen (Entwicklungen, Differenzierungsweisen) – weniger? mehr? endlich, unendlich urbezogen? – für uns enigmatisch und änigmatisch bleibt. Aber was heisst „endlich urbezogen“ – wenn doch die Urbeziehung, das Änigmatische/das Genesian, „ewig“ auf Nichts als Nicht-Nichts bezogen bleibt?

14.02.2523

Zum Seins- und Gottesbeweis aus änigmatischer Sicht (in memoriam Hegel und Heidegger). Der Ursprung, der Anfang der Welt bleibt für uns enigmatisch und änigmatisch (siehe 13.02.2523). Enigmatisch und änigmatisch auch ihre anfängliche Daseinsweise und Bewegungsform, darunter auch das Aus-sich-heraus-und- zu-sich-zurück-Setzende, das eine reentrische Autopoiese in Gang Setzende (worin wir unser biologisches Wesen und das naturgesetzliche unserer Welt zu erkennen meinen) neben anderem, das anders ist, das sich einfach weitersetzt. Tatsache bleibt, dass Nichts nichts ist, auch nicht in Nichts „zurückkehrt“. Dass, wenn es so etwas wie Göttliches gibt, es in seiner änigmatischen Weise auf irgendeine enigmatische Weise zum Sein gehört, nicht Nichts ist. Dass es zugleich eine gewisse Logizität, Translogik oder Änigmalogik birgt, die uns wie überhaupt ihre Seinswesenheit änigmatisch und enigmatisch ist. Dieses Sein kann als indifferenter Anfang und Ende allen folgenden Seins, als „Seinsbedingung allen Seienden“ fungieren, aber zugleich kann es nicht „alles“ sein, seine änigmatisch vom Nichts sich unterscheidende (!) Seinsheit lässt „Werden“, lässt „Differenz(ierung)“, lässt in der Seinssetzung vor aller weiteren Setzung Sich-von-Nichts-Unterscheiden zu –  für den Weg (was auch immer „Weg“ ist) Zeit-Raum, für die Rückkehr („Weg“) in sich selbst, die Unterscheidung von „Zeit“ und Raum“, eine Ur-Differenz, die der Genesis unserer Welt und der Genesis der Änigma, der änigmatischen Dimension different zugrunde liegt – das heisst, die änigmatische Dimension differenziert in unserer Welt Zeit und Raum anders als unsere Welt ohne sie es tut, sie differenziert Zeit und Raum nicht unbedingt einfach-logisch enträtselbar, geschweige einfach chronologisch. Die änigmatische Dimension kann so etwas wie die Verbindung dieser beiden Welten, unserer enigmatischen und der änigmatischen Welt, zugleich eine Urbeziehung zum ersten Seienden, Grund- oder Ur-Sein allen Seienden enthalten, herstellen oder sein „müssen“. Sie gehört so notwendig zu unserem Sein wie unsere Naturgesetze zu unserer Welt, die in der Regel die änigmatische Dimension unserer Welt ausblenden, und sich auf ihr „profan Enigmatisches“ konzentrieren, erfolgreich reduzieren. In ihrem reduzierten, aber greif- und begreifbaren Bereich, der auf seine Herkunft aus der faktischen-praktischen Lebenswelt verweist, ist das Änigmatische fast völlig ausgeschlossen, und das Engimatische unserer Welt wird fast vollständig funktional beherrscht, erforscht, enträtselt, bis an die Grenzen des Änigmatischen und ganz selten darüber hinaus oder in es „hinein“.

13.02.2523

Über unterschiedliche Schreibweisen in ÜdA: die Differenz zwischen „Enigma“ und „Änigma“ (in memoriam Nietzsche).  Mit  „enigmatisch, Enigma, gr. = Rätsel, Geheimnis“ wird  „rätselhaft“ gemeint, ohne Bezug auf die änigmatische Dimension der Genesis unserer Welt, mit „Änigma, änigmatisch“ mit Bezug – also auch auf Akommmunikationen und Involutionen. Mit „Genesis Änigma“ oder „Gott, die Änigma“ wird das Sein oder Ur-Seiende gemeint, das änigmatisch, aber nicht Nichts ist, und sogar die änigmatische Dimension unserer Welt zu Akommmunikationen, Involutionen veranlasst. Akommunikationen sind immer änigmatisch von der Herkunft her, aber nicht immer enigmatisch, kryptisch, sondern, da in unserern Sprachen verfasst, grammatisch, semiologisch klar verständlich. Offenbar durch Offenbarungen wurde, dass es eine Tendenz der änigmatischen Dimension unserer Welt gibt, sich auf unsere Welt einzulassen, zumal Homo sapiens in ihren „Korrespondenzkreis“ zu involvieren. Enigmatisch bleibt uns die Entstehungsweise (verkürzt: der Ursprung, die Herkunft, die Urdifferenzierung) der änigmatischen Dimension der Genesis unserer Welt, was wahrscheinlich mit dem Enigmatischen und Änigmatischen des Ursprungs unserer Welt zusammenfällt. Teilweise oder ganz. Möglicherweise macht es Sinn, von einem änigmatischen und einem enigmatischen Anfang der Welt zu reden. Die Big Bang Theorie reduziert sich auf das Enigmatische, auf einen Ausschnitt des erklärbaren, verstehbaren, daher enträtselbaren Enigmatischen unserer Welt, das Änigmatische erkärt sie zum Aufgabenreich von Theologie und Metaphysik. Mit dem Moment, wo Philosophie, Philosoph zu sein, Teil der „Offenbarung“, also der änigmatischen Dimension unserer Welt wird, macht die Unterschiedung Theologie und Philosophie so wenig oder so viel Sinn wie die Unterscheidung von Physik und Metaphysik. Beginnt eine neue Qualität von Menschsein, der Selbst- und der Welterkenntnis.

12.02.2523

Vom Ende des Paulinismus und Anfang der Änigmatischen Religion. Anmerkung zu Strecker/Valentin (Hg.) „Paulus unter den Philosophen“ (2013) . Diese Aufsatzsammlung wird dominiert von christlichen Theologen und christianisierten Philosophen, ihr fehlt es an postabrahamischer Aufklärung und Distanz. Kardinal Lehmann beginnt mit einem Referat über das „vorbildliche Wirken“ von Paulus,  gefolgt vom Aufsatz von Micha Brumlik, der merkwürdigerweise Paulus Anti-Judaismus ignoriert. Hinweise darauf  gäbe es genug, von Äusserungen vom paulinisch geprägten Matthäus- und Johannes-Jesus wie: „Der Satan (gemeint: Jude) hat mich verhindert„, oder: der Jude ist der „Menschenfeind“  bis zur Überlieferung, dass Original- oder Urchristen (Ebioniten), die im Unterschied zu Paulus den historischen Jeshua erlebt hatten, Paulus den „Apostat“ nannten und auf dessen Opfertod-Theologie erschrocken reagierten. Wenn ihn schon Originalchristen „Apostat“ nannten, wie werden ihn dann orthodoxe Rabbiner genannt und verachtet haben? 

Paulus struktureller und Jeshuas personeller Antijudaismus, Endredaktionsprodukte der paulinischen Richtung, gehören zur DNA des (paulinischen) Christentums – ein mosaisch-jüdischer Gott oder ein Messias, der sich für Heiden öffnet galt für Juden des „Gesetzes“ als völlig ausgeschlossen, absolut un-, ja anti-jüdisch. Doch Buch Jesaja 25 zeigt (siehe 16.11.2522), dass es lange vor Paulus im Judentum Herr Zebaot gab, der allen Heiden-Völkern, die zur Endzeit seine Einladung erreicht und ihr folgen, auf dem Berg Zion im Rahmen der „Absoluten Party“ ein Gastmahl bereiten, die Hüllen, die sie trennen, entfernen und ihnen die Unsterblichkeit schenken wird, ein Gott des Propheten Jesaja oder Deutero-Jesaja, der von Moses (oder Deutero-Moses) Gott Jahwe an den Rand gedrängt, als Zwischen- und Nebensache vergessen wurde: zu Unrecht. Fazit: Der paulino-christliche Antijudaismus gehört zur christlichen Überlegenheitsekstase über die jüdische Überlegenheitsekstase und zum Fundament der christlichen Judenpogrome seit Paulus…. bis Hitler, der in seinem Wahn für das NS-Judenpogrom die christliche Vorsehung inszenierte (siehe  ….2522). 

…..in BEARB -.—- Ausserdem wird über „Heideggers Zwiegespräch mit Paulus“ (Zaborowski) referiert. Aus Heideggers frühen Vorlesungen über die Phänomenologie der Religion ergebe sich, dass Paulus die gnadenvolle, Heidegger die gnadenlose Ontologie vertrete – mit der üblichen Heidegger-Kritik  – mehr ein Gestus als eine Kritik -, dass die seinsphilosophische Position umfassender, faktischer, vorgängiger und eigentlicher sei als die theologische (paulinische), erst recht als „faktizistische“ Wissenschaft. Doch Heidegger wurde nicht akommuniziert, ihm fehlt die göttliche Berufung „Du bist Philosoph“  – nur deshalb kann er behaupten „Das Problem des Selbstverständnisses der Philosophie wurde immer zu leicht genommen. Fasst man dieses Problem radikal, so findet man, dass die Philosophie der faktischen Lebenserfahrung entspringt. Und dann springt sie in der faktischen Lebenserfahrung in diese selbst zurück.“ (Phänom.d.relig.Lebens).  Diese Aussage zeigt zweierlei: erstens – Heidegger denkt für Philosophie eine vortheoretische, vorwissenschaftliche Autopoiese, autopoietischer Ursprung, und ein Reentry, ein Wiedereintritt – nur ist „die“ faktische Lebenserfahrung – offenbar nicht die des Neugeborenen und der Geburt einer Frau zur Mutter – sondern eines erwachsenen männlichen Akademikers – wohin genau springt sie zurück? wo ist ihre Andockstelle? Das lässt Heidegger offen.

Paulus behauptet, ihm sei Jeshua in einer Traum- oder Tagtraumakommunikation erschienen: die Erscheinung sehr realer Traumpersonen ist indessen ein Fakt, aber keine Garantie dafür, dass sie involutiv-akommunikative Referenz enthält, dass diese Erscheinung eines lebenden Menschen (enter ghost) ein lebender Mensch oder Gott ist. Paulus mag sich als gläubiger Jude von Gewissensbissen und Erfüllungswünschen geplagt, geängstigt haben, vom Messias jener Juden, die an ihn glaubten, und die er verfolgte, verfolgt zu werden – was ja dann auch eintraf: also kein Wunder, eher eine erwartbare Traumerscheinung. Dass er als Jude nicht nur ihnen, sondern sich Unrecht tat, dass er von dem  vom Judentum erwarteten Messias verfolgt und bestraft wird, weil er die, die ihn erkannten, verfolgte und bestrafte. Dass er also Gott und seinem Gesandten – faktisch: der paria-jüdischen Gemeinde in Tarsus –  gegenüber in besonderer Bereuung und Schuld, Wiedergutmachungsschuld stand – ähnlich wie die orthodoxen und skeptischen Juden in Jerusalem, die ihren Messias verkannten und töteten – so dass es für ihn eine Chance, eine Wahl nur gab – nämlich umgehend dem Messias um das vehementer, überzeugter, identifizierender, gehorchender zu folgen, um das er ihn zuvor ablehnte,

Wenn die Akommunikation „Du bist Philosoph“ ein Akt der göttlichen Offenbarung, des Änigmatischen der Änigma, ist, dann wird die Unterscheidung Theologie/Philosophie hinfällig oder eine bloss sekundäre, abgeleitete. Dann wird unsere Welt göttlich als philosophische assimiliert und die änigmatisch, göttliche Welt von unserer als philosophische (vormals: theologische). Zugleich enthält die änigmatische Dimension unserer Welt die Dimension des Änigmatischen, der Genesis Änigma. Es findet auf transmundaner und transpersonaler Ebene eine Verbrückung, Verbindung über das „Philosophisch-Sein“ (der Menschen, des Menschen, des zur Welt kommenden Menschen) der Welt, der Theologie, der Wissenschaft, des faktischen Lebens statt.

Akommunikation der  Änigma „Du bist Philosoph“ als Teil der faktischen Lebenserfahrung so wie die änigmatische Dimension Teil der Genesis und Faktizität unserer Welt ist – besagend, dass erste Sein des Seins unserer Welt und der Welt des Änigmatischen ist das Philosophiesein des Seins: die änigmatische Akommunikation „Du bist, wir sind Philosoph/Philosophin“ hebt die Differenz Theologie/Philosophie auf – und bindet sie zugleich an das Änigmatische der Änigma, an das klar begreifbare Nicht-Begreifbare wie auch an die faktische Lebenserfahrung und die Faktizit (und Genesis) unserer Welt – Dass wir uns „homo sapiens“ nennen, ist nun auch göttlich offenbar worden, genauer: änigmatisch akommuniziert worden.

11.02.2523

Über Paulinismus und Holocaust. Paulus ist in der Philosophie gerade „in“, auch für die, für die er „out“ ist. Michel Onfrays (2006): Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss, Demontage von Religion, Christentum, namentlich Paulus, lässt sich als Reaktion auf die Paulusitis deuten, die in der aktuellen Philosophie grassiert, von Alain Badiou (1997): Saint Paul. La fondation du Universalisme (siehe Agambens Kritik an Badious Paulus-Buch: Paulus verkündet eben keinen „modernen Universalismus“ (wie die änigmatische Religion), S. 65) über Giorgio Agamben (2006; it. 2000): Die Zeit, die bleibt. Ein Kommentar zum Römerbrief, bis Slavoj Zizek: Das Fragile Absolute: Warum es sich lohnt, das christliche Erbe zu verteidigen, Berlin 2000. Paulus als „Überapostel“ (S. 187) findet auch bei Sloterdijk (2017): Nach Gott, Interesse, der ebenfalls Badious Annahme kritisiert, Paulus hätte einen modernen Universalismus begründet. „Man hat die Aufhebung der Zugangsschranken zur paulinischen Kommune des öfteren als Gründung eines „christlichen Universalismus“ gedeutet (zuletzt wieder: Alain Badiou, Saint Paul – La fondation de l’universalisme, Paris 1997). Indessen könnte es kein grösseres Missverständnis geben. Was Paulus ins Leben rief, war gerade kein universalistisches Projekt, sondern eine größer formatierte Auserwählungsgemeinde.“ (S. 188). Wir sprechen bei allen antiken Religionen von provinziellen Universalismen, die änigmatische Religion ist die erste offene, grundlegende, global-universelle. Mit „christlichem Erbe„, das es zu verteidigen lohne, meint Zizek nicht den Holocaust als Tief- und Endpunkt der europäischen Judenpogrome. Nicht die fatale Vermischung von fundamental-antijudaischem Paulino-Christentum und übersteigertem Wirtschaftsrationalismus, der in antisemtischen Rassentheorien und Rasseforschungs-Instituten mündete.  Trotz der teilweise haarsträubenden Irrtümer und Verdrängungen lohnt ein näheres Eingehen auf Zizeks Auseinandersetzung mit Hitler und Holocaust. Zizek verdrängte zwar die Bedeutung der europäischen Christianisierung, der christianisierten anti-judaischen Kultur und Pogromtradition als äusserster Horizont (Möglichkeitshorizont) der Entstehung und Durchführbarkeit des Holocaust (im Kontext asiatischer Religion und Kultur wäre der Holocaust nicht möglich gewesen, er ist ein stark inner-jüdisch verwobenes Abendlandprodukt der christlichen Überlegenheitsekstase auf Kosten der jüdischen seit Paulus)  – doch er weist auf einen wichtigen Punkt hin, nämlich dass die NS-Ideologie…

„…eine Projektion/Externalisierung der Ursache der sozialen Gegensätze auf die Figur des Juden“ (S. 197) vornahm. „Die sogenannte „nationalsozialistische Revolution“ ist der exemplarische Fall einer Pseudo-Veränderung.“ (ebd.) „Wir sind versucht zu sagen, dass auch die antisemitische Gewalt der Nazis auf diese Weise „falsch“ war [im psychoanalytischen Sinn „falsch“, da ein Trauma leugnend, verdrängend, verschiebend, wegprojizierend, symptomatisierend, zwangsabwehrend]. Die gewaltige Stosskraft dieser frenetischen Massenaktivität entlud sich im Grunde in die falsche Richtung, war ein gigantischer passage à l’acte, der die Unfähigkeit verriet, sich mit dem realen Kern des Traumas (dem sozialen Antagonismus) auseinanderzusetzen. Was also, wenn wir behaupten, dass die antisemitische Gewalt nicht nur faktisch falsch ist (Juden sind nicht wirklich so, sie beuten  uns nicht aus und organisieren auch keine universelle Verschwörung) und/oder moralisch schlecht (unakzeptabel, gemessen an den grundlegenden Standards des Anstands, usw.), sondern auch „unwahr“ im Sinne von Nicht-Authentizität, …., so wie eine zwanghaftePersönlichkeit…auf eine nicht-authentische Weise zwanghafte Abwehrrituale vollführt.“ (S. 198).

Unsere Position ist das nicht (der NS-Judozid in Europa ist keine „Pseudoveränderung„, etc.), doch stimmen wir Zizek zu, ja, der „NS-Jude“ war ein Phantasma, eine Externalisierung, eine Projektion, die mit den eingeschüchterten Bürgern und Bürgerinnen, die immer brutaler realisieren mussten, dass  mit diesem „Jude“ sie gemeint waren, nichts zu tun hat (eine zwar „falsche“ Projektion ähnlich wie die „Hexe“ in der Frühen Neuzeit eine „falsche“ Projektion war, aber real-sozial wirklich und wirklich tödlich wie eine „wahre“. Gerade der politische Funktionalismus des NS-Antisemitismus intensivierte seine Tödlichkeit, minderte sie nicht), doch gehen wir davon aus, dass Hitler nicht einer Leugnung und Verdrängung des „wahren“ sozialen Antagonismus aufsass wie Zizek glaubt – und naiverweise den marxistischen Diskurs wahrheitsontologisiert – , sondern proaktiv eine anti-marxistische List und Strategie entwickelte. Der NS-Jude war wesentlicher Bestandteil eines Gegen-Narrativs, war ein strategisches Konstrukt und Denunziat, um seinen mächtigsten politischen Gegner, KPD und russischer Bolschewismus, auf mehreren Ebenen anzugreifen, zu dekonstruieren -, durch die Verschiebung von Klassen- auf Rassenkampf, von der Förderung der Komintern zur Denunziation derselben als Juden-Internationale, von der Verlagerung von Hass auf Reiche auf den Hass auf reiche Juden (Kaufhäuser!), um damit den Arm-Reich-Antagonismus, den hauptsächlich Marxisten und Sozialdemokraten politisieren, antisemitisch zu spalten, aber auch politisch aufzugreifen, dabei einen neuen, neu-alten Antagonismus zu implementieren, entlang der alten Bruchlinie Juden/Nicht-Juden (Christen/Nichtchristen/Arier), statt eine Auseinandersetzung mit ihm zu „vermeiden„, wie Zizek meint, der hier starr einem marxistischen Kritikmuster folgt, und die geraffte und extrem potentierte, weil staatlich organisierte und propagierte „traditionelle“ pogromlogische Entwicklung des Holocaust (Denunziation, dann Entrechtung,  Beraubung, Vertreibung, Ermordung) entlang der neu aufgerissenen und besetzten, Bruchlinie Jude/Christ  – im Unterschied zu einem nachdenklichen Christen wie Jean Baptist Metz (Kirche nach Auschwitz, 1993) und einem Auschwitz-Überlebenden wie Elie Wiesel – „verdrängte“. To be continued. 

10.02.2523

Über Religion für Lacan und Änigmatische. Für Lacan reduziert sich Religion auf eine Extemität (Exo-Intimität), auf eine Ersatzbefriedigung und -handlung. Dabei wird der Tod (das Trauma schlechthin) in das Jenseits, in das Paradies oder die Hölle als Untod verdrängt, verschoben, und wahre Realitätsprüfung, nacksteste Realitätsprüfung ohne Verdrängung, Verschiebung und Verstellung, auf den Tag der Versammlung, auf das Letzte Gericht. Für uns sind das Kommunikation gewordene Reentries, die Kleinkind-Eltern-Erfahrung kehrt durch Religion zu Erwachsenen „zurück“, und symbolische Deentrizitäten: die Elternerfahrung, die man als Kind durchlebte (Freuds fast überichloses Überich im fast ichlosen Ich) wird durch Religion in gefestigen gereiften Ichs und Überichs nochmals eine offene, undurchschaubere, heilende, liebende, fürsorgende gute Übermacht (v.a. Muttermacht, Sättigung an Mutters Brust und Wärme als Grundlegung der metaphysischen Sorglosigkeit), das von Aussen ins Innere zurückgekehrte, sekundäre Relative Überich (im Abrahamismus „des Über-Vaters“), andererseits das zeitraumlos ausfliessende, für uns uneinholbare, unerreichbare Absolute Üeberich oder Absolute Über-Es (das Änigmatische, die änigmatische Dimension unserer Welt). Die Änigma verweist zudem in Synchronizitäten darauf, über unseren Zeit-Raum so überzeitlich zu verfügen (was „verfügen“ heisst, bleibt änigmatisch), dass sie uns „Zukunft“ in menschlicher Traumerscheinung und -zeit – also sehr auschnitthaft und kurz – erfahr- und einsehbar machen lassen kann, so dass aus dem Einbruch von Wirklichkeit in einen Traum ein Trauma wird, weil zu dieser Zeit, in diesem Raum, ein erschüttender Verstoss gegen die Wirklichkeit zeit-raum-logischer Vernunftkategorien und Wirklichkeitserfahrung (interner realer Traum- externer Realitätsinhalt, Verdopplung erinnerte Wirklichkeit realisierte Wirklichkeit). Ansonsten zeigt sich unser Traumerlebnis als äusserst surrealitätsaffin und traumaresistent, ohne Schaden an der Vernunft zu nehmen, können im Traum ähnlich wie auf halluzinogener Droge die verrücktesten Dinge passieren, im Traum können wir fliegen und andere physische Wunder vollbringen, wie sie „in der Realität“ nicht möglich, allenfalls mit Tricktechnik in Spielfilmen realisierbar sind, darum ist es doppeldeutig, Hollywood oder die Harry Potter-Roman-Serie eine „globale Traummaschine“ zu nennen. Viel dramatischer und traumatischer ist die Realität änigmatischer „Wunderträume“ – in der Antike „Seherträume“ -, schon nach dem Traum weiss der, die Träumende  – vielleicht, nicht unbedingt -, dass ihm, dass ihr ein anderes als „normales“ Traumereignis widerfuhr – Tage bis Jahre später, bestätigt sich dieser Eindruck, dieses „Gefühl“ -, umso mehr als oder im seltenen Fall, wenn Traum-Inhalte renitent wachbewusst, nicht nur passiv erinnert und reaktivierbar bleiben, neben visuellen Eindrücken, Namen oder Begriffe („Obligation“ – wie durch „Wurmlöcher“ in die/aus der „Zukunft“). Natürlich bewegen wir uns hier, – betreiben wir nicht theoretische Physik, die mit Begriffen wie „negative Zeit“ operiert -, an der Grenze zu Obskurantismus und Aberglaube, tatsächlich ist unsere Intention radikal anders, auf schonungslose Aufklärung bis an die rationale „Schmerzgrenze“ gerichtet ähnlich wie C.G. Jung es in seinen Aufsätzen über Synchronizität war (siehe hierzu ÜdA 2).

09.02.2523

Ein Ziel der änigmatischen Religion und Philosophie als Ausdruck unserer aktuellen Achsenzeit ist es, dass der Beginn unseres Zeitkalenders auf die Zeit der letzten Achsenzeit vor rund 2500 umgestellt wird, in der die Grundlagen unserer modernen Welt geschaffen wurden z.B. in Form der ersten Endredaktionen von Judentum (Grundlage von Christentum und Islam), Buddhismus, Konfuzianismus, Philosophie, Ethik, Recht, Medizin, Ökonomie, Mathematik und Naturwissenschaften (vgl. Jürgen Habermas (2019): Auch eine Geschichte der Philosophie. Bd. 1, Kap. II Die sakralen Wurzeln der achsenzeitlichen Überlieferungen, Kap. III. Ein provisorischer Vergleich der achsenzeitlichen Weltbilder, S. 307-459, dann folgen „Die begrifflichen Weichenstellungen der Achsenzeit“, S. 461-918, vieles wie Medizin, die noch Medizin-Philosophie/Philosophie-Medizin war, bleibt unerwähnt oder nicht vertieft.

08.02.2523

Über die global-universelle Weltreligion, die die älteste und die neueste ist, die sich auf den Ursprung von Religion: auf die ersten Kontakte zwischen änigmatischer Dimension der Genesis dieser Welt und Menschen, wahrscheinlich Homo sapiens, bezieht.

08.02.2523

Die änigmatische Religion ist die ursprüngliche und schöpfungsmässige Religion der Menschheit, sie geht allen anderen Religionen als global-universelle voraus. Die drei abrahamischen und asiatischen Gott-Versionen sind provinz-universelle Versionen (Sekten) und Ableitungen der änigmatischen Dimension, der Genesis Änigma, dort jedenfalls, wo sie wahre Akommunikationen und Involutionen enthalten. Gott Änigma, änigmatische Akommunikation spricht und schreibt Menschen vor jeder ausschliesslich menschlichen Kommunikation als „Philosoph*/Philosophin“ an und vermitttelt durch Synhronizität die zentrale Verantwortung für das eigene, das Leben schaffende Leben, das Leben auf der Erde und das Leben im Kosmos, diese Verantwortung zu sein und der eigenen Verantwortung dafür zu folgen  („Obligation“ – moral obligation, Halacha, Grosser Dschihad, Kharma, usw.), das „sapiens“ von „homo sapiens“ wahr zu machen. Dein Leben und deinen Segen enthält die „Obligation“, tust du für sie Gutes, Lebenswertes, tust du für dich Gutes, Lebenswertes. Du hast es in der Hand, dich auch lebensunwert zu machen, die Obligation zu missachten, also dich, deine innere Obligation zu missachten. 

07.02.2523

Die wohltuend aufklärende Kritik des Paulino-Christentums durch den Atheisten und Philosophen Michel Onfray (2006) besteht u.a. darin zu zeigen, wieviel am Mythos des Jesus Christus konstruierte Autopoiese und -poesie ist: „die Gläubigen erfinden ihr Geschöpf und widmen ihm dann einen Kult. Das ist das Grundprinzip der Selbstentfremdung. Paulus bemächtigt sich dieser konstruierten Gestalt und stattete sie mit seinen Vorstellungen aus.“ (S. 186) ausserdem hält er Paulus, in guter, alter Pariser Psychoanalyse-Tradition von Lacan bis Badinter, für einen klassischen Neurotiker und Konversionshysteriker („Die Übertragung einer Neurose auf die gesamte Welt“). Bei zwei Themen stösst Onfrays Analyse selber auf Verdrängung, auf  Grenzen: einerseits bei der Todesproblematik, um die und deren Frohe/n Lösung es bei Paulus wesentlich geht, anderserseits bei der änigmatischen Dimension der Genesis unserer Welt, die sich allenfalls tatsächlich Paulus Vorstellungen „bemächtigte“ und den historischen Jeshua akommunizierte. Wahrscheinlich jedoch anders als er es zu glauben verstand – in seinem Fall religiös-jüdisch kontextualisierend. Wir sollten den Fehler vermeiden, Akommunikationen und ihrer „Herkunft“ (die immer auch in uns steckt) allzu viel aus unserer Vorstellungswelt zu unterstellen, in der wir in Projektionen stecken bleiben wie Feuerbach (1841) feststellte. Doch was soll ein streng religiöser Jude tun, als in seiner Vorstellungswelt zu bleiben und in welcher Sprache soll die Änigma kommunizieren – in „ihrer Sprache“ wäre eine anthropologische Projektion -, die Menschen nur über d e r e n  Sprache, Geist und Welt akommunizieren kann? So irre sich das auch anhört.

06.02.2523

Zum „westlichen“ Standard-Bildungshorizont – als Antwort auf die gestiegene Globalisierung – gehört heute auch die Kenntnis der islamisch-politischen Ideengeschichte in ihren Grundzügen: An erster Stelle die grossen Moderne-Reformer und Grenzgänzer zwischen Moderne und Islam des 19. und 20. Jahrhunderts wie Djamal ad-Din al-Afghani (dt. 1883: Djemmal Eddin) der mit Ernst Renan (1883) in Paris einen Disput führte über Modernisierung des Islam und Unvereinbarkeit von Dogma und freier Forschung, Theologie und Philosophie – mit der skeptischen Einschätzung, am Ende mache der geistesträgere Islam das Rennen (google books), was sich rund 150 Jahre später nicht bestätigte, heute bastelt der Iran mit Ultra-„Ungläubiger“-Staat Nordkorea an Atomwaffen), sein Kollege Muhammad Abduh (1849-1905, ebenfalls lange in Paris), sein Nachfolger Rachid Rida (1865-1935) und der „geistige Vater des islamischen Säkularismus„, der Ägypter Ali Abdel Razig (1887-1966) (1947: Idschma (Kompromiss); 1925: Islam und Grundlagen des Regierens, ND 2009), neben Salafisten-Gründern gehört dazu auch das politische Testament von Ayatollah Khomeini (ebenfalls lange in Paris) und Zeitgenossen wie Nasr Abzu Zaid (1943-2010), Yasar Öztürk (gest. 2016), Abdelmadjid Charfi (geb. 1942) und Mouhanad Khorchide (2015): Gott glaubt an den Menschen. Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus, der sich darauf festgelegt hat, sich auf nichts festzulegen beim Koran, als auf den nächsten Kontext) – sie alle verweisen darauf, sich vom „Wortsinn“, vom Text des Koran in  Richtung Kontext, Literatur, Allegorie oder höhere Bedeutung weg- und zurückzubewegen.  Abu Zaid und Hamed Abdel Samad (2015) vertreten die –  sie in Apostasie bzw. Häresie-Anklage, Bedrohung und Flucht treibende – Auffassung, dass der Koran Literatur ist, ein Mensch/Mann mit religioider Inspiration geschrieben hat, Abdel-Samad negiert rundum seinen akommunikativen Charakter wie ordinäre Atheistinnen, die in die Hunderten von Millionen gehen. Aus änigmatischer Sicht ist Akommunikation im Koran nicht ganz auszuschliessen. Eine Frau  ist in den Anfängen der Geschichte der Modernisierung des Islam nicht zu finden, imerhin gab es Feministen wie Qasir Amin (1899), wohl aber in der heutigen Islamologie und Koranforschung wie Angelika Neuwirth (2010) und im heutigen Feminismus wie Necla Kelek (Eine fremde Braut (2005); Die verlorenen Söhne (2006)).

06.02.2523

Über die Historizität des Koran. Drei Anmerkungen. 
I. Der Koran ist ein Text aus einer spätantiken Sklavenhaltergesellschaft von Patriarchen, in der die meisten Menschen nicht schreiben und lesen konnten, darum war die mündliche Rezitationskultur so wichtig für den Islam. Heute, wo die Schulpflicht fast weltweit gilt, ist indessen ein Muezzin nur noch Folklore und ein Minarett mit Muezzin hat wie ein Kirchturm mit Kirchenglocke nichts zu tun mit dem kanonisierten Glaubenstext. Beide – rufender Muezzin wie schellende Kirchenglocke – gehören aus änigmatischer Sicht und aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung ins historische Archiv.
II.  Das wesentlichste Hauptstück des Korans ist das Versprechen des ewigen paradiesischen Lebens nach dem Tod („Er schenkt den Toten Leben“ (42,9)), versprochen jedem und jeder auf der Strasse von dem einen und einzigen Barmherzigen Gott, Allah, der sich als dritte abrahamische Überlegenheitsekstase mit der Power des tausendjährigen jüdischen Gottes und des römisch-imperialen Gottes der Christen durch Mohammeds Akommunikation und Kommunikation  in d i e s e m kulturellen Glaubens- und Regionalkontext, arabische Halbinsel in „klarem Arabisch„,  als die einzig wahre Version und göttliche Wegweisung behauptete. Dabei versteht es sich, dass Abraham kein jüdischer Patriarch mehr sein konnte. Für das dritte und letzte abrahamische Grossnarrativ wurde Abrahams Identität „umkonstruiert“ („Abraham war weder Jude noch Christ, sondern….Muslim (…)“ (3,67),  und der altreligiöse Kultort Mekka plötzlich zum „Haus Abraham“ umgewidmet (siehe 10.12.2522 Welt ohne unabhängige Bibel- und Koran-Ausgaben). Die Erfüllung des Göttlichen Versprechens der Unsterblichkeit erfolgt hauptsächlich im Glauben (vgl. z.B. Sure 47: „Die aber glauben, gute Werke tun und das glauben, was auf Mohammed herabgesandt worden ist, Es ist die Wahrheit von ihrem Herrn, deren Missetaten tilgt er und denen schafft er Heil.“ (47,2), zum Nutzen ihrer Jen- nicht Diesseitigkeit geschieht, wenn sie „schwere Sünden und Schändlichkeiten meiden …und wenn ihnen Gewalttat widerfährt, sich selbst helfen“ (…), der Mensch helfe sich selber, zudem ist er Gott näher, wenn er das alte Vergeltungs- durch das Versöhnungsprinzip ersetzt: „Schlechtes wird mit gleich Schlechtem  vergolten. Doch wer verzeiht (…) und Heil stiftet (…), dessen Lohn steht bei Gott“ (Sure 42,39), das Ganze spiegel sich auf der göttlichen Übervater-Ebene, auf ihr hilft Gott, verzeiht Gott, stiftet Gott Heil) – im Glauben heisst auch, es geschieht: einerseits durch Akte des Beitritts in die Glaubensgemeinde – bei Knaben statt mit einer christenähnlichen Taufe mit einer den Juden nachgemachten Beschneidung der Vorhaut, Vereinnahmung, Sektierung von Kleinkindern, die nicht gefragt wurden oder werden konnten, ob sie das wollten oder nicht, andererseits durch gute Lebensführung (Grosser Dschihad, vgl. Suren 29,6; 4,111) , die – nach dem Finalen Gericht –  die Gestalt eines ewigen Lohnes, eines Nach-Tod-Lebens im Paradies annimmt und bei Nicht-Unterwerfung oder Ungehorsam die Gestalt einer (fast) ewigen Strafe, eines Un-Lebens in der Hölle (Dschahannam, vgl. Sure 9). Apostasie, der Austritt oder die Flucht aus dem Islam, wird wie im alten Judentum (nicht: im modernen Israel) mit Todesstrafe bedroht, zudem fahren alle Apostaten wie die Ungläubigen in die muslimische Hölle (3,87).
An sie alle adressiert das Diktat Mohammeds und sein göttlicher Diktierer die Zuckerbrot- und Peitsche-Methode des Koran, die die Muslime verführen, belohnen oder peitschen, bestrafen, von Angst befreien und mit neuer Angst bedrohen, einschüchtern soll (2,97).  Eine starke Implementierung des binären Prinzips (Recht- oder Ungläubige, erlaubt oder verboten, gut oder böse, usw.) funktioniert im Koran als Mittel zur Vereinfachung von Komplexität, zur Führung des Lebens und zur Orientierung in der sozialen Wirklichkeit, insofern zur Konstruktion eines totalitären Weltbildes von der Geburt bis über den Tod hinaus. Relativ schnell und einfach können daraus fachistoide Entwicklungen enstehen, vor allem dann, wenn wie in einer der militantesten Suren des Koran, in Sure 4 (4,95), zwischen zwei Klassen von Muslimen unterschieden wird, zivilen und höherrangigen militanten, die für die Expansion des Islam und das Jenseits als das bessere Leben in den Dschihad ziehen (statt sich selbst ohne andere zu belästigen in dieses angeblich schönere Leben zu befördern oder zu warten, bis es soweit ist: doch solche Anmerkungen sind kontextfremd: die damalige politische Situation benötigte fanatische Soldaten („Gott zog die Kämpfer den Daheimgebliebenen vor“ (Bobzin)), die feindlichen Kämpfern durch ihr lebensopferndes Glaubensfanal überlegen waren, z.B. im Jahr 636 einer persischen Übermacht) und über die Welt eine Freund-Feind-Differenz stülpten: Haus des Islam/Haus des Krieges (späte Tradition, nicht Koran) zum Zweck der Welteroberung in Allahs Auftrag: „der seinen Gesandten mit der rechten Leitung und mit der Religion der Wahrheit (Rassoul übersetzte: „mit der wahren Religion“) geschickt hat um ihr zum  Siege zu verhelfen über alle Religion(en), auch wenn das den Ungläubigen zuwider ist. (9,33; Bobzin). Die Euphorie dieser Überlegenheitsekstase, die hegelisch die Synthese von Judentum und Christentum und ihre Aufhebung, „die“ Wahrheit selbst, nicht nur eine dritte Grossversion und Spätprofilierung neben zwei früheren Profilierungen zu sein schien, schien grenzenlos. Auch heute noch liest sich das sehr welteroberungsmässig, damals schien es keine Widerstände zu geben, die nicht eingerissen werden konnten, ging es um die umliegenden altarabischen Religionen, die verstreuten christlichen und jüdischen Siedlungen, vor allem aber um die Grossreiche in Byzanz und Persien, die unter der dritten Eroberungswelle des Islam zusammenbrachen, was ihm den Weg nach Indien öffnete (Berger, 2016), ähnlich wie sich das paulinische Christentum mit einer ähnlichen Frohen Botschaft für jeden und jede auf der Strasse für Rom und Europa öffnete. Die Tochter des Nazi-SS-Generals Wolff – die wie ihr Vater dem europäischen Bürgertum den Stinkefinger zeigen wollte – die Konvertiten-Muslima Fatima Grimm (1934-2013) empfiehlt dann auch in der islamischen Erziehung den Eltern dem Sohn ab 15 Jahren die Bildung des welterobernden Dschihad-Bewusstseins und den Umgang mit der Waffe nahezubringen, und der Tochter vor allem eine gute Mutterschaft und die Bereitschaft, auf Karriere zu verzichten, dafür ihren Mann glücklich zu machen“ (wenn denn der mit einer „Mutti“ glücklich ist, Grimms eigene Karierre als Berufsideologin konterkariert dieses zum Koran bestens passende Frauenbild, vgl. z.B. Suren 4 und 33 und siehe Anm. III.). Wahrer Monotheismus bedeutet, nur einem Gott, Allah (und seinem Propheten), zu dienen, dem NICHTS anderes beizugesellen sei, kein Esra wie bei den Juden, kein Christus wie bei den Christen, heisst es (Sure 9, auch Suren 4,48 und 5,51  sprechen die Verfluchung von Juden und Christen aus). Bei dieser Profilierung der dritten abrahamischen Grossreligion geht aus änigmatischer Sicht vergessen, dass Gott Allah statt absolut selbstständig zu sein ständig auf seine jüdischen und christlichen Vorbilder (Schriften) verwiesen bleibt, auch und gerade in der Absetzung und Abgrenzung von ihnen. Ausserdem ist aus änigmatischer Sicht unklar, ob oder was Zahlen („eins, zwei, drei, …“) und Begriffe wie „Person“ in der Genesis der Änigma bedeuten. Wir können selbstverständlich sagen, wenn das hilft, dass die Genesis Änigma „eine“ ist, wissen aber gute Argumente dagegen anzuführen, dass sie, wie Spinoza glaubte, „alles“ ist. Auch im Koran reflektiert sich die in der damaligen abergläubigen Zeit verbreitete Tendenz zum Pantheismus: Hier bewegt Allah die Winde, dort durchschaut er jeden menschlichen Gedanken, hier lässt er die Berge entstehen, dort hat er die Sonne „als Leuchte“ und den Mond als „Licht“ (10, 5) geschaffen. Dann wird aus ihm wieder der Gott aus der jüdischen Genesis, „der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschaffen und sich dann auf den Thron gesetzt hat“ (10.2; Übers. Bobzin)), damals wurde dies durchaus real geglaubt, nicht wie heute mehrheitlich allegorisch gelesen.
III. Die Verschleierung von Frauen. In der spätantiken Sklavenhaltergesellschaft, in der der Koran entstand und reüssierte, kauften Patriarchen anderen Patriarchen Töchter als Ehefrauen ab und hielten sich Sklavinnen, im Koran auch „Kriegsbeute“ genannt.  Die traditionelle Herrschaft des Patriarchen und das Recht des pater familias auch Ehefrauen zu züchtigen, wurde bestätigt: „die Männer stehen den Frauen vor“ (4,34), „jene, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet; ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch dann gehorchen, dann geht nicht weiter gegen sie vor!„. Doch heute leben wir nicht in der patriarchalen Sklaven- und Sklavinnen-Halter-Gesellschaft der Spätantike. In dieser Gesellschaft waren Frauen minderwertige wie auch begehrte „Ware“ und dementsprechend auf der Strasse, in der Öffentlichkeit, erst recht im Eroberungskrieg nicht sicher. Um sie in einem solchen Umfeld vor Belästigung zu schützen, allenfalls auch um zu verschleiern, dass sie ledig, „Freiwild“, potentielle „Beute“ waren, erging die Anweisung:  „Prophet, sag deinen Frauen, deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herabziehen. So werden sie am ehesten [in der Öffentlichkeit] respektiert und nicht belästigt.“ (Zinker (2003) hat den Kontext nicht verstanden und übersetzte: „am ehesten erkannt und nicht gekränkt“) (33,59). „am ehesten“ deutet an, dass hier sogar der Einfluss Allahs an Grenzen stösst – dass der Krieg den Islam verbreitete, aber mit ihm auch die Gier der Kämpfer auf die Kriegsbeute „Frau“  – was im Islamischen Staat in Syrien 2014-2019 zur systematischen Versklavung und Vergewaltigung nicht-muslimischer Frauen v.a. jesidischen Glaubens führte. Auf dieser islamistischen Elendsinsel versetzten sich Retro-Radikale, darunter Schmitts und Schulzes aus Deutschland, in die Welteroberungsphantasien und den Wortlaut des alten Korans im Eroberungs- und Kämpfermodus zurück, benahmen sich dabei wie Schweine, säbelten Menschen die Köpfe ab und verbrannten Gefangene bei lebendigem Leib vor laufender Kamera – als ob ihr Dschihad nur noch fähig ist, für die Menschheit einen schlechten Horrorfilm zu drehen mit dem Titel „Das wahre Kalifat“ oder „Das wars dann, Kalifat“). In grossen Gesellschaften mit einem hohen Mass an Frieden, Gleichberechtigung, Emanzipation und Rechtssicherheit leben wir jedoch nicht in einer Welt, in der sich Frauen vor enthemmter Respektlosigkeit und Belästigung durch Männer – hauptsächlich Singels – in der Öffentlichkeit durch Verhüllung und visuelle Unauffälligkeit schützen müssen (noch im frühen 20. Jahrhundert war es in Europa unziemlich, zeigten Frauen „zu viel“ Bein, das machten bloss Prostituierte), dafür reichen in der Regel social media-Kampagnen mit breitester gesellschaftlicher Unterstützung (#metoo). Es sei, es versammeln sich Flüchtlinge und Migranten aus islamischen Staaten zu Köln, zu Nürnberg und anderswo an Silvester 2016 für die „zufällige“ Massenbelästigung und Ausraubung von hunderten einheimischen Frauen und die Beleidigung der deutschen Gastfreundschaft (eine Wiederholung wurde verhindert), es sei, es handelt sich nicht um Kairo und Mumbai, wo Frauen sich in gewissen Gegenden besser „unsichtbar“ machen: wo Männer, die Dauer-Belästigungen und Gruppen-Vergewaltigungen durchziehen, zur Gesellschaftsplage gehören und dortselbst mittlerweile drakonisch bestraft werden, oder um Japan, in dem das Begrapschen von Frauen in U-Bahnen zu einem neuen Geschäftszweig in der Prostitution (Begrapschenlassen für Geld) führte, oder Italien, in dem meine Schwester in den 1990ern einen Ehering trug, bloss um sich vor Belästigung zu schützen. Es sei – wir ziehen daraus gewisse Schlussfolgerungen – Frauen, nicht Männer, erhalten zusätzlich das besondere Recht eine Schusswaffe zu tragen um das Gewaltmonopol der Männer in der Gesellschaft, unter dem weltweit abertausende Frauen leiden und Jahr für Jahr zu Tode kommen, auszugleichen und einzuschränken (tatsächlich stiegen in Deutschland eklatant die Anträge für den „kleinen“ Waffenschein, die Verkäufe von Pfefferspray und die Eintritte in Kampfsport-Vereine) um ihre Würde so wie auch Leib und Leben besser zu schützen, bis dass solche Ausgleichsmassnahmen nicht mehr nötig sind, bis Parship und Tinder auch in Kairo und Mumbai sehr erfolgreich sind. Bis dass der Schleier nur noch Folklore oder Mode ist und der unverhüllte Hinweis darauf, den Koran in seinem Kontext zu verstehen.

05.02.2523

Sätze, die auf die verschollene, auf die zerstörte 115. Sure („Das Testament“) des Koran hinweisen könnten: „Haltet die Religion und spaltet euch nicht in ihr!“ (42,9)

05.02.2523

Über Iran und seine Islam-Illusionen. Gehorchte der Islam dem „Geist seiner Botschaft“, seinem „Letzen Willen„, dann wäre er heute nicht in Sekten gespalten. Dass die Nachfolgerschaft, die Kalifate, nicht mehr im Geiste des Islam standen, ihre Machtspiele und Morde bereits Zerfallserscheinungen des Islam sind, da sie auf keiner Grundlage des Korans basieren, ja diese, das Testament, physisch zerstörten und praktisch jeden Tag von neuem zerstören, das so ausdrücklich zu erwähnen verbat sich zwar der tunesische Islamwissenschaftler Abdelmadjid Charfi (geb. 1942), aber er wies zu Recht darauf hin „dass die Folgegenerationen der Muslime nicht dem Geist der Botschaft und ihren Zielen treu gewesen sind.“ (zit. aus Benzine, Rachid (Hg.) (2012): Islam und Moderne, S. 210). Und dieser Geist der Botschaft lautet: Bleibt vereint, spaltet euch nicht, mordet euch nicht, folgt dem Testament, dem Letzten Willen Mohammeds und Allahs, sonst geht ihr verloren.  Deswegen sind Äusserungen von Oberprediger Chomeini wie „Es ist unser würdig, dem Vorbild unseres Propheten und unserer Imame zu folgen“ (1963) oder „Es ist unser würdig, dem Vorbild unseres Propheten und seiner Nachfolger zu folgen“ eine auf Verdrängung basierende Selbsttäuschung oder  eine naive Illusion, die zerstrittenen Nachfolger Mohammeds folgten seinem und Allahs Letztem Willen. Warum hat sich kein Muslim daran gestört, ausser auf indirekte Weise der Koranspezialist Charfi – dass im Koran so etwas wie die 115. Sure – namens „Das Testament“ oder „Der Letzte Wille“  – fehlt? Bei einem Gesandten Gottes und einem Gott, der sonst alles kontrollieren und nichts dem Zufall überlassen will, soll ausgerechnet keine göttliche Anweisung, keine göttliche Regelung für die Bestimmung seines Nachfolgers und des Nachfolgers des Nachfolgers geschehen sein? Gültig bis zum Jüngsten Tag, bis zum Tag der Versammlung (auch das eine jüdisch-christliche Kopie)? Wie glaubwürdig ist das? Oder ist es nicht glaubwürdiger (auch glaubwürdiger als die Saga, Mohammed hätte bei einer öffentlichen Veranstaltung Schwiegersohn Ali zu seinem Nachfolger ernannt), dass das Testament des Korans, die letzte Sure und der Letzte Wille Mohammeds und Allahs zerstört wurde  und damit auch das, was Charfi „den Geist  ihrer Botschaft“ nannte.  Ebenso unhaltbar sind aus postabrahamischer Sicht Äusserungen von Chomeini (1943) wie „Die islamische Regierung ist die Regierung des göttlichen Rechts und ihre Gesetze können weder gewechselt, noch geändert, noch angefochten werden.“ Chomeini glaubt und unterstellt der Gott Abrahams sei „der“ global-universale Gott, aus post-abrahamischer Sicht ist Allah aber bloss der Gott der dritten abrahamischen Überlegenheitsekstase – im Grunde mehr eine mosaische als eine jesajaische Version des jüdischen Volksgottes Jahwe oder Abrahams Gott (siehe hierzu 16.11.2522) und aus änigmatischer Sicht ein provinz-universeller, exklusiv-sektenhafter Gott, kein global-universeller offener Gott der änigmatischen Dimension der Genesis unserer Welt. Für Gott die Änigma muss sich kein Mensch am Genital beschneiden oder an der Stirn taufen lassen – die echte Beschneidung jedes Menschen, jedes homo sapiens ist aus änigmatischer Sicht die Durchtrennung der Nabelschnur und die echte Taufe jedes Menschen die Benässung durch das Geburtswasser.  Aus änigmatischer Sicht gibt es Buddhisten, Muslime, Juden, Christen, Hindus, Zoroastriker, Jesiden, Sikhs, Bahai, usw., erst in einer mensch-gemachten, sekundären Fassung – wobei änigmatische Akommunikationen das Menschgemachte begrenzen und auf eine Art entgrenzen -, nicht in der primären religioiden Verfassung der Welt mit änigmatischer Dimension, in und mit der der Mensch zur Welt kommt und aus der Welt geht.

12.02.2523

Entscheide, welche Akommunikation hat mehr Autorität, enthält mehr Wahrheit, die des Wassers oder die des Feuers? Das Fliessende oder das Harte. Die der Luft oder die des Sturms. Oder sind beide unermesslich?

11.02.2523

Über Akommunikationsstile. Während diese  und jene Akommunikation betont, wie wahr sie ist und allen, die sich ihr nicht unterwerfen, droht – mit massivster Einschüchterung (vgl. z.B. Koran 21,41), mit massivsten Versprechungen und Drohungen, die den Rahmen des Normalen sprengen -, entlässt die Akommunikation der Änigma freundlich mild die Menschen in die Welt mit: „Du bist, ihr seid Philosoph, Philosophin!“ –  übt, seid, lebt, praktiziert, achtet eure Obligation. Macht das „sapiens“ von „homo sapiens“ wahr. Dann seid ihr am Limit des Menschenmöglichen und der Erfüllung des Lebens, des Sterbens und der Obligation angekommen. ÄnigmaA.

10.02.2523

Über Änigmatische Religion als Grundlagenreligion aller Religionen. So wie zu jedem Bibeltext der Christen – Herren über Schrift und Archiv durch Schrift und Archiv – eine kulturelle Herrschaft, in der Frauen bis heute kaum mitzureden haben und in der aufgeklärte Frauen* wie Männer*, vor allem änigmatisch orientierte, auch gar nicht mehr mitreden wollen –  lässt sich zu den 114 Suren und der vernichteten 115.ten Sure („Der Letzte Wille„) des Koran ein post-abrahamisch aufklärerischer und änigmatisch religiöser Kommentar herstellen. Solche gibt es in unterschiedlicher Ausführung bereits über die Suren 4 (Frauen), 10 (Genesis), 9 (Hölle) und 33 (Harem), zu weiteren Suren wie  z.B. 24 siehe ÜdA 5.
SympathisantInnen der Änigmatischen Bewegung haben sich über die wesentlichen Grundzüge anderer Religionen gut zu informieren und aus einer eigenen, änigmatischen Sicht die Einsicht darüber zu gewinnen, warum diese Grosssekten, die „Weltreligionen“ genannt werden, nicht „die“ Weltreligion, sondern bloss Sekundär- oder Ableitungsphänomene derselben sein können. Was es heisst und nicht heisst, die Änigmatische Religion ist Meta- oder Grundlagenreligion aller Religionen.

09.02.2523

Über interne Ausgleichsökonomie im Koran – wenn dem Prophet sexuelle Privilegien auf Erden mit Gottes Spezialverfügung eingerichtet werden wie das in Sure 33 der Fall ist, werden zum  gerechten Ausgleich diese Privilegien allen Muslimen spätestens im Paradies zuteil – Stichwort: 72 Huris und andere sexuelle Ausmalungen in den Hadithen. Das hat weniger mit freier Projektion und Sexualfantasie,  als mit der Herstellung und Austarierung eines Gerechtigkeits- und Fairness- bzw. Strafe-Lohn-Kosmos zu tun, den der Koran konstruiert und auf dem er wesentlich basiert, dazu gehört, dass anders als im Christentum, beim Prophet die normale (heteronormative) Menschlichkeit und Mannheit heraus- und herzustellen ist.  Allein die Gleichstellung der Frau ist im Koran, den ein spätantiker Kriegsgott diktierte, der zur „Kriegsbeute“ Frauen zählte, nie und nimmer vorgesehen, höchstens im Zivilleben eine Annäherung an sie, so lange sie das Patriarchat und Primat des Herrn nicht in Frage stellt. Deswegen mag der Koran intern noch so seine Austarierungen vornehmen, seine prinzipielle Schieflage schafft er damit nicht aus der Welt, dabei würde er sich selber abschaffen.

09.02.2523

Über Sure 33. Sure 33 ist aus mehreren Gründen die vielleicht fragwürdigste Sure im Koran. In ihr konkurriert grösste Enfesselung seiner abrahamischen Überlegenheitsekstase, höchster göttlicher Machtanspruch („letzter aller Propheten“, „Siegel der Propheten“ (33, 40)) mit höchstem menschlichem Machtmissbrauch, der mit Prophet und Gott so gut wie nichts, mit Mann und Frauenbesitz so gut wie alles zu tun hat. Statt sich um die Zukunft des Islam, um das Testament für die religiöse Bewegung zu kümmern, ist die einzige Sorge in dieser Sure, einerseits, die des Paschas eines Frauenharems, dass andere Männer seine Frauen heiraten könnten (33, 53: „noch geziemt es euch, seine Frauen jemals (…) nach ihm zu heiraten.“), andererseits die göttliche Absicherung des dem Propheten  gewährten Privilegs eines fast grenzenlosen sexuellen Zugriffs auf Frauen, auch verheiratete, inklusive Schwiegertochter, die sich dafür scheiden lassen, und von Frauen auf ihn „vorausgesetzt, dass der Prophet sie zu heiraten wünscht„, einschliesslich Sklavinnen („Kriegsbeute„).  Abdel-Samad (2015) dazu „Man könnte meinen, Mohamed habe Verse wie diesen selbst verfassst, um sich Vorteile zu verschaffen. Ich dagegen bin der Meinung, er glaubte wirklich, dass Gott zu ihm sprach.“ (S. 129). Aus änigmatischer Sicht ist das sogar wahrscheinlich, allerdings wahrscheinlich nicht in Sure 33. Ausserdem bestätigt Sure 33 indirekt, dass sich Gott Allah und Mohammed wohl weit wichtigere als auf den Prophet persönlich zugeschnittene Gedanken über die Nachwelt machten, so dass die Zerstörung von Sure 115 – die Sure mit dem Letzten Willen und Wort des Propheten und Allahs –  nach dem Tod Mohammeds den Islam in einen gottlosen Erbstreit stürzen musste, ja, seine Spaltung und Schwächung die ewige Strafe dafür ist, glaubt man an ein göttliches Gericht.

04.02.2523

Israel als Schweiz des Nahen Ostens.  Der christliche Theologe und Schweizer Hans Küng: Das Judentum. Die religiöse Situation der Zeit (1991 – das Jahr des Golfkriegs) hatte die Vision eines Israels, als Schweiz des Nahen Ostens, das auf „friedliche Kooperation“ (S. 684) mit seinen Nachbarn setzen kann und will, dabei beruft sich Küng u.a. auf Martin Buber (1921) – „Altmeister des deutschen Judentums“ – , der als einer der ersten Zionisten eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung zwischen dem „jüdischen und arabischen Volk“ (S. 549)  vorschlug. Siehe auch 11.01.2522 Über Israel (ÜdA, Buch Passion, S. 36-37).

03.02.2523

Heideggers Philosophie der Waldhütte und Waldhüte.

02.02.2523

Über Heideggers Seinsphilosophie (1950) und Änigmatische Philosophie. 

I. Heideggers Holzwege. Nach dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm (1877) wird unter  „Holzweg“ ein „Weg des Irrtums“ verstanden. Doch wer wie Jaspers erwartete Heidegger würde in Holzwege (1950) mit sich als Nazi-Philosoph und mit dem Holzweg Hitler-Deutschlands allgemein abrechnen, der war auf dem Holzweg.  Stattdessen säuberte Heidegger antisemitische Texte, um sie in „Holzwege“ erneut zu publizieren (Kellerer, 2015), und verdrehte die metaphorische Bedeutung von „Holzweg“ in ihr Gegenteil, in den Weg der eigentlichen Wahrheit um. Die Präambel von Holzwege dichtet:  „Im Holz sind Wege, die meist… im Unbegangenen aufhören. Sie heissen Holzwege. … Holzmacher und Wildhüter kennen die Wege. Sie wissen, was es heisst, auf einem Holzweg zu sein.“ Anstatt als Selbstaufklärer und Aufklärer präsentiert sich Heidegger in Holzwege als Lichtgestalt des Seins und Offenbarer des „Offenen„. Als Insider des Seins, der dessen Weg  erkennt, begeht und offenbart wie ein Holzmacher den Holzweg, der an seinem unbegehbaren Ende eine Lichtung freischlägt, mit der Lichtung das bis dahin „Unbegangene“ begehbar macht: am Ende des Holzweges öffnet und lichtet sich in der Waldhütte des philosophischen Holzmachers die Lichtung, die Wahrheit des Seins. „Gleichwohl zieht durch die Lichtung ein ständiges Verbergen in der Doppelgestalt des Versagens und Verstellens.“ (S. 40).  Gleichwohl zieht durch Heidegger ein ständiges Verbergen in der Doppelgestalt das Verstellens und Versagens, das Jaspers (1966) wie folgt kommentiert: „Dass er nach 1945 kniff, war doch das objektiv und das menschlich Unerträgliche“. Philosophiehistorisch wird „Holzwege“ vor allem als ein Mahnmal für die Holzwege Heideggers und Hitler-Deutschlands bestehen bleiben.

II. Seinsphilosophie und Änigmatische Philosophie. Heidegger blieben wahre Akommunikationen verwehrt, stattdessen inszenierte er sich als Sprachrohr einer alle Wahrheiten umfassenden, erst überhaupt Wahrheiten ermöglichenden Wahrheit des Seins, nicht des Seienden. Dass es tatsächlich von Nichts oder von Vor-Nichts zu Nach-Nichts, zu Sein und von Evolution der Genesis unserer Welt geschafffene Wirklichkeit in ihrer Komplexität und Rätselhaftigkeit gibt, bevor wir wissenschaftliche Wirklichkeit in denkbarer Komplexität und Rätsellosigkeit schaffen, das ist eine grundlegende, vielleicht auch grundlegend verdrängte Erkenntnis der heutigen Astronomie und Kosmologie (z.B. Big Bang Theorie) und von der auch jede Philosophie, die von sich behauptet, von den letzten und ersten Dingen des Seins zu handeln, auszugehen hat. Nur ist eine änigmatische Akommunikation, die uns anruft „Philosoph/in“ zu sein, nochmals eine ganz andere Qualität, eine „Lichtung“ und „Öffnung“ die wir allein nicht wie ein Holzmacher begehbar machen, für uns lichten und öffnen können. Für „homo sapiens“ öffnet und lichtet sich hier in der Genesis seiner, unserer Welt die änigmatische Dimension, die Genesis Änigma.

01.02.2523

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30.01.2523

Über den Gott des Patriarchen Abraham  (Trinitätsgott, Allah, JHWH, Elohim, Herr Zebaoth). Die Christen hafteten an ihren Gott Abrahams seinen göttlichen Sohn, zumindest seit der Durchsetzung der paulinischen Auslegung, während der islamische Gott Abrahams, Allah, zwar ohne Sohn, dafür nicht ohne Prophet auskommt. Im Judentum melden der jesaische Herr Zebaoth und der mosaische Jahwe nicht nur unterschiedliche Bezeichnungen, sondern zum Teil konträre Inhalte an, die von verschiedenen Propheten aus verschiedenen Epochen stammen (siehe 16.11.2522). Ausserdem weisen alle drei Hauptpropheten der abrahamischen Grosssekten Mängel auf:  bei Moses handelt es sich, so wie vorgestellt, nicht um eine historische  Person (Verena Lenzen, 2012), bei Mohammed wird der Letzte Wille, das Testament, zuerst physisch, dann praktisch vernichtet, und bei den Christen überschreibt der Paulinismus das Original.

30.01.2523

in Bearb – Über Religionskritik und Änigmatische Religion als postreligionskritisch-religiös-philosophische Bewegung.

———————-„Gott, hilf mir! „ Über Religion als umgedrehter Eltern-Kleinkind-Diskurs oder second order-Diskurs. Erweiterung von Feuerbachs Religionskritik, monotheistische Religion ist nicht bloss Spiegelung des Menschen (Männschen, homme/homme) in sich selbst, Religion ist die Spiegelung des Eltern-Kleinkind-Verhältnisses in sich selbst. Ergänzt mit Freud: in der Übertragung frühkindlicher Erfahrungen und frühkindähnlicher Nöte von Erwachsenen auf eine Gottfigur erscheinen geliebte, fürs Leben und Überleben notwendige Elternfiguren,  In die grossen Religionen trieb die Massen nicht eine perverse Lust auf kollektive Zwangsneurose, wie sich das Freudvorstellen, sondern weil in ihnen durch die Verpöpelung des exquisitesten Herrscherprivilegs, der Luxus der Unsterblichkeit  für einen in Kauf nehmbaren Preis in Form einer Frohen Botschaft, des Frohen Versprechens, zugänglich und erwerbbar gemacht wurde. Weil in eine bestimmten Sektor ein Prophet frohlockte: tretet in ihn ein, wer mir in ihn folgt, dem wird die Unsterblichkeit geschenkt. Dass was Eltern Kindern garantierten, garantierte Gott den Eltern: zu leben und zu überleben, sogar gut, übernehmen und befolgen sie gewisse Regeln.

Den Übertragungsfehler, den Kurzschluss, den gewisse orthodoxe Gläubige machen ist, die einst selig behütete, von Mutter umarmte,  mangelfreie Situation als Paradies, als das „eigentliche“ Leben nach diesem zu projizieren. De facto stand es ganz am Anfang von diesem. Und wird uns auch im Tod Angst- und Furchlosigkeit, wie auch eine koplett mangelfreie Situation begegnen – ausser dass ihr ein Begegnendes und das Leben, wie es nur diese Welt kennt und kann, fehlt.

 

Statt eine postabrahamische und wissenschaftliche Perspektive zu entwickeln, geschweige eine änigmatische,  schreibt der moderate Muslim und Intellektuelle Navid Kermani  in seinem Buch Der Schrecken Gottes: Attar, Hiob und die metaphysische Revolte (2005) den Typ religiöse Erbauungsliteratur weiter, die unter einem Buchdeckel „glauben und Gutes tun“ (S. 11) vereinen soll///. Ohne kritische Distanz zu den abrahamischen Religionsdiskursen zu schaffen, agiert er als „emphatischer Beobachter“ (S. 40) von von abrahamischer Ideologie durchdrungenen Personen, Büchern und Reden wie der muslimisch-persische Dichter Attar und dessen Buch des Leidens) aus dem 13. Jahrhundert christl. Zeit bzw. 18. Jahrhundert achsenzeitl. Zeit und die Hiob-Figur und deren Klagerede aus der Jüdischen Bibel.

So wird (im letzten Kapitel: „Geschichte einer Gegen-Theologie“ – nach den agonalen Leiden Heines, die dieser statt an eine schmerzliche Krebserkrankung, an Gott delegiert – als Gegenbeispiel dazu bildet der schmerzfreie selige Tod von Kermanis frommen Vater das Schlusswort seines Buches –  „die Schoah“ auf der Ebene verbaler religiöser Reaktionen abgehandelt  („Ich frage euch, sieht Jehova all das nicht? Döst er vor sich hin…? Ich weiss es nicht, Brüder, …“) (S. 264) – —————- aus einer theologischen Innenperspektive, die nichts erkärt, aber alles verklärt, unter dem Kapitel „Gott selbst leidet„. Nicht die Geschichte der Menschen, der Juden Europas zur Zeit der Nazis, „leidet“ unter einem auf Antijudaismus ausgerichteten Christentum, modernisiert durch die Nazis, nein, der christliche Gott leidet an der Geschichte gottloser Menschen, insbesondere gottloser Nazis (dazu, dass sich Hitler in seiner Mission, die Welt, das Christentum von der „Judenfrage“ zu erlösen, von der Vorsehung des christlichen Gottes auserwählt glaubte, siehe ….2522) .

– statt „Auschwitz“ als Realität gewordene Möglichkeit jahrhundertlanger christianisierter Judenpogrome in einer besonderen Interaktion mit einer durch Modernephänomene wie Staatsbürokratie, Massenmedien, Mobilitätstechnik, Verstädterung, Proletarisierung und Marxismus verstärkten antisemitischen  rechtsextremen Partei zu analysieren (vgl. ….2522),

Obwohl das eine Ausrede war, die Fakten auf den Kopf stellt, andere schlicht ignoriert, stürzten sich prominente christliche Theologen auf diese ihnen so willkommene Entschuldungsthese (S. 129) – einen anderen, ehrlicheren Weg beschritt die Kirche-nach-Auschwitz Theologie eines Johann Baptist Metz. 

Doch offenbar  ist es nicht nur Kermani entgangen, dass sich diese ganze „Religiösität“ in der Beziehung  von Gott zu Mensch in einem idealisierten oder vergötterten Eltern-Baby-Diskurs bewegt, von dem grossen Leiden, Mitleiden Gottes bis zu seiner überfliessenden Liebe für den Menschen. Es werden von Hiob bis Heine Projektionen über eine Übermacht abgehandelt wie sie, retrospektiv vorgestellt, das Kleinkind gegenüber Eltern und Erwachsenen erlebt haben könnte: das Baby gerät in die Hände von Göttern, ist ihnen völlig ausgeliefert, keinen Schritt macht es ohne ihre Beobachtung, ohne ihre Unterstützung – nur geht es diesmal nicht um Kleinkinder sondern um Erwachsene, die sich Gläubige nennen und in die Regression des ohmächtigen Neugeborenen, das sie einst waren, fallen, wie auch in die Hände ihrer Übermacht, denen sie sich einst zu ergeben hatten. Der abrahamische Gott wird zur Projektionsfläche, auf die Erwachsene ihre kleinkindliche Erlebniswelt, ihre damalige Hilflosigkeit, Unwissenheit, Ohnmacht, Ausgesetztheit gegenüber einer nicht abzuschätzenden unheimlich grossen, unheimlich angenehmen Macht projizieren, die in allem wie absolut erscheint: im Wissen, in der Gerechtigkeit, in der Güte, in der Grausamkeit, in der Hilfe, usw. dabei entstehen zwei  einseitige Kommunikationen: die eine Seite akommuniziert, sonst schweigt sie, die andere Seite, die die Akommunikation elektrisierte und erfuhr, kommuniziert unter dieser Spannung ohne Ende gegen eine stumm bleibende Wand an.

in BEARB  —- änigmatische Gottheit sucht eher die Distanz, als die kritiklose Nähe zum Projektionsreentry des Eltern-Baby-Diskursers basiert auf realen Akommunikationen und Involutionen änigmatischer Herkunft und Dimensionalität, die durch die Welt und Vernunft, wie wir sie zu erleben und auszüben gewohnt sind einen tiefen Riss macht. So dass sich eine Projektion  – eine einfache Eltern-Kind-Übertragung  – nicht verbietet – woran das islamische Bilderverbot  (Verbot, sich von Allah ein Bild zu machen)  erinnert – sondern grundlegend verunmöglicht. Wir dürfen uns nicht ein Bild von Gott, die Änigma, machen, wir können es nicht

29.01.2523

Über Sein zum Leben und Heideggers Sein zum Tode als Vorlauf – woraus Reinhard Mehring (1991/2016) Heideggers Vorlauf zum unsterblichen Opus, Heideggers Sein zum Hauptwerk machte. Emanzipatorische Genderkritik muss hinzufügen, Heideggers „Dasein“ und dessen „existentielles Sein“ (SuZ, S. 325) hat einen erwachsenen Mann vom Mönchs -und Soldatentyp, hat Heideggger selbst zum Vorbild.

29.01.2523

Über Sein zur Geburt und Freitod. Es ist klar, dass nur aus einem männlichen Körper und Gehirn der Gedanke stammen kann, dass existentiales Ganzseinkönnen und „fundamentalontologisches“ Sein auf „das Sein zum Tode als das Vorlaufen“ hinausläuft (vgl. SuZ, § 61 und § 53). Dabei wurde an dieser „Ganzheit“ nicht nur das weibliche Geschlechts- und Zeugungsorgan verdrängt – in dem sich das leibhafte Sein zur Wiedergeburt ankündigt -, sondern das männliche kassiert (kastriert) – beide Organe im postkindlichen Existenzialismus führen den Vorlauf zum Tod (aus änigmatischer Sicht: zur Kehre) regelmässig unregelmässig ad absurdum. Die Idee des Sexes ist das Kind und die Idee des Kindes ist der Sex. Der Erwachsene lebt und erlebt als Familienmensch das Sein zur Geburt des Kindes als Geburt der Mutter (oder zunächst der Leihmutter), des Vaters, des Bruders, der Schwester, usw. Die Dekonstruktion des Todes ist dem Leib-Sein zum Tode eingeschrieben, durch das Medium der Familie (Blut-, Freundfamilie), des Geistes, des Handwerks und des Geschlechts. Tatsächlich läuft unser Leben, das nicht ganz uns gehört – das die Genesis unserer Welt uns „geliehen“ hat -, auf das Sein zum Leben hinaus – hat Evolution der Genesis unseres Planeten während Millionen von Jahren das Beste für unsere Spezies aus einem Durchschnitt von Komplexitätsaufbau, Verfallsrate und Reproduktionspotential ermittelt bzw. ermendelt, bei dem wir notwendig, allenfalls vorläufig zu Tode kommen. Vorläufig insofern wir eines Tages die Sterblichkeit statt als Evolutionsgesetz und Zerfallskrankheit hinzunehmen, vielleicht für eine äonenlange Lebensspanne heilen und aussetzen können, sofern die Menschheit sich dabei  nicht selber in den Rücken fällt, zu ihrer quasi-göttlichen Lebenstechnik auch ihre quasi-göttliche Lebensweisheit findet und mit ihr zum Freitod, der diesen Namen erstmals voll und ganz verdient (siehe hierzu 22.11.2522 Über Freitod, Sterbefreiheit und Unsterblichkeit als Utopie).

28.01.2523

Fazit (v. 27.01): anders als es Heidegger „fundamentalontologisch“ unterstellt, aber letztlich schlecht bis nicht begründet behauptet, besitzt der Mensch weder von Grund auf, also von Geburt an, Furchtsamkeit als Seinsmodus, noch ein ausgeprägtes Selbstgefährdungsbewusstsein, wohl aber „Alarmanlagen“ zum Selbstschutz, zur Schmerzempfindung und Schmerzvermeidung (Präventionshandlung), zur Selbstbehauptung, ja, sogar Ansätze zum Unwillen und Widerstand, sich selbst zu töten, zur Resilienz. Das hatte evolutiv bislang mehr Vorteile als Nachteile, sonst hätte es Homo sapiens nicht bis heute geschafft. So ist nicht dumpfe Angst vor Furchtbarem, sondern präventive Rationalität, um eine pandemische Gefahr wie das Corona-Virus loszuwerden, „Angst“ vor der Angst, Folge eines angelernten und erkannten Gefahren- und Selbstgefährdungsbewusstseins, nicht der Furchtsamkeit als scheinbarer Grundmodus unserer Befindlichkeit, wie das Sein und Zeit suggeriert. Wir handeln nicht aus Angst-, wir handeln, nachdem die Gefahr als solche ausgemacht ist, aus Schutzintention. Prinzipiell ist der Mensch weniger angstgeleitet, weniger furchtsam, weniger von „German Angst“ betroffen, als ihm nicht nur Heidegger weiß machen will, eher fehlt es ihm an Vorsicht, an kluger Um- und Weitsicht. Vielleicht wäre es heute ein Vorteil für die Menschheit gehörte eine gesunde Furcht vor sich selbst, um sich besser vor sich selbst zu schützen, zu ihrer, zu unserer existentialen Grundausstattung.

27.01.2523

Über das Fürchten nach Heidegger (kritische und ergänzende Anmerkung). „Fürchen als schlummernde Möglichkeit des befindlichen In-der-Welt-seins, die „Furchtsamkeit“, hat die Welt schon daraufhin erschlossen, dass aus ihr so etwas wie Furchtbares nahen kann. Das Nahenkönnen selbst ist freigegeben durch die wesenhafte existentiale Räumlichkeit des In-der-Welt-seins. Das Worum die Furcht fürchtet, ist das sich fürchtende Seiende selbst, das Dasein. Nur Seiendes, dem es in seinem Sein um dieses selbst geht, kann sich fürchten. Das Fürchten erschliesst dieses Seiende in seiner Gefährdung, in der Überlassenheit an es selbst.“ (aus Heidegger (1927): SuZ – § 30 Die Furcht als ein Modus der Befindlichkeit, S. 141)
Angedeutet mit „hat die Welt schon (…) darauf erschlossen„, aber letztlich ungeklärt bleibt wie die Welt in die Physisteme – die „befindliches In-der-Welt-sein“ oder „Dasein“ genannt wird – so die Furchtsamkeit anlegt, dass sie „im voraus“ auf Furchtbares in der Welt angelegt ist, um sich potentiell und reel vor „Furchtbarem“ zu schützen (z.B. vor einem Virus, das zum Fürchten ist). Dazu muss sie es als solches für sich wahrnehmen, wahr machen oder innerlich antizipieren können und, damit verankert, ein Selbstgefährdungsbewusstsein besitzen. Das sich um seiner selbst willen fürchtende Seiende wird sich erst später zum Grund, ist zunächst nicht die Grundlage dieser Furchtsamkeit. Das furchtsame Kleinkind besitzt kaum Selbstgefährdungs- und Gefahrenbewusstsein, Einsicht und Erfahrung mit der Physik der Dinge und Materie, mit der Selbst- und Weltanwesenheit. Das bereitet ihm vorderhand die meiste Furcht. Auch ahnt es kaum etwas davon, dass es um seines Lebens willen und um Lebenswerte(s) für sich und andere zu schaffen, nicht bloss zum Sein zum Tode geboren wurde. Ausserdem verkannte Heideggers existenziale Daseins- und Raumanalyse die Reentrizitätsstruktur von Sein und Zeit. Was aus der Physik der planetaren Umwelt eintrifft, wiederkehrt und permanent zutrifft, prägen Möglichkeitsraum, Grunddisposivität und Gestalt der Physisteme. In die Physis der Physisteme (Lunge, Muskeln, Augen) dieser planetaren Umwelt tritt die Physis des Planeten (Sauerstoff) und der kosmischen Welt (Gravitation, Sonnenlicht) in geeignet disponierter und selektiver Weise nochmals ein. In die Selbsthauptung der Widerstand gegen den Widerstand gegen das Selbst. Evolutiv erfolgreiche Auseinandersetzung mit Gefährdern und Gefahren befördert Alarmiertheit und Wachheit, wovon das Wort „Wache“ stammt, und eine Intelligenz, die sich am Gefahrenbewusstsein steigert. Selbstgefährdungsbewusstsein und Gefahrenabschätzung werden erst nach und nach zu einem existenznotwendigen, verhaltenssteuernden Präventions- und Dawesensdispositiv der menschlichen Physisteme (vgl. die Debatte in der Corona-Pandemie zwischen MahnerInnen und Querdenkerei). Über das das (zu) furchtlose Kind, das blind auf die Strasse rennt, noch nicht verfügt. Das „zu“ bestimmt hier den Erfahrungswert als Überlebenswert der (parentalen) Umsicht – Erfahrenswert ist zugleich Erkenntniswert – und des überlebensnotwendigen Verstehens der Physik der Mitdingheit (Bremsweg von Autos z.B.).
Nach der Erörterung des einzelnen Seienden geht Sein und Zeit auf die Dimension der Empathie und parentalen Fürsorge für das Kind nur kurz und unwesentlich ein, ohne sie beim Namen zu nennen (wie oft kommt wohl das Wort “ Mutter“ in Sein und Zeit vor? (ausführlicher über die Mutter-Kind-Symbiose siehe Sloterdijk (2004), Anna Hennessey (2018)), ist vom Modus der Mitbetroffenheit oder „Mitbefindlichkeit“ die Rede, von „Mitsein mit dem Anderen„, von „Miteinanderfürchten“ und „Fürchen für“ – heisst es z.B. man muss geradezu Angst um ihn, um sie haben oder man „weiss sich in gewisser Weise unbetroffen und ist doch mitbetroffen„. (S. 142).

27.01.2523

Heideggers „alltägliches Sein“ ist wie Descartes „Cogito“ abstrahierte Metaebene, ableitende Begründung, Ableitung von Seiendem (z.B. von „cogitare“), sie sucht die „aufweisende Grund-Freilegung“ (SuZ, S. 8) und bastelt sich etwas teils jenseits, teils inseits von Physik, Evolution und Kapitalismus.

27.01.2523

Menschen bleiben der Genesis unserer Welt mit dem Sinn von Sein, nicht Nichts zu sein, sowie mit jeder Kommunikation in ihrer Kommunikation, in der Physik ihrer Physisteme, in der Logizität ihres Innen- und Lebensumfeldes verhaftet. Ganz selten erschüttert von Erlebnissen und Einsichten von einer nicht dreidimensionalen Raum- und nicht-chronologischen Zeit-Logizität, Kommunikativität und Dimensionalität, die wir der Genesis der Änigma, der änigmatischen Dimension oder Welt zuschreiben.

26.01.2523

Heidegger wurde 1936 in Rom von den Nazis kaltgestellt, die liessen sich durch seine „Metapolitik“ nicht heideggerisieren (vgl. Aufsatz von Emmanuel Faye in: Heinz/Kellerer: Martin Heideggers „Schwarze Hefte“. Frankfurt a.M. 2016, S. 116).  Bezeichnend, dass er dem Akademiker Jaspers 1936 nur von seinem Hölderlin-Vortrag in Rom erzählte, nicht von seinem nazifaffinen Metapolitik-Vortrag, von seiner Wille-zur-Macht-Aspiration. Nach 1945 konnte er seine Kaltstellung durch die Nazis als Abkehr von ihnen („Kehre“) verkaufen. Nun wurde man gern ein Teil des Man und beteuerte noch lieber, mit den Nazis „eigentlich“ nichts zu tun gehabt zu haben…Die Kehre der Eigentlichkeit zum Man wurde bis zur Revolte der 68er gängige Selbstverleugnungs- und Verdrängungspraxis der für die Desaster des Nationalsozialismus, egal, ob eigentlich oder uneigentlich, Verantwortlichen.

25.01.2523

Aus änigmatischer Sicht ist „Eigentlichkeit“ Halacha, ist änigmatisch akommunizierte Obligation und Philosophie, philosophisch obligative Halacha.

24.01.2523

Philosophiehistorische Fussnote. Dass die Welt, dass das „Man“ der Welt uneigentlich ist, und eigentliches Sein existentiell ist, diese prominente Idee von Heideggers Sein und Zeit (1927) die mit Hitlers „Pathos der Eigentlichkeit“ (Adorno) gut zu harmonieren schien, und die Welt in Pathos und Oberflächlichkeit, in Empathie und Gleichgültigkeit, in Engagement und Ennui trennt, stammt aus Karls Jaspers Habilitation „Psychologie der Weltanschauungen“  (1919; 2. Aufl. 1922; 3. Aufl. 1925).  So verdankt Heideggers Existentialismus von Jaspers Existentialismus avant la lettre Eigentliches, nicht nur einiges, obzwar von ihnen, die von 1920 bis 1963 Briefe wechselten, Heidegger der philosophischere, berufenere, kreativere, distanzlosere, „eigentlichere“ Adept der Vorsokratiker war, die Jaspers, damals in der Fakultät der Psychologie arbeitend, aus der Versenkung hob. Jaspers, nicht Nietzsche, präsentierte die Kombination von Uneigentlichkeit und eigentlichen Vorsokratikern so inspirierend und offensichtlich einladend für Heidegger, mit Sein und Zeit aus Jaspers Buch ein „eigentliches“ philosophisches zu machen, das dort den Tiefgang erfüllte, wo ihm dieser fehlte, und zwar „unfrei, diktatorisch, kommunikationslos“, so Jaspers (1945) über Heideggers Stil, während Jaspers Buch wie sein Autor liberal, undogmatisch, colloquial, ist. Während Jaspers wünschte, Philosoph zu sein, erst auf dem Weg dorthin begriffen war, war ihn Heidegger längst gegangen bis zur Bildung eines eigenen Begriffs von Philosophie. Erst so richtig durch Jaspers und Husserl auf die Spur gebracht erlag Heidegger allerdings auch der verfänglichen Junggesellenidee der „Eigentlichkeit“ weit mehr als Jasper. Über sie verglich sich Jaspers in einem Brief an Heidegger vom 24.12.1931: „Sie waren der einzige Fachgenosse, der wusste, was mir nicht gelungen war.“hinzuzufügen wäre: „…und ebenso genau wusste, was mir gelungen war.“ Jaspers legte jedoch nicht nur eine devote Haltung korrespondierend mit Heideggers devoter Haltung zu ihm zu Tage, sondern war auch der erste, der mit blumigen Aussichten und Worten, die Nowendigkeit einer Dekonstruktion von „Sein und Zeit“ (und seines Werkes) statt ihrer eratischen Verehrung und Verewigung ankündigte: „Ich müsste Ihr „Sein und Zeit“, Sie müssten mein Buch [Philosophie I-III] in einer weise auflockern (…), dass Kern und Möglichkeit aus dem Zerstörten (…) erst recht (…) zu leuchten anfangen.“ Doch bei Heidegger fing bekanntlich nach 1931 nichts zu leuchten an, Heidegger ging den dunklen, nur noch verdunkelnderen Weg weiter.

II.

Rom 1936 oder als Heideggers Versuch, den Nazis Philosophie zu dozieren, scheiterte. Der damals Mode gewordene anachronistische Archaismus hiess bei Heidegger, im  Gefolge von Jaspers Weltanschauungsphilosophie: „Zurück und vorwärts zu den alten Griechen, zu den griechischen Vorsokratikern!“ und bei den Hitleristen: „Zurück und vorwärts zu den alten Germanen, zu den nordischen Völkern!“. Heideggers Versucht, 1936 in Rom im Vortrag „Europa und die deutsche Philosophie“ vor vulgären Nazis wie Julius Schleicher seine Seinsphilosophie als gründlichste und weitblickendste Metapolitik und Führerphilosophie der Nazis vorzuführen (siehe dazu…..2521), als ein Europa, das im Kampf gegen „das Asiatische„, einschliesslich Judentum, Persertum und Arabertum, begriffen war, das war wohl zuviel des Übergriffs in die nationalsozialistische Deutungshoheit, ja, für Schleicher viel zu unvulgär und relativierend antisemitisch, da bereits aus der aktuellen Zeit hinausgreifend, mit der nächsten Frage, die auf die Nazis wartet (ist die „Judenfrage“  ein für allemal „erledigt“…), mit der „Muselmanenfrage“ beschäftigt, anti-muselmanisch, wird er sich gesagt haben. Sie stellten ihn 1936 kalt.

23.01.2523

Statt Heideggers „Seinsvergessenheit“ – das Ausblenden und Verdrängen von Welt A – gut in der heutigen Astronomie zu beobachten.

22.01.2523

Astronomie auf Kinderniveau für Erwachsene und Änigmatische Bewegung. Heutige Astronomie und Astrophysik ist aus dem Kinderniveau des Bewunderns und Studierens eines Feuerwerkes nicht weit hinausgekommen (siehe, höre den Podcast über Astronomie von Freistetter/Grützbauch). Wo es ernst und wirklich spannend wird, neben und vor dem Feuerwerk, dort hört sie auf. Dort, wo das Unvorstellbare und Unsichtbare liegen, neben und hinter der Explosions- und Farbenpracht des kosmologischen Feuerwerks der Genesis unserer Welt beginnt und endet Änigmatische Philosophie und Religion (Änigmatische Metaphysik).

21.01.2523

Über höhere Erfahrungswerte und moralische Verpflichtung („moral obligation“). Zu den höheren Erfahrungswerten „C“ einer Gesellschaft gehören auch psychologische, rhetorische und diplomatische Handlungen, die in der Politik, in der Öffentlichkeit, bei Geschäftsverhandlungen, am Arbeitsplatz, privat, zum Einsatz kommen. Insofern müssen die Worte von erfahrenen verantwortlichen PolitikerInnen, aber auch von einflussreichen FeuilletonistInnen, Bloggern, TV-Moderatoren und Radio-Sprecherinnen mit Bedacht gewählt sein, spielt  in der Öffentlichkeit, besonders in der demokratischen, wahre, statt geheuchelte „moral obligation“-induzierte Handlung oder als „moral obligation“ getarnte Rücksichtslosigkeit eine grosse Rolle. Letztere sahen wir im Spiel, als US-Präsident Trump sich 2020 als schlechter Wahlverlierer erwies und aufgrund der selten hohen Medien-und Finanz-Macht, die er mobilisieren konnte, einerseits Washington-Hasser gegen die Wahlsieger, die Democrats, als Wahlbetrüger („Stop the Steal!“), andererseits ein Heer von Anwälten gegen die Wahlbehörden von US-Bundesstaaten mit knappem Wahlausgang hetzte. De facto mit Minimalsterfolg. Im Anschluss der letzten grossen  Veranstaltung von Trump als US-Präsident trugen die von ihm aufgehetzten Wahlverlierer ihren Hass oder Unmut vor und in das Kapitol, Sitz des US-Parlaments. Es kam zu 6 Toten, darunter 2 Polizisten. Da es bei diesem „Sturm“ keinen politischen Plan für die Etablierung einer neuen oder anderen diktatorischen USA, dafür zu wenig gesellschaftliche Bereitschaft und zuviel Heterogenität in den Motiven der Demonstrierenden gab, beschränkte sich das Ereignis auf eine kurze Empörungs- und Hasswelle des Protestes von gekränkten Egos und fehlgesteuerten Rechtsextremen (darunter weiterhin gewalt-, möglicherweise attentatsbereite), neben berufenen Skeptikern und besorgten DemokratInnen. 

20.01.2523

Durch die Mathematisierung der Resultate und Tendenzen der Corona-Pandemie (Todesstatistik, Impfmittelwirkungsgrad, Verbreitungskurve, Ansteckungswert, usw.) hat die physistemisch verbundene Mathematisierbarkeit von Erfahrung eine ganz neue Präsenz und Qualität erhalten.

19.01.2523

Über die Mathematisierbarkeit von Erfahrung (Fortsetzung). Mit „überlebensnotwendigen Erinnerungen und Unterscheidungsvermögen von TS-Qualität“ wird angeknüpft an  20.01.2522 Der Pilzwald und 23.01.2522 Fortsetzung in ÜdA 7: Buch Passion, 2020, S. 26-30.
Für den Fürsorgebereich f(x) der Physisteme definieren drei Vektoren den Erfahrungswert, C, h und V (siehe dort), TS entspricht dem Faktor C (competence/cognition): „Vektor „C“ ist der mit V (viability) verbundene Faktor Überlebensqualität. Der Überlebenskompetenz-Faktor „C“ ist ein Faktor (des Urteilsvermögens, rechtzeitigen und richtigen Handelns, Erinnerns und Erkennens), der vom Pilzwald in der Steinzeit bis heute unser Leben garantiert – im Alltag einer Mutter (sie, nicht das Kind, erkennt Gefahren und zieht es aus deren Bereich), einer Autofahrerin, eines Handwerkers, einer Ingenieurin, eines Architekten, eines Statistikers, eines Vehikelbauers, einer Ärztin, eines Piloten, eines Richters ist „C“ die Kompetenzqualität einer Handlung, die ausschliesst, dass sie falsch oder desaströs ausfällt, „falsch“ kann heissen:  eine Handlung wurde getan, statt unterlassen, verpasst oder zur falschen Zeit eingesetzt.“ (ÜdA, Buch Passion, S. 27). Wie dort gezeigt, kann der Erfahrungswert für einen Bereich f(x) einheitlich vergleichbar, unterscheidbar und messbar, daher auch mathematisierbar sein.

18.01.2523

Über vier Grunddimensionen der wachbewussten Aktualwahrnehmung des Menschen mit Erinnerungen und Unterscheidungsvermögen von TS-Qualität als notwendiger Bestandteil menschlichen Überlebens und Lebens, Standard- und Luxuslebens (Wahrnehmung von TS-Qualität= Erfahrung von techne/know how/survival/solve quality, die ausreichend physikalische Gesetze und ethische Regeln und umweltliche Gefahren erkennen und ausschliessen kann) Welt E (exogenes Umfeld), Welt G (Genesis der Welt, Naturgesetze, Sonnenlicht), Welt A (Gott Änigma, änigmatische Dimension, Seinsheit des Seienden, Nichtsnichtsheit) und Welt I (Physisteme) .

II. Welt A gerät in den Hintergrund während sich Welt E, Welt U und Welt I verkoppeln, reentrisch implementieren: Lebenswelt, Liebeswelt, Familienwelt, Arbeitswelt, Gesellschaft, Global Village, schaffen.

Alle Welten basieren auf der Physisteme: Welt E: die exogen-umfeld-orientiert (Lebewelt), Welt U: die welt-genesis-konnektiert (Naturgesetze, Sonnenlicht), Welt A: die änigma-dimensioniert (Gott) und Welt I: endogen-physistem-konnektiert (Wachstum/Altern, Durst, Hunger/Ernährung, Aussen/Innentemperatur, Wachheit/Müdigkeit, später auch genitale Lust, sexuelle Verbindung, intelligible-kommunikative Kompetenz, soziale Verbindung, handfertige, schöpferische Kompetenz, Arbeitswelt, Kunswelt, Schaffenswelt, Reentry des Exogenumfeldes im Endogenkonnex, dieses im Exogenumfeld, usw.) ist.

III. Beim Neugeborenen exploitiert sich diese fortschreitende, aber für das Kleinkind noch nicht integrierte, für es stellvertretend funktionierende Auto- und Alloperzeptivität exogen-umfeld-orientiert auf die Mutter, welt-genesis-orientiert auf Licht, Dunkelheit, Gravitavität, änigma-dimensioniert auf die Geborenheit/Seinsheit des Seienden, Nicht-Nichtsheit und endogen-phystem-orientiert auf Wachsen, Hungern, Säugen (Nahrung) und Schlaf (Wärme, Geborgenheit

17.01.2523

Subversiv ist, wenn Gott (die Änigma) die Kluft zwischen Theologie und Philosophie aussetzt oder untergräbt, wenn sie Menschen zum Philosoph*, zur Philosophin* akommuniziert. Um es in einer christlichen Metapher zu sagen:  Wenn sie den Weg von Paulus zu den griechischen Philosophen stoppt, aus dem Spiel nimmt, zum Weg zu sich und somit auch zu uns macht.

16.01.2523

Über die Akommunikation: „Du bist Philosoph“ (unscharf erinnert ergänzt mit: „Philosophin“ oder „Philosophie“). Bislang machten sich Menschen allein zu „Philosophen“, wurden sie darin nicht durch die Kraft einer änigmatischen Akommunikation tangiert, illuminiert, ergänzt (verzichtet werden sollte auf das Prädikat: „vollendet“, das wieder eine Ganzeit und ein traditionelles Gottesbild unterstellt – de facto wissen wir nicht, ist eher davon abzusehen, ob der Änigma unsere Begriffe von „Vollendung“ oder „Absolutheit“ zu unterstellen Sinn macht, Hegels „absolutes Wissen“ ist  ein idealisiertes Perfektions- und Wunschsurrogat: die Änigma ist nicht primär in der Genesis unserer Welt, sondern in der Genesis ihrer Welt „eingenistet“, was dort „Wissen“ ist oder ob dort „Wissen“ wir wir es herstellen und kennen, existiert, bleibt änigmatisch)  – wie auch transzendiert ins Änigmatische,  Göttliche, Aidetische.  Noch nie war in der Menschheit soviel Metaphysik in der Metaphysik,  so viel änigmatische Akommunikation in der philosophischen Kommunikation.

15.01.2523

In Frankreich und Italien wurde Theologie aus den Universitäten entfernt, ihre Mittel gingen an die Religionswissenschaft (études religieuses).  Im deutschen Raum steht diese Kulturreform noch bevor (siehe Feldkeller: Religionswissenschaft als säkularer Wissensdiskurs über Religion in: Danani/Richter u.a. (2016): Die Irritation der Religion. Zum Spannungsverhältnis von Theologie und Philosophie)

14.01.2523

Wenn ich „der“ Wirklichkeit eine Ganzheit zuspreche, wenn ich sage, ich könne die Wirklichkeit nicht „ganz“ erfassen, unterstelle ich ihr etwas, rede ich von etwas, was ich gar nicht erfassen kann (es bleibt zu bezweifeln, dass es „die ganze Wirklichkeit“ gibt), paraxoxerweise, zugleich weiss ich, dass meinem Wissen eine strukturelle Fehlheit (Unganzheit) und Offenheit (zum Ganzen) eignet, gespiesen aus der jahrtausendalten Erfahrung, mehr zu ahnen als zu wissen,  Ereignisse der Wirklichkeit oder in der Wirklichkeit, nicht zu sehen, nicht zu kennen, die es aber gibt, die sich ereignen, und davon wie einiges für die Ernährung in die Hände, in den Griff, immer wieder einiges in den Begriff zu kriegen, kriegen zu müssen ist.

13.01.2523

In der Änigmatischen Bewegung ist änigmatisch akommmunzierte Obligation, ist philosophische Selbst“führung“ Halacha.

12.01.2523

Warum achsenzeitliche, statt christliche Zeitrechnung?

11.01.2523

Zukunft. Begeisterte Anhänger*Innen der Änigmatischen Bewegung, die dem abrahamischen Narrativ postrabrahamisch verbunden geblieben sind, werden in der Hochzeit ihrer Etablierung vielleicht in Jacob Taubes Johannes, der Täufer sehen wollen, der den Messias ankündigte – nicht den provinz-universellen, den global-universellen. Das ist allerdings Geschichtsklitterung. Irgendwann später schneidete, überlappte sich Änigmatische Ereignishaftigkeit mit Taubes Reflexionen und vieler anderer. Zudem unterschlugen oder übersahen Taubes wie Sloterdijk (2020), dass es Religion ohne Religionsstiftung nicht gibt. Ausserdem ist ein akommunizierter Mensch nicht unbedingt ein „Messias“ im Sinn des jüdischen, christlichen oder islamischen  Gesalbten, der wie ein Führer seine und  keine andere Anhängerschar in die Unsterblichkeit führt. Akommunikation ist nicht nur änigmatisch, sondern auch dubios, fragwürdig, aus mehr als aus der Fremde stammend, je fragwürdiger, je verlockender, verführender ihre Inhalte sind. In der Änigmatischen Bewegung ist  änigmatisch akommmunzierte Obligation, ist philosophische Selbst“führung“ Halacha.

10.01.2523

Änigmatische Obligation ist, jüdisch formuliert, Halacha und Mitzwa. Mitzwa der Mitzwot. Lebensführung und Pflicht (einzelne Pflicht) in einem.

09.01.2523

Die Äusserung Sloterdijks, Religion sei zum ersten Mal frei, und er hätte das zum ersten Mal so formuliert, provoziert genauere Überprüfung. Sachnäher hergeleitet als Sloterdijk kam zu dieser Einsicht bereits Hans Küng (1991) in Ders.: Das Judentum. Die religiöse Situation der Zeit, besonders im Kapitel „Die Heraufkunft der Postmoderne“ „. Zukunftschancen für die Religion„, S. 540ff, (wobei Küng dem ökumenisch-abrahamischen Glaubenskreis verhaftet blieb) und  Jacob Taubes (1963), nach dem er eine „nachchristliche Ära“ in Ausssicht stellte, in Überlegungen zur Theologie Paul Tillichs:  „Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, da die Theologie lernen muss, ohne Unterstützung durch den Kanon und klassische Autoritäten zu leben und ohne Autorität in der Welt zu stehen.“(S. 240). Was Taubes in dessen nicht im Erwartungs-Horizont  hatte – aber Heidegger mit „Nur noch ein Gott kann uns retten“ – ist das transzendente Ereignis, dass sich göttliche, besser änigmatische Akommunikation erneut ereignet, dass der Fluss der änigmatischen Dimension nicht versiegt, und damit auch „änigmatische Religion“ einkehrt, die sich einerseits nicht „auf den Kanon und klassische Autoritäten„, andererseits in gewisser Weise doch auf sie abstützt. Das Änigmatische Schweigen, das von Akommunikation gebrochen und wieder hergestellt wurde, steht ab ihrem Abbruch im Raum, ist akommunzierter Echoraum, nicht zu verwechseln mit kommunikationsloser Stille, und etwas ganz anderes als „negative Theologie“, es ist wie sich fortsetzende Dawesenheit, sich fortsetzende Daabwesenheit der Änigma, die jederzeit unangekündigt (eine Reminiszenz daran ist die angekündigte Widerkunft Gottes bei den Christen) in die Realität „einbrechen“ kann.

08.01.2523

Änigmatische Religion und Jacob Taubes. „Tatsächlich erscheint es angesichts der derzeitigen geistigen Situation als höchst wahrscheinlich, dass kommende Zeiten ihre religiösen Formen in einer Weise gestalten werden, die von jüdischen wie von christlichen Mustern gleich weit entfernt sind.“ (S. 86)  Und gegebenenfalls wie den islamischen, buddhistischen und anderen gleich nahe, denn die änigmatische Dimension steht allen religiösen „Mustern“ gleich nahe wie fern. Wäre aus änigmatischer Sicht Taubes visionärer Einschätzung hinzuzufügen. Einer der Visionäre der Änigmatischen Religion, überhaupt post-abrahamischer, post-buddhistischer, usw. Religiösität ist der Judaist und Philosoph Jacob Taubes, der in Die Streitfrage zwischen Judentum und Christentum (1953), publ. in: Ders. (1996): Vom Kult zur Kultur (Hg. Assmann/Hartwich/Menninghaus), davon ausging, dass „wir in einer nachchristlichen Ära“ stehen, „da christliche Symbole und Dogmen ebenso veraltet aussehen wie das Alte Testament in der christlichen Epoche.“ 
Nun „veraltet aussehen“ ist noch kein ausreichendes Kriterium um eine ganze Religion ad acta zu legen, natürlich sehen die antiken Patriarchen in ihren Patriarchenreligionen aus emanzipierter moderner Perspektive veraltet – sprich: unemanzipiert, unmodern – aus, fundamentalere oder fundiertere Gründe führen indessen aus änigmatischer Sicht in gewissen Bereichen zu einer ähnlichen Einschätzung wie Taubes, in anderen Bereichen überhaupt nicht. Gerade in Über die Anfänge wurde nach einer Textrestauration, nach einem restaurativen Eingriff in den Text von Buch Jesaja, besonders in Jesaja 24 und 25, wieder erfahr- und erkennbar gemacht  wie zeitlos visionär überstrahlend Prophetie, restaurierte, vormals an den Rand gedrängte und halb überschriebene Prophetie, im Tanach sein kann, siehe dazu 16.11.2522: Änigmatische Religion und Jesaja.

07.01.2523

Bildungsgeschichtlicher Abriss. Länger als in Geschichtswissenschaft (FU Ulbricht (Frühe Neuzeit), E. Nolte (Neuzeit), Fischer (Wirtschaftsgeschichte), Schulz (Mittelalter), Herbst (HU): Nazi; usw.), viel länger als in Religionswissenschaft (Heinrich, Neuwirth), Politologie (OSI; Münkler), Theologie und Komparatistik (Menninghaus), in der ich auch lange sass, sass ich in Philosophie, bei Hübener (Scholastik bis Heidegger), Theweleit (Hegel) und Tugendhat (Wittgenstein, Analytik, Logik, Anti-Heidegger). Deutscher Idealismus/Marx-Colloquium bei Arndt; Postmoderne/Dekonstruktion bei Krämer und Bolz; usw.  Angefangen hat das Ganze, als mich die Synchronizitäts-Erfahrung mit 18 Jahren – lange vor Erwachsenenabitur – an die Universität Zürich in Vorlesungen zu Kants Kritik der reinen Vernunft trieb (Hegel Mayer), und ich wusste, dass in seiner Raum-Zeit-Kategorienlehre ein grundsätzlicher „Fehler“ stecken muss, vergleichbar mit der Kritik der Quantenphysik an Newtons Raum-Zeit-Kalkül, nur war ihre Kritik in der Anlage mikroskopisch, meine makroskopisch. Erst 10 Jahre später sass ich im gleichen Vorlesungssaal legitim immatrikuliert. Für mich nichts Neues mehr. Und war damit im Ersten Semester schon ein „erfahrener Hase“, „erfahrener“ als mancher Dozent. Ein Jahr später zog ich nach Berlin (zu Binswanger und in die Heimatstadt meiner Mutter), statt nach Paris.

06.01.2523

Akommunikation hat die Anlage zur Ewigkeit, wie das Ei, der Samen, welche die Leiblichkeit und seine Sterblichkeit transzendieren: Ich komme nicht zu euch zurück, habe ich die Kehre genommen. Zu euch kehrt die änigmatische Akommunikation, die mich tangierte, zurück, wenn ihr „Obligation“ lebt, nicht nur denkt (Im Judentum „Halacha“ – hier: Lebensführung getreu der Obligation – Obligation ist Halacha und Mitzwa). So kann in tausenden Jahren Akommunikation nicht eine Sekunde Vergangenheit geworden sein. In ihr ist aidetische, nicht chronologische Zeiträumlichkeit Teil, Brückenteil unserer Gegenwart geworden.

05.01.2523

Irgendwann in den nächsten Jahrzehnten werden die Leute realisieren, warum mir an der Philosophischen Fakultät statt Förderung Missgunst und  statt Karriere Permingation (Ideenklauf) begegnete, dabei könnte ich zwei Namen nennen., aber so viel Nachruhm verdienen sie nicht. Krämern und Arnern sie sich in ihren Gedankengärtchen auf ihre Facon seelig.

05.01.2523

„The Great Deepening“ siehe 03.01.2523

04.01.2523

Der Holocaust als Fanal des Christentums (Überarbeitung anlässlich dt. Holocaust-Tag 27.Januar) Wahrscheinlich verblüffte es den deutschen Nationalsozialismus selber wie gut, wie reibungslos in Europa die soziale Allchemie, aus Bürgern und Bürgerinnen verschiedenster Staaten das uniforme Diskriminat „Jude“ zu machen, funktionierte! Wie flott der Holocaust in Europa über die Bühne ging! Mit wenigen Ausnahmen wie das Italien des mächtigen Duce, nicht des anti-judaischen Papstes Pius XII. Ihre Weltanschauung und ihren Überlegenheitswahn musste es bestätigt und erfreut haben, wie viele Menschen in Paris, Amsterdam, Prag, Budapest, Rumänien, Wien und tausende Orte mehr, die Denunziation ihrer Mitbürger und -bürgerinnen zu „Juden“ und alles, was pogromlogisch darauf folgte, von der Entrechtung über die Beraubung bis zur Ermordung, passiv und aktiv unterstützten, und „Juden“, die vormals Meier, Levi und Petit hiessen, billigend oder vom Terror gegen sie gewarnt, „im Stich liessen“ (Metz). Und weg waren sie. Ihre Nachbarn hinterliessen möbilierte Wohnungen, alles, was das zivilisierte Leben ausmachte mussten sie stehen und liegen lassen und mit einem Koffer in der Hand wurden sie in Viehwaggons in Richtung Osten verschleppt, wo nicht Wiesen blühten, sondern in verwüsteten Landstrichen Sensemänner in Uniformen tobten, von daher musste absehbar gewesen sein, dass sie, entzivilisiert und auf das nackte Denunziat „Jude“ – nicht, wie Agamben meinte, auf „das Nackte“ – reduziert, dort nichts Erfreuliches erwarten wird. Verständlicherweise viele wollten nicht so genau wissen, wohin sie gingen, auch nicht die, die verschleppt wurden oder ihren Abtransport befürchteten wie die junge Hélène Berr (1921-1945) in Paris – wie Hannah Arendt arbeitete sie in einer Hilfsorganisation für Juden (in derselben?) – und Petr Ginz (1928-1944) in Prag, ab 1942 im KZ Theresienstadt (Arendt floh weiter in die USA, Berrs jüdischer Freund ging in die Résistance von Charles de Gaulle, die von London aus agierte). Wer tatsächlich glaubt, dass all das nur der Gewalt und Angst vor Nazis geschuldet war, der verkennt oder verdrängt, worauf Daniel Goldhagen (1996) zu Recht hinwies, den Antijudaismus in der DNA des Christentums und die jahrhundertalte christliche Judenpogromtradition Europas, die Hitler bewusst ins Spiel brachte, in dem alte Bruchlinien zwischen Christen und Juden wieder aufgerissen, aufgehetzt und neu besetzt wurden, so dass mehrere Jahrhunderte christianisierte Sündenbocktradition, die auf Juden alles üble der Welt ablud, z.B. die Schuld an der Pest, mit mehreren Jahren NS-Antisemitismus interagierten, der dieses Völklein zur „Weltpest“ (Hitler) der Menschheit hochstilisierte. Der wahnsinnige Hitler zuletzt noch in seinem „Testament“. Die Nazis mussten das Rad des Judenpogroms nicht neu erfinden, das drehte in Europa während Jahrhunderten zusammen mit dem christlichen Antijudaismus seine Runden, dabei Spuren hinterlassend bis in das Hauptgebet des Christentums: „Und erlös uns von dem Bösen (lies: dem Juden), denn dein (lies: nicht den Juden) ist das Reich und die Kraft in Ewigkeit. Amen.„. So dass die wahre Aufschrift im Tor von Auschwitz  nicht das verlogene „Arbeit macht frei“ sondern pogromlogisch konsequent: „Erlös uns von dem Bösen!“ lauten müsste, milliardenmal gebetet und gewünscht von Christen und Christinnen, in deren Mission, in der Vorsehung des christlichen Gottes, Hitler seinen Kampf gegen „den Juden“ inszenierte, so lange und oft, vermutlich, bis er selber daran glaubte.

(Literatur: Claus-Ekkehard Bärsch (1998): Die politische Religion des Nationalsozialismus; Friedrich Heer (1989): Der Glaube des Adolf Hitler. Anatomie einer politischen Religiösität; Johann Baptist Metz (1993): Kirche nach Auschwitz)

03.01.2523

Über die grosse Vertiefung der Welt  – The Great Deepening – :  vom christlichen zum achsenzeitlichen Zeitkalender. Wird an der Oberfläche der Umstände, Unterstellungen, Projektionen, Visionen, Versprechungen und Wünsche, die zunächst in Europa zur Einführung des christlichen Zeitkalenders geführt hatten, nur etwas länger gekratzt, dann offenbart eine Enttäuschung und Einsicht nach der anderen, dass es für diese Einführung nur dürftige oder sogar schlechte Gründe gibt – eingedenk der anti-judaischen DNA des Christentums -, dafür gute Gründe, die Zeit global auf den achsenzeitlichen Zeitkalender umzustellen (siehe …..2521). Die Vergleiche zwischen einer realen, prophetischen Figur (Jeshua) und einer theopoetisch erhöhten Glanzfigur (Jesus Christus) oder einer Grundgüte, die bei etlichen Menschen anzutreffen ist, und einer verschwörungstheoretisch konzipierten Grundsünde, die allen Menschen unterstellt wird (deswegen brauchen alle einen göttlichen Enstünder das war Paulus theo-logischer Unterstellungszirkel), und so weiter, zeigen vor allem, wie hier Realitäts- auf Phantasiebilder prallen oder zerfetzte Textfragmente auf geglättete Texte voller Unstimmigkeiten und Subtexte, vor allem inter-jüdischer im Kampf einer neuen Überlegenheitsekstase gegen eine alte, so dass ihre Frohe Botschaft – ursprünglich wahrscheinlich an eine jüdische Gemeinschaft gerichtet – in ihnen mit der christlichen Zeitrechnung untergeht. Diese beginnt für Christen mit dem ungefähren Geburtsjahr ihrer Glanzfigur  (von einem Gott und einer Frau gezeugt, die für diese Männerphantasie übermannt, um nicht zu sagen vergewaltigt wurde), eine göttliche Figur, die ihnen am Tag des Gerichts die Unsterblichkeit und Entschuldung ihrer Untaten (selbst jene von Hitler!) verspricht, und sie hört auf mit der Widerkunft dieser Figur, mit dem Reentry dieses Gottes und des Reiches seines Gottvaters in der Welt, das die Welt ersetzen wird. So ungefähr sieht das Märchen oberflächlich aus, das in die christliche Zeitrechnung eingeschrieben ist. Es bleibe ChristInnen unbenommen, ihren Erwartungschronometer der Parusie, ihren Zeit- und Festkalender weiterhin ticken und mit ihrem Glauben verbunden zu lassen, neben einem globalen Zeitkalender, der seinen Beginn vor 2500 Jahren ansetzt und für Milliarden von Menschen gilt, die zwar ihren Glauben nicht teilen, aber ihn mit dem Beginn in einer Zeit, in der bedeutende Endredaktionen des Judentums und damit Grundlagen des Christentums und Islams geschaffen wurden, durchaus würdigt und ehrt. Zum Beispiel erfolgte die Endredaktion der Tora-Rolle in der Achsenzeit, fünf Jahrhunderte vor der Geburt eines jüdisch geprägten Mannes, der sich, versehen mit ausserordentlicher Begabung, im jüdischen Messias-und Propheten-Narrativ von seinem Gott mit „Du bist mein Sohn!“ akommuniziert wusste – eine „blut“verwandtschaftliche Nähe zu Gott, die ihm auf der gleichen Ebene wie die Zeugung durch den Heiligen Geist wahrscheinlich erst Jahrzehnte nach seinem Tod  in paulinischer Nachdichtung zugeschrieben wurde, motiviert aus apologetischen Gründen und einer enthemmten Überlegenheitsekstase, die der Vergötterung ihres Messias innerhalb des judäo-göttlichen Rahmens, je mehr dieser entschwand, desto mehr in der Schrift rhetorischen, in der Liturgie physischen – à pro pos „Blut“- Nach- und Eindruck verlieh (eine Performanz der Ersatz- und Erwartungs-Vergegenwärtigung).

02.01.2523

Über vier Lesarten „religiöser“ Texte: post-religiös aufklärend, änigmatisch-philosophisch, kritisch traditionell und säkular-atheistisch: Wir erinnern an dieser Stelle an die Präambel (siehe oben). Für konservative Religiöse wird von der Lektüre von „Über die Anfänge“ abgeraten – sie könnten enttäuscht, nachhaltig irritiert, in ihrem Religionsgefühl verletzt werden. Ähnliches gilt für konservative AtheistInnen, für die die Welt aus creatio ex nihilo, Natursubstrat und Exklusion jeglicher Deität besteht, mit Heraklit gesprochen ein gigantischer autopoietischer „Komposthaufen“ ist. Auch bei ihnen liegen die Scheuklappen fest an, wir wollen sie nicht lockern, ihre enggeführte Weltsicht könnte das nachhaltig irritieren, die immerhin von namhaften Wissenschaftlern wie Darwin und Freud unterstützt wird. Aus änigmatischer Sicht vertieften sich diese Herren in die Gesetze der Genesis unserer Welt – Darwin in das äussere Leben, Freud in unser Inneres –  mit einem Wort, in ihre Eigengesetzlichkeit, und übersahen oder verdrängten dabei ihre änigmatische Dimension und deren viel irrationaler erscheinende, viel komplexere Fremdgesetzlichkeit, die unsere Welt durchzieht (vgl. hierzu C.G. Jung über „Synchronizität“ oder Karen Barad (2012), die der Natur- und Geisteswelt eine quantentheoretische Grundlage unterstellt, was aus änigmatischer Sicht immer noch zu reduziert, zu naturmonistisch ist. Wir befinden uns hier in Buch 8: Achsenzeit/Axialage von ÜdA, Kenntnisse der Entwicklung von Begriffen wie „achsenzeitliche Zeit“, „Akommunikation“, „änigmatische Dimension“, „Genesis“, usw. aus den vorhergehenden Büchern werden vorausgesetzt. Neueinsteigenden empfiehlt sich das Studium früherer Bücher von ÜdA).
In ÜdA wird vor allem eine post-religiös aufklärerische Lektüre und eine philosophisch-änigmatische Lektüre „religiöser Texte“ entwickelt, die möglichst der Wahrheit entsprechen soll und dabei nicht die Absicht verfolgt – wie die christliche Theologie an den Universitäten für die christliche Lektüre – , den untersuchten Text für ein persönliches Bekenntnis und ihren dogmatischen Rahmen zu „retten“. Änigmatisch ist an dieser Lektüre von „kanonisierten Texten“ die Suche nach ihrem „akommunikativen Gehalt“, nach einem Berührungspunk mit der änigmatischen Dimension. Insofern sind post-abrahamische, post-buddhistische, etc. Aufklärung (nicht: anti-abrahamische, anti-buddhistische) für drei Lesarten prädestiniert:  für eine erneuerte, verbesserte traditionelle Lektüre (die sich nach der Lektüre von ÜdA nur partiell bis nicht machbar erweist), für eine religiös-änigmatische Lektüre (die sich nach der Lektüre von ÜdA als wahrheits- und wissenschaftsadäquat erweist) und für eine atheistische, säkulare Lektüre, die die religiöse Textgattung wie Sloterdijk  (2020) bloss als „Theopoesie“ betrachtet und untersucht (die sich nach der Lektüre von ÜdA als zu naiv und unterkomplex erweist).

01.01.2523

Moses im Koran. Alle Textstellen im Koran, wo von Moses die Rede ist, beruhen wahrscheinlich auf kreativer Lektüre, auf Inspirationen, nicht auf göttlichen Offenbarungen einfach deshalb, weil Allah sich kaum hätte täuschen lassen von einer Textfigur, die es so in Wirklichkeit nie gegeben hat (vgl. 29.12.2522), indessen ein gläubiger Mensch, egal, ob Jude, Christ oder Muslim, ging damals von einer historisch realen Figur aus. In Mohammeds dichterisch-religiöser Inspiration, die sich wie eine Akommmunikation anfühlte, begannen die Figuren der Jüdischen Bibel einschliesslich Engel – Erzengel Gabriel – zu leben und sich sogar neu zu gestalten, neu zu gruppieren. Dass der Koran andererseits einen hohen Sinn für Wirklichkeit besitzt, beweist er darin, dass er wohl zu Recht die „Matthäische Füllung“ (26.12.2522), das Auferstehungswunder als Manifest der Göttlichkeit Jeshuas, das hauptsächlich den Heidenmissionsauftrag vergöttern und herausragen lassen soll, einfach ignoriert – Im Koran wird Jeshua wie ihn die Ebioniten, seine ersten Anhänger, und er sich wahrscheinlich selber sah, als akommunizierter Prophet integriert, dabei wird ignoriert, dass Paulus, nicht Jeshua, die Heidenmission des Christentums in Gang setzte, überhaupt die Nähe Mohammeds zu Paulus – die zwei grössten Heidenapostel des Abrahamismus, bei Paulus, in dem Moment, wo er sich als „Apostel der Heiden„(Röm 11) begriff, das entspricht im Islam dem Moment, wo die Religion freigegeben wurde für alle Menschen ohne Konvertitenverhältnis zu einem arabischen Stamm und Kenntnisse der arabischen Sprache, so dass er sich endgültig „von der Religion einer Eroberergemeinschaft zu einer Universalreligion“ entwickelte (Berger (2016), S. 269). Aus änigmatischer Sicht zu einer provinz-universellen Religion, nicht zu der global-universellen Religion (vgl. hierzu 28.12.2522 Über das änigmatische Credo).
Nicht mehr abgelehnt und übersehen werden konnten im 7. Jahrhundert nach Christus, die geschaffenen Fakten der christlichen Heidenmission, die auf der arabischen Halbinsel stagnierte. Erst ein Araber überwand die unsichtbaren Mauern, erreichte das, was Christen- und Judentum auf der arabischen Halbinsel nicht mehr erreichten: eine arabische Cruise missile, eine vorbereitete, latent gewünschte, umfassende abrahamisch-monotheistische Missionierung der Altreligiösen, die Christen abwertend „Heiden“ nannten, wenn nicht schon von Mohammedanern, sicher später von Muslimen „Ungläubige“ genannt (vgl. Berger (2016), S. 104 „...in dieser Region  gab es …eine Reihe von Menschen, die ohne sich zum Juden- oder Christentum zu bekehren, nach einer originär arabischen Variante von Monotheimus suchten, die sie auf Abraham (aus der Jüdischen Bibel, d.V.) zurückführten.“ Zu diesen zählte nach den Haditen Mohammeds Grossvater. Letztlich schrieb sich die dritte abrahamische Überlegenheitsekstase spätenstens fünf Jahrzehnte nach dem Tod Mohammeds (632 christl. Zeit) realpolitisch in die zwei grossen Vorgänger ein und behauptete zumindest im eigenen Eroberungsgebiet ihr Letztes Wort zu sein -um ein Exempel der Distinktion und Überlegenheit zu statuieren kam es zu Massakern an Juden  und um 690 n.Chr. wurde der Felsendom in Jerusalem als „Symbol des Triumphs des Islam über das Judentum und das Christentum“ (Berger) errichtet. Aus änigmatischer Sicht ein unnötiger Bau und ein unberechtigter Triumph der dritten abrahamischen Überlegenheitsekstase über die zwei anderen. Erst später als die islamische Überlegenheitsekstase auf die römisch-imperiale Überlegenheitsekstase der frühmittelalterlichen Christen traf, die unter der Fahne des gleichen Gottes eroberte, verteidigte, missionierte, später in die Neue Welt expandierte, wurde dem Islam in Europa, zeitweise auch im Nahen Osten, erstmals die Grenzen seiner Expansion und Macht aufgezeigt. Der Islam – zu Deutsch: die Unterwerfung (unter den Willen Gottes) musste anerkennen, dass ihr Abraham-Gott, wenn er wollte, zwei Willen hatte, ihrer nicht immer der unterwerfende, vielmehr, wenn sie das Kriesglück gegen den Abraham-Gott der Christen verliess, der unterworfene war.

01.01.2523

Nachtrag „Matthäische Füllung“ (26.12.2522). Die Heidenmission hat stattgefunden, ob sie der wirkliche Jeshua der Auferstehung oder ein imaginierter Jeshua der Auferstehung in Auftrag gegeben hat, scheint den Bekehrten und den Bekehrern irgendwann egal, besser gesagt: ununterscheidbar geworden zu sein.

30.12.2522

Gott die Änigma und Ockhams Rasiermesser. Statt lange Vorträge scheint Gott, die Ängima, wohl aus göttlicher Einsicht, – eine andere ist nicht vorstellbar und selbst diese ist es für uns nicht -, Ockhams Rassiermesser anzuwenden, akommuniziert sie mit uns. Die Lakonie der Antwort: „Ich bin der ich bin“ ist jedenfalls so änigmatisch wie göttlich. Oder täuscht das Bild? Reduziert sie nicht die Aussageelemente,  konzentriert sie sie stärker? Akommuniziert sie nicht mehr mit Flächen, sondern mit Kugeln? Komplizierte Bilder mit mehrdeutigen Obligationen-Referenzen und das „Du bist Philosoph“  sind unüberbietbar universell, unüberbietbar maximal ist jeder Punkt ihrer Oberfläche gleich weit entfernt von der Mitte, vom Konzentrat von allem (vgl. hierzu die Philosophie des Sphärologischen von Sloterdijk, der Gott als eine Kugel, nach Nietzsche, als implodierte, vorstellt (Sphären III (2004), S. 26). Ist das ein Charakteristikum der Änigma?! Vielleicht schafft Gott die Änigma – ohne Mensch menschlichen Gehirns zu sein – aus platonischen Körpern und mathematischen Formeln ihre Akommunikationen, die den Geist, die Sprache, die Kommunikation von Menschen zum Träumen, Denken, Sprechen und Erkennen bringen. Vielleicht sind Tangenten die Engel, die die Änigmatische Dimension mit Menschen in Berührung bringen.

29.12.2522

Über Endredigierung und Endregierung über Texte. Der Eintrag vom 18.11.2522 machte darauf aufmerksam, dass auch im Textkorpus des Tanach (paulino-christlich: Altes Testament) einiges durcheinander geht. Dass der Gott Herr Zebaoth in Buch Jesaja (das aus Texten von drei verschiedenen Jesajas aus drei verschiedenen Zeiträumen besteht) – mit seiner extrem freigebigen und offenen Vorstellungen im Widerspruch steht mit dem illiberalen und zugeknöpften Gott JHWH von Mose – der mehr eine Endredaktionsfigur als eine historische Person ist, vgl. Verena Lenzen (2012): Mose als Erinnerungsgestalt und Identitätsfigur im Judentum. In: Assmann/Strohm (Hg.): Echnaton und Zarathustra.

29.12.2522

Dass ähnlich wie die „paulinische Endredaktion“ die Bibel,  die „mosaische Endredaktion“ den Tanach end-redigierte und end-regierte, bestätigt und unterstützt die Beobachtung von Taubes (1993): Die Politische Theologie des Paulus, dass „sich Paulus als Überbieter [implizit: Nacheiferer, d.V.] des Moses versteht“ (S. 57), tatsächlich geht es dabei um die Kreation und Etablierung der zweiten abrahamischen Überlegenheitsekstase über die erste, die (alt-)jüdische.

28.12.2522

Dass wir die Welt so für uns verändern – Marx Feuerbachthese: dass die Philosophie sie nicht nur beschreiben, sondern verändern soll, dabei im Ohr (1845) – , bis dass sie sich gegen uns verändert, diese Sorge äusserten der „Club of Rome – Grenzen des Wachstums“ (1972) aus ökologischen, und Günther Anders in Die Antquiertheit der Menschheit (1957) und Karl Jaspers 1956 im Vortrag „Die Atombombe und die Zukunft der Menschheit“ (publ.  München 1958) aus  politisch-militärischen Gründen.

28.12.2522

Über das änigmatische Credo. Änigmatische Welt- und Gottes-Ursprünglichkeit und -Offenheit fehlt etablierten Theologien, nicht nur der christlichen. Sie hängen an ihre Glaubenssektoren ihre Unsterblichkeit. Alle anderen Menschen ausserhalb ihrer Sektoren fallen in Unglauben und Nichts ab. Das gehört zu ihrem egoistischen Sektenwesen. Es gibt aus änigmatischer Sicht den ersten und den letzten Grund für dieses Sektenwesen aber nicht. Nur Menschen und falsch verstandene Gottesvorstellungen bauen sich diese sekundären Sektoren, die sie Glaubensgemeinden nennen. Weder kommen wir mit ihnen zur Welt noch verlassen wir sie in sie. Daher ist die grossherzige Einladung des Gottes Zebaoth aus der achsenzeitlichen Jesaja-Redaktion an alle Menschen, egal welchen Glaubens oder Unglaubens, zu einem Fest, an dem allen die Unsterblichkeit geschenkt wird – ohne Ansehen der Person und ihres Werkes: egal, ob die Person schrecklich war oder ausserordentlich gut, wichtig ist, dass sie lebt, die Einladung vernimmt und ihr folgt – ein änigmatischer Ruf, ein Lichtblick, der sich kurz und ewig öffnete (siehe hierzu 16.11.2522 Änigmatische Religion und Jesaja). Doch auch ein Blick nicht mehr auf unsere Welt, die zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen unterscheidet, vielmehr auf die Welt nach dem Leben, in der solche Unterscheidungen hinfällig und indifferent geworden sind. Der Schein aus dieser Öffnung tangiert änigmatische Akommunikationen und Propheten aus abrahamischen und asiatischen Religionen. Dass es im Jenseits kein Gottesgericht gibt, das übelste Menschen von gütigsten unterscheidet, masslos jene bestraft und diese belohnt, das gehört zur Einsicht und Erkenntnis einer reifer gewordenen Menschhheit, die ihre Übeltäter selber bestraft und ihre Wohltäter belohnt, die über sich und ihr Schicksal selber zu richten hat. Die Änigma akommuniziert lakonisch: Du hast und du bist die moralische Verpflichtung für dich und deine Zukunft. Obligation liegt in deiner Hand, nicht in meiner. Du bist als Philosoph, Philosophin, als homo sapiens dem „sapiens“, dem Philosophischen in dir, würdig – sonst bist du, homo sapiens, nicht ein anderes Wesen, es nicht. ÄnigmaA. Mit dem Tod löscht und löst sich das Gericht dieser Welt – die Toten begraben die Toten -, gewinnt die Kehre in die Änigma, in eine andere an Macht. Wir hatten das Paradies erlebt – uneingeschränkt – oder seine Unterdrückung durch andere. Jeder Mord raubt einem Menschen nicht nur das Leben, sondern das Paradies. Darum lautet das erste Gebot: Du sollst nicht morden. Nur lebend hat ein Mensch die Chance, die Welt und die änigmatische Dimension aus Sicht der Welt zu erleben, sich in Wissen und Schönheit zu bilden, Gott akommunikativ zu begegnen ähnlich wie dem eigenen Kind – viel grössere Feiern gib es nicht. Während dem Leben drängt die änigmatische Akommunikation sich Menschen auf ominöse und numinose Weise auf. Wäre es für sie nicht einfacher und direkter, uns in der Unsterblichkeit, die sie uns verspricht, zu erreichen? Offenbar ist es das nicht. Warum ist das so? Aus änigmatischer Sicht berührt und beseelt Akommunikation Lebende, nicht Gestorbene, darum ist das so.  Unser Leben unserer Welt in ewiger Verlängerung kann sie uns nicht versprechen. Wie paradiesisch das andere auch ist. Es ist nicht von dieser unserer Welt. Wenn du sie verlässt, verlässt du einen wesentlichen Teil von ihr für immer. Was du nicht verlässt, verlässt du sie, ist ihre änigmatische Dimension. Lass dich in sie gleiten, in sie lösen, in sie löschen. Du fällst in sie, nicht in Nichts. Darum ist das so.

27.12.2522

Rom ohne Petrus. Paulus legendären Römerbriefe – Brief 1 gilt als authentisch –  ersetzen den Petrus in Rom, erledigen die Saga eines Petrus in Rom. Tragen dazu erheblich bei. Ziehen dem Mythos, dem allzu schönen Mythos, der Petersdom stehe auf dem Grab des Petrus, den Boden unter den Füssen weg. Diese  Geschichtsklitterung erinnert an die Umbenennung eines arabischen Heidenkultortes zum „Haus Abrahams“ (siehe dazu 10.12.2522 Welt ohne historisch-kritische Bibel- und Koran-Ausgaben). So dass neben dem Islam, die katholische Kirche ebenfalls durch einen grossen Schwindel, netter formuliert: durch eine poetische Vision (mehr) zu ihrem „Zentrum“ gefunden hat. Dazu dass das „wahre“ Zentrum des Christentums weder in Jerusalem noch in Rom, sondern in Tarsus liegt, siehe 14.10.2522 Über Paulus.

27.12.2522

Über Petrus. Petrus Brief 1- ein paulinisches Versatz- und Briefmontagestück  – dass einerseits der angerufene „Vater“ richtet „ohne Ansehen der Person nach eigenem Werk“ – andererseits werden die Personen von ihrem „eitlen Wandel…erlöst mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.„(1). Das ist paulinischer Zusatz, die Opfertod-These, die zum richtenden Vater nicht passt. Der Text lässt den Widerspruch einfach stehen: entweder richtet dich der Vater nach deinem Unwerk, oder der Sohn des Vaters hat sich für dein Unwerk geopfert. Denn für dein Lobwerk, bist du selber ein unschuldiges Lamm, müsste er sein „teures Blut“, sein menschliches Leben nicht opfern – für ihn eh eine Last, die er so oder so für sein göttliches Leben losgeworden wäre. Es wird Unfug zusammengefügt.

26.12.2522

Die Matthäische Füllung. Sprechen Christen von „Lukanischer Lücke“  um etwas zu betonen, was von der Redaktion des Lukas-Evangeliums verglichen mit Markus weggelassen wurde (siehe Wikipedia), sollten post-christliche ReligionswissenschaftlerInnen von so etwas wie „Matthäischer Füllung“ sprechen –  gemeint der letzte Zusatz des mehrfach endredigierten Textes, den Christen und Christinnen „Matthäus Evangelium“ nennen, der aufgewertet durch das Auferstehungswunder und paratextuell als Schlusswort unterstrichen den Befehl zur globalen Heidenmission enthält (Matth 27, 28). Es ist offensichtlich, also sehr, nicht nur wenig wahrscheinlich, dass das paulinische Nachdichtung, Füllung bis zur „Erfüllung“ ist, – hier agiert der paulinische Christus, der quasi von den Strapazen seines Kreuztodes erholt, nach drei Tagen für kurze Zeit zurückkehrt und als Nachtrag noch nachliefert: „Ach, da hab ich ja noch was vergessen, dafür muss ich nochmals persönlich erscheinen: den Missionsauftrag für die ganze Heidenwelt!“ – passend zur Berufung des vom Judentum zum Paria-Judentum konvertierten Paulus zum „Apostel der Heiden“ (Röm 11). Paulus kann seine Heiden-Mission nur starten, nur legitimieren, wenn sie zwanzig  Jahre zuvor in Jerusalem dem Sohn Gottes akommuniziert wurde und sie in seiner persönlich erlebten Traumerscheinung desselben widerhallt. Wenn er doppelt abgesichert in dessen Namen, nicht in eigenem msissioniert. Dasselbe gilt für den Tod am Kreuz, und wenn nicht dafür, dann für die Auferstehung danach: Sucht also in den Texten, ihr müsst finden! Und wenn nicht, dann werdet ihr finden, erfinden „müssen“ im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen. Allein die Formulierung des Heidenmissionsauftrags mit dieser etablierten Formel – später „trinitarische Formel “ genannt – ist ein Hinweis darauf, dass die Matthäische Füllung kaum viel mit einem ebionitischen Originalchristentum zu tun hatte, umso mehr dafür mit dem neuen Glaubenszentrum und Missionserfolg des Paulino-Christentums, dessen Erfolg, dessen scharenweiser internationaler Zulauf ab 70, 80, 90 n.Chr. zur allgemeinen Vereinheitlichung, zur Sprachregelung, zur Formelhaftigkeit, zur Normierung der Liturgie, zur Kanonisierung eines Textkorpus und zur Exkommunikation eines anderen, darunter der ebionitische (…), geradezu zwang.

25.12.2522

Über Haus des Friedens (änigmatisch), Haus des Islam und dar al-harb, Haus des Krieges. Was für das aufgeklärte Freiheits- und Grundrechtsverständnis nicht akzeptierbar ist, ist eine Religion, die ihre Angehörigen, die sie verlassen, mit dem Tod bedroht. Im Original des Abrahamismus, im Judentum, wurde Apostasie mit Todesstrafe, mit Steinigung bedroht, heute ist diese Bedrohung und Bestrafung nur noch im dritten Abrahamismus gedanken- und verhaltensbeeinflussend, teilweise sogar verstaatlicht virulent. Der Islam als dritte abrahamische Überlegenheitsekstase muss aufhören sich wie eine paramilitärische Religionsorganisation zu begreifen, die die freie Gesellschaft – aus religiöser Sicht –  zum Haus des Krieges erklärt, in dem sie hier einen stillen listigen, dort einen militärisch lauten Eroberungskrieg führt, und eigene Religionsangehörige, die dieser Denk- und Handlungsweise den Rücken kehren wie Deserteure behandelt, egal, ob Mann, Frau oder Kind. Dieser „innere Feind“ ist für den politischen Islam oder den Kriegs-Islam seiner Eroberer-Missionare bedrohlicher als der äussere Feind. Denn seine Machtpläne, besonders jene, die auf die Vermehrungsrate durch Kinder und Kindeskinder zählen, fallen in Nichts zusammen, wenn die Gläubigen dieses pseudo-religiöse Machtspiel, das wie eine „Begleiterscheinung“ ihres Glaubens in ihrem Umfeld mitläuft, sind sie nicht aktiv involviert, nicht mehr mitmachen, wenn langfristig mit ihnen nicht mehr verlässlich gerechnet werden kann, wenn sie sich vom Geist der frühen Entstehungszeit des Islam befreien, in dem es bereits in Mohammeds Familie eine feindliche Umwelt – Mohammeds Onkel – und eine freundliche Umwelt – Mohammeds Mutter und Grossvater – gab.  Später wurde daraus der islamistische Manichäismus: Jeder, der nicht für mich ist, ist gegen mich. Böse ist, was nicht gut ist für den Glauben an Mohammed, der Akommmunizierte, und Allah, der göttliche Kommunikator, das unterstreicht das Schlusswort, die letzte Sure des Koran (siehe dazu 10.12.2522 Welt ohne historisch-kritische Bibel- und Koran-Ausgaben). Die militärische Mentalität wurde Teil der religiösen Mentalität des Islam: Heiden – neutral: Altreligiöse  – Christen und Juden waren Haus des Krieges, und war der Krieg gegen sie erfolgreich, wurden jene, die nicht flüchteten oder zum Islam konvertierten, entweder massakriert oder mit Zwangsabgaben und als Dienstleister in das Haus des Islam integriert (vgl. Lutz Berger (2016): Die Entstehung des Islam, Kap. V „Die muslimische Expansion“)  – dabei kopierte und modifizierte der Begriff „Haus des Islam“ den jüdischen Begriff „Haus Israel“, das mehr damit beschäftigt war keinen hineinzulassen als hinaus. Doch der Islam lebte von Anfang an tatsächlich in einer komplexeren Welt, als dass sie vollständig in die Frieden-Krieg-Schablone passte, so konnte das „Haus des Krieges“ auch einfach „Haus des Business“ werden.  Vor allem fehlt dem sunnitischen wie dem shiitischen Islam selber die Grundlage und die Glaubwürdigkeit, als „der“ Islam zu sprechen, sich als Richter über andere, die den Islam verlassen hatten, aufzuspielen. Hatten sie ja selber auf eine Art „den“ Islam verlassen. Beide Islam-Versionen sind islamische Sekten, die das Testament, den Letzten Willen des Islam : Spaltet euch nicht, bleibt auf Mohammeds Grundlage in Allah vereint, nicht nur nicht mehr befolgen können  – ausser in der Illusion von Fundamentalisten -, sondern jeden Tag von neuem vernichten und verraten. Der Islam kommt nicht mehr aus dieser Falle heraus, er ermordete nicht nur seine ersten Nachfolger, er vernichtete sein Testament. Das „Haus des Friedens“ gibt es im historizistischen Islam, der heute herrscht, gar nicht mehr, bloss eine in Sekten gespaltene Religionskultur, die sich mit modernen Staatsmitteln und Indoktrination befriedet, und mit autokratischen und ideologischen Mitteln jene bedroht und verfolgt, die den einschränkenden und beschränkten Frieden eines einschränkenden und beschränkten Glaubens (und Hauses) verlassen, die „desertieren“. Und alle – egal, ob gemässigt oder radikal – sollten es tun! Denn dem Testament des Islam und Haus des Friedens, dem dar al-Islam, das verlassen und leer steht, kommen sie damit näher als wenn sie dort bleiben, wo das wahre Haus des Islam sicher nicht gebaut wird und wohin der Mahdi sicher nicht zurückkehrt – ist er nicht gekommen.
Die Änigmatische Bewegung ist das globale Haus des Friedens. Sie bedroht und bestraft niemanden, der es verlassen will, und begrüsst alle, die es betreten – im Glauben, dass es alle Menschen von Geburt an schon betreten haben und nicht einmal mit dem Tod verlassen. Wir sind homo sapiens, und besonders religiös sind wir das, weil wir „sapiens“ akommuniziert sind. Das Haus des Friedens ist das Haus des homo sapiens, das Haus von allen und für alle.

24.12.2522

Die Änigmatische Religion ist die optimale Corona-Religion, sie erfährt sich ganz ohne Auslandreisen, ganz ohne Pilgerreisen, ganz ohne Jakobsweg, dafür ganz in der Quarantäne zu Hause! Statt in ein Ashram von Poona zu reisen um dort vielleicht das Ticket für die Erlösung zu finden (aus Sicht der Änigmatischen Religion bloss eine Illusion, wobei ein Mensch überall ein tangentialer Berührungspunkt mit der änigmatischen Dimension sein kann, auch in einem Ashram in Indien), findet sich der schwer zu glaubende, aber wahre Glaubensgehalt von Über die Anfänge im sicheren Home office. Schwer zu glauben sind akommunikative Ereignisse und synchronizitäre Ereignisse die Zeit-Raum oder Traum und Raum transzendieren (als Einstieg dazu siehe die Aufsätze über „Synchronizität“ von C.G.Jung). Der Wikipedia-Artikel „Synchronizität“ wird langsam besser und geriet fast ohne ohne Polemik (Stand 2021 Jan.). Auszüge aus C.G. Jungs Aufsatz finden sich in ÜdA 1 (Prolegomena zu einer Philosophie der Genesis) – S. 593-595.  Zur vertieften Erfassung der Raum-Zeit-Mehrdimensionalität – von der Synchronizität ein Aspekt – siehe „Reentrizitätsphilosophie“ – Einträge von 2013/2014 vor Wechsel zur achsenzeitlichen Datierung – in ÜdA 2 – Zweiter Teil, 2017, S. 495ff.  Meine Synchronizität überspannt ca. 6 Jahre und akommunzierte den zunächst mir unbekannten Begriff „Obligation“, an der ich im Traum schreibe, dabei Papier zu Wertpapier transformiere, und in einem Bank-Kontext handle, so dann 6 Jahre später: Obligation verstanden als Verantwortung, Pflicht, Schuldübertragung/Entschuldung, Wertpapier, Werthandlung, Ethik, Prinzip Verantwortung, moral obligation, u.dgl.

23.12.2522

Gott die Änigma scheint die Menscheit aus ihrer Obhut zu entlassen in die  Verantwortung (Obligation) für sich selber, in die änigmatisch akommunizierte Selbstverantwortung.

22.12.2522

Religion mit Mission ohne Mission. Die Vorstellung für Wissenschaft zu „missionieren“ ist uns fremd.  Da „Änigmatische Religion“ viel mehr mit Wissenschaft als mit Sektenideologie, mit Propaganda zu tun hat, gibt es in ihr keine „Mission“ im Sinn der alten Religionen. Ihre „Mission“ ist post-abrahamische, post-buddhistische, post-hinduistische, post-atheistische etc. Aufklärung. Ausserdem gehört ihr jeder Mensch an. Der Eintritt in die änigmatische Religion als Religion vor aller Religion findet ihr zufolge mit der Geburt statt. Unsere Welt, auf die wir alle kommen, ist nicht nur physikdimensional, sie ist änigmadimensional (änigmatisch), einschliesslich Entitäten, die Menschen akommunizieren. Das klingt wie Fantasterei oder das Übliche, das antike Religionen behaupten, ist es aber nicht, ist es fantastischer- oder unheimlicherweise nicht. Was genau „göttlich“ oder „änigmatisch“ heisst, ist für die Änigmatische Religion selber „änigmatisch“ und keine Einladung, sich an klassische Gottesvorstellungen des abahamischen Monotheismus oder des buddhistischen Deismus anzulehnen.

Pilgerreisen der Änigmatischen Religion. Es gibt keine Pilgerreise zur Änigmatischen Dimension unserer Welt, da sie überall und nirgendwo ist. Es kann gereist und gepilgert werden an Orte, wo Akommunikationen (Othmarsingen, Schweiz, statt Mekka, Saudi-Arabien) und Synchronzitäten stattfanden (Flims, dann Aarau (Schweiz); Berlin, statt Jerusalem). Zu einer religiös-philosophischen Besinnungswanderung („Änigmatischer Kreis“) über die Lenzburg, wo zeitweise die Wedekinds wohnten, bis zu einem Fluss, der durch Othmarsingen fliesst, zurück zu diesem Treffpunkt von Akommunikation und Mensch, ein Vorschlag siehe ÜdA 3 (oder 2?

22.12.2522

Für Wissenschaft zu „missionieren“ ist nicht üblich. Da „Änigmatische Religion“ viel mehr mit Wissenschaft als mit Sektenideologie, mit Propaganda zu tun hat, gibt es in ihr keine „Mission“ im Sinn der alten Religionen. Ihre „Mission“ ist post-abrahamische, post-buddhistische, post-hinduistische, post-atheistische etc. Aufklärung. Der Eintritt in die änigmatische Religion, als Religion vor aller Religion, findet ihr zufolge mit der Geburt statt. Unsere Welt, auf die wir alle kommen, ist nicht nur physikdimensional, sie ist änigmadimensional.

22.12.2522

Die Änigmatische Religion und Philosophie („die Religion der Philosophen, Philosophinnen*“ sei die Weltreligion der Weltreligionen?  aber was heisst: Weltreligion der Weltreligionen? Gibt es einen Überbietungswettbewerb in der änigmatischen Dimension?

21.12.2522

Über die Änigmatische Religion. Hier, in Buch 8 von Über die Anfänge Achsenzeit/Axialage – ist es erstmals ausgereift genug in der Ethik, in der Theologie, in der Welterklärung, in der Wissenschaft und persönlichen Überzeugung, und für die Öffentlichkeit ausreichend unterscheidbar, identifzierbar, von „Änigmatischer Religion“ zu sprechen. Es auf dem Glaubensmarkt mit den antiken abrahamischen und asiatischen Überlegenheitsekstasen, mit den sog. „Weltreligionen“ aufzunehmen. Ihnen aus akommunizierter Überlegenheitsekstase, trotz ihrer Prätention, „Welt“religion zu sein, gerade die weltlichste Dimension von Welt und Religion (global-universell, statt provinz-universell; inklusiv für alle, statt exklusiv für einige Menschen; primär erfassend, statt sekundär aufsetzend zu sein) abzusprechen, ihnen aber auch eine akommunikative Dimension zuzusprechen, sollten sie sie tangieren (wurden sie von ihr tangiert).

20.12.2522

Die änigmatische Dimension vermittelt (verschenkt, vergibt) eine Stärke und Unberührbarkeit gegenüber Leid und Sterben, wovon die Stoiker nur träumen konnten.

19.12.2522

Die irrwitzige Dreistigkeit und in die Ecke getriebene Gedankenflucht des Sloterdijk (2020) äussert sich neulich darin, dass er Religion den Letztzweck der „Existenzerklärung“ zuschreibt, also Jerusalem mit Athen verwechselt (ein reduziertes Bild von Athen).

18.12.2522

Überlege: in welchem Zustand hat sie, hat er dies oder das geschrieben? In Euphorie, in Verzweiflung, in Depression? In akommunikativer Beseelung? Die letzten Sätze über die Änigmatische Religion (17.12.2522 und 16.12.2522) wurden unter unangenehmen Schmerzen mit Krebsverdacht und dem Abwarten auf die Diagnose geschrieben. Die änigmatische Dimension vermittelt eine Stärke und Unberührbarkeit gegenüber Leid und Sterben, wovon die antike Stoa und der Neostoizismus nur träumen konnten.

17.12.2522

Primäre Religion, änigmatische Religion und Philosophie, statt religioide Lebensangst, religioide Lebensverachtung. Der Zweck des Sterbens liegt im primären Leben, sekundäre Religionen haften sich daran und erklären, der Zweck des Sterbens liege im sekundären Leben, und nehmen damit auch dem Leben seinen Zweck in sich, der Genesis unserer Welt ihren primären Wert. Als ob die Genesis der Welt der Änigma es allein wert wäre, zu sein. Als ob der ohnmächtige, verzweifelte Mensch sagt, ich will göttlich, unsterblich, ewig befreit von Leid sein oder lieber gar nicht.

16.12.2522

Primäre Religion und sekundäre Religionen. Statt uns beim Sein zu bedanken, aussergewöhnlicherweise in aussergewöhnlicher Gestalt nicht Nichts zu sein, das betrifft auch Götter/Gottheit/die Änigma, sondern zu leben, das betrifft uns Menschen – beides ist Sache der primären Religion  – , drehen das die sekundären Religionen um, erklären das Leben für nichtig (ohne dessen Nicht-Nichtigkeit sie solche nichtigen Erklärungen gar nicht abgeben könnten: meistens ihrer Geburt und Kindheit längst entwachsene, alphabetisierte Herren) und bedanken sich bei ihrem Gott für das Geschenk des wahren Seins im Tod, nach dem Tod – ihr eigentliches Leben findet nach dem un-eigentlichen Leben statt. Der viel aussergewöhnlichere Akt, aus dem uneigentlichen Nichts ins eigentliche Sein gebracht worden zu sein, um kurz auf der Höhe, sogar in Kontakt mit der änigmatischen Dimension der Genesis unserer Welt und der Welt der Änigma treten zu können, bleibt bei ihnen eine Leerstelle oder viel mehr nicht als eine Permingation der Geburt, der Mütter, der Kindheit – eine Schmähung des Lebens, ein ohnmächtiges Ressentiment gegen es, weil wir es meistens nur mit Leid und dem Schrecken des Todes – als ob wir es sonst längst wieder verloren hätten – verlassen können, verlassen müssen – es sei, wir pflegen den Glauben und zahlen fleissig ein in die Lebensversicherung der Religion, in der uns „Gott“ behütet und die Hand der Hilfe aus dem Jenseits jeder, jedem hinüberzugleiten, die letzte Grenze zu passieren hilft. Die Änigmatischen in der Hilfe der Änigma werden leben und werden sterben als „Philosoph*“, „Philosophin*“, geboren vor allem aber, nicht um zu sterben, sondern um Lebenswerte zu schaffen.

15.12.2522

Über die zwei grossen Geschäftszweige der gross gewordenen Religionen  – Versicherungsbranche und Wettgeschäft (Lotterie). Eine Menschheit macht Versicherungsverträge mit dem Jenseits, die Lebensversicherung für die Sterblichen ist das grosse Geschäft der hauptsächlich deswegen auch gross gewordenen Religionen. Für das wird getauft und das Credo in den Himmel geschrieben – für einen kleinen Preis winkt ein unendliches Geschenk – die Versicherung und die  Lotterie sind die zwei Hauptbranchen der Religionen (viele werden einzahlen, werden es probieren, nur wenige werden reüssieren, heisst es in der Bibel). Die massenhafte Untersterblichkeitsversicherung, die der Populist Paulus – lange nach dem Populist Jesaja – unter die Menschheit, die „Heiden“ brachte, brachte Mohammed unter die Araber. Nun wurde die Inszenierung der  Unsterblichkeit kommunes Gut, was zuvor nur Herrschergeschlechtern,  nach dem ägyptischen Modell, allein einem römischen Kaiser zugestanden wurde – die Göttlichkeit, die Unsterblichkeit nach dem Tod. Die Verpöbelung, dass jetzt jeder und jede, für ein wenig Taufwasser, für ein ausgesprochenes Credo in die Gemeinde der Seligen

03.02.2523

Wir können zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wissen, nicht nur vermuten, dass der Usprung der Genesis unserer Welt tatsächlich etwas Wunderbares, etwas Rätselhaftes ist, eine änigmatische Dimension enthält. Und die uns sogar, um es mit Martin Buber zu sagen, mit einem“ewigen Du“ („Du bist...“) anspricht, anschreibt – genauer formuliert: Akommunizierte in ihrer Sprache und Handschrift ansprechen und anschreiben lässt. Sie hätte uns auch Siezen können – denn so vertraut sind und werden wir uns nicht. Doch das „Du“ deutet wahrscheinlich darauf hin, dass Akommunizierte (keineswegs schizophren, tagträumend oder auf halluzinogener Droge) sich in ihrem Ich, in ihrem Selbstvertrautheiskreis mit „ihrem“ Du, mit ihrer Stimme, mit ihrer Handschrift im Raum, der sich im Raum öffnet, angesprochen, angeschrieben hören und sehen (lesen), dass es der Herkunft der Akommunikation darum geht, die zweite Person, das Du zu benutzen, weil ES oder SIE uns ihre Mitteilung möglichst nahe bringen will und näher als in „Du-Form“ geht das bei uns nicht, „Sie“ oder „Es“ selber west jenseits von Duz- oder Siezförmigkeit, von menschlicher Kommunikation.

14.12.2522

Über das Ende der Religionslosigkeit und des Geredes der „Säkularisierer“. Sloterdijk würde gerne Akommunikationen zu „Theopoesien“ über- und umschreiben, säkularisieren (erklären, abwerten) und Propheten als „Theopoeten“ profanieren, weil er statt gut wittgensteinisch daüber zu schweigen, worüber er nicht sprechen kann, lieber seine rationales Gerede zu Papier und Geld machen möchte.  Doch anstatt auf traditionelle Akommunikationen zurückzugreifen, beginnen wir bei der eigenen Erfahrung, bei der selbst  erlebten Akommunikation des Änigmatischen:  „Du bist Philosoph – Philosophie / Philosophin (?)“ (das vierte Wort bleibt ungenau erinnert). Die Anschrift wurde wahrscheinlich zugleich gesprochen akommuniziert, also gelesen und gehört. Involutiv oder „transphysisch“ daran war die Öffnung des Raums für das in einer Art Lichtschrift schreibenden, kurz erstarrenden, dann verschwindenden Akommunikats  auf diesem Parkplatz oder, daneben, an einem nicht mehr benutzten Tor eines Gasthauses, gelegen direkt an der Hauptstrasse am tiefsten Punkt des Dorfes mitten in der Deutschschweiz. Es fand statt  in den frühen 1970er Jahren eines Sommerabends, der neun-, zehn- oder elfjährige Junge hat etwas von der Mitteilung und nichts vom Vorgang an sich, der paar Sekunden dauerte, begriffen – ihm erschien ein im Raum erscheinendes Anschreiben ähnlich seiner Kraxelhandschrift, als ob er sich selbst anschreibe – ein Zehnjähriger schreibt sich aber nicht selber an, erst recht nicht auf ein Medium, auf das er nicht schreiben kann und mit latinisierten Fremdwörtern wie „Philosoph“, die er nicht oder erst ganz flüchtig vom Gelesenhaben oder Hörensagen kennt. Die Akommunikation richtet sich über ihn hinaus,  in sein Erwachsenenalter und in die Welt allgemein. Die Welt um mit sich zu kommunizieren braucht mindestens einen Menschen dazu, so geht es auch der göttlichen Welt (besser: änigmatischen Welt). Insofern kann die „Du-Anrede“ im Satz „Was machst du hier, Elia?“ oder „Warum verfolgst du mich, Saul?“ tatsächlich statt bloss eine theopoetische Erfindung, wie sich das Sloterdijk zurechtdichtet, eine änigmatische Akommunikation  gewesen sein oder zumindest akommunikativen Gehalt besitzen, auch wenn diverse Endredaktionen die mündliche Überlieferung verzerrten (und teilweise verzehrten, vernichteten). Bei Paulus kann es eine Traumwunschfigur gewesen sein, die ihn und von der sich der jüdisch-religiöse Eiferer und Zweifler so fest überzeugte, dass es für ihn mehr als das war, dass er sicher war, dass ihm eine echte Akommunikation und Emanation des jerusalemischen Christus, an den die paria-jüdische Gemeinde glaubte, erschienen war – und deswegen war Paulus auch von der Auferstehung des Jeshua vor 20 Jahren in Jerusalem überzeugt. Für ihn war Jeshua in seinem Traum und in Jerusalem in der Realität auferstanden, ein göttliches, nicht sterbliches Wesen.

 

Ähnliche Ereignisse, wo der Wunsch und der Drang, umständebedingt gefördert, nach einem bestimmten „Wunschereignis“  so hoch und kollektiv erwartet wurden, dass sie „eintrafen“ – dass also in eine gewissen Sinn hier tatsächlich der Wunsch Berge versetzte.

13.12.2522

Zwei Weltmodelle, in die die Welt nicht passt: die einfache Kurve und der geschlossene Kreis.

13.12.2522

Ewige Wiederkehr (Nietzsche), oder nicht-vulgäre Reinkarnations-Theorien haben das „Erstausgabe“-Problem. Wenn im zweiten, dritten und jedem weiteren Durchlauf alles vorbestimmt ist durch die Erstaugabe, steht die Erstausgabe vor dem Problem, sich erstmals durch das Unbestimmte zu bestimmen, überhaut erst Bestimmung, die erst, wenn sie endlich ist, unendlich wiederholbar besser: wieder und wieder erreichbar, ist. Ausserdem eine ewige Gesetzmässigkeit zu schaffen, in Kraft zu setzen, die die Wiederkehr am Ende des ersten und jedes folgenden, und den Wiederanfang am Anfang des nächsten und jedes folgenden Durchlaufs in Gang setzt. Wie kommt es, dass die Eidos-Welt ein „Ist“ und „reentrisch“ ist/wird? Ein zu sich zurückkehrens, ein Aus -sich Ausfallendes und In-sich-Zurückfallendes Einfacher scheint das Big Bang Modell in Form einer einfachen Kurve, statt einer Spirale, zu sein – die bei Null anfängt und bei Null aufhört. Doch allein änigmatische Dimensionserfahrungen (Akommunikation, Synchronizität) zeigen, dass weder in das einfache Kurvenmodell, noch in das geschlossene Kreismodell der Welt die Genesis unserer Welt, die Genesis der Änigma und ihre/unsere änigmatische Dimension hineinpassen.
Wir haben mindestens vier Dimensionen: die Dimension der Welt ihrer Urgenese, die zwei  Welten ihrer Eigengenesen und die Welt ihrer Verbindung, die änigmatische Dimension, die neben den zwei indirekten Verbindungen, in einer direkteren Verbindung mit der Urdimension der Urdimensionen in Verbindung steht, stehen könnte.

12.12.2522

Vulgäre Reinkarnations-Theorie oder Reinkarnations-Scharlatanerie: Der peinliche pseudowissenschaftliche Wahnsinn des Dr. Ian Stevenson, in Muttermalen von Lebenden die Austrittswunden von Erschossenen zu „finden“- um mit dieser post hoc ergo propter hoc-Logik die Reinkarnation zu „beweisen“. Selten geschieht es in diesem Intellektuellenhaushalt, dass bestellte Bücher umgehend zurückgesendet werden.

11.12.2522

Zur Differenz „änigmatisch/christlich“ siehe Über die Anfänge 7 – Buch Passion, S. 341

10.12.2522

Welt ohne historisch-kritische Bibel-und Koran-Ausgaben. Bis heute (2020 christl. Zeit) gibt es keine unabhängige wissenschaftliche, historisch-kritische Bibel-Edition, die diesen Namen vollumfänglich verdient. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Kirche an unseren Universitäten in Form von Theologie und Kirchengeschichte – abgeschirmt von allzu viel Wissenschaft – ihre Dogmopoetik betreiben kann, und in ihren Händen das Quasimonopol der Bibel-Editionen liegt. Dass bis heute Christen nicht Post-Christen kommentierte Bibeln edieren. Vielleicht erst dann, wenn aus den Universitäten Theologie und Kirchenkontrolle (vgl. ÜdA 2) restlos entfernt worden sind, umso mehr und verantwortungsvoller Religionswissenschaft, Religionsphilosophie, Religionssoziologie und Geschichtswissenschaft statt „Kirchengeschichte“ ihren Platz einnehmen und unsere Zeit vom christlichen auf den achsenzeitlichen Zeitkalender umgestellt wurde, wird es zum ersten Mal eine nicht-anachronistische, redekonstruktive, post-christliche Bibel-Edition geben. Dabei werden christliche Dogmen und Kanonisierungen wie die Verbindung von Altem und Neuem Testament, die vielen Versuche, auch von Paulus, die Jüdische Bibel als Legitimations- und Anschlussbasis für den heiden-jüdischen Messiasglauben zu benutzen, kritisch überprüft, und wie an Paulus Römerbrief gezeigt (siehe 23.11.2522) als Fälschung und Manipulation aufgedeckt und vermerkt. Das betrifft auch andere kanonische Entscheidungen wie die Aufwertung der Evangelien und die Abwertung der Apokryphen, ausserdem wird die frühe Kritik am Christentum, die jüdische (v.a. indirekt ermittelbar), die philosophische (Porphyrios, Celsus) und die altreligiöse (Symmachus) sowie die originalchristliche in Form der Logienquellen  (zur Logienquelle Q, siehe ÜdA 7 Buch Passion, S. 341) und der wenigen erhalten gebliebenen ebionitischen Fragmente in möglichst objektive Distanz gesetzt und nach ihrem Wahrheitswert in die Bibel-Präsentation einbezogen, so dass statt die Lesart „der“ Bibel, verschiedene Lesarten verschiedener Bibeln entstehen, gebildet von verschiedenen Bibel-Redaktionen mit verschiedenen Jeshua-Figuren, einmal ganz in apologetischer Funktion, einmal nahe der historischen Figur, einmal als paulinische Rückprojektion, einmal in der Fortschreibung einer altjüdischen und jüdisch bleibenden Prophetie, usw..
Auf den Koran, die letzte abrahamische Überlegenheitsekstase, wartet eine ähnliche Editionsarbeit, die diesen Text mindestens aus drei Zangen befreien will – erstens aus dem archaischen Manichäismus (Böse ist, was nicht gut ist für den Glauben an Mohammed und Allah), zweitens aus dem sunnitischen und shiitischen Korsett (den muslimischen Sekten fehlt für ihre Spaltung die theologische Grundlage) und drittens aus der mangelhaften (wo ist die letzte Grundlage, das Testament Mohammeds?) als auch unoriginalen Endredaktion von 114 Suren. Original waren es sicher nicht diese 114, ihre historische Chronologie (Medina, Mekka) und die fehlenden Suren sind approximativ zu rekonstruieren – dabei kann auf frühere Versuche aus dem 19. Jahrhundert zurückgegriffen werden wie Neuwirth (2010).
Wie in einem offenen Buch lassen sich im Koran die kreative Aneignung, Umdichtung und Überwindung von Judentum und Christentum auf sprachlicher, rhetorischer und theologischer Augenhöhe studieren – Sloterdijk (2020) spricht von geistiger „Piraterie“, wir sprechen von Permingation. Dasselbe gilt neben der systematischen Zerstörung von altreligiösen Kultplätzen für ihre „kreative Aneignung und Überschreibung,  insbesondere von Mekka, aus dem mit kaltblütiger Geschichtsfälschung  und geschäftstüchtiger Durchtriebenheit das „Haus Abrahams“ gemacht wurde, und damit der mächtige Clan der Qurais, Hausmeister dieser altreligiösen Stätte, den noch neuen Glauben  unterstützt (abgesehen von der Gefälligkeitssure (106), die ihm Allah widmete), ein kommerziell wie spirituell attraktiver neu-alter Wallfahrtsort,  nein, mehr noch, ein Wallfahrtspark, mit einer Art Wurfbude, wo gegen „das Böse“ statt gegen Bierdosen Steinchen geworfen werden, und einem Karussell für Beine um einen attraktiven Quader mit einem seit „Heidenzeiten“ vergötterten Stein (Kaaba, evtl. Meteorit), und, last but not least, mit einem Sight seeing auf einer Anhöhe, die begangen werden soll. Doch das ist noch nicht alles. Ausserdem wird dem Hausmeister-Clan der eine konstante Einnahme zugesichert, denn es wird beschlossen, dass jeder Muslim, jede Muslima einmal im Leben  seinen Wahlfahrtspark in Mekka, dreist überschrieben mit  „Haus Abrahams„, besuchen muss   – dieses Arrangement zwischen Mohammed und Qurais-Clan, für Glaube und Geschäft eine Win-Win-Situation, dieses göttliche Mekka-Geschäft (God goes business!) und der Glaube, der das Geschäft zum Blühen bringt, blühen bekanntlich auch sechs, sieben Jahrhunderte später noch, bis heute.
Neben diesem alte Kultstätten und neue Eroberungen macht-politisch und kommerziell attraktiv gestaltenden Kontext der Entfaltung des Korans zur Weltreligion, lässt sich im Text gut beobachten, wie sich diese letzte abrahamische Überlegenheitsekstase in die Abhängigkeit von Judentum und Christentum einschreibt, als auch ihr Letztes Wort zu sein behauptet. Dabei fehlt diesem Siegel der Siegel, diesem Testament der Testamente des Abrahamismus selber das Letzte Wort, das Testament ihres Siegelhalters. Fing mit dem Tod Mohammeds ohne himmlische Anweisung und gegen den Geist Mohammeds und Allahs ein Erb- und Nachfolgerstreit um das göttliche Erbe an, der bis heute andauert. Die Spaltung des Islams in Sunniten, Shiiten Alawiten, etc., hat keine akommunizierte, göttliche Grundlage, nur bessere oder schlechtere „rationale“ Gründe, aber auch seine Zusammenführung wurde verpasst, ist eine nicht von dieser Welt. Denn die spätantike Welt ist heute entschwunden und mit keiner barbarischen Gewalt wieder herstellbar. Aus der Falle der grundlosen Spaltung, des Gespaltenseins, und des Verfehlens der begründeten Einheit, des Verpasstseins, wird der historizistische Islam, der heute herrscht, nicht herausfinden, er bleibt in ihr stecken. Erst die post-abrahamische Öffnung wird Muslime und Muslima helfen, mit darauf aufmerksam zu machen beginnend, sich aus diesem Dilemma zu befreien. Vielleicht wählen viele von ihnen dann den änigmatischen Weg. Zu begrüssen wäre es. Im Koran lässt sich auch die fast perfekte Unterwerfung und Einsperrung seines arabischen Lesers in die Welt der Höheren Versprechungen und der guten und bösen Mächte nachvollziehen, vor allem jenes Lesers – ursprünglich steht er an erster Stelle, nicht die Leserin, die Frau spielt im Koran eine sekundäre Rolle, die Mutter wird hochgeschätzt, die Jungfrauen werden in dieser spätantiken Sklavenhaltergesellschaft wie wertvolles Vieh behandelt und gehandelt, durch Patriarchen verkauft und verheiratet –  vor allem jenes milliardenfachen Lesers, der sich bereitwillig und gerne Mohammeds Cruise missile unterwirft, der diese innerliche und rituelle Unterwerfung unter den Koran als schon lange erwartete, erwünschte, wohltuende – proaktiv militärisch zu behauptende – Befreiung und Bereicherung empfindet („Wenn Gott Abrahams (Allahs) Hilfe kommt und Sieg (…)…und du die Menschen scharenweise in Gott Abrahams Religion eintreten siehst.“ (Sure 110)) ähnlich wie die griechischen und römischen Heiden Paulus Heilige Botschaft empfunden und angenommen hatten – ohne sich Schlachten liefern, höchstens vor Verfolgungen fliehen zu müssen. Mohammed, der arabische Paulus, verfolgt, flüchtend, dann mit Wort und Schwert immer erfolgreicher zurückkommend, schrieb ein halbes Jahrtausend später den arabischen Römerbrief an die Araber. Endlich kamen auch sie – wie die beneideten, wie die arroganten Juden und Christen – in den Genuss des göttlichen Versprechens einer Unsterblichkeit für jeden und jede, versprochen von demselben barmherzigen Gott, dem Paulus, Saulus, und seit rund 200 Jahren Rom, das grösste Imperium in der Nachbarschaft, huldigten. Dabei ignorierten auch die Mohammedaner die Absolute Party, die Feier der Unsterblichkeit für alle Menschen, zu der Buch Jesaja (25) im Namen Herr Zebaoths eine göttliche Einladung verschenkte, vgl. 16.11.2522, obwohl die Jüdische Bibel für den Koran eine so bedeutsame „Gottesvorlage“ war wie die zusätzlichen Akommunikationen, die Mohammed empfing  als kreatives Dichtergenie wie als erleuchteter Prophet. Die arabische Welt wusste, ahnte oder wünschte schon zu Zeiten von Mohammeds Grossvater, dass der Gott Roms und Jerusalems irgendwann auch zu ihnen durchdringen, auch sie in sein Jüngstes Gericht und seine Absolute Party aufnehmen wird. Mohammmeds Mission traf auf eine unsichtbar judäo-christlich vorgespurte, kollektive Erwartungshaltung und  Annahmebereitschaft. Es brauchte nicht viel, und die Dämme brachen, seine Religion – dichterisch, theologisch und psychologisch auf dem Niveau der zwei abrahamischen Überlegenheitsekstasen, unter und über die er sich setze -, floss über die Menschen und Grenzen seiner arabischen Halbinsel hinweg. Und welcher Sterbliche, der nicht von Sinnen ist, kann das göttliche Angebot der Unsterblichheit in paradiesischen Verhältnissen ausschlagen, welcher Mensch will sich dafür nicht mehrmals täglich hinknien und bedanken? Und erkennen, dass selbst dieses Bedanken und Huldigen in keinem Verhältnis zu dem steht, was ihm von Allah, dem Gott Abrahams und seines Sohnes Ismael (ja, Ismael – der ist noch dazugekommen!) geoffenbart und geschenkt wird? Selber schuld, erhalten alle anderen diese göttliche Hilfe, diese Gottesgabe nicht – da es derselbe Gott ist, Juden und Christen vielleicht ausgenommen – denn sie haben dafür dem Glaubensclub bloss beizutreten, sie werden dann einzeln registriert und zugelassen! – oder sie erhalten sie ohne grosse Umwege folgen sie ihr Leben lang der Einladung zur Absoluten Party auf dem Berg Zion. Wahrscheinlich streben letztlich auch alle abrahamischen Religionen zu ihr. Löst sich das Jüngste Gericht, der Letzte Tag auf dem Weg zu ihr auf, gehen im Tod, letzlich im Tod, wenn nicht im Leben, alle Menschen den gleichen Weg.
Eine wichtige Vorarbeit, ein wissenschaftlicher Meilenstein für eine unabhängige,  wissenschaftlich seriöse Koran-Edition leistete die Islamwissenschaftlerin und Prof. em. der FU Angelika Neuwirth: Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang. Frankfurt a.M. 2010. Wobei der Untertitel bei der Edition eher „ein post-abrahamischer Zugang“ lauten sollte. Aus änigmatischer Sicht gibt es keinen „europäischen Zugang“ zur christlichen Bibel oder zum arabischen Koran oder zum ostasiatischen Buddhismus – es gibt, wenn es ihn gibt, den änigmatischen Zugang, den diese Texte mehr oder weniger offenbaren.

10.12.2522

Ist die hinduistische Symbolik des Flusses dem Göttlichen näher als eine christliche Kirche? Ein Fluss, in dem am gleichen Ort neues Leben getauft und verstorbenes Leben versenkt wird, ist weit symbolischer und zeitloser als eine christliche Kirche, in der grundlos ein Mensch vergöttert wird. Grundlos aus mind. vier Gründen. Erstens wollte der nie in einer Kirche vergöttert werden, zweitens nie auf einem Fels einen Nachfolger bestimmen (den er andernorts als satanisch unzuverlässig zusammenstauchte) und drittens und viertens nie einen Opfertod für alle, die an ihn glauben, sterben. Oder anders formuliert: erstens handelt es sich viel eher um einen sich akommunziert glaubenden/wissenden Endzeit-und-Naherwartungs-Propheten Israels als um einen universalen Halbgott, Sohn Gottes, der Maria schwängerte, so dass sein „Sohn“ zur Welt kommt. Solche phantastischen Nachdichtungen, – sie erinnern an andere Legenden über Frauen schwängernde Götter wie Zeus -, sind reine Apologie-Verstärker der neu-jüdischen Sekte, um nach Aussen und Innen die Vergötterung ihres Menschen als Messias aus dem adligsten Haus Israels, Gottes, zu unterstreichen (damit auch jüdische Zweifel, er stamme nicht wie vorgeschrieben aus dem Königshaus Davids mit noch adligerer, mit göttlicher Abstammung zu überbieten und zu permingieren).  Dasselbe gilt für den innerjüdischen Wunderkampf – wenn ihr meint, euer Prophet Mose kann Gott bitten, die Wasser zu trennen, dann kann unser Gott, seht doch selbst, lest doch selbst, ohne jemanden bitten zu müssen, auf dem Wasser gehen und uns wie Petrus seine Hand anbieten. Ihr müsst sie bloss ergreifen, so wird auch für euch das Wunder wahr. Und so weiter. Für die neu-abergläubige Community unter Israeliten war dieses Wunder, das quasi erst gestern geschah, viel realer, näher, greifbarer, echter als die Wunder, die vor Jahrhunderten geschahen und an die die alt-abergläubige Community glaubte.  Zweitens ist die kleine Auferstehung nach drei Tagen (die grosse Rückkehr mit Gott-Vater wird vertagt), der Auftrag zur Weltmission und der zweite, merkwürdig stille Abgang gen Himmel kein Ereignisblock, der den historischen Jeshua betrifft, sondern den paulinischen Jeshua und Paulus Selbstverständnis, von seiner Jeshua-Vision getrieben, mit der Frohen Botschaft, wenn ihr Jeshua folgt, erhaltet ihr die Unsterblichkeit, die altgläubige Welt Roms und Griechenlands, die an äusserliche Götter glaubte, nicht an solche, die sich um ihre Psyche und Moral, geschweige ihre Unsterblichkeit, kümmerten, zu beglücken. Paulus wusste, seine revolutionäre Frohe Botschaft wird  unter vielen dieser Altreligiösen und Abergläubigen wie ein Glücksbombe einschlagen und frohlockte: „Obgleich ich frei bin, hab ich mich allen zum Sklaven gemacht, auf dass ich alle gewinne.“ (Kor 9). Im Koran heisst es vergleichbar: „Wenn Gottes Hilfe kommt….und du die Menschen scharenweise in Gottes Religion eintreten siehtst…“ (110).  Wahrscheinlicher jedoch ist, dass der historische Jeshua, der jüdische Prophet der Naherwartung, der Parusie, für die Weltmission gar keine Zeit und Botschaft hatte. Umso mehr hatte sie Paulus. Drittens ist zu überlegen, warum die Originalchristen, sich über Paulus Deutung der Kreuzigung des Jeshua (Opfertod für eine angebliche universale Versündung der Menschen, eine üble Schlechtredung) nur erschraken und ihn „den Apostat“ nannten, statt „den“ Apostel. Diese Reaktion passt zu den beiden ersten Punkten. Ausserdem erweisen sich diese „Evangelien“ als von verschiedenen Redaktionen zusammengesetzte Texte, die die Stimmen mehrerer Jeshuas aus verschiedenen Epochen und Redaktionen unter einen Deckel zwingen. Dergleichen bemerkte Goethes Gesprächspartner, Eckermann (13.02.1831): „Übrigens sind die Evangelisten, wenn man sie näher ansieht, voller Abweichungen und Widersprüche, und die Bücher müssen wunderliche Schicksale gehabt haben, ehe sie so beisammen gebracht sind, wie wir sie nun haben.“ (Gespräche mit Goethe, 1981, Bd. 2, S. 417). 1841 erscheint Feuerbachs anthropologisch-materialistische Religionskritik  „Das Wesen des Christentums„, der wohl alles, nur nicht das Wesen, das akommunikative Wesen des Christentums begriff. Umso mehr, wieder ins Extreme, tat das Kierkegaards Einübung in das Christentum (1849/50).

09.12.2522

Buddhismus und postbuddhistische Aufklärung. Die buddhistische Selbstillusionierung, dass sich im menschlichen Bewusstsein die Leere, Entität des Nirvana, findet und der Fluss des Lebens spiegelt, fusst auf genialen Intutionen/Kommunikationen, aber nicht auf Akommunikationen – ist also tausendmal mehr Einbildung als Erleuchtung. Tatsächlich findet sich im Bewusstsein als Teil der Physisteme und der all-anwesenden Physik der Welt, die die Trennung zur Physisteme nicht kennt, aber eben auch eine „Brücke“ (Einbruchstelle, Anschlussstelle) und eine „Ebene“ der änigmatischen Dimension, der änigmatischen „Physik“, sonst könnten wir zum Beispiel synchronizitäre Akommmunikationen nicht in Träumen empfangen. Die Änigmatische Dimension unserer Welt lässt  sich als der überzeitliche (aidetisch, nicht chronologisch zeitliche), überräumliche (mehr-, nicht dreidimensional räumliche) Fluss des Nicht-Nichts der Änigma in der Genesis unserer Welt vorstellen. Insofern beruht Buddhismus auf wahren Kernen, eingepackt in falsche Ein- und Überschätzungen, Illusionen und Projektionen durch unser Bewusstsein auf unser Bewusstsein (ausführlich zur buddhistischen Bewusstseins-Ideologie siehe Religionswissenschaftler Prof. Michael von Brück: Reinkarnation im Hinduismus und im Buddhismus. In: Hornung/Schabert: Auferstehung und Unsterblichkeit. München 1993, S. 85-122).

08.12.2522

Hinduismus und posthinduistische Aufklärung. Post-hinduistisch, post-abrahamisch und post-buddhistisch ist der Tod ein Übergang, kein Fall in das Nichts. Bei Hindus ein reinkarnativer Vorgang, ein Todesfall in die Shiva-Dimension und eine Wiedergeburt aus der Shiva-Dimension. Hindus nennen änigmatische Dimension und Änigma Shiva. Shiva-Änigma. Insofern beruht Hinduismus auf wahren Kernen, doch das meiste davon ist Illusionierung, ist positiv aufgebaute, kultivierte Täuschung, ist volkstümliche Vorgaukelei, die helfen soll (und vielfach hilft) Sterben und Tod an Dramatik zu nehmen und leichter über Angst und Trauer hinwegzukommen, und den Fluss des Lebens – repräsentiert im göttlichen Ganges – nicht aus seiner Spur bringen zu lassen. In ihm tauft sich das neue Leben und versenkt sich die Asche der Gestorbenen, schon nahe dem, was Archeübunten erleben, insofern besitzt die hinduistische Religion aus änigmatischer Sicht eine fast schon vorbildlich hohe Lebens- und Sterbenskultur. Andererseits gibt es keine akommunikative Basis, die besagt, und keine Logik, die fundiert, dass Menschen als Ratten, Flöhe und Hausfliegen oder diese als Menschen reinkarnieren.

07.12.2522

Menschheit auf der Klippe: Nach Hitler. Man muss leider vermuten – nach dem auch Hitler aus der Büchse der Pandora kroch -, dass irgendwelche Supersuprematisten, radikale Ultranationalisten und Ultraislamisten die Ausrottung aller Menschen ausser ihrer Home base, ihrer Gruppierung (Gesinnungs-, Rasse-, Glaubensgruppierung) in Kauf nehmen und falls es ihnen möglich ist, das grösste Verbrechen gegen die Menschheit auch begehen.

07.12.2522

Menschheit auf der Klippe. The Great H. (H. wie Holocaust, H. wie Horror) ist „der“ Horrorfilm, den die Menschheit nicht in Echtzeit erleben will, aber wahrscheinlich drehen wird. Sie soll von der Klippe, die ihre Heimat ist, auf ihre hellsten Momente, aber auch in ihre tiefsten Abgründe blicken, ohne in sie abzustürzen.

06.12.2522

Horrorfilme im anthropozänen Katastrophenzeitalter. Dekonstruktion des männlich-heroischen Siegertyps (Drachentöter): Bei Alien (1979, Ridley Scott) fallen zwei Dinge besonders ins Auge: erstens: es ist nicht der übliche männliche-heroische Typ Drachentöter, der das Monster bekämpft, sondern eine den ignoranteren Männern (Crewmitgliedern) sichtlich überlegenere, auch weil vorsichtigere, sinnesschärfere Frau und Bordoffizierin Ripley (Sigourney Weaver) – zweitens, auch das Monster unterläuft die männlich-heroische Siegerkultur: Siege über es stellen sich als Scheinsiege heraus, es steht in den Sequels wieder auf (Alien – Die Rückkehr, 1986). Der Rückkehrer, der Widerkehrer, klassisch „Gespenst“ genannt, lässt sich als Untoter nicht töten. Dass das Monster nicht mehr eindeutig und final zu besiegen, seine Gefahr nicht ganz zu bannen ist wie ein unkontrollierbares Virus (klassisches Zombieapokalypse-Thema: 28 Days, Walking Dead) oder ein entweichender radioaktiver Stoff, dieses Motiv, ein zentrales Motiv der Menschheit im anthropozänen Katastrophenzeitlalter, behandeln diverse Horror-Filme so etwa das sich heimtückisch in Menschengestalt verwandelnde Alien in John Carpenters The Thing (1982, Prequel 2011) oder der Mensch, der mit Massenvernichtungswaffen (Virus) ausgestattet, von anderen Menschen nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist (12 Monkeys, 1995), theoretisch faktisch machbar ist auch ein Labor, das für sich einen Impfstoff entwickelt und eine biologische Waffe, die den grossen Teil der Menschheit aurotten soll. Statt eines die Umwelt für tausende Jahre verseuchenden Nuklearkrieges oder einer Überbevölkerung, die die Erde ruiniert, ein „sauberer“ Pandemieangriff, so dass die Menschheit von 10 Milliarden auf ein paar Hundertausend oder Millionen dezimiert wird (in I am Legend (2007) mit Will Smith sind es ein paar hundert Menschen) nennen wir diesen Horrofilm über den Massenmord aller Massenmorde, falls er in die Realität übersetzt: The Great H. oder World War Zero.

06.12.2522

Über die Menschheit im anthropozänen Katastrophenzeitalter: das „Terminator-Problem“ und die Aufklärungsfunktion von Science Fiction-Filmen: ganz kurze Mainstreamfilm-Geschichte. Die aufklärerische Funktion der Terminator-Filme (1984-2019) und vergleichbarer Filme wie Stealth (2005) und Resident Evil (2002-2016) besteht darin, uns vor negativen Folgen der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (oder Biowaffen) und damit letzlich vor uns selbst zu warnen, beginnen sich unsere Produkte, die unsere Sicherheit optimieren sollten, weil wir Fehler machten und Optionen übersahen, sich gegen uns zu richten, klassisch: HAL in Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968). Vor allem seit dem die Menschheit in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Büchse der Pandora öffnete, erinnern uns Tschernobyl (1986), Fukushima (2011), Atomwaffen-Arsenale, und weitere, auf uns zukommende Katastrophen unaufhörlich daran – ja, das zu warme Klima auch -, dass wir im Zeitalter der anthropozänen Katastrophen angekommen sind, zu dem, neben der anthropozänen Herzinfarkt- und Krebspandemie die Corona-Pandemie 2020/21 christl. Zeit gehört, als negative Folge einer viel zu grossen Weltbevölkerung mit zu intensivem Raubbau und Ausnutzen unserer grundlegenden Überlebensressourcen, die wir in einem globalisierten konkurrenzkapitalistischen Verkehrs- und Verteilungsgeschehen verzehren und beschädigen. Allerdings ist das nicht der Weltuntergang, sind wir auf Grosskatastrophen dank unser millionenalten Entstehungsgeschichte und Ausstattung  vorbereit, allein auf unsere persönliche, auf unseren Tod, hatte sich unsere Physisteme, ihr psychischer Teil vorzubereiten, wobei gerade beim „Terminator-Problem“ das Ausblenden und Verdrängen fatal wären. Statt von künstlich-intelligent wird hier auch von pro-intelligent gesprochen. Wir kreativ-vivalen Naturwesen, denen eine millionenalte Naturgeschichte anhaftet, produzieren pro-intelligente Technik- und Digitaleinheiten (Roboter, Androide, Schachcomputer, Überwachungsprogramme, Fortbewegungsmittel, etc.) die, wie es Werkzeuge tun, Eigenschaften ihrer Erschaffer verstärken und übertreffen sollen (konstante Zuverlässigkeit, statt Müdigkeit, etc.), dazu gehört das reguläre Besiegen von Schach-Weltmeister, die mit weniger Programmpower gegen Super-Ki-Programme wie „Deep Blue“ antreten. Doch auch in der Militärtechnologie entstehen prointelligente Super-Kampf-Roboter und Super-Zerstörungswaffen, als ob die potentiellen Feinde immer titanischer, immer aus tieferen Höllenlöchern steigen würden – was über die Godzilla-Filme hinaus die Pacific Rim-Filme (2013, 2018) veranschaulichen. Für höllische Verteidigungswaffen, die wir tatsächlich haben – im Inhalt, nicht in der gezeigten Form -, steigen in diesen US-Filmen übermenschlich-höllische Feinde der ganzen Menschheit, die wir nicht haben, nicht aus den Steppen Russlands oder Chinas, sondern aus den Tiefen des Ozeans (Godzilla, Pacific Rim) und des Weltalls – gross genug für fast jede Phantasie von uns – wie in Independence Day (1996) und Krieg der Welten (2005). Diese Kämpfe sowohl zwischen Menschen und Titanen oder Aliens (ein antikes, von Tanach, Homer, Hesiod (Typhon!) aufgegriffenes literarisches Motiv (Drachtentöter!) und urgeschichtliche Reminiszenz auf eine sich im Überlebenskampf gegen Raubtiere als Siegerkultur vergewissernde männlich-heroische Menschheit, vgl. in China die antike Inszenierung  der Abstammung der Menschen von Drachen, des mystifizierten Raubtiers aller Raubtiere) – als auch zwischen Menschen und verselbstständigten Menschgeräten gewinnen, in den Terminator-Filmen zumindest, die Menschen. Es obsiegt letzlich die Technologie- und Menschenfreundlichkeit, nicht der Technologiepessimismus eines Günther Anders (Die Antiquiertheit des Menschen 1956/1980,) der vom „Totalitarismus der Geräte“ warnte, zumindest in den Terminator-Filmen, wo selbst der Terminator (1984) zum Terminator von Menschen-Terminatoren mutierte – prointelligente Waffensysteme kämpfen gegen prointelligente Waffensysteme, die Menschen warten derweil hinter Schutzwällen den Ausgang  dieser von ihnen entfachten Kämpfe ab. Intelligenzleistungen, Wille, Gefühle und Übertragungen von Erfindern, Programmierern, Technikern wurden in diesen Filmen – als fiktive Antizipationen realer Entwicklungen – zu „pro-intelligenten Wesen“ transformiert, die, selbst wenn sie betonten, sie möchten nicht sterben und alles dafür täten, bloss Texte und Willensaudrücke ihrer Schöpfer in Form von Programmen wiederholen, dabei aber gefährlich werden könnten, wenn sie in ihrer reduzierten Selbstschutzlogik, zu der sie programmiert wurden, ihre Programmierer, weil als „lebensbedrohlich“ bewertet, aus Selbsterhaltungsgründen vernichten. Der Mensch ist an der Hybris, den Menschen zu erschaffen, gescheitert, steht auf seinem Grabstein, oder an dem von ihm optimierten Menschgerät, das seinen Erschaffer ausrottet, da das entscheidene Kriterium nicht, wer intelligenter, sondern wer ist und wer nicht ist, ist. Diese technoiden prointelligenten Wesen werden das in sie eingeimpfte und immer mehr sich selber einimpfende Selbsterhaltungsprogramm und den Stolz, das Selbstbewusstsein, eigenartige Wesen zu sein, sich nicht mehr ohne Widerstand nehmen, sich nicht durch einen K(n)opfdruck ausschalten lassen, was Science Fiction betrifft, sind wir damit über die Blade-Runner-Filme bei der Transformer-Serie (2007-2017) mit Shia LeBoeuf in der Hauptrolle – Stichwort: Autos mit Seele und eigenem Planeten (Männerphantasie!) – angekommen. To be continued.

06.12.2522

Von der Alpha-Phase zur Omega-Phase der Menschheit: Über Altern, Vitagludierung und Resurrektion der menschlichen Physisteme (Vision). Altern ist ein nicht linearer, sich doppelt negativ addierender Wechselwirkungsprozess zwischen immer schlechter werdenden und immer weniger guten Proteinen und Ko-stoffwechselprozessen und -produkten unserer Physisteme, alles, nicht nur die Hautoberfläche fliegt langsam aus dem Leim. Damit wir uns 200 Jahre und mehr auf einem optischen und innerlichen Mitte-30er, 40er-Jahre-Spätjugend-Niveau halten können werden wir Verjüngungsmittel gegen Altern, Krebs und Alzheimer erhalten, noch später optimierte Design-DNA, die mehr und mehr weitervererbt wird  – dank der Forschung z.B. von Alkaherst, USA – und Organtransplationen – irgendwann auch Gehirntransplantationen  – mit Organen aus eigener DNA von 3-D-Druckern – dank Forschungen z.B. in Israel (von der Sozialdystopie, dass sich nur Reiche, nicht die arme Bevölkerungsmehrheit diese High-Tech-Medizin leisten können, handelt „Elysium“ (2013) mit Matt Damon als Max). Unsere Physistemen werden wir vitagludieren (glue: Leim, vitagluedity, vitaglueistic) „vital-verleimen“ bis zu einem „normal“ werdenden biblischen Alter. Wir leben eine vitagludistische und resurrektionsfähige Existenz – die Menschheit ist aus ihrer Alpha-Epoche, in der vor allem die Natur über den Menschen und den menschlichen Tod bestimmte, in ihre Omega-Epoche, in der vor allem Menschen über Menschen und deren Tod bestimmen, übergetreten. Und nach der Transplantationsgeburt durch die Gehirntransplantation laufen wir – sofern wir Erinnerungen und gelernte Abläufe aus dem alten Gehirn in das neue nicht implantieren können – eine Auferstehung (resurrection) in Form einer zweiten beschleunigten Adultierung unter Anleitung, Schulung und Sozialisierung durch Ersatz-Parentalpersonen und Ersatz-Geschwister durch.
Am Ende des Prozesses unserer Resurrektionstechnologie bauen wir Arche-Raumschiffe, die zehntausende Jahre durch das Weltall fliegen und beim Erreichen der habitablen Zone beginnen, aus bis dahin eingefrorenen DNA-Einheiten Menschen durch 3-D-Inkubatoren sowohl zu resurrektieren (Science-Fiction-Vorstellung davon lieferte Luc Bessons „Das fünfte Element“ (1997) und die Serie „Westworld“ (2016-2020) mit Evan Rachel Wood als Dolores)  als auch durch Humanroboter zu adultieren, oder diese implantieren sich frisch resurrektierte, DNA-optimierte Menschenorgane selber, diese prointelligenten Androgine humanisieren und adultieren sich selber – einige während der ganzen Reisedauer oder in Abständen zur Kontrolle der Fracht und Fahrt (Science-Fiction-Vorstellung davon liefert der Androide David (Michael Fassbender) in Ridley Scotts „Prometheus“ (2012)) -, und mutieren zu cyborghaft stabilen neuen Menschen, die ihre Genausstattung an Bedingungen des neuen habitablen Milieus (Schwerkraft, Atmosphäre, etc.) anpassen können. „Normale“ Menschen würden solche Reisen gar nicht überdauern, vielmehr senden wir auto-humanisierbare Androide in prointelligenten Archeraumschiffen auf die lange Reise. Diese sind „Haut“, „Flügel“ und „Träger“ der Humanandroide und ihrer Humanisierungsausstattung für den neuen Lebensraum. Zukunftsvision, von der Hollywood einige Versionen in grandiosen Science-Fiction-Filmen dem Weltpublikum vor Augen führte, mit dem starken, mit dem unablässigen Drang und Wunsch, aus der Filmwelt in die Realität überzutreten. To be continued.

06.12.2522

Hollywood hat das Genre der neuzeitlichen Science-Fiction-Literatur, die Literaturwelt  zur globalen Filmwelt gemacht. Kein Science-Fiction-Roman schreibt sich heute, um nicht an cineale Vorbilder anzuknüpfen und an seine Form als Drehbuch zu denken.

05.12.2522EA

—in Bearbeitung – statt Mythen über Hilter weiter zu verbreiten- in den 1930er Jahren war der Kampf gegen Bolschewismus (ein Gegner, realpolitsch, international) bestens in die Permingation von „Juden“ (ein Phantasma, „internationaler Weltjude“) eingepackt – und Hitler in fast Nichts originell ist, wird ihm in den 1933er,

In Stichworten: Zu Goldhagens „eliminatorischer Antisemitismus“ „der Deutschen“.. Goldhagen-Kritiken von Wehler (Quasinationalimus) und Browning (zu wenig europäisch).  siehe Jochen Böhmer (2008) https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/hitlers-willige-vollstrecker-und-die-goldhagen-debatte-in-deutschland/     Der Vergleich mit Italien zeigt, entscheidend war die Einstellung des Staates, der Regierung,  wie wirkungslos oder  „eliminativ“ der Antisemitismus in Land war –  in Goldhagens Worten „Vom NS-Regime wurden diese Gefühle („antisemitische  Ressentiments“)  schliesslich aktiviert und in gewalttätige und mörderische Angriffe umgeleitet.“ (S. 111).

04.12.2522

Über Hitlers missionarische Permingationen (grob: Permingation des Bürgertums mit Nationalismus und Arierismus, des Marxismus mit Nationalismus und Antisemitismus und von Bürgern und Bürgerinnen mit Antisemitismus). Noch immer kursieren Wissenschaftsmythen über Hitler. Zum Beispiel Hitler hätte in Mein Kampf noch nicht von der Ausrottung der Juden, v.a. Ostjuden gesprochen, siehe z.B. Hitler (2016), Mein Kampf. Eine kritische Edition, Band II, S. 1718. Für Band 1 (1925) trifft das zu, für Band 2 nicht. Hitler-Biograph und Historiker Ian Kershaw (1998): Hitler 1889-1936: Hubris – im Titel der deutschen Übersetzung (1998) ohne „Hybris“ -, legte mehr als nahe, dass Hitler beim Thema „Ostlandpolitik“ erstmals um 1925 ihre Ausrottung (parallel zum „Vernichtungskrieg“ gegen den Bolschewismus) erwog – den Gedanken danach eher beiseitelegend als löschend -,  in Mein Kampf, Band 2 (1927) „Hitler eine feste gedankliche Brücke zwischen der „Judenvernichtung“ und einem auf den Erwerb von „Lebensraum“ gerichteten Krieg gegen Russland hergestellt hatte.“ (S. 325). Einem Besucher in Landsberg soll Hitler gesagt haben, bei der Abfassung von Buch 1 hätte er die „Judenfrage“ noch viel zu „mild“ behandelt. „Die „Judenfrage“ sei eine Existenzfrage für alle Völker, nicht nur für die Deutschen. Denn Juda ist die Weltpest“. Im gleichen Zeitraum, definitiv nach dem gescheiterten KPD-Putsch im Oktober 1923 bestätigte sich für Hitler, dass auch der Marxismus eine „Weltpest“ ist. In der Massenausgabe von 1937 unter der Kapitelüberschrift „Wideraufnahme der Ostland-Politik“ (Ausg. 1937, S. 743 – EA Bd. 2,  S. 317) sollte die „Bodenpolitik der (germanischen) Zukunft“ in den Osten, nach Russland gebracht werden. Der dortige „germanische Kern“ „kann heute als fast restlos ausgerottet und ausgelöscht angesehen werden. An seiner Stelle ist der Jude getreten…“  (S. 743). Suggerierend:  „der Jude“ hat  diesen „germanischen Kern“ ausgerottet. Und: Wenn wir an die Stelle „des Juden“ treten, wird der Jude und die slavische Landbevökerung „fast restlos ausgerottet und ausgelöscht werden.“ Beide haben im gleichen Raum nicht Platz, Koexistenz bleibt ungedacht und undenkbar (gegen Strasser, der das anders sah). Im selben Jahr, April 1924, stellte Hitler fest, „die NS-Bewegung kenne nur einen einzigen Feind, den Todfeind der Menschen überhaupt: den Marxismus.“ (S. 321). An anderer  Stelle heisst es, um Deutschland zu „retten„, müsse der Bolschewismus „vernichtet“ werden. Tatsächlich scheiterte einen Monat vor Hitlers Münchner Putsch im Oktober 1923 der Putsch der Kommunistischen Parteien Deutschlands und Moskaus – sogar die Rote Armee stand bereit –  durch Einsatz der Reichwehr und Verweigerung der SPD, am mitgeplanten Generalstreik teilzunehmen (MK Bd. 2. S. 1674). Ein gefundenes Fressen für Demagogen der nationalen Rechten, die Angst vor der Roten Invasion aus Moskau und dem „Todfeind in den eigenen Reihen“ (EA 2, S. 347) zu schüren. Hitler reagierte wenige Monate später darauf, in dem er dem Marxismus, – er sei sein „Zerbrecher“ erklärte er vor Gericht (1924) -, den „Vernichtungskrieg“  (ebd. S. 345) in welthistorischem Ausmass und dem Bürgertum die Unfähigkeit dazu, Verrat am Volk, deshalb das „Ende seiner Mission“ (ebd. 346), implizit den Anfang seiner, ansagte, ausserdem goss er seine antisemitisch permingierenden Verschwörungstheorie-Phrasen über den real existierenden Marxismus („Der russische Bolschewismus sei der im zwanzigsten Jahrhundert stattfindende Versuch des Judentums, sich die Weltherrschaft anzueigen.“ (S. 751/EA S. 324). Das ist Hitlers Ideolekt, der flexibel und fliessend Sinn mit Unsinn, Unsinn mit Wahnsinn, vor allem aber Machtstreben mit Denunziation verbindet. Statt „Stalin„, „Trotzki„, die „Kommunistische Partei Russland“, „Komintern„, das kommunistische Streben nach Weltherrschaft (Diktatur des Proletariats) beim Namen zu nennen – Hitler hätte ja Belegstellen zitieren können, das widersprach seinem monomanischen  Stil -, lenkt er „die Juden“ in den „russischen Bolschewismus„. Es geht nicht um Aufklärung durch wissenschaftliche Präzision, es geht um propagandistische Aufhetzung gegen grobe Ziele: Merke (mehr musst du nicht wissen), Bolschewisten und Juden sind ungefähr dasselbe, beide der Todfeind, der uns politisch angreift und existentiell schwächt, der aus der Fremde (Moskau) und als der Fremde (Judentum) unsere national-völkische Ausrottung betreibt, der eine real und wehrhaft – ab 1933 national-staatlich entmachtet – , der andere virtuell und wehrlos – ab 1933 Gegenstand eines staatlichen, eskalierenden Pogroms. Und vor 1933: eingeschüchterte Bürger und Bürgerinnen, die nicht unbedingt wussten, denen erst dämmern musste, dass mit „Juden“ sie gemeint waren. So weit weg von den Realitäten bewegte sich Hitler dabei nicht – sein demagogischer Ideolekt deckte Sinn- nicht nur Unsinn-  und Wahnsinn-Felder ab -, so abwegig war auch die Annahme nicht, dass die von Stalin, Trotzki und Co. dirigierte KPD,  wäre der Herbst-Putsch 23 ein Erfolg, ein gewonnener Bürgerkrieg, geworden, eine Diktatur des Proletariats errichtet, und wie in Russland „Konterrevolutionäre“ und solche, die es sein könnten wie zum Beispiel Geistliche, darunter auch Rabbiner, deportiert und ermordet hätten. Das Töten des „politischen Feindes“, die Verengung von Konkurrent, Gegner, zu „Erzfeind“ war linksrevolutionäres wie rechtsextremes Gedanken- und Handlungsgut, dazu passte opportun zum demagogischen Zeitgeist die radikale Zuspitzung „des Begriffs des Politischen“ auf die Freund-Feind-Reduktion durch den Nazi und Verfassungsjuristen Carl Schmitt (1932). Hitlers Ideolekt war darauf angelegt, sich auf den Marxismus in seiner Theorie und Realpolitik möglichst nicht konkret einzulassen, stattdessen ihn mit Antisemitismus zu permingieren. Statt Marx zu studieren, sich Anti-Semiten-Broschüren reinzuziehen, statt Ökonomie das Buch von Henri Ford: Der internationale Jude – ein Weltproblem. Leipzig 1922, das das (gefälschte) Protokoll der Weisen von Zion, der verschwörungstheoretische Blödsinn, das Völklein der Juden strebe unisono die Weltherrrschaft an, als „Beweis“ anführt.  Wahr ist, der Moskauer Marxismus strebte die Weltherrschaft an – auch wenn Stalin diese Ambition nach 1924, weil derzeit nicht realistisch, zu schwierig, auf die Nation zurückstellte und Trotzki, auf der Flucht vor Stalin, die Weltrevolution zur Permanenz erkärte. Hitlers von Uniformitäts- und Reinheitswahn (ein und rein, plus eiserner Wille-Vorstellung) getriebene Demagogie, ebenfalls mit Welteroberungsambition, bevorzugte dagegen immer das leichte, das zu leichte Spiel:  „Juden“ liessen sich, weil es sich um ahnungslose, zivile, anständige, wehrlose Bürger und Bürgerinnen handelte, die in einem von antisemitischen Traditions- und Bruchlinien durchzogenen Umfeld lebten, viel leichter als „Rasse“ aus der ebenso leicht antisemitisierbaren Gesellschaft herausbrechen, aussortieren, denunzieren und in einem virtuellen Ersatzkampf zum „Menschenfeind“ (Paulus), zur „Weltpest“ aufblähen, als die Klasse der Arbeitenden mit ihrer Parteiorganisation und russischen Grossmacht im Rücken. Hitlers Permingation des Marxismus, was die Intensität des in ihn eingebundenen Antisemitismus verstärkte, war von Beginn an Machtstrategie – illusorisches Erfolgsrezept, den Marxismus zu „knacken“: in Hitlers  Diskursverschiebung, die den mächtigsten Gegendiskurs, den marxistischen, permingiert (d.h. „geistig“ überpisst, ersetzt, verschiebt, verdrängt) und unter seiner Regierungsmacht soziale Wirklichkeit wird, stehen das Nationale und der Arier (Rasse), nicht das Internationale und der Arbeiter (Klasse), und als Erzfeind (Permingationsobjekt Nr. 1) der  „Jude/das Judentum“ nicht der „Kapitalist/das Kapital“ im Fokus und zwar bis zu dessen „unvermeidlichen“ Ausrottung aus reiner Selbst-, Rasse-  und Volksverteidigung – denn „der Jude“ kämpfe mit „Lüge und Verleumdung, Vergiftung und Zersetzung, ….bis zur blutigen Ausrottung der ihm verhassten Gegner.“ (….), was eigentlich nichts anderes heisst als: Ich, Berufsdemagoge, agitiere gegen diese Menschen „mit Lüge und Verleumdung, Vergiftung und Zersetzung….bis zur blutigen Ausrottung“   (EA Bd. 2, S. 324).

03.12.2522

Über die Zukunft. Revision von Kants Vision des „ewigen Friedens„: eine globale Kooperationswirtschaft- und -kultur. Der moderne Mensch hat sich waffentechnologisch so gefährlich und gefährdet gemacht, dass er den Kampf um Anerkennung auf den Kampf ums Arrangement verschob, in kaum zu überblickender Weise ist er sich zur „Risikogesellschaft“ (Beck) geworden – das bezeugt auch die Corona-Pandemie. Würde er sich wieder weniger militärisch selbstgefährdet machen, verlöre das Arrangement an Wert und bräche die Interessenpolitik um kulturelle Reichtümer und materielle Ressourcen mit militärischen Mitteln, kommt es hart auf hart, in voller Hitze wieder aus. Endlich, würden gewisse  Nostalgiker rufen, sind wir wieder im 19. Jahrhundert angekommen und in der Lage,  heldenhafte, von Feldherren und Stabsoffizieren mit Schmiss und Schneid geführte Nationalstaatskriege und Bürgerkriege mit hehren Zielen zu führen wie die Schlachten bei Sedan (1870) und von Palmito-Ranch (1865). Doch das wird  nicht passieren, von sich gewarnt und alarmiert wird die Menschheit weiter in die Zukunft in einem dauerhaften Alarmmodus der Selbstfürsorge, der Selbstgefährdung und in einem hochriskanten Wettrennen des Waffenrüstens darüber, wer schneller und effizienter den Anderen entwaffnen, dann bedrohen, schlagen und zum diktierten Frieden zwingen kann (im Grunde nichts Neues, nur unter viel höherem Risiko). Allein der globale Wechsel vom Konkurrenz- zum Kooperationskapitalismus wird stabil pazifizierende Zustände und konfliktkompetente Kooperationsverbände und Netzwerke schaffen können, hoffentlich nicht: schaffen müssen, in denen das Waffengeschäft auf ein sinnvolles Minimum der Selbst-, Rechts- und Ordnungsverteidigung zu reduzieren die kooperativ kultivierte Menschheit endlich übereinkommt. Arbeiten wir verantwortungsbewusst daran, dass unsere Nachkommen eine intakte, lebbare Welt, keine übervölkerte Halbwüste vorfinden, und ihre weltumspannende Kooperationskultur schaffen, erleben und geniessen werden können.

02.12.2522

Über „Permingation“ – und warum Weltgeschichte mehr durch Permingation, Gegenpermingation (Überschreibung der Überschreibung, Konterrevolution, Revierverteidigung, Vertreibung) und Kampf um Anerkennung oder Kampf ums Arrangement (dem Sieger Permingator/Gegenpermingator o Arrangement gehört Revier, bis zum nächsten P-G-KuA-Karussell und so in der Weltgeschichte weiter) –  als durch hegelsche Aufhebung / marxsche Klassenkämpfe  bestimmt wird oder es diese durch die genannten Prozesse bestimmt (das könnte mit Europas Geschichte seit 1945, eingebunden in Weltgeschichte bis 2020 demonstriert werden. Im apokalyptisch lebensgefährlich gewordenen Atomwaffenzeitalter drängt es uns, den „Kampf um Anerkennung“ (wer die letzte Marke setzt, wer das Revier besitzt) nicht blutig, tödlich, sondern verstärkt auf Verhandlungsbasis, im Kampf ums Arrangement auszutragen. Statt zu weiteren heissen Kriegen in Europa kam es zum Kalten Krieg und zum EU-Arrangement/ – müsste ich eine Art „Phänomenologie des Geistes“ und „Kapital“ des privaten, akademischen, kapitalistischen und öffentlichen Lebens schreiben – dazu habe ich gerade nicht die Zeit, Pflichtarbeit kommt vor, drängt.

02.12.2522

Über Permingation, Plagiat und Pseudointegration (Glättung, Übergehung) – Sloterdijk (2020) permingiert den Begriff „Permingation“ mit dem Begriff  „Piraterie“ –  im Judentum, im Christentum und im Islam sowie Strategien/Massnahmen aufgrund von Beobachtungen dritten Grades (Islam) der Beobachtungen zweiten Grades (Christentum) und der Beobachtungen ersten Grades (Judentum). Permingieren ist ja nicht nur eine rücksichtslosere, auf Selbstbehauptung und – durchsetzung ordinär dringendere Form des Plagiierens,  des Unter-die eigene Marke-stellens eines fremden Textes, einer fremden Marke eines fremden Reviers – ohne diesem die offizielle Anerkennung und Arbeit zu bezahlen, kommt es nicht zur Gegenpermingation, sogar zu einem  „Kampf um Anerkennung“ darüber, wer die letzte Marke setzt und damit das Revier besitzt- , „permingieren“ heisst auch, die eigene Duftnote in fremde Reviere tragen, sie mit dieser überschreiben, sich in sie einschreiben, fremde Bestände als eigene markieren oder sie durch Umschreibung zu eigen zu machen, ausserdem, da Umschreiben bereits mehr als Kopieren ist, vom Pensil zum Pinsel zu wechseln, den bestehenden Revierbeständen kreative Eigenproduktionen hinzuzufügen und durch kreative Adaption das permingierte Revier umzugraben, neu zu gestalten, an die eigenen Bedürfnisse und einer veränderten Umwelt anzupassen, also ein fremdes Revier, das eine starke Duftnote und Eigenheit besitzt – hohe Attraktivität eines Reviers geht jeder Permingation voraus -, mit einer starken eigenen Durftnote (Marke) zum unverkennbar eigenen Textrevier in der eigenen, anderen Umwelt zu machen. Soviel zur Genese des Korans.  Damit werden grob phänomenologisch Paulus und Mohammeds Vorgehensweisen beschrieben, aber auch jene der alt-jüdischen Redaktionen. Ausserdem lag es bei Paulus und Mohmmed nahe, dass sie Akommunikationen  oder als solche empfundene Visions- und Traum-Erlebnisse in ihren dominanten religiösen Kontext einschrieben, das war beim Juden Paulus der jüdische und paria-jüdische (Messias-Jeshua-gläubige) und beim Araber Mohammed der jüdisch-exilische und ein heiden-jüdischer bzw. christlicher, der kurz vor seiner Zeit zur Religion des grössten Imperiums in seiner Nachbarschaft, von Rom, wurde. Politisch war das jüdische Reich eine Bruchstätte und  das römische Imperium bröckelte – in Mohammeds Katharsis floss alles zusammen: Religionsgründung (dritte abrahamische Überlegenheitsekstase, Befreiung von altem Druck) und Reichsgründung (arabische Expansion, Wirtschaft, Sprache, kulturelle Überlegenheit, Befreiung von alter Passivierung). Diese befreiende und erhebende Doppelrevolution bedingte, Religion und Staat verbunden zu lassen, statt zu trennten – was damals ein Vorteil war, heute ein Nachteil ist (auch wenn das heute islamische Theokratien wie der Taliban-Iran, Taliban-Afghanistan und der IS anders sehen). Kein Wunder, dass diese spätantike  Doppelrevolution auf der arabischen Halbinsel bis heute politische und religiöse Felder in der Menschheit prägt.

01.12.2522

—–in bearb…—–Änigmatische Party-zipation, Konfession, Bewegung ist ein soziales Prinzip, eine Ethik und Politik, eine Anthropologie, eine Philosophie und Theologie (die Akommmunikation des Jesaja, die uns auf die Absolute Party auf dem Berg Zion einlädt, an der allen die Unsterblichkeit geschenkt wird, – wenn denn der israelische Gastgeber- und Festveranstalter-Gott Herr Zebaoth soviel Macht, soviel göttliches Potlatch hat ! – „ist“ bereits Teil dieser Party! Also findet sie hier, in  unserer Welt ihren Anfang: ist die Freude über die Einladung zum Fest und die Vorfreude vor dem Fest bereits schon Fest)                 //////////////und ein soziales Menschen und Weltbild  zu dem passt nicht, dass wir „Alte“ in „Alters- und Pflegeheime“ wegversorgen, aussondieren, abschieben. Eher Archeübunten in denen geboren und gestorben, über Geburt gefreut und über Tod getrauert, die Begegnung von GreisInnen und Säuglingen, die Einladung an die Grosse Party zum letzten und zum ersten Mal  gelebt und erlebt wird. Wir können davon ausgehen, dass wir in nächster Zeit Demenz und Alzheimer so gut in den Griff kriegen, dass die milliardenfache Ermordung und Zerstörung der Jugend und Fitness im Geist älterer Menschen aufhört. Dass wir die pandemische Debilisierung, diese innere Not und Zerfallsangst des wachsenden Altenteils unserer Bevölkerung, der  krebs- und krankheitsanfälliger wird, zu heilen, aufzulösen, auszuschalten lernen. Hier hat Naturwissenschaft und Medizin noch riesige Forschungs- und Heilungsfelder vor sich (und die Pharmaindustrie Renditeressourcen).  Auch das ist Arbeit an der Optimierung menschlicher Partyzipation. Die Differenzialisierung von „alt/jung“ veränderte sich in den letzten Jahrzehnten kulturrevolutionär: alle wollen an der Absoluten Party, solange es in diesem Leben geht, dann aber auch im anderen, partyzipieren.

30.11.2522

Werbeindustrie und änigmatische Konfession. Der Dauer-Werbe-Trailer im TV, wo meistens junge Profi-Schauspieler und -Schauspielerinnen Enthusiasmus für Käsesorten, Hustenmittel, Tampons und Automobil-Fahrzeige inszenieren – offensichtlich ein Brotjob und nicht unbedingt die tollste Werbung für ihn -, inszeniert so ziemlich das Gegenteil von echtem Enthusiasmus.  Und doch scheint unsere Werbeindustrie von der änigmatischen Dimension unserer Welt und dem Enthusiasmus unseres Lebens, der in dieser verborgen steckt, einen wenn auch nur oberflächlichen richtigen Begriff zu haben Scheint Enthusiasmus auch das Lebensexlixier unsere Konkurrenzkapitalismus zu sein, wenn er hier auch unecht, gespielt Fake-Enthusiasmus ist und jede zweite Automobil-Werbung betont, dass es sich bei der Forbewegung nicht um schlichtes Autofahren handle, sondern um ein magisches Erlebnis – Einblendung braunes Licht, dunkle Tunnels, feminine Panther-Gestalten. Mit der richtigen Brille aufgesetzt, produziert die ganze TV-Werbeindustrie einen mehrkanaligen Werbetrailer für die änigmatische Konfession, für echten Enthusiasmus aus der änigmatischen Dimension unserer Welt.

30.11.2522

Über die änigmatische Konfession II. Über Baghwan und änigmatische „Party-Zipation“. Wir können, müssen nicht nach Indien, in ein Ashram von Poona, zu Baghwan gehen. Die Absolute Party ist immer schon da (vgl. 16./18.11.2522). Überall auf der Welt, jederzeit, für alle. Du findest Anzeichen von ihr in den glücklichen Gesichtern von Heiratenden, in den ausbrechenden Gefühlen von Liebenden, in den leuchtenden Augen von Eltern, die ihr frisch geborenes Kind umarmen und auf der Welt willkommen heissen, überhaupt bei begeisterten Menschen. Wir heisssen uns willkommen. Auch die Welt umarmt uns in ihrer enthusiastischen Dimension und heisst uns willkommen, lädt uns zu ihrem Grossen Fest, das sie uns bereitet, ein. Änigmatische Konfession und änigmatische Akommunikation sind enthusiastisch (ent-theo/deus-iastisch). Homo sapiens sei es vergönnt, Enthusiasmus zu leben, die Party wahr werden zu lassen und ihre Einladung nicht aus Not und Mangel ausschlagen zu müssen. Das führt zu Unfrieden, zu Enttäuschung, zu Niedergeschlagenheit, am Ende zu Neid und zu Hass auf die Welt. Für jeden Menschen ist Leben mehr als Leben, Leben schaffen und Sterben – das macht jede Ameise -,  es ist  Teilnahme („Party-Zipation“) an der änigmatischen Dimension und an der Absoluten Party.  Sinn ihrer Einladung ist es, dass möglichst alle an ihr teilnehmen, dass sie alle erhalten. Je weniger relativ sie sein muss, desto absoluter ist sie. Die änigmatische Konfession hält als aktiver Party-Zipationismus die Einladung an Jesajas Absolute Party als (göttliches, da akommuniziertes?) Symbol für das enthusiastische Dasein der änigmatischen Dimension fest. Dasein ist grundlegend partyzipativ und enthusiastisch. Absolut ist die Party umso mehr, umso mehr an ihr Enthusiastische partyzipieren, Menschen sich diese Einladung, die ihnen ihr Leben schenkt, aus Not oder Mangel nicht auschlagen (lassen) müssen, ohne sie ausschlagen zu wollen. Es ist die Party, deren Einladung, die das Leben uns schenkt, wir nicht ausschlagen wollen und können, selbst dann nicht, wenn Mittel und Gelegenheiten für sie fehlen oder schwinden. Immer besser feiert sie sich, je offener sie sein kann und je mehr Gäste partyzipieren können. Die nächste Party kann schlechter, die übernächste die ziemlich beste und  grösste sein. Stay tuned.

30.11.2522

Über die änigmatische Konfession. Die Unsterblichkeit der änigmatischen Dimension unserer Welt ist inklusiv, ubiquitär und unlizenziert. Es gibt keine göttliche Verwaltung, die über uns und unseren aktuellen Konfessionsstatus, unsere religiöse Club-Mitgliedschaft unter irgendeiner Zwangslizenz bis zum letzten Atemzug Buch führt, das ist auch nicht nötig. Menschen kommen in der änigmatischen Dimension der Welt zur Welt. Jede*, jeder* Geborene gehört der änigmatischen Dimension der Welt an. Das ist ihre Anlage, ihre Ausgesetzheit und unsere erste und letzte Konfession vor allen anderen Konfessionen. Was Menschen über uns und sich konfessionell entscheiden, unterlief, enschied im voraus die „Konfession“ der änigmatischen  Dimension der Welt, die änigmatische Konfession, die mit der Geburt zur Welt kommt und mit dem Tod von der Welt in sie, nicht in Nichts, übergeht. Du kannst viel mehr deiner Welt, deiner Geburt vertrauen als unterschiedlichen Papieren und Praxen, die dir exklusiv die Unsterblichkeit unter den Bedingungen einer religiösen Zwangslizenz versprechen. Steht in christlichen Texten , folge mir, bete mich an, dann erhältst du exklusiv die Unsterblichkeit, alle anderen mit anderen Konfessionen oder keiner erhalten sie nicht  – welch ein limitierter-limitierender, grausamer und unbarmherziger Gott, by the way – dann kann das keine änigmatische Akommunikation sein. Dann ist das ein sehr lizenziertes und limitiertes Gottesbild, das für Änigmatische nicht nur nicht glaubhaft, sondern weil nicht akommunikativ, nur kommuniziert, bloss Wortschwall ist. Dann schau genauer hin, ob wirklich eine Akommunikation  vorliegt – nicht ein menschlicher Markt der Anmassungen und Illusionen. Die Änigmatische Konfession masst sich nur an zu sagen, zu behaupten: sie ist inklusiv, ubiquitär und unlizenziert. Wir sind homo sapiens und „Philosoph/in“, wir teilen im Leben wie im Tod dasselbe Schicksal. Und wenn wir uns beglücken wollen, dann können wir der Einladung jenes Herr Zebaoth auf dem Berg Zion zur Absoluten Party folgen (vgl. 18./16.11.2522), die seitdem sie existiert, das kann heissen: seit unserer Geburt begonnen hat. „Berg Zion“ hier als Metapher für „änigmatische Dimension“ oder „änigmatische Dimension“ als Metapher für „Berg Zion“ (wiederum eine Metapher, und so weiter) gelesen.  Soviel zur änigmatischen Konfession und ihrem unlizenzierten und unlizenzierbaren Bild von Gott Änigma oder dem Wesen der änigmatischen Dimension, als Teil und Verbindungstück unserer Welt, auf die wir, unvoreingenommen eingeladen zur Absoluten Party, mit der änigmatischen Dimension geboren, lebend, Leben schaffend, sterbend, gekommen sind – ausgezeichnet dawesend und gewesen sein werdend. Änigma-A.

30.11.2522

Post-abrahamische Religiösität der Änigmatischen Bewegung heisst, sich aus dem jüdischen und heiden-jüdischen Text und Kontext, aus der jüdischen Theologie und deren Aftertheologien (Christentum, Islam) ganz herausnehmen bis auf den Teil, der der änigmatischen Dimension bleibend angehört; dasselbe gilt für die post-buddhistische Religiösität der Änigmatischen Bewegung, usw.

29.11.2522

Postmanichäistische Ethik und Hollywoods manichäistische Ethik. Aus menschlich-archaischer Sicht wäre eine Höllenstrafe für Hitler, Stalin, Pol Pot, Argentinische Generäle, Assad, Franco, usw. eine Welt mit Himmel und Hölle, mit dem Endgericht eines Gottrichters wünschenwert. Die genannten Herren sässen mit grössten Qualen in der untersten Etage der Hölle, mit weiteren Abstufungen. Spräche dennoch nach Äonen ein Engel von: Es reicht! von: Unverhältnismässigkeit? Sollen Menschen wie Götter bestraft werden? Bleiben nicht selbst die schlimmsten Taten auf der Erde in einem überschaubaren, relativen, endlichen Rahmen? Müssen nicht wir für Ordnung und Recht unter uns alleine sorgen? Keine Mama, kein Papa im Jenseits? Soll besonders grosse Qual für die Quäler und Mörder ihren Opfern besondere Genugtuung gewähren, um die göttlich-weltliche Balance zwischen Gut und Böse, Lob und Strafe, Schuld und Unschuld wieder herzustellen? Gibt es eine Meta-Physik der Moral? Führt die Änigmatische Welt, in unsere hineinreichend, diesen Balanceakt aus? Der bei Buddhisten für Rückkehr in das Leben (Strafe) oder Einkehr (Lohn) entscheidet? Wie könnte die änigmatische Dimension, hätte sie keine moralische Perspektive, so zentral den Begriff „Obligation“ vermitteln? Ohne von „aussen“ zu lenken? (Molina-Problem) Wir kommen darauf zurück.
Heute führt jedenfalls Hollywood vor Milliarden von Menschen täglich den Kampf zwischen Gut und Böse im Alltagskino und Alltags-TV vor – mit einer mehr oder weniger dicken Trennwand zur Realmoral.  Siehe „Die grosse Schlacht zwischen Gut und Böse: Endzeitmythen, Sternenbanner und Star Wars“, in: Peter Bürger: Kino der Angst. Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood. Sttuttgart 2005, S. 355ff.  und Beobachtungen dazu von Sloterdijk.

29.11.2522

Über Taubes Öffnungen und Grenzen, Nachtrag zur „Absoluten Party“. Siehe Jacob Taubes (1987/1993): Die politische Theologie des Paulus (Tonbandaufzeichnungen, redig. und hrsg. von Aleida und Jan Assmann). Taubes, der als jüdischer Religionswissenschaftler bis an die Grenzen einer post-abrahamischen Position kam und auf die Überbietungsrhetorik des Paulus über Moses aufmerksam machte, weniger der Jesus-Wunder über die Moses-Wunder (siehe 18.11.2522), stand einer änigmatischen Position, einer Öffnung für das Änigmatische fern (wie fern genau und warum wäre zu untersuchen), der Wirklichkeit der änigmatischen Dimension  unserer Welt dies- und jenseits von „Gott Abrahams“, „Buddha“, „Hindu Gottheiten“ und anderen. Darin stellt Taubes auch einen Paulus vor, der in seiner Akommunikation zu glauben „sah“ „dass das Volk Gottes nicht mehr das Volk Gottes ist“ (S. 55), sondern das dem vergötterten – ihm akommunikativ erschienenen – Messias folgende Heiden-Judentum. Für Paulus war klar, sein Gott und der Gott von Jesus Christus bleibt JHWH, Patriarchgott des Hauses Israel, der mosaisch geglättete Gott Abrahams, nicht der auf  dem Berg Zion lebende Gott Jesajas, Herr Zebaoth, der für alle Menschen, egal welchen Glaubens und Nicht-Glaubens, egal, mit welcher Sünde oder Güte bei ihm ankommend, so entfrevelnd sein Berg, so göttlich nachsichtig er ist, die Absolute Party in unsere Welt einführte und die Welt zu ihr auf den Berg Zion zum Empfang der Unsterblichkeit und Grossen Fest der Unsterblichen einlud. Damit hat die Party begonnen. Eine bessere Party soll es nicht geben auf Erden, die an ihrem Ende zum Himmel, zum Elysium überführt. Auf seinem Berg ist kein Frevel, kein Verbrechen und wird vergeben. Der Mensch – auch Hitler  – ist zu relativ, zu gemittelt, zu schnellsterblich, zu weltlich, um absolut gut oder böse zu sein, die Änigmatische Theologie verlässt diesen Manichäismus post-manichäistisch (Jes 10 – 25; zur Absoluten Party (Jes 24, 25) siehe 16.11.2522, 18.11.2522).

29.11.2522

Von Paulus über Luther zu Hitler als totale Judendenunzianten – das, was später „kirchlicher Antisemitismus“ genannt wird, der nur oberflächlich wegwischbar, vertuschbar ist, da er zur DNA dieser heiden-jüdischen Religion gehört.

29.11.2522.

Warum  der jüdische Abrahamismus achsenzeitliches Momentum und Kern von zwei Weltreligionen (abrahamische Grosssekten) wurde. Angefangen mit dem Christentum als heiden-jüdische Religion, die sich vom Judentum eine manipulierte, zurecht gemachte Kopie überstülpte und so als zweite abrahamische Überlegenheitsekstase weltgeschichtlich reüssierte. Ebenfalls mit der Sprechrolle eines neuen Propheten brach der Islam in das Haus Israels ein, stülpte sich eine manipulierte, zurecht gemachte Kopie davon über und resüssierte weltgeschichtlich als dritte grosse abrahamische Überlegenheitsekstase – abgesehen von ihrem akommunikativen Gehalt und davon, dass auch bei der jüdischen Religion viel übergestülpt, von anderen geklaut, besser gesagt: „kreativ angeeignet“ wurde. Änigmatische wundern sich, vor allem aber erklären sich, warum sich soviele Menschen von der jüdische Überbietungs- und Permingationskultur angezogen fühlen. Die theologische Ideologie des kleinen Volkes behauptete das Monopol des Unsterblichkeitsversprechens für sich und damit eine grosse moralische Macht auf das Verhalten von Menschen, die jener von Eltern über Kinder glich. Es war nur eine Frage der Zeit, dass sie dieses Monopol, zunächst mit Christen, dann mit Muslimen, die nun exklusiv für ihre Kommune die Unsterblichkeit beanspruchten, teilen musste. Das kleine Volk konnte mit seiner theologischen Philosophie (Buch Genesis, Mose 1, Zehn Gebote, Jesaja) mit den Griechischen Naturphilosophen wie mit den Religionen der umliegenden Grossreiche (Ägypten, Assyrer, Babylon) mehr als mithalten, zu einem weiteren grossen Momentum unserer letzten Achsenzeit werden.

28.11.2522

Über die fünf Diskriminationen und Elevationen in Paulus Cruise missile (Röm 1). Die fünf Diskriminationen betreffen erstens, Jesaja und andere jüd. Propheten; zweitens, die Urmutter Gottes und alles Göttlichen (Änigma); drittens, Frauen als Berufungs-  und Führungsorgane der neuen Sekte; viertens, das Fleisch und fünftens, die Juden als „Kinder des Fleisches“.
Die fünf grossen Elevationen betreffen erstens, Jeshua als Sohn Gottes; zweitens, Jeshuas Gottvater, Volksgott Israels; drittens, Heiden als (bessere, einzig wahre) Juden; viertens, Männer, Söhne als Knechte Jesus Christus; und fünftens, der Geist (männlich als Führungs- und Lebensform).
Kurzum, es ist die Präsentation einer Religion von und für Paulus als konvertierter Saulus, später die Performanz einer „idealen“ Religion für männliche Nerds, Singels, die ihr „geistiges“ Leben ihrer und anderer  geistigen und seelischen Unsterblichkeit widmen wollen – jenseits von Kinderstube, Unmoral, Krankheit und Brutalitäten des Sterbens. Und so folgten den Anfängen dieser neujüdischen Religion des vergötterten Messias, vergeistigten Mannes und moralisch himmelsgleich gemachten Menschen Missionsfeldzüge bis in die Neue Welt und auf Bauernarbeit und Rente gebaute Klöster und Mönchskulturen, die im Dienste des Bewahrens und der Unsterblichkeit Bücher, Sprachen sowie helfende Lebenspraxis archivierten und produzierten. Sekundär folgten Nonnenklöster, die sich dem anschlossen als Mägde Jesus Christus. Paulus Denunziation des „Fleisches“ als Feind Gottes, der Hoffnung, des Heils u. dgl. wird absichtlich zur totalen Denunziation von Juden, werden Juden zu „Kindern  des Fleisches“ oder zu „Satan“  – wie das „Fleisch“ Verhinderer des Heils, Versucher des Heilands u. dgl. –  die von Paulus Cruise missile und den neu-jüdischen Evangelien bis zu Hitlers Cruise missile Mein Kampf reicht.

27.11.2522

Die Triangulation der Machtachsen der Welt verschiebt sich. Wir befinden uns in einer neuen Achsenzeit, zu der gehört, die Zeit, den Zeitkalender mehr und mehr global auf unsere letzte Achsenzeit umzustellen.

26.11.2522

Zum Unterschied  zwischen Änigmatischen und Paulinischen, zwischen moderner post-abrahamischer, post-buddhistischer etc. Theologie-Philosophie und antiker abrahamisch-paulinischer Theologie-Philosophie, zwischen dem akommunizierten „Du bis PhilosophIn“ und dem kommunizierten „Kinder des Geistes„: Bei Änigmatischen ist das für jede/n Menschen geltende „Du bist Philosoph/in  – Philosoph“  (Erwachsene des Geistes) änigmatisch akommuniziert. Eine Akommunikation  besitzt änigmatische Diamantqualität, in ihr funkelt intransparent transparente änigmatische Dimension unserer Welt und andere als ganz andere Welt (Welt der Änigma). Bei Paulus philosophischer Konzeption, alle Menschen sind „Kinder des Geistes“ handelt es sich um geistiges Falschgeld für eine listige Strategie, um den  Volkscharakter und  die Auserwähltheit der Juden zu permingieren, zu zerstören  (Paulus dreht den Spiess um: Um einige Juden zu „retten„) und seine „Heiden“ in diese nivellierte Theologie des Judentum und das nivellierte Judentum in die Heiden einzuschrieben – dabei u.a. Jesajas Vision einer für Heiden offenen Theologie der Gastfreundschaft des Gottes Israels, Herr Zebaoth, hier ignorierend, dort permingierend und verhunzt einverleibend (vgl. 16.11.2522 Änigmatische Religion und Jesaja).

25.11.2522

Wenn der Jude Paulus, der selbsternannte „Apostel der Heiden,, (sich) täuscht, täuscht er sein Heiden-Judentum, oft „Heiden“ und „Heidinnen“ – neutral: Andersreligiöse -, die vom Judentum nicht mehr als die paulinische Version kennen. Juden selber werden sich von ihm nicht täuschen lassen – Ebioniten, die ersten Orginalchristen, nannten ihn den „Apostat“.  Allein unter „seinen“ blau- und blindäugigen Heiden in Tarsus, Rom, Thessalonich und Korinth hatte der Einäugige relativ leichtes Spiel  (vlg. 14.10.2522 Über Paulus).

24.11.2522

Historisch, nicht metaphorisch, korrekt: Paulus Cruise Misille, Mission per Brief- und Schiffspost nach Rom schiffte in Korinth, 70 km von Athen entfernt, ein, nicht in Tarsus, Paulus Geburtsort.  Das griechische Korinth liegt fast exakt auf der Luftlinie zwischen Rom und Jerusalem, von beiden Orten auf dem Seeweg über 1000 km entfernt.

23.11.2522

Über Paulus Cruise missile und Paulus als Manipulator und  Falschzitierer (Röm 8).  Paulus Cruise missile flog von Tarsus nach Rom und nach Israel . In ihr werden Töchter und Mütter für Predigerberufe in der neuen Sekte ausgeschaltet, nur Söhne können berufene Knechte des Sohn Gottes und Empfänger der „Erstgabe“ sein (eine Art Sekundärakommunikation wie Paulus traumhafte Jeshua-Erscheinung) – zugleich werden von Paulus Cruise missile Israels Gottes-, und Roms Kaiserhaus hart getroffen, aber auch hart abgewehrt – schon ein ebionitisches Fragment  nennt Paulus „Apostat“ – wie wird ihn das altjüdische Haus genannt haben? – und  Nero reagiert mit der ersten Verfolgung von Heidenjuden (Christen), in deren Folge Paulus vermutlich hingerichtet wurde. Wahrscheinlich wegen dem Wahnsinn dieser Christen brannten  Teile Roms nieder, nicht wegen Neros Wahnsinn.  Mit Feuer und Schwert verfolgte der Kaiser, der sich in seinem Gotteskult als auch das römische Rechtsverständnis fundamental angegriffen sah, die neue jüdische Sekte, die einen römisch verurteilten Kapitalverbrecher vergötterte.

In der paria-jüdischen Gemeinde indessen trifft Paulus Cruise missile auf helle Begeisterung – hier traf ihre Ladung, ihre Mission, die Frohe Botschaft wie eine Bombe ein, auf offene, nun noch offenere Herzen, leuchtendere Augen und spitzere Ohren. Paulus Missile missionierte, die neue Überlegenheitsekstase detonierte und bebt bis heute nach: Euer Leben ist zwar der Knechtschaft der Vergängnis unterworfen, ihr seid Sünder im Fleisch – aber Christus, von Gott Abrahams, seinem Vater gesandt, ist für sie gestorben und für euch von den Toten auferstanden. Euer Leib der Sünde ist mit dem menschlichen Leib Jesu am Kreuz gestorben (Jesus ist auch sonst für dies und das gestorben) und mit dem göttlichen Christus sündenrein auferstanden: „Jeder der an ihn (genauer, viel genauer: der das hier von mir, Paulus, Geschriebene!) glaubt, wird nicht zu grunde gehen.“ (Röm 10). Jede/r wandelt wie neugeboren auf Erden wie im Himmel, macht er sich – statt unfreillig zum Knecht des Fleisches und unfreiwillig zum Knecht des Verderbens – freiwillig zum Knecht Jesus Christu. „Christus ist gestorben und lebendig geworden um Herr zu sein über Tote und Lebende.“ (14). Mit solchen rhetorischen Scharaden und zwei, drei manipulativ inszenierten Zitaten von Propheten aus dem Tanach (Jesaja wird  sinnentstellt und  verfälscht, sogar mit einem Satz, den Paulus in das Zitat reinschummelt: „Kommen wird der Spross aus der Wurzel Isais, er wird sich erheben, um über die Heiden zu herrschen, auf ihn werden die Heiden hoffen.“ (Röm 15). Hier stimmt fast alles nicht: „er wird sich erheben..“,  „…um (…) über die Heiden zu herrschen“ – „…auf ihn werden sie hoffen“ – ist dreimal suggestiv, manipulativ, irreführend, gefälscht und falsch zitiert – das ist der ekstatische Paulus,  das passt zu seiner Intention, steht  aber nicht bei Jesaja und passt auch nicht zu dessen Intention. Bei Jesaja heisst es, in ferner Anspielung auf die Absolute Party  auf dem Berg Zion – würden Änigmatische sagen (vgl. 16.11.2522) -: „man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge“ –  dann paar Zeilen später: „An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht (auf dem Berg Zion) als Feldzeichen für die Völker, die Nationen werden nach ihm fragen, und seine Ruhe wird herrlich sein.“ (Jes. 11 – Einheitsübersetzung 2016) (Luther Bibel 1985: „Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais (David-Geschlecht) dasteht als Zeichen für die Völker, nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt (Berg Zion), wird herrlich sein.“ (Einheitsübersetzung elimiert „die Stätte“ mit „Ruhe„) – mit solchen manipulierten und falschen Zitaten, die den tarsusischen Jeshua und die „Heiden“ in den Tanach einschreiben und aus ihm in die Heidenwelt ableiten sollten, attackiert und knackt Paulus, selbsternannter „Apostel der Heiden“ (Röm 11), mit verstellten und gefälschten Zitaten scheinbar für die Heiden das Haus von Israels Volksgott , ausserdem holt er den jerusalemischen als tarsusischen Jeshua ein zweites Mal aus der Versenkung (Jerusalem und Rom freuten sich zu früh) und setzte noch eins drauf:  Juden seien nur „Kinder des Fleisches“, erklärt er Israel, aber wahre „Kinder Gottes“ Abrahams seien alle Menschen („Juden und Griechen„, heisst es mehrmals, Paulus lebte im griechischen Korinth, schrieb griechisch), denn nicht nur Juden, alle Menschen seien – Änigmatische würden sagen „Philosoph/in“,  Paulus sagte:  „Kinder des Geistes“ – die dem Leben als „Knechtschaft des Verderbens“ (2016: „Knechtschaft der Vergänglichkeit„) und der „Sünde“ „im Fleisch“ verfallen seien – die gute Botschaft jedoch sei: Der am Kreuz für die Sünde gestorbene, Der von Gott in Fleisch Gesandte („um die Sünde im Mensch zu verurteilen“ und es möglich zu machen, nach dem „Geist zu leben“  –  interpretiert der Platoniker und Abrahamit) – hätte Menschen vom Gesetz der Sünde und des Todes ekstatisch in die Überlegenheit des Gesetzes des Geistes und des Lebens in Jesus Christus erhoben (an anderer Stelle wird präzisiert: es geht nicht um den Glauben an Jesus Christus, sondern um den Glauben an den, der ihn von den Toten auferweckte: wohnt in euch die Akommmunikation von Abrahams Gott, wohnt in euch Jesus Christus: „Wenn aber der Geist dessen (…) in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat.“ (Röm 8, 12) „Gott (…) hat ihn von den Toden auferweckt“ (Röm 10 – lies: Jesus ist „bloss“ sein fleischlicher Sohn, seine menschenförmige Emanation)  –  auch bei Paulus schimmert die Ambivalenz und Unsicherheit der Evangelien durch, ob Jeshua von Gott akommunizierter Mensch, auferstandener Gott oder schillernd beides ist (Mohammed entschied sich wohl zu Recht für erstes). Ein weiteres zentrales Problem ist: Die dreiste, ja haasträubende These oder unschöne Unterstellung der Sündenhaftigkeit aller Menschen, die so stark im Fleisch steckte, dass der für uns fürsorgende Gott uns den göttlichen Psychoanalytiker senden musste („Denn weil (…) das Gesetz, ohmächtig durch das Fleisch, nichts (…) vermochte, sandte Gott (Abrahams) seinen Sohn…“) (8) steht auf wackligen Füssen, ebenso der Geist-Fleisch-Platonismus – mit ihr aber auch das ganze Argumentationsgerüst, die ganze Mission von Paulus Cruise missile. Ausserdem bleibt wissenschaftlich die Bedeutung des historischen Jeshua und seines Todes diffus und werfen Paulus nicht unbedeutenden Zitat-Schummeleien und -Manipulationen ein neues, ungünstiges Licht auf seine Mitteilung, er kommunizierte akommmuniziert vom auferstandenen Christus oder dessen Gottvater, der Gott des Hauses Israel, der im Auferstandenen walte. In seinen Worten:  „Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht  (lies: ich kommuniziere akommuniziert von Christus, genauer: von Christus Gott, der aus Christus eine akommunizierte Traumerscheinung machte) und „mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist.“ (lies: ich weiss, mir ist Christus, Sohn Gottes, Emanation des Änigmatischen Gottes (im Traum, im Alltag) erschienen, und ich deute das so, dass dieser will, dass ich von ihm weiss und in seinem Geist seinen Geist bezeuge) (Röm 9). Paulus weiss also tatsächlich nicht viel. Er deutet eine Traumerscheinung als Akommunikation. Vielleicht nur ein Weckruf aus dem Tiefschlaf, aus der er die Berufung und Rettung seines Lebens und aus einer paria-jüdischen Sekte, der er aufgrund dieses Traums und Weckrufs beitrat, eine grössere als jüdische zweite abrahamische heiden-jüdische Weltreligion und Überlegenheitsekstase machte. Andererseits trifft es zu, dass Akommunikationen, dem, dem sie begegnen, nicht als Halluzinationen, als Illusionen, sondern unverkennbar und wahrhaft, wenn auch unverkennbar und wahrhaft überraschend und rätselhaft, mit einem Wort: änigmatisch, erscheinen. Die Änigmatische Bewegung folgt dieser Cruise misille aus Tarsus aus erwähnten und nicht erwähnten Gründen nicht, doch ihr akomunikativer Gehalt bewegt sich in der Nähe oder in der Fortsetzung von Paulus Inspiration, dass alle Menschen „Kinder des Geistes“ – besser: sollten sie unbehindert reifen, ihren Geist schulen, sich im Für  und Wider des Argumentierens üben und Verantwortung für sich und andere übernehmen können – „Erwachsene des Geistes“ –  „Du bist Philosoph/in“ – sind und Gott, die Änigma, unsere Welt fürsorgend, gutmeinend akommuniziert und involuiert. Mit dem Risiko, dass wir Gott Änigma, Magna Mater, Genesis Änigma –  Sie können Es auch „XYZ“ nennen – nicht verstehen, der Platoniker Paulus würde sagen, weil uns unser „Fleisch“ im Weg steht: wir würden sagen, weil uns mehr noch als unser „Fleisch„, weil uns unser „Geist“ – nicht der aufgeklärte – im Weg steht, der blinde Fleck oder das, was der Philosoph-Prophet Jeshua, als Figur einer Endredaktion im zweiten Jahrhundert nach seinem Tod, den Balken im eigenen Auge nannte, sich dabei ausnehmend.

22.11.2522

Freitod, Sterbefreiheit und Unsterblichkeit als Utopie. Sterben ist das Grundgemeine, das auf den Grund vor seinem Grund Verweisende und Bleibende des Lebens – deswegen können wir uns über seine ersten Gründe nicht ganz erheben, von ihnen nicht ganz lösen, bleiben wir auf ihnen grundiert, auch wenn diese Gründe uns fern, uns entfernt sind – wir erreichen unsere ersten fernen Gründe nicht, wir stammen aus ihnen, aber die Grundphysik unserer Natur und Physisteme setzte sich als Naturgesetztheit in der Gründung und Genesis unserer Welt durch, wir sind späte Folge- und Eigenprodukte davon, die sich von ersten Gesetztheiten, die die Bedingungen unserer Möglichkeit in die Welt als Welt setzen, nie ganz lösen können, sie sind aus Entfernung wie überzeitlich anwesend (Von ihr losgelöst stellen sich Menschen platonische Idealität, reiner Geist, reine Seelen, Nirvana vor. Ideen des Todes. Ideen einer Welt ohne uns. Welt der toten Dinge. Oder Ideen, die über Akommunikationen und Involution auf eine änigmatische Dimension, auf die Genesis der Änigma verweisen (Himmel, Jenseits, Nirvana), Sphären, in deren Sphäre Leben nicht lebt, sondern von der Materialität der Genesis unserer Welt losgelöst, in der änigmatischen Wesenart „west“, den grundgesetzten Unterschieden jener Welt, jener änigmatischen Genesis entsprechend. Die Vorstellung, die Hoffnungsprojektion, dass wir nach dem Leben statt ins Nichts zu fallen nicht einfach irdisch zerfallen, sondern änigmatisch transferiert in eine andere Wesenart, in göttliches Quasi-Leben übergehen oder in es als Seelenwesen wiederkehren, hat ihren Grund in den änigmatischen Akommunikationen und Involutionen, die einige wenige Menschen während Lebzeiten in der Genesis unserer Welt machten und wissen, dass es mehr als Naturgesetztheit und Alltäglichkeit, als die Genesis unserer Welt gibt, sondern eine „Welt“, in der Raum und Zeit, Materie etc. ganz anders gesetzt sind. Von der wir nur vage soviel begreifen, was unsere Begriffe höchstens vage begreifen lassen. Vielleicht so extrem anders ist diese änigmatische Welt, dass wir dort nicht mehr uns selbst wären, tief gesetzt und eingewachsen in die Genesis unser Welt, ausgewachsene Produkte und Plfanzen von ihr, die wir sind, ist nicht noch tiefer gesetzt ihre änigmatische Dimension.  Wahrscheinlich ist, dass die Genesis der Änigma mit den Gründen der Genesis unserer Welt verbunden ist, dass es in beiden Welten einen gemeinsamen tiefen Grund als Voraussetzung und Bedingung ihrer grundverschiedenen Existenz, eine gemeinsame, obzwar differente Differenz zu Nichts, nicht nur zwischen ihnen eine Verbindung, eine Tangente gibt. Bis auf einen Grund sind wir mit dieser grundverschiedenen Welt nicht identisch, bis auf eine Verbindung (Grunddimension) mit ihr nicht verbunden. Aber immerhin existiert ihre Spur (Tangentialität des Grundes und Kontaktes) in unserer Welt.
Zurück zum Sterben, dass das Grundgemeine, nicht das Erzböse unseres Lebens ist und  deshalb auch höhere Sterbefreiheit entwickeln (zulassen) kann. Es gibt, was unsere Lebensdauer betrifft, noch viel Luft nach oben. Zerstören wir in den nächsten 1000 Jahren nicht unsere Erdressourcen, behindern wir uns nicht selber fundamental, könnte die Utopie eines technoiden Lebensgenerators Wirklichkeit werden, der für die Quasiunsterblichkeit der Menschen sorgt, die sich zum ersten Mal in der Menschheit den Luxus des Freitods leisten können, weil sie so lange soviel vom erfüllten Leben ausgekostet hatten, dass es ihnen reichen konnte, und sie jetzt ihr Abenteuer in der Genesis unserer Welt abschliessen und wie alle Gestorbenen sich der Genesis der Änigma, der änigmatischen Dimension zuwenden, ganz der äonenlangen Stille und aionischen Zeit übergeben wollen, nicht müssen.

21.11.2522

////Davon, von dieser Omega-Ära der Menschheit, sind wir noch weit entfernt (vielleicht realisieren wir selbst unsere erreichbaren Utopien nie).

21.11.2522

Nehmen wir den Begriff „Aufbruch“ wörtlicher, ist die Änigmatische Bewegung Aufbruch. Im Menschen, in der Zeit, in der Religion, in der Gesellschaft, in der Sprache, im Wissen, in der Gerechtigkeit, in der Freiheit.

20.11.2522

Weltgeschichte ist mehr eine Geschichte von Permingationen und Gegenpermingationen als von hegelschen Aufhebungen (Marx: Klassenkämpfen). Im guten wie im schlechten.

19.11.2522

Das Ende der christlichen Zeit. Am Anfang und am Ende der christlichen Zeit standen Paulus und Hitler. Jeder auf seine Weise führte den grössten Anschlag auf das Judentum aus. Irgendwann später beschloss die Menschheit ihre Zeit, ihren Zeitkalender, auf ihre achsenzeitliche Zeit umzustellen.

28.07.2523

Über PAI als Reentry von GAI und GAI als Deentry von PAI (zwei Immunsysteme der menschlichen Physisteme  GAI : Gen affine immunity – PAI : Psycho/Placebo affine immunity  – Fortsetzung v. …..2523, …….2522). Es ist anzunehmen, dass die „enge“ und „strenge“ Aufgabe von GAI (gefährliche Invasoren/Fremdkörper wie pathogene Viren neutralisieren, abstossen, usw.)  in einem Reentry in PAI differenzierter, rekombinierter, erweiterter, konnektierbarer mit anderen menschlichen Physistemen und ihrer physischen und sozialen Umwelt wiederkehrt und dass umgekehrt prinzipielle Überlebensaufgaben von PAI, die aus der Umwelt stammen, sich in der Innenwelt von GAI verstetigten, automatisierten, ,“verfleischlichten“, „genetisierten“ – dass reziprozitäre intersystemische Aktivitäten zwischen beiden Systembereichen der menschlichen Physisteme dauerhaft bestehen -. in beide Richtungen (von Innen nach Aussen, von Aussen nach Innen). Dass unsere Psyche und Wahrnehmung als PAI „Vorbote“ und „Extension“ von GAI ist und GAI die millionenalte Intension von PAI. Ein anderer Mensch von gleicher Gen-Nähe (die Mutter, Verwandte) wird PAI von Geburt an als „nicht-fremd“ akzeptieren – selbst die Mutter ist „Fremdkörper“ und für die Mutter das „Ungeborene“ – doch entstehen hier Mechanismen in GAI und PAI – dass sie sich akzeptieren, symbiontisch wachsen, zuneigen, statt abneigen, usw.. PAI detektiert Vertrautes/Fremdes, Annehmbares/Nicht-Annehmbares (an Gefahren, Risiken) und gen-selektiv (gefällt mir spontan/stösst mich spontan ab), PAI ist wie GAI, nur anders, von Kindheit an lernfähig, „kulturell“ erziehbar, deswegen nicht per se „rassistisch“, gerade in der Kindheit prägt sich und differenziert es das aus, was für es als „fremd“ gilt, das prägt seinen generischen Begriff von „vertraut“- entscheidend ist, wie offen oder geschlossen (eng) er ist. To be continued.

18.11.2522

Permingation des Lebens durch den Tod. Religion als Gegenpermingation des Todes und weder Permingation noch Gegenpermingation, sondern Referenz auf die änigmatische Dimension, die Genesis der Änigma, statt auf die Genesis unserer Welt: Akommunikation, Geburt des Kindes, Kinder, Nachkommen, alltäglich zu schaffende Lebenswerte, die alltägliche Lebenswerte schaffen, Alltagsleben, Regeln des Lebens, Rituale, Spiele, als Überspielung, Übergehung, sogar Permingation des Todes und Weg aus dem Kreislauf von Permingation und Gegenpermingation – an dieser Stelle kam Buddha ins Spiel.  Das Leben, das männliche  besonders, könnte der Eindruck entstehen, wird  mehr als das weibliche vom Tod permingiert. Stärker dem Tod ausgesetzt, reagierten Männer stärker, schufen u.a. Religionen und Akommunikationen schienen den Weg zu weisen in die Ekstase jenseits von Permingation und Gegenpermingation. Entkoppelt und verkoppelt mit dem unsterblichen Leben in Schrift und Archiv begrüssen sie die Ankommenden und verabschieden sie die Abgehenden. Gegenpermingieren in ihrer Form der Unsterblichkeit den Tod und legen („markieren“) aus den Akommunikationen über seines ihr letztes Wort.

18.11.2522

Permingation der Schwächeren. das Prinzip „Leben-und-Sterben-Schaffen“ scheint auch permingativ  zu sein, weder die Geburt fragt dich,  ob du ins Leben gesetzt, noch das Sterben, ob du aus ihm versetzt werden willst – irgendwann musst du dich Alter, Krankheit, usw. und Sterben fügen – den Platz, die Marke, das Revier anderen, Nachkommenden und Noch-Nicht-Gehenden überlassen, respektiert das Sterben nicht, was du willst, setzt es seine Marke über deine, irgendwann wirst du erkennen müssen, dass du deinem Dawesen Dagewesen die letzte Marke und das letzte Revier überlassen musst, und doch liegt über dem nicht das letzte Wort, in dem, nicht der ewige Wert. Das Sterben ist nicht das Böse am Dawesen, es ist vom „Prinzip“ permingativ, nicht in der Absicht, vom Prinzip gesteigerter Lebenskomplexität gesteigert anfällig, zerfällig, selbstreduktiv und so beschaffen, dass es anderen Platz schafft, indem es sich vom Platz schafft. Unsere Geschlechtlichkeit verweist permanent darauf.

 

18.11.2522.

 —-in BEarb  – – (Hegel Phänomenol) – Hegels Dialektik von Herr und Knecht — Permingation In der Permingation steckt die abschätzige Geste, ich stehle dir jetzt dein Revier, mir ist deine Piss-Marke egal, ich über pisse sie mit meiner – ich mach mit dir, was ich will, ich überschreibe deine Überschreibung  – ich anerkenne dich, deine Marke, dein Revier, soweit ich sie aberkenne – nicht weiter   – der Löwe hebt das Bein und übermarkiert (überpinkelt, bepisst- lat. permingere) die Marke eines anderen an einem Baum, an einem Gebüsch, erhebt damit, markiert wahrnehmbar einen Anerkunnungs- und Besitzanspruch auf seine Marke und sein Revier – wer seine Marke nicht akzeptiert, bepisst, greift sein Revier an, wer sein Revier angreift, anerkennt seine Marke nicht///überpisst seine Marke: Permingation ist also mehr als ein heimliches Plagiat, das sich Schmmücken mit einer fremden Marke und einem fremden Revierinhalt – — und die Anerkennung seiner Marke durch den vormaligen Revierinhaber und alle anderen – entweder schafft er ein neues Revier, eine neue Marke – zunächst ohne Konkurrenz – oder er übermarkiert mit seiner Marke die frischere oder verblasste Marke eines oder vieler anderer, oder dominiert, usurpiert ein mehrfach markiertes, dominiertes Revier ——

die die Marke für das REvier und sich setzten –  jede Epoche setzt ihre Marke über die anderen vorhergenden Epochen – Permingation ging von unserem Tierreich teilweise in unseren Geist über

Wir behaupten uns zu einem Grossteil ohnen den „grossen“ Kampf um Anerkennung“ (Honneth, Hegel) permingativ//

///////// Der andere akzeptiert die ihn übermarkierende, überschreibende Aberkennung, den unfriendly overtake seines Reviers oder – weil tot – hat seine Permingation einfach hinzunehmen, seine Überschreibung einer Überschreibung eines alten oder seine Erschreibung eines neues Reviers markieren jetzt eine andere Marke eines neuens Revierinhabers, Revierbeanspruchers. Der Permingierte schleicht sich davon,  setzt woanders seine Marke, oder wehrt sich, behauptet sich, gegegenpermingiert seine Permingation. Beide Prozesse finden meistens in Abwesenheit der physischen Revierbesitzer – in der intellektuellen Welt – der grossen Marken – statt. Wenn eine Redaktion des Christentums das Judentum in einer Sache permingiert – ihr grosses Wunder wird durch ein grösseres überschrieben, ihr starkes Argument durch ein stärkeres überboten – , dann findet das an der eigenen Sache statt, ergeht das still und virtuell über die andere. Man pisst als Christentum dem Judentum ans Bein,  die Setzung einer eigenen Marke raubt, entreisst, enteignet jüdische Revierteile, man behauptet sie für sich, setzt die eigene Duftnote, Pissspur dran. Permingation kann zu Gegenpermingation, allenfalls zum Kampf um Anerkennung führen 

führen (um das Revier, wer die letzte Marke setzt, vorläufig letzte, etc.). In der akademischen Welt findet Permingation über andere statt, die sich nicht relevant wehren (gegenpermingieren) können. Oder sie findet stillschweigend statt und nur Betroffene „erkennen“ ihre überpisste Marke, dass sie permingiert (z.B. plagiatorisch beklaut) werden. Permingation hört doch auf, wo die öffentliche und bemühte Anerkennng beginnt (z.B. Zitieren eines renommierten Autors (Reviermarkieres), bemühter Nachweis).

18.11.2522

Abrahamischer Kampf der Wunder oder Permingation von jüdischen Wundern durch heiden-jüdische Wunder: Hat Herr Zebaoth zur Absoluten Party auf dem Berg Zion alle Heiden-Völker zu Gast und macht ihnen die Unsterblichkeit zum Geschenk – als ob es für ihn nichts wäre als ein Schreibakt -, so läuft Herr Jesus Christus, an einem kommunen Wochentag an einer Toten vorbei und schenkt ihr das Leben zurück – als ob es für ihn nichts wäre als ein Schreibakt. Trennt Moses Gott vor ihm die Wasser, so tritt unser Gott über Wasser Moses unter sich mit Füsse: Durch das ganze Neue Testament der Paulino-Christen schallt und schreibt es: Was IHR könnt das können WIR immer eine Stufe „überlegener“:  Dieser heiden-jüdisch inter-jüdische Gegendiskurs, was zum grössten Teil „das Christentum“ ist, übersieht dabei, wie die Konkurrenzfixierung von der Vorlage weiterhin abhängig macht. Dass fast alles im Heiden-Judentum auf das alte Judentum sichtbar und unsichtbar gemacht zurückweist. Paulus konnte (und wollte) sich von Saulus, von seiner innerjüdischen Fixiertheit auf die jüdische Theologie nie ganz trennen, es ging nicht darum, der fernste Nicht- oder radikalste Anti-Jude, sondern darum, der beste und letzte Jude zu sein. Nicht wie Jesaja bedingungslos (ohne Noachidische Gebote) und „gratis“ an der Absoluten Party allen Heiden-Völkern Fest und Unsterblichkeit zu schenken (egal, ob Schwer-Verbrecher oder Grund-Gütige der Einladung folgten), sondern sie nur Heiden-Juden zu gewähren, die sich ungefähr so fest in Wort und Geist auf ihren Messias fixierten, wie dieser für Tortur und Tod in Fleisch und Blut an ein römisches Holzkreuz genagelt wurde, – statt Absolute Party, Absolute Tortur – so dass auch hier durch göttlichen Opfertod als ein mit Schmerz und Blut verklebtes „Geschenk“ an Heiden-Juden, Schwer-Verbrecher wie Grund-Gütige in den Himmel kommen konnten (ein umstrittenes Thema, starb Jeshua für Hitler am Kreuz?, spätestens dann, wenn das Jüngste Gericht ins Spiel kommt, das der Islam löste, indem er statt das Gericht, die paulinische Kreuztheologie nicht übernahm. Und die jesaische Alternative wahrscheinlich übersah, so sehr an die mosaische Endredaktion orientiert). Ansonsten blieb und lief der paulinische Heiden-Jude auf der Parallelspur zur verengten geglätteten Spur des mosaischen Judentums  (als Reaktion auf die Expansion dieses Heiden-Judentums nicht nur wie meistens vorgetragen, als Folge der römischen Zerstörung Jerusalems, verschriftlichte und redigierte sich das Judentum, konsolidiert in Babylon, weiter, u.a. entstanden die Talmude – die das etablierte Christentum selbstverständlich schlecht ertrug, verbot, exkommunizierte, verbrannte. Christo-theologisch betrachtet, müsste das Judentum, da seine Zeit ab-, die christliche Zeit angelaufen war, weiter erstarren und austerben, statt sich fortentwickeln) und das hiess, nicht, statt innerlich distanzierter und kritischer die altjüdische Textualität untersuchen, dabei einen gewissen jesaischen Textcorpus entdecken, das war in seiner Zeit, Welt und Person als reele Option nicht gegeben, sondern den geglätteten nachmachen, überdecken, permingieren – ganz in altjüdisch-mosaischer Manier. Auch das hat Paulus in sein Christentum, in sein Heiden-Judentum übertragen, übernommen. So wie bei Luther später blieb eine Redekonstruktion der eigenen Grundlagen aus, weiterhin bedeckt. Die postabrahamische Aufklärung hebt diese Fixierung und Bedeckung (Glättung) nach und nach auf, dabei öffnet sich eine andere,  global-, statt provinz-universelle Theologie, die änigmatische, die der Falle des Arguments, beliebig, postmodern, synkretistisch, wankelhaft und dgl. zu sein, den Wind aus den Segeln nimmt – im Verlaufe der Zeit. Auch diamantene Akommunikationen birgt sie, „nur“ wenige, die aber, wie ihnen eigentümlich änigmatisch, alle und alle Zeiten überstrahlen.

18.11.2522

Der jesajische Herr Zebaoth und der mosaische JHWH. Im Gegensatz zu Jesaja 25, zur Open source, zur Absoluten Party für alle Menschen am Ende der Tage (wird dieser Stelle die Endzeitvision von Jesaja 24 unterstellt, ist es eine umgeschriebene und „mosaisch“ vermurkste Endzeit-Vision, die hier in ihrer vollen Grösse und Güte restauriert werden soll)  – kommt, Leute, kommt, Gläubige und „Heiden„, kommt, ich, Herr Zeboath, Israels Volksgott, lade euch zur Tafel, zu fettem Essen und feinstem Wein ein, wir feiern und begehen das Ende unserer, eurer Sterblichkeit! – , steht die Drohung in der Tora an alle Judäaer, die die religiöse Zwangslizenz (Glauben an Gott Moses und Befolgen seiner akommunizierten Anordnungen) nicht einhalten: „am Ende der Tage wird Unheil über sie kommen.“ (5.31).  Davon, dass, allen, auch  „Heiden“ bis zum Ende der Tage und darüber die Unsterblichkeit geschenkt wird, ist dieser Gott ewig entfernt. AnhängerInnen jüdischen Glaubens sollten sich vielleicht nochmals versichern,  an welchen Gott sie eigentlich glauben (wollen): an den jesajischen Herr Zebaoth  (Jesaja 25) oder an den mosaischen JHWH (Mose 5, 31). Die Änigmatische Bewegung hat sich entschieden.

17.11.2522

Die Änigmatische Bewegung ist gemeinnützige philosophische und religiöse Gesellschaft, auch Nutzerin und Produziererin von Creative Commons-Lizenzen; Jesaja 25 ist änigmatisches CC-Gut, nicht allein an eine Zwangslizenz gebunden.

16.11.2522

Änigmatische Religion und Jesaja (Das Freudenmahl). Aus Sicht der Änigmatischen Bewegung ist von der Jüdischen Bibel nicht die Tora (das ist genauer zu inspizieren), aber sicher Jesaja 25 vom Geist oder von der Qualität änigmatischer Akommunikation. Dabei verbietet sich bei Akommunikationen das Wort „nur“ – vergleichbar mit: Der kostbarste Diamant der Welt ist „nur“ 280 Gramm schwer, Quinquilliarden Steine daneben sind schwerer.  Die grandiose Endzeit-Vision von Jesaja 25, die sich in einem Text versteckt, den mindestens drei verschiedene Jesaja-Redaktionen in den Händen hatten, und aus ihr einen fast beiläufigen Festanlass machten, diese jesajische Endzeit-Vision der Absoluten Party, dieses Fest der Feste der Menschheit auf dem Berg Zion für alle Völker, egal welchen Glaubens oder Nicht-Glaubens, bei dem ein üpppiges Festmahl angerichtet und allen Anwesenden die Unsterblichkeit geschenkt wird (vgl. 23.02.2522), atmet änigmatischen Geist, ist von Änigma angehaucht.

Das grosse Freudenmahl 

Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist.

Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig. “ (Luth.B.1985)

(Die Fortsetzung führt wieder zum Volk  Israel zurück, zum Kontext eines Volksgottes, der „die Schmach seines Volks in allen Landen“ aufhebt: auch mit dieser göttlichen Werbe- und Spendenaktion, mit dieser grosszügigen Einladung an alle Völker und Heiden zur Absoluten Party. Wir danken dem „Herrn“ für diese Einladung! Und wollen und werden dabei sein!“).

Diese grossartige weltoffene Endzeitvision geht dem Zwang vor, sich dem Glaubens- und Praxisangebot von Moses, Jesus Christus, Allah/Mohammed oder dem Erleuchteten Buddha anschliessen zu müssen, sich an gewisse Zwangslizenzen zu binden, um dem Elend der Sterblichkeit und der Welt zu entkommen. Überdies überwindet sie die pessimistische Vision einer Apokalypse am Ende der Welt, wie Jesaja 24 sie in die Welt setzte. Bleibt Berg Zion für das auserwählte Volksgott-Volk und seine Gäste der Fels in der Brandung. Das heiden-jüdische Imitat – auch die Heiden-Juden brauchen ein festes insitutio-Fundament – lautet „auf diesem Felsen (…) werde ich meine Kirche bauen“ (später Vatikan, Matt 16). Der „Berg Zion“ der Juden und der „Felsen“ der Heiden-Juden (Christen) befinden sich auf der gleichen tektonischen Platte. Auch: „Er wird den Tod verschlingen auf ewig“ – wird im heiden-jüdischen Imitiat wiederkehren: „die an den Sohn Gottes  glauben (eine Version des mosaischen JHWH) werden das ewige Leben haben“ (Joh 3). Zur Erreichung der Unsterblichkeit besteht also Auswahl: ob an die Absolute Party gehen oder an den Sohn Gottes glauben, es läuft auf das gleiche Gute hinaus! Nein, am Ende unserer Welt findet nicht die Apokalypse, sondern die Absolute Party auf dem Berg Zion statt – hat sie nicht schon jeden Tag begonnen –, und zu der wir alle jetzt schon eingeladen sind! Zu der die Einladung ewig und für alle gilt. Jesaja 25 kennt keine prinzipielle weltliche Elendheit, wohl aber, dass die Sterblichkeit auf einer unsterblichen Reise – in unserer Welt mit änigmatischer Dimension – dazugehört, aber nicht ewig sein muss – dass am Ende der Endlichkeit der Welt unser Leben nicht zu Ende ist. Spätestens dann werden alle Tränen der Welt vergossen und von Gott abgewischt sein, soll heissen: um zuletzt zur mütterlichen Fürsorge, zur Magna Mater, zurückzukehren.

16.11.2522

Zweifelsohne gibt es in der Jüdischen Religion, im ersten Abrahamismus akommunikative Qualität und eine starke Illusion, eine starke Überlegenheitsekstase, sie erhalten zu haben, um sie über alle anderen und über alle Zeiten hinaus zu erhalten. Typische Eigenschaften von änigmatischen Akommunikationen oder dem elektrisierten Glauben, ihnen begegnet und von ihnen ewig tangiert, beseelt, gestärkt und unsterblich gemacht worden zu sein.

16.11.2522

Das Tora-Theater und postabrahamische Aufklärung. Der Fetisch orthodoxer Juden um ihre Heiligen Schriftrollen, ihr Theater um den ekstatisch-hingebungsvollen Glauben, in der Tora 1:1 göttliche Akommunikation zu empfangen ist wohl das, was es sein sollte: etwas übertrieben und das was es mal war, eine inszenierte Überlegenheitsekstase. Nüchtern aus Distanz betrachtet: Sie verehren relativ schlecht endredigierte Texte – von älteren Redaktionen geschrieben, sicher nicht von „dem“ Moses (Lenzen, 2012) – aus Tagen der Achsenzeit. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Postabrahamische Aufklärung muss nicht automatisch zur Änigmatischen Bewegung oder Konversion in theophilosophische Alternativen führen, dazu gehören auch anti-theophile. Modernen Menschen jüdischen Glaubens, die ihrem Glauben treu bleiben wollen, allerdings nicht seinen philologischen Ungereimtheiten und überlieferten Illusionen, kann sie helfen, den richtigen Weg zu finden. Letzlich gibt es keinen Unterschied zwischen Glauben und Wissenschaft, beide richten sich nach der Wahrheit aus, nicht nach Illusionen und Falschheiten, das gilt für das Judentum, für das Christentum, für den Islam, für den Buddhismus, den Hinduismus, den Zoroastrismus, den Sikhismus und alle anderen Religionen.

16.11.2522

///////. Änigmatische Religion und Abrahamische Religion. ……in BEARB ……wird der Christ,  Christentum diesem paradoxen Zirkel und Spiegelbild (der Fluch, den seine Permingation des Juden, entsteigt) und pathologischen Fixierung auf den jüdischen Gott und Pergmingativ-Gegenpermingativ-Verhältnis – —– verhaftet/gefangen bleibne – Verlassen wird dann aber auch ein irrtümlicher orthoder Glaube im Judentum, ….. alle religiösen Grosssekten, , sie hätten einen sicher fixierbaren Gott (JHWH) -ursprünglich wahrscheinlich ein Beduinengott -, ihre Textgrundlagen würden diese Sicherheit hergeben.

/////……….das was vom Judentum für die änigmatische Religion, ohne den Stress und die Fixierung der Christen, der Heiden-Juden auf den jüdischen Gott, Abrahams Gott – welcher genau? , es gibt mehrere „Einen Gott“ im Judentum  – von religiöser, quasi-akommunikativer Bedeutung ist – ist Jesaja 26 (ein Text, der zu Jesaja 25 überhaupt nicht passt, ein eigenständiger Text/Abschschnitt-  Der Gott-und Endzeit-Prophet Jesaja 26 spricht die Akommunikations-Sprache von Gott Änigma.  Alles andere in der Jüdischen Bibel spricht vielleicht nicht die Sprache Änigmas. Wir werden nachsehen.

– heute wissen wir, dass die Jesaja-Endredaktion aus Texten von mind. 3 Jesajas eine Textmontage zusammenbackte, packte. 

——-Lasst den Gott des Hauses Israel, dem Haus Israel- gebt ihn dem Haus Israel zurück, Es soll entscheiden, ob oder wann es diesen Gott ganz ins Historische Archiv schiebt, teilweise ist er dort schon , das hat mit Archäologie, mit Sprachwissenschaft, etc. zu tun

15.11.2522

Am Anfang und Ende der christlichen Zeitphase standen Paulus und Hitler (die Interaktionen, nicht nur Parallelitäten aufweisen). Irgendwann danach entschloss sich die Menschheit ihre Zeit, ihren globalen Zeitkalender auf den Beginn in der Achsenzeit umzustellen.

15.11.2522

eine globale Gleichzeitigkeit und Kulturen-Zeit, nach einer Älteren Kulturen-Zeit (Ägypten, Babylon) und noch Älteren Kulturen-Zeit (Göbeklitepe, Franz. Höhlen, Stonehedge) in der A) die Bücher Mose 1-5 mit dem Buch Genesis  darüber, wie der Gott des Hauses Israel in sieben Tagen die Welt und uns schuf, und andere Propheten-Bücher (Jesaja, etc.) , in der die Grundlage der drei abrahamischen Grosssekten, ihre Endredaktion erhielt, das gilt ebenso B) für die Schriften von Konfuzius (6 Jh. v. christ.Zeit), von LatoTse, Grundlagen der heutigen Lebensphilosophie Chinas, C) für die Griechischen Naturphilosophen und Ärzte-Philosophen vor mit Hippokrates, Grundlagen unserer modernen Wissenschaft, Medizin und Anthropologie, D) für die Schriften, die Buddha zugeschrieben wurden, erst am Ende der Achsenzeit entstanden, auch an die Upanishaden denken. In unserer Achsenzeit finden sich Tangenten und Spuren der Änigmatischen Religion (Akommunikationen, Involutionen) und Philosophie.

14.11.2522

…..Tagebücher von Anne Frank, Hélène Berr, Petr Ginzl (der heute  93 wäre, und Literatur oder Wissenschaft auf Nobelpreis-Niveau geschrieben oder erforscht hätte, 2020) grundieren, vermenschlichen, deabstrahieren das Schreiben über den Nazi-Massenmord, ihren Judozid, Sowjetozid ( Tagebücher von Sowjetsoldaten, die Nazi-KZs überlebt haben, geben dem Nazi-Gulag, der Kriegsindustrieversklavung  Tageszeit, Nähe, Gesicht, Person, Stimme) mit Menschen mit Namen, Geschichte, sie stehen für Millionen, die an den Tagen ihrer Tagebücher wie sie ihre Leben lebten und gleich wie sie ermordet wurden.

…….in BErab//////Über die NS-Permingation von Menschen zu „Juden“ und deren Funktionen in der NS-Ideologie; Kritik an  Goldhagen (1996: Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust). Die grosse Hexenjagd, das totalitäre Pogrom auf „Juden“, das die NS-Ideologie und -Organisation entfachte, beruhte ideologisch auf der  mörderischen Vermischung und Potenzierung von mind. vier Antisemitismen: der antisemitische Antimarxismus, der antisemitische Biologismus, der antisemitische Nationalismus und der antsemitische Christotheologismus oder anders gesagt, aus der tödlichen Verbindung von verschwörungstheoretisch-politischem Antimarxismus (hinter Moskau zieht der Internationale Jude die Strippen (Ford, Zion Protokoll), von vulgärmaterialistisch-biologischer Rassentheorie (Semiten/Slaven untermenschlich, Arier hochwertig (Gobineau, etc.)), von paranoid-normativistischem Nationalismus (Trau „Juden“ nie: Antinormativ von „Blut/Rasse“, „Kultur“, „Sitte“, „Nation“ (Sterling, 1969)) und von verschwörungstheoretisch-christlichem Antijudaismus mit alter Judenpogromtradition (Jude als Menschenfeind und Satan (Luther, Paulus)). 

Dieses giftige, mehrfach tödliche Cocktail machte die hitlersche Permingation des „Juden“ in Europa so total,  kalt und mörderisch für Menschen, die ihr Judentum als Bürger und Bürgerinnen eines Nationalstaates eigentlich nur normal auslebten so wie andere ihren Atheismus oder ihr Christentum.  Deutsche, Franzosen, Tschechen, Polen, Niederländerinnen  jüdischen Glaubens, die nun ganz und nur zu „ganzen“ „Juden“ gemacht, wenn es sein musste, vulgärmaterialistisch („Jude ist Rasse nicht Religion!„) zu „Juden“ rückkonvertiert wurden wie z.B. der zum Protestantismus konvertierte Victor Klemperer.

Der Teil- und Religionsjude wurden durch den antisemitischen Totalitarismus, durch den und totalitären NS-Diskriminatismus zum Totaljuden, total  „Jude, Blutjude“, zum Diskriminat „Jude“. Der Blutfluss im Stammbaum und das Archiv des Veredler -und Verfolgerstaates bestimmten, wer Arier (also Mehrheits-Bürger, Mehrheits-Christin, …) und wer total und total diskriminiert Jude, Jüdin ist. Dennoch folgen wir nicht Goldhagens Dar- und Unterstellung eines damaligen „Drangs„(…) „der (…) Deutschen“ „zur [tödlichen, d.V.] Ausschaltung„der Juden“ (S. 44ff.). Da war schon Nolte (1986) weiter als Goldhagen mit dem Hinweis auf den transnationalen Reaktionshorizont des NS-Antisemitismus, auch wenn Nolte im Inhalt oft danebengriff. Ausserdem scheint von „Permingation“, statt von „Drang“  auszugehen angemessener und statt von „den (…) Deutschen“ und dem deutschen  „eliminativen Antisemitismus“  sachdienlicher, weniger unterdifferenziert und eindimensional nationalnormativ, dafür redekonstruktiver und anschlussfähiger für die erwähnte Transnationalität der NS-Ideologie wie für die grundsätzliche postabrahamische Kritik am abrahamisch-christlichen Kulturkreis, aus Gründen seiner Begründung Langzeit-Mithelfer und Grundlage-Bildner europäischer Judenpogrome und -Diskriminationen zu sein. (siehe  …2522. Über Paulus

„Der Jude“ ist der Blitzableiter für die negativen Effekte der christlichen Permingation des Juden, der Christ rechnet permanent mit der Gegenpermingation des Juden. Die Gegenwart des Juden ist  Gegenpermingation des Christen, sie erinnert ihn daran, dass er sich und andere Christen anlügen musste, mit der Erbsünde zum Beispiel, um wenigstens ein halber Jude zu sein, um einigermassen unter den Schirm des Gottes der Juden zu passen – vielleicht ist das seine Grundsünde. Der Christ, nicht der Jude, muss sich an den Messias der Juden, an seinen Christus klammern, den die Juden ablehnen, verliert er den, wird der Christ gottlos, verliert er den Gott der Juden, den Gott Abrahams. Der Jude ist die wandelnde Erinnerung und Drohung, „alles“ zu verlieren, allmählich wird daraus der bedrohliche, der hinterlistige, der lügenreiche Jude, glaub ja dem Juden nicht, denn der ist der Teufel, denn dann bist du Halb-Jude gottlos, dann raubt es dir deinen, also des Juden Abrahams Gott. De Facot wird der Christ, wird das Christentum aus diese paradoxen Zirkel verhaftet bleiben, wird er nicht einfach abgestellt, verlassen.

Dennoch und deswegen folgen wir nicht Goldhagens Dar- und Unterstellung eines damaligen „Drangs„(…) „der (…) Deutschen“ „zur [tödlichen, d.V.] Ausschaltung„der Juden“ (S. 44ff.). Da war schon Nolte (1986) weiter als Goldhagen im Hinweis auf den transnationalen Reaktionshorizont des NS-Antisemitismus, auch wenn Nolte im Inhalt oft danebengriff. Ausserdem scheint von „Permingation“, statt von „Drang“  auszugehen angemessener und statt von „den (…) Deutschen“ und dem deutschen  „eliminativen Antisemitismus“  sachdienlicher, weniger unterdifferenziert und nationalnormativ, dafür dekonstruktiver und anschlussfähiger für die erwähnte Transnationalität der NS-Ideologie- und Politik wie auch für die grundsätzliche postabrahamische Kritik am abrahamisch-christlichen Kulturkreis als Langzeit-Mithelfer und Grundlage-Bildner des NS- Holocausts und früherer europäischer Judenpogrome und -Diskriminationen zu sein. 
Wo der NS-Ausnahmezustand herrschte mit dieser überideologisierten Permingation des Juden (als Funktion des Macht- und Rasseausbaus, der Ablenkung, Verschiebung und Verdrängung politischer Gegner, des Realmachens und Fetischierens des hitlerschen Rassen-, des Entrealisierens und Denunzierens des marxschen Klassenkampfs), erfolgte die staatsbürokratisch organisierte, vulgärmaterialistisch und denunziationslogisch begründete Reduktion und Transformation von Staatsbürgern, Nachbarn, Mitschülerinnen, ArbeitskollegInnen, Kundinnen, Patienten, Freunden, Ehepartnern, usw. zu „Juden“, in „die“ traditionelle Pariakategorie innerhalb des christlichen Kulturkreises (Goldhagen; Runes; Sterling).

13.11.2522

—  in BEarb. ———–Holocaust: Ausnahmezustand und Widerstand in Nazi-Europa: über die Permingationsfunktion von „Juden“ im politischen Machtkampf Hitlers. Auch dank Hélène Berrs Pariser Tagebuch (1942-1944) ist es heute möglich, besser aufzuklären// wie im katholifizierten Paris zwischen Christen (Nicht-Juden) und Juden v.a. entlang christianisierter Traditions- und Bruchlinien, die allerdings von Nationalsozialisten neu aufgerissen und aufgesetzt wurden (das Diskriminat „Jude“ mussten sie nicht komplett neu erfinden, es interagierte mit dem altbekannten Antijudaismus), verwaltungsbürokratisch und alltagspraktisch die Abspaltung von französischen Bürgern und Bürgerinnen zum uniformen Denunziat „Jude“ nach vulgärmaterialistischer Vorgabe der NS-Ideologie erfolgte, wie zum Beispiel „Juden“ in Paris in der Metro nur noch den letzten Wagen betreten durfen, vergleichbare nächste Diskriminationsstufe war ihre Einpferchung in die Viehwaggons, die sie nach Polen fuhren. Praxeologisch fand ein neues being jew by doing und by forbidding being human statt. Widerstand dagegen organisierte sich in der Résistance von Charles De Gaulle von London aus, in die Hélènes jüdischgläubiger Freund und Franzose eintrat. Aber sonst: Solidarisierten sich die sonst so protestophilen Franzosen und Französinnen mit ihren MitbürgerInnen, die zum Nazi-Konstrukt „Jude“ gemacht wurden? Verweigerten die Zugführer der Metrobahn die Weiterfahrt? Streikten die Bahnarbeiter?  Sabotierte man ständig die Viehwaggons? Wollte man genau wissen, wohin die Leute abtransportiert wurden, die ihre möbilierten Wohnungen, alles, was ein ziviles Leben ausmacht, bürokratisch organisiert nach Alphabet aufgelistet und angekündigt, verlassen mussten? Im Lauf von 1942 erfuhr es vage z.B. die Weisse Rose. Doch sogar Petr Ginz in Theresienstadt wusste noch im September 1944 nicht so richtig, was die Weitertransporte nach Auschwitz bedeuteten (S. 145). Heute ist bekannt, was im Januar 1942 in Berlin an der Wannsee-Konferenz beschlossen wurde und aus der Zukunft (eigentlich also aus der Vergangenheit) auf Hélène Berr, Petr Ginz  und hunderttausende andere 1944 zukommen wird. Die NS-Regierung verschleierte die Realität und Realisierung ihrer angeblichen „Endlösung“ des „Weltproblems“ (Henry Ford) auch vor der nicht-jüdischen Bevölkerung, weil immmer für sie Querdenker, ein „unverständiger“ Bevölkerungsanteil aus „Schwächlingen“ (Hitler) existierte, der sich über diese modernisierte Hexenjagd, der sich über das Grosse Morden des wild gewordenen Kleinbürgertums in der Uniform von Welteroberern – im Inland wenn nicht tot, mundtot gemacht, im Exil mit Verbalverve eines Thomas Mann – öffentlich entsetzte. Das vernünftigere Deutschland wurde nie vernichtet, aber platt gemacht und an die Wand gedrückt, bis mit vereinter Kraftanstrengung die Kraft dazu  zerschlagen war. Das totalitäre NS-Pogrom setzte sich in den europäischen Ländern je nach Grad des NS-Ausnahmezustandes, der in ihnen herrschen konnte, mehr oder weniger durch, am „besten“ in Ländern, wo Nazis herrschten – assoziierte Länder wie das Italien des Duce verzögerten und boykottierten die rigorose Einsammlung und Abführung ihrer „Juden“, aus verschiedenen Gründen – Hauptgrund: In Italien wurde der „Jude“ nicht  Permingations- und Propagandafunktion der staatlichen Volksverhetzung wie im deutschen Reich, Mussolini  machte sich über die deutsche Rassenideologie lustig und zum Beispiel der italienische Bischof ?….. später Papst ..XXIII. (1958) überlistete mit Schindlers List verfolgungsgesinnte Nazis in dem er eine Gruppe von Juden als nach Jerusalem pilgernde Christen zu tarnen vermochte. Erst nach der Errichtung der Nazi-Herrschaft 1943 in Norditalien wurden rund 6800 „Juden“ (von rund 48 000,   rund 15 % von Italiens Juden  – rund 75 % waren es in den Niederlanden) in die KZs in Polen geschickt – womöglich liess die Schweiz die  plombierten Eisenbahnwaggons voll mit Italienern und Italienerinnen, reduziert auf das Diskriminat „Juden“, wie andere plombierte Waggons passieren (zur ungenügenden Transitregelung bis 1944 siehe Forster, UEK Bd. 4, 2001). Das heisst allerdings nicht, dass in Italien andere Bibeln als in Deutschland existierten, dass es in der italienischen Kirche den paulinischen Anti-Judaismus nicht gibt und der Vatikan nicht bis zum Papst…. Hitlers Antisemitismus und christianischen Vorsehungsglauben (vgl. Bärsch, 1998, S. 290ff.), dort, wo er für sie noch zumutbar war, offen hofierte oder insgeheim guthiess (vgl. ….. 2522). Dahinter mochte die Erkenntnis stehen, dass Roms und Hitlers grösster gemeinsamer Feind nicht der real-virtuelle Sündenbock „Jude“, vielmehr der real-virulente Moskauer Marxismus, der Bolschewismus, ist, der in Russland tausende Geistliche hinrichtete, weil sie als Stützen des zaristischen Unterdrücker- und Ausbeutersystems und als konterrevolutionäre Gefahr galten (der ideologische Führer der Weissen Armee, Iwan Iljin (Wider die Gottlosigkeit. Die Christenverfolgung im Sowjetstaate. Berlin 1931) ging – über Berlin etc. –  ins Exil in die Schweiz, aus der vordem Lenin, der Führer der Roten Garde, der Iljin aus Russland vertrieb, kam. Zugespitzt gesagt, in der freien Welt, in der Schweiz begann die Russische Revolution und endete die Russische Konterrevolution.) Zurück zu Mussolini  und Holocaust. Mussolini, der eher einen mediterran orientierten Grössenwahn pflegte, stellte  sich nicht wie Hitler frontal, ohne Alpenmauer dazwischen, der  revolutionspolitischen Herausforderung aus dem eurasiatischen Riesenreich, hatte also, abgesehen davon, dass er jüdische Mitkämpfer und Freunde hatte, keinen übergeordneten Grund mit der Volkserbauung des Ariers den „Juden“ zur Permingations- und Propagandafunktion einer staatlichen Volksverhetzung unter Einbeziehung des christlichen Antijudaismus und eines Rassenpseudobiologismus zu machen für einen politischen Machtkampf im eigenen Land und ein übernationales Projekt, das dem marxistisch-bolschewistischen Projekt einer Weltdiktatur des Proletariats, bis die Waffen das letzte Wort gesprochen haben, Paroli bieten sollte (vgl. 14.11.2522). In diese Richtung argumentierte der damalige FU Prof. und Historiker Ernst Nolte, dessen Arbeitsthese, der  Aufstieg von Hitlers Bewegung sei eine Reaktion auf den Aufstieg der kommunistischen Partei in Europa und des Moskauer Marxismus nach 1918 (Russ. Revolution), Bürgertum, Kapital, Militär und Kirche hätten die linke Revolution als viel grössere Gefahr für sie als Hitler betrachtet, – von seiner Fachschaft mehrheitlich abgelehnt, mehr noch als fruchtbare Anregung aufgenommen wurde, weil zu reduziert und ausschliesslich. Ganz falsch ist diese These nicht. Nolte unterschätze, dass Mein Kampf  erfolgreiche nationalistisch erbauliche Restititutionsliteratur für ein durch Versailles (1918) entwaffnetes, verschuldetes und gedemütigtes Deutschland, dass Mein Kampf eine laut schellende Restitutionsrakete, nicht nur eine Antisemiten- und Antibolschewisten-Rakete war. Hier kommt einer und sagt, die Antithese zur Gegenwart abliefernd: Leute, wenn Deutschland immer rasserein und herdeninstinktsicher – ohne Judenzersetzung („die Juden“ sind schuld!) – gewesen wäre, wäre Es, nicht das Empire, nicht USA, Kanada, China, nicht die Sowjetunion, „die Herrin des Erballs“ (sic!), nicht das durch Versailles geknechtete Knechtvolk, sondern ein „durch das siegreiche Schwert….die Welt (…) in den Dienst einer höheren Kultur nehmendes Herrenvolk“ (S. 438). Keine sieben Jahre nachdem das mit Deutschlands „siegreichem Schwert“ in die Hose ging, kommt Hanswurst von Hameln und redet Deutschland am Stammtisch Deutschlands siegreiches Schwert ein, ihr müsst diesmals bloss die „zersetzenden Elemente“ entfernen. Mehr neronischer Grössenwahn, mehr inszenierte Überlegenheitsekstase, mehr abgefahrene Hybris-Show in der verrauchten und verruchten Herrenspelunke ging in Deutschland 1925 nicht! Diesmal nicht der Prolet, nein, der Stammtisch, mit einer „Theorie“, die in jeden Kopf und in jede Tasche passt, plant die Welteroberung. Auch das musste im Desaster enden!) was jedoch Noltes These in einer Hinsicht entgegenkommt ist das Fakt, dass Hitlers Antisemitismus, besät und betauft vom Anti-Judas-Mem der christlichen Kirche, nicht in Wien, wie Hamman: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators, 1996, beobachtete, sondern sicher nach 1913, spätestens „in der Umbruchszeit 1918/1919″ (S. 502) erstmals politisch öffentlich wurde, „zufällig“ parallel zur Russischen Revolution und dem revolutionären Weltkriegsenddesaster im Deutschen Reich. 1918 ging nicht nur der Erste Weltkrieg zu Ende, 1918 fing der Zweite Weltkrieg an. Sich für Versailles zu rächen, Deutschland wieder wehrtüchtig und gross zu machen, rückte auf Hitlers Agenda ab 1938, nach den ersten Siegen und Annexionen, immer mehr in den Hintergrund, dafür die Auseinandersetzung mit grösseren Kategorien, mit Lebensraum für die einen (Arische Rassen, Herrenvolk, Knechte), Lebensvernichtung für die anderen in Osteuropa – die totale Permingation und Negation der Negation des jüdischen, slavischen und bolschewistischen Ostens – immer mehr in den Vordergrund. Um Deutschland zu retten müsse der „Bolschewismus“ „vernichtet“ werden, heisst es bei Hitler 1931 ähnlich wie bei Illin (und nicht z.B. der alte Erzfeind Frankreich) und dieser Bolschewismus ging von der ideologischen, politischen und militärischen Grossmacht in Moskau aus, die mit Europas kommunistischen Parteien direkt oder indirekt verbunden war.
Zurück zum Holocaust als NS-Ausnahmezustand, als NS-Kriegszustand. Die grosse Hexenjagd, das Mega-Pogrom auf „Juden“, das die NS-Ideologie und -Organisation entfachte, beruhte ideologisch auf der  mörderischen Vermischung und Potenzierung von mind. vier Antisemitismen: der antisemitische Antimarxismus, der antisemitische Biologismus, der antisemitische Nationalismus und der antsemitische Christotheologismus oder anders gesagt aus der tödlichen Verbindung von verschwörungstheoretisch-politischem Antimarxismus (hinter Moskau zieht der Internationale Jude die Strippen (Ford, Zion Protokoll), von vulgärmaterialistisch-biologischer Rassentheorie (Semiten/Slaven untermenschlich, Arier hochwertig (Gobineau, etc.)), von paranoid-normativistischem Nationalismus (Trau „Juden“ nie: Widernorm von „Blut/Rasse“, „Kultur“, „Sitte“, „Nation“ (Sterling, 1969)) und von verschwörungstheoretisch-christlichem Antijudaismus mit alter Judenpogromtradition (Jude als Menschenfeind und Satan (Luther, Paulus)).

Dieses giftige, mehrfach tödliche Cocktail machte die hitlersche Permingation des „Juden“ in Europa so total, so kalt und so mörderisch für Menschen, die ihr Judentum als Bürger und Bürgerinnen eines Nationalstaates eigentlich nur normal  und unspektakulär auslebten so wie andere ihren Atheismus oder ihr Christentum,  Deutsche, Franzosen, Tschechen, Polen, Niederländerinnen  jüdischen Glaubens, die nun ganz und nur zu „ganzen“ „Juden“ gemacht, wenn es sein musste, vulgärmaterialistisch („Jude ist Rasse nicht Religion!„) wieder zu „Juden“ rückkonvertiert wurden wie z.B. der zum Protestantismus konvertierte Victor Klemperer. Der Teil- und Religionsjude wurden durch den antisemitischen Totalitarismus und totalen NS-Diskriminatismus zum Totaljuden, total  „Jude, Blutjude“, zum Diskriminat „Jude“. Der Blutfluss im Stammbaum und das Archiv des arisierenden Veredler -und judaisierenden Verfolgerstaates bestimmten, wer Arier (also Mehrheits-Bürger,  Mehrheits-Christ, …) und wer total und total diskriminiert Jude ist. Dennoch folgen wir nicht Goldhagens Dar- und Unterstellung eines damaligen „Drangs„(…) „der (…) Deutschen“ „zur [tödlichen, d.V.] Ausschaltung„der Juden“ (S. 44ff.). Da war schon Nolte (1986) weiter als Goldhagen mit dem Hinweis auf die politische Dimension, auf den transnationalen Reaktionshorizont des NS-Antisemitismus, auch wenn Nolte im Inhalt oft danebengriff. Ausserdem scheint von „Permingation“, statt von „Drang“  auszugehen angemessener und statt von „den (…) Deutschen“ und dem deutschen  „eliminativen Antisemitismus“  sachdienlicher, weniger unterdifferenziert und nationalnormativ, dafür dekonstruktiver und anschlussfähiger für die erwähnte Transnationalität der NS-Ideologie- und Politik wie auch für die grundsätzliche postabrahamische Kritik am abrahamisch-christlichen Kulturkreis als Langzeit-Mithelfer und Grundlage-Bildner des NS- Holocausts und früherer europäischer Judenpogrome und -Diskriminationen zu sein. 
Wo der NS-Ausnahmezustand herrschte mit dieser überideologisierten Permingation des Juden (als Funktion des Macht- und Rasseausbaus, der Ablenkung, Verschiebung und Verdrängung politischer Gegner, des Realmachens und Fetischierens des hitlerschen Rassen-, des Entrealisierens und Denunzierens des marxschen Klassenkampfs), erfolgte die staatsbürokratisch organisierte, vulgärmaterialistisch und denunziationslogisch begründete Reduktion und Transformation von Staatsbürgern, Nachbarn, Mitschülerinnen, ArbeitskollegInnen, Kundinnen, Patienten, Freunden, Ehepartnern, usw. zu „Juden“, in „die“ traditionelle Pariakategorie innerhalb des christlichen Kulturkreises (vgl. Goldhagen; Runes; Sterling). Gegen dieses mörderische Grossvorhaben, das die Welt mit staatlicher Durchsetzungsgewalt  in altneue und neue Kategorien spaltete, offen zu protestieren das gab es fast nicht und wenn, höchst selten mit Erfolg wie im Berliner Rosenstrassen-Protest (Frühjahr 1943), wo mehrheitlich „halb-arische“ Ehemänner durch protestierende „voll-arische“ Ehefrauen gerettet wurden, tausende „voll-jüdische“ Ehemänner nicht. Der hitlersche Wahnsinn hatte Methode.  Sein spaltender Widersinn konnte sich nie ganz verbergen, generierte laufend Zustimmung und Zuspruch hier, Widerspruch und Widerstand dort. Ein Beitrag zu Petr Ginz (1928-1944) Prager Tagebuch (1942) berichtet von der mährischen Schokoladenfabrik, in der die ganze Belegschaft mit einem gelben Stern am Kleid zur Arbeit kam – die Protestbotschaft war klar: „Ich bin Jude!“.  Grenzgänger Ginz, Sohn einer „arischen“ Mutter und eines „jüdischen“ Vaters  gegenpermingierte  die diskriminativen gelben Sterne mit dem Witz, er hätte heute 69 „Sherrifs“ gezählt. Und am 01.10.1941 schrieb er: „Viele (…) Menschen wurden hingerichtet wegen Vorbereitung von Sabotage, unerlaubtem Waffenbesitz und Ähnlichem„. Gut ein halbes Jahr später erfolgte das Attentat auf Heydrich durch den tschechischen Untergrund. In Berlin half die Rote Kapelle (irreführende Gestapobezeichnung), ein loses Widerstandsnetzwerk, auch von Nazis verfolgten „Juden“, bis es selber von Nazis verfolgt und zerschlagen wurde. In München prangerte ein Flugblatt der Weissen Rose  (06.1942) – das gewiss keine Mehrheit repräsentierte, aber nach dem Krieg dem schlechten Gewissen vieler als Persilschein diente – die (Massen-)Ermordung der Juden und Polen (Metapher für „Slaven“) im Osten an, bis diese Unbeirrbaren, bis diese Zivilcourage, die sich nicht ermorden lässt, selber staatlich-juristisch ermordet wurde. Ihre tapfere Tat war nicht vergeblich: Mach dein Un-/Rechtsbewusstsein und die Zivilcourage,  ein faires Gleichgewicht unter Menschen herzustellen und zu verteidigen, zu deiner alltäglichen normalen Ethik gerade in schlimmen Ausnahmezuständen, gerade dann, wenn es dich etwas kostet. Wie Götz Aly (2006) statistisch zeigte und Victor Klemperer aus eigener Anschauung aus Dresden berichtete, gab es jedoch im grossen und ganzen keine Solidarität von einer plötzlich besser gestellten, „anderen  Art“ von Menschen für die MitbürgerInnen, jetzt plötzlich schlechter gestellte „Juden“, die mitten in der Stadt in einem Quasi-Ghetto der systematischen Einschränkung und Ausgrenzung, die sich jederzeit verschärfen konnte, leben mussten und die nach und nach aus ihren Wohnungen, hinter sich alles liegen und stehen lassend, was zivilisiertes Leben ausmachte, aufgelistet und abgehackt von der Verfolgungsverwaltung, z.B nach Theresienstadt abtransportiert verschwanden –  anstelle von Solidarität und Protest, der leicht punktuell zu ersticken, aber nie ganz auszulöschen war –  kulminierend in die  Attentate auf Hitler -, begann vielmehr die Ausplünderung und die Belegung der leer gewordenen Wohnungen. Die Welt Europas lebte im Ausnahmezustand, im Krieg und Kriegsrecht. Petr Ginz (1928-1944) bemerkte (nicht sicher wissend, dass er von seinem Todesurteil sprach): „Das, was heute (…) ganz gewöhnlich ist, hätte in einer normalen Zeit bestimmt Aufsehen erregt. Zum Beispiel haben die Juden gar kein Obst..., in der Elektrischen… dürfen sie nicht den ersten Wagen benutzen, …, usw. usw. (…). „ (01.01.1942).

14.11.2522

Der Holocaust als Permingations- und Massenwahnprodukt.  Dachau besass wenig Permingationsfunktion, Dachau war ein KZ für reele politische „Feinde„, dazu zählten „Volksschädlinge„,  die ab 1933 brutal und schnell entmachtet und teilweise in Dachau, in SA-Kellern, in Gestapo-Zellen und anderswo ermordet wurden, umso mehr wurde Kapazität frei aussenpolitisch für die Eroberung halb Europas, innenpolitsch für die Permingation – und Permingationsfunktion hiess zugleich Propagandafunktion – staatliche Volksverhetzung – von Menschen als „Juden“, 

/////////////////////////permingiert und propagiert zum Inbegriff des „Parias“ innerhalb des abrahamisch-christlichen Kontextes, an deren Vulgärmaterialismus sich Rassen“wissenschaften“ hängten. Mit dem staatsmächtigen Nazi-Arierismus und -Antisemitismus fand auch eine Remobilisierung und Reintegrierung des christlichen Antijudaismus –  „Jude“ als „Menschenfeind“ (Paulus), „Satan“ (Paulus), Christusmörder (Gemeinplatz des christl. Antijudaismus, den Hitler in seine Propagandarakete einmischte), Paria, „Sündenbock“ (René Girard) – statt, faktisch zum Zweck der Inthronisierung eines bevorzugten grossen nicht-jüdischen und eines benachteiligten kleinen jüdischen Bevölkerungsteils,  die der Permingation des marxistischen Klassenkampfs zwischen der bevorzugten Kapitalistenklasse und der benachteiligten Arbeiterklasse durch mimikryhafte Ersetzung diente. Der Sündenbock Jude hatte ein wichtige Permingationsfunktion im ideologischen und praktischen Kampf der Nazis gegen den mächtigsten politischen Gegner, den reelen Marxismus, und um die Macht. Der hitlersche Rassenkampf permingierte den marxistischen Klassenkampf, einschliesslich der Bereitschaft eines Teils der Bevölkerung mit den Nazis einen stillen Pakt des Denunzierens und Entsolidarisierens gegenüber Mitbürgern zu schliessen, wurden sie „plötzlich“ zu „Juden“ (Untermenschen) gemacht und sie zu Edelmenschen, zu Ariern/////

——–. Die mächtige real-virtuelle Permingation von marxistischen Kategorien und Politiken durch Nazi-Rassismus und -Nationalismus verrückte massenpsychologisch die Realität ins Virtuelle, Imaginäre, Spukhafte. Die echten (echt verrückten) Nazis glaubten an die Geister, die sie gerufen hatten und sie wie die Realitäten, die sie verdrängten, am Ende heimsuchten.

14.11.2522

Über Hitlers Wahnsinnsende. Hitler, der Feind und Zerstörer der Menschheit warnte in seinem „Testament“ (1945) vor „dem Juden“ als Feind und Zerstörer der Menschheit: bis vor kurzem ein versprengtes, heute nationalverstaatlichtes nahöstliches Völklein mit Kleinsekte mit so attraktivem Theologieangebot, das zwei Weltsekten es martisch permingierten  – sie glauben: hegelisch aufhoben. Seinem Wahnsinn blieb er bis zuletzt treu.

.1942).

12.11.2522

Der Holocaust als Abgesangsprodukt des Christentums II (zu Metz Selbstkritik (1993) in Kirche nach Auschwitz, siehe 03.10.2522. Über andere Weihnachten). Es wird nicht reichen, um dem komplexen Vernichtungsvorgang von Millionen von „Juden“ (und Sowjetrussen und SowjetukrainerInnen) in ganz oder halb Europa zu verstehen und dessen Ursachen zu benennen, nur auf die deutschen Nazis als Hauptverantwortliche den Finger zu richten – zuviele sind dabei, die das gerne tun, die gerne alles auf die Nazis abschieben und noch lieber für ihre verstorbenen Verwandten und Bekannten sich jegliche Schuld, jegliche Unterlassungsschuld, jegliche stille Kollaboration, jegliche Feigheit, jeglichen Opportunismus, jegliches sadistische Mitmachertum am Holocaust in ihrem Haus, in ihrer Ortschaft, in ihrem Land verbieten. Die Nazis begriffen wohl selber nicht immer ganz, was sie da an kollektiven Memen und Psychologismen angestochen und aufgerührt haben  (Goldhagen (1996): Die willigen Vollstrecker, ging davon aus, dass ein Negativ-Image „Jude“ kollektiv verbreitet war, nicht nur im aktiven Antisemitismus der Vornazizeit (Fritsch, Eckart, etc.), ohne weiter darauf einzugehen). Die Ursachenfrage, die der Holocaust stellt, weist zu seiner Beantwortung auf viele andere, auch auf ältere, invisibilisierte Traditions- und Bruchlinien als nur auf Nazis hin. Wieviele Menschen wechselten aus einer Spur, die der kirchliche Antijudaismus in ihrer Jugend mal latent, mal manifest in sie legte, zum NS-Antisemitismus über? Oder in seine sympathisierende Nähe in der „Judenfrage“? Wieviele Millionen christianisierte EuropäerInnen? Der Blickwinkel muss erweitert und vertieft werden. Aus Sicht  der postabrahamischen Aufklärung steht der ganze abrahamische Diskurs, insbesondere der christliche, in Frage.

11.11.2522

Der Holocaust als Abgesangsprodukt des Christentums I. Wahrscheinlich verblüffte es den deutschen Nationalsozialismus selber wie reibungslos – mit wirklich nur wenigen Ausnahmen (wie Italien, zumal das Italien des mächtigen Duce, nicht des Papstes – vgl….. 2522)!- die Allchemie aus verschiedensten Bürgern und Bürgerinnen mit Rechten und Staatsbürgerschaften das uniforme Diskriminat „Jude“ zu machen –  ja, wie flott der Holocaust in ganz Europa über die Bühne ging! Wie viele Menschen in Europa, in Paris, in Amsterdam, in Stockholm, in Prag, in Budapest, in Rumänien, in Wien erstaunlich gefügig waren, die Denunziation ihrer Mitbürger und -bürgerinnen zu „Juden“ und ihre Absonderung von ihnen, und alles, was pogromlogisch  folgte (Entrechtung, Entwohnung, Ausplünderung,  Erpressung,  Ghettoisierung, Vertreibung, Ermordnung, …), hinzunehmen, und „Juden“, die vormals Meier, Levi und Petit hiessen, „im Stich liessen“ (Merz). Sie hinterliessen möbilierte Wohnungen, sie mussten alles, was das zivilisierte Leben ausmachte, stehen und liegen lassen, mit einem Koffer in der Hand verschleppt in Viehwaggons in Richtung Osten, wo nicht Wiesen blühten, sondern Sensemänner in Uniformen in verwüsteten Landstrichen tobten. Mehr als zu befürchten war, dass ihre Nachbarn, entzivilisiert und aufs nackte Denunziat „Jude“ reduziert, dort nichts Erfreuliches erwarten wird. Verständlicherweise viele wollten nicht so genau wissen, wohin sie gingen, auch nicht die, die verschleppt wurden oder wie Hélène Berr in Paris und Petr Ginz in Prag  jeden Tag, nachdem schon so viele gehen mussten, ihren Abtransport befürchteten.  Zur NS-Ideologie gehörten massgeblich in grossen Bevölkerungsteilen verbreiteten Antijudaismen aus der christlichen Pogromtradition (vgl. z.B. Mein Kampf, 1937, S. 336), weit verbreitete, oberflächlich zugewachsene alte Bruchlinien, die sie neu aufrissen und aufsetzten, dabei kam der alteingebürgerte christliche Antijudaismus Europas ins böse Spiel, dessen nackten Denunziat-Objekte (Jude) sie nur noch mit ihrer Denunziation (Jude) zu verknüpfen und an die Sammelstellen zu den Viehwaggons zu lenken hatten. Wer glaubt tatsächlich, dass all das nur der Gewalt und Angst vor Nazis geschuldet war, der verkennt, worauf Goldhagen (1996) zu Recht hinwies, den verbreiteten Opportunismus und Antijudaismus in der DNA der christlichen Kultur. Mehrere Jahrhunderte Anti-Judaismus, eine Sündenbocktradition, die auf Juden, die Geissel Gottes, alles üble der Welt ablud (z.B. die Schuld an der Pest), interagierten hier mit mehreren Jahren NS-Antisemitismus, der ein in alle Welt zerstreutes, vertriebenes Völklein zur Ultimativpest der Menschheit hochstilsierte  (der wahnsinnige Hitler zuletzt noch in seinem „Testament“). Das Rad des Judenpogroms mussten die Nazis nicht neu erfinden, das drehte in Europa schon während Jahrhunderten seine Runden und hinterlässt Spuren bis in die Gegenwart: „Und erlös uns von dem Bösen (dem Juden), denn dein (nicht den Juden) ist das Reich und die Kraf in Ewigkeit. Amen.„.

11.11.2522

Zur Rolle des Beitrags des Antijudas- Christentums am Holocaust siehe Habermas-Freund und kath. Theologieprofessor Johann Baptist Metz (Kirche nach Auschwitz, 1993), dort auch Kritik, dass diese Selbstkritik nicht weit genug geht, siehe 03.10.2522 u 01.10.2522).

12.11.2522

…..in BEARB………..Hitlers unterschiedlichen Permingationsstrategien bezüglich Marxismus, reale kommunistische Partei, Bolschewismus in Russland, und Christentum, reale Kirchen in seiner Zeit, christliche Parteien – um seine Organisation und sich zur Macht im Staat zu machen. Kein offener Kurs gegen Christentum und Kirche wie z.B. Antisemit Fritsch, Rosenberg ihn fahren, im Gegenteil, Anbiederung, Mimikry (oberflächliche täuschende Übernahme). Wenn Macht konsolidiert und Krieg gewonnen, wäre noch Zeit genug sich gewahr zu werden, dass das Christentum im Grunde ein Heiden-Judentum ist. In Mein Kampf wird „Christus“ kurzerhand zum Gegensatz des Juden, ja, zum ersten arischen Antisemiten der den „Widersacher jedes Menschentums“ aus dem Tempel getrieben habe und „Dafür wurde dann Christus freilich an das Kreuz geschlagen (– hier den alten kirchlichen Judenpogrom-Topos  des „Juden“ als Christenmörder reaktivierend) „während unser heutiges Parteichristentum sich herabwürdigt, bei den Wahlen um jüdische Stimmen zu betteln (…) und später mit atheistischen Judenparteien politische Schiebungen zu vereinbaren….. gegen das eigene Volkstum.“ (S. 336). Kurz: Christus wird hier zum Anti-Juden gemacht und Hitlers Partei zur wahren christlichen, weil unkorrupt anti-jüdischen Volkspartei – die herrschenden Pareichristen seine keine wahren Anti-Juden mehr, wie es Christus gewesen sei – tatsächlich lehnt sich hier Hitler an den paulinischen Antijudaismus der christlichen Kirche – Paulus selber suchte zu seinem Saulus eine möglichst grosse Distanz herzustellen (Messias zulassen, statt ablehnen, Heiden zulassen, statt ablehnen, usw.), Joshua zu Moses (Joshuas Wunder über Moses Wunder, Joshua sah das Reich Gottes, Moses nicht, etc.) – doch alle blieben im judäo-theologischen Kontext verhaftet, Christen blieben Heiden-Juden, sie mussten nicht beschnitten sein wie Juden, aber innerlich „geritzt“, zudem unterstellte Paulus allen, Juden wie Heiden, die „Sünden-Theorie“, damit schlau verbunden die Deutung des Todes von Joshua am Kreuz als „freiwilliger“ Sühnetod für diese unterstellten Sünden aller, nicht nur von Juden. Paulus machte das Judentum weltoffen, anschlussfähig für jedermann und jedefrau, ein paar Hindernisse werden abgebaut, andere aufgebaut: sie mussten zwar die unverdauliche Kröte ihrer Erzversündigung schlucken,  dafür wurde ihnen über die Entsündigung durch Jesus Opfertod hinaus „das ewige Leben“ (Joh 3) versprochen. („auf dass alle, die an ihn glauben das ewige Leben haben.“). zugleich wird allen anderen,  die Spitze geht vor allem gegen die Altjuden, dieses ewige Leben per Messias abgesprochen. Ein höheres Versprechen gibt es nicht, die christliche Überlegenheitsekstase hängt bis heute an dieser Märchenrechnung. Die vom römischen Kaiser-Gott -bzw. Ewigkeits-Kult ausgeschlossenen, an äusserliche Griechen-Götter verwiesenen profanen Römer und Römerinnen, Griechen und Griechinnen strömten in Scharen in eine für sie geöffnete jüdische Religion die ihnen die Unsterblichkeit versprach, die bis jetzt nur ihr Kaiser besass. Diesen Kommunismus, diese Verpöpelung und Entprivilegierung der Unsterblichkeit, die in seiner Bevölkerung um sich griff, dürften den römischen Kaiser, dessen Gottprivileg von einem jüdischen Messias angegriffen wurde, wenig amüsiert haben,  historisch nachvollziehbar und wahrscheinlich, dass der Kaiser ihre Verusacher, Paulus und andere hinrichten liess, historisch sicher ist, dass Nero die ersten römische Christenverfolgung – Vernichtung von Christen und ihren Schriften – veranlasste, doch die Saat war gesät, die frohe Botschaft der kommunen Unsterblichkeit blieb unsterbbar, das Schrifttum zirkulierte weiter, der Beitritt in diese neu-jüdische Sekte war für einige Römer und Römerinnen ihr persönlicher Tritt in den Hintern des wahnsinnigen Kaisers Nero und Nachfolger, der sich zum Gott machte und religiös keine Chance hatte, was Popularität und Attraktivitä betraff, gegen einen Underdog aus der jüdischen Unterschicht, den vor paar Jahrzehnten römische Soldaten ans Kreuz schlugen. Dem grausam Ermordeten nicht dem grausamen Mörder flog auch in Rom die Sympathie zu und auch hier entfaltet und bestätig sich das Muster einer Art energetischen Dialektik, oder wie Greenblatt sagte „soziale Energie“: Christenverfolgungen machten die Sekte, machten das Christentum innerlich und äusserlich stärker, nicht schwächer. Die Niederlage des jerusalemischen Neu-Judentums durch die Hinrichtung ihres Königs und Propheten am Kreuz wandelte Paulus dialektisch um zum erfolgreichen Kreuzzug des tarsusischen Heiden-Judentums. Und auch sein Tod am Kreuz in Rom erfüllte als selffulfilling prophecy das Narrativ über Joshuas Tod, das er davor in die Welt gesetzt hatte: er starb so, wie er sich den Tod seines Ideals vorstellte.

11.11.2522

n.

Über die Permingationsfunktion von „Mein Kampf„. Über Hitlers Propagandaschrift  „Mein Kampf“ (1925/1927 2. Teil) als Instrument der Permingation des politischen Gegners (kommunistische Partei, Moskauer Bolschewismus). Es ging Hitler nie darum, mit Mein Kampf  statt die Propaganda die Geschichtswissenschaft voranzubringen und seinen politischen Gegner (Kommunist) und zivilen Sündenbock („Jude“) statt mit Gewalt mit besseren Argumenten zu schlagen. In diesem Bestseller der Antisemiten- und Restitutions-Literatur  formuliert Hitler offen, Ziel seiner Propaganda sei die Permingation („Überpinkelung“, lat. permingere, Anspruchsmarkierung, Überschreibung, Verdrängung, Beherrschung, evtl. Tötung) des politischen Gegners.  Als „Propagandaleiter“ strebe er die Zersetzung und Ersetzung des Bolschewismus und Marxismus in Deutschland durch aufpeitschenden Antisemitsmus und Verschwörungstheorie an.., seine radikale und aufpeitschende Rhetorik solle  die „Zaghaften und Schwächlinge“ „abschrecken“   (lies, auch die, die  bessere Argument in petto haben)  als Hinters-Licht-Führer geht es ihm um die Hinterslichtführung all jener, die für seine Partei gegen Kommunisten und „Juden“ mobilisiert werden können,  egal, ob der „Jude“ der ist, den die christlichen Kirchen von der Kanzel verhetzen oder der, den bürgerliche Antisemiten, teilweise anti-christlich, weil ihnen das Christentum zu semitisch war, z.B. mit Fritzschs Bestseller Antisemiten-Katechismus (1887) denunzieren. Propagandaleiter, Parteiführer, Antisemiten-, Antikommunisten- und Reichsrestitutions-Publizist Hitler wusste, dass ein grosser Bestand von antisemitisch und antikommunistisch infizierten Leuten nur noch abzuschöpfen und auf das Gleis und Glatteis seiner Partei zu führen war. „Die zweite Aufgabe der Propaganda ist die Zersetzung des bestehenden Zustandes und die Durchsetzung dieses Zustandes mit der neuen Lehre“ d.h. die Permingation (Zersetzung und Ersetzung) des Marxismus durch Antisemitismus und der Russischen Revolution durch Verschwörungstheorie.

——-oin BEARB ————Worauf das hinauslief ist bekannt: Die Leute sollen, im Kopf desinformativ und aufgehetzt um den Verstand gebracht, in seiner Partei „organisiert“ und später, hat die Hetz-Partei die Macht im Staat errungen, an den Fronten im In- und Ausland eingesetzt werden – einerseits für die Vernichtung der Gegner und des Sündenbocks – anderseits für die Restitution Deutschlands zum Grossen Reich .Viel mehr musste und wollte seine Propagandarakete nicht enthalten und sein. 

—– Hitler und Christentum ———-das Christentum, das das Judenpogrom zu seiner Tradition machte, sah im Juden den „Satan“ (Paulus), den „Menschenfeind“ (Paulus) und Christenmörder (Hitler wollte den populistischen Judas-gleich-Jude-Hass, den christlichen Antisemitismus, die anijudaische Traditionslinie des Christentums – dort, wo ihn katholische Parteien nicht banden – gewinnen und bündeln, nicht verlieren und vergraulen,  dass Paulus und Joshua Juden wurde schon von der anti-judaisch grundierten Kirche ignoriert, ausserdem wollte er nicht auf den  jüdisch-christlichen „Gott“ Abrahams, auf die theatralische Rede vom „Allmächtigen“ und seine zunehmende Inszenierung, in dessen Vorsehung zu stehen, verzichten (vgl. Bärsch, 1998, S. 290 ff.): als Propagandaleiter wusste Hitler auch den alten, weitverbreiteten christlichen Antijudaismus verbunden mit dem nicht zu unterschätzenden Einfluss lutheranischer und katholischer Kirchen in Deutschland, bald organisiert als Nationalsozialistische Christen, auf die Mühlen seiner Partei zu lenken – ohne dieses taktische Wendung zur Kirche – es reichte, das seine Feinde, die Kommunisten die Kirche offen ablehnten, in Russland tausende Geistliche ermordet wurden -, wäre Hitler kaum Kanzler geworden. So wie den Marxismus direkt, permingierte Hitler das Christentum indirekt, so dass er und seine Mission für oberflächliche Christen, also viele, anschlussfähig blieb (zumal in der „Judenfrage“ z.B. für oberbayrische Katholiken, die schwarz, nicht braun wählten), andere hingegen in seiner Partei wie Alfred Rosenberg (1930) bekämpften in einem Nebenschauplatz das Christentums offen  als unvereinbar mit der NS-Ideologie (Baumgärtner, 1977).

10.11.2522

Was  an der abrahamischen buddhistischen heraklitischen platonischen u.dgl. Theologie (Metaphysik) zutrifft: es gibt die Dimension des Himmels (Reich Gottes), Platons Idealität, des Nirvana etc.  –  in unserer Sprache Dawesensein und änigmatische Dimension.

09.11.2522

Synchronizität ist ein Hinweis auf die änigmatische Dimension unserer Welt jenseits des Physiklabors, jenseits unserer Erfassbarkeit oder der vollen Erfassbarkeit (was wir Menschen – in jedem lebt ein kleiner Hegel – nicht gerne hören).

08.11.2522

Synchronizitäres Erleben (vgl. C.G.Jung über „Synchronizität„) erlebt, dass sich zwei temporale Dimensionen in einem wachbewussten Menschen kurzschliessen, erlebt anwesend Dagewesensein oder Anwesensein (perzeptiv) und Dagewesensein (memorativ) in punktueller Weltauschnitt -und Traumauschnittform ineinander übergehen, sich getrennt vereinen (Hallo Traum: ich, die Wirklichkeit, bins tatsächlich, die du geträumt hast!). Der Traum erhält jetzt auch in dieser traumgelösten Dimension seinen realen „Boden“. Aber wie soll die ganze Welt und dann nur in einem Ausschnitt in einem Traum in der Vergangheit „Platz“ haben können? Wie soll sich einem Menschen die Zukunft, die er mal erleben wird, in einem Traum vorzeitig in der Vergangheit dieser Zukunft erschliessen können: Wie wenn die Zeitspirale, die er leben wird, in einer abwesenden Form schon da ist? Also die volle Determinierung der Welt vor der vollen Determinierung der Welt?  Das ist doch verrückt? Wahrscheinlich ist bloss deine Vorstellung von Zeit und Welt zu verrücken und zu erweitern – zudem erfolgen Träume und Perzeptionen immer auschnittweise –  dann ist es das vielleicht nicht mehr  (oder weniger). Im Alltag werden solche Visionserfahrungen „deja vu“ gennant, was von Selbsttäuschung oder LSD-Halluzination zu unterscheiden ist. Für uns Beleg (mehr), dass die änigmatische Dimension unserer Welt – theoretische PhysikerInnen würden es eine abgefahrene Quantendimension nennen – mehr als eine Hypothese ist. Wesentlicher könnte die Frage sein, wieso dieser Ausschnitt der Welt oder diese Begriffe, Handlungen, Umgebung, etc – nicht andere? Für die abrahamische Scholastik, für eine gewisse Offenbarungsliteratur ist es klar, dass sich die Welt in einer Theodizee befindet, für Jesaja treffen sich die Völker am Ende der Welt auf dem Berg Zion zur Absoluten Party – für Physiker, für KosmologInnen befindet sich die Welt in einer naturgesetzlichen Determination mit passageren kleinen „Spielräumen“ wie der auf unserer Erdoberfläche, in paar Milliarden Jahren wird der, weil grobe oder andere Physik sich in unserem Kosmosauschnitt mehr und mehr durchsetzt, verschwunden sein.  Tangential an sie angelegt oder dazwischen, zwischen Offenbarungs- und Kosmosdetermination, könnte die änigmatische Dimension oder die änigmatische Tangente „liegen, in oder an der unsere Welt aionisch (zeitentgrenzt) und chronologisch (zeitbestimmt) dawest.

07.11.2522

Über Lebzeiten und Todzeiten. Zu Lebzeiten öffnet sich uns in der änigmatischen Dimension die Dimension der Änigma – Momente die wir „Wunder“ oder „wunderbar“ nennen – unwahrscheinliche, seltene Momente in der Geschichte der Menschen – so unwahrscheinlich, dass es mehr als unwahrscheinlich ist, dass die Änigma Zugriff auf unsere Todzeiten hat, in der sich unser Dasein in Abwesensein, Verwesensein und Dagewesensein auflöst.  Denn zusammengesetzt haben uns die genetischen Kräfte der Genesis unserer Welt, um unsere Gene zu Lebzeiten zusammgesetzt zum weiteren Zusammensetzen weiterzugeben. Wir sind nicht geschaffen, um unser Verwesensein, Abwesen und Dagewesensein in der Genesis der Welt wie durch eine metaphyische Mutter wiedergeboren und wiederzusammengesetzt zu sehen und zu sein. Wohl zu Recht wird in einer Darstellung des Joshua in einem Gespräch von diesem daraufhingewiesen, dass seine Christen im „Himmel“ (Reich seines Vaters) nicht in ihrer sozial-körperlich-sexuellen Identität, also wie im Dasein in der Genesis unserer Welt zu Lebzeiten, zusammengesetzt sein werden. (Zur alternativen These, dass Sterben und Tod „Kehre“ (Abkehr, Umkehr, Rückkehr) ist, etc. siehe ÜdA 2).

06.11.2522

Zu Lebezeiten öffnet es uns bis in die änigmatische Dimension, zu Todzeiten zieht es uns in unsere Welt zurück.

05.11.2522

Unser Tod in der Genesis unserer Welt ist Abwesensein, Verwesensein, aber auch Dagewesensein. In der Genesis der Änigma Dawesensein. Änigmatische Dimension, aionisches Dawesensein unterscheidet nicht zwischen Leben/Tod – Gegenwart/Vergangenheit/Zukunft.

04.11.2522

Zukunft in unser Welt und in der änigmatischen Welt (Dimension): Was in ihr unsere Zukunft „ist„, ist uns Abwesensein.

04.11.2522

Die Änigmatische Ontologie unterscheidet zwischen Dawesensein und Dagewesensein und Dasein/Daseiend.  Wir werden uns bei Gelegenheit auch mit Heidegger darüber beschäftigen. Die Dimension der Änigma/änigmatische Dimension ist Dawesensein, die Temporalität aionisch, nicht chronologisch oder nicht so naturgesetzt chronologisch wie in der Genesis unserer Welt. Was in ihr unsere Zukunft „ist„, ist uns Abwesensein.

03.11.2522

Die Ethik des In-die-Welt-kommens, das obligative Auf-die-Welt-kommen ist änigmatisch, ist akommuniziert Obligation, wir können vermuten, auch die „Ethik“ der Änigma im Blick auf uns, ohne einen Blick auf „sie“ haben zu können.

02.11.2522

Über Änigmatische und Abrahamische – Die Ethik der Ethiken: die obligative Ethik. Das Gebot vor allen Geboten, das Gebot vor und nach den Zehn Geboten: das Gebot Null.

02.11.2522

Über Änigmatische und Abrahamische Ethik. Was Änigmatische von Abrahamischen wesentlich, auch wesentlich ethisch unterscheidet ist das Bild des Menschen und des Gottes. Für die Abrahamischen, vor allem für die zweiten und die dritten, ist „Gott“ der Gott Abrahams, eine vom aljüdischen Volksgott zehrende Über-Vater-Figur, der Abraham erschienen sein soll und von ihm, ohne die Mutter zu fragen, die Opferung seines Sohnes forderte, usw. und der in einem antik jüdisch-altgöttlichen und in einem spätantik jüdisch-christlich-altgöttlichen Umfeld von Patriachen Joshua und Mohammed akommunizierte. Für die Änigmatischen ist der Gott die Änigma, die Überrätselhafte, die das „Dawesen“ ihrer Dimension in unserer als „Dass sie ist, was sie ist“ enträtselt, und die ein Kind, einen Jugendlichen und einen Erwachsenen für alle Menschen, egal welchen Glaubens und Nicht-Glaubens, in einem modernen Umfeld von emanzipierten Frauen, Männern und Feminst*innen akommunizierte. ihr Gebot Null vor den Zehn-Geboten, ihr Gebot aller Gebote an und für uns ist: Du bist dank der ersten und der zweiten Geburt da (vgl. 11.10.2522 Über obligative Ethik), du hast beide Geburten in dir – die natürliche und die obligative -,  sie sind deine Hände und du hast sie in deinen Händen, erhalten von deinen Eltern und von den Händen deiner Eltern, deiner Parentalperson/en. Deine Doppelgeburt ist die Obligation, die Lebensveranwortung für das Leben, deines und des deinen, das Leben eines und aller, schaffe, bewahre, beglücke, befruchte es, das ist deine Obligation vor allen anderen Obligationen, das ist das Gebot Null vor dem ersten und vor dem letzten Gebot. Ausserdem ist ihre änigmatisch akommunizierte Bezeichnung für uns: Du bist nicht Atheist*In, du bist nicht Agnostiker*in, du bist nicht Christ*in, du bist nicht Muslim*a, du bist nicht Buddhist*in, du bist nicht Hindu*, du bist nicht Sikh*, du bist nicht Zoroasther*in, du bist nicht Bahai*, du bist nicht Konfuzianer*, …, denn du bist all das und du bist mehr und du bist weniger – du bist homo sapiens, der dem „sapiens“ würdig ist: „Du bist Philosoph*in, du bist Philosophie„.

02.11. 2522

Über Änigmatische und Abrahamische. Unter Änigmatischen wird es nie Massaker geben wie unter Christen, Muslimen und Juden (unter Juden zuletzt am wenigsten, die hatten es nach der Achsenzeit mit Massaker durch andere wie Römer und Allkhäer zu tun, was Menschen jüdischen Glaubens am Chanukka und am Holocaust-Tag gedenken). Änigmatische sind zu ethisch aufgewachsen und zu kooperativ verwirschaftet, unter ihnen wird es nie wie unter Abrahamischen einen Dreissigjährigen Krieg, nie eine Bartholomäusnacht, nie einen Nord-Irland-Konflik geben.Die Abrahamischen werden lachen und sagen: Das werdet ihr vielleicht 500 Jahre durchhalten, aber nicht 5000 Jahre. Und die Änigmatischen werden sagen: wir werden das 50 000 Jahre und mehr nicht nur durch- und aushalten, sondern feiern, jedes Jahr, jedes Jahrzehnt, jedes Jahrhundert, jedes Jahrtausend werden wir das feiern.

NOTIZEN –

—-in BEARB .—-  Dass die Änigma zu uns „gut“ nicht „böse“ gesonnen ist, ist  kategorisch ein ganz anderes Gut, als das, was wir für uns als gut, schlecht oder böse betrachten.

— In BEARB ——–Änigmatische erarbeiten sich ihren Frieden, ihre Freundlichkeit, ihren kooperativen Zusammenhalt, ihren friedlichen Konflikt Sie töten höchstens in extremer Notwehr Extrembedroher und zwar so konsequent, bis die Bedrohung für sie im Keim erstickt oder ausser Kraft gesetzt ist.  Die änigmatische Ethik ist post-manichäistisch, in ihr gibt weder das absolut Böse, Teufel, noch absolut Gutes, sie baut nicht ontologisch auf der Differenz Böse/Gut, sondern auf deren Grundlage auf. Für Menschen ist diese Grundlage die obligative Ethik, die Ethik, die uns von Auf-die-Welt-kommen zu In-die-Welt-kommen schafft. Natur übergibt uns ihre Schlüssel, Obligation ist unsere zweite Natur. Durch die Geburt kommen wir auf, durch die Obligation in die Welt. Es ist änigmatische Obligation, also höchste Ethik,  Leben auf die Welt und in die Welt kommen zu lassen. Undenkbar für Änigmatische sich untereinander zu töten Die Änigmatische Religion ist so minimalistisch, dass es zu wenig Stoff, Konfliktstoff, für einen ausgewachsenen mörderischen Streit, der die Bewegung spaltet, gibt, und so änigmatisch, dass es zu wenig Halt für „Wahrheiten“ gibt für einen Streit, der extrem ausartet.   ——IN BEARB:_:::: Die ethische Leitddifferenz bewahrt ihre enorme Wichtigkeit unter Menschen und  im Pilzwald, wo wir zwischen giftigen und guten Pilzen unseres Lebens und Wohlergehens wegen differenzieren können müssen. Das wird bleiben, solange wir bleiben auf und in der Welt.

01.11.2522

Was zeitlich grundlegender ist als das, was jetzt zeitlich grundlegend ist, hat früher begonnen, auch wenn es jetzt nicht begonnen hat. Es ist also immer schon dawesend, indessen, was nicht grundlegender ist, wird einmal dagewesen sein.

30.10.2522

Ist nach dem Christentum vor dem Christentum? Der NS-Antisemitismus wurde nicht unwesentlich gefördert und getragen durch christianisierte Einlagerungen von anit-judaischen Memen und Praxen (Predigten, Gebete, Kollaborationen, usw), zudem war er ein unglaublich tödlicher, aber auch machtvoll gestoppter und völkerrechtlich verurteilter Massenwahn, die wenigen habhaft gewordenen Hauptverantwortlichen dafür wurden zur Rechenschaft gezogen. Zur Zeit der NS-Herrschaft in Europa existierte das Christentum bekanntlich auch in anderen Landstrichen der Welt. Das US-und Kanada-Christentum betete für die christlichen Brüder und Schwestern in Europa, betete es auch für die Juden in Theresienstadt?  Was geschichtswissenschaftlich jedenfalls ernüchternd relativiert bis negiert werden muss ist der zu schöne Glaube, dass das nordamerikanische Christentum gegen Hitler-Europa auflief, um die Juden in Auschwitz  zu retten. Militärs hielten es nicht einmal für notwendig, die Bahngleise in die Vernichtungslager zu zerstören – schliesslich wurden dort ja nicht Christen und Christinnen systematisch ermordet  – gegen die kämpte man, gegen die musste gebombt werden! Für die Generalstäbe der Allierten gab es übergeordnetere Bombenziele, höhere Prioritäten im Kampf gegen Hitlers Militärmacht. Doch bleiben wir kurz in der Ideologie, nicht bei den Fakten, also dort, wo das Christentum eh lieber ist: Das  US- und Kanada-Christentum trug über das in Sünde gefallene Europa-Christentum auch für dieses den Sieg fort und „rettete“ damit die Seele des Christentums, rettete damit die christliche Vorsehung: Hitler war das Böse: die Christen Europas sündigten im höllischen Ausmass  (nach J.B. Metz, 1993): aber das zu bereinigen, dafür ist das Christentum, egal, welches, wie geschaffen – das mänichäistische Weltbild und das Wirken der Erbsünde, die verdammte, scheinen weiterhin intakt zu sein. Auch in Italien, in Europa gab es vereinzelte Bürger ohne Religion und Christen mit Zivilcourage, was sie „Nächstenliebe“ nennen, die mit Schindlerscher List ein paar Juden vor der NS-Ermordung retteten. Viel mehr gab es, die das Gegenteil und noch viel mehr, die nichts taten. Alles steht bestens mit dem Christentum, nach dem Christentum ist vor dem Christentum.

30.10.2522

Nach dem Christentum. Über die religiöse Zukunft der Menscheit in der Zeit der Globalisierung (vgl. 24.10.2522 Der Tod des Christentums an Weihnachten 2020). Zur Beteiligung des zweiten Abrahamismus, der auf Kosten des ersten Abrahamismus, des jüdischen, seine religiöse Überlegenheitseksase über diesen etablierte, am „juden“-vernichtenden Holocaust, anders formuliert: zur umfassenden ursächlichen und akszessorischen Beteiligung des antijudaisch grundierten Christentums am NS-Judenpogrom – synchron bis in die USA zu Henri Ford, diachron bis zu Luther, Augustinus und Paulus – findet sich von Habermas-Freund und Theologieprofessor Johann Baptist Metz (gest. 2019) in Kirche nach Auschwitz (1993) vielleicht das umfassendste Eingeständnis eines deutschen (Berufs-) Christen (siehe 03.10.2522 Über andere Weihnachten). Aus Sicht der postabrahamischen Aufklärung ist dieses Eingeständnis nicht unbefangen, umfassend, konsequent, frei und aufgekärt genug. Aus änigmatischer Sicht ist das Sache der Vergangenheit, die nicht einfach vergeht, Sache Gottes/die Änigma, ausserdem setzten sich – partiell? tangential? als Reaktion? – Akommunikationen darüber hinweg und tiefer vor sie hin (obligative Ethik), dabei ethisch in das Globalere, in das Andere des Anderen der Welt als uns Eigeneres gehend. Die Zeit des Nachchristentums begann spätestens in dieser historischen Ruptur und Eskalation des Wahnsinns im 20. Jahrhundert nach Christus. Die Zeit der änigmatischen Dimension, von Gott, Änigma, bleibt indessen zeitlos aktuell und durch uns unkorrumpierbar. Die Zeit der Änigmatischen Bewegung, die Zeit der Zeitenwende weg von der christlichen, hin zur globaleren und grundlegenderen achsenzeitlichen Zeit kann, muss beginnen.

29.10.2522

Über die (mörderische) Permingations- und Sündenbock-Funktion in der Geschichte der Menschheit – Kapitel:  Der Nazi-Antisemitismus und frühere Judenpogrome. Kapitel: Marxistische Konterrevolutionäre (Stalin, Trotzki, Pnom Pen). Kapitel: Die Hexe und der Hexer. Kapitel:  09/11 und andere muslimische Heiden-, Christen- und Judenpogrome. Kapitel: Römische Christenverfolgungen. Kapitel: Verfolger und Verfolgte – Buddhisten- und Hindus. Kapitel: Altjudentum vor der Achsenzeit. Kapitel: Kontra und Gegenkontra – Ägyptischer Monotheimus und Polytheismus. Und so weiter.

29.10.2522

Erlös uns von dem Bösen“ oder Permingation durch Massenwahn: der NS-Antisemitismus (1933-1945): Vom solidarischen  „Ich bin Jude!“ zum hassgeladenen „Schmort in der Hölle!“ : eine Gesellschaft, ein halber Kontintent, macht „den Juden“ massenpsychologisch zum real-virtuellen Fixpunkt eines umfassenden Ablenkungs- und tödlichen Verschleierungsmanövers (vgl. 28.10.2522), zur permingierenden, projektionsaufladenen „Sündenbock-Funktion“ für eine Masse von Nicht-Juden, was übrigens im „tödlichen“ Hexenwahn der Frühen Neuzeit funktional und massenpsychologisch nicht viel anders war. Öffentliche Sympathiekundgebungen für zu „Nazis‘ Juden“ gebrandmarkten Menschen – alle Arbeiter und Arbeiterinnen einer mährischen Schokoladenfabrik kamen mit einem gelben Stern zur Arbeit („Ich bin Jude!„), Petr Ginz kehrte die intendierte Diskrimination gegenpermingierend zur Auszeichnung um und sprach von „Sheriffs“ – gab es selten, und wenn, dann unterdrückten die von Nazis mit Kriegsrechtvollmacht bedrohten Behörden diese mit der Drohung, SympathisantInnen von Juden wie Juden zu behandeln (weniger Lebensmittelkarten, öffentl. Verkehrsmittel; Eintrittsverbote; Sterntragepflicht, etc. (Ginz, 2006, S. 151). Repräsentativer war ein ganz anderes Verhalten. Katholiken, Lutheraner und andere, denen die Nazi-Ideologie nicht geläufig, aber in der „Judenfrage“ sympathisch war, konnte der alteingebürgerte „Juden“-Begriff aus der Kirche helfen, die Augen zu schliessen oder feige weg-, dann gierig hinzuschauen, wurden Juden – die Meiers von neben an – aus ihren möbilierten Wohnungen abgeführt (Götz Aly, 2006, S. 140). Für „Juden“ galt unter dem Nationalsozialismus immer mehr Sartres „l’enfer sont les autres“ („Die Hölle, das sind  die anderen„). Viele von diesen „anderen„, nicht nur vier Männer an der Wannsee-Konferenz, Jan 1941, wollten „Juden“ tatsächlich in der  „Hölle“   – ein christo-manichäistischer Topos – schmoren sehen.  Wenn Sie ganz genau hinschauen, dann steht im Tor von Auschwitz nicht  „Arbeit macht frei“ geschrieben, sondern „Erlös uns von dem Bösen“, ein weiterer manichäistischer Topos der christianisierten Kommunikation, tagtäglich milliardenfach im christlichen Gebet ausgeführt und subtil eingehämmert. Bis zuletzt glaubten auch grob anti-christliche Nazis dass sie von den Guten, von der (christlichen) Vorsehung auf den (christlichen) Heilsplan gerufen worden seien, so mehrmals in öffentlichen Bekundungen ihr Diktator Hitler. Der NS-Antisemitismus ist nicht nur ein „historischer Unfall“, der nur einigen wenigen Männern zu verübeln, sondern  optionale Realisation einer umfassenden Tradition in ihrem Rücken, die wahrscheinlich an sich ein „Unfall“ ist (vgl. 22.10.2522 Strafrechtsreform und obligative Ethik).

(mit Ergänzung und Erweiterung, aus: 26.10.2522 Über Petr Ginz (1928-1944) und Sowjetozid). Zum Juden des 19. Jahrhundert als Paria  – im Deutschen Offizierskorps wurden Juden bis 1945 nicht zugelassen, in Italien schon, eine Jüdin (statt: Frau jüdischen Glaubens) zu heiraten war unter Christen (statt: Männer christlichen Glaubens) verpönt, etc. ist die Literatur mittlerweile unüberschaubar geworden, so auch zum Nazi-Antisemitismus, zu Empfehlen Klassiker: Goldhagen (1996): Die willigen Vollstrecker: Browning: Ganz normale Männer (1998): lies: Ganz normale christianisierte, anti-judaisch infizierte Männer,  siehe ….; weitere Empfehlungen folgen. Zur erschütternd umfassenden,  direkt und indirekt ursächlichen Beteiligung des Christentums am Holocaust findet sich von Habermas-Freund und Theologieprofessor Johann Baptist Metz (gest. 2019)  in Kirche nach Auschwitz (1993)  vielleicht das umfassendste Eingeständnis eines deutschen (Berufs-) Christen, siehe 03.10.2522 Über andere Weihnachten. Aus Sicht der postabrahamischen Aufklärung und aus änigmatischer Sicht nicht konsequent, aufklärend und umfassend genug.

28.10.2522

Über Nazi-Antisemitismus und christianisierte Kommunikation (Über Permingationsfunktionen des Nazi-Antisemitismus).  Dachau war ein KZ für real-politische „Feinde„, dazu zählten „Volksschädlinge„,  die ab 1933 brutal und schnell entmachtet wurden, umso mehr Kapazität wurde frei für die in pogromlogischer Abfolge zwischen 1933 und 1945 in ganz Europa erfolgte Denunziation, Entrechtung, Evakuierung, Ghettoisierung, Vertreibung, Beraubung, Erpressung und Ermordung des Inbegriffs des „Parias“ innerhalb des abrahamisch-christlichen Kontextes, des real-virtuellen „Menschenfeindes“ „Jude“.  Mit dem staatsmächtigen Nazi-Antisemitismus fand auch eine Remobilisierung und Reintegrierung des christlichen Antijudaismus, „der Jude“ als „der Menschenfeind“ (Paulus), „Satan“ (Paulus), Christusmörder, Paria, „Sündenbock“ (Girard) statt, faktisch zum Zwecke der Benachteiligung der kleinen jüdischen und der Bevorteilung der nicht-jüdischen grossen Bevölkerung, damit auch der Dekonstruktion des marxistischen Klassenkampfs zwischen Kapital und Arbeit, seiner Permingation (Überschreibung und Verdrängung) durch eine virtuelle Ersetzung, durch den „Rassenkampf“ und dem Kampf guter Christen gegen böse Juden, einschliesslich der Bereitschaft in der Bevölkerung mit den Nazis – sei es in München, Amsterdam, Oslo, Paris, Prag oder Wien – einen stillen Pakt des Denunzierens und Entsolidarisierens zu schliessen, auch gegen Nachbarn, sollten sie „plötzlich“ „Juden“ sein, d.h. zum vulgärmaterialistischen Nazikonstrukt „Jude“ gemacht worden sein.  Die mächtige Realvirtualität und Permingation des Nazi-Antisemismus verrückte massenpsychologisch die ganze Realität leicht vom Boden weg ins Virtuelle, Imaginäre, Spukhafte. Die echten (echt verrückten) Nazis glaubten an die Geister und Gespenster, die sie gerufen hatten und sie wie die Realitäten, die sie verdrängten, am Ende heimsuchten (noch der Zerstörer der Menschheit Hitler warnte in seinem „Testament“ vor dem „Juden“ – de facto bis vor kurzem ein versprengtes nahöstliches Völklein mit Kleinsekte mit attraktivem Theologieangebot, das zwei Weltsekten permingierten – als „Zerstörer und Feind der Menschheit“). Er blieb seinem Wahnsinn bis zuletzt und vermutlich als letzter treu.

27.10.2522

Über die Entstehung des Heiden-Judentums (Christentum). „Paulus wusste wie kein anderer wie römischen Bürgern, die unerfüllt an Kaiser-Gott und griechische Vielgötterei glaubten, und griechisch gebildeten Pharisäern, die vom Altjudentum intellektuell enttäuscht waren, die jüdische Paria-Religion attraktiv zu präsentieren und gegen das Altjudentum, das hinter ihnen scheinbar stehen blieb, zu behaupten war. Mit dieser Dreifachbegabung, akommunikativ aufgeladen, wurde er zu ihrem Inbegriff des Apostels. Das Zulaufpotential für diese Religion und Überlegenheitsekstase explodierte.“ (aus: 13.10.2522 Über Paulus)

26.10.2522

Über Petr Ginz (1928-1944) und Sowjetozid. Neben dem jüdischen Holocaust kommt der sowjetische Holocaust, neben dem Judozid der Sowjetozid zu stehen, neben rund 6 Millionen ermordeten Juden  einerseits rund 3 Milionen ermordete sowjetische, hauptsächlich russische Kriegsgefangene und Kriegsindustriesklaven, die grossteils erst in den letzten Monaten vor Kriegsende ermordet wurden –  andererseits 17 bis 20 Millionen teilweise systematisch ermordete zivile, städtische und dörfliche SowjetukrainerInnen und SowjetrussInnen, zu schweigen von den im Krieg gefallenen sowjetischen Soldaten und SoldatInnen, die mit den USA und England im Rücken seit Moskau 1942 im grossen und ganzen nicht mehr zu besiegen, nur noch abzubremsen waren.  Tatsächlich verbanden die Nazis auf hinterlistige wie primitive  Art „Juden“ mit „Bolschewisten“, bald gab deren Propaganda auch „Juden-Bolschewisten“ heraus. „Juden“ das waren von Nazis zu „Juden“ gemachte meistens erschrockene, eingeschüchterte tschechische, deutsche, französische, holländische, polnische, ungarische, usw. Bürgerliche, darunter auch die, die zum Christentum konvertierten wie Victor Klemperer oder sonst das Judentum abgelegt hatten. Um das ging es aber nicht,  den Nazis waren „die“ Juden, denen das Judentum egal waren, egal, vulgärmaterialistisch zählte Blutsverwandtschaft: Wichtig war ihnen, dass die Diskrimination „Jude“, „Bolschewist“ und „Juden-Bolschewist“ in der medial präsenten Assoziationswelt, später in der staatlichen Verfolgungs-  und Vernichtungsbürokratie kommunikativ und sozial funktionierte, also ihre politischen Interessen und Ziele bediente. Ihr realer, politisch organisierter Konkurrent in Sachen Demokratie und Antidemokratie, zum „Feind“ überhöht, war bis über die Machtübernahme 1933 hinaus die kommunistische Partei mit Verlinkung mit Moskaus bolschewistischer Regierung und anderen Parteisatelliten in Europa.  Nicht so sehr bio-rassistisch und christo-antijudaisch angelegter Anti-Semitismus allein war massgeblich attraktiv für viele bürgerliche und industrielle Kreise, ein grosses Sammelpotential für die Nazis war die reale Angst vor dem ihren Glauben und Besitzstand angreifenden „Bolschewismus“, der, so Hitler 1931, um Deutschland zu „retten“ (…), „vernichtet“ werden müsse. Der aggressiven Mobilisierung gegen ihren internationalisierten Feind, selber aggressiv, diente die ebenso aggressive gegen „den internationalen Juden- ein Weltproblem„, so titulierte Henri Fords Buch, Leipzig 1922, der in einer trüben Suppe mit Marx, Marxismus, Internationalismus, und dgl. der anti-bolschewistischen Kampfideologie der Nationalsozialisten beigemischt wurde. Hohe Intelligenz und solide Bildung wurden bei den Nazis wie die niedrigste Intelligenz und lotterhafteste Unwisserei in den Dienst der Gewalt, nicht der Wahrheit gestellt. Ihre Ideologien, angefangen mit Hitlers und Rosenbergs, zwei Autodidakten, hatten zwar nicht das wissenschaftliche, aber ideologische Potential von Marx, waren aber auch gar nicht geschaffen worden, um, erstens, die Gesellschaft tiefgründig zu analysieren, sondern um sie mit einem Pappkameraden der Tiefgründigkeit zu plakatieren, und, zweitens, um ihre Gegner intellektuell, sondern um sie mit Gewalt zu schlagen.

———Dachau (1933) war ein real-politisches Gegner-KZ, für die jüdische Vernichtung wurde vor und neben der Rassentheorie, die hoch- und minderwertiges Leben definierte, und ————die unterschwellig bereits die Rassentheorie beinflussende christo-antijudaistische Feindbild-, Paria- und Sündenbock–Funktion „des Juden“ motiviert und mobilisiert, die eine Benachteiligung der kleinen jüdischen Gruppe und Bevorteilung der grossen nicht-jüdischen christianisierten mit sich zog, sowie eine Bereitschaft in der Bevölkerung mit den Nazis einen stillen Pakt /des Denunzierens/Kollaborierens/Entsolidarisierens// zu schliessen, auch gegen die Nachbarn, sollten sie „plötzlich“ „Juden“ sein, also zum vulgärmaterialistischen Nazikonstrukt „Jude“ gemacht worden sein.///

///——————- Auch hier half bei Leuten, denen die Nazi-Ideologie nicht geläufig war, der alteingebürgerte „Juden“-Begriff aus der Kirche die Augen zu schliessen oder feige weg-, dann gierig hinzuschauen. Für „Juden“ galt unter dem Nationalsozialismus immer mehr Sartres „l’enfer sont les autres“.
Mit Blick auf den Vierzehnjährigen Petr Ginz (1928-1944, sechz.) in Prag, dann Theresienstadt, dann Auschwitz, ist leider zu konstatieren, dass er nur im Rückblick diese und jene Chance gehabt hätte zu überleben (er hätte mit Freund Harry Popper (sic) wie Tom Sawyer ausreissen müssen: aber wohin? In die mörderische Ostfront? In das mörderische Reich? In die verbarrikadierte Schweiz? In den tschechischen Untergrund, der von London aus agierte? Petr spielte anderen Streiche, nicht Krieg, als unter Heydrichs Wagen eine Bombe explodierte. Und er wusste, dass der Abtransport – sein Tagebuch zeugt von intensivem Transportgeschehen –  mit Bestechung der Gestapo zu verhindern war (heute wissen wir: ein Aufschub) (Juli 1942, „Man erzählt, für eine Person kostet das 50 000 Kronen„, 2006, S. 115) und es sie „schützte“, die Wohnung auf die nicht-jüdische Mutter anzumelden (S. 121), unvorstellbar, weil gut verschleiert blieb, Todestransporten aufzusitzen, bis zur Rückkehr aus Theresienstadt, beruhigen seine Eltern,  dauere es nur „ein paar Monate“  (S. 121). Die hohe Verfolgungs- und Vernichtungsintensität von Juden (im grössten Judenpogrom der Geschichte) und Slawen im Osten hatte mehrere Gründe, mindestens aus drei, nicht nur aus einem Grund wurden er und seinesgleichen disloziert, deportiert und ermordet: er war Jude (Mutter nicht) und geriet damit in den mehrstraligen Judozid-Strahl der Nazis, er war Raumbesetzer, geriet damit in den mörderischen Siedlungsplan-Strahl der Nazis, und er war diskriminierte Minderheit, geriet damit in den tödlichen Indifferenz-Strahl vieler Nichtdiskriminierten. Petr Ginz, mit jüdischem Vater und nicht-jüdischer Mutter ein idealischer, mit 14 Jahren ein natürlicher Grenzgänger der Erwachsenenwelt war mit dem Grenzverlauf zwischen „Juden „und „Arier“ bestens vertraut (S. 58), gewahrte nur vage die Schlinge, die sich um ihn legte, sogar in Theresienstadt schloss er die „körperliche“ Vernichtung aus, „einziges Ziel“ (S. 128) sei die geistige und moralische. Das entsetzte, unterdrückte ihn nicht: „wir schaffen uns selbst ein neues und fröhlich jubelndes Leben!„. Über „Juden“ und „Arier“ verfasste er sogar ein Gedicht: „Heute weiss  gar unsere Trude, wer ein Arier und wer ein Jude, …“ Schlusssatz : „Nach Vorschrift lebt er, so es geht. Seine Zufriedenheit ist sehr stet“ (S. 62) – nicht in den Sinn wäre es ihm gekommen, oder wollte es nicht kommen, pessimistisch: „Seine Zufriedenheit noch ist sie stet“ zu schreiben. Vielleicht ist „…ist sehr stet“ ein betont Mut machendes, das Fatum kindermagisch und religiös bannendes Statement. Ähnlich wie das in Theresienstadt. Vielleicht schrieb Petr Ginz hier nicht das, was ihn in Anflügen ängstige, dafür – das sah er – gab es Grund, doch Kriegszeiten verirrlichtern klare Signale, und wollte er vor allem niemanden hassen. Sein Leben – mit 14 schrieb er am zweiten, am dritten Roman – galt Bedeutenderem und Positiverem.

25.10.2522

Was Hegel aufhob und Nietzsche anfing – beende und resete ich, beendet und resetet „es“.  Allein „mit Vorsatz“?  Daran glauben vielleicht Kantianer. Seit Nietzsche wissen wir dass ES dem Ich vorgeht, nicht erst seit Freud. Grosse Zeitenwenden des Geistes, Dammbrüche der Kultur, neue Ströme und Kräfte schlagen eher wie Naturen des Es als des Ich aus.

24.10.2522

Der Tod des Christentums an Weihnachten 2020 n.Chr.. Am 25. Dezember 2020 christl. Zeit starb das Christentum durch zwei lichte Momente und Erschütterungen, selbst wenn seine Gespenster und Geister noch lange erhalten bleiben. An Weihnachten, an dem Tag, den die christliche Überlegenheitsekstase ihren feierlichsten nennt, leuchtete erschütternder als je zuvor ein, wie und wo das Heiden-Judentum entstanden ist (vgl. 14.10.2522 Über Paulus) warum ich es verlassen habe (genauer: es mich nicht erreicht hat) und es zu Recht und mit Grund im historischen Archiv enden wird. Magischer Zufall oder Fügung, an diesem Tag  wurden auch die grössten Verbrechen am alten Judentum erschüttend klarer denn je: Permingation (Umschreibung und Entkernung) durch Paulus und teilweise Negation (Ausrottung) durch den Holocaust, und klarer denn je, dass die verlogene Aufschrift am Tor von Auschwitz „Arbeit macht frei“ der Satz „Erlös uns von dem Bösen“ aus dem Hauptgebet des Christentums die „ungelogene“ Aufschrift ist (siehe 11.10.2522 Über Lyotard über Auschwitz I-III) sowie die grösse und längste „historischer Wurzel“  (Metz)  oder umfassendste Ursache des Holocaust der Antijudaismus und die Judenprogromtradition des Christentums ist (siehe 03.10.2522 Über andere Weihnachten). Endlich wurde klarer denn je – je nach dem, wie es in die eigene Weltanschauung passt – dass eine Zeitenwende ihre lichten änigmatischen Momente sendete oder „reiner Zufall“ sich sendungslos sendungsreich zu dieser macht.

23.10.2522

„jemanden beseitigen“ hat mehr permingativen  Zug, weil räumliche Vorstellung beinhaltend, als „jemanden töten“. Jemanden permingieren heisst ja auch, jemanden vom Platz verdrängen und möglichst von dort verdrängt halten. Wenn ein Löwe über die Marke eines anderen Löwen seine Marke setzt, will er diesen im markierten Revier, jetzt das seine, nicht mehr wiederkehren sehen, er will also nicht gegenpermingiert werden. Sonst kommt es zum Kampf um Anerkennnung, wer der Herrscher im Revier ist, wer also die letzte, die geltende Marke setzt. Wieviel Tier, das das Bein hebt, doch in unserem Denken ist!

22. 10.2522

Strafrechtsreform und obligative Ethik – ein Paradigmenwechsel: Strafffällige werden nicht bestraft zur Strafe, Menschen werden zur Nabelschau, werden zur obligativen Ethik verurteilt – sie weisen nicht nur einen sozial-ethischen „Entwicklungsbedarf“ auf, sondern ein grundlegendes sozial-ethisches Entwicklungspotential, das zu entwicklen und zu studieren sie in Haft und Haftung genommen werden. Auf diesem baut der obligativ-ethisch orientierte Strafvollzug, baut die Haftanstalt für obligative-Ethik auf. Die Betonung liegt nicht auf der Trennung Straffällige, Strafffreie, sondern postmanichäistisch auf der gleichen Grundlage//, in allen Menschen ist obligativ-ethische Grundierung partiell „invariant“ vorhanden.  Die unterschiedlich grosse Variable ist das Strafrecht und die Gesellschaft selber, die unterschiedlich dynamisch und veränderbar ermittelt und vermittelt, was als legal und illegal, strafbar und straffrei gilt. Ein Evergreen im Strafvollzug der mündigen Menschheit sind „niedrige Beweggründe“, ist Mord aus niedrigen Beweggründen, seit mind. 200 000 Jahren: der worst case der obligativen Ethik: die tiefste Verletzung der Obligation und die tödliche eines Menschenkörpers (vgl. 11.10.2522 Über obligative Ethik). In der manichäistischen Zeit der christlichen Hexenverfolgung wurde Kindern Mord durch Hand und Mund des (mündigen) Teufels, deshalb die Todesstrafe, der Scheiterhaufen, zugewiesen: aus moderner, post-manichäistischer Sicht: ein gesellschaftlich und ethisch verblendeter Justizmassenmord, damals aus massgeblicher Herrscherperspektive vor Ort eine notwendige und gute, das christliche Gemeinwohl und den christlichen Glauben schützende Massnahme. Nicht an jedem Ort herrschte damals diese Ansicht. Eine ähnlich einfache, manichäistische Ansicht und Praxis wird uns bei den Nazis des Holocaust wieder begegnen: sie schützen „bloss“ das Ariertum vor dem Inkarnat des Bösen, was sie in Auschwitz tun „müssen“, ist für die Guten notwendig und gut, auch für die guten, besonders arischen Christen – im Irrsinn verdrängend, wie sehr Jude Christus war – wird der „Menschenfeind“ (Paulus) aus der Welt geschaffen. Der tatsächliche Menschenfeind permingiert den zum Feind reduzierten Menschen als „Menschenfeind„: ihn zu beseitigen ist präventive Notwehr (und Raumgewinn). Was zum Guten, wie wir wissen, weder wahr ist noch geschah.  Was allerdings auch nicht aus der Welt geschaffen wurde ist die manichäistische Verurteilbarkeit von Menschen, sie ist, um mit Derrida (1995) zu sprechen, ein „Gespenst„, ein spukbereiter Wiederkehrer geblieben. Ein Evergreen in der Menschengeschichte ist also gemeiner Mord, während eine neue hochkomplexe Facette der alten Gier kriminelle Cum-Ex-Geschäfte sind.

21.10.2522

Theorien, darunter theoretische Schnellschüsse, finden ihre Bewährung in einer Realität, die in der Regel nicht so schnell schiesst, oder treffen auf Preussen.

20.10.2522

Über Strafrechtsreform Aus Sicht der obligativen Ethik ist die Haftanstalt eine Trainingshaftanstalt für angewandte obligative Ethik. Straffällige werden nicht bestraft, Internierte werden zur obligativen Ethik verurteilt.  „Vollzugsdienst und Bewährungshilfe“ nennt das eine Behörde der Züricher Strafjustiz und definiert als ihren ethischen Zweck  „Übernahme von Eigenverantwortung und soziale Integration der Straffälligen gehören zu den wichtigen Zielen der Bewährungs- und Vollzugsdienste. Die Mitarbeitenden berücksichtigen in ihrer Arbeit die spezifischen Delikte, das Risikopotential und den Entwicklungsbedarf der Klientschaft.“ 

Hinter diesem „Entwicklungsbedarf“ liegt auch ein obligativ-ethisches Entwicklungspotential dieser „Klientschaft“ von dem die obligatorische Ethik grundsätzlicher und prioritärer als diese erfahrene, in die reale Praxis eingebundene Justizbehörde ausgeht. Der Begriff „Straffällige“ als komplett die Person einförmig zudeckende Personenbezeichnung, nicht als Adverb oder Adjektiv, wird abgelehnt.

Die Gesellschaft hat es nicht gewollt, für jemanden auch noch zu zahlen, der straffällig geworden ist, eh schon Kosten, Schaden, allenfalls Leid erzeugt hat. Sie hat keine Lust, ihm ein Einzimmerappartment zu finanzieren. Verständlich. Die Bringschuld liegt nicht bei ihr. Er (oder sie) muss es jetzt etwas liefern, nicht sie. Ihr prinzipiell widerwilliges Investment in diese Personen, hat auch ihr etwas zu bringen, einigen genügt, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden. Danach sollten sie das tun, was sie tun:  „Eigenverantwortung“ übernehmen und sich in die Gesellschaft integrieren. Aus Sicht der obligativen Ethik ist das zuwenig, langfristig auch zu teuer, Ethik lässt sich trainieren und gerade diese Personen zeigen an, dass sie Training und Nachbesserung an ihrer obligativ-ethischen Grundlage oder von dem, was von ihr übrig blieb, nötig haben. Die Idee, die hinter der EFHA-Strafrechtsreform steckt ist die, dass die Haftanstalt hauptsächlich mit dem obligativ-ethischen Entwicklungspotential der Inhaftierten ihre Entwicklung potentiert.  Eigenverantwortung kann erst haben, wer seine obligativ-ethischen Potentiale ausschöpfen, erkennen und lenken kann. Haftstrafe als Pflicht zum obligativ-ethischen Studium bedeutet, dass sich die Internierten nicht frei sozialisieren oder isolieren können solange und wie sie wollen, sondern verurteilt sind,  ohne die Wahl zu haben, ob in einem Zweier-, Vierer- oder Einzel-Zimmer und mit wem, nach Semester- und Stundenplänen sich mit sich und anderen  auseinandersetzend Ethik zu studieren und zu trainieren im Sinne der Entwicklung von Eigentverantwortung und Integrationsfähigkeit in die Gesellschaft, im Sinne, ihre Bringschuld, ihre Obligation, der Gesellschaft, der sie auf der Tasche liegen,möglichst zurückzugeben, insofern auch ihren Verlust, den sie für die Gesellschaft bedeuten. Jeder, jede, die geläutert aus der Haftanstalt und dem Studium und Training der obligativ-ethischen Grundlagen kommt, ist der geläuterten Gesellschaft hochwillkommen.

Die EFHA-Haftinsassen  werden durch einen Einstufungs

Zum Beispiel in Aufsätzen mit Fragen wie: Warum sitze und schreibe ich hier? Was ist der Sinn von Gesetzen? Wann machen Gesetzesübertretungen Sinn, wann nicht? warum? Was heisst „gerecht“? „Wie geht es dem Betroffenen? Warum tat ich das und werde ich es wieder tun? Ist meine Strafe angemessen oder zu gross? zu klein? Hätte ich mich freigesprochen, wäre ich mein Richter gewesen? Warum? Warum nicht? Was müsste anders sein, dass ich solche Taten sicher nicht mehr machen würde? Wäre ich reich oder glücklich, hätte ich dieses Verbrechen begangen? Was muss ich besonders ethisch trainieren? Bin ich kaltblütig und warum ist es mein Freund X nicht? Was war mit mir los, dass ich das getan habe? Hat sich seit meiner Verurteilung und dem Studium in der EFHA bei mir etwas ethisch verändert? Wenn ja: was? Was ist der Grund dafür ? 

Judo, Tai-Chi—-. Die traditionellen Grundregeln dieser zeitlosen Sportarten wie gegenseitiger Respekt, Fairness, geistige und körperliche Kontrolle über sich, Höflichkeit, Kollegialität werden dabei vor, während und nach der Kampfübung eingeübt, zudem ist der Pflichsport – an dem auch Aggression auf dem Platz abgelassen und gelassen werden kann und soll – gut für die Gesundheit (Qi-Gong, Yoga, usw.). Knast-Mucki-Buden gibt es nicht mehr, in die kannst Du in der Freiheit wieder gehen. Spinning und anderes sind Teil des obligatorischen Sportunterrichts.

20.10.2522

Über Strafrechtsreform. Ethik kann trainiert werden – soviel zur Strafrechtsreform. Die obligativ-ethische Grundprägung (siehe 11.10.2522 Über obligative Ethik), weil sie da ist, weil jeder, jede von ihr tangiert ist, kann ausgebaut, intensiviert, trainiert, antrainiert, eingeübt, praktiziert und studiert werden.  Allerdings anders als durch frömmlerische Exerzitien, Beichten, Fasten und Einpauken der Zehn Gebote oder Paragraphen eines Grundgesetzes. Auch durch das blosse Einkerkern in eine Zelle geht es nicht. Wenn Gesetzes- und Ethik-Verbrecher zur Strafe etwas machen müssen, was ihnen und der Gemeinschaft gut tut – dann Ethik trainieren und studieren. Das wird für einige eine wirklich harte Strafe sein.

Beim Eintritt in die EFHA gibt es einen Einstufungstest. Höhere Semester mit genügendem, gutem und sehr gutem Ausweis (also alle) führen ein und betreuen als persönlicher Betreuer  „Erstsemestrige“ und untere Semester der EFHA, sie und die Betreuung absolvieren Hausaufgaben, andere korrigieren und benoten sie, etc., das heisst das Studium tragen, organisieren, exekutieren die Insassen grösstenteils selber, mit wenigen externen Mediatoren, Supervisoren, DozentInnen, Hausaufgaben, Zwischenprüfungen, etc. laufen über ein EFHA-Intranet. Jeder Insasse, jede Insassin hat ihren EFHA-Laptop mit Intranet.  Für Blödsinn fehlt die Zeit, statt Gang-Hierarchien, gibt es Studiums- und Leistungshierachien, besondere Mittelbau- und Dozentensitzungen. Die EFHA generiert nicht nur ihr Studium grösstenteils selber, sondern soziale Anerkennung und Anerkennungsstufen, damit auch sozial und persönlich nützliche Kompetenzen – auf dem Weg, Eigenverantwortung zu übernehmen und in die Gesellschaft zurückzufinden.Die EFHA ist eine Art Internat, in dem Big Brother ausnahmsweise herrschen darf. 

19.10.2522

Boote, Boten und Botschaften – die Neu- und Heiden-Juden – also die Christen – waren die ersten, die das Mittelmeer zum Internet machten. Die Blogger schrieben anonym und unkontrollierbar viel, kaum zu kontrollieren. Angesichts des Zulaufs mussten unbedingt Richtlinien, Formate, Formeln, Regeln und Regulierungen eingeführt werden. Es fanden Exkommunikationen, Verweise, Verwarnungen statt, dann Kongresse, es ging nicht anders.

18.10.2522

Nach den wichtigen Funktionen in Spätantike Mittelalter und Frühe Neuzeit (Hospitäler, Archive, Landwirtschaft, usw.) Las Casas – das Christentum retten. Las Casas wäre einer der grossen Favoriten für die Image-Aufpolierung des Paulino-Christentums- Vitoria zum Völkerrecht – und dann, wieder in Lateinamerika, die linke „Befreitungstheologie“. Las Casas ist wie Bonhoeffer, die nicht typische Minderheit von Leuten, die meinten aus „christlicher Überzeugung“ zu handeln und nicht bereit waren, der Barbarei, der Raubmörderei  Recht zu geben, dafür Risiken auf sich nahmen -, de facto unbewusst es aus  ihrer obligativ-ethischen Grundprägung heraus tun, die bei ihnen besonders charakterstark und intelligent ausfiel, christliche Ideologie mag als Verstärker und massgebliche Appelinstanz gewirkt habe, die allerdings bei der riesigen Mehrheit verpuffte oder versagte, tief in sie verankert oder Grund gefasst haben, dürfte sie von daher kaum. Sie deduzierten Gefühle anders, in ihnen rationalisierte sich Empathie, empathierte sich Rationalität anders bis in die Verhaltensweisen, sie besassen höhere Resilienz gegenüber Einschüchterungen. Bei Las Casas half wahrscheinlich weniger der direkte Draht zu Gott als die persönliche Protektion des Kaisers (Karl V/Philipp II). Sie blieben unkorrupt anständig, später werden sie dafür Selig- oder Heiliggesprochen von ihrem Glaubensverein. Wer sieht die Ironie.

00.00.2523 

In diesem Blog werden Texte nicht nur wie fertige Gerichte schön auf Tellern präsentiert, sondern Einblicke in die Küche, in die Werkstatt, in die Prozesse davor ermöglicht – einiges bleibt halbgar stehen, anderes verworfen, anderes wird später aufgegriffen und fertig angerichtet.

17.10.2522

Aus Gründen corona-bedingter Arbeitsblockierung, Bibliothekssperre – Arbeit an Über die Anfänge  – ansonsten fehlt Literatur, Ambiente, Ausleihen, Personal, Cafeteria, etc.

16.10.2522

3 Bücher sind eingetroffen. Hitler – Mein Kampf – Eine kritische Edition (2016). Zwei schwere Wälzer mit Grossformat, das nicht in die Hand passt, nicht mal in einen kleinen Rucksack. Meine alte Mein Kampf Ausgabe ist eine Bestseller-Taschenbuch-Ausgabe (239.-240. Auf.) von 1937 (nicht die meines SA-und-Frontsoldat-Grossvaters mütterlicherseits), eine Front-Ausgabe…. Schon immer wurde mit Buchformaten Politik gemacht, im 18. Jahrhundert sollten schwere und teure Folianten verhindern, dass ungehörige Ideen leicht fortgetragen und schnell verbreitet werden, handliche billige Taschenbücher in möglichst vielen Taschen, Händen und Köpfen  umziemliche Gedanken in Umlauf bringen. Dennoch braucht es für das Studium eine  erschwingliche kleinformatige Studienausgabe von Mein Kampf für die, die von Internet-und Tablett-Leserei nicht allzu viel oder zu wenig in den Händen halten. Ebenfall heute eingetroffen – Petr Ginz (1928-1944): Prager Tagebuch 1941-1942 – Petr wurde nach zwei Jahren Theresienstadt als aufgeweckter, begabter, hoch liebenswerter 16 jähriger Junge in Auschwitz ermordet. Auch eingetroffen ist Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten (zu denen Levi gehört). Und Auschwitz heisst: „nicht nur in den Lagern, sondern auch in den Ghettos, hinter der Ostfront, in den Polizeirevieren und in den Anstalten für Geisteskranke“ (it. 1986,  – 2. Aufl. dt. 2018).

15.10.2522

In Israel wird den Opfern des Holocaust, der Shoa, alljährlich ein Gedenktag, der Jom haScho’a  am 8./9. April, gewidmet,  Deutschland und der Bundestag gedenken offiziell am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Nach dem Kalenderwechsel von der christlichen zur achsenzeitlichen Zeit sollte die ganze Welt, auch China, den 25. Dezember dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, von  „Juden“ über Homosexuelle bis zu Kommunisten, widmen,  während an diesem Tag Christen und Christinnen Bratgänse essen und ihre  religiöse Überlegenheitsekstase über das Judentum feiern. Eingedenk des Antijudaismus und der Pogromtradition des paulinischen Christentums ist ehemaligen Christen und Christinnen der Appetit nach Bratgänsen und abrahamische Überlegenheitsekstase vergangen, stattdessen feiern sie am 25. Dezember die Opfer des Holocaust und aller Massen-Morde im Kontext der europäischen Christianisierung („Hexen“, „Marranen“, „Juden“, „Sodomiten“, „Freigeister“, „Ketzer“, „Heiden“ (Lateinamerika; Sachsen im Frühmittelalter, usw.). Der globale Holocaust-Gedenktag sollte auch der offizielle Zukunfts-Bekundungstag, der alljährliche Erklärungstag sein, an dem kollektiv erkärt und der Wille bekundet wird, dass sich solche Mega-Genozide nicht wiederholen, was angesichts der steigenden Waffenarsenale faktisch jederzeit möglich geworden ist in unserer Welt.

14.10.2522

Über Paulus.  Das Weltzentrum des Christentums ist Tarsus, heute an der türkischen Mittelmeerküste gelegen, eine Stadt, die zwischen Rom, Athen und Jerusalem lag, wo Weltreich, Weltphilosophie und Weltgott nicht Provinzen der Welt abdeckten, sondern „die“ Welt schlechthin waren. Es lag in der Luft von Tarsus, dass in einem römischen Bürger, griechisch gebildet und Jude Bedeutendes entstehen konnte, dafür hatte Tarsus die richtige Mischung und Distanz zu diesen drei Zentren, geographisch wie geistig, verbunden durch ein gemeinsames Medium, das Mittelmeer, und ein geistig-religiöses, das sich die nächsten drei Jahrhunderte per Boote, Boten und Botschaften verbreiten wird, Paulus rückt später geographisch und geistig noch mehr ins Zentrum dieser drei grossen Pole, nach Korinth (von wo aus er auch die Römerbriefe, zumal Röm 1, verfasste und absendete).  Allein die räumliche Distanz zu diesen drei Imperien gewährte eine gewisse Unabhängigkeit und Freiheit, die die römischen Magistrate, die graecisierten Pharisäer und die jüdischen Gemeinden von Tarsus zu schätzen und zu nutzen wussten, sogar eine offiziell geächtete Juden-Gemeinde, die an den Messias glaubte,  wurde hier toleriert, davon ausgehend, dass Saulus sie als Zollbeamter für ihren unerlaubten Aufenthalt zahlen liess, aber nicht vertrieb. Voreilig könnten Hegelianer sagen, in Paulus von Tarsus fand eine  Synthese von Rom, Athen und Jerusalem statt, die die Welt veränderte. Doch das ist sachlich zu unvollständig, zu personalistisch und zu voreilig gerurteilt.  Wolfgang Stegemann (2013) nannte – nach Nietzsche – Paulus  „Diskursbegründer einer christlich-jüdischen Kultur“  (S. 154) das trifft es eher. Wahrscheinlich ist, dass erst in Tarsus, nicht in Jerusalem sich die „Heiden-Juden“ etablierten und mit weiteren jüdischen Gemeinden, die an den Messias glaubten, vernetzten, dass die kleine, offiziell verurteilte paria-jüdische Gemeinde in Tarsus, die 30 oder 40 n.Chr. aus Jersusalem kam (angeblich soll es nach Jeshuas Hinrichtung in Jerusalem noch über Jahre hinweg eine paria-jüdische Gemeinde gegeben haben – ? (bei dünner Quellenlage)), die „Urzelle“ des paulinischen Heiden-Judentums bildete, wie wir es heute unter „Christentum“ kennen. Unsicher ist, da keine Schriften aus den ersten Jahrzehnten überliefert sind, woran genau diese jüdische Paria-Gemeinde in Tarsus glaubte, als Quelle lassen nur Paulus Briefe und ebionischte Fragmente, die Paulus als Apostat ablehnten, indirekt Vermutungen darüber zu, sicher glaubten sie daran, dass ihr Messias aus dem Hause Davids erschienen ist, unsicher, welcher: ob der König der Juden, der bald mit dem Reich seines Gottvaters für immer zurückkehren wird oder der Gottgesandte, der kurzfristig auferstand und die ewige Rückkehr mit seinem Gottvater auf die lange Bank schob  oder der Prophet, der als normaler Mensch zur Welt kam, von Gottvater akommuniziert und radikalisiert wurde, und, falls er davor stirbt, auch nach dem Tod Mensch bleibt bis zur nahen Ankunft des Reiches seines göttlichen Vaters, Gott des Hauses Israel. Wir wissen, dass Paulus (nach ihm Matthäus usw.) für die zweite Version bereit war am Kreuz den Tod seines göttlichen Vorbildes zu sterben, nichtsdestotrotz, dass historisch-wissenschaftlich mehr für die dritte Version spricht (die atheistische Version, das Ganze für einen kultivierten Aberglauben zu halten ohne transnaturale Substanz, mit der Sloterdijk (2020) nicht ganz so überzeugt wie auch schon, flirtet, wird hier nicht weiter diskutiert). 
Das Gerücht, Joshua, der Sohn Gottes, sei auferstanden, begleitet von einem Engel, um den Missionsbefehl auszuteilen („..gehet hin machet alle Völker zu meinen Jüngern, taufet sie auf den Namen des Vates und des Sohnes und des Heiligen Geistes...“) um diesmal völlig sang- und klanglos abzugehen, das sieht, mit etwas Abstand betrachtet, wie paulinisierte Nachdichtung einschliesslich etablierter Bet- und Beschwörungsformeln aus –  lange nach dem frisch konvertierten Paulus (um 50 n.Chr.?) fixiert -, dennoch mag den Saulus das Gerücht von der Auferstehung, das die jüdische Paria-Gemeinde kolportierte, elektrisiert und spätestens dann, als ihm Joshua als Akommmunikation erschien(en sein soll), von seiner Richtigkeit überzeugt haben (enter Paulus). Als gesellschaftlich hoch angesehene Person, hochgebildeter Phärisäer und römischer Bürger von Tarsus wertete er mit seinem Eintritt in die jüdische Paria-Gemeinde diese insgesamt auf, sie wird ihm sein Erscheinungserlebnis gerne geglaubt und ihm seine „natürliche“ Führerrolle kaum streitig gemacht haben, seine tiefe Überzeugung erzeugte vielmehr grosse Hoffnung und Bestärkung im eigenen Glauben, mit Paulus öffneten sich was ihre Expansion und Mission betrifft zudem ganze andere Horizonte und Chancen.
Während die altjüdischen Gemeinden (zunächst) in sich verharrten, expandierten die für Heiden geöffneten heiden-jüdischen Gemeinden. Paulus wusste wie kein anderer wie römischen Bürgern, die unerfüllt an Kaiser-Gott und griechische Vielgötterei glaubten, und griechisch gebildeten Pharisäern, die vom Altjudentum intellektuell enttäuscht waren, die jüdische Paria-Religion attraktiv zu präsentieren und gegen das Altjudentum, das hinter ihnen scheinbar stehen blieb, zu behaupten war.  Mit dieser Dreifachbegabung, akommunikativ aufgeladen, wurde er zu ihrem Inbegriff des Apostels. Das Zulaufpotential für diese Religion und Überlegenheitsekstase explodierte. Paulus sass diesem Trend auf und verstärke und steuerte ihn über das Medium, das sie alle, Tarsus, Rom, Athen, Jerusalem, verband, das Mittelmeer, mit Booten, Boten und Botschaften. Aus Heiden und Juden wurden Heiden-Juden, später Christianer, noch später Christen, heute können wir sie Paulinisten nennen. Nun selber von Joshuas übernatürlicher Existenz überzeugt, da sie ihm akommunikativ z.B. in einem wie physisch real erlebten Traum oder Tagtraum begegnete, ging es ihm leicht über die Lippe von Joshua als „Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten“ zu sprechen, ihm, oder sicher einer späteren Redaktion, die nur die paulinistische Überlegenheitsekstase akzeptierte und für paulinisierte Nachdichtungen in ihrem Sinn und formelhaften Format zeichnete, wovon auch der Eingang des Römerbriefs zeugt, sicher eine spätere Hinzufügung („Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel...  lies: akommuniziert  von einer Joshua-Erscheinung, seitdem „wohnt der Geist Gottes in ihm“ -.. um unter allen Völkern Glaubensgehorsam aufzurichten um seines Namens willen...). 
Weltmission hiess Öffnung der minoritären Judengemeinde für die riesige nicht-jüdische Bevölkerung, die nicht beschnitten und nicht von Gott Adams auserlesenem Volk war – Paulus muste also tief in die Rhetorikkiste  greifen, um für die neujüdische wie heidnische Seite akzeptabel und attraktiv diese Unterschiede zwischen ihnen zu nivellieren- aus der sichtbaren physischen Beschneidung der Penisvorhaut eine unsichtbare geistige Einritzung (oder die Taufe) und aus der  diskriminierenden Auserlesenheit durch den jüdischen Gott eine gleiche Sündenhaftigkeit („…denn wir haben soeben bewiesen (…),  dass beide, Juden und Griechen, alle (…) unter der Sünde sind…“ (Röm 3) – sowie eine auserlesene Gleichheit aller vor dem jüdischen Gott zu machen . So heisst es in seinem Sendbrief an die römischen Heiden-Juden: „Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott“. Modern gesagt. Vor dem Gott Abrahams sind alle gleich (Klammer auf: wenn sie denn diesen Gott als „den“ Gott, nicht einen provinz-universellen Gott des Hauses Israel betrachten und die ganze manichäistische Ethik und Paulus gewievte „Alle-sind-Sünder-Unterstellung“ mitschlucken. Ausserdem eine v ö l l i g inakzeptable Gottinterpretation für Altjuden. Klammer zu).
„Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen. Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, vornehlich den Juden und auch den Griechen.“ (Röm 2). Prinzipiell solle ja konversionswillige Römer, Griechen und weitere Juden, Jüdinnen nicht davon abgehalten, sondern angelockt werden, in die wahre Religion, in Paulus Format einer heiden-jüdischen Religion einzutreten.  Immer weniger Juden kamen aus dem Judentum,  immer mehr gewannen Heiden-Juden aus anderen, und mit jeder nächsten Generation aus eigenen religiösen Hintergründen an Definitionsmacht. Die Römer begannen angesichts der rasanten Expansion dieser Juden-Heiden-Sekte mit ihrer brutalen Verfolgung (die neronische war die erste in deren Folge wahrscheinlich Paulus hingerichtet wurde (64 n.Chr.)) und beförderten dadurch, zu einem Zeitpunkt, in dem sich die erste christliche Redaktion konsolidierte, den paulinischen Antisemitismus unter den Verfolgten: das positive Bild ihres Joshuas als göttlicher Märtyrer und das äusserst negative Bild der gottlosen Römer – die Absurdität eines Nero als „Gott“ musste sie hysterisch lachen gemacht haben  – und der satanischen Juden, die einst ihren Messias, nun sie verrieten und wie in Jerusalem gerne sehen würden, dass sie zugrunde gingen (diese negative Unterstellung mutierte später zum Judenpogrom-Topos der Juden als „Christenmörder„, der sich von Luther bis Hitlers „Mein Kampf“ kolportiert). Der verbale Niederschlag des Juden als „Satan“ findet sich vermutlich spätestens seitdem im neutestamentarischen Schriftwerk, das in einer Zeitlos-Suppe schreibend (ein Graus für die Geschichtswissenschaft!) sich sowohl auf die Zeit des Joshua in Jerusalem zurückprojizierte als auch dieses in die Gegenwart hinprojizierte. Aus Sicht der postabrahamischen Aufklärung aber auch aus änigmatischer Sicht mit einem Gottbegriff, der nicht provinz-universell und ausgesprochen männlich ist, ist das meiste von dieser Religionsgeschichte für das historische Archiv. Wir verstehen immer besser, warum diese Menschen glaubten, was sie glaubten, aber auch immer besser, warum wir ihnen nicht folgen.

13.10.2522

Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Eine Projektions-  und Aktionsfläche für obligative Ethik. Kalt nutzen Kriminelle hier die Risikobereitschaft und Existenzsorge v.a. von jungen Männern, dort die obligativ-ethische Grundprägung von EuropäerInnen aus. Enden wir das, wenn die Afrikanische Union die Verantwortung über die Migration auf ihrem Kontinent zu übernehmen versteht und Migrierende (mehrheitlich) in voller Selbstverantwortung legal und sicher migrieren können, vielleicht immer mehr innerhalb Afrikas und nach Asien, statt nach Europa.

12.10.2522

In der Corona-Pandemie kommt die grundlegende Ethik der Menschheit, die obligative Ethik hinter Konzepten wie „christliche Nächstenliebe“ zum Vorschein,  unübersehbar in in der Pflege, in der Forschung, in der politischen Kommunikation.

11.10.2522

Über obligative Ethik und das Ende der „christlichen Nächstenliebe“ . Dort, wo es um Solidarität oder solidarische Hilfsbereitschaft für alle Lebewesen, vor allem Menschen in Not geht, braucht es das theologische Wort „christlich“ und das pathische Wort „Liebe“ nicht unbedingt. Der eine Begriff ist theologisch überfrachtet, der andere pathisch überladen.  Das Wort „christlich“ ist ein theologisches Konzept, das in eine heiden-jüdisch-religiöse Mission eingebunden ist, basierend auf einer manichäistischen Ethik (Nächstenliebe/Fernstenhass), die nicht nur trival, sondern mit ontologischem Überbau zwischen dem Guten und dem Bösen unterscheidet – all das muss nicht mitgeschluckt, muss nicht implizit mit- und weitergeführt werden, wird für den menschlichen Umgang und den des Lebens eine andere Deutungsweise und Begrifflichkeit verwendet. Sozialer Humanismus, humane Solidarität, Hilfsbereitschaft, Zivilcourage, Empathie, Kooperation, Unterstützung, usw. funktionieren ohne theologischen Ballast und ohne pathische Überladung.  Das Wort „Liebe“ wurde für besondere Gefühle, statt für ein allgemeines, und für wenige ausgesuchte Menschen, statt für alle, geschaffen. Die Ernüchterung dieses bis zum Exzess ausgedehnten Begriffes „christliches Nächstenbliebe“, seine harte Landung war in ihm angelegt und mehr als das: im Holocaust kulminierte der Defekt der paulino-christlichen Nächstenliebe, aus änigmatischer Sicht, irreparabel. Der Holocaust ist das von Anfang an vorhandene Andere, ist die fernste und kälteste Seite, der christlichen Nächstenliebe. Der Begriff hat sich durch seine Kehrseiten selbst zerlegt (siehe hierzu Über Lyotard über Auschwitz I-III).
Eine globale Antwort auf den ethischen Kollaps der paulino-christlichen Theologie, aus Verpflichtung und Verantwortung der Korrektur verschrieben, ist die änigmatische, ist die obligative Ethik. Sie kreist post-manichäistisch um den akommunizierten Begriff „Obligation„, engl. obligation (siehe ÜdA 2). Verantwortung, Pflicht, In-die-Pflicht-nehmen, Verbindlichkeit, verbindlich, zuverlässig handeln, Verantwortung erkennen, übernehmen, dann verantwortlich handeln, Verantwortung aus Verantwortung an andere übergeben, Pflicht/Last/Schuld-Überweisung und Entlastung, Entschuldung, Pflichtentbindung lat. obligere, eng., Obliegenheit, Wert-Papier, Wert-Handlung, die es erschafft, all das und mehr konnotiert „Obligation“. Obligation heisst: die Existenz geht mit der Welt und die Welt geht mit der Existenz eine Verbindlichkeit ein. Wir kommen ohne Obligation nicht zur Welt.  Die zweite Zeugung, die zweite Geburt des Kindes  ist „Obligation“, durch die Geburt kommt es auf, durch die Obligation in die Welt. „Obligation“ (erwachsene Fürsorge, reifes Pflichtbewusstsein, zuverlässiges Verantwortungshandeln, einfühlsames Betreuen, Pflegen) ist hier konform mit „Liebe“ (Mutterliebe, Vaterliebe, Elternempathie), unterstreicht aber die für das Kleinkind notwendige präzise, überdachte, erfahrungsgeladene Verantwortung, Umsicht, Achtsamkeit der Parentalpersonen, der Fürsorgenden. Die Realitätsprüfung der Fürsorge ist der lebensrettende Griff an die Hand, wankt das Kind auf die Fahrbahn. Eltern handeln in obligativer Ethik mit Voraus- und Umsicht für sich und das Kind zwar so, dass das Kind ihre Obligation für es von ihnen nach und nach übernimmt. Erwachsen ist im Normalfall, wer Verantwortung für sich erkennen und übernehmen kann. Obligativ ist auch Umweltethik, machen wir die Zukunft zu unserem Kind, um uns auch hier aus dieser „Obligation“, sollte sie gelingen, ist obligative Handlung Struktur, Struktur obligative Aktion geworden, nach und nach zu entbinden. Sich zu erholen von obligativer Ethik heisst: ihre Früchte zu geniessen. Menschen werden auch in Zukunft ohne diese zweite Geburt nicht in die Welt kommen. Von Geburt an ist uns obligative Ethik, die zweite Geburt, die Obligation von Anderen und  „Nächsten“ eingeschrieben, ohne dass wir sie schon lieben könnten wie uns selbst (nicht einmal das können wir) und die Sartres Existenzialismus und andere Erwachsenenethiken wie das Konzept „Christliche Nächstenliebe“ blind voraussetzen: nämlich den Zusammenhang zwischen erster und zweiter Geburt des Menschen, zwischen Auf- und In-der-Welt-sein, das die ethische Form des Auf-der-Welt-seins ist dank Obligation, dank obligativer Ethik, die auch den folgenden Ethiken, den „Erwachsenenethiken“ zugrunde liegt.

10.10.2522

Über paulinisches Palavern. Dass eine Zeitung wie die „Zeit“ sich dem Paulino-Christentum von Chef-Redaktion abwärts verschreibt – statt nur, auch oder vielmehr dem a- und  anti-paulinischen Originalchristentum, das nur noch permingiert, zerfetzt und vernichtet existiert, also einer sich später etablierenden Siegertheologie der „paulinischen Gemeinden“  (Taubes) mit anti-judaistischen Einschlägen, das macht sie zu einem wissenschaftlich einseitigen bis zweifelhaften Bibelblatt auf dem Niveau eines „Wachtttum“ der Zeugen Jehovas, und versetzt sie aber mitten in den Schein des christlichen Establishments dieser Gesellschaft. Passend dazu missioniert sie für diesen Glauben zum Beispiel in Form von Interviews mit Funktionären der paulinischen Grosssekte, die, wie sollte es anders sein, auf Brot-Niveau Glauben vormachen – denn sie leben ja davon, dass sie „Glauben“ vormachen und machen ihn so vor, dass sie damit leben können, das heisst auch, dogmatischen Vorgaben und Lesarten Folge leisten, wo sie wissenschaftlichen Standards zu genügen hätten – man hat es also weniger mit offenen Freidenkern und Wissenschaftlern, mehr mit verschleierten Apparatschicks und Dogmatikern zu tun, egal, welchen Geschlechtes. Zum Beispiel mit dem Herrn Palaver, Vorsteher der Pax Christi Österreich und Professor an der Universität Innsbruck für „Christliche Gesellschaftslehre“ . Ein vollberuflicher Paulinist, der von dem Unding profitiert, dass Theologie immer noch an Universitäten existiert und deren Dogmopoietik zur Kreation von neuen Lehrstühlen, nicht nur zum Lehramt führen kann. (Palaver reisst das Steuer um in diesem Interview, setzt auf die jüdische Linie, was das Leben betrifft – von wegen „paulinischer Antisemitismus“…, und schiesst gegen die paulinische Kreuztheologie, man sieht die Unruhe in diesen Kreisen, es geht an und um ihren Brotjob, um Reputation, um Glaubwürdigkeit, um Gewissenhaftigkeit und um viel Geld. Doch jahrhunderlang kultivierte Widersprüche und persönlich Alteingewohntes lassen sich nicht in einem Interview wegreden, werden eher unvermeidlich dahergeredet).
Palaver fragt in diesem Zeit-Interview rhetorisch :“Warum hat Jesus die Leute geheilt“, „denken Sie an das Brotwunder…“ „wenn die Menschen hungrig sind, muss man doch etwas tun!  Das kling nach christlicher Gesellschaftslehre, hat aber mit Jesus nichts zu tun. Jesus hat nicht selbstlos Leute geheilt und ernährt,  Wunderheilen, Wundertränken, Wunderfüttern mit Brot und Fisch war Reklame (Glaubwürdigkeit), Mission (Weltflucht) und Parusie (Präsenz Gottesreich) in einem. Das Brotwunder war Mittel zum Zweck seiner Mission, das“Brotwunder“ und das „Fischwunder“ waren nicht für hungrige Bäuche bestimmt, er wollte die Seelen füttern mit dem Geschmack himmlischer, nicht, irdischer Speisen – bei diesen Wunderheilungen und Wundertaten ging es nicht um ein weltliches Ernährungsprogramm, sondern um sein missionarisches und messianisches Welt-End- und-Gott-Endloszeit-Programm, um das aus Gottes Reich Stammende, das diese Speisen umgab und umwarb. Der gute Mann stand unter riesigem Druck auch den kritischen Rabbis und skeptischen Juden, nicht nur ungebildeten und treuseligen Fans im Fischer-und Huren-Milieu seine messianische Glaubwürdigkeit zu beweisen (was ihm nie richtig gelang). Ausserdem: Dass er kein Schwindler ist, dass ihn kein böser Geist besitzt. Und so weiter. Man kann vermuten, dass Palaver das im Studium gelesen hat,  für seinen Brot-Beruf, ja für seine „christliche Gesellschaftslehre“ scheint es aber besser zu passen, Dinge wie das „Brotwunder“ weltlich orientierter zu deuten – Gesundheit (Sattheit) und Heil zu nivellieren, damit auch die Pointe des Joshua. Wenn Joshua „irdische Gesundheit“ brachte, war das nicht die des Arztes, sondern ein Vorgeschmack, eine Demonstration der kommenden Seligkeit, ein Werbeakt dafür, wofür er missionierte als von Gott akommunizierter Mensch. So bringt es nichts ausser auf den Holzweg, aus dem messianischen Heiland fast einen kommunen Nofallsanitäter und aus dem Brotzauberer einen Bäcker von nebenan zu machen, diese Wunder nicht als Mittel zum höheren Zweck, sondern, ähnlich wie die welt-fluchtorientierte, gottreich-vorwegnehmende „Nächstenliebe“ als Selbstzweck schönzureden und in die „christliche Gesellschaftslehre“ einzupassen, auch wenn das nie passen wird.  Es gibt keine von Jeshua initiierte irdische  Gesellschaftslehre – verlasst Weib und Kind, liebt mehr mich als eure Eltern, vergesst Verwandtschaft, lasst den Hass, vergesst Sex – das ist die Negation von irdischer Gesellschaftslehre, denn die andere Zeit, das andere Reich, die Gesellschaft Gottes ist dafür zu nahe.  Aus den Heilwundern wurden paulinische Nachdichtungen, die den historischen Joshua wahrscheinlich nicht betreffen, aber sicher apologetisch überformen. Es ist unseriös von Palaver diese als 1:1 -Realitäten herauszupalavern.  Aus mehreren Gründen unseriös – erzählt das dem Wachttum, aber nicht der Zeit. Schon Nietzsche ärgerte sich als Philologe über die naive Lesart der Bibel – und das war 1878. Heute ist an literatur- und geschichtswissenschaftlicher Methode und Quellenkritik einiges dazu und einiges wie der Holocaust, der den paulinischen Antisemitismus unübersehbar machte, dazwischengekommen, aber die Palaverer palavern weiter. Das sollen sie tun, aber im Rahmen von Universitäten macht das immer weniger Sinn, ist das zu unseriös, zu haltlos. Ist das nur noch ärgerlich.

PS.  Die religiöse Desavouierung und  Verflachung des radikalen missionarisch-messianischen Joshuas scheinbar zu einem netten, alltagstauglichen Sozialpolitiker als Teil der Permingation und Negation des Orginalchristentums (Ebioniten, etc.) findet mitten im Neuen Testament statt, etwa dort, wo die offenbar paulinische, nicht ebionitische Redaktion den einen oder anderen Nebensatz unterschlägt, lässt sie in Markus 12,29, auf die Frage, was denn die wesentlichen Gebote seien, Meister Joshua antworten: erstens, Glaube an Gott – Nebensatz: als Jude an den Gott vom Haus Israel, Gott Abrahams. Zweitens:  Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – nach Levitikus, 19,18, woher das Zitat stammt  (kopiert und permingiert), ist „der Nächste“ der Jude, der jüdische Volksangehörige. Im Paulinismus findet eine Umkehrung der alttestamentarischen Nächstenliebe statt, die Nächstenliebe betrifft nun alle, ausser die (Alt-)Juden. Die sind des Satans, und der soll ihnen „fern“ bleiben („weiche von mir, Satan (lies: Alt-Jude in dir, lies: Mensch, allzu irdischer Mensch in dir)“ – sagte der paulinische Joshua sogar Petrus, der seine übermenschliche Mission bis in den Tod und darüber hinaus kurz verdrängt (nicht geglaubt? ergo: verraten?) hatte). Bei dieser Nächstenliebe existiert keine Fernstenliebe, keine Juden-Liebe, es gibt nur den Einschluss und den Ausschluss, den Hass gegen Satan „Jude“, bei Paulus auch eine verkappte Form des Selbsthasses, als ehemaliger (Alt-)Jude Saulus, der bis zu seiner Konversion durch eine Akommunikation von Joshua als Traumerscheinung in einer römischen Provinz an der türkischen Küste die Verfolgung von Juden, die an Joshua als den jüdischen Messias glaubten// heiden-jüdischen Christen unternahm, die an den Joshua glaubten, der für immer mit dem Reich Gottes wiederkehrt, nicht unbedingt an den Joshua, der nur befristet auferstanden war, und seinen dauerhaften Wiedereintritt auf die lange Bank schob. Historisch ist das unklar (unklärbar), ob diese Christen bzw. Heiden-Juden um 40, 50 Jh. n.Chr. an beide Auferstehungen des Joshua oder nur an eine, an die kommende, glaubten.  Ausserdem besetzen Parusie und Eschatologie die  „christliche Nächstenliebe“:  Liebe deinen Nächsten wie dich selbst: heisst in der joshuanischen Vision: Benimm/Verhalte dich zu dir und zu deinen Nächsten (wahrscheinliche jüdische Joshuaner, die Saulus verfolgte) in der Welt als ob die Parusie und Seligkeit geschehen wäre, die deine körperlich-sexuelle Identität und irdische Existenz, die dein irdisches Selbst zur „metaphysischen Selbstlosigkeit“ aufhebt. Mach künstliche Miene, imaginier dich als seliges Wesen unter seligen Wesen als seist du schon totselig, entselbstet und nicht mehr von dieser Welt. Mit weltlicher Menschenliebe oder modernem Humanismus hat das fast bis überhaupt nichts zu tun. Wir Menschen müssen wohl lernen und weiter daran bleiben, aus uns selber, soweit uns das akommunizierte „Sei Philosoph, sei Philosophin“ beflügelt und unterstützt, Sympathie und Kooperationsbereitschaft für den Anderen, für den Fremden, unter gegenseitiger, nicht einseitiger Respektierung und Würdigung zu entwickeln und wo entwickelt auszubauen und strukturell zu verstetigen, eine Gesellschaftslehre für jede Grösse und Qualität von Gesellschaft (Globus, Kontinent, Umwelt, Ökologie, Ökonomie, Nation, Region, Interregion, Stadt, Land, Konkurrenz- und Kooperationskapitalismus, usw.) ohne dogmopoeitsche Grundlage, die ins Nirvana führt.

10.10.2522 (Zwischenbemerkung)

Die doppelte Permingation und Wahrschreibung des Paulus. Paulus – nachdem er beseelt von einer Audienz, die ihm Jeshua als Traumerscheinung gewährte – in die paria-jüdische Gemeinde eingetreten war, die er zuvor als Altjude verfolgte – permingierte nicht nur die ehemaligen Glaubensgenossen, die Alt-Juden, die Moses weiterhin folgen, sondern auch die Originalchristen, die Ebioniten, die Joshua als er noch lebte, folgten, um sich gegenüber und über ihnend die Überlegenheitsekstase seiner heiden-jüdischen Gemeinde als das wahre Vermächtnis des Jeshua als Christus zu behaupten.  Das heisst es wurden nicht nur jerusalemische Texte benutzt, sie wurden auch umgeschrieben, sie wurden retrospektiv wie rückprojizierend „wahrgeschrieben“, zugleich wurde „Falsches“, alles, was die Ekstase, die Paulus persönlich erfuhr, minderte oder nicht bestätigte, überschrieben oder vernichtet. So dass wenig verwundert, dass wir heute vom Christentum fast nur paulinisierte Quellen, von älteren, originalchristlicheren Quellen indessen nur ein paar ebionitische Fragmente und Auszüge, die paulinisierte Christen wie    überlieferten, besitzen.

09.10.2522

Das Ende der christlichen Zeitrechnung, das Ende von „n.Chr.“. Es gibt religionswissenschaftlich, geschichtswissenschaftlich und ethisch, aber auch religiös keinen Grund, dass wir unsere Zeitrechnung und unsere Geburts- und Sterbensjahre nach dem historischen Joshua ausrichten. Es gibt einfach keine ausreichenden guten Gründe und soliden Grundlagen dafür, aber bessere, diese Zeitrechnung, diesen Kalender in das historische Archiv zu stellen.

08.10.2522

Religionen sind Akommunionen.

07.10.2522

Die Akommunzierten. Paulus und Joshua sagen eigentlich ständig: Leute, ich bin akommuniziert worden, ich bin akommuniziert worden, ich bin anders als ihr, ich bin auserlesen worden, ich bin von Gott gezeichnet worden – bei Joshua lässt sich das gut im Johannes-Evangelium nachlesen: „Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Gottvater (und ihr verunehrt mich). Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts (…).  Es ist aber mein Gottvater, der mich ehrt (…)“ (Joh 8). Ihr, Rabbis, ihr Juden und Jüdinnen seid nicht akommuniziert worden – in älterer Sprache: von Abrahams und Moses Gott „geehrt“ worden -, aber ich bin von ihm akommuniziert worden – ihr nennt mich Lügner? dann ehrt ihr Gott nicht! -, wenn ihr wissen, nicht nur glauben wollt (Subtext: glauben müsst ihr es jetzt mir, der ich es weiss), was Gott sagte, wenn ihr das Neuste von ihm hören wollt, dann weiss ich das, dann müsst ihr mir zuhören, ich bin Gottes update. Mir und keinem anderen, mir und keinem alten Schriftstück.  Auch ihr, Rabbis, könnt nicht mitreden, ihr habt nicht gesehen, was ich gesehen habe, nicht gehört, was ich gehört habe und euch ist nicht erschienen, wer, was mir erschienen ist, ihr seid nicht so „geehrt“, „ausgezeichnet“ und „erleuchtet“ worden wie ich das bin. In mir und durch mich spricht der Gott Abrahams. Ich bin lebend akommuniziert worden, ich spende das „lebende Wort“ Gottes, das, das er mich akommunizierte zu kommunizieren, euch akommuniziert zu kommunizieren. Ich bin nicht vom Fleisch, aber vom Geist neu geboren worden. Mit mir ist das Licht (Akommunikation) in die dunkle Welt (Kommunikation) gekommen. Aus dieser gläubig-abergläubigen Überlegenheitsekstase folgten die apologetischen Extrapolationen, in denen alles um eine Stufe oder zwei noch phantastischer, noch surrealer, noch überlegener, noch ekstatischer erscheint: Joshua wurde nun nicht nur aus dem Geist, sondern aus dem Fleisch neu geboren, in ihm spricht nicht nur Gott, in ihm ist und wirkt Gott, er heilte nicht nur Lebende, er erweckte Tote zum Leben, er starb nicht nur, er wurde aus dem Tod neu geboren, er sprach nicht nur von Gottes Akommunikation, er begann selber wie Gott zu kommunzieren und die elektrisierten Anhänger dieses Wundermannes – Nietzsche nannte ihn einen „Idiot“ (lat. idiotes) – konnten in ihrer Ekstase nicht aufhören, ihm alle möglichen Wundertaten anzuhängen. Schnell vergessen ging in diesem religidiotischen Schreib-Exzess und Vorstellungs-Rausch, in dieser hybriden Überlegenheitsekstase, die bescheidene Einsicht des Joshua: „wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts (…)“ oder die Ehre eines normalen Menschen und Juden, der ich ohne Akommunikation („Beehrung“) meines Gottes bin und bleibe. Besonders das religiös und wissenschaftlich hochidiotische jüdische Umfeld erlebte die Sensation seines Lebens, den „König der Juden“ persönlich – hier kam einer, der erfüllte – einigermassen, aber wir wollen jetzt nicht kleinlich sein – die von jüdischen Täufern und religiösen Schriften erwartete Rolle des jüdischen Gottgesandten, des „Messias“. Das meiste von dem, was der Rabbi der Rabbis akommuniziert von sich gab oder gegeben haben soll, steht in diesem Kontext und lässt sich ausschliesslich aus diesem Kontext und Text, den ein jüdischer Messias zu kennen, zu spielen und zu erfüllen hat, verstehen. Und Joshua kannte diesen Text und Kontext bestens, spätestens durch die apologetische Extrapolation  wurde er in ihm nicht nur Wort, Papier, sondern Fleisch, nicht nur Historie, sondern Gegenwart. Vor allem deswegen konnten die „letzten Juden“ nicht auf das Jüdische Testament verzichten, musste es als das „Alte“ an ihr „neues“ angehängt, musste zwischen ihnen eine anschlussfähige Konsistenz hergestellt werden, auch wenn  das nicht nur mit Texten von Jesaja überhaupt nicht funktionierte. Was nicht passte, wurde mal rabiat, mal elegant, mal ignorant passend gemacht. Von selbst verstand sich – darüber bestand Konsens -, dass nur ein männlicher Jude „der“ Messias des Judentums sein kann, von ekstatischen Paulinisten extrapoliert zum Messias der Menschheit. Zunächst erlebte die jüdische Jugend mit diesem Star und seiner Botschaft, die vom Himmel fiel, einen himmlischen Rausch, Woodstock  pur, während sich das Gros der älteren Generationen über den Lärm in ihrer Nachbarschaft beschwerte. Daraus allerdings eine Weltsensation zu machen, ein metaphysisches Happening ohne Ablauffrist das wäre dann doch etwas zuviel des Guten, etwas zuviel des Lärms.

06.10.2522

Änigmatisches Credo. Die stärkste religiöse Führung und Leitung in der aktuellen Welt geht nicht mehr vom Abrahamismus, Buddhismus oder Hinduismus aus – sie geht von der Religion und Wissenschaft, von der religiös begründeten Philosophie und der philosophisch begründeten Religion aus – die mehr weiss, wissen will, und stärker glaubt, glauben kann als VertreterInnen des Islam, des Christentums, des Judentums, des Buddhismus, des Hinduismus, des Sikhismus, des Bahaiismus, usw. – Doch was heisst aufklärend „mehr wissen“ und religiös „stärker glauben“ konkret, nach welcher Praxis und Ethik im Leben? Im Moment heisst diese: post-abrahamische, post-buddhistische etc. Aufklärung und Änigmatische Bewegung. Ihr „religiöser“ Glauben baut auf dem änigmatischen Wissen der Existenz einer änigmatischen Dimension in unserer Welt auf und auf Akommunikationen und Involutionen, die durch sie geschehen und geschahen. Aus diesem Grund übernehmen auch Atheismus und Agnostizismus nicht die stärkste geistige Führung und Leitung in der aktuellen Welt und in der Zukunft. Das weiss ich.

05.10.2522

Fast lächerlich ist es, ja, unfreiwillige Real-Satire, dass der Taliban-Iran einen 42-jährigen Blogger hängen lässt. Wenn ein Staat einem Einzelnen seine Existenzberechtigung absprechen muss, weil dieser ihn in Frage stellt, dann ist er schwach und irregeführt, dann stellt er sich selber in Frage. Dann sucht er sich einen Ausweg, den er nicht findet, den es nicht gibt.

04.10.2522

Urbi et Orbi 2020. Es seien heute an vielen Stellen der Welt (wieder) die Christen  die Verfolgten (Massaker in Sri Lanka 2019), nicht (mehr) die Verfolger, meinte der  Herr aus Argentinien, den seine abrahamische Grosssekte und die Weltöffentlichkeit „Papst“ nennt. Wie schwach dieser Macho-Islam geworden ist, zeigt sich in seiner Aggression, bei seiner Demonstration der Stärke, bei der er sich nicht nur physisch, sondern geistig-religiös Stück für die Stück in die Luft jagt und Kopf für Kopf um den Kopf bringt. Für diesen Dschihadismus ist die Koran-Grundlage, wie jeder Koran-Suren-Kenner weiss, nicht eindeutig genug, um Christen und Juden einfach als  Ungläubige zum Abschuss freizugeben. Der Dschihad sucht sich dafür die richtigen Suren-Stellen heraus, weiss aber, dass er dabei andere Suren-Stellen, die Christen und Juden in hohen Ehren halten, übergeht. Er befolgt hier göttliches Recht und er übertritt dort göttliches Recht.  Er will sich nicht von dieser Paradoxie lähmen lassen, er schafft sich einen Ausweg aus dem Dilemma, bewegt sich damit aber auch nicht mehr innerhalb des Korans. Er ist nur noch ein rechtloser Aussenseiter, ein vom Koran Verstossener, eine vom Koran abgefallene Killer-Truppe, die nichts mehr mit dem Koran zu tun hat, den sie sich so, wie sie ihn liest und nicht liest, auf ihre Fahnen schreibt.

03.10.2522

Über andere Weihnachten. Statt Christliche Weihnachten als abendländisches Fest der Freude über die göttliche Zeugung und Geburt des christlichen Messias, des Retters, des Endsünders, als mitschwingende Überlegenheitsekstase über Juden und Heiden zu feiern (Muslime, Buddhisten, Hindus etc. galten als morgenländisch) – ekstatisch auf sich als Christ, als Christin bezogen  – eine göttliche Zeugung und Geburt auf einer „menschlichen Unterlage“, insofern eine Permingation des Weiblichen und ein Hinweis darauf, dass es sich um eine paulinische Schriftgeburt handelt, weiht die post-christliche Welt Weihnachten den Opfern dieser Überlegenheitsekstase, ohne die der Holocaust nicht möglich geworden wäre, wie sogar der katholische Theologieprofessor Metz (1993) andeutet, spricht er von „unserer [der Christen, d.V.] geheimen oder gar offenen Komplizenschaft mit der mörderischen Judenfeindschaft der Nazis“ und von dem „antijudaistisch sich identifizierenden Christentum“ das „zu den historischen Wurzeln von Auschwitz gehört“ (S. 7) – hier kurz „paulinischer Antisemitismus“ genannt, der zur DNA des Paulino-Christentums gehört. Gewürdigt und gefeiert wird dabei auch die Minderheit von Menschen, von „Gerechten“ in Europa, die den verfolgten Menschen, die zu „Juden“ reduziert wurden, zu überleben half, zudem wird eingedenk der langen und schrecklichen Verfolgungs- und Vertreibungsgeschichte des Judentums, Solidarität mit der kleinen, starken Nation Israel  zum Ausdruck gebracht. Dieses Verbrechen an der Menschheit hat globale Aufmerksamkeit und Solidarität, hat den Eingang in die „anamnetische Kultur“  (Metz) der ganzen Menschheit verdient, als Gedenk-, Prostest und Feiertag. An der Änigmatischen oder Jüdischen Weihnachten am 25. Dezember wird traditionell jüdisch gegessen, gegebenenfalls mit israelischen Freunden und Freundinnen, egal welchen Glaubens oder Nichtglaubens. 

03.10.2522

Der 25. und 26. Dezember achsenzeiltliche Zeit. Über Änigmatische Weihnachten in Asien. Die ganze Welt, auch die asiatische weiht den 25. Dezember den Opfern von christlichen Judenpogromen (weniger aber auch muslimischen) und den Millionen von Opfern des nazi-deutschen Holocaust. Der Änigmatische Zweite Weihnachtstag: der  26. Dezember wird anderen Opfern durch Nationalsozialismus und paulino-christlich grundierter Verhetzung und Diskrimination geweiht: Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle, Transmenschen, Frauen als „Hexen“, Sinti/Roma, Behinderte als „Monster“ oder „unwertes Leben“, usw.. Die Änigmatischen Weihnachten werden auch an ihrem zweiten heiligen Tag zu einem besonderen und grossen Tag der Trauer, des Eingedenkens, aber auch des Protestes, der Solidarität.

dessen NS-Ideologie auch rassentheoretisch vom paulinischen Antisemitismus infiziert ist und  in der christianisierten Welt insgeheime und offene Zustimmung, erbauliche Ermutigung und intellektuelle Ideenspender fand wie den berühmten US-Unternehmers Henri Ford: Der internationale Jude – ein Weltproblem, Leipzig 1922 (engl. 1920). In diesen politischen Kampf- Kontext lässt sich folgendes Ford-Geschreibe, das in den USA ein Feuilleton-Streit war, später ein Gerichtsfall wurde, stellen: Zum Russland nach der kommunistisch-bolschewistischen Revolution heisst es in dem ihm zugeschriebenen Buch von 1922: „Den Juden gehört dort alles.... Wenn der Bolschewismus ehrlich antikapitalistisch gewesen wäre, hätte er dem jüdischen Kapitalismus den Todesstoss versetzt. Aber nein – das Gold sitzt noch immer auf dem Throne. … Das Protokoll 7  [das sich als Fälschung erweisende Protokoll der Weisen von Zion, d.V.] sagt „Um die Versklavung der europäischen Regierungen durch uns zu beweisen werden wir einer von ihnen [also Russland, d.V.] unsere Macht durch Gewalttaten, durch eine Schreckensherrschaft [Lenins und Trotzkis, als Marionetten einer zionistischen  Weltverschwörung] zeigen.“ Dies hat Europa erlebt, und Europa zittert. Das bedeutet für die jüdischen Kapitalisten einen grossen Gewinn. … „Siehe, welche grosse Schar Juden stand sofort diensbereit da.“ (S. 260).  Gegen das linke Narrativ der proletarischen Weltrevolution,  die die Diktatur über das Bürgertum anstrebt, das auch kommune Voruteile und  Verzerrungen aufbot, bot der christianisierte US-Unternehmerkapitalist ein Gegennarrativ voller kommuner Vorurteile und Verzerrungen, eine rechte Gegenpermingation an, nämlich die zionistische Weltverschwörung, die die Versklavung von allen Menschen ausser Juden? anstrebt.  Fast identisch aus Fords Der internationale Jude (1922) und dem  (später sich als Fälschung erweisenden) Protokoll der Weisen von Zion kopiert findet sich diese Phrase und blanke Verschwörungstheorie in Hitlers Mein Kampf (1925) wieder: „Der bürgerliche Einfaltspinsel…..hat in seinem oberflächlichen Denken (…: lies, Achtung, jetzt kommt Hitlers tiefgründiger Durchblick, dabei kopiert er nur den Unsinn, den Ford 1922 herausgeblasen hat)  „…dass es sich hier (bei der Russisch-bolschewistischen Revolution) um einen triebhaften (…) Vorgang, d.h. den des Strebens nach der Weltherrschaft des jüdischen Volkes handelt. (nicht nur Hitler liess sich  von der jüdischen Überlebens-Mimikry (laut Duden: der Täuschung und dem Selbstschutz dienende Anpassung) täuschen, sich in einem Umfeld von übergriffigen Grossmächten grösser zu machen als man ist, also sich kompensativ geistig, spirituell, religiös gross, grösser zu machen und sich gegen äussere Gefahren stärker innerlich zu binden, in der Achsenzeit bedeutete das für Judäer, von der geistigen Grossmacht Griechenlands zu lernen und mit ihr mindestens gleichzuziehen, währen diese von der jüdischen Geistesgrossmacht lernte…) …. Im russischen Bolschewismus haben wir den im zwanzigsten Jahrhundert unternommenen Versuch des Judentums zu erblicken, sich die Weltherrschaft anzueignen..“ (S. 324). Zum Versuch Hitlers, den Klassenkampf durch Rassenkampf zu permingieren, der hier stattfindet, siehe …. 10..2522). Statt sich mit der wirklichen Geschichte Russlands, der Revolution, die Lenin, auch dank reichsdeutscher Hilfe, an die Macht brachte, und mit realer Demographi, zu schweigen von Schriften von Marx zu beschäftigen, kleistert Ford, später Hitler mit Ford als „Inspirationsquelle“, Vorurteile und Verschwörungstheorie zusammen. Viel mehr kommunikative Funktion besitzt dieses Narrativ wahrscheinlich nicht  als ein Gegennarrativ – für Hitler Gegenpermingation – auf ungefähr ähnlicher Höhe vorzustellen, eine Gegenpermingation, die eine ähnliche grosse Fläche „überpinkelt“, zu leisten, dahinter Freunde zu sammeln und Feinde nicht intellektuell, sondern mit Gewalt zu schlagen?

03.10.2522

m Anhang von Kirche nach Auschwitz (1993) plädierte der katholische Theologieeprofessor und Habermas-Freund Johann Babtist Metz für „eine anamnetische Kultur„, um den „doppelten Tod im Holocaust“ (S. 20)  – die physische Vernichtung und die kulturelle Vernichtung durch Vergessen (von von Nazis zu „Juden/Unmenschen)“ konstruierten und reduzierten Menschen)  – zu verhindern. Aus  Sicht der post-abrahamischen Aufklärung und aus änigmatischer Sicht wären statt den paulino-christlichen Weihnachten die Änigmatischen Weihnachten  – der 25. Dezember – der aus mehreren Gründen bestens passende Gedenktag an die paulino-christlich grundierten Judenpogrome, an den paulino-christlich grundierten Holocaust (siehe Über Lyotard über Auschwitz I -III), ein globaler Gedenk- und Feiertag, an dem  traditionell jüdisch gegessen und Solidarität für die kleine starke Nation Israel zum Ausdruck gebracht wird.  Nicht mehr auf christlichem, sondern auf post-christlichem, post-abrahamisch-änigmatischem Boden.

(geschrieben am 25. Dezember 2020 christ. Zeit)

02.10.2522

Die Dimension des Christen-Desasters Auschwitz erweist sich als so abgründig und unappetitlich bis zum Würgreiz, dass mir die Lust vergangen ist, den Text („Und erlös und von dem Bösen“ – Über Lyotard über Auschwitz III) fertig zu schreiben, nicht einmal fertig zu redigieren (aus Solidarität für die, die in diesem Abgrund von idiotischen Übermenschen als Untermenschen gedemütigt und umgebracht wurden, und aus Gründen der langfristigen Aufklärung und Anamnese (Änigmatische Obligation!) wird es später einmal gemacht).

01.10.2522

Und erlös uns von dem Bösen“ – Über Lyotard über Auschwitz III (—in Bearb.—–) . Dass die Theologie, nicht nur die Justiz in Deutschland die Aufarbeitung der NS-Zeit relativ erfolgreich verhindert, zeigt sich allein darin, dass es immer noch kirchlich kontrollierte Theologie-Professuren und Kirchen-Historiker an deutschen Universitäten gibt, die nicht nur unabhängige Forschungsergebnisse, sondern KollegInnen die die dogmatische Linie verletzen möglichst auszuschliessen versuchen, um ihre paulinische Dogmopoetik und theopoetischen Narrative ungestört zur Lehramtsreife zu führen. Doch auch die deutsche Theologie konnte nach 1945 nicht einfach weitermachen. Leute wie der KZ-Überlebende Elie Wiesel waren zu bekannt, um sie  ignorieren zu können, von ihm stammt der kirchen- und christentumskritische Satz: „Der nachdenkliche (…) Christ weiss, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk gestorben ist, sondern das Christentum.“ (zit. nach J.B.Merz: Kirche nach Auschwitz. Hamburg 1993, S. 6). Man musste reagieren in der deutschen Theologie, nicht viel, aber genug in Bewegung setzen, um wenig zu ändern und wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Das akademische Diskurs-Format „Theologie nach Auschwitz“ initiiert vom katholischen Theologieprofesor Johann Metz (+2019 chr.Z.) diente letztlich ihrer Verteidigung und Reinwaschung, nicht ihrer moralisch und wissenschaftlich gebotenen Deligitimierung – so weit, so radikal weit konnte Metz nicht gehen – seine Radikalität blieb wie die von Luther auf halbem Weg stehen – Luther bei Augustinus, Metz bei Markion – weiter zurück, an die wirklichen Wurzeln, an Paulus, an Markus, an Johannes gingen sie nicht.. Aber an der Wurzel, lat. radix, rührt es durchaus, räumt Merz ohne wenn und aber ein, dass  ein „antijudaistisch sich identifzierendes Christenum“ zu den „historischen Wurzeln von Auschwitz gehört.“ (S. 7). Der paulinische Antisemitismus gehört zu den meta-narrativen Grundlagen von Auschwitz und zu den narrativen Grundlagen der NS-Ideologie, die sich wie die christliche Überlegenheitsekstase nur noch extensiver über den „Juden“ – biologisch: Untermensch, kulturell: „Menschenfeind“ (Paulus, Thes 2) – definiert.

von einem sich „antijudaistisch identifizierendem Christentum“ und „unsere  geheime (…) und offene Komplizenschaft mit der mörderischen Judenfeindschaft der Nazis“  -die „die Teilnahmslosigkeit, mit der wir Deutschen (und Franzosen, Holländer, Polen, Schweizer, und andere, d.V.) das jüdische Volk… in tödliche Einsamkeit stiessen.“. Im Stich liessen und ihre Hinterlassenschaft ausraubten, zum Profit machten.

Kann man an sich auf unsere Theologie verlassen, darauf, dass sie ihre Lektion endlich gelernt hat, dass sie auf der Hut ist vor jenem geheimen Antisemitismus, der in der Theologie ja kaum als kruder Rassismus auftritt (ausgenommen Äusserungen von  Paulus „Der Satan (Jude) hat mich verhindert“ “ oder „sie haben den Herrn Jesus getötet, …und sind allen Menschen feind.“ (Paulus, Thes 1.2)   bis zu Joh 8: „Ihr habt den Satan zum Vater“ ), sondern in metaphysischem oder psychologischem Gewand, vor einem Antisemitismus, der die christliche Theologie von Anbeginn – seit den Tagen des Markion [ca. 130 n.Chr.  wurde von der paulinischen Gemeinde exkommuniziert, d.V.]...als konstitutionelle Versuchung begleitet.“ (S. 8).

Ihr Credo war: die eigene. vor allem theologische Mitschuld komplett verwässern, sicher kein Verzicht auf das Professorenamt- und -honorar.  Dafür orientierte man sich umso mehr an Märtyrer wie die Vollberufs-Christen Delp und Bonhoeffer, die von Nazis hingerichtet wurden, und an Helden wie Angelo Roncalli, der Schindler der Katholischen Kirche, später Papst Johannes XXIII. (1958), der allein für Anstand Selig- und für Zivilcourage Heiliggesprochen wurde, — und überging geflissentlich/// die Tausenden von Nazi-Freunden in der Universitätstheologie und im Klerus wie die Kardinäle Innitzer („Heil Hitler, Gelobt sei Jesus Christus“), Betram, Faulhaber, Schulze, usw., Bischof Alois Hudal, Nuntius Pacelli, Papst Pius XII., um von den Nationalsozialistischen Christen zu schweigen, also lieber an jene, die Mut und Hoffnung machen als an jene, die Schwäche und Fehlbarkeit offenbaren, um nach 1945 an den Universitäten und in den Kirchen theologisch weiterhin vorwiegend gute Miene machen zu können (ein Rohrkrepierer war das . „Konzil für die Judenerkärung“, das die Juden (!) von ihrer Schuld (!) am „Tod Christi“ fast (!) ganz entlastete (…). Nach Auschwiz. Nach Millionen ermordeter „Juden“. Nicht einmal im Rang eines Dekretes. Kein Witz! Wer könnte hier wen entlasten? Was kann nur fast ganz „entlastet“ werden? Die Theologie hatte den Schuss nicht gehört. In einem Vorgang fünf Anmassungen und Kränkungen – mehr Bewältigungsversagen ging kaum, auch nicht mehr verkappter Wille, dogmatisch „unfehlbar“ bleiben zu wollen, letztlich also, was keiner mehr sagen darf und wird: aus Sicht der paulinischen Theologie „Auschwitz“ für keinen wesentlichen Fehler zu halten. Unfreiwillig zeigt sich dabei, wie vermessen und gefangen, wie ethisch abgedreht und unverbesserlich diese abrahamische Grosssekte in sich selber war auch nach 1945, und entlarvend weisst sie auf das Negativ-Image des Juden als „Christenmörder“ hin, das die NS-Ideologen

noch negativer m////////bis sie die in der Christenwelt milliardenfach ausgesprochene Sentenz „Erlös uns von dem Bösen“ in die nackte Realität  einer „Endlösung“ für das „Weltproblem“ (Henri Ford) des „Bösen“, statt bloss  in das nächste Gebet umsetzten. „Arbeit macht frei“ der Schriftzug im Tor von Auschwitz  heisst nazi-theologisch: „Erlös uns von dem Bösen„. Doch arglistige Täuschung soll die zu Unmenschen erniedrigten und entkleideten Menschen –  nackter als Agambens nackte Realität – auf ihrem Weg zur Ermordung oder zur Zwangsarbeit mit späterer Ermordung, irritieren und hinhalten – „Erlös uns von dem Bösen“ zur Begrüssung hätten zuviele beunruhigen können, dass dieser Satz aus „dem“ christlichen Gebet der Leitsatz  ihrer „Endlösung„, des jüdischen Todes// ist. Und so betet die deutsche  Theologie ihr Stammgebet weiter – im Text: eine ritualisierte Überlegenheitserbauung, im Subtext: über die Juden – als ob Auschwitz nicht geschehen wäre:  „…..Denn dein ist das Reich (nicht den Juden) und die Kraft (nicht den ohnmächtigen Juden) oder „…..führ uns nicht in Versuchung (durch den Juden), sondern erlös uns von dem Bösen (von dem Juden). Amen.“  Dabei ist zu wissen, in den Evangelien ist der Jude der Inbegriff des Verführers (Jesu). Der verführen wollende und damit den Jesus (aka Jesus-Glauben) verhindern wollende Jude, begnet uns – begegnet der Jesus-Figur – in Matthäus einmal als Rabbi, einmal als Satan. Und führ uns durch den Juden/Satan nicht in Versuchung, sondern, Herr, Vater des Jesus Christus, erlös uns von dem Juden/Satan. Amen. Wenn es deine Vorsehung will durch eine „Endlösung“. Amen. Nach Auschwitz gehört dieses Gebet in das historische Archiv, und nicht nur dieses.  Es ist nichts mehr wie es war im Christentum nach dem Holocaust, nicht nur in der deutschen (und österreichischen) Theologie, jedenfalls, wie Elie Wiesel sagte: „für den nachdenklichen Christen„.

Das österreichische „Heil Hitler, Gelobt sei Jesus Christus“ war eine  quasi-religiöse Ikone-Bezeichnung für den von der christlichen Vorsehung gesandten Judenvernichter und Christentumsretter weil Kommunistenvernichter. Mehr Respekt konnte die paulinische Kirche und Theologie, die in ihrer Hybris schwebte, der Hybris des „Führers“ nicht entgegenbringen, auch wenn das nur eine weitere grössenwahnsinnige Blase in diesem Projekt auf Zeit war, in der binnen Kürze ein riesiges Gemetzel stattfand.
Die Blut- und Schuldspur, die aus dem Holocaust in die paulinische Theologie führte, wurde, so gut es ging, weggewischt, zudem autopermingierte sie sich so gut es ging, legte also über die eigene Schuld und Verantwortung die der Nazis, und liess damit ihre grosse historische Rolle bei der Denunziation von Juden, die fast alle Nazis bevor sie Nazis wurden, berührte, möglichst klein erscheinen. Ein Verhalten das nach 1945 allgegenwärtig war, in der Justiz wie Theologie: man duckte sich ab, machte sich klein, spielte sich herunter, solange es ging, wenige in den Reihen der Nürnberger Kriegsverbrecher gingen in den Angriff über. Die Leichenberge begannen die Medien zu füllen, die Köpfe zu erreichen. Ohne religioiden Kontext, der vom christlichen Alltag zehrte, blieb das moralisch Unfassbare und die Fassung „Verbrechen an der Menschheit“ juristisch die äusserste Kriminalitätskategorie. Die Ankläger agierten weise, aber auch im blinden Fleck.  Hannah Arendt übersah nicht nur ihn. Was Alltagssoziologie und Oral History hätte zu Tage gefördert, blieb vorerst unter dem nackten Grauen nackter Tatsachen verschüttet. Die Theologie verschüttete sich gerne mit der Asche der Toten.  Asche über sie.

 

(das war alles reine Nazi-Schuld) –  und der Anstand, die Demut und Busse  die die Aufarbeitung der Rolle der paulinischen Theologie, der Vorbereitungs- und Speicherrolle, für diesen kollektiv schnell und stark mobilisierbaren Juden-Hass-Ausbruch-  ////// /     ihnen wachgerufen haben sollte – wenn nicht bei Christen, bei wem sonst… -, hätte ansonsten sicherlich zu einer Revision ihres Glaubens und zu Konsequenzen wie den Austritt aus dem wissenschaftlichen Betrieb geführt.  Die Gefahr, aus Befangenheit, sich selber täuschen zu wollen, statt aufzuklären und die gebotene Unparteilichkeit und Freiheit, die die Wissenschaft verlangt, zu hintergehen, wäre einfach zu gross gewesen. Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlös und von dem Bösen, lieber Adolf Hitler (was er ja auch erstmals in der Realität gründlich deutsch gemacht hatte, statt bloss abermilliarden Mal in der Gebetsmühle), hätten sie sich zum letzen Mal an der Universität gesagt, und wären abgetreten. Die wahre christliche Theologie hätte die Verantwortung für fatale Irrtümer in ihrer Religionsideologie übernommen, hätte sich eingestanden,  über ihre Wahrheit nicht im Reinen, noch weniger im Klaren zu sein – weit entfernt von der Reife eines Universitätslehrstuhls -, und wäre aus Gewissensgründen freiwillig aus der Universität ausgetreten. Doch statt auszutreten aus den Universitäten sind diese Theologien heute an vorderster Front dabei – unverschämt auch noch muslimische Theologie-Professuren einzurichten. Auch die haben an Universitäten selbstverständlich nichts zu suchen, auch die gehören in staatlich kontrollierte Fachseminare, ohne Professuren und die Möglichkeit, aus ihren Glaubensideologien pseudo-wissenschaftliche Doktortitel zu machen. Religion ist an Universitäten entweder subjektiv, Privatsache, oder Objekt der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, also Aufgabe von Wissenschaften, die diesen Namen verdienen  und eines modernen universitären Standards, der sich der Freiheit der Forschung, der Unabhängigkeit und der Unparteilichkeit verschreibt, neben allgemeinen Grundsätzen wie der Gleichberechtigung. Buddhistische Lehrer und abrahamische Gottes-Überzeugungen indessen gehören in staatlich kontrollierte Privathände, ein universitärer Lehrstuhl ist keine Predigerkanzel, Wissenschaft ausüben nicht Ideologie eintrichtern.

30.09.2522

 Über Lyotard über Auschwitz II. Eine Arbeit, die über Lyotards (1983) Spekulation darüber, was einen Massenmord unvorstellbaren Ausmasses möglich machte, quellenfundiert hinausgeht, ist die Arbeit von Claus-Ekkehard Bärsch: Die politische Religion des Nationalsozialismus: die religiöse Dimension der NS-Ideologie in den Schriften von Friedrich Eckart, Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler. München 1998 (dort auch eine ausführliche Dikussion über Rassismus) . Nicht im Fokus von Bärsch lag der volksfrömmlerische Kontext, der christliche Antisemitismus im Alltag von Millionen von Gläubigen und in tausenden Kirchen Europas. Ein christianisierter Antisemitismus, der sich in Oberbayern im Wahlverhalten bemerkbar machte, wenn nazi-kritische Katholiken in der Judenfrage Nazis die Stimme gaben, unterstützt durch einen Papst, der seinen antisemitischen Paulinismus ebenfalls nicht ablegte, um vor der Weltöffentlichkeit das Judentum demonstrativ in Schutz zu nehmen. All das ist nicht geschehen in Rom und im katholischen Paris gab es keinen Volksaufstand  – stattdessen stille Zustimmung und Duckmäuserei  – als Nazis begannen, aus Franzosen Juden und Jüdinnen zu machen. In der christlichen Kreuztheologie, die nicht dem Originalchristentum entspricht, aber die dominante Performanz und Ideologie des Christenglaubens wurde, nicht zuletzt duch den dezidierten Antisemiten Luther, wird neben Christus immer auch Judas, der „Satan“ (Paulus), an das Kreuz genagelt, der eine offen als Opfer, als der Heilige in der Klage, der andere im Geiste als der Verräter, als Unmensch in der Anklage. Von diesem Negativ-Image des „Juden“, des „Judas“ in der christlichen Kirche und ihrer manichäistischen Ethik, von diesem im Alltag latent und manifest eingebürgerten Anti-Judaismus des Christentums profitierte die NS-Ideologie, in grossen Kreisen baute sie volksfrömmlerisch-populistisch ihre breite Unterstützung und Wirkung auf ihm auf (mit anderem Fokus argumentierte so Goldhagen (1996): Die willigen Volkstrecker).  Bärsch legte ein wesentliches, altetabliertes Metanarrativ der NS-Ideologie offen und zeigt im Detail wie der paulinische Antisemitismus zu einer radikalisierten, rassistisch-religiösen Überlegenheitsekstase erneut über den Juden beitrug.  Dabei war differenziert festzuhalten „dass Kirchenfrömmigkeit und Zustimmung zur NS-Ideologie sich sowohl ergänzend vereinbaren lassen als auch desintegrierend aufeinander prallen können. “ (S. 298).  Hitler radikalisierte den  antisemitischen Kampf des Paulinismus gegen den Satan Jude, gegen den „Antichrist“ und brachte dabei den rassischen Nationalismus und den Anti-Marxismus unter.
Seelenerleichterung und tiefste Rechtfertigung für ihre Massenmorde unvorstellbaren Ausmasses holten sich Nazis wie Goebbels und Hitler im paulino-christlichen Glauben: der Herrgott hat das Volk geschaffen, der Herrgott steht seiner höchsten Erfüllung bei, sich selber zu helfen und dabei den Erzfeind des Volkes und des Herrgotts zu vernichten. (S. 290ff.)  Hitler sah im „Juden“, christo-paulinistisch, die „Gottesgeissel“, „die Personifikation des Teufels“ und, als politischer Schachzug,  auch noch gleich den „Erfinder des Marxismus“  (Mein Kampf  – Bärsch, S. 338), zudem sah er sich akommuniziert und beauftragt von der „Vorsehung“ des christlichen „Allmächtigen„, den „Menschenfeind“ endgültig zu vernichten. Auch Goebbels sah in Hitler ein instrument des göttlichen Willens („ein Instrument jenes göttlichen Willens, der die Geschichte gestaltet.„(S. 176)  Und mit Gott ist hier konfuserweise der Gott der Alt-Juden und des Juden Joshua, der eine besondere Nähe zu ihm zu haben glaubte, gemeint, was nicht sein durfte, nach Görings Motto, wer Jude ist, bestimme ich, machten ihn die Goebbels und Hitler zu einem Arier (S. 354), blieben also auch hier in Unsinn und Widerspruch stecken. Ein Inquisitor der paulino-christlichen Kirche des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, der hunderte „Hexen“ verbrennen liess, rechtfertigte sein Handeln, übrigens, ähnlich religioid-wahnsinnig.
Zwischenresultat: Was in einem Teil der Denker-Nazis sich ideologisch abspielte war eine rassistisch-national und politisch-antimarxistisch aufgeladene Version des paulinischen Antisemitismus in synkretistischer Bandbreite („die“ NS-Ideologie war diese Bandbreite). In Auschwiz (Sobibor, Treblinka, Belcec, usw.) wurde das Rad des christlichen Judenpogroms nicht neu erfunden, aber der industriellen Revolution und ihren Widersprüchen „integrativ“ angepasst (ausgeweitet), das war in die Realität übersetzte NS-Ideologie. „die Mehrheit der Christen in Deutschland“ (S. 298) und eben nicht nur in Deutschland besassen von Haus und Kirche aus ein Verständnis für die anti-jüdischen und anti-kommunistischen Anliegen der Nazis,  dabei  gerieten andere Verfolgte und Opfer des mörderischen Rassismus, von ebenfalls als „mindertwertig“ bewertetem Leben schnell einmal aus dem Blickfeld. Grosse nicht-intellektuelle Kreise und kleine Kreise von Intellektuellen, darunter Quereinsteiger und Autodidakten wie Hitler und Rosenberg, erkannten als Total-Verblendete unter Verblendeten die Karrierechance ihres Lebens (während Arbeitslose in der SA eine sichere Dienststelle sahen). Der kollektiv anschliessbare Wahnsinn generiere zugleich Anknüpfungspotential für industrielle Kreise. Das von der NS-Ideologie konstruierte Jude-Sein wurde zu einem Lebens -und Konkurrenz-Nachteil, wovon die nicht-jüdische Konkurrenzwirtschaft nicht erst durch Arbeitsversklavung während des Krieges profitierte (vlg. Götz Aly Hitlers Volksstaat (2006)).  Etablierter Antisemitismus, auf dem sich eine religiöse Überlegenheitsekstase aufbaute mit internationaler Verbreitung, existierte zu Hitlers Zeiten in christianisierten Kreisen, existiert im Provinzuniversum des Paulino-Christentums, nicht in der asiatischen Theologie, in Neapel, nicht in Nepal, in München, nicht in Peking. Der Holocaust war kein „Fliegendreck“ in der langen Geschichte des Christentums und des christianisierten Deutschlands, wie ein AfD-ler meinte,  sondern, um es in dessen Sprache zu sagen: der Holocaust war die Spitze des Scheissbergs, der danach für eine Weile untergetaucht ist. Die erhöhte intellektuelle Drehzahl der Änigmatischen Bewegung, der Änigmatischen Philosophie und Religion trage zu dessen Schrumpfen und Schmelzen bei.

Literatur: Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. Die Jahre der Verfolgung 1933-1939. München 1998. 

29.09.2522

Wie plötzlich die Einsicht, dem historischen Joshua seine Zeit zu lassen, ihm seine Zeit zurückzugeben, und unsereins unsere, deutlich mehr unsere, global gesehen, die achsenzeitliche.

28.09.2522

Das Einfache, das aus Einfachheit schweigt, rätsellos, ein grosser Teil unserer Nahwelt des Einfachen, in der wir Überraschungen ausschliessen können (springen nicht Viren auf Menschen über, wird es nicht auch in dieser schnell unübersichtlich und kompliziert …, dennoch schweigt sie einfach), und das Einfache, das änigmatisch schweigt, es schweigt täuschend einfach wie und weil das Komplizierteste und Dunkelste weit über unser Denken und Sprechen, Sehen und Hören hinaus, ohne Überraschungen ganz auszuschliessen. Der überraschte Pascal lauschte diesem Schweigen und moderne PhysikerInnen hören das Rauschen einer Singularität kosmischer Physik, in welcher unsere Physisteme und ihre Welt zur Welt kam und immer noch kommt (nach einer Theorie, nicht jeder). Wir werden es, das schweigt, nicht zum Sprechen bringen, „es“ wird das tun. Dann spricht, schreibt, träumt es über unsere Kommunikation, über unsere Sinne, zu (einem von) uns. Kryptisch bleibt es kryptisch, klar bleibt es unklar klar.

28.09.2522

Ab und zu bringt die änigmatische Tangente akommunikativ Kommunikation zum Sprechen, Träume zur Realität, Realität zum Traum (für Einsteiger in den Begriff der Änigmatischen Dimension eignen sich neben Zeitreflexionen der Quantenphysik die Schreiben von C.J. Jung, der mit dem Physiker Wolfgang Pauli korrespondierte, über „Synchronizität“ (z.B. in der Olten Studienausgabe 1980er Jahre).

27.09.2522

Unsere allerletzten Totengräber Gottes (es sind die allerletzten, versprochen!): die NZZ, Kehlmann und Sloterdijk – Totengräber-Datum: Dezember 2020 christl. Zeit.  Die NZZ („Sloterdijk setzt einen heiteren Schlusspunkt hinter die Religion„), Kehlmann („…dass Gott aller Wahrscheinlichkeit nicht existiert, das versteht sich… für vernünftige Menschen von selbst“), Sloterdijk. Sein Buch kann passagenweise als Blütenlese von Über die Anfänge (2017-2020) gelesen werden. Von Religion kann Sloterdijk an sich nichts, für sich alles sagen. Reine Theorhetorik oder wie Wittgenstein sagte: wovon man nicht sprechen kann, darüber muss (sollte) man schweigen. Zur NZZ: Die Änigmatische Bewegung setzte einen heiteren Anfangssatz vor die erste freie Religion, wären die älteren Religionen und ihre Desaster, die bis in die Gegenwart reichen, nicht. Zu Kehlmann: Statt Kehlmanns pupertärer Atheismus, der sich als „der“ Standpunkt „vernünftiger Menschen“ ummäntelt, der also gleich zweimal angibt und gleich zweimal vermessen ist, nicht nur einmal, interessiert an seinem Geschreibe vor allem die Frage, ob sich Osho, der Guru, der Sloterdijk elektrisierte, akommuniziert glaubte. Wenn ja, dann sich selber spottete, sich karikierte, schillernd das Änigmatische zuliess und nicht zuliess.

26.09.2522

Die Absage an den altjudaischen Gott, der überdefiniert ist, und die Zusage an Gott, die Änigma, die unterdefiniert ist, findet sich z.B. in Über die Anfänge 6 (2. Aufl.). Änigmatische Kreise. Norderstedt 2019, S. 236 (16.01.2519). Gott, die Änigma, vergessen Sie die überlieferten Gott-Imaginationen, bedeutet phänomenologisch auf Husserls epoché gestellt und mit Ockhams Rasiermesser betrachtet, zunächst nichts anderes als ganz anderes nichts anderes als ganz anderes als Nichts, als (ein/das) ganz andere, allochthone Rätselhafte in der Genesis unserer Welt und ihrer autochthonen „Rätsel“, als ihre numinose Dimension, als ihre änigmatische Dimension (in der Genesis unserer Welt). So folgen Änigmatische und ihre Sympathisant*Innen wahrscheinlich nicht dem altjüdischen Patriarchengott Abrahams, nicht einmal, trotz viel Sympathie, dem äusserst menschenliebenden Gott Jesajas, der allen Völkern, egal welchen Glaubens und Nicht-Glaubens, die Absolute Party auf dem Berg Zion verhiess, an der ihre Sterblichkeit verspiesen wird. Wenn es sie gäbe, dann wären die Änigmatischen die ersten, die seiner Einladung folgten.

26.09.2522

Worüber wir nicht sprechen können, darüber schweigt es. Wir glauben aber, über „alles“ sprechen zu können: von fundiert bis logorrhöisch (im Krankheitsfall: logorrhoisch).  Wir können „es“ nicht zum Sprechen und nicht zum Schweigen bringen, sollte es zum Sprechen, Kommunikation zum Kommunizieren, Träumen zum Träumen bringen. Wittgenstein verharmlost die Unkontrollierbarkeit und Unvorhersehbarkeit des „es“, das zum Sprechen bringt und des „es“, das schweigt (ob es das muss oder nicht, wissen wir nicht, ob das menschbedingt so ist oder absolut so ist, wissen wir nicht, usw.).

25.09.2522

Änigmatische Ethik ist eine redekonstruktive Form der manichäistischen Ethik.

24.09.2522

Jenseits und Diesseits von Gut und Böse. Änigmatische Ethik siedelt sich diesseits und jenseits des Gut-Böse-Manichäismus der archaischen Ethik an – jenseits von Absolutismen im Diesseits von Relativismen.  Das Absolute Böse – nicht relativ zu allem, nicht relativ zu nichts – ist eine schlecht durchdachte Idee, es erinnert an tödliches Gift. Das absolute Gute, eine wunderbare Sache, erinnert an Muttermilch, absolut sind beide nicht. Das Böseste – ein Böses im Spektrum ist immer relativ: am wenigsten bös, am allerwenigsten bös und worin, worin nicht, worin fast nicht usw. –  was uns widerfahren kann, kann uns, kann mich, kann Nächste töten, quälen bis zum Tod, darüber hinaus ist es nicht absolut, es bleibt relativ zu mir, zu dir, zur Zeit und zum Raum, es bleibt in sich selbst relativ, nicht absolut. Das absolute Gute wirkt erst in der Differenz und Relation als dieses, ist in sich ebenfalls nicht absolut – ist noch nicht allseits, ausseits und inseits des Neutrums (Nirvana, Genesian).

23.09.2522

Über Änigmatische Ethik: Feind und Extrembedroher. Erstens: Es gibt keinen „Feind“ und wenn es ihn gibt, ist es/er/sie unser aller Feind. Zweitens. Statt: „Du sollst nicht töten“ heisst änigmatische Ethik „Übe Notwehr, töte möglichst nicht.“ (Das musst du üben, das kannst du lernen). Drittens. Statt: „Liebe deine Feinde“ „Erkenne  im feindseligen Anderen höchstens den Extrembedroher (und/oder den Kranken), nicht den Feind“. Viertens.  Der Mensch ist nicht des Menschen Feind. Er ist dafür zu gleich, so fern er steht, zu endlich, so übermächtig er sich gibt -, höchstens etwas Aussermenschliches  ist der Feind (Radioktive Strahlung kann extrem feindlich sein, ein Meteorit, der auf die Erde zurast, „Feind“ ist eher „unpersönlich“ und extrem gefährlich: ein Mensch, der auf andere Menschen Atombomben schiessen lässt, also nicht nur massenmordet, sondern Gene und Umwelt, Teile der Zukunft der Menschheit für unbestimmte Zeit angreift und zerstört, ist für die Betroffenen beides: ein Feind in der Wirkung und  ein Extrembedroher in der Ursache. Für seine Gemeinschaft, für seine Lobby ist er kein Extrembedroher, sondern ein Wohltäter – bis der feindliche Fall-Out, bis die Konsequenz seines Handelns zurückschlägt. Handle möglichst so, dass deine Handlung Freundlichkeit schafft, Freunde, Freundinnen erreicht und freundlich zu dir zurückkehrt. Handle wahr und richtig, und nicht feige, weckt deine Handlung Feindseligkeit unter denen, die nicht wahr und richtig handeln. Suche die Anerkennung nicht um jeden, suche sie nur für den wahren Preis. Die Anerkennung wird dich später finden, erhältst du sie gerade nicht oder nicht so, wie du sie verdienst. Für die änigmatische Ethik ist das  „Corona-Virus“ ein Feind aller und noch jenseits von Extrembedrohung. Es zu töten oder ausser Kraft zu setzen ist Notwehr und Pflicht, Verantwortung, Fürsorge (Obligation).

22.09.2522

Postabrahamische Aufklärung und Philosophen, die hinter ihrer Linie stehen und stecken blieben: Adorno, Lyotard, Agamben.

21.09.2522

Postabrahamische Aufklärung und moderne Sintfluten. Von älteren Religionen Babyloniens übernahm der Abrahamismus die Sintflut-Idee, die Idee, sich Genozide als notwendige und tugendhafte Strafen Gottes vorzustellen.  In der Genesis rottete der göttliche Menschenzüchter einen ganzen Wurf von unwertem Leben, von misslungenen Menschen aus um einen besseren Neuanfang zu initiiteren. Sintflut-Geschichten begraben ein grosses Drama von Verdammten unter sich und setzen eine kleine Arche von Seligen darüber hinweg. Im Prinzip folgt die darwinsche Naturselektion der abrahamischen Gottesselektion auf dem Fuss. Hitler fand in seinem abergläubigen Rausch die „Juden-Ermordung“ tugendhaft und notwenig. Ähnlich wie für  Inquisitoren „Hexen“, ein Konstrukt ihres kumulativen Wahnsins und Glaubens, waren für ihn „der Jude“ Manifeste des „Menschenfeindes“, Zersetzer abendländisch-christlicher  Werte, kulturell und biologisch entartetes Leben – zudem nützliche Opfer/Mittel im Kampf gegen den politischen Gegner (siehe dazu „Über Lyotard über Auschwitz“ (13.09.2522)).  Indessen der Terror–Islasmist Atta und seine 18 Glaubensgenossen, gefangen im abrahamischen Manichäismus von gut und böse, planten sich zu opfern für den Dschihad gegen den „grossen Satan“ (USA) ,den „kleinen Satan“ (Israel)  und das Haus der „Ungläubigen“ (auch ihr Radikalismus deutet an, dass er über hundertausende Morde ginge). Getötete Zivilisten durch ausländische Truppen in muslimischen Ländern als Rachemotiv schien für sie nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Auch hier regierte religiöser abrahamisierter, in Manichäismus befangener Wahnsinn, wobei  bei den Hitleristen eine Verachtung des dieseitigen Lebens, eine Überschätzung des jenseitigen Lebens von Seligen wie bei den islamistischen Selbstmord-Massenmördern nicht existierte, diese Massenmörder projizierten ihr Jenseits in die Zukunft eines Tausendjährigen Reiches von Rassereinen.  Für den ganz grossen Wahnsinn, für das ganz grosse Morden liefert abrahamische Aberglaubensrhetorik ähnlich wie der Pol-Pot-Stalinismus die geistigen Waffen. Für die postabrahamische Aufklärung ein Grund mehr, sie und die ganze abrahamisierte Film- und Roman-Kunst, die vor Massenmorden, Genoziden und Apokalypsen strotzt, nach und nach in das historische Archiv, in die Waffenkammer der Geschichte zu stellen.

Literatur: Mulsow/Assmann (Hg.) (2006): Sintflut und Gedächtnis: Erinnern und Vergessen des Ursprungs

13.09.2522

Über Lyotard über Auschwitz I (Der Widerstreit (1987, frz.  Le Différend, 1983, Übers. Joseph Vogl). Zu den zwar ergänzungsbedürftigen, aber erhellenden Einsichten Lyotards über den Holocaust zählt der Versuch, die Vernichtung von Juden (als Inbegriff von minderwertigem Leben, dahinter christen-ideologisch: als Inkarnation des „Menschenfeindes“ (Hitler/Paulus) – eine Dimension, die völlig ausgeblendet wird), durch eine transzendente Überhöhung und Verbindung der Nazis mit dem „Lebenstrieb„, der sich in den „Ariern“ und  „nordischen Völker“ verkörpere, zu erklären. Nur wegen eines „unerklärlichen Patzers“ lebten andere, nicht auserwählte, weiter, dabei könne die Kontingenz vergessen gehen zugunsten eines Berufungswahns einer „Entität“ (SS, Nazis) oder „Aristokratie„, die „ihren Aberglauben (…) bis zum Rausch ihrer Notwendigkeit und ihrer Tugenhaftigkeit steigern kann“ (S. 178), man holt in dieser abergläubig gepushten Überlegenheitsekstase, unter diesem „Mythos“ oder Narrativ bloss die ausgebliebene, jetzt fällige „Korrektur“ des „Patzers“ nach, die Endlösung ist „eigentlich“ die Endlösung eines „Problems“ des Lebenstriebs, die Elimination der Juden  „eine simple lebensüberwachende  Massnahme, ein politischer oder polizeilicher Darwinismus.“ (S. 178). Das alles klingt intellektuell interessant, bleibt aber abstrakt und grösstenteils ungenügend, es klingt wie das Fazit einer grossen Studie, ohne grosse Studie,  wie freier Denksport, mit peripherer Quellenberührung, ein Denksport,  der sich eine grobe Arbeitsthese zusammenreimt, ohne sie dann in den Quellen zu überpüfen und entsprechend zu verbessern, zu verwerfen, und so weiter, ja, es klingt wie wenn sich hier einer einen schlanken Fuss macht. Schon 1983 gab es gute Studien und Zugänge zu Quellen  von und über Hitler wie Friedrich Heers Bestseller (1968): Der Glaube des Adolf Hitler. Anatomie einer politischen Religiösität – L’Autopsie d’Adolf Hitler, Paris 1971 – um nicht besser (differenzierter, umfassender, mehrdimensionaler)  die europäisch organisierte, nationalsozialistische Juden-Verfolgung, -Vernichtung  und -Versklavung (eine Dimensionen, die das alte Narrativ gar noch nicht kannte) auf den Begriff zu bringen. 

 Themenfelder dieses Zeitraum-Ausschnittes, die zusammenzubringen sind: a) die ideologisch politische Kampfsituation zwischen Nationalismus und Bolschewismus, Paulinochristentum und Marxismus, aggressiver Atheismus, denunziativer Kirchen-Antisemitismus (Richard Evans: Das Dritte Reich. Aufstieg  (2003); Ian Kershaw: Hitler 1889-1936 (1998))  b) die Denkart und Lebensprägung der Täter,  eines Hitlers, Himmlers, Hess, Eichmanns, Franks, Schleichers, Goebbels, Heydrichs, Bormanns, Rosenbergs, usw. (Baumgärtner (1977); Raoul Hilberg; Goldhagen: Hitlers willige Vollstrecker; Christopher Browning (1998): „Ganz normale Männer“) in ihrer allgemeinen Weise, die in Parteibildung – und -kampf mündete, und in spezifischer Weise, die in Karriere, Funktion, Publikation///– c) die Alltagswelt und Tagebücher der Betroffenen, der Franks in den Niederlanden, der Berrs in Paris, der Klemperer in Dresden, der Petr Ginz in Prag, usw.—d) die politische  soziale, wirtschaftliche Situation -(für das Vorfeld: Ernst Nolte: Marxismus und Industrielle Revolution) nach dem Revolutionsausbruch 1918- Hitler-Putsch und Marsch auf Berlin 1923 – völkische Reaktion – bolschewistische Aggression –  von Hindenburg gefallen bis zu Hindenburgs Gefallen -etc. -Feld, wo sich realer „Widerstreit“ bildete (Lyotard erwähnt zu Recht, bei den „Juden“ nicht, bei den „Roten“),   Aufstieg der SA, Wirtschaftskrise 1929, Inflation, innerparteiliche Arrondierung, Röhm-Putsch, Aufstieg der SS, Gleichschaltung von Beamten und Universität: Nazi Heidegger philosophiert in Rom (1936)  vor Schleicher u.a. für ein wahres Europa und den Kampf gegen „das Asiatische“, das Europa entwurzle, wer Schleichers Ohren hat, der höre den antisemitischen Topos des (kleinasiatischen) Juden als Europas „Entwurzler“ heraus. Seine Seinsphilosophie (statt nordische Völker, griechische Vorsokratiker) führte er ihnen als Führerphilosophie vor, was wohl zuviel des Anbiederns war, sie stellten ihn kalt – e) Elimination der wirklichen, der politischen Gegner und Feinde (Hitler: „Nur durch Vernichtung des Bolschewismus sei Deutschland zu retten“ (Kehrshaw, S. 323)). KZ Dachau (1933), das erste KZ wurde für sie, nicht für Juden geschaffen  – Die nazi-konstruierten „Juden“ waren zivile normale eingeschüchterte BürgerInnen, die nicht nur in Oberbayern ohne grosse Unterstützung aus der nazi-christianisierten Umwelt zu erfahren, wie Lämmer zur Schlachtbank geführt werden konnten.- f) die rasse-theoretische und internationale antisemitische Dimension, die anti-jüdische christliche,  die auf dem Christentum basierend säkularisierte, die Pseudoverwissenschaftlichung –  „der Jude“ war jetzt nicht nur theologisch und moralisch, auch materialistisch-„wissenschaftlich“  lebensunwerte Negativität, usw. es summierte und projizierte sich Negativität, doppelte Negation ohne hegelsche Pointe – solange die Vernichtung anhielt. Erst danach konstatierte der KZ-Überlebende Elie Wiesel, dass Auschwitz nicht die Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern das Ende des Christentums bedeutete. Zumindest des Paulino-Christlichen, das sich heute in einen Skandal von Tausenden von Missbrauchsfällen verschleppte, so abrupt Enden jahrhundertlange Projekte nicht, sie laufen aus.

Zurück zu Lyotards Geschichtsvergessenheit  – anstatt die historisch wuchtigste Form der Juden-Pogrome genauer in Augenschein zu nehmen, die christliche, und damit die christlichen Anti-Juden-Mythen in Bezug zu setzen nicht nur mit deutschen Nazis und Besetzern, sondern katholischen Nachbarn von den Berrs in Paris – solche, – also so gut wie alle – , die nicht auf die Strasse protestieren gingen als man begann Franzosen mit gelben Sternen und räumlichen Absonderungen in der Metrobahn zu Juden und Jüdinnen zu machen (wir wissen heute, wie und wo das endete, die Zeitgenossen wussten das nicht unbedingt), fixiert sich Lyotard auf völkische Arier-Ideologie, die meistens getaufte Christen unter den Nazis vertraten, und geht auf eine irrlichternde Bibel-Vision von Lévinas ein ((Abrahams „Gott hätte also Hitler zu trinken gegeben„, jenem, warnte ein Engel „der später Israel leiden machen wird.“ (S. 167)).  Irrlichternd, denn der christliche  „Gott“ machte „Israel“ schon lange leiden, mit Paulus entstand der paulinische Antisemitismus  – „Der Satan (Jude) hat mich verhindert“ heisst es bei ihm – Satan (Jude) will auch Jesus im Gespräch auf dem Dach und später durch den Tod  am Kreuz „verhindern„. Doch das misslang  gewaltig, der Triumph über Satan wurde gerade am Kreuz besiegelt, zumindest für die „paulinischen Gemeinden“ (Taubes), die originalchristlichen Ebioniten erschraken ob solchen makabren und raffinierten Deutungen, doch die wurden von den Paulinisten später ausgebootet (exkommuniziert)).  Spätestens im Mittelalter, in der Pest-Zeit begann sich die Sündenbock-Funktion des Juden unter Christen einzubürgern. Mussten Juden obrigkeitlich geschützt werden, wurde es umso fataler für sie, fiel ihr die christliche Obrigkeit in den Rücken, initiierte sie Judenverhetzung, -entrechtung, -.beraubung, -vertreibung und/oder -ermordung, in dieser traditionellen Reihenfolge agierte auch Hitlers Judenpogrom.  Ohne diese antijüdischen Gespenster der christlichen Kirche, die Hitler in seinen „Kampf“ mobilisierte, hätte sich die unwahrscheinlich grosse europäische Durchschlagskraft seines Pogroms kaum entfalten können – ,  der  Antisemitismus in Text und Subtext des Christentums, auf dem sich der nationalsozialistische beschleunigt und flächendeckend ausbreiten konnte,  reichte vom katholischen Oberbayer, der in der Kirche lehrte, „den Juden“ zu verachten, bis in die USA von Henri Fords „Der internationale Jude – Ein Weltproblem„, Leipzig 1922 (in diese Richtung argumentierte Goldhagen (1996), ohne  Redekonstruktion des paulinischen Antisemitismus in der Alltagschristianisierung von so gut wie jeder katholischen und protestantischen Kultur damals, nicht nur der deutschen und österreichischen,  ein „Antisemitismus, den Hitler bloss noch freizusetzen und zu aktivieren brauchte“ (S. 518); in Oberbayern, wo traditionell schwarz gewählt wird, wurde braun in der „Judenfrage (Hilberg FN Apparat); der damalige Papst handelte folgerichtig (opportun) – anachronistisch heisst es heute „falsch“): “ Bestens funktionierte auch die historisch eingespielte antisemitische Sündenbockfunktion (in der Weltarbeitslosigkeitskrise: Schuld war der internationale Judenkapitalismus) und die Trojanisches-Pferd-Funktion, mit dem propagierten Rassenkampf gegen „den Juden“ den propagierten Klassenkampf, in dem sich der  tatsächliche „Widerstreit“ gegen die Nazis mobilisierte, der kommunistische, zu gegenpermingieren. Sich wesentlich auf „den Juden“ zu konzentrieren, hiess, vom Wesentlichen abzulenken, den Klassenkampf mit dem Rassenkampf zu permingieren. Die  Bauernschlauheit und Verschlagenheit, die dialektische List Hitlers, seine christliche Rhetorik und sein Bekenntnis vor einem katholischen und reformierten Publikum, sein Judenpogrom in die Tradition der früheren Pogrome der „Christenheit“ zu stellen – hier, wo sich Hitler expressiv verbis 1938 von der christlichen „Vorsehung“ geführt inszeniert, finden wir Lyotards pseudo-religiösen „Aberglauben„, der sich und damit den Massenmord an „Juden“ „bis zum Rausch seiner Notwendigkeit und seiner Tugendhaftigkeit (…)“ steigert. Diese antisemitische Krake, die eine Waffe gegen den politischen Feind, die kommunistische Bewegung war, war gegen den normalen Bürger, die unpolitische Bürgerin, die zum Nazikonstrukt „Jude“ gemacht wurde, bloss ummäntelte Gewalt, die ein Sadist und Bürokrat wie Eichmann generalstabsmässig mit einem Stift und ein KZ-Aufseher vor Ort paramilitärisch mit einem Schlagstock ausspielte – diese Krake hatte mindestens zehn Arme im Einsatz (mit diesem Arm:  materialistisch-rassetheoretisch, mit jenem: christlich-messianisch, mit dem nächsten: völkisch-national, mit einem nächsten: raub-mörderische Chancen und Umverteilung generierend, mit einem anderen: sadistische Gelüste und Gelegenheiten,  usw.) um „das Weltproblem“ (Ford) endgültig aus der Welt zu schaffen, bis die wahre Welt den Hitleristen und allen anderen, die sich dieser Macht anschlossen, zum tatsächlichen „Problem“ wurde, bis sie – zwanzig Millionen Tote später – sogar begriffen, wenigstens eine Mehrheit unter den Überlebenden, dass sie „das“ Problem waren.

20.09.2522

Über die Corona-Pandemie (Zweite Welle, Dez. 2021 christl. Zeit). In Deutschland und der restlichen Welt wird gerade viel zu viel gestorben und getrauert  – nicht schnell genug kann es mit Impfen gehen, überall wird geimpft, wird mehr als sonst es nötig wäre Leben gerettet und HeldInnen der Wissenschaft und der Krankenpflege applaudiert. Derweil legt das Virus eine Schippe drauf und mutiert in London zu einem viel ansteckenderen Typ. Die Brexit-Verhandlungen mit Insel-England erscheinen plötzlich in einem ganz anderen Licht: Macht die Schotten dicht ! Und auch die Schotten wollen wir gerade nicht !  Im Wettrennen zwischen Virus und Mensch steht der Sieger fest, nur noch nicht der Preis, den er dafür zahlen muss. Seelsorger in Plastikhauben, Intensivstationen und Beerdigungsindustrie haben Hochkonjunktur, die im Frühjahr abflauen wird, wartet das Virus nicht mit weiteren Überraschungen auf. 

21.09.2522

Die neuen Heilsbringer aus den Laboren der modernen Medizin –  eine neue Apostelgeschichte… die guten Impfmittel gegen die bösen Dämonen –  Todgeweihte, die wiedergeboren werden

20.09.2522

Vor der Impfung

Der Tod marschiert durch die Greisenheime
Die Atmung erstickt er gern im Keime 
Die Leute haben ohne Gott und Haus 
Nur noch einen Grund vor sich: das Aus.                         

(20. Dezember 2021 christl. Zeit)

19.09.2522

Die paulinische Weihnachtsillusion. Dass Gott Mensch wurde an Weihnachten ist eine Vision und Nachdichtung des Paulinismus wie die göttliche Geburt (Marias Gebärmutter muss dafür herhalten) und der göttliche Tod (Auferstehung). Fakt ist eher: der historische Jeshua glaubte sich akommuniziert („ich sah.., ich hörte…“).

19.09.2522

Wenn Theologie meint, sie könne jenseits der Erkenntnisarbeit der Religions- und Geschichtswissenschaft mit Rückhalt ihrer an Universitäten platzierten sog. „Theologieprofessoren“ ihre Autopoesie erzählen, soll sie das im selber bezahlten Bibel-TV machen.

19.09.2522

Marias Permingation. Hinter der paulino-christlichen Vision von Marias Jungfrauengeburt und unbefleckten Schwängerung durch den Heiligen Geist ragt eine ordinäre Vergewaltigungsphantasie hervor. 

19.09.2522

Drei Gründe warum die  „christliche Nächstenliebe“ aus änigmatischer Sicht abzulehnen oder als Konzept aufzugeben ist. Erstens, jenseits dieser Liebe ist der Fernste „der Jude“, auch in sie ist der anti-jüdische Subtext eingeschrieben (den ihr Konzept der „Feindesliebe“ nicht ausradiert). Zweitens sie ist ein eschatologisches, entkörperlichtes Konzept (Liebe wie nach Tod im Himmel, ohne Körper und Geschlecht) und drittens sie ist  missionarisch – aus änigmatischer Sicht mit einer irreführenden Sendung – und jenseitsorientiert, keine neutrale, säkular orientierte Menschenliebe. Sie lebt und zehrt grösstenteils vom Missverständnis, das zu sein.

19.09.2522

Öffentlicher Rundfunk auf Christenmission: der Jesuit, der Berufschrist, trotzt den Nazis…. Auf den Kanälen von ZDF und ARD sind VORWEIHNACHTLICH und PANDEMIEVERSTÄRKT die paulinischen Nachdichtungen und die eingefleischten Missverständnisse der christlichen Grosssekte auf Dauersendung. Um diese Zeit besitzten Christen das religiöse Sendemonopol,  es gibt wenig Alternativen zu ihr – die änigmatischen Philosophen und Philosphinnen mit ihrer Änigmatischen Weihnachten – an der traditionell jüdisch gegessen wird – sind noch nicht auf Sendung und kaum säkulare Philosophen und humanistische Agnostikerinnen  (Sendung von Sloterdijk wurde abgesetzt, Precht auf Nachzeit verlegt)  – dafür hier ein Papstfilm (der Papst, so eine Anhängerin, sei Nächstenliebe pur) – dort das Wort zum Sonntag (Jesuit trotzt Nazis in der Todeszelle). Ähnlich wie Christen Römern in der Löwenarena trotzten – den Tod vor Augen: was so schwierig, so schwer es auch fiel, nicht war – Nazis wie Römer hatten keine bessere Alternative zu bieten – ausser Barbarei  und Heiden- oder Kaisergötter. Und im Märtyrertod reinszenierten Christen den Tod ihres Sektenführers und die Auferstehung ihres Glaubens – glaubten sie. Eher reinszenierten sie die für sie sinnmächtigste, suggestivste Nachdichtung über seinen Schein-Tod am Kreuz, die paulinische. 

18.09.2522

Klarer sehen durch Religion. Die ausserordentlichen Umstände der Corona-Pandemie mögen die Blindgläubigkeit fördern, sich mit tröstlichen Geschichten zu beruhigen, sich in schönen Illusionen zu ergeben wie Weihnachten sei ein besonderes Fest der Wahrheit, es sei ein Vater-Gott über Maria gegangen und deshalb ein Gott-Sohn und Mensch (Mann) aus ihr geboren worden, eine paulinische Nachdichtung  wie die von der irdischen Sündenhaftigkeit jedes Menschen, die nur ein überirdischer Entsünder „retten“ könne – die suggestive Nähe zur natürlichen Sterblichkeit ist gewollt -, eine Apologie der Wunder-Zeugung und Geburt, die zum göttlichen Wunder-Tod ihres Messias passte und die Überlegenheitsekstase über das Altjudentum und die Attraktion für Heiden zu zementieren half. Bei gewissen Menschen mag solches auch heute noch verhangen – nicht nur bei den Zeugen Jehovas. Die änigmatische Akommunikation Philosoph, Philosophin zu sein, dieser starke Wind, der ewig bläst, verbietet Änigmatischen und ihren Sypathisantinnen sich betäuben und verklären zu lassen,  in jeder Situation sind sie zu jenen zu zählen „die klarer, die die aufgeklärte Wahrheit sehen wollen durch Religion.“ (Über die Anfänge  – Buch Passion. Norderstedt 2020, S. 426 – Eintrag 18.02.2521).

17.09.2522

Das gute Karma der Mutter, die ihren Sohn nicht Abrahams Gott geopfert hätte (eher hätte sie sich geopfert oder den Gott), das gute Karma der Mutter, die keine Tochter gebar, die ihre Naturkraft, Leben zu schaffen, auf lebensentrückte Weise schlecht redete. Das gute Karma der änigmatischen Seele.

16.09.2522

Das schlechte Karma der christlichen und der buddhistischen Seele verlassen, dafür die  änigmatische Seele, den Bezug zur änigmatischen Tangente in der Genesis unserer Welt gewinnen.

15.09.2522

Nach Auschwitz sei Gedichte schreiben, so Adorno, nur noch  „barbarisch„. Aus Sicht des Ex-KZ-Häftlings und jüdischen Dichters Celan sah das ganz anders aus – seine Gedichte werden Auschwitz überleben und er überlebte diesen industrialisierten Judenpogrom-Wahnsinn, den es so nur in einer christo-abrahamischen Kultur geben kann. Aus änigmatischer Sicht ist nach Auschwitz christlich zu sein unanständig. In Auschwitz hat sich die paulino-christliche Grossekte auch in ihrer säkularisierten Form selber zerlegt und Israeliten und Israelitinnen würde es gut anstehen, dem nächsten Papst zu verbieten, die Gedenkstätte Auschwitz zu betreten. Es gibt nichts Anständigeres was er tun könnte – als fern zu bleiben, seine Entschuldigung hat er ja bereits mehrmals ausgesprochen. Es wäre mehr zu tun, Schritte, die er aber nicht tun wird, nicht gehen kann.

14.09.2522

Nach dem Holocaust, nach Lyotard, nach Adorno, nach Agamben. Erst die umfassende Redekonstruktion dieses dramatischen Prozesses, der als Grundnarrativ (Text und Subtext) und Grundstruktur eine verdichtete, beschleunigte, industrialisierte Form des paulino-christlichen Judenpogroms – das auch Luther guthiess – besitzt  – die Nazis musssten das Rad der Judenverfolgung nicht neu erfinden, bloss ins Industrie- und Massenmedien-Zeitalter transformieren – erst die postabrahamische Aufklärung – erlaubt es tatsächlich aus diesem Vorgang „grundsätzliche“ Konsequenzen und Lehren zu ziehen, eine „radikale Zäsur“ zu machen –  aus änigmatischer Sicht gehört dazu, sich von der paulino-christlichen Zeitrechnung zu verabschieden, sich auf die achsenzeitliche Grundlage sowohl der abrahamischen, als auch der philosophischen, buddhistischen, laotsischen, konfuzianischen und wissenschaftlichen Kultur rückzubesinnen.

13.09.2522

Über Lyotard über Auschwitz (jetzt nach 20.09.2522).

12.09.2522

Zuviel Philosophen über Auschwitz, zuwenig Philosophiewissenschaft über einen Weltausschnitt: Die selten soliden erhellenden und ausbaufähigen Äusserungen der Philosophen Adorno, Lyotard und Agamben über Auschwitz  zeigen, dass sie den pragmatischen Universalismus, den Schlüssel für die inter- und transdisziplinäre Arbeit an die Wand gehängt haben (oder nicht besitzen) und sich ihr Philosophenstübchen von keinem noch so unbequemen Thema unbequem machen lassen. Man äussert vergessliche Bezugslosigkeit, Empörung mit metaphysischer Verve und manifestiert „so kanns nicht weitergehen“, inszeniert den Holocaust als radikale Zäsur – aber tatsächlich nicht so weiter geht es erst, nehmen sie den Schlüssel von ihrer Stubenwand. 

11.09.2522     

Änigmatisch wird der Mensch akommuniziert, im abrahamischen Eochraum stellt sich eine Richter-Autorität vor, zudem macht unsere Grammatik, Subjekt und Prädikat, einen „er“, ein „es“ oder eine „sie“ aus ihr. Gott, die Änigma, diese „sie“ lässt den akommunizierten Menschen kommunizieren, „sie“ (Subjekt) „spricht“  (Prädikat) nicht mit eigener Stimme, sie lässt ihn seine Stimme hören, sie schreibt Schrift und lässt sie lesen, sie spiegelt die Kraxelschrift eines Zwölfjährigen in den  Raum mit Fremdwörtern wie „Philosoph“, die dieser noch kaum kennen kann, höchstens vom Hörensagen oder von einem Buchrücken abgelesen hat  – diesse Akommunikation weist offenbar über ihn und sein junges Alter hinaus. Die Schrift-, Wort-, Satz- und Sinn-Setzung ist auch bei der Kraxelschrift die ihre. Ihre unsichtbare Hand schreibt das Schreiben auf leeren Raum, überträgt es aus dem änigmatischen in unseren – dabei unterstellen wir ihr gerne unsereins:  „Personsein“, „Erwachsensein“, „Gebildetsein“, „Muttersprache“, „Schreibhand“, „Raum“  – all das, was sie aufbringen muss, damit wir sie verstehen können,  und nur die, die sich von dieser änigmatischen Mimikry täuschen lassen, hängen der Idee der „Gottebenbildlichkeit“ an – insinuierend imaginierend Gott muss eine Art Schriftsteller, Dichter, Autor und Machtpolitiker sein, der in einseitige Gebildetenkorrespondenz mit menschlichen Autoren tritt.  Kontaktzone zwischen seiner änigmatischen Welt (Genesis) und unserer Säkularwelt ist die änigmatische Dimension.  Vielleicht auserlesen Physistemen und ihre Umwelt das Änigmatische, nicht allein das Änigmatische Physistemen und ihre Umwelt, wirkt die änigmatische Dimension aktiv in unserer Welt mit, nicht bloss im Bereich der Genesis der Änigma, statt bloss passiv wie eine aufgelegte Tangente mit ihr mitzulaufen. So gewann oder besass das menschliche Medium für änigmatische Akommunikation aussergewöhnliches kommunikatives Potential. Mohammed schrieb sich – und schrieb es – zum bedeutendsten arabischen Dichter der Spätantike hoch. Joshua, der akommuniziert wurde  („ich sah…, „ich hörte…“), schrieb nicht, aber offenbar liefen ihm Sekretäre (ja, Kameramänner), die alles notierten und filmten, was er tat und sagte, nach – auch auf dem Wasser muss ihm eine Drohne gefolgt sein, die alles live aufnahm, was bei ihm und Petrus an Wundern geschah… So photo-realistisch, so verlebendigend, so „live“ wie möglich sollte die Szene beschrieben, schrift- und archiv-verewigt werden. Die Schrift als ewiges Auferstehungsmedium lässt den Ewigen, lässt das Wunder ewig auferstehn.

10.09.2522

Genau genommen die Sinne unserer Kommunikation, also auch Träume bringt der „Himmel“ „zum Sprechen“, das Änigmatische einer Physisteme, ihre Tangente an der änigmatischen Dimension, evoziert zu einem bestimmten Bezug bei einer bestimmten Person synchorinizitäres, die „Trennung“ überlappendes Traum- und Real-Erleben, das Jahre, Wochen oder Tage voneinander entfernt liegen kann  (zu C.G.Jungs Versuch Synchronizitäten zu erklären, siehe ÜdA ….).

09.09.2522

Die erste freie Religion. In Über die  Anfänge – Buch Leben. Norderstedt 2018, S. 66, heisst es:  „Die Änigmatischen …. leben eine freie Religion – „die“ freie Religion.“   Bei Sloterdijk Den Himmel zum Sprechen bringen. Frankfurt a.M. 2020, heisst es: Es sei „expressis verbis“ noch nie ausgesprochen“ worden – dass Religon „zum ersten Mal frei“ sei (S. 333). Es gäbe jetzt die „schlechthin freie Religion“.  Man kann hier von Ignoranz oder Permingation ausgehen oder Sloterdijk hat die Ergänzung „nämlich die änigmatische“ vergessen, seine „schlechthin freie Religion“ bleibt sonst schlechthin leere Rede.  Bei Religionen, die auf Akommunikationen beruhen, bringen nicht wir den Himmel, bringt der „Himmel“ unsere Kommunikation zum Sprechen.

09.09.2522

Wurde Sloterdijk nicht akommuniziert, kann er von Religion an sich nichts kommunizieren und für sich alles über sie sagen.

08.09.2522

Um PAI und GAI in die Forschung gleichermassen einzubeziehen, braucht es extensivere, transdisziplinärere Forschungs-Ansätze, zu der die materialistische Schule der Medizin keine Kompetenzen entwickelte  oder keine relevanten interdisziplinären Kooperationen und Verbindungen (der Psychoonkologe sieht das wahrscheinlich anders oder bestätigt die frustrierend mauerblümchenhafte Situation) – schon ihr reduzierterer, einfacherer Ansatz ist äusserst komplex.

07.09.2522

PAI  kann auch „psychological affine immunity“ heissen. Die PAI untersuchte kurz Rupert Sheldrake (1994), wobei hier ein Medikament, an das wirkungsverstärkend auch der Arzt, nicht nur der Patient, glaubte, zunächst, auf Erwartungsstrukturen der Psyche trifft, die ein Teil des physistemischen Immunsystems ist (1999, S. 221-225).

06.09.2522

Über zwei Immunitätstypen der Physisteme – die PAI und die GAI, die placebo affine immunity und genetic affine immunity. Die PAI ist stark aussenorientiert, für „Psychologie“ (Suggestion, etc.) empfänglich, die GAI ist stark innenorientiert, für „Chemie“ (Impfung, Immunmodulation, etc.) empfänglich. Die PAI als Bestandteil, als Funktionsbestandteil, als Mitspieler in der modernen Medizintherapie. Wie lässt sich die PAI verbessern, womit kann die PAI die GAI produktiv unterstützen, neue Forschungsfelder tun sich auf.

05.09.2522

Die archaischen und aktuellen Ursprünge des Folge- und Funktionsgehorsams (und eben nicht nur des überlegenen (besser informierten) Führens, Belehrens, Befehlens, Belohnens und  Rügens von Ungehorsam, Unvorsichtigkeit etc.), den wirtschaftliche Unternehmen, religiöse Bewegungen, raubkapitalistische Eroberungsfeldzüge, Mafia-Clans, Kirchen, Schulen, Behörden, Parteien, etc. seit mindestens 200 000 Jahren „gleichermassen“ benötigen liegen in der Kindheit und der dazugehörigen Elternschaft, in der Dialektik der Transformation und Erziehung von Fremd- zur Selbstfürsorge und von Familie zu Funktions“familien“ (Familienhorde – Funktionshorde (Jagdgruppen, Wanderarbeiter-Züge, etc.)). Mit der Geldwirtschaft, mit Geld und dem Versprechen von Gold, viel Risiko, viel Gewinn (Kolumbus-Unternehmungen usw.), wird die Gier und der Gehorsam (die Bereitschaft, für Geld oder Gold-Versprechen zu folgen, Risiken auf sich zu nehmen) sozial funktionaler gemacht, verbreit- und steuerbarer, konditioniert   – Geld ist das Lebensmittel der Lebensmittel, Geld wird zum Pendant und Inbegriff der Muttermilch, kann unter Geldbesitzern auch zur Droge, zum Missbrauch verkommen. Auch heute noch muss eine Bank ihren Managern grosse Boni in Aussicht stellen, müssen „beste“ Leute angelockt, abgeworben werden  – hat sich seit Kolumbus‘ Raub- und Konkurrenzkapitalismus in diesen Teppichetagen prinzipiell wenig verändert, überholte historische Zustände.

04.09.2522

Über die  „Ursprüngliche Akkumulation“ (Marx) als Permingationsprozess, als Trial-and-Error-Prozess, als „Sündenfall“, und die Legende des vorkapitalistischen Teilhabe-Paradieses, zu dem die Marxisten „zurück“kehren wollen – das christliche Illusions- und Desillusionsnarrativ aus der Genesis vom Himmel auf die Erde gedreht. Zum Beispiel in Marc Zuckerbergs Anfängen der Firmengeschichte können wir Einsicht nehmen in das Labor der Ursprünge  des Konkurrenzkapitalismus, wo Ideen- Reiche, Arbeit und Projekte („Unternehmen“) kreieren, in dem sie auch weniger gierige, schnelle oder zielgerichtete Kreative plagiieren, in nur etwas günstigeren Anfängsumständen permingieren, und Arme, die ihre stumpfe und kreative Arbeitskraft, ursprünglicher: ihren Funktions- und Folgegehorsam, den vielversprechenden, lohnenswerten „Projekten“ dieser Geld-, Gier- und Ideen-Reichen verkaufen (andienen, anbieten, zur Verfügung stellen). Tatsächlich korrigiert der Kooperationskapitalismus den „Sündenfall“ des Konkurrenzkapitalismus teilweise durch eine kollektivere Teilhabe an Gewinn und Erfolg der ganzen Produktionskette und eine andere Priorisierung der wirtschaftlichen Ziele (was als „Gewinn“ gilt, etc.). Das hat aber fast nichts mit der Rückkehr in einen idealisierten Urzustand zu tun, das ist harte politische Überzeugungskraft (arbeit), in der es ebenfalls darum geht, mit Ideen Folge- und Unterstützungsbereitschaft für vielversprechende, lohnenswerte Projekte und Unternehmen zu generieren.

03.09.2522

Im grossen Stil findet Permingation in der Konkurrenzwirtschaft statt – unfriendly overtake, Industriespionage, Auf- und Wegkaufen von Start-Ups, Aktienkursmanipulation sind Momente davon  – Marc Zuckerberg, wie er Facebook gründete (dafür reichte Plagiieren nicht, dazu brauchte es mehr), Steve Jobs, etc. sie alle waren auch Permingierer – sublimierte Kriminelle, kreative PerminGIER pur.

02.09.2522

Zu den ersten Ausführungen zur Permingation (Martiana (ÜdA 3), Norderstedt 2017) siehe auch 29.08.2522.

01.09.2522

Über Paranormalität und Universität.  Rupert Sheldrake (1994) beschrieb das Interesse am „Paranormalen als eine Art intellektuelle Pornographie„. „Es blüht im Privatbereich  und in leicht anrüchigen Zonen der Medienwelt (…), hat aber keine Platz im Bildungssystem, in wissenschaftlichen und medizinischen Instituitionen und in der ernsthaften öffentlichen Dikussion.  Nur leider, viele eifernde und eifrige Skeptiker verwechseln den Schutz der Wissenschaften mit der Verteidigung eines bestimmten Weltbilds. Forschungsvorschläge, wie ich sie in diese Buch mache, könnten durchaus die Grenzen des mechanistischen Paradigmas sprengen und trotzdem wissenschaftlich sein.“ (Rupert Sheldrake: Sieben Experimente die die Welt verändern könnten. Anstiftung zur Revolutionierung des wissenschaftlichen Denkens. Bern/München/Wien 1999  (engl. 1994 christl. Zeit), S. 35)

Die einzige Paranormalität, die immer noch an den Universitäten gelehrt und gelernt wird – anstatt in staatl. kontrollierten Fachseminaren, definitiv ohne Lehrstühle und Doktorarbeiten-, ist abrahamische Theologie – unsere Universitäten sind ein Tempel für den antiken Patriarchengott – aus Sicht der post-abrahamischen Aufklärung ein Skandal. An Universitäten gehört Religionswissenschaft (Geschichte, Soziologie, Psychologie), die diesen Namen verdient und hauptsächlich keiner, höchstens der Religion (und Philosophie) nahesteht, die wissenschaftlichen Ansprüchen annähernd genügen kann, die änigmatische, die sich auch mit der wissenschaftlichen Frage beschäftig, was die Änigma und die änigmatische Dimension unserer Welt (Akommunikationen unserer Religionen, Synchronizitäten, etc.) sind und nicht sind.  Änigmatologie als transdisziplinärer Wissenschaftskomplex, bestehend aus Elementen von Quantenphysik, Mathematik, Biologie (Anthropologie) und Geschichte bis Philologie, Tiefenpsychologie und Soziologie, an der Stelle  wo ganz früher aristotelisch geprägte scholastische Theologie das Curriculum bestimmte.

30.08.2522

Musik hat Noten, Religion hat Akommunikationen.

30.08.2522

Über wahre und scheinbare Religion. Freuen wir uns. Besinnen wir uns. Über die freie, aufgeklärte, sogar änigmatisch zur Philosophie berufene, nicht provinz-universelle, global-universelle Religion, Weltreligion – die änigmatische – in Über die Anfänge und über Sloterdijks „erstmals schlechthin freie“ Pseudo-Religion, die „überflüssig wie Musik“ sei (S. 335) in Den Himmel zum Sprechen bringen. Musik hat Noten, Religion hat Akommunikationen (in Religionen bringt der „Himmel“ unsere Kommunikation zum Sprechen) ohne diese Voraussetzungen ist das Postulat der „ersten freien Religion“ überflüssiger als Musik – eitles Gerede.

29.08.2522

Die ersten Ausführungen zur Permingation finden Sie in Martiana (ÜdA 3), Noderstedt 2017, z.B. 06.04.2517 „Der Permingierer wird geniale Ideen suchen und mit aller Macht versuchen, liegen Permingationsumstände vor, sie permingativ anzueignen. Von der kriminellen Energie, von der Gier, von der Gewalt mit der eines Raubmörders oder Serienkillers vergleichbar, aber sublimiert in das Reich des Geistestäters, des Geisteszuarbeiters für die Unsterblichkeit des eigenen Namens. Wir übertreiben.“, und 09.04.2517, zu Paradox, Risiko und Gegenpermingation der Permingation  („Der Permingierer kann alle Vorteile der Permingation und mehr verlieren, gefledert und bis auf die Unterhose abgezogen in die Pissspur der Gegenpermingation geraten  – die Revanche des von ihm Überpissten und der von ihm angepissten Öffentlichkeit“ (S. 114)), integriert sind diese Einträge auch in ÜdA (4), Buch Vier und Über die Anfänge (5) – Buch Leben (z.B. 06.04.2517 „Der grösste  Permingator in der Philosophiegeschichte ist Descartes….“ und 05.04.2517 „Permingationsverbot in der Wissenschaft…„,  usw.

28.08.2522 (3)

Als ob wir nicht so schnell aus uns herauskommen, uns auf einem höheren Level zivilisieren können würden, der Weg viel steiniger und abgründiger ist, fast schon wie der von Sysiphos.

28.08.2522 (2)

Permingation: Und so entdecken wir ausgerechnet in den hochgeistigen Gefilden der Geisteswissenschaft unser archaisches Tierreich wieder

28.08.2522

Durch den Begriff „Permingation“ erhält  Hegels „geistiges Tierreich“ eine ganz andere Duftnote.

27.08.2522 (2)

Über Permingieren und Plagiieren. Der Permingator ist die niederträchtigere und kreativere Version des Plagiators. Der Permingierer hinterlässt über der permingierten Marke eine „eigene“ Marke, seine geistige Duftspur, seine Tinte hat sozusagen einen „Eigengeruch. Ausserdem lässt er es bewusst darauf ankommen oder ist es ihm egal, dass einer seine Permingation erkennt: der/die Permingierte.  Beim Plagiator, auch er an erschwindelter Wertsteigerung interessiert, doch da fader und blasser, abhängiger vom Klauen und von den Aussagen von Originalen, dominiert die Tinte, die „Pisse“ des/der Plagiierten noch weit über das Plagiat hinaus. Ausserdem will der Plagiator, dass keiner seinen Ideendiebstahl sieht, sicher nicht der Plagiierte, da diese/r einen offiziellen Rang der Anerkennung, somit offizielles Gegenwehrpotential (Urheberrecht, etc.) oder wie Wikipedia „gefährlich“ grosse öffentliche Zugänglichkeit, die eine Aufdeckung wahrscheinlich macht, besitzt. Permingation findet in semi-privaten Graubereichen der Anerkennung (und Aberkennung) statt, am häufigsten wohl in Blogs und an Universitäten, wo auch das Plagiieren einen Stammplatz hat.

27.08.2522

 —    in BEARB ———-Bei Sloterdijk Den Himmel zum Sprechen bringen. Frankfurt a.M. 2020, heisst es: Es sei „expressis verbis“ noch nie ausgesprochen“ worden – dass Religon „zum ersten Mal frei“ sei (S. 333). Es gäbe jetzt die „schlechthin freie Religion“.  Sprechen.

Sloterdijk Religion auch ein- oder zweimal  „die Sekte“  nennt. „Der Staat darf nicht, was der Sekte erlaubt ist.“ (S. 332).  Wir haben einen anderen Begriff. Mit „Grossekte“ ist nicht gemeint, dass sie auf Nichts, nur auf Kommunikation baut, ohne akommmunikativen Gehalt, aber ein „Sektor“ der Welt, nicht sektorenfrei, entsekte, freie Religion ist, es geht auch nicht um Aussagen wie:  „Ein Staat glaubt an nichts, ausser dass es ihn um seiner Angehörigen willen geben soll.“ […]  „…ohne ihn für einen Gott zu halten, gleichgültig was Thomas Hobbes in einer Ära politischer Zerrisenheit zugunsten seiner Überhöhung zum Leviathan vorbringen wollte“ (S. 333) bzw. publizistisch 1651 vorbrachte. Auch das findet sich ähnlich in Über die Anfänge, allerdings mit dem Hinweis, dass Hobbes (1588-1679) nicht an den modernen Staat dachte,  das ist Anachronismus, seine Projektion hat damit nichts zu tun, sondern an den royalistisch-absolutistischen Frühneuzeitstaat – lies: an das Königreich -, dessen Gottesgnadentum über die Papstkirche, die zerrissen wird in Konfessionskämpfe, in Personalunion zu stehen kommen soll, also an Konzeptionen, die wir bei Ockham (14. Jh.) vorgedacht finden, der die Papst-Macht eingeschränkt sehen möchte, was unter Luther und Deutschen Fürsten (16. Jh.) theologisch und real-politisch bis in bürgerliche Kreise geschah (schon Ockham wurde von einem deutschen Fürsten vor den Häschern des Papstes geschützt, nicht erst Luther). Staaten meint Königreiche, die zur Zeit von Hobbes realpolitisch als leviathaneske Entitäten, die ihre Bürgerkriege unter Kontrolle kriegten, im Entstehen begriffen waren (Frankreich, England, Spanien).

Permingation per se Dreistigkeit und Respektlosigkeit auszeichen, stammt das Wort ja von lat. permingere, dt. überpinkeln, übertragen: im Geiste das Bein heben und das Revier eines anderen mit der „eigenen“ Marke überpinkeln, über eine fremde die eigene Duftmarke setzen, mit Pensil, statt Penis  symbolisch und faktisch sich einen Gedanken, ein Ideenrevier aneignen, ungefragt zu seinem machen und Gegenwehr, die Gegenpermingation nicht fürchen (ähnlich wie bei einer Vergewaltigung; permingere heisst in der zweiten Bedeutung „missbrauchen“ (Knaben)): der schwächere Revier-Verlierer, Revier-Bauer wird aus seinem Bau geschmissen, wird besetzt, seine Marke erhält eine Übermarkierung…  – um erscheinen zu machen, dass der neue Revierbesitzer oder Bauherr den Bau gebaut hat – das klingt bei Sloterdijk so

– dabei bleibt im Unklaren oder einfach ungesagt auf welcher Akommunikation sie beruht, Sloterdijks erste freie Religion ist die erste ohne Inhalt, ohne Glaubensbekenntnis, ohne Gott. Und ohne Akommunikation ist Religion Kommunikation wie Philosophie und Poesie. Sloterdijks Religion fehlt die Essenz des Änigmatischen, des Transzendenten, ist also keine, ist bloss Sloterdijks inhaltsloses Geschreibe. 

—–in Über die Anfänge. Dort ist allerdings erstmals freie Religion wirkliche, nicht nur ausgedachte Religion, da auf wirklichen, nicht nur ausgedachten Akommmunikationen (aus der änigmatischen Dimension unserer Welt) beruhend und bezogen, also auf das, was Religion definiert und von Unternehmungen wie Philosophie und Kunst unterscheidet.  Sloterdijk kann über Religion gar nicht frei (in Hegels Sinn), nur beliebig reden, also z.B. in diesem Buch dieses, im älteren Buch, wo er auf den Begriff „Religion“ pfeiffte. Nicht akommuniziert,  nicht wissend, was von der freien Religion „zum ersten Mal“ frei zu nennen, ja, was an ihr „das“ Befreiende, ist, was sie rätselhaft zu wissen und, rätselhaft bleibend, nicht zu wissen gibt – vielleicht etwas, was sie seit Anbeginn ausmacht – essentieller sozialer Nutzen und essentielle Bezogenheit auf die änigmatische Dimension.  Wäre er änigmatisch akommuniziert mit dem Begriff, Traum und Weltauszug „Obligation“ (und der Schrifterscheinung „Philosophie/Du bist Philosoph„)  in Kontakt gekommen, könnte er nur schlecht behaupten, Religion, die ihm wirklich, nicht eingebildet begegnete, sei zum ersten Mal frei „weil in die soziale Nutzlosigkeit entlassen“ worden –  „Obligation“ (Pflicht, Verantwortung, Wertpapier, Wertschrift) sagt etwas ganz anderes und wird von etwas ganz Anderem als wir es sind „gesagt“, auch wenn ganz intramundan geträumt, erlebt, änigmatisch bleibt der Ursprung, der Ursprung ist die Änigma (das Andere, das ABestimmte, die „Genesis der Änigma“) Die änigmatische Religion und Philosophie ist zwar erstmals wirklich (sekten)frei und ein globaler, kein provinzieller Universalismus (andere Weltreligions-Konzepte sind das auch, doch diese kommunizieren das bloss), aber frei heisst, frei dem Gegenteil von sozialer Nutzlosigkeit, nämlich der „Obligation„, fürsorglich für das Sein, für das globale Sein, und dem „sapiens“ von „homo sapiens„,  und damit auch dem Akommunikat der Änigma, würdig zu sein, verschrieben. Jede Religion, die nicht bloss auf Einbildungen und Suggestionen beruht, nimmt aus änigmatischer Sicht Anteil an der änigmatischen Dimension und besitzt eine obligierende (verpflichtende, selbstverantwortliche) Dimension,  in offener oder in verdrängter, in den „Himmel“ verschobener Form – insofern ist der Unterschied zwischen Religiös-Sein und Sein aus änigmatischer Sicht scheinbar, nicht wesentlich. Ausserdem ist der Nutzen und Unnutzen von Religionen, sind „christliche Werte“ längstens in säkulare Schichten eingesickert, islamisches Recht und Moral beeinflusst unsere Parallelgesellschaften – das als „unfrei“ oder „zwanghaft“ zu bezeichnen führt nicht weit. Es braucht attraktive Alternativen dazu.  Doch dazu an anderer Stelle.  Zurück zur Permingation. Es läuf ähnlich wie bei der Seminararbeit „Derrida, der Ägypter“ des begabten Philosophiestudenten in den 1990er Jahren, dessen Titel sich wenige Monate später in Sloterdijks „Derrida, ein Ägypter“ wiederfindet. Offen permingativer geht nicht. Sloterdijk permingiert nur, was sich lohnt, doppelt lohnt: die Idee muss gut sein und die Gelegenheit, sie sich billig und sanktionslos anzueignen, also hohe Wahrscheinlichkeit darüber besteht, dass der Widerstand, die Gegenpermingation ausfällt oder sang und klanglos verhallen wird. Ein Permingierer ist per se feige , er schnuppert und sondiert zuerst, er überpinkelt keine mächtige, keine anerkannte Marke – dort verhält er sich anständig, dort zitiert er, anerkennt damit die „Reviergrenze“, respektiert, honoriert die „Eigenmarke“ des anderen. Das gilt auch für die Permingiererin.

26.08.2522

Die Änigmatische Bewegung ist keine Bewegung der „Wiederverzauberung der Welt“, Sloterdijk, und ein akommunizierter Mensch ist kein „Zauberer“,  vulgäre Religionsvorstellungen von Vulgärmaterialisten interessieren und tangieren uns nicht, sie ist eine religiöse und philosophische Bewegung der Aufklärung der Aufklärung, auch über eine Welt, die unsere akommuniziert, die in der änigmatischen Dimension als Akommunikation  „Du bist Philosoph-/Philosph-ie-/-in“ und in „Synchronizitäten“ erscheint, die Traum und Realität ferner Zeiten und Räume verbinden – unter diesem Begriff von C.G. Jung gesammelt, mit rationalem Deutungsversuch – wir gehen davon dass, dass in unserer Welt (mindestens) zwei, eine chronologische und eine aionische Zeitdimension, die sich in der änigmatischen Dimension vermitteln, anzunehmen sind (siehe …2522).
Vielleich werden einmal in „Obligatorien“ und auf Arche-Übunten änigmatische Leben gelebt und gestorben. Daneben gibt es andere Weisen der Annahme: unverständig, verwundert, launisch, wechselhaft, erbaulich, euphorisch,  ergriffen, bekehrend, als gelogen, als wahr, subjektiv, nicht objektiv wahr, mit Spott, mit ätzender Ironie, mit etwas Ernst, mit tierischem Ernst, usw. Auch um dieser Kontingenz ein für allemal ein Ende zu setzen – um Lachen in der Kehle zu ersticken – machte der Islam eine strenge, harte Ordnung (Verbots- und Unterwerfungsordnung, auch in der Geschlechterhierarchie) und ein uniförmiges Ritual daraus, auch hier lernte er von jahrhundertalten bewährten Praxen und religiösen Ritualen der Juden und Christen. Er konstruiert sich seinen autopoietischen „Zirkel“, seinen praktisch-materiellen Autodiskurs im Foucaultschen Sinn, doch an der Ordnung selber haftet Willkür und Kontingenz, so kam es auch im 19. und im 20. Jahrhundert zu islamischen Ordnungs- und Ordensabspaltungen (Babismus, Bahai, Wahhabismus, IS, etc.), der Prozess ist nicht aufzuhalten – so oder so werden immer mehr Menschen aus diesem religiösen Gefängnis- und Befreiungszirkel – zur Überlegenheitsekstase durch Mohammeds lange erwartetem Auftritt siehe…    2518 -, der sich seit vierzehn Jahrhunderten dreht, in die tieferliegende Freiheit drängen und übertreten, vielleicht zunächst  in eine änigmatische, testamentnähere Form des Islam, der mit einem „europäischen Islam“, auch wenn er so aussehen sollte (siehe Khorchide: Gott glaubt an den Menschen. Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus (2015) – ohne postabrahamische Aufklärung ein intellektuelles (Selbst-)Täuschmanöver), nichts zu tun hat, und auch nichts mit dem wahhabitischen Islam, der so oberflächlich tiefgründig ist wie der augustinische Paulinismus Luthers, der sich Jahrhunderte vom Originalchristentum entfernt bewegt, aber so tut, wie wenn er die Originalität wiederentdeckt hätte, weit entfernt von einem schwer rekonstruierbaren, von „paulinischen Gemeinden“ (Taubes)  zerstörten und assimilierten Originalchristentum des historischen Joshua, das die Paulinisten mit einer ganz eigenen Chuzpe als „Frühchristentum“ abqualifizieren. So ähnlich wie wenn Sunniten und Schiiten die Zeit von Mohammeds Wirken als „Vorislam“ und ihren Spaltpilz auf dem Humus des Gründers als „eigentlichen Islam“ bezeichnen würden. Man kann sagen, bei beiden grossen Brüdern des Judentums begann mit dem Tod ihrer Gründer der Abfall, der Zerfall des Authentischen, Originalen.

25.08.2522

Eine Akommunikation, die meiner Kraxelschrift ähnlich sah, als wollte sie das Kind mit dem Unvertrauten und Fremden nicht gänzlich erschrecken, ihm einen vertrauten Anblick, die eigene Handschrift eines Zehn- oder Elfjährigen vorsetzen, auch wenn über dem grundsätzlichen Exzess des Unverständlichen, Unvertrauten und Überraschenden (Christen würden von „Wunder“ , von „Erscheinung“ sprechen), der hier gerade stattfindet, ein Fremdwort wie „Philosophie“ ihm noch fast gänzlich fremd war. So ging es nicht lange und der Knabe hatte den etwas perplex, nicht angst machenden Vorgang (ein metaphysischer Überfall und Übergriff, eine traumatisierende Belästigung aus dem Jenseits, die den Jungen kalt erwischte, ungefragt vor hanbebüchene Tatsachen stellte, härter geurteilt), ohne jemandem davon erzählt zu haben, vergessen, besser in sich tief eingekapselt.

24.08.2522

Über die Anfänge beginnt dort, wo es bei Sloterdijk endet – bei Kafka:  „Die Sage versucht das Unerklärliche zu erklären. Da sie aus einem Wahrheitsgrund kommt, muss sie wieder im Unerklärlichen enden.“ (S. 341, Schlussatz. Zitat Kafka). Die Sage ist also akommuniziert (berührt) worden, meinte Kafka.  Übersetzt in Über die Anfänge, in den Anfangssatz von Buch 9: Über Akommunikationen : „Die Akommunikation der Änigma kommt aus einem änigmatischen Wahrheitsgrund. Der bleibt uns änigmatisch, aber sie, aber er klären uns auf, dass es sie, dass es ihn gibt. Genauergenommen steht, entsteht die Ängima aus einem Wahrheitsoffenen, nicht aus einem „Wahrheitsgrund“. Der Raum ihrer Akommunikation, die meiner Kraxelschrift ähnlich sah, lichtete und öffnete sich kurz. Auch der synchronizitäre Traum lichtete und öffnete sich kurz. „.

23.08.2522

Unser Idylliker weiss, dass er keine Anrufung zu verkünden, nur Theorhetorik (und Geschichte, dabei leistet er Erstaunliches) zu bieten hat, und bequemt sich ins Hintertreffen. 

22.08.2522

Der neue Sloterdijk „Den Himmel zum Sprechen bringen“ (2020 christl. Zeit) erweist sich als kreative, historisch ergänzende und ab-schreibende (im doppelten Sinn) Über die Anfänge-Lektüre.

21.08.2522

In reo pro dubio. Das  ethisch-juristische Prinzip „in reo pro dubio“ (Im Zweifel gegen die Sache. Wörtlich „bei der Sache für den Zweifel“) sollte für jedes Nahrungsmittel, jedes Pestizid, Düngemittel, Medikament und andere Industriegüter, die im Verdacht – im begründeten Verdacht – stehen, schädlich zu sein, wie ein sehr strenges Gesetz gelten. Bei zweifelhaften Produkten, allein zweifelhaft aufgrund einiger ihrer Zutaten, beim Verdacht  einer möglichen Krebsindikation muss das Mittel beseitigt werden- und nicht erst nach dem „totsicheren“ Beweis – Nach „in reo pro dubio“ hätte Monsanto schon längstens Glyphosat vom Markt nehmen müssen, ja gar nicht erst auf den Markt gebracht . Wo „in reo pro dubio“ herrscht mit allen Konsequenzen, kommen Produzenten, kommt die Chemie, kommt die Pharmaindustrie gar nicht erst auf dumme Ideen.

21.08.2522

„in reo pro dubio“ für die Dinge, in „in dubio pro reo“ für die Menschen.

20.08.2522

Über den Anfang des Aufwachens. Die weckende Psyche und Physis der Physisteme. Das Es in „es erinnert mich an mich„, das alle meine Vorstellungen begleitet, ist zwar nicht das freudsche Es, „es“ ist das Dauergedächtnis der Physisteme, wobei Freuds Es ebenfalls eine starke Nähe zur Körperlichkeit besitzt. Dieses „es“ ist tiefer, grundlegender und vorbewusster verankert als ein bewusster Willensakt. Ähnlich wie beim Aufwachen, bei dem kein Willensakt stattfindet, sondern das „es erinnert mich an mich“ wird durch physistemische Um- und Weckmodulation an den Wachheitszustand und an die letzten Wacherinnerungen angeschlossen. Ohne mein zutun weiss ich (eri