Pionieraufklärung – Pionierzeit der Aufklärung und Genese der Moderne

Dieser Blog handelt von der Pionierzeit der Aufklärung im 16. und 17. Jahrhundert christliche Zeit // Europäische Geschichte – kurz „Pionieraufklärung“ genannt . Das Material des Blogs wird für eine Einführungsschrift geordnet

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Kutzer AnadW –

Eder – „In anderen Teilen Europas gerieten gleichgeschlechtliche Sexualakte unter Frauen zur Mitte des 16. Jh wieder in die Diskussion. Einen Anlass dafür gaben die Anatomen … Colombo und Gabriele Falloppio mit ihrem Streit über die Entdeckung der Klitoris (Laqueur 1992, S. 81ff, Park 1997). … Die jahrhundertalte Konfusion über Tribaden und H. erschien nun in einem anderen Licht. Tribades wurden nicht mehr als potentielle H (als weibliche Männer mit einem unterentwickelten Penis) betrachtet, sondern als genuine Frauen mit einer zu gross geratenen Klitoris und einem unnatürlich entwickelten und damit krankhaften sexuellen Verlangen (Andreadis Hariette 2001 2008 ) S. 438 In der im späteren Baden-Württemberg entstandenen Zimmerischen Chronik (1540/1558-1566) zeigte sich, dass die Abgrenzung von Hermaphroditen und Frauen begehrenden Frauen in der Mitte des 16. Jahrhunderts schon zum Allgemeinwissen gehörte. „Sie ist mehrmals für ain hermaphroditen oder androgynum geachtet worden, welches sich aber nit sein erfunden, dann sie ist von fürwitzigen muetwilligen besucht und als ain wahr, recht weib geseheh worden.“ (Rolker 2015)

S. 439 „Gerade die anatomischen und physiologischen Differenzen der beiden GEschlechter bildeten eine essentielle Basis für die Konstruktion und Begründung der Geschlechtercharaktere – und dies seit der Antike (Stolberg 2003; King 2013). Gleich welchem Geschlechtermodell man zuneigte, die Hermaphroditen wurden jedenfalls in der Mitte des Spektrums angesiedelt und sollten über Merkmale beider Seiten verfügen (Laquer 1992, 156ff.)

Zitiert wird Crooke (1631 Description of the Body of Man) – lasterhafte Tribade mit ereg hypertropher Klit – aus Traub 2003 „Es verwundert nicht, dass es im 16 u 17 Jh Überlegungen gab, diesen Frauen die K chirurgisch zu entfernen. Laut dem 1573 erschienenen Werk De monstres von A Paré…war eine Grenzziehung zwi H und klitoral „über entw “ Frauen zwar in den meisten Fällen unmöglich, schien aber angesichts der essentiellen Geschlechterpolarität der fh nzen Gesellschaft trotzdem als notwendig.“ (S 440)

Über die Vewendung von Dildos zwischen Frauen berichten auch andere Quellen …. das Wort „Dildo“ wurde erstmals in Thomas Nashes (1567-1601) Gedicht The Choice of Valentines or the Merie Ballad of Nash his Dildo (um 1593) verwendet. Es war eigentlich ein Nonsense-Begriff, der italienisch klingen sollte, denn aus diesem Sprachraum kam angeblich die schändliche Gewohnheit, künstliche Gegenstände anstatt einen richtigen Penis anzuwenden. Nach dem weitgereisten Pierre de Bourdeille, Seigneur de Brantome (um 1540-1614) träfe man auf dessen Gebrauch in vielen europäischen Ländern, etwa in Frankreich, Italien, Spanien und dem Osmanischen Reich…. .Zumeist spielten Dildos in einem satirischen Kontext eine Rolle: Mit ihnen machte man sich über jene Männer lustig, die es nicht schafften, ihre Frauen zu befriedigen, und sie in die Hände von Geschlechtsgenossinnen trieben, die dann Pseudo-Penisse verwendeten.“ (441)

Referenzen:

Einführungsseminar „Pionieraufklärung und Medizin: zur Genese der Moderne“ – Freie Universität Berlin – SS 2019 –

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